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Todesstrafe- Resozialisierung: was ist die schlimmere Strafe

Zora

Geheimer Meister
12. Mai 2002
133
Vielleicht wundert ihr euch, oder auch nicht, darüber dass ich mir diese Frage stelle. Aber ich wollte einfach mal Meinungen zu diesem Thema sammeln.
Mein Anliegen ist folgendes:
Ich habe mir darüber Gedanken gemacht, wie ein "resozialisierter", sprich, ein Ex-Knasti heute in der Gesellschaft dasteht, welche Möglichkeiten er hat, wie seine Chancen im Berufsleben stehjen etc pp.
Nun stellte ich mir die Frage, welchen Zweck eine Sache wie die Todesstrafe vom Grundgedanken her erfüllt, und dasselbe mit der Resozialisierung. Geht bei dieser zum Beispiel die Bestrafung nicht erst nach dem Gefängnisaufenthalt los?
Ich habe dieses Topic absichtlich in die philosophische Sparte gesteckt, um nicht eine Politik-Lästerrunde vom Zaun zu brechen, sondern um wirklich die ganze Thematik aus dem philosophischen Aspekt her zu betrachten.
Naja, und wenn ihr irgendwelche netten Links parat habt, würde mich sehr freuen.
:)
 

Vril-Eulenspiegel

Geheimer Meister
14. Mai 2002
262
die frage die ich mir stelle ist folgende:
angenommen jemand beging 1980 eine straftat, gehn wir ruhig mal vom schlimmsten aus , mord.nicht aus habgier , besser aus eifersucht (um ne wiederholungstat auszuschließen , oder zumindest die wahrscheinlichkeit zu veringern ). dieser jemand wird bis ins jahr 2005 nicht mehr auffällig, wird jedoch anhand von , sagen wir dna proben am tatort überführt. er hat also 25 jahre lang vollkommen unauffällig gelebt, und am normalen sozialen leben teilgenommen. ist dann bei so einem jemanden resozialisierung überhaupt noch notwendig?
ich denke es geht dabei wohl eher um die befriedigung des strafbedürfnisses bei dem rest der bevölkerung, mindestens jedoch bei den angehörigen.

zu deiner frage ob die strafe erst nach dem gefängnisaufenthalt los geht.

die strafe geht bereits davor los. beim strafverfahren.
das strafverfahren ist ein zwangsverfahren. selbst bei nem freispruch wird mit dem ermittlungsverfahren , dem anklagevorwurf un der öffentlichen hauptverhandlung ins persönlichkeitsrecht eingeriffen. durch die "bloßstellung " kann eine klage zu wirtschaftlichem ruin oder zum verlust von politischem oder sozialen ansehen führen.
 

Woppadaq

Großmeister-Architekt
2. August 2003
1.228
Todesstrafe und Resozialisierung haben beide eins gemeinsam: sie sind keine Strafen. Ansonsten ist das eine das Gegenteil vom anderen. Der einzige Sinn der Todesstrafe ist die Vernichtung, der Sinn der Resozialisierung die Wieder-Mensch-Werdung.

Das Problem bei den meisten Strafinstitutionen dieser Welt ist, daß die Strafe darin besteht, die Sträflinge in einer Art System leben zu lassen, welches inkonform zum Gesellschaftssystem ist, aus dem der Sträfling kommt und in welches er auch wieder zurückkehrt.

Ein Häftling, der, sagen wir mal, 10 Jahre bekommt, wird sich ohne jeden Zweifel an das System im Gefängnis gewöhnen, egal wie erniedrigend und entbehrlich dieses Leben auch ist, und hat dann, bei der Entlassung, das Problem, das Leben im eigentlichen Gesellschaftssystem praktisch verlernt zu haben. Da die Leute im Gefängnis nicht immer unbedingt gerade zu den hellsten und eigenständigsten Köpfen zählen, ist die Gefahr, daß der Ex-Knacki mit der Situation überfordert ist, sehr hoch. Ohne Resozialisierungsmaßnahmen ist die Gefahr, wieder kriminell zu werden - schließlich kennt er ja nichts anderes - sehr hoch.

Die Todesstrafe wäre wahrscheinlich eine ganz passable Strafe, würde sie nicht leider unwiderruflich zum Tode führen.
 

Zora

Geheimer Meister
12. Mai 2002
133
@Vril Eulenspiegel:
Hättest du zu deinem Beispiel Alternativen im Kopf, die fair wären? I
Und vor allem: bist du persönlich der Meinung dass eine Bestrafung in dem Falle nicht nötig ist, weil die Person die Tat nicht wiederholt hat und die Tat schon Jahre her ist? Und meinst du, dass die Todesstrafe(offenscheinlich) dazu da ist, Wiederholundstäter an ihren Taten zu hindern?
 

Ismael

Erhabener auserwählter Ritter
1. Januar 2004
1.118
Zora schrieb:
Und meinst du, dass die Todesstrafe(offenscheinlich) dazu da ist, Wiederholundstäter an ihren Taten zu hindern?

in der theorie offenbar

das beispiel usa zeigt das es nicht so ist in der praxis

in einer gesellschaft (weltweit grundsätzlich erstmal)
die auf geld , sex undmacht aufgebaut ist...züchten wir uns halt auch mosnter die in einem oder mehreren dieser säulen ausserhalb der gesellschaftlichen norm sind

anders gesagt....würde man alle sexualstraftätet weltweit geneu JETZT töten...glaubt jemand es würde nie wieder sexualtäter geben ?
die wird es weiterhin geben denn die gesellschaft gebärt ihre eigenen monster
es geht nur um änderung der gesellschaft anders geht es nicht

aber da die masse zu bequem ist , tendentiell eher unwahrscheinlich...

bis irgendwann jemand format c: auf der erde macht....
 

Vril-Eulenspiegel

Geheimer Meister
14. Mai 2002
262
man sollte sich vorher überhaupt mal klar machen das die entscheidung ob eine tat ein verbechen ist oder nicht ja nix universell gültiges ist.
z.b gab es kulturen bei denen sexueller verkehr mit kindern völlig normal war (antikes griechenland).

@ zora

ich bin sicher nicht dafür so jemanden strafrei ausgehen zu lassen, hab aber so meine zweifel am sinn der resozialisierung bei einem menschen der niemals asozial gewesen ist bis auf die eine sekunde des tatzeitpunkts.
bestraft werden muss er meiner meinung nach schon um mein strafbedürniss zu befriedigen.

es gibt sicher keine "fairen" strafen . strafen bedeutet jemandem mit absicht übel zuzufügen, das kann niemals fair, sein.

alternativen zum wegsperren wären zum beispiel amputationen.

wer wiederholt beim stehlen erwischt wird kriegt die pfoten amputiert.
sexualstraftätern wird der riemen abschnitten. lügnern die zunge. kapitalverbrecher und betrüger werden gebranntmarkt. dealer werden mit herion vollgepumpt, bei gleichzeitiger verweigerung von hilfe zum ausstieg. junkies werden eingesperrt-kalter entzug, von wegen metadon.
hat was vom guten alten talionsrecht, "auge um auge zahn um zahn"

andere alternativen wären sklavenarbeiten. wenn mann bedenkt das ein knacki teurer ist als ein subventionierter bergmann erscheint das ökonomisch.
 

Agarthe

Vorsteher und Richter
10. April 2002
796
Vril-Eulenspiegel schrieb:
wer wiederholt beim stehlen erwischt wird kriegt die pfoten amputiert.
sexualstraftätern wird der riemen abschnitten. lügnern die zunge. kapitalverbrecher und betrüger werden gebranntmarkt. dealer werden mit herion vollgepumpt, bei gleichzeitiger verweigerung von hilfe zum ausstieg. junkies werden eingesperrt-kalter entzug, von wegen metadon.
hat was vom guten alten talionsrecht, "auge um auge zahn um zahn"

Hey, coole Idee! Und das Ganze am besten Samstag abends nach der Tagesschau live übertragen! Ob vor oder nach der Ziehung der Lottozahlen bleibt abzuwägen... :wink:

Kann man nicht auf dem Mars so eine Strafkolonie errichten? Hat doch mit Australien auch geklappt und heute wollen alle hin.
 

Ellinaelea

Geheimer Meister
7. März 2005
494
Agarthe schrieb:
Hey, coole Idee! Und das Ganze am besten Samstag abends nach der Tagesschau live übertragen! Ob vor oder nach der Ziehung der Lottozahlen bleibt abzuwägen... :wink:
Kann man nicht auf dem Mars so eine Strafkolonie errichten? Hat doch mit Australien auch geklappt und heute wollen alle hin.
Bravo. Hab mir den Thread stirnrunzelnd durchgelesen und musste hier herzhaft lachen und hab spontan Beifall geklatscht (Die pennenden Hunde neben mir sind empört erwacht)

Na dann werd ich mal als Exknacki meinen Kommentar abgeben.

@Vril-Eulenspiegel: Sehr interessant, die Frage, die du aufwirfst. Ich würde sagen, es kommt auf die Art des Verbrechens an. Handelt es sich zB um einen kaltblütigen Mord aus Berechnung wegen Habgier würd ich die Strafe auch nach zwanzig oder dreissig Jahren trotzdem noch bringen.
Handelt es sich aber um so was, wie einen einfachen Einbruch in ein Bürogebäude, Autodiebstahl oder sowas, würd ich vorschlagen, dass der Täter nicht bestraft wird (wenn er wirklich seither "brav" war), sondern dass von ihm eine Genugtuung gefordert wird. Wenn nicht mehr für den Geschädigten, dann zu Gunsten des Staates, der ja immerhin mit Meldung und allenfalls Aufklärungszeit auch seine Kosten hatte.

Das hier find ich eher lustig:
Woppadaq schrieb:
Todesstrafe und Resozialisierung haben beide eins gemeinsam: sie sind keine Strafen.
zusammengekürzt heisst das dann: "Todesstrafe ist keine Strafe." Sehr sehr eigenartig. Inwiefern bitte ist eine Strafe keine Strafe?

Woppadaq schrieb:
Da die Leute im Gefängnis nicht immer unbedingt gerade zu den hellsten und eigenständigsten Köpfen zählen, ist die Gefahr, daß der Ex-Knacki mit der Situation überfordert ist, sehr hoch.
Klingt mir nun irgendwie massiv nach Vorurteil. Genau wegen solcher Vorurteile hab ich nach dem Knast erstmal fleissig gelogen und nichts davon erzählt. Und nachdem ich mehrere Jahre als Nachrichtenredaktorin gearbeitet hatte und dies dann schliesslich mit einem Grinsen meinen Chefs mitgeteilt hatte, waren die nahezu tödlich entsetzt. So im Stil: "Das gibts doch nicht, dass wir so Eine eingestellt und das nicht bemerkt haben. Das kann doch nicht sein, dass die nun schon seit über vier Jahren erstklassige Arbeit abliefert. Unmöglich."
Zudem kann ich dir versichern, dass ich im Knast sehr viele hochinteressante Gespräche mit durchaus gebildetenen Leuten hatte. Und sogar Menschen ohne Bildung können intelligent sein.
Die Rechtschreibung meiner Mitgefangenen war übrigens höher als die durchschnittliche Selbige dieses Threads *fg*

Woppadaq schrieb:
Ohne Resozialisierungsmaßnahmen ist die Gefahr, wieder kriminell zu werden - schließlich kennt er ja nichts anderes - sehr hoch.
Bei einem Vorlauf von 10 Jahren Gefängnis gebe ich dir in diesem Punkt allerdings Recht. Nicht umsonst bezeichnet man ein Gefängnis als Uni für Kriminelle.

Woppadaq schrieb:
Die Todesstrafe wäre wahrscheinlich eine ganz passable Strafe, würde sie nicht leider unwiderruflich zum Tode führen.
Aha - nun ist die Todesstrafe also doch wieder eine Strafe?

Ismael sieht es richtig. Auch wenn wir alle Kriminellen töten, wachsen eh ständig neue nach. Die einzige Alternative mit Permantwirkung wäre das komplette Löschen unserer Aggressionen - zB in Form von Genetik. Dann aber auch gute Nacht Überlebenstrieb und Spezies Ade.

Vril-Eulenspiegel schrieb:
man sollte sich vorher überhaupt mal klar machen das die entscheidung ob eine tat ein verbechen ist oder nicht ja nix universell gültiges ist.
Danke Vril. Ich sag das gern mit Herman Hesse. Ein kluger Mann wie dieser wird eher gehört: "Verbrecher, das sagt man so, und meint damit, dass einer etwas tut, was andere ihm verboten haben."

Aber einem Dieb die Hand zu amputieren? ui ui ui... Du bist nicht zufällig Moslem und Anhänger der Scharia? Ich würd dem Dieb eher eine Zwangstherapie verpassen oder ihn so sehr mit Bussen eindecken, dass er nicht mehr aus dem Arbeiten raus kommt. Naja, natürlich nur, sofern er in einem Land lebt, in dem es auch Arbeit gibt. Einer Mutter, die ich mehrfach erwischt habe, wie sie Lebensmittel für ihre Kinder klaut, der würd ich eher anderweitig Hilfe suchen und besorgen.

Vril-Eulenspiegel schrieb:
andere alternativen wären sklavenarbeiten. wenn mann bedenkt das ein knacki teurer ist als ein subventionierter bergmann erscheint das ökonomisch.
Ach gibts das in Deutschland etwa nicht? Es nennt sich zwar nicht Sklavenarbeit, läuft aber auf das gleiche hinaus. Ich hab in meinem ersten halben Jahr im Vollzug zB für ungefähr zwei Stangen Zigaretten im Monat in der Gefängniswaschküche acht Stunden täglich Polizeiuniformen gereinigt. Frag mich nicht, was das in einer Nicht-Gefängnis-Reinigung gekostet hätte. In der Schweiz sind allen Gefängnissen Arbeits- und Ausbildungsstätten angeschlossen. Man kann eine Lehre machen und wird auch gefördert, wenn man zB über Fernstudium die Matura (Abitur in D) nachholen will. DAS nenn ich Resozialisierung. Die Basis für eine Chance geben.

forcemagick schrieb:
ach oh weh wieder dieses thema ...
Ach lass nur forcemagick. Ich find es besser, wenn sich die Leute Gedanken über das Thema machen anstatt weiter auf ihren Vorurteilen rumreiten.

Die tollste Resozialisierungsprogramme nützen allerdings nichts, wenn man nach dem Knast auf diese ganzen Vorurteile trifft. Wie es meinem Charakter eigentlich entspricht (solang ich grad keine Banken überfalle), war ich auf der Stellensuche nach dem Gefängnisaustritt zumeist ehrlich. Nein, ich will ehrlich sein. Ich hab ganz böse experimentiert. Ich hatte wöchentlich etwa zehn Bewerbungen geschrieben. In jeder zweiten hab ich gesagt, dass ich ein Ex-Knacki bin. Lustigerweise bekam ich dann ausgerechnet nur bei denen persönliche Vorstellungstermine. Zuerst war ich angenehm überrascht über die soziale Hilfsbereitschaft. Schnell aber wurde mir klar, dass die mich nur haben aufmarschieren lassen, damit sie sowas wie mich mal in real sehen. Schliesslich kennen sie das sonst nur aus dem Fernseher. Ich kann mir plastisch vorstellen, wie diverse Personalchefs dann später beim Kaffee mit Kollegen oder beim familiären Abendessen im trauten Heim mit Gänsehautkribbeln stolz ihre Begegnung mit einer echten Kriminellen erzählerisch ausgeschmückt haben.
Natürlich hab ich keine einzige Stelle bekommen. Das einzige ehrliche Angebot, das ich auf meine Knast-Ehrlichkeit bekam, war von einer grossen Tageszeitung. Dort aber mit der Auflage regelmässig den Betriebspsychologen konsultieren zu müssen. Was ich natürlich abgelehnt habe, weil ich gerade genug kontrollierte Jahre hinter mich gebracht hatte.

Also hab ich halt gelogen und bin dann schlussendlich tatsächlich beim Fernsehen gelandet. Wie ich schon erwähnte hab ich dort nach etwas über vier Jahren fehlerloser Dienstzeit meine knastologische Vergangenheit erwähnt. Wieder aus purer Neugier auf die Reaktionen der Leute. (Ja, so bin ich halt.) Und ganz ehrlich, ich fand die Reaktionen jämmerlich. Man hatte nun entweder Angst vor mir, nahm mich als Fachkraft nicht mehr ernst, schnitt mich beim Pausencafe oder fragte mich kollegial über meine Bösigkeiten aus. Nachdem ich gerade über vier Jahre bewiesen hatte, dass ich meine Arbeit beherrsche, war ich nun plötzlich nicht mehr gut genug.
Glücklicherweise bin ich heutzutage selbständig und nicht mehr auf Bescheuklappte mit verkürztem Denkvermögen angewiesen.

Zusammenfassend:
- Man kann keine allgemeingültigen Strafen erlassen. Man MUSS individuell strafen. Und wo Strafen keine gesellschaftskonforme Änderung mehr herbeiführen können, sollte man auf Therapie ausweichen. Wiederholungstäter, die anderen Menschen schaden, gehören sicherheitsverwahrt solange es keine Behandlungsmöglichkeit gibt.
- Und ja... Ich würde die Todesstrafe wieder einführen. Aber nur auf EINER EINZIGEN Basis: Freiwilligkeit. Ich bin mir ziemlich sicher, dass manch Langjähriger lieber das wählen würde als die Enge eines Gefängnisses.
- Die beste Resozialisierung nützt nichts, wenn man draussen gegen Wände läuft.

So und jetzt dürft ihr mich alle steinigen, weil ich 1982 kriminell war :-)


Ach ja...
Ich hätte noch eine Bitte an die Threaderstellerin Zora.
Wärst du bitte so freundlich und würdest auch deine eigene Meinung kundtun? Ich lese von dir nur "stelle mir die Frage", "will Meinungen sammeln", "habe mir Gedanken gemacht" und nochmal "stelle mir die Frage".
Das mutet mich etwas seltsam an. Ich komme dabei auf den Gedanken, dass du persönlich die Todesstrafe befürwortest, dich aber nicht traust, offiziell dazu zu stehen. Stattdessen versuchst du hier vorzufühlen, ob andere eventuell deiner Meinung wären, denen du dich dann anschliessen könntest. Lieg ich falsch? Dann lass ich mich gern korrigieren :-)
Also... Ich wäre dankbar für eine Stellungnahme deinerseits.

greetings
 

InsularMind

Geheimer Sekretär
9. Dezember 2003
644
Ismael schrieb:
anders gesagt....würde man alle sexualstraftätet weltweit geneu JETZT töten...glaubt jemand es würde nie wieder sexualtäter geben ?
die wird es weiterhin geben denn die gesellschaft gebärt ihre eigenen monster
es geht nur um änderung der gesellschaft anders geht es nicht

aber da die masse zu bequem ist , tendentiell eher unwahrscheinlich...

bis irgendwann jemand format c: auf der erde macht....

Es würde trotzdem immer wieder Welche davon geben, weil nicht nur die Gesellschaft ihre Monstren hervorbringt, sondern auch die Individualität des Menschen, sich für ein Monsterdasein in Kenntnis der sozialen Regeln eines gesitteten Miteinanders zu entscheiden,aber es würden auch so einige Opfer noch am Leben sein, wenn man das seit jeher konsequent so handhaben würde.
Wie soll diese geforderte gesellschaftliche Änderung in etwa aussehen, um etwa Gewaltmorde oder Sexualstraftaten zu verhindern?
Hoffentlich nicht durch eine Anlehnung an die antike griechische Gesellschaft...

Resozialisation ist auch oft eine Bestrafung für potenzielle Opfer / überlebende Opfer und eine Zumutung für die Gesellschaft.

Ist nicht die Todesstrafe darin sogar noch am Ehesten gerecht, indem sie dem Täter die selbe Chance gibt, die er dem Opfer zu geben bereit war?
 

Benkei

Geheimer Meister
10. September 2004
447
Das "Gesetz", der Ursprung des "Verbrechens&q

Als Hauptproblem an der Todesstrafe und den Amputationen sehe ich die Tatsache an, dass immer noch Unschuldige für Jahrzehnte weggesperrt werden und dann erst wieder in Freiheit gesetzt werden, wenn man später den wahren Täter anhand neuster Methoden überführt hat.

Da ich mir für eine derart endgültige Angelegenheit wie die Todesstrafe und auch die Amputationen den Ausspruch "Wo gehobelt wird fallen Späne" nicht vorstellen kann bin ich strikt gegen derartige Vorgehensweisen.

Es lässt sich einfach nicht ausschließen, dass mal ein Unschuldiger draufgeht. Auch Geständnisse entsprechen nicht immer der Wahrheit sondern können auch dazu dienen, das Strafverfahren nun endlich hinter sich zu bringen. Da man leider nicht alle Gewalttäter auf frischer Tat ertappt sollte man bei der derzeitigen hier herrschenden Strafen bleiben.

Wenn ich den hiesigen Vollzug und das Strafsystem mit den USA vergleiche, wo direkt vor der Haustür einen Institution die GITMO existiert und wo die Mordrate höher liegt wie in einigen Dritte Welt-Staaten, dann haben wir uns doch für die bessere Alternative entschieden.

InsularMind schrieb:
Wie soll diese geforderte gesellschaftliche Änderung in etwa aussehen, um etwa Gewaltmorde oder Sexualstraftaten zu verhindern?
Hoffentlich nicht durch eine Anlehnung an die antike griechische Gesellschaft...
Ich denke Ismael hat das Kernproblem schon als "auf Geld, Sex und Macht aufgebaute Gesellschaft" benannt.
Im antiken Griechenland lagen wohl dieselben "Bausteine der Gesellschaft" vor, vielleicht mit anderer Betonung, aber dadurch auch dieselben Probleme.
Aber was soll man sagen, die Probleme sind bekannt, Lösungen wird es sobald nicht geben.

Verbrecher gibt es ebensolange wie Gesetze (Sünder ebensolange wie Gebote). Die Probleme sind mehrere Jahrtausende alt und werden wohl zu unseren Lebzeiten nicht mehr gelöst werden.
Naja, trotzdem kein Grund den Sand in den Kopf zu stecken :wink:
 

Woppadaq

Großmeister-Architekt
2. August 2003
1.228
Ellinaelea schrieb:
Woppadaq schrieb:
Todesstrafe und Resozialisierung haben beide eins gemeinsam: sie sind keine Strafen.
zusammengekürzt heisst das dann: "Todesstrafe ist keine Strafe." Sehr sehr eigenartig. Inwiefern bitte ist eine Strafe keine Strafe?

Eine Strafe ist schon eine Strafe, nur die Todesstrafe ist keine, sie heißt nur so, weil man gerne hätte, daß sie eine wäre.

Sinn einer Strafe ist ja immer auch, neben Genugtuung für die Opfer, eine Änderung beim Täter zu bewirken, das kann Abschreckung sein, aber auch Erkenntnis, daß man den falschen Weg gegangen ist und Alternativen gehabt hätte bzw immer noch hat, wenn man freikommt.

Sinn der Todesstrafe ist jedoch die Vernichtung. Man müßte eigentlich von Todesrache sprechen. Vom Moment der Verkündung der Todesstrafe an ist der Verurteilte nicht mehr für irgendeine seiner Taten verantwortlich, weil es schlicht und ergreifend keine Rolle mehr spielt.



Woppadaq schrieb:
Da die Leute im Gefängnis nicht immer unbedingt gerade zu den hellsten und eigenständigsten Köpfen zählen, ist die Gefahr, daß der Ex-Knacki mit der Situation überfordert ist, sehr hoch.
Klingt mir nun irgendwie massiv nach Vorurteil.

Mehr Eigenerfahrung. Ich hab mal Ex-Knackis kennengelernt, einige hatten ganz schön mit sich zu kämpfen, um nicht rückfällig zu werden, andere haben den Gang ins Gefängnis regelrecht forciert. Alle hatten gemeinsam, daß sie nicht die hellsten waren, sie selbst sagen, ins Gefängnis kämen doch nur die, die so bescheuert seien, sich erwischen zu lassen.

Kann schon sein, daß unter den Knackis auch ein paar helle Köpfe sind. Ich hab diese Erfahrung nur nicht allzuoft gemacht.

Die Rechtschreibung meiner Mitgefangenen war übrigens höher als die durchschnittliche Selbige dieses Threads *fg*

Ach ihr Schweizer ! Ihr habt ja auch Gefängnisse ohne Gefängnismauern, wer weiß, was euch beim Eintritt ins Gefängnis eingespritzt wird, damit ihr freiwillig dort bleibt ;)

Woppadaq schrieb:
Die Todesstrafe wäre wahrscheinlich eine ganz passable Strafe, würde sie nicht leider unwiderruflich zum Tode führen.
Aha - nun ist die Todesstrafe also doch wieder eine Strafe?

Sie wäre insofern eine gute Strafe, als das die zu Tode Verurteilten durch die Erkenntnis des baldigen Ablebens eher anfangen nachzudenken und das eigene Leben genauer zu durchdenken. Es gibt durchaus positive Beispiele in dieser Richtung. Da das aber überhaupt keine Rolle mehr spielt, ist auch der Strafansatz futsch, irgendwann ist man halt dran.

Die einzige Alternative mit Permantwirkung wäre das komplette Löschen unserer Aggressionen

Da jeder irgendwann mal Agressionen hat, ist die Agression als solche auch nicht wirklich dafür verantwortlich zu machen.
Ich finde, wir müssen von dieser Bestrafungsmentalität weg, die den Täter, aber nicht die Hintergründe seiner Tat bekämpft.

Der Täter interessiert uns doch nur, wenn er was angestellt hat, davor ist er uns doch egal, soll er sehen, wie er zurechtkommt, wir müssen ja auch alle zurechtkommen, also muß er das auch auf die Reihe kriegen, und wenn ers nicht packt, hat er eben Pech gehabt, aber er soll dann auf keinen Fall das Falsche machen, auch wenn ich gar nicht weiß, was er überhaupt machen soll, aber er soll mal gefälligst ein bißchen nachdenken.....undsoweiter......



Und ja... Ich würde die Todesstrafe wieder einführen. Aber nur auf EINER EINZIGEN Basis: Freiwilligkeit.

:lol:....."sie haben die Wahl zwischen der Todesstrafe und einem Konzert mit Daniel Küblböck"..."OK, ich akzeptiere die Todesstrafe !"


So und jetzt dürft ihr mich alle steinigen, weil ich 1982 kriminell war :-)

Hurraaaaaa!!
 

Agarthe

Vorsteher und Richter
10. April 2002
796
@ Elea

Schon das 2. Coming-Out von Dir, das meinen natürlichen Essfluß an der Tastatur ins Stocken gebracht hat. Homo sapiens verus - in der Tat...

Wenn Du schreibst, die Reaktionen seien erbärmlich gewesen, was hättest Du Dir gewünscht? Was glaubst Du, wie Du selbst reagiert hättest aus Sicht Deiner Kollegen?

Ich baue schon mal vor, um mich nächstes Frühjahr nicht mit meiner inquisitorischen Ader daneben zu benehmen...
 

Ellinaelea

Geheimer Meister
7. März 2005
494
Woppadaq schrieb:
Eine Strafe ist schon eine Strafe, nur die Todesstrafe ist keine, sie heißt nur so, weil man gerne hätte, daß sie eine wäre.
Doch, die Todesstrafe IST eine Strafe. Jedenfalls im Sinne der Definition des Wortes.
Duden: "Strafe - etwas, was jmdm. zur Vergeltung, Sühne für ein begangenes Unrecht, eine unüberlegte Tat auferlegt wird."
In diesem Sinne ist die Todesstrafe eine Vergeltung.
Es gefällt mir allerdings, dass offenbar langsam vergessen geht, dass Strafe auch nur reine Vergeltung/Rache sein kann und der resozialisierende Gedanke immer stärker wird.

Woppadaq schrieb:
Ach ihr Schweizer ! Ihr habt ja auch Gefängnisse ohne Gefängnismauern, wer weiß, was euch beim Eintritt ins Gefängnis eingespritzt wird, damit ihr freiwillig dort bleibt ;)
Also mir wurde nichts gespritzt und mein Gefängnis hatte Mauern. Ich denke die Qualität der Schweizer Gefängnisse wird durch den da stark ausgeführten Resozialisierungsgedanken getragen. Wir haben keine Gefängnisse mit mehreren tausend Insassen. Es sind alles noch überschaubare Zahlen. Jeder einzelne Insasse kann eine persönliche soziale und/oder psychologische Betreuung verlangen, um an sich zu arbeiten. Man kann sich in Form von Lehren in gefängnisinternen Werkstätte oder per Fernstudium weiterbilden. Der erneute Abgang in die Freiheit beginnt stufenweise. Zuerst gibts Besuche, danach "externe Besuche" (man darf mit seinen bewilligten Besuchern ohne Aufsicht ein paar Stunden sich im Nachbardorf oder sonstwo rumtreiben). Danach folgen dann Urlaube. Gegen Schluss darf er sogar auch mal ohne Aufsicht ins nächste Einkaufszentrum radeln und natürlich sich knatsfrei nehmen, um sich bei eventuell zukünftigen Arbeitgebern vorzustellen.
Auch ganz wichtig finde ich unsere Halbgefangenschafts-Stationen. Die gibts mittlerweilen offenbar genügend (zu meiner Zeit warens noch nicht so viele). Hier verbringt der Delinquent die letzte Etappe seiner Strafe. Er arbeitet schon wieder in der normalen Gesellschaft - als was auch immer. Muss aber zur vorgeschriebenen Zeit wieder im Heim sein, wo er über Nacht weggeschlossen wird. Auch hier ist die fachliche Begleitung gegeben und die "Insassen" haben regelmässige Gespräche mit ihren zugeteilten Betreuern.
Wenn er dann am Ende also wieder ganz rauskommt, ist er meist prima resozialisiert. Aber sogar hier hört es noch nicht auf. Wenn der Gefangene seitens der Behörde keinen "Amtsvormund" verpasst bekommen hat, hat er die Möglichkeit auf freiwilliger Basis noch weitere Betreuung für Gespräche und anderes zu beziehen.
Man hat also ein reichliches Sicherheitsnetz unter sich für Notfälle.

Woppadaq schrieb:
Sie wäre insofern eine gute Strafe, als das die zu Tode Verurteilten durch die Erkenntnis des baldigen Ablebens eher anfangen nachzudenken und das eigene Leben genauer zu durchdenken. Es gibt durchaus positive Beispiele in dieser Richtung. Da das aber überhaupt keine Rolle mehr spielt, ist auch der Strafansatz futsch, irgendwann ist man halt dran.
Was du meinst, ist Abschreckung. Der Schuss kann auch nach hinten losgehen. So im Stil: "Wenn ich nun eh schon die Todesstrafe kriege für dies und das, dann kann ich mich ja nun völlig schrankenlos austoben bis sie mich erwischen." Sowas wie ein "Point of no Return" wird da geschaffen. Und glaub mir: einen Triebtäter zum Beispiel hält sowas nicht ab. Darum heisst er ja auch Triebtäter. Weil seine Triebe im Moment eines Deliktes stärker sind als sein Verstand.

Woppadaq schrieb:
Da jeder irgendwann mal Agressionen hat, ist die Agression als solche auch nicht wirklich dafür verantwortlich zu machen.
Ich finde, wir müssen von dieser Bestrafungsmentalität weg, die den Täter, aber nicht die Hintergründe seiner Tat bekämpft.
Doch natürlich ist die Aggression verantwortlich zu machen. Sie ist der Schlüssel zu jedem Verbrechen. Was du meinst, ist eher der persönliche Umgang mit Aggression.
Ausserdem red ich doch selbst ständig davon, dass man jeden einzelnen Fall auch individuell beurteilen muss.

Woppadaq schrieb:
Der Täter interessiert uns doch nur, wenn er was angestellt hat, davor ist er uns doch egal, soll er sehen, wie er zurechtkommt, wir müssen ja auch alle zurechtkommen, also muß er das auch auf die Reihe kriegen, und wenn ers nicht packt, hat er eben Pech gehabt, aber er soll dann auf keinen Fall das Falsche machen, auch wenn ich gar nicht weiß, was er überhaupt machen soll, aber er soll mal gefälligst ein bißchen nachdenken.....undsoweiter......
Ja, toll. Also wenn ich als Sechzehnjährige nach vierzehn Jahren Gruppenvergewaltigung und Folterorgien daheim abhaue und auf die schiefe Bahen gerate? Toller Lösungsansatz. "Soll sie selbst sehen, wie sie zurecht kommt!" Ich war sowas von konfus und kaputt durch meine Kindheit, dass ich mich einfach hab treiben lassen. Ich war nicht in der Lage, klar zu denken. Und ich hatte keinerlei Wissen oder Ausbildungsgrundlage über meine Rechte und Möglichkeiten. Alles, was ich wusste, war: Ich muss allein irgendwie durchkommen und es ist auf niemanden Verlass. Das bürgerliche Leben, das ich kannte, hatte sich in meinem Fall als Hölle entlarvt. Also suchte ich das pure Gegenteil. Ich ging zu denjenigen, vor denen ich immer gewarnt worden war. Und stell dir vor! Die haben mich tatäschlich vor weiteren Vergewaltigungen und Foltern geschützt. Das erste Mal in meinem Leben fühlte ich mich sicher und beschützt. Wen also wunderts, wenn solche jungen, unerfahrenen, in Körper, Geist und Seele massiv geschädigten Leute in der Kriminalität eine gangbare Lösung sehen?


Agarthe schrieb:
@ Elea
Schon das 2. Coming-Out von Dir, das meinen natürlichen Essfluß an der Tastatur ins Stocken gebracht hat. Homo sapiens verus - in der Tat...
Tja, ich hätte noch mehr auf Lager, aber wir wollen die User mal nicht zu sehr überfordern *ggg

Agarthe schrieb:
Wenn Du schreibst, die Reaktionen seien erbärmlich gewesen, was hättest Du Dir gewünscht? Was glaubst Du, wie Du selbst reagiert hättest aus Sicht Deiner Kollegen?
1. Dass sie vier Jahre fehlerlose, problemlose und korrekte Arbeit aufgrund dieser Information nicht sozusagen über Nacht vergessen.
2. Dass sie vier Jahre problemlosen Team-Umgang meinerseits nicht aufgrund dieser Information nicht sozusagen über Nacht vergessen.
3. Dass sie, wenn sie ein Problem damit haben, mit mir persönlich darüber reden und mich darauf ansprechen.
4. Dass sie nicht nur aufgrund dessen, dass ich im Gefängnis war, mich nun als Mensch und Individuum auf weiss nicht welche charakterliche Ebene herabstufen ohne wenigstens nach den Hintergründen für meine Knastzeit und die Auslöser zu fragen.

Eigentlich hab ich es ihnen ja im Sinne einer Vorkämpferin gesagt. Sie sollten in ihre gutbürgerlichen Köpfe reinkriegen, dass es auch im Gefängnis Menschen gibt und dass nicht jeder Knasti automatisch der hinterletzte asoziale Abschaum ist. Naja, mindestens ins Nachdenken sind sie gekommen. Nur ob das was genützt hat?

Und du erfragst auch umgekehrt meine eigene Reaktion? Das wäre einfach gewesen. Es gibt kaum etwas, was mich mehr interessiert als die menschliche Psyche, ihr Entwicklungsmöglichkeiten und alle dazuführenden Hintergründe. Ich hätte den Exknasti zuerst vorsichtig, dann hemmungslos ausgefragt, um seine Geschichte und seine Sicht der Dinge zu verstehen. In meiner Welt gibts nämlich keine Tabuthemen mehr. Ich bin der Meinung, dass Probleme nur gelöst werden können, wenn sie verstanden werden. Und um sie zu verstehen, muss man sich halt auch um Erklärungen bemühen.

Agarthe schrieb:
Ich baue schon mal vor, um mich nächstes Frühjahr nicht mit meiner inquisitorischen Ader daneben zu benehmen...
Du hat ne inquisitorische Ader? Wo denn? *neugierig guck
 

Booth

Großer Auserwählter
19. Oktober 2003
1.521
Hmmm - man könnte doch erstmal überhaupt grundlegend fragen, was eine Strafe ist, was sie alles bezwecken könnte, und dann sich überlegen, was sie bezwecken sollte.

Eine Strafe ist eine Sanktion, sagt uns Wikipedia - also eine Konsequenz, die eine negative Erfahrung beinhaltet.

Warum ist die Strafe ein gesellschaftliches (oder gar natürliches?!) Konzept? Nun - aus einer leidvollen Erfahrung lernen wir. Oder um es banal auszudrücken: Kinder müssen auch mal hinfallen und sich das Knie aufschlagen, um daraus zu lernen. Hinzu kommt das System des passiven Lernens - durch zuschauen, wie jemand anderes einen Fehler macht, kann man selber durchaus auch lernen. In der Straftheorie findet sich dies als Abschreckung wieder.

Es gibt noch eine weitere Motivation für Strafe als Konzept: Sühne oder (etwas negativer ausgedrückt) - Rache. Auge um Auge, etc etc.

Und eine letzte Motivation für Strafe: Schutz der Gesellschaft sowie Wiedergutmachung. Einige Gewalttäter werden in Sicherheritsverwahrung gesteckt, wenn man glaubt, die Gesellschaft vor ihnen schützen zu müssen. Viele Wirtschaftsbetrüger müssen eine Strafe zahlen, die zuweilen den Geschädigten als Ausgleich zu Gute kommt.

Die Todesstrafe beinhaltet in meinen Augen theoretisch nun die Konzepte der Abschreckung, der Sühne, wie auch des Gesellschaftschutzes.

Doch wie alle gesellschaftlichen Themen sollte man ein Thema nicht ohne Betrachtung vor dem Gesamtgesellschaftlichen Hintergrund sehen.
Die Todesstrafe wiederspricht zutiefst dem Humanismus.

Und aus meiner persönlichen Sichtweise sprechen übrigens alle Konzepte der Sühne ebenfalls dem Humanismus.

Aus meiner Sicht sollte die ideale Strafordnung vor allem den Schutz der Gesellschaft, die Wiedergutmachung an die Opfer sowie die Lern-/Verbesserungsmöglichkeit des Täters beinhalten - in genau der Reihenfolge.

So - und nun zurück zur Anfangsfrage: Was ist schlimmer? Todesstrafe oder Resozialisierung?
Solange Resozialisierung so aussieht, wie in der heutigen Welt, ist sie denkbar schlecht umgesetzt (wurde zuvor schon ausgeführt - heutige Gefängnisse sind eine autonome Parallelwelt, in der man alles lernt, nur nicht, sich an die offiziellen Regeln zu halten). Schlimmer als die Todesstrafe ist sie wohl nur dann, wenn jemand nicht sonderlich am Leben hängt.

Wirklich schlimm ist aus meiner Sicht die Todesstrafe aber für die Gesellschaft, in der sie praktiziert wird. Denn sie wird von vielen Menschen als Sühneinstrument angesehen. Und diese Wahrnehmung steht meiner Ansicht nach der Fortentwicklung der Menschen (fort vom Rachekonzept) absolut im Wege.

gruß
Booth
 

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