Zeugen Jehovas und ihr Gründer Charles Taze Russell

Dieses Thema im Forum "Glaube und Religion" wurde erstellt von FNORD, 18. August 2008.

  1. FNORD

    FNORD Geheimer Meister

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    Hi an alle die nur in diesem Forum lesen möchten und diese, die auch etwas dazu sagen möchten!

    Zuerst möchte ich klarstellen, dass dieses Forum nicht dazu dienen sollte, gegen diese Organisation zu hetzen!

    Ich wählte dieses Thema, weil diese Organisation seid anerkennung ihres Körperschftsrechtes immer mehr aufsehen erregt und möchte hier eine diskussionsplattform bieten!

    !Da diesem Forum und seinem Admin auch keinerlei schaden (egal in welchem sinne) zugefügt werden sollen, möchte ich nochmal bitten, dass gegen diese Religionsgemeinschaft in keinem fall gehetzt werden sollte, da diese mit Anklagen auch nicht gerade zimperlich ist!!

    Danke!

    1) Ihr könnt hier sagen was ihr wollt (sofern es mit oben genannten konform geht)!

    2) Ihr könnt erfahrungen, die ihr mit dieser organisation sammeln durftet berichten.

    3) Aktive und inaktive Zeugen Jehovas dürfen sehr gerne mitdiskutieren und für ihre ansichten einstehen, so wie jeder andere hier auch!

    4) Ihr könnt von mir aus über das Thema reden, ob Charles Taze Russel Freimaurer war oder nicht.

    5) Redet über das was ihr wollt!


    Zu meiner Person:

    Ich bin ein ehemaliger Zeuge Jehovas (kein Gegner und kein Befürworter)!
    Ich werde fragen die man mir stellt, nach besten wissen und gewissen
    beantworten!

    Ich wünsche euch allen (falls überhaubt jemand zu diesem Thema etwas schreibt) viel spaß!

    LG FNORD :grin:
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. August 2008
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  2. Grubi

    Grubi Moderator Mitarbeiter

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    AW: Zeugen Jehovas und ihr Gründer Charles Taze Russell

    Hi

    Dazu einfach mal ... "Respekt!"

    Ich wünsche gutes Gelingen bei dieser Diskussion ...

    Gruss Grubi
     
  3. Ehemaliger_User

    Ehemaliger_User Beatus ille, qui procul negotiis.

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    AW: Zeugen Jehovas und ihr Gründer Charles Taze Russell

    Hallo FNord,

    Ich kenne eine ältere Dame, die schon lange Zeugin ist, sie hat mich öfters mal besucht und ist sehr nett.

    Ich erklärte ihr, das ich nicht zu den Gottediensten dort kommen möchte und auch kein Zeuge werden will, sie hat mich trotzdem immer wieder mal besucht und wir haben nie mehr darüber gesprochen, sondern nur über allgemeines, ich würde sagen sie war vorbildlich.

    LG.Sche
     
  4. FNORD

    FNORD Geheimer Meister

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    AW: Zeugen Jehovas und ihr Gründer Charles Taze Russell

    Ich sage ja auch nicht das dieses vehalten nicht vorbildlich ist.

    Die Zeugen gehen deshalb so vor, wie du es beschreibst, weil sie die Zeit dann trotzdem als Berichtszeit angeben können und weil ja die möglichkeit bestehen könnte,´dass du dann wieder auf das Thema religion kommst.

    Sie haben das Pflichtbewusstsein soviele menschen wie möglich, davon
    zu überzeugen das ihre religion die wahre ist, weil sie soviele menschen wie möglich retten möchten!

    aber vielleicht möchte die alte dame, sich ja auch nur nett mit dir unterhalten!

    lg fnord
     
  5. FNORD

    FNORD Geheimer Meister

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    Danke dafür Grubi!

    gruss FNORD
     
  6. NormaJean

    NormaJean Geheimer Meister

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    AW: Zeugen Jehovas und ihr Gründer Charles Taze Russell

    Hi FNORD,

    ich war in der Schulzeit mit einigen "Zeugen-Kindern" ganz gut befreundet, in meinem weiteren Bekanntenkreis sind auch einige Zeugen zu finden und ich habe auch schon die ein oder andere Versammlung besucht (u.a. Gedächtnismahlfeier und eine Hochzeit) - ich hoffe also, weitgehend frei von Vorurteilen und den "Horrorgeschichten" zu sein, die so durch die Medien gehen.

    Meine Fragen an dich wären (vorerst):
    Bist du in die Glaubensgemeinschaft hineingeboren/-erzogen worden oder erst später dazugekommen? Hast du dich taufen lassen - wenn ja/nein weshalb (nicht)? Wie und weshalb hast du die Zeugen Jehovas verlassen und falls du noch Kontakt zu ehemaligen Glaubensbrüdern oder -schwestern hast, wie gestaltet sich dieser?

    Das sind natürlich sehr persönliche Fragen und ich hab volles Verständis dafür, wenn du die ein oder andere nicht beantworten möchtest bzw. nicht zu sehr ins Detail gehen willst.
     
  7. FNORD

    FNORD Geheimer Meister

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    Hi NormaJean

    "Bist du in die Glaubensgemeinschaft hineingeboren/-erzogen worden oder erst später dazugekommen?"

    Ich wurde in die Gemeinschaft hineingeboren. Mein Vater war kein Zeuge!
    Nur meine mutter!


    "Hast du dich taufen lassen - wenn ja/nein weshalb (nicht)?"

    Ich hätte mich fast taufen lassen, tat es aber nicht da zum einen die Ältestenschaft mich zu sehr drängten und meinten ich hätte so ein großes wissen und noch größeres potential.

    Meiner meinung nach reicht nur das wissen nicht aus um sich taufen zu lassen, weil man nicht nur das kopfwissen haben muss, sondern man muss es auch im herzen tragen und davon überzeugt sein. es waren allerdings noch andere gründe weshalb ich es nicht tat!


    "Wie und weshalb hast du die Zeugen Jehovas verlassen und falls du noch Kontakt zu ehemaligen Glaubensbrüdern oder -schwestern hast, wie gestaltet sich dieser?"

    diese frage möchte ich erstmal nicht beantworten sorry!


    darfst aber ruhig weitere fragen stellen!

    lg fnord
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. August 2008
  8. NormaJean

    NormaJean Geheimer Meister

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    AW: Zeugen Jehovas und ihr Gründer Charles Taze Russell

    du kannst mir doch keinen Freischein zum Fragenstellen ausstellen, ich bin einer der neugierigsten Menschen, die frei herumlaufen ;-)


    Da hab ich nun im bekanntenkreis die Entdeckung gemacht, dass es 1. recht häufig ist, dass die Mutter Zeugin ist und der Vater nicht (häufiger als andersherum) und dass das 2. nicht immer ganz ohne Probleme abläuft, z.B. bei Familienfeiern (Stichwort Weihnachten und Geburtstag).
    Habt ihr Geburtstage bzw. Weihnachten gefeiert? Ich kenne das von den beiden bereits erwähnten Schulfreunden, dass sie doch etwas Probleme damit hatten, Einladungen zu Geburtstagsfeiern absagen zu müssen und gerade um die Weihnachtszeit herum stelle ich es mir für Kinder doch recht schwierig vor...



    Du hast da vorhin etwas erwähnt von "Berichtszeit" - das hat mit dem Haus zu Haus Dienst zu tun, oder? Gibt es da denn Vorgaben, wie lange pro Woche oder Monat jemand unterwegs zu sein hat? Das ist eine Frage, die ich nie so richtig beantwortet bekam ... mehr so "Jeder kann so viel oder wenig machen wie er will", aber ich hatte schon das Gefühl, dass es da eine Richtlinie gibt, oder? Wird das überprüft?

    Die Zeugen, die hier für unser Wohngebiet zuständig sind, sind übrigens sehr nett. Sie akzeptieren, dass ich keine größeren Gespräche über Gott und Religion führen möchte, kommen meist auch nur 2-3x im Jahr vorbei - vllt. um zu sehen, ob ich inzwischen meine Meinung geändert habe. Es kam noch nie vor, dass sie z.B. sturmgeklingelt hätten oder den Fuß in die Tür gestellt haben o.ä. wie man es gerne mal erzählt bekommt - auch ausfallend ist noch kein Zeuge mir gegenüber geworden und mit ewiger Verdammnis oder so hat auch keiner gedroht.


    Was mir allerdings aufgefallen ist, ist die ähnliche Wortwahl, die die Zeugen in Gesprächen um Religion verwenden. Es ist mir ja fast unangenehm zu fragen (und ich habe es mich auch noch nicht getraut bei den Leuten in meinem Bekanntenkreis anzusprechen, weil das eine Art Gehirnwäsche impliziert und ich das fast als eine Art Respektlosigkeit gegenüber ihrer religion empfinde), aber gibt es irgendwelche "Schulungen" oder "Unterrichtsmaterialien", die dafür verantwortlich sind?
    Generell gestalten sich religiöse Gespräche ja auch eher schwierig, weil ich das Gefühl hatte, andere Ansichten werden nicht ernstgenommen oder toleriert und einfach ohne wirklich Argumente abgeschmettert. Das fand ich stets etwas schade, denn so kommt kein Dialog zustande, sondern man bekommt das Gefühl, dass einem versucht wird ein Glaube aufzudrängen.
     
  9. FNORD

    FNORD Geheimer Meister

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    AW: Zeugen Jehovas und ihr Gründer Charles Taze Russell

    Man kann nie neugierig genug sein!


    Da hab ich nun im bekanntenkreis die Entdeckung gemacht, dass es 1. recht häufig ist, dass die Mutter Zeugin ist und der Vater nicht (häufiger als andersherum) und dass das 2. nicht immer ganz ohne Probleme abläuft, z.B. bei Familienfeiern (Stichwort Weihnachten und Geburtstag).
    Habt ihr Geburtstage bzw. Weihnachten gefeiert? Ich kenne das von den beiden bereits erwähnten Schulfreunden, dass sie doch etwas Probleme damit hatten, Einladungen zu Geburtstagsfeiern absagen zu müssen und gerade um die Weihnachtszeit herum stelle ich es mir für Kinder doch recht schwierig vor...

    wir haben nichts von beiden gefeiert (habe aber auch nie wirklich wert darauf gelegt [bekam immer genug geschenke]:grin:)

    bei den meisten anderen kindern aus meiner versammlung gab es da schon probleme, aber diese wurden von den ältesten aus der welt geschaft.


    Du hast da vorhin etwas erwähnt von "Berichtszeit" - das hat mit dem Haus zu Haus Dienst zu tun, oder? Gibt es da denn Vorgaben, wie lange pro Woche oder Monat jemand unterwegs zu sein hat? Das ist eine Frage, die ich nie so richtig beantwortet bekam ... mehr so "Jeder kann so viel oder wenig machen wie er will", aber ich hatte schon das Gefühl, dass es da eine Richtlinie gibt, oder? Wird das überprüft?

    ja damit ist der Haus zu Haus dienst gemeint.
    vorgaben gibt es direkt nicht wirklich. wie schon in der bibel steht, jeder gibt das, was er geben kann!
    jedoch sollten werden die, die arbeitslos sind dazu ermuntert den pionierdienst anzustreben dieser beträgt im monat ca. 70 Std. und mehr. hilfspioniere ca.50 std. im monat.

    natürlich kann jeder soviel oder so wenig machen wie er möchte.
    er wird jedoch von den ältesten dazu aufgefordert mehr zu machen wenn er kann, da die menschen ja gerettet werden sollen.
    am liebsten werden für den Predigtdienst allgemein frauen und kleine kinder "verwendet" da denen meistens mehr gehör geschenkt wird als den männern. die männer gehen arbeiten die frauen "klinkenputzen".

    Die zeiten werden insofern überprüft, da sie auf einen Zettel geschrieben werden der in der versammlung in den berichtskasten geschmissen wird. dieser kasten wird vom sekretär der versammlung geleert und wenn ein mitglied wenig geht wird er auch darauf angesprochen, weshalb das so ist und das man für das königreichswerk jehovas andere aktivitäten zurückschrauben könnte/sollte.



    Die Zeugen, die hier für unser Wohngebiet zuständig sind, sind übrigens sehr nett. Sie akzeptieren, dass ich keine größeren Gespräche über Gott und Religion führen möchte, kommen meist auch nur 2-3x im Jahr vorbei - vllt. um zu sehen, ob ich inzwischen meine Meinung geändert habe. Es kam noch nie vor, dass sie z.B. sturmgeklingelt hätten oder den Fuß in die Tür gestellt haben o.ä. wie man es gerne mal erzählt bekommt - auch ausfallend ist noch kein Zeuge mir gegenüber geworden und mit ewiger Verdammnis oder so hat auch keiner gedroht.

    das machen sie auch nur bei denen die nicht mehr kommen.
    (sie wollen dich ja noch, wie du mitbekommst wenn sie bei dir klingeln)
    falls das vorfällt muss man ein kleinwenig energischer mit diesen sprechen (ich habe da auch schon erfahrungen mit gemacht)


    Was mir allerdings aufgefallen ist, ist die ähnliche Wortwahl, die die Zeugen in Gesprächen um Religion verwenden. Es ist mir ja fast unangenehm zu fragen (und ich habe es mich auch noch nicht getraut bei den Leuten in meinem Bekanntenkreis anzusprechen, weil das eine Art Gehirnwäsche impliziert und ich das fast als eine Art Respektlosigkeit gegenüber ihrer religion empfinde), aber gibt es irgendwelche "Schulungen" oder "Unterrichtsmaterialien", die dafür verantwortlich sind?

    es gibt zum einen pionierdienstschulungen die ca 10 tage dauern.
    dort wird folgendes beigebracht:

    -richtiges auftreten
    -adequate religions und themenbezogene artikulation und konversation
    -handhabung der bibel mit den verschiedenen themen mit denen man im predigtdienst des öfteren konfrontiert wird
    -literaturbezogene schulungen für den predigtdienst
    -die kunst des monologes:grin:



    Generell gestalten sich religiöse Gespräche ja auch eher schwierig, weil ich das Gefühl hatte, andere Ansichten werden nicht ernstgenommen oder toleriert und einfach ohne wirklich Argumente abgeschmettert.

    ansichten die nicht mit den lehren der zeugen im einklang sind,
    sind automatish falsch.sonst müssten sie ja auch nicht predigen.
    des weiteren ist das prinzip, die ansichten der anderen als lächerlich oder sonstwie hinzustellen sehr erfolgreich. man sagt das, was man beigebracht bekommen hat und verunglimpft die ansichten der menschen so weit, das sie irgendwann keinen bock mehr haben fragen zu stellen und sie somit nur noch zuhören oder die tür schliessen.

    Das fand ich stets etwas schade, denn so kommt kein Dialog zustande, sondern man bekommt das Gefühl, dass einem versucht wird ein Glaube aufzudrängen.

    Dialoge über religiöse themen waren schon immer gift dür den prediger.

    einem katholiken und evangelen kann man damit kommen,
    weshalb die kirchen, obwohl sie unter hitler zerstört wurden und pfarrer eingesperrt, denselben unterstützt haben und den hitlerguß vollzogen.
    weshalb segnen sie vor den meisten kriegen die waffen und die soldaten?

    also wird der glaube schlecht gemacht wo man nur kann.

    wenn man an seinem glauben zweifelt und sieht was die anderen besser machen (lediglich aus erfahrung und weil keiner die selben fehler nochmal macht), fühlt man sich mehr zu diesen hingezogen als zu seinem eigentlichen glauben.

    des weiteren legen die zeugen wert drauf das die mitglieder viel miteinander unternehmen weil es den zusammenhalt stärkt.

    einfaches prinzip: der mensch braucht seine sozialen kontakte und der mensch ist ein gewohnheitstier.

    (hoffentlich konnte ich dir die fragen vorerst annehmbar beantworten)

    und frag ruhig weiter:-D

    lg fnord
     
  10. FNORD

    FNORD Geheimer Meister

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    falls ein paar antworten unklar sind, dann nochmal fragen!
     
  11. NormaJean

    NormaJean Geheimer Meister

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    na schön dass du das so siehst ... noch ;-)


    Ich würde nun gerade Weihnachten nicht nur auf die Geschenke reduzieren - auch wenn viele das heute so sehen. Es ist ja auch das ganze drumherum: Vorbereitungen, Haus dekorieren, Plätzchenbacken, die Familie kommt zusammen usw.
    Feierst du heute als Nicht-mehr-Zeuge Weihnachten, Geburtstag und Co.?

    Die Ältesten ... das ist so eine Sache, die für mich einen faden Beigeschmack hat. Nach allem, was ich so mitbekommen/erzählt bekommen habe, haben diese Männer nicht nur großen Einfluß auf ihre "Schäfchen", sondern sie mischen sich wirklich in private, sehr intime Bereiche ein. bspw. erzählte mir eine mittlerweile Nicht-mehr-Zeugin, dass sie als Heranwachsende sehr viele einschüchternde Gespräche mit Ältesten zu bestreiten hatte - ihre Mutter war alleinerziehend und hin und wieder überfordert mit einer rebellischen pubertierenden Tochter. Ich kann mir wirklich angenehmeres für ein junges Mädchen vorstellen, als mit einem alten, nicht zur Familie gehörenden Mann darüber zu sprechen, welche Freundschaften sie haben darf, welche Musik sie nicht hören soll, warum sie sich mit ihrer Mutter gestritten hat, ob sie denn desöfteren an Jungs denkt und dass Selbstbefriedigung ein no-no ist :hide:Auch ist ihr wohl ein schlechtes Gewissen in Bezug auf die Mutter eingeredet worden, mit dem sie heute als erwachsene Frau noch zu kämpfen hat...
    Das geht für mich dann einen Schritt zu weit :k_schuettel:



    Pioniere ... ich kann mich da dunkel an eine Einrichtugn erinnern .. Bethel(?) ... sind das die? Ich hatte mir das vorgestellt wie eine Art Kloster - Menschen die ihr Leben ganz ihrem Glauben gewidmet haben?


    Ist vllt. auch die Frage, welche Zielgruppe ich erreichen möchte. (Haus-)Frauen mit ihren Kindern sind unter der Woche tagsüber unterwegs und besuchen wahrscheinlich vorwiegend andere Hausfrauen und ältere Menschen - die lassen sich auch eher auf ein gespräch mit vertrauenswürdig aussehenden netten Frauen ein als mit fremden Männern.
    Männer sind dann eher samstags unterwegs (das brühmt-berüchtigte Klingeln an der Haustür am Samstagmorgen um 8.00 ;-)) und führen dann gespräche mit berufstätigen Männern und Frauen :gruebel:

    Persönliche Frage: Hast du diesen Haus zu Haus Dienst als unangenehm empfunden? Für mich würde es eine große Überwindung darstellen, bei fremden Leuten zu klingeln und ihnen von meinem Glauben zu erzählen, schätze ich...
    Mit welcher Erwartungshaltung zieht man da los? Wie viele wirkliche Gespräche kommen an der Tür zustande?
    Wie haben die Leute reagiert? Gibt es wirklich so unfreundliche Menschen, die einen aufs übelste beschimpfen?


    Ne, das machen "Die", weil sie im Winter nen warmen Tee und im Sommer n Glas Wasser angeboten bekommen ;-)
    Ich empfinde die Besuche nicht als störend oder so, da sie wie gesagt nicht aufdringlich sind und zu annehmbaren Uhrzeiten stattfinden.


    Der Zusammenhalt untereinander ist ja eigentlich etwas schönes - ein Zeuge sagte mir mal, dass er es als unheimlich angenehm empfindet, in einer fremden Stadt oder einem fremden Land in den nächstgelegenen Königreichsaal zu gehen und er dort sofort freundlich aufgenommen wird. Das ist in einer evangelischen oder katholischen Kirche ja nicht unbedingt so (in kleineren gemeinden vllt.).
    Auch ich als Außenstehende wurde stets freundlich und zuvorkommend behandelt bei meinen Besuchen (in den Versammlungen und auch wenn ich zu zeugen nach Hause eingelden wurde).
     
  12. FNORD

    FNORD Geheimer Meister

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    Ich würde nun gerade Weihnachten nicht nur auf die Geschenke reduzieren - auch wenn viele das heute so sehen. Es ist ja auch das ganze drumherum: Vorbereitungen, Haus dekorieren, Plätzchenbacken, die Familie kommt zusammen usw.
    Feierst du heute als Nicht-mehr-Zeuge Weihnachten, Geburtstag und Co.?

    nein immer noch nicht. meine familie väterlicherseits feierte diese fest auch nicht.

    Die Ältesten ... das ist so eine Sache, die für mich einen faden Beigeschmack hat. Nach allem, was ich so mitbekommen/erzählt bekommen habe, haben diese Männer nicht nur großen Einfluß auf ihre "Schäfchen", sondern sie mischen sich wirklich in private, sehr intime Bereiche ein. bspw. erzählte mir eine mittlerweile Nicht-mehr-Zeugin, dass sie als Heranwachsende sehr viele einschüchternde Gespräche mit Ältesten zu bestreiten hatte - ihre Mutter war alleinerziehend und hin und wieder überfordert mit einer rebellischen pubertierenden Tochter. Ich kann mir wirklich angenehmeres für ein junges Mädchen vorstellen, als mit einem alten, nicht zur Familie gehörenden Mann darüber zu sprechen, welche Freundschaften sie haben darf, welche Musik sie nicht hören soll, warum sie sich mit ihrer Mutter gestritten hat, ob sie denn desöfteren an Jungs denkt und dass Selbstbefriedigung ein no-no ist :hide:Auch ist ihr wohl ein schlechtes Gewissen in Bezug auf die Mutter eingeredet worden, mit dem sie heute als erwachsene Frau noch zu kämpfen hat...
    Das geht für mich dann einen Schritt zu weit :k_schuettel:

    da hast du auf jede fall recht. es hat jedoch seinen speziellen grund weshalb slche fragen gestellt werden, grade dann wenn es sich um einen "problemfall" handelt!


    Pioniere ... ich kann mich da dunkel an eine Einrichtugn erinnern .. Bethel(?) ... sind das die? Ich hatte mir das vorgestellt wie eine Art Kloster - Menschen die ihr Leben ganz ihrem Glauben gewidmet haben?

    ja bethel in der schönen kleinen stadt selters. dort gehen pioniere hin um sich schulen zu lassen.
    älteste gehen dort auch zu "schulungen" hin, und für andere dinge.


    Persönliche Frage: Hast du diesen Haus zu Haus Dienst als unangenehm empfunden? Für mich würde es eine große Überwindung darstellen, bei fremden Leuten zu klingeln und ihnen von meinem Glauben zu erzählen, schätze ich...

    wenn man daran glaubt und von den ältesten honig ums maul geschmiert bekommt, weil sie meinen vater in den arsch gekrochen sind und man seiner mutter gerecht werden möchte und den rest der mütterlichen familie weil alle männer in ihren versammlungen auch älteste sind...kostet es nicht wirklich viel überwindung:grin:!

    Mit welcher Erwartungshaltung zieht man da los?
    das man viele stunden zu papier bringen kann und damit einhergehend, damit man nicht zum gespräch muss!

    Wie viele wirkliche Gespräche kommen an der Tür zustande?
    wenn man bei 20 türen klingelt so ungefähr 13 gespräche (wenn man es drauf hat.

    Wie haben die Leute reagiert?
    die meisten positiv, aber ich denke nur weil sie keinerlei stress in irgendeiner art haben möchten, wenn sie unfreundlich oder sonst abweisend reagieren.

    Gibt es wirklich so unfreundliche Menschen, die einen aufs übelste beschimpfen?
    Ja die gibt es. aber das ist verständlich, denn ich erwarte dass, wenn jemand an meiner tür klingelt, ich mit diesem vorher abgesprochen habe, dass er kommen kann. so geht es bestimmt auch manchen die unfreundlich sind. oder weil sie keinen bock auf zeugen haben.


    Ne, das machen "Die", weil sie im Winter nen warmen Tee und im Sommer n Glas Wasser angeboten bekommen
    Ich empfinde die Besuche nicht als störend oder so, da sie wie gesagt nicht aufdringlich sind und zu annehmbaren Uhrzeiten stattfinden.

    wenn sie gleich "stören" würden, würdest du sie ja auch nicht mehr reinlassen, oder etwa doch?:wink:


    Der Zusammenhalt untereinander ist ja eigentlich etwas schönes - ein Zeuge sagte mir mal, dass er es als unheimlich angenehm empfindet, in einer fremden Stadt oder einem fremden Land in den nächstgelegenen Königreichsaal zu gehen und er dort sofort freundlich aufgenommen wird. Das ist in einer evangelischen oder katholischen Kirche ja nicht unbedingt so (in kleineren gemeinden vllt.).
    weshalb sollten sie zu einem glaubensbruder auch nicht nett sein?


    Auch ich als Außenstehende wurde stets freundlich und zuvorkommend behandelt bei meinen Besuchen (in den Versammlungen und auch wenn ich zu zeugen nach Hause eingelden wurde).
    wenn sie unfreundlich wären, würdest du -denke ich mal so- es auch nicht mehr in betracht ziehen dort hin zu gehen, oder?!


    lg fnord






     
  13. FNORD

    FNORD Geheimer Meister

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    Hinweis an andere Leser:

    Ihr dürft auch was zu diesem thema sagen, das ist hier keine diktatur!!!

    gruß FNORD
     
  14. Ehemaliger_User

    Ehemaliger_User Beatus ille, qui procul negotiis.

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    Hallo FNORD,

    finde das Thema "Zeugen Jehovas" schon seit der Grundschule interessant, da ich bereits im Alter von 6 Jahren, gerade frisch eingeschult, eine Klassenkameradin hatte, die uns allen in der Klasse ein schreckliches Ende prophezeite, sofern wir nicht schnellstens ebenfalls der Lehre Jehova's folgen und zu seinen Zeugen werden würden.
    Die Kleine war damals fast schon fanatisch in ihren Ansichten bzgl. Jehova (und das als ABC-Schulkind), so daß ich sie selbst heute, 30 Jahre danach, noch genau in Erinnerung habe!
    Auch kann ich mich erinnern, daß sie seinerzeit weder am Sport-Unterricht teilnehmen durfte noch sich zum Geburtstag gratulieren liess. Ob dies allerdings nur aus eigener Überzeugung geschah weiß ich nicht, da ihr Vater stets Buch führte, in das er jedes "Vergehen" von ihr oder ihren beiden Schwestern eintrug und regelmässig samstags "Straftag" im Hause J. war; sprich: für jeden "Strafpunkt", den der Vater im Laufe der Woche in seinem Notizbuch vermerkt hatte, gab es 1 Schlag mit dem Rohrstock auf den Po; bei mehreren "Straf-Delikten" (wie z.B. heimliches Naschen von Süssigkeiten oder ählichen Banalitäten) möchte ich nicht wissen, welche Folter die Mädchen jeden Samstag aushalten mussten.

    Ob diese Abstrafungen jedoch allgemein zur Erziehung der Kinder von Zeugen Jehovas' gehören weiß ich nicht, denn vielleicht war es ja lediglich nur Susanne's Vater, der so brutale Erziehungsmassnahmen anwandte.

    Doch auch sonst habe ich keine allzu positve Meinung von den Zeugen und ihrer penetranten Art, einen mit ihren "Leuchtturm-Heften" in der Stadt halb zu vergewaltigen (sinngemäss) oder gar an der Wohnungsür zu läuten, um einen vom Untergang der Welt vollsülzen bzw. davor bewahren zu wollen, denn auf solche "Rettungsaktionen" verzichte ich gerne!

    Bemerkenswert allerdings finde ich diesen totalen Einsatz für ihren Glauben; erinnert irgendwie an Drückerkolonnen, Gehirnwäschen o.ä.?!?
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. August 2008
  15. FNORD

    FNORD Geheimer Meister

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    AW: Zeugen Jehovas und ihr Gründer Charles Taze Russell

    das ist natürlich schon krass was du da erzählst, aber wie es in einem lied in dem liederbuch der zeugen an einer stelle heißt:
    "Spart die Rute nicht!"

    Die eltern werden dazu angehalten ihre kinder zu zügeln, auch ich wurde schon des öfteren von meiner Großmutter gezügelt (als ich klein war) wenn ich müde war oder nicht jede bibelstelle mit aufschlug.

    es meinte sogar mal ein ältester, das er mich zu schlagen habe. dies erzählte ich meinem vater und nun ja...:grin::grin::grin:

    es wird den kindern aber auch von den eltern gesagt, das sie solche sachen (die mit deren lehre übereinstimmen) in der schule sagen sollen, damit (ofizielle version) schon die kleinen kinder wissen was ihnen blüht, wenn sie der lehre (leere:grin:) des einzig wahren gottes und dessen zeugen nicht folgen.

    ich ging auch oft mit meinen Buch "Mein Buch mit biblischen Geschichten" den Wachttürmen oder erwachets in die schule und gab zeugnis, ab der ersten klasse.

    das ist bei denen nichts ungewöhnliches!

    gruß
     
  16. Ehemaliger_User

    Ehemaliger_User Beatus ille, qui procul negotiis.

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    Allen Respekt, daß Du dennoch den Mut und die Courage hattest, Dich von den Zeugen zu trennen!

    Um nicht missverstanden zu werden: wer von seiner Glaubenszugehörigkeit (welcher auch immer!) überzeugt ist, soll es sein und bleiben, keine Frage!

    Wer jedoch schon als Kind ab der 1.Klasse wie beispielsweise Du oder meine Schulkollegin automatisch zum Aussenseiter gemacht wurde und dennoch als Erwachsener den Mut aufbringt, auszusteigen aus einer "Gemeinschaft", für die ich den Ausdruck Sekte passender halte, verdient höchsten Respekt!
     
  17. FNORD

    FNORD Geheimer Meister

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    Danke.
    und du hast mit dem begriff sekte recht, denn den mitgliedern wird systematisch der umgang zu nichtzeugen verboten und ieles mehr.

    Was aber noch hinzukommt. die watchtower bible&tract society
    ist in ihrem entstehungsland (den USA) nicht als Religionsgemeinschaft eingetragen sondern hat die betitelung Inc..
    Sie ist lediglich ein großer verlag.
    Die die für deutschland die sachen drucken sind im bethel in selters zu finden.

    Das bedeutet die versammlungen könnten auch von der Bild-zeitung ihre Bibeln bestellen, wenn die welche drucken würden.
     
  18. FNORD

    FNORD Geheimer Meister

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    AW: Zeugen Jehovas und ihr Gründer Charles Taze Russell

    ach noch dazu, hier in deutschland ist das bethel in selters ein eingetragener verein!

    sorry noch was...

    des weiteren kann der hauptsitz der zeugen in Brooklyn N.Y nicht haftbar für fehltritte ihrer bethels in anderen ländern gemacht werden.
    nichteinmal die bethels in den versch. ländern können haftbar gamacht werden, wenn sie z.B. verfassungswiedrige inhalte in ihren publikationen abdrucken, da die zeugen in jedem land wo sie anzufinden sind einen "chef" haben, der für diese verstösse haftbar gemacht werden kann.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. August 2008
  19. Ehemaliger_User

    Ehemaliger_User Beatus ille, qui procul negotiis.

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    AW: Zeugen Jehovas und ihr Gründer Charles Taze Russell

    Habe zwar die bisherigen Beiträge zum Thema gelesen, doch falls ich eine Frage bzw. Antwort, die bereits erklärt ist, übersehen haben sollte, sorry!

    Interessieren würde mich beispielsweise nämlich, ob Du zu Deiner Familie seit Deinem Ausstieg noch Kontakt hast
    (womit ich natürlich hauptsächlich Deine Mutter als aktive Zeugin meine?)

    Oder, fall's Dir diese Frage zu privat ist, anders ausgedrückt:

    Wie verhält man sich seitens der "Gemeinde" gegenüber Abtrünnigen im allgemeinen?
     
  20. FNORD

    FNORD Geheimer Meister

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    AW: Zeugen Jehovas und ihr Gründer Charles Taze Russell

    Zu meiner mutter habe ich natürlich noch kontakt.
    ich bin das einzige (und jüngste) ihrer vier kinder, welches am längsten gegangen ist.

    Sonst sagen die zeugen, dass man es sich aussuchen kann ob man zu diesen leuten kontakt hat.

    Es wird jedoch geraten, "ein klein wenig Sauerteig durchsäuert die ganze masse"!!

    Von daher besser keinen kontakt!

    Obwohl die ältesten meiner versammlung sehr daran interessiert sind, dass ich doch wieder zur versammlung komme.

    Zur Gemeinde nochmal, ist die ausgeschlossene person getauft, muss von allen der kontakt abgebrochen werden, nur die familie von diesen darf noch "frei" entscheiden.


    Ich kenne jedoch auch viele die den kontakt zu ihren kindern usw. abgebrochen haben auf drängen der versammlung hin.
    Beträfe dies einen ältesten z.B. und würde dieser den kontakt nicht abbrechen würde er seines amtes enthoben.
     

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