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Wie weit darf man gehen?

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Bundschuh

Lehrling
30. April 2004
2
Als vor geraumer Zeit der Mörder eines Bankierssohnes aus Frankfurt mit verschärfter Gangart während eines Verhöres befragt wurde, empörten sich Teile der Öffentlichkeit in sehr heftiger Form. Hintergrund war damals, dass die Polizei glaubte, der Junge sei noch am Leben und es könne eine Frage von Stunden sein, ob er gerettet werden könne oder sterben müsse.

Nun hat der Historiker Michael Wolfssohn (Professor der Münchner Bundeswehr-Uni) in der Talkshow von Sandra Maischberger gesagt: Als eines der Mittel gegen Terroristen halte ich die Folter für legitim." und damit wieder einen Aufschrei der guten Menschen ausgelöst. Die BILD kürte ihn zum "Verlierer des Tages" und nannte seine Äußerungen "schwer daneben gegriffen".

Nun soll Wolffsohn diszipliniert werden, Forderungen nach Entzug seiner Lehrerlaubnis werden schon laut. Sein Vorgesetzter hält zu ihm, wenngleich er seine Meinung nicht teilt, hält aber eine Diskussion für legitim und einen Maulkorb für den konservativen Wolfssohn für nicht zulässig.
Umfrage "CAMPO de Criptana": http://www.campodecriptana.de/forum/showthread.php?s=&threadid=356
 

Paran

Vorsteher und Richter
30. November 2003
795
Auch wenn ich grundsätzlich gegen den Einsatz von Folter bin, bin ich der Meinung dass jeder seine Meinung zu diesem Thema sagen soll! Ich habe immer öfter das Gefühl, dass in Deutschland eine regelrechte Hetzjagd gegen diejenigen betrieben wird deren Meinungen, Aussagen oder Standpunkte nur ein wenig von dem abweichen was allgemein als "anständig" bezeichnet wird. Kritik an solchen Meinungen ist ja gut und schön, aber es wird ja immer sofort danach getrachtet die betroffenen Personen mundtot zu machen. Was in Amerika staatliche geregelt wird erledigt bei uns die Öffentlichkeit mit ihrer Scheinmoral!
 

_Dark_

Ritter Rosenkreuzer
4. November 2003
2.666
ja, also grade die bildzeitung sollte sich da nicht als kritiker aufspielen, denn was die machen, liegt ja auch nicht gerade in einem moralisch verantwortungsvollen rahmen.

naja, ich glaube das thema erstreckt sich jetzt bereits über 4 threads, also halte ich für sinnvoller, die diskussion dort weiterzuführen
:?:
 

Kaleidoskop

Geheimer Meister
10. April 2002
182
Naja, aber wenn man ein öffentliches Amt besetzt und sein Gehalt von Vater Staat bezieht, dann darf man in der Funktion seiner Tätigkeit nicht solche Meinungen publizieren, als Privatmann gerne, aber als dieser war er ja nicht geladen, oder ?
 

Bundschuh

Lehrling
30. April 2004
2
Schon vor Tagen habe ich meine Abscheu gegenüber den Folterszene deutlich gemacht, die wir aus den irakischen Gefängnissen übermittelt bekamen. Ich bin noch weiter gegangen als manche Kritiker, und habe dabei auf den sadistischen Charakter der Betreffenden verwiesen. Doch dürfen wir hier nichts vermengen, denn es geht um die Frage, wieviel Gewalt - die IMMER bei JEDER Festhaltung einer Person gegen ihrer Willen angewendet wird - ist legitim, und wieviel darf es davon unter welchen Voraussetzungen geben?! Dies mit "ein bisschen schwanger oder gar nicht" oder "ganz oder gar" greift nicht, weil man dann auch sagen könnte "Gefängnis ja oder nein geht nicht, denn ein gefangener Mensch ist immer der potenziellen Willkür ausgesetzt".

So würde ich tatsächlich dafür plädieren, dass es möglich sein muss, hier, wie für JEDEN ANDEREN Umgang mit Machtmitteln, klar umreißen zu können, bei welcher Stufe der Gefahr für Leib und Leben anderer, welche Druckmittel zur Verfügung zu stellen sind.

Es hat dabei nichts mit Rache zu tun, wenn DRITTE und UNANHÄNGIGE eine Person, die mit Sicherheit andere verbirgt, zu einer Herausgabe der Informationen zu drängen, damit die Bedrohten frei kommen können. Ähnliches gilt für Banden, die weitere Anschläge planen und deren Komplizen auf freiem Fuß sind. Ob es politische Fälle sind oder die Entführung von Jugendlichen im Fall Dutreux oder wie in Frankfurt - für das Problem an sich ist das unerheblich.

Nochmal: Jeder, der von vornherein zum Sadismus neigt, oder bekannt dafür ist, wäre für eine solche Spezialeinheit nicht brauchbar, aber es geht hier um nichts Geringeres als die Frage, ob ich mir Wehrlosigkeit gegenüber einem Gewalttäter erlauben kann, ob ich untätig bleibe, obwohl ich weiß, dass so eine unmittelbare Todesfolge Unschuldiger eintritt, ob ich es anerkenne, dass ich die Verpflichtung habe, ALLES zu tun, um ein Verbrechen abzuwehren. Vergleiche mit einem Stasigefängnis sind geschmacklos, weil der dortige Staat im Unrecht vom Grundsatz her handelte, hier aber eine Entscheidung fällig ist, ob der demokratische Rechtsstaat, IM EXTREMFALL zu einer Handlung - wie vorgestellt - legitimiert ist.
 

Serbatron

Geselle
13. Mai 2004
17
gerade die BILD ist daran schuld dass er so denkt wie er denkt!

die BILD ist ein grosses unheil auch wenn das vielen noch nicht bewusst ist.
 
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