Herzlich Willkommen auf Weltverschwoerung.de

Angemeldete User sehen übrigens keine Werbung. Wir freuen uns wenn Du bei uns mitdiskutierst:

Mord = Mord?

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
24.048
Stellen wir uns vor, es wäre 1942. Ein Mann namens XY, Mitglied der SS, befindet sich mit seiner Einheit in Russland. Der Auftrag seiner Einheit: Juden im bereits eroberten Territorium aufspüren und umbringen.
Gehen wir davon aus, dass XY aktiv an der Erschießung vieler Menschen beteiligt war, einige selbst getötet hat.

Um bestimmte geschichtliche Ereignisse beurteilen und bewerten zu können, sollte man generell versuchen, sich in die Lage der jeweiligen Person zu versetzen, die damaligen Zustände, Umgebung und so weiter zu berücksichtigen.

Wir sind nun XY. Wir glauben an die NS-Ideologie, wir befolgen Befehle.
Es mag vielleicht schwer sein, den ersten Menschen zu erschießen, aber danach wird es wohl Routine. Es sind befehle, die es zu befolgen gilt.

Wenn man nun versucht, sich so sehr wie möglich in XYs Rolle zu versetzen, versucht, die Umstände so zu empfinden, wie sie wirklich waren, inwieweit darf man XY nun als kaltblütigen Mörder bezeichnen?

Ist es einfach nur Mord oder hatte XY keine andere Wahl? Vielleicht wäre er selbst umgebracht worden, hätte er sich geweigert, an den Exekutionen mitzuwirken.

Vielleicht war er so von der Ideologie besessen, dass er aus diesem Grund keine andere Wahl hatte, vielleicht war er von ihr so stark geblendet?

Rechtfertigt die Tatsache, dass es um das eigene Leben geht, den Mord an anderen Menschen?

Was hättet ihr an XYs Stelle getan? Stellt euch auch andere Situationen vor, nicht jeder Soldat wollte in den Krieg so wie XY, viele wurden gezwungen.
 

JimmyBond

Einsamer Schütze
7. Mai 2003
1.593
es ist zwar nicht gut zu toeten, allerdings hat man als soldat die pflicht befehle auszufuehren und ein wahrer soldat fuehrt jederzeit ein befehl aus ohne ihn in frage zustellen...

und wenn XY als soldat einen befehl nicht ausfuehren kann, dann hat er sich halt den falschen beruf ausgesucht....
 

pibaX

Geheimer Meister
4. November 2002
306
JimmyBond schrieb:
ein wahrer soldat fuehrt jederzeit ein befehl aus ohne ihn in frage zustellen...

wenn sie nicht gegen bestehendes menschenrecht verstoßen und sie mit dem gewissen zu vereinbahren sind (also heute bundeswehr).
damals sicher exekution, wegen befehlsverweigerung...


mfg pibaX
 

Terrapansen

Geheimer Meister
20. April 2002
362
Ein Mord ist und bleibt ein Mord! Niemand hat das Recht zu töten, ausser zur Notwehr, um sein eigenes Leben zu schützen! Nun gut jetzt könnte man sagen, wenn xy nicht getötet hätte, dann hätte man ihn getötet...mag sein das so mancher jetzt von Notwehr redet, aber wenn man sich daran hält das niemand das Recht zum töten hat, dann dürfte ihm ja nichts geschehen, es seih denn er wird direkt bedroht von den Leuten deren Befehl er missachtet hat! Dann wäre es Notwehr wenn er sie daran hindern würde ihn zu töten! Aber niemals einer der Juden hätte xy wohl ernsthaft versucht zu töten, also war es keine Notwehr sondern Mord! Und das ist halt nicht erlaubt! Also unrechtens!

Puhhhhh fertig! Sollte alles geklärt sein jetzt! :wink:
 

JimmyBond

Einsamer Schütze
7. Mai 2003
1.593
pibaX schrieb:
JimmyBond schrieb:
ein wahrer soldat fuehrt jederzeit ein befehl aus ohne ihn in frage zustellen...

wenn sie nicht gegen bestehendes menschenrecht verstoßen und sie mit dem gewissen zu vereinbahren sind (also heute bundeswehr).
damals sicher exekution, wegen befehlsverweigerung...


mfg pibaX

vielleicht wie bei den meisten soldaten, doch einige soldaten werden speziel zum toeten ausgebildet. beispiel ksk or so
 

tritop

Geheimer Meister
9. Dezember 2002
227
ksk wird nicht zum töten ausgebildet, sondern um deutsche interessen im ausland zu schützen. dazu zählen staatsbürger und deutsches eigentum.
das sie dabei auf andere schiessen müssen, ist nicht ihre schuld ;)
 

JimmyBond

Einsamer Schütze
7. Mai 2003
1.593
ach ist nicht ihre schuld? wer allein nur den gedanken haegt zur waffe zu greifen, der wird sie auch benutzen.... :wink:
 

merlin_geht_zaubern

Großmeister
15. Juli 2003
59
Also ich kann nicht sagen, was ich gemacht hätte, wäre ich xy gewesen. Aber ich muss leider davon ausgehen, daß die Wahrscheinlichkeit groß ist, daß ich diese Befehle auch ausgeführt hätte.

Und vermutlich gilt das für die meisten Menschen auf dieser Welt. Das Milgrim-Experiment (so hieß es doch, oder ??) hat das wohl verdeutlicht.

Leider, leider...
 

JimmyBond

Einsamer Schütze
7. Mai 2003
1.593
wenn er (sagen wir mal ein soldat) jemanden toeten soll/moechte, dann muss er auch genau wissen ob er ueberhaupt dazu faehig ist denn nicht jeder kann toeten....

und irgendwo habe ich mal sowas gehoert...aehhmm.......
ja genau: andere zu toeten ist nicht schwer, das toeten wieder ab zustellen ist dann doch schwieriger. oder so aehnlich, weiss auch nicht mehr bin zu muede....
 

Gurke

Großer Auserwählter
25. März 2003
1.626
Wenn mans nicht erlebt hat, kann man sich eh nicht reinversetzen.

Passt zwar nicht ganz aber was solls. War noch zu zeiten als der Balkan wieder etwas heisser war. Mit paar Leuten von unten gelabert. Waren so ganz nett, nur bestimmte Themen sprach man besser nicht an, Meinungen wurden doch recht radikal und man erkannte die Person kaum wieder.
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
24.048
Habt ihr denn schonmal mit euren Großeltern ueber dieses Thema geredet?

Würdet ihr euren Opa verachten, wenn ihr wüsstet, dass er zum Beispiel aktiv bei der SS in einem Erschießungskommando war, freiwillig?
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
ja, ich würde meinen Opa verachten.
Kein Wehrmachtssoldat im 3. Reich mußte mit dem tod rechnen, wenn er sich geweigert hat einen Juden zu erschießen.
Das ist ein Märchen.
Zeig mir eine Quelle.
Grüße
BrettonWoods
 

JimmyBond

Einsamer Schütze
7. Mai 2003
1.593
Duftbaum schrieb:
Habt ihr denn schonmal mit euren Großeltern ueber dieses Thema geredet?

Würdet ihr euren Opa verachten, wenn ihr wüsstet, dass er zum Beispiel aktiv bei der SS in einem Erschießungskommando war, freiwillig?

nein, ich wuerde ihn nicht verachten, ich wuerde aber auch nicht schaetzen was er da getan hat. und da man es nie wieder aendern kann, wird er wohl fuer den rest seines lebens damit leben muessen. egal ob er es verkraften kann oder nicht!
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
24.048
BrettonWoods schrieb:
Kein Wehrmachtssoldat im 3. Reich mußte mit dem tod rechnen, wenn er sich geweigert hat einen Juden zu erschießen.
Richtig, das wollte ich auch gerade schreiben. Wenn sich einer geweigert hat, dann hat es eben jemand anders getan. Es musste niemand. XY ist also kein so armes Würstchen.
 

SentByGod

Großer Auserwählter
10. April 2002
1.675
JimmyBond schrieb:
es ist zwar nicht gut zu toeten, allerdings hat man als soldat die pflicht befehle auszufuehren und ein wahrer soldat fuehrt jederzeit ein befehl aus ohne ihn in frage zustellen...

Falsch. Das bekommst du beim Militär zwar eingebleut nur ist es nicht wirklich etwas woran man sich halten kann. Der Mensch ist von Natur aus mit einem Eigenen Willen bestückt und derartige Institutionen schaden dementsprechend nur. Sie bieten keine Rechtfertigung für Mord oder auch nur Gewalt.
 

merlin_geht_zaubern

Großmeister
15. Juli 2003
59
Also ich würde meinen Großvater erstmal fragen, aus welcher Motivation heraus er das gemacht hat (Angst um sein Leben, Judenhass, was auch immer). Aber verachten...hm...mein Opa war Sanitäter im Feld, ich hab keine Ahnung, ob er jemals überhaupt einen normalen Soldaten getötet hat, ich glaub nicht, mein anderer war Panzerfahrer.

Ich hab meine Oma mal drauf angesprochen, ob sie was mitbekommen haben vom Holocaust an sich. Da sagte sie (O-ton): "Mein Onkel Adolf, der war Lokführer und man munkelte etwas über Menschentransporte, aber genaueres wussten wir nicht und er hat nie wirklich darüber gesprochen...tja..."

Trotzdem, ich kann jedem nur raten seine Großeltern auszufragen über diese Zeit. Nichts ist besser als mit Zeitzeugen zu reden!!!
 

JimmyBond

Einsamer Schütze
7. Mai 2003
1.593
SentByGod schrieb:
JimmyBond schrieb:
es ist zwar nicht gut zu toeten, allerdings hat man als soldat die pflicht befehle auszufuehren und ein wahrer soldat fuehrt jederzeit ein befehl aus ohne ihn in frage zustellen...

Falsch. Das bekommst du beim Militär zwar eingebleut nur ist es nicht wirklich etwas woran man sich halten kann. Der Mensch ist von Natur aus mit einem Eigenen Willen bestückt und derartige Institutionen schaden dementsprechend nur. Sie bieten keine Rechtfertigung für Mord oder auch nur Gewalt.

wenn du als scharfschuetze den befehl bekommst jemanden zu toeten, dann darfst du nicht lange zoegern, sondern tun was von dir verlangt wird. ansonsten kannst du das leben von anderen menschen aufs spiel setzen..... :wink:
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
24.048
@evo und brettonwoods
Kein Wehrmachtssoldat im 3. Reich mußte mit dem tod rechnen, wenn er sich geweigert hat einen Juden zu erschießen.

Es geht hier auch nicht um die Wehrmacht, XY ist Mitglied in einer SS Einheit.
Diese Frage ( siehe Threadanfang ) habe ich mir gestellt, als ich eine Sendung ueber die SS gesehen habe, in der sagten Zeitzeugen auch, dass sie keine Wahl gehabt haetten ( die Herren waren bei einem SS Erschießungstrueppchen, Ziel: Juden im bereits eingenommenen Land zu finden und zu erschießen ), sie haetten die Juden erschießen muessen, sonst waeren sie vielleicht selbst erschossen worden.

Sollte euch das nicht als Quellenangabe reichen, poste ich hier gerne die eMail Adresse der ARD ( von denen ist die Dokumentation ), die koennt ihr dann ja mal darauf ansprechen ( Die SS - Totenkopf (Teil 4 der Reihe) )
 

trashy

Großer Auserwählter
19. Mai 2002
1.781
JimmyBond schrieb:
es ist zwar nicht gut zu toeten, allerdings hat man als soldat die pflicht befehle auszufuehren und ein wahrer soldat fuehrt jederzeit ein befehl aus ohne ihn in frage zustellen...

und wenn XY als soldat einen befehl nicht ausfuehren kann, dann hat er sich halt den falschen beruf ausgesucht....

so? Was bistn du von Beruf?
Ich nehm an du warst schon mal beim Militär und hast auch schon getötet!

gruß

trashy
 

Mobutu

Geselle
18. Januar 2003
29
Wenn ein Soldat im Krieg einen Feind erschiesst, dann kann man dass vielleicht ja noch rechtfertigen (vorrausgesetzt man akzeptiert, dass im Krieg sich gegnerische Soldaten töten auf Befehl der verfeindeten Regierungen, also auf Befehl von oben)
Aber wenn ein SS-Kommando durch ein bereits erobertes Gebiet fährt und Menschen umbringt, nur weil sie einer gewissen Glaubensrichtung angehören, und nicht etwa weil sie einen z.B. bewaffneten Widerstand gegen die Besatzer führen, dann kann mir niemand erzählen, dies sei irgendwie entschuldig- oder erklärbar. Das ist einfach purer Rassismus.
Wie bereits erwähnt wurde ist ein Soldat trotz Uniform immer noch ein Mensch und muss sich an die Menschrechte, die Genfer-Konvention und an moralische und ethische Gesetze halten.
Wer auf unbewaffnete schiesst ist ein skrupelloser Mörder. Wer auf unbewaffnete auf (rassistisch motivierten) Befehl seiner Vorrgesetzen schiesst, der ist einfach ein riesen Idiot und keinen Deut besser als seine Vorgesetzen. Tut mir leid, aber wenn mein Grossvater solch eine Tat begangen hätte, würde ich wohl nicht mehr mit ihm sprechen.
 

Ähnliche Beiträge

Oben Unten