Religiöse Unarten

Dieses Thema im Forum "Glaube und Religion" wurde erstellt von Bernie, 14. April 2004.

  1. Telepathetic

    Telepathetic Großmeister aller Symbolischen Logen

    Beiträge:
    3.016
    Registriert seit:
    1. Juli 2010
    AW: Religiöse Unarten

    Römer geht Hause
     
  2. dtrainer

    dtrainer Wiedergänger

    Beiträge:
    10.586
    Registriert seit:
    17. Dezember 2008
    AW: Religiöse Unarten

    Wer redet hier von "erlaubt"oder "nicht erlaubt"? Darum geht es ja wohl nicht. Ich finde nur, daß jede Gemeinde/Konfession/Gruppe doch bitte ihren Gebetsraum so einrichten soll, wie sie es für gut hält. Ohne daß da ständig daran herum gekrittelt wird. Was hätten wir davon, daß immer wieder beanstandet wird, daß andere Leute das eben anders machen?
    Ich würde ja auch keinen sakralen Raum mit allen möglichen Dingen befrachten, aber wenn eine andere Gruppierung das tut, dann tut sie es eben.
     
  3. Malakim

    Malakim Insubordinate

    Beiträge:
    9.557
    Registriert seit:
    31. August 2004
    AW: Religiöse Unarten

    Es gehört für mich zu den religiösen Unarten den eigenen Mitgliedern eine Toleranz vorzugaukeln die es in Wahrheit nicht gibt.

    Auch frage ich mich ob es nicht auch eine religiöse Unart ist, so zu tun als sei man Barmherzig und wolle Helfen wenn man in Wahrheit nur einem Missionsgedanken folgt.
     
  4. gaia

    gaia Prinz von Jerusalem

    Beiträge:
    2.312
    Registriert seit:
    13. März 2010
    AW: Religiöse Unarten

    Ich kriege das nicht mit inwiefern Toleranz vorgegaukelt wird, dei es in Wahrheit nicht gibt oder ob Barmherzigkeit vorgegaukelt wird, um ein Ziel zu erreichen.
    Bei mir ist es eher so, dass ich das Gefühl habe, Religionsgegner wollen unbedingt von mir hören, dass Religionen schreckliche Dinge tun oder getan haben.
    Bisher kann ich das aber nicht so sehen. Ich erlebe das einfach anders.
    Aber es geht um religiöse Unarten, alsogut:
    Nicht schön fand ich die Reaktion der Barmherzigen Brüder bei der Seligsprechung von Eustazius Kugler, als da eine eine evangelische Priesterin sprechen durfte, die hatten da- für mein Gefühl- durchaus Probleme. Verhaltener Beifall der Mönche...
     
  5. Telepathetic

    Telepathetic Großmeister aller Symbolischen Logen

    Beiträge:
    3.016
    Registriert seit:
    1. Juli 2010
    AW: Religiöse Unarten

    So, hat ein bißchen gedauert, weil ich noch keine Antwort gefunden hatte. Man muß sich mit Themen wie der Bibel und Gott intensiver beschäftigen als nur mal kurz lesen und sich spontan ein Urteil bilden oder das Urteil aus der eigenen Agenda heraus fällen. Das schreibe ich nicht mit Blick auf Dich, rola, bei Dir hatte ich ein tatsächliches Interesse entdeckt, daher eine Antwort, die btw. keinen unbedingten Anspruch auf Endgültigkeit und Richtigkeit im Sinne der offiziellen Auslegungen beansprucht. Ich versuche zu beschreiben, was ich verstehe oder meine zu verstehen.

    Also, die Schaffung eines Götzen ist eben keine Geringfügigkeit in den Augen Gottes, das Verbot des Götzendienstes ist nicht umsonst an vorderer Stelle der 10 Gebote. Dazu kommt, dass die Hebräer gerade eben erst aus Ägypten herausgeführt worden sind. Ägypten ist aus biblischer Sicht spirituell total verdorben, schlimmer dürfte es nur noch in Sodom & Gomorrha gewesen sein. Ägypten und Pharao symbolisieren das Gegenteil der Spiritualität Gottes und der Torah, die im Volke Israel wachsen und gedeihen soll. Mit der Schaffung des Goldenen Kalbes sind die Hebräer geradewegs wieder in die Spiritualität Ägyptens und Pharaos abgerutscht. Der Bund mit Gott sieht nunmal vor, dass die Hebräer sich an Gott halten. Damit erklärt sich, warum Gott zornig geworden ist.

    Das ist ein bißchen wie im richtigen Leben, wenn jemand einen Vertrag bricht, kassiert er eine Vertragsstrafe. Da Gott aber einen ewigen Bund mit den Hebräern geschlossen hat, kann er gar nicht anders als die Strafe nicht komplett auszuführen, sondern sie auszusetzen, anders ausgedrückt: zu vergeben.

    Direkt im Anschluß an die Geschichte vom Kalb sucht Moses Rat, wie es denn nun weitergehen soll. Bei dieser Suche entdeckt er neue Eigenschaften Gottes, die sogenannten dreizehn Attribute der Gnade (thirteen attributes of mercy) in Exodus 34:6-7.

    Da das Wirken Gottes hier auf Erden (wenn man denn davon ausgehen möchte, dass es einen Gott überhaupt gibt) wenigstens in Wechselwirkung mit der Einstellung der Menschen innerhalb ihrer Beziehungen zu Existentem und Nicht-Existentem steht, wage ich mal zu behaupten, dass in der Bibel eine Art Evolution der Beziehungen der Menschen untereinander erzählt wird. Sie wird sichtbar im Verhalten Gottes. Gottes endgültige Entscheidungen stehen immer auch in Verbindung mit dem Verhalten der Personen, mit denen und durch die Gott spricht und zu denen Gott sprechen lässt.
    Der rote Faden lässt sich z.B. von Noah zu Abraham zu Moses ziehen. Zu Noah's Zeiten ist die Welt so verdorben gewesen, dass Gott sie vernichten wollte. Er hat aber der Welt eine Chance gegeben, die Noah hätte nutzen können, um sich als Prophet zu betätigen und die Welt zur Umkehr aufzufordern. Hat er nicht, so ist die Welt mal gründlich durchgespült geworden.
    Abraham wiederum hat mit Gott verhandelt. Hätten sich wenigstens ein paar Gerechte in Sodom finden lassen, dann hätte Gott die Bewohner der Stadt verschont. Meinem Verständnis nach, hätten die Gerechten, wenn auch in der Minderzahl, den Unterschied gemacht und die Mehrheit zu einer Umkehr bewegen können, z.B. indem sie den Bewohnern predigen oder zeigen, wie man es besser macht.
    Moses geht noch einen Schritt weiter, indem er nicht nur für die Gerechten um Gnade wirbt, sondern auch für die Ungerechten. Der rote Faden könnte "die Evolution der Gnade" genannt werden.

    Wo bleibt also der Großmut und die Toleranz Gottes? Großmut und Toleranz sind durchaus vorhanden, ich wage zu behaupten schon immer, aber sie müssen vom Menschen entdeckt werden und verinnerlicht und gelebt. Denn abgesehen von den Wundern und den Göttlichen Eingriffen, von denen in der Bibel berichtet wird, ist unsere Welt so beschaffen, dass der Mensch all die Eigenschaften, die er von Gott erwartet, selber kultivieren muß. Von nichts anderem handelt die Bibel, was besonders deutlich wird durch die mystischen Erklärungen der Kabbalah, ich habe da insbesondere die vier Welten, die Sefirot, den Baum des Lebens im Sinn. Auch das Tarot zielt genau in diese Richtung ab.

    So, ich hoffe der Text ist nicht zu lange geraten, und trotz des Themas und meinem Geschreibsel leicht genug zu verstehen.
     
  6. Ein wilder Jäger

    Ein wilder Jäger Barbarisches Relikt Mitarbeiter

    Beiträge:
    16.846
    Registriert seit:
    18. November 2007
    AW: Religiöse Unarten

    Ich möchte den Text wie folgt interpretieren: Gott ist wie Don Vito Corleone, sein Zorn ist so fürchterlich wie seine Gnade groß ist. Und übrigens, liebe Samaritaner, so ein Stierbild, wie ihr es in eurem Tempel aufgestellt habt, gefällt ihm gar nicht. Überhaupt ist unser Tempel der einzig richtige, also bringt eure Steuern und Abgaben bitte hierher, ihr Ketzer. Ihr habt noch nie von Don Corleone gehört? Okay, aber den Großkönig von Persien kennt ihr? So ungefähr ist Gott.
     

Diese Seite empfehlen