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Eure Auffassung zur Menschenwürde/GG

Fry

Geheimer Meister
10. August 2003
123
Also wir haben uns in den letzten Wochen im Werte und Normen Unterricht ausschließlich mit diesem Thema auseinander gesetzt.
Und ich hätte gerne einige Meinungen von euch zu diesem Thema.
Würde auch reichen, wenn ihr schreibt was überhaupt "Menschenwürde" für euch bedeutet.

Würde mich über eure Meinungen sehr freuen da ich weiss das es hier den einen oder anderen Member gibt der was zu interessantes zu sagen hat.

Schonmal vielen Dank im Vorraus.
 

Fry

Geheimer Meister
10. August 2003
123
Ich meints eigentlich ganz allgemein.
Sonst hätt ich was in deinem Thread geschrieben.

Mich interessiert eher, was für euch das GG bedeutet, was ihr darunter versteht usw.
 

Woppadaq

Großmeister-Architekt
2. August 2003
1.228
Komisch, daß ein da partout nix einfallen will - erst recht nicht im Zusammenhang mit "Grundgesetz"..........
 

OTO

Erhabener auserwählter Ritter
18. März 2003
1.185
Na das ich in meiner Bude hocken kann und keine angst haben muss das die Bullen da vorbeischauen einfach nur mal so.
Das ich im grunde tun und lassen kann was ich will solange ich niemandens Rechte verletze.
Das ich nichts tun muss was ich nicht will.
Das ich mich kleiden kann und so leben kann wie ich will.
Das man mir das Recht zugestet mich zu verteitigen bis der Angreiffer beseitigt ist.
Das ich meine Meinung sagen kann.
Das ich nicht blöd angemacht werde vom Staatschutz weil ich nachts in mein Bett will und eben keine lust habe noch irgendwo zu randalieren nur weil die nichts zu tun haben.
 

Yogi

Geselle
18. August 2003
34
Menschenwürde

Würde
geht zurück auf mhd. Bildungen wie 'wirde, werde' bzw. ahd. 'wirda' mit der ursprünglichen Bedeutung 'Wert, Wertsein' (d.h. also 'einer Sache würdig/wert sein').
http://www.etymologie.info/~e/d_/de-_wwW__.html

Wenn Würde zuletzt etwas mit dem Wert eines Menschen zu tun hat, also wörtlich "Menschenwert" bedeutet, so habe ich folgendes zur Würde eines Menschen zu sagen:

Im Ursprung ist die Existenz, das Universum, die Natur und das Leben völlig wertfrei - ohne jegliche Bedeutung. Erst der Mensch gibt den Dingen, wie er sie vorfindet, erfährt, erlebt, einen Wert - diese Dinge bedeuten ihm etwas, haben also einen Wert, unabhängig davon, ob er ihnen positive oder negative Werte gibt.

Es sind drei Möglichkeiten plausibel, Dinge zu bewerten:

1. Der Mensch begegnet Dingen mit Zuneigung: Diese Dinge haben eine positive Bedeutung für den Menschen. Er hat ihnen diesen "Wert" durch eigene oder überlieferte positive Erfahrung mit diesen Dingen zugeschrieben

2. Der Mensch begegnet Dingen mit Abneigung: Diese Dinge haben eine negative Bedeutung für den Menschen. Er hat diesen "Wert" den Dingen durch eigene oder überlieferte negative Erfahrung zugeschrieben

3. Der Mensch begegnet Dingen mit Gleich-gültigkeit. "Gleich gültig" heißt soviel wie gleich wert, egal (frz. egalité=Gleichheit). Diese Dinge haben weder positive noch negative Konnotationen für ihn, sondern sind einfach "da", es hängen ihnen aber keine starken Gefühle, Erinnerungen, Erfahrungen, Bedeutungen, Werte an - vielleicht, weil sie selbstverständlich sind oder erscheinen.

Nun sage ich aber folgendes:

Es ist egal, wie eine Sache dem Menschen erscheint - die Tatsache, dass sie ihm überhaupt erscheint, dass er sie "wahr nimmt" (ihre Wahrheit, also Existenz anerkennt) ist bereits mit Wertgebung verbunden. Die Weltsicht, dass jede Sache durch ihre Existenz allein objektiven Wert besitzt, unabhängig davon, welche subjektiven Werte der Sache zugeschrieben werden, hat viel mit dem Pantheismus („Gott ist in allem“) zu tun.

Um dieses auf die Menschenwürde zu übertragen, möchte ich Gandhi zitieren, der sagte:

„Wenn Gott in allem wohnt, was im Universum existiert, wenn der Gelehrte wie der Straßenkehrer von Gott sind, dann gibt es keinen, der hoch ist, und keinen, der niedrig ist, alle sind ohne Einschränkung gleich, sie sind gleich, weil sie die Geschöpfe jenes Schöpfers sind.“
http://www.zit.at/show_name.php3?name=452

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ heißt es im Gesetzestext. Wenn es wirklich so wäre, hätten wir wohl keine Probleme mehr. Dass Menschen sich schwer tun den Wert (die Würde) ihrer Mitmenschen anzuerkennen, liegt gerade darin, so denke ich, dass sie nicht fähig sind, ihren eigenen Wert anzuerkennen. Weil so viel Hass und Angst im Leben gegen einen gerichtet ist, ist es schwer ein Selbstwertgefühl zu entwickeln. Doch nur wer sich vollkommen geliebt fühlt, kann sich auch selbst lieben, und so auch seine Mitmenschen. Jesus Apell: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ kann also nur funktionieren, wenn man sich selbst liebt. Weil dies ein Grundproblem der Menschheit ist, ist für viele der Glaube an einen guten und immer verzeihenden Gott die Rettung aus einer hasserfüllten Welt, und die Befreiung von all seiner aufgeladenen Schuld, und die Erfüllung, vollkommen geliebt und von jemandem voll angenommen zu werden. Im gewissen Sinne ist der Glaube hierbei eine interne Projektion – um die Unfähigkeit, sich aus eigenem Willen anzunehmen, zu überbrücken.

Ich kenne nicht mehr den Wortlaut, aber Gandhi sagte auch so etwas wie: Die einzigen Feinde, die wir zu besänftigen haben, sind die in unserem Herzen.

Die Lehre des Zen-Buddhismus schwingt hier natürlich auch mit :-)

yogi
 
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