Herzlich Willkommen auf Weltverschwoerung.de

Angemeldete User sehen übrigens keine Werbung. Wir freuen uns wenn Du bei uns mitdiskutierst:

Semael

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
auch der folgende text macht nochmal sehr deutlich, das viele menschen ganz unbewußt ein bedürfnis nach einer weiblichen gottheit haben, was sich dann z.b. im madonnenkult äussert:

Heidnisch, Matriarchat oder geschicktes Product-Placement der römischen Kirche als Teil der Marketingstrategie "Marienverehrung"?

An vielen Orten Europas pilgern und beten Gläubige zu schwarzen Muttergottes-Darstellungen. Meist sind es Wallfahrtsstätten, und um die Schwarzheit der Madonnen ranken sich Wundergeschichten und Mythen. Die katholische Kirche ist bis heute in Erklärungsnot und erzählt Geschichten von Kerzenruß, der eigenartiger weise immer nur das sonst übliche lichte und reine Antlitz der Muttergottes schwärzte. Der Ursprung des Phänomens der schwarzen Madonnen gibt bis heute Rätsel auf, symbolisiert schwarz doch das Böse und den Teufel, und üben diese schwarzen Madonnen auch eine besondere Anziehungskraft auf die Menschen aus.


Urgeschichtliche Forschungen zeigen, daß der patriarchalen Gesellschaft eine mutterrechtliche voranging. Fast alle Völker kennen den Mythos von einer mütterlichen Gottheit, von der fruchtbaren Spenderin des Wachstums und des Reichtums, von der großen Nährerin. Sie ist unter vielen Namen bekannt: Anahita (Persien), Aphrodite (Zypern), Ariadne (Kreta), Artemis (Ephesos), Freyja (Germanien), Isis (Ägypten), Kali (Indien), Maria (Palästina).Die große Urmutter, die "Mutter Erde" aus deren Schoß alles Leben hervorgeht und der es wieder verschlingt wird mit Schwarz symbolisiert.
Am Anfang war das Nichts, aus ihm gebar sich alles, sagen die heiligen Bücher der Asiaten. "Gott sprach: Es werde Licht" sagt die Bibel. Schwarz und Weiß wurden von Anbeginn der Menscheitsgeschichte eine große Bedeutung zugeschrieben, sie verkörpern die Prinzipien Licht und Finsternis, Gut und Böse, Leben und Tod, die größten und menschenbewegenden Gegensätze überhaupt. Beides zusammen ist erst das Sein in seiner Gesamtheit, dieses Weltbild liegt fast allen Religionen zugrunde. Der dunklen, "schwarzen" weiblichen Urgottheit Erde wird in den meisten Religionen das lichte Prinzip eines männlichen Schöpfergottes entgegen gestellt. (Mehr dazu können Sie auf den Seiten Die Göttin und ihr Heros von Hans Lainer und Matriarchats- und Urgeschichtsforschung von Gabi Uhlman lesen.)

Das Christentum hatte zunächst nur einen männlichen Schöpfergott. Bei der Christianisierung stellte sich der römischen Kirche das Problem, daß die missionierte Bevölkerung immer wieder dazu zurückkehrte zu ihren heidnischen Göttinen wie Isis, Lilith, Kybele oder Diana zu beten. Nicht nur die feministische Theologie geht davon aus, daß dieser Umstand zur Einführung der Marienverehrung im Jahre 431 führte. Es gibt Stimmen die behaupten, erst die Einführung der Marienverehrung ermöglichte die endgültige Etablierung des Christentums.
Die freien Christen für den Christus der Bergpedigt äußern sich im römischen Jubeljahr 2000 kritisch zur Marienverehrung, und betrachten sie als babylonisches Heidentum. Für sie ist die Erfindung der Marienverehrung der Römischen Kirche als Ersatz für die antike Verehrung der Mutter-Gottheit, ein herausragendes Beispiel, wie sehr das babylonische Heidentum in unsere Tage hineinreicht. Die Tatsache, daß in heidnischen Religionen die Mutter genauso (oder noch mehr) angebetet wird wie ihr Sohn, ist vielleicht der größte Beweis dafür, daß sich Marienanbetung aus der früheren Anbetung der heidnischen Mutter-Gottheit heraus entwickelte!"

Diana ist die Göttin der Nacht, des Schicksals, der weiblichen Fruchtbarkeit und Sexualität. Als Göttin der Nacht ist ihr die Farbe schwarz zugeordnet, genauso wie ihren Kolleginnen Iisis, Lilith und Kybele ist diese Farbe zugeordnet.
431 n. Christus erklärte das Konzil von Ephesus ausgerechnet an dem Ort, wo sich einer der wichtigsten Tempel Dianas bzw. Artemis ihrem griechischem Gegenstück befand, Maria zur Mutter Gottes, die Wahl dieses Ortes war sicher kein Zufall, ebensowenig wie der blaue Mantel der Maria angezogen wurde. Die Farbe blau spielt in allen matriarchalen Religionen eine zentrale Rolle.
Bei diesem Konzil wurden die Verehrungsstätten der Kybele der Muttergottes der christlichen Religion zu gesprochen. In der folgenden Zeit haben viele Städte Maria anstelle der heidnischen Göttin Kybele als ihre Schutzpatronin angenommen.
Da man Maria zu einer reinen, "unbefleckten" und jungfräulichen Mutter erkoren hat, der Sexualität fremd war, gestaltete es sich weiter schwierig die heidnischen Göttinnen zu verdrängen. Noch im 7. Jhd. soll die fränkische Bevölkerung Diana verehrt haben.
Schließlich baute man an den Plätzen an denen schwarze Göttinnen wie Diana verehrt wurden Kirchen, widmete sie der Muttergottes, die allerdings wie ihre Vorgängerin Diana schwarz war, und das Problem mit den heidnischen Göttinnen war endgültig gelöst.

Es ist davon auszugehen, daß es sich bei allen Orten, an denen heute Menschen zur schwarzen Madonna beten um alte Kultstätten handelt. Der Ursprung dieser Stätten reicht sicher viel weiter zurück, als es aufgrund kirchengeschichtlicher Überlieferungen den Anschein hat. Das uns diese Stätten auf diese Art erhalten blieben ist erfreulich, wo doch im Zusammenhang mit der Hexenverfogung das meiste des alten matriarchalen Wissens und Glauben vernichtet wurde.

Bewußtseinsformen patriarchaler Gesellschaften sind: Askese und Selbstkasteiung, Sündenwahn und Schuldgefühle, Buße und Erlösungshoffnungen, eine lustfeindliche, neurotisierende Sexualmoral, eschatologische Endzeiterwartungen und apokalyptische Strafgerichte. Die Menschen leben in innerer Zerrissenheit von Trieb und Geist und in der politischen und ökonomischen Ohnmacht einer Klassengesellschaft, die Hoffnungen und Sehnsüchte nach der verlorenen Utopie eines Paradieses entwickelt.
Mutterrechtlichen Kulturen sind diese Bewußtseinsformen fremd, das Anerkennen der Natur als heilige Materie ist Grundlage des matriarchalen Prinzips. Das bezieht sich auch auf die Natur in uns selbst. Ziel ist nicht die Natur Untertan machen, sondern in Harmonie mit ihr und sich selbst zu leben.

Vielleicht kommt der Tag an dem an diesen alten Stätten, Männer und Frauen in einer neuen Gesamtheit der Zeit gedenken, als sie sich nach Matriarchat und Patriarchat, gemeinsam aufmachten unsere "Mutter Erde", dem strahlend blauen Planeten der zunehmend vergraut, vor der drohenden Vernichtung zu bewahren.


Quellen: Hans Lainer, "Die Göttin und ihr Heros" Vom Mutterrecht zum Vaterrecht. Helmut Werner, Die Magie der Zauberpflanzen, Edelsteine, Duftstoffe und Farben.
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
aus einem anderen forum geklaut, weils so gut passt:

Ich bin neugierig geworden und habe gestöbert. Viel habe ich über Uadjyt nicht gefunden, allerdings einen interessanten Beitrag unter : http://www.laterne-online.de/monotheismus-kritik/verschw2.html
Hier der Versuch einer Zusammenfassung.
In unserem Zivilisationskreis beginnt die menschliche Wirklichkeit in den Mythen mit der Schöpfung von Adam und Eva im Garten Eden. Nach Quellen aus dem alten Ägypten muß es aber schon vor Adam einen Garten Eden im Nildelta gegeben haben. Dort wurde eine Schlangengöttin Uadjyt verehrt. Diese residierte zusammen mit anderen Göttinnen und Göttern in Buto im westlichen Nildelta. ( Fischer, Weltgeschichte Band 2, S. 224 ) Wichtig das es hier mehrere Götter und Göttinnen gab und nicht einen männlichen Gott mit Alleinvertretungsanspruch.
Diese Uadjyt verfügte allem Anschein nach über umfangreiches Wissen darüber, wie man Wüstenland und Steppe durch Bewässerung fruchtbar machen und in einen Garten Eden verwandeln kann.
Auch im alten Testament finden sich Hinweise die darauf hindeuten, das sich der Garten Eden ( das Paradies ) im Nildelta befunden haben muß. Später wurde das Nildelta von einem männlichen Machtmenschen wahrscheinlich israelitischer Herkunft erobert. Dieser Machtmensch war derjenige der später in einen Gott, Jahwe umgedeutet wurde.
Hier beginnen die Mythen im alten Testament. Jahwe schuf Adam und Eva sich zu seinem Ebenbild. Sie lebten im Paradies ( im Garten Eden ). Aber in diesem Garten Eden lebte auch eine Schlange ( Uadjyt ).
Gott erließ ein Verbot die Früchte von einem Baum zu essen, andernfalls würde sie sterben.
"Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben. Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon eßt, gehen euch die Augen auf, ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse".
Uadjyt ( die Schlange ) hatte also ihre Macht verloren aber nicht ihre Weisheit. Sie versuchte die Menschen über Gut und Böse aufzuklären. Sie war sozusagen die erste Aufklärerin der Geschichte. Usw. Das ganze alte Testament ist eine wahre Fundgrube uralter Mythen die sehr interpretationsbedürftig sind.
Das Ganze und die Folgeschichte ist ja als Sündenfall nur zu bekannt. Die Schlange galt seither als der Inbegriff alles Bösen, Geheimnisvollen, Dunklen obwohl ich mich frage was an Aufklärung so böse sein soll.
Einher mit dem Sündenfall ging ja bekanntlich die Leugnung der Sexualität als natürlichem Bedürfnis ( nur Männer durften sich Konkubinen halten ). Nur durch sexuelle Unterdrückung konnten männliche Machtmenschen die Vererbung ihres Besitzes an ihre Nachkommen sicherstellen. Wie sonst da mit dem damaligen Wissen nur die Mutter eines Kindes einwandfrei feststand. Also mußte die Frau zur Monogamie gezwungen werden. Patriarchalische, monotheistische Religionen wurden darauf aufgebaut die bis heute die Menschheitsgeschichte bestimmen. Bis heute werden Frauen die sich dagegen wehren verfolgt, noch vor 200 Jahren auch hier in Europa als Hexen verbrannt.
 

sillyLilly

graues WV- Urgestein
14. September 2002
3.269
Interessante Infos :o)

Das weibliche = der Teufel ?

Lilith die verbannt wurde von Gott und danach ...nach der christlichen Auffassung böse war. Weibliche Dämonen. ...die Angst vor der weiblichen Macht?

So wie es sich mir darstellt waren die ältesten Kulturen mutterrechtlich ...
Die Frau die Das Geheimnis in sich trägt, Leben schaffen zu können. Das Geheimnis der Fruchtbarkeit. .....Eigentlich eine göttliche Eigenschaft.
Der Mann der lange Zeit nicht geahnt hat das er auch daran beteiligt ist.
Besitz und damit Macht konnten nur von der Mutter weitergegeben werden, da der Vater gar nicht wusste, das er an der Erschaffung neuen Lebens beteiligt war.

In Rom soll Cato gesagt haben (ca 200 Jahre vor Chr.)(das war der Cato der auch immer gesagt haben soll“Im übrigen bin ich der meinung das Karthago zerstört werden sollte“):

“Erinnert euch an alle Gesetze, mit denen unsere Vorfahren die Freiheit der Frauen gebunden, durch die sie die Weiber der Macht der Männer gebeugt haben .....denn wenn sie uns gleichgestellt sind sie uns überlegen“ DAmit meinte er nicht mentale Überlegenheit ...sondern zu der Zeit auch ganz real an Macht und Besitz. Romolus,Remus und Tullius kannten ihre Väter noch nicht. Sie wurden von der Wölfin genährt *gg*
Königswürden erwuchsen noch aus weiblichen Linien.
Die Gründungssippen von Rom hatten den Ehrenvollen Beinamen "Curiae" bekommen und der Stand der Patrizier wurde erst danach geschaffen.
Die Patrizier heißt übersetzt "die ihre Väter kennen " ...das heißt das war schon etwas besonderes

Ok was hat das mit unserem Thema zu tun ?

Ein Gott der die Männer aus ihrer Unterdrückung befreit hat ? Jahwe ?
Untergrund /Hölle = Erde ? Die Angst vor der Hölle /dem Untergrund vielleicht auch als Angst du sehen vor der Mutter Erde? Vor Der Tiefe? Vor der Dualität oder Polarität ?

viele Götter früher (Eloim) ---- nur noch ein Gott ---gefallener Engel -- abgesetzte Göttinen---

Ist der Samael ne Frau ????? :twisted:

Steht Samael für weibliche Dinge die unterdrückt werden mußten ??

Ich poste jetzt doch mal die Geschichte von Tiamat. Weil sie mir in dem Zusammenhang doch interessant erscheint. Wer keine Geschichten mag liest drüber hinweg 8)

Der Krieg der Götter

Der Vorspruch
Als der erhabene Anu, Gott des Himmels und König der Engel, war und Bel, Gott des Weltgebirges, der zugleich Herr über Himmel und Erde ist, wurde von diesen beschlossen, die Geschicke des Landes in die Hand von Marduk zu legen, Herrscher über alle Völker und Schutzgott der Stadt Babylon.
Marduk ist der Erstgeborene von Ea und der Göttin des wässrigen Abgrundes. Sie machten Marduk also groß unter den großen Göttern. Sie gaben Babylon einen so herrlichen und überragenden Herrscher. Sie machten Babylon zur unübertrefflichen Stadt unter allen Städten der Welt und ließen sie inmitten eines immerwährenden Königreiches entstehen, dessen Fundamente so fest sind wie die von Himmel und Erde zu dieser Zeit riefen Anu und Bet mich, Hammaruabi, den frommen Prinzen und Verehrer der Götter, beim Namen und befahlen mir, gerechte Ordnung in diesem Land aufzurichten, die Bösen und Aufsässigen zu züchtigen, zu verhindern, dass die Schwachen von den starken bedrückt werden, das Land zu erhellen wie die Sonne, die über die Erde dahinzieht, zur Wohlfahrt des Menschen.

Der Krieg der Götter
Als der Himmel oben noch keinen Namen hatte, noch die Erde darunter benannt war, gab es ein Paar. Apsu, Herrscher über das süße Wasser; Tiamat, Herrscherin über die salzigen Gewässer. Und sie ist es, die alles hervorgebracht hat. Die beiden arten von Wasser, über die Apsu und Tiamat geboten, vermischten sich damals noch. Weideland war noch nicht vorhanden, noch sah man eine Schilfmarsch. Keine der dann folgenden Generationen der Götter war damals schon erschaffen, noch waren ihre Namen ausgedacjt oder ihr Schicksal festgelegt. Aber Apsu und Tiamat zeugten miteinander einen Sohn, den ersten Botschafter des Wortes. Darauf wurden Lahmu und Lahamu ins Leben gerufen und erhielten ihre Namen. Ehe sie noch herangewachsen waren und groß geworden, kamen Anshar und Kisharund. Diese übertrafen sie noch an Körpergröße. Sie lebten viele Tage und fügten Jahre den Tagen hinzu, und ihr erstgeborener Sohn, den sie stark, verständig, groß, weise, mächtig, sogar stärker noch als sein Großvater, Anshar. Und keiner war unter seinen Brüdern, den übrigen Göttern, der ihm ebenbürtig gewesen wäre.
Diese göttlichen Brüder lärmten in dem Palast von Tiamat. Sie rannten in ihrer göttlichen Wohnung umher und gaben Apsu Ursache zum Verdruss.
Tiamat schwieg dazu, wenn ihr auch der übermut, der Lärm und die Unbeherrschtheit der Götterkinder missfielen. Darauf rief Apsu, der Erzeuger der Großen Götter, seinen Sohn und Botschafter Mummu zu sich, der auch sein Berater war.
Er sprach zu ihm:“ Mummu, du, der du mein Herz immer erfreust, komm, wir wollen zu Tiamat gehen.“
Das taten sie, und als sie vor ihr standen, tat Apsu seinen Mund auf und sagte mit lauter stimme:“ Wir sind hier wegen der Kinder. Ihr Benehmen wird immer mehr zu einer Plage. Ich kann werde ausruhen bei Tag, noch schlafen bei Nacht. Ich will sie vernichten. Damit muss es ein Ende haben, und wenn Ruhe und Ordnung wiederhergestellt sind, dann lass uns schlafen gehen.“
Tiamat aber wurde nach dieser Rede ihres Gefährten zornig und sagte:“ Wie können wir vernichten, was wir selbst erschaffen haben, was unser Fleisch und Blut ist. Gut, sie benehmen sich recht wild und sind übermütig, aber darein muss man sich mit Geduld fügen.“
Mummu aber sprach zu seinem Vater;“ JA doch, machen wir der Unordnung ein Ende. Du brauchst deine Ruhe bei Tag und deinen Schlaf bei Nacht.“
Darauf ersann Apsu einen bösen Plan gegen seinen Nachkommenschaft. Mummu aber war es zufrieden, er saß auf den Knien des Vaters, küsste ihn und streichelte seine Wange. Aber von diesem Anschlag hörten die Großen Götter, und als sie darum wussten, trafen sie ihrerseits ihre Vorkehrungen. Ea, der klügste unter ihnen, zog sich zu seinem Schutz einen Zauberkreis. Er sprach Zaubersprüche über das Wasser hin, das herabtropfte, in Apsus Augen, und Apsu schlief ein. Als Ea Apsu und nach ihm auch Mummu eingeschläfert hatte mit Zaubermitteln, löste er Apsus Kinnband, nahm ihm die Krone ab und setzte sie sich selbst auf das Haupt. Damit aber ging alle Macht, die Apsu besessen hatte , nun auf ihn über. Sobald er so mächtig geworden war, erschlug er Apsu, er ergriff Mummu, legte ihm eine Schlinge um den Hals und führte ihn mit sich fort. Nachdem so Ea, der jüngere Sohn, Sieger geblieben war über seine Feinde, ergriff er Besitz von der Wohnung seines Vaters und wohnte dort mit seiner Gefährtin Damakina. Mit ihr zeugte er in der Kammer des Schicksals den klügsten unter allen Göttern, nämlich Marduk. Und das Kind wurde genährt an den Brüsten der Göttinnen. Dadurch wurde ihm ehrfurchtgebietende Majestät zuteil. Seine Gestalt war berückend anzusehen, blitzend waren seine Augen. Er war vom Scheitel bis zur Sohle der geborene Anführer. Und als Ea, sein Vater, ihn sah, frohlockte er und gab ihm doppelt soviel Kraft wie al die anderen Götter besaßen. Marduk übertraf sie in allem und jedem. Seine Glieder waren wunderbar gestaltet, wenn man ihn ansah, dachte man; Unmöglich, dass ein Wesen so schön sein kann. Er hatte vier Augen und vier Ohren. Und wenn er den Mund öffnete , war sein Atem Feuer. Er war reich und konnte sich mit einen Aufwand kleiden, für den man die Gewänder für zehn weitere Götter hätte anfertigen können. Und es geschah zu dieser Zeit, dass der Gott Anu die vier winde schuf, indem er auf der Oberfläche des Wasser, über das Tiamat gebot, Wellen erzeugte. Er warf auch Schmutz ins Wasser und peitschte es auf. Da wurde Tiamat böse. Tag und Nach trieb sie es um. Und die, welche um sie waren, sagten zu ihrer aufgebrachten Mutter: “Als man Apsu, deinen Gefährten, getötet hat, warst du nicht an seiner Seite. Nun sind die vier Winde erschaffen worden. Du bist aufgebracht. Du bist Zornig. Wir finden keine Ruhe. Wir können nicht schlafen. Willst du nicht endlich etwas unternehmen?“
Da gebar Tiamat, die Mutter aller Dinge, viele Ungeheuer: Schlangen mit scharfen Zähnen, in deren Adern Gift kreiste statt Blut, Drachen erzeugte sie, große Löwen, wilde Hunde, Skorpion-Männchen und Sturmdämonen. Unter ihnen war der Erstgeborene Kingu. Ihn erhob Tiamat über alle anderen. „Ich mache dich groß“, sprach sie, „ ich will dir die Herrschaft über alle Götter geben. Ich mache dich zu meinem einzigen Gefährten.“ Und sie steckte ihm einen Schild an die Brust, darauf stand seine Bestimmung verzeichnet, und dabei sprach sie zu ihm: „Deine Worte sollen die Feinde niederwerfen, dein Gift allen Widerstand auslöschen.“ Und darauf machte sie und ihre Brut sich bereit zur Schlacht mit den männlichen Gottwesen.
Als Ea das hörte, wurde ihm angst und bange. Er schickte nach seinem Vater Anshar und berichtete ihm, was Tiamat plante. Anshar brüllte auf vor Zorn. Er ließ Anu, seinen ältesten Sohn, holen und bat ihn, gegen Tiamat ins Feld zu ziehen. Der gehorchte zwar, aber er war zu schwach, um etwas gegen das Weib auszurichten. Niedergeschlagen kehrte er heim. Da versammelten sich alle männlichen Götter. Schweigend und bedrückt von Angst und Schrecken saßen sie da.
Ea aber rief nun seinen Sohn Marduk in die Kammer und enthüllte ihm das Geheimnis seines Herzens. „Du bist mein Sohn“ ,sagte er , „hör auf das Wort deines Vaters. Gürte dich zur Schlacht und dann tritt vor Anshar hin. Wenn er dich sieht, wird er ruhig und gelassen werden.“
Marduk schmeichelte es, was Ea zu ihm sagte, und er tat wie ihm geheißen. Er trat vor Anshar, und dessen Lippen. Und Anshars Furcht war vergangen. „Ich werde all das tun, wonach Euer Herz trachtet“, sagte Marduk. „Tiamat, das Weib, zieht gegen Euch unter Waffen. Bald werdet Ihr Euren Fuß auf ihren Nacken setzen. O Herr des Schicksals der Großen Götter! Wenn ich nun euer Rächer sein und wenn Tiamat sterben soll durch meine Hand, dann lasst jetzt alle versammeln und teilt ihnen mit, dass von nun an ich den dingen vorstehen und die Geschicke der Götter lenken werde. „
Anshar wandte sich an seinen Berater, Kaka, und der rief die Götter zusammen. Und Anshar sprach zu Kaka: „ Heiße sie in der Banketthalle Platz nehmen. Gib ihnen Brot, und schenk ihnen Wein ein. Erklär ihnen das Tiamat selbst jene hasst, die wir selbst geschaffen haben, dass Tiamat , von der alle Dinge stammen, zu den Waffen gegriffen hat und mit Schlangen, Drachen, großen Löwen, wilden Hunde, allen voran ihr neuer Gefährte Kingu, gegen uns anrückt. Ich hatte Anu ihr entgegengeschickt, aber er versagte. Jetzt schicke ich Marduk, den weisesten aller Götter, aus und erkläre, dass sofern er den Sieg über das Weib davonträgt, allein das gelten soll, was als Befehl über seine Lippen kommt.“
Die Götter hörten dieses Wort, küssten einander, unterhielten sich, aßen, tranken, und der Wein vertrieb die Furcht. Sie wurden ausgelassen und übermütig, und dann huldigten sie Marduk, und er stieg auf den Thron, auf dem zuvor sein Vater gesessen hatte. „O Herr“ sagten sie zu ihm „ was du bestimmst, soll hinfort unter den Göttern gelten. Jemanden zu Fall zu bringen oder zu erheben- von nun an liegt es in deiner Hand. Was du aussprichst soll Wahrheit sein, unverbrüchlich. Niemand unter den Göttern soll sich deinem Willen widersetzen. Wir setzen dich ein zum König über das Universum.“
Sie breiteten ein Gewand in ihrer Mitte aus, das sternenbesetzte Kleid der Nacht. „Durch dein Wort“, riefen sie, „irrst du es verschwinden lassen. Durch dein Wort soll es wieder erscheinen. Du bist die Sonne, die die Nacht vergehen lässt, und wendest du dein Gesicht ab so kommt die Nacht wieder.“ Marduk sprach, und das Gewand verschwand. Marduk schwieg, und das Gewand war wieder da.
Und daran erkannten die anderen Götter seine Macht. Sie jubelten , huldigten ihm und riefen: Marduk ist König!“ Die Götter gaben Marduk dann das Zepter, den Thron, den königlichen Ring und den Donnerkeil! Er nahm seinen Bogen, fasste seine Keule mit der rechten Hand, setzte vor sich den Blitz, füllte seine Lungen mit Feuer. Ermachte ein Netz um es Tiamat überwerfen zu lassen. Dann rief er Winde aus allen vier Himmelsrichtungen herbei. Er bestieg seinen Kampfwagen und fuhr so in den Kampf gegen Tiamat. Ein Zauberspruch war auf seinen Lippen. Ein giftiges Kraut hilet er in der Linken. Die Götter umtanzten ihn, und so nährte er sich ihr, um ihr ins Herz zu sehen und den Schlachtplan Kingus, ihres Gefährten, auszuspähen. Als Marduk ihn anschaute, wurde Kingu verwirrt, sein Wille war wie gelähmt, er war zu keiner Handlung mehr fähig. Die Dämonen, die an seiner Seite marschierten, merkten das, und die Unsicherheit übertrug sich auf sie.
Aber Tiamat rief spottend Marduk entgegen: „ Du kommst daher, als seiest du der Herr der Welt.“
Marduk aber erhob seine mächtige Waffe:“ Nun“, rief er, “was hast du in deinem bösen Sinn ausgedacht? Du hast Kingu zu deinem Gefährten gemacht. Kingu, der nichtswürdig ist. Gegen Anshar, den König der Götter, habt ihr Euch verschworen. Laß deine Leute zu ihren Waffen greifen. Halte mir stand. Jetzt soll zwischen uns entschieden werden, wer künftig der Mächtigste ist!“ Als Tiamat das hörte wurde sie wie von Sinnen.
Sie stieß wilde Schreie aus, sie zitterte, sie murmelte Zaubersprüche. Sie rief die Götter der Schlachten an. Dann rückte sie vor. Marduk ging ihr entgegen. Die Schachte begann. Marduk ließ ihr das Netz überwerfen, und als sie abermals den Mund auftat, blies er ihr einen schlechten Wind in ihren Leib, so dass sie allen Mut verlor. Er traf sie mit einem Pfeil mitten durchs Herz. Er stand auf ihrem Leichnam, und jene Dämonen, die an ihrer Seite gefochten hatten, rannten um ihr Leben. Aber auch ihnen warf er Netze über, vernichtete ihre Waffen und nahm sie gefangen.
Die giftigen Ungeheuer, die Tiamat hervorgebracht hatte liß Marduk in Fesseln legen und zu Tode trampeln. Kingu nahm er das Schild mit dem Schicksalsspruch ab und drückte es in sein Siegel. Dann kehrte er zu der Leiche Tiamat zurück, und gnadenlos , zertrümmerte er ihren Schädel. Er schnitt der Leiche die Adern auf und hieß den Nordwind, ihr Blut zu verwehen in Teile der Welt, die keiner kennt. Und als die männlichen Götter dies sahen, brachen sie in Freudengeheul aus und versprachen ihm viele Geschenke. Marduk hielt inne und sah auf das, was von der Leiche Tiamats noch übriggeblieben war. Da kam ihm ein großartiger Einfall. Er teilte den Körper in zwei Hälften, und aus der einen machte er das Dach des Himmels. Er stellte Wachen auf, die darauf achteten, dass das Wasser darunter nicht davonfloss. Als nächstes schritt er über den Himmel hin, vermaß seine Quartiere bis zum haus seines Vaters Ea. Auch vermaß er die Tiefe. Dann errichtete er eine große Behausung, die Erde, und wies den verschiedenen Göttern ihre Bereiche darin an. Marduk legt nun die Dauer des Jahres fest und erfand die zwölf Tierkreiszeichen, die Tage des Jahres und die Bahnen deer Planeten, das Zunehmen und Abnehmen des Mondes, dessen Standort und den der Sonne.
Schließlich sprach er zu seinem Vater Ea: „ Blut will ich zusammendrängen, Knochen sollen es eingrenzen. So will ich ein Geschöpf machen. Mensch soll sein Name sein. Und dieser Mensch soll den Göttern dienen, damit diese sich nur noch vergnügen und sie tun können, was ihnen gefällt.“
Marduk erklärte seinem Vater, wie er vorgehen wolle, um seinen Pan zu verwirklichen. Erwollte die Götter in zwei Gruppen aufteilen, gut die einen böse die anderen und vom Blut und den Knochen der Bösen, jenen nämlich, die Tiamat beigestanden, wollte er Menschen machen. Ea aber antwortete: Nimm nur einen der bösen Götter, vernichte ihn und bilde daraus die Menschen.“
Marduk ging auf diesen Vorschlag ein. Er ließ die Götter wieder zusammenkommen und redete sie so an : „ Was ich euch versprochen habe, ist geschehen. Wer aber hat eigentlich Tiamat zu diesem Aufstand gegen uns angestiftet und diesen Frevel vorbereitet? Bringt ihn mir. Ihn will ich bestrafen, den anderen aber verzeihen.“ Da antworteten die Götter einmütig: “Kingu war es, der Tiamat zu der Rebellion anstiftete und den Krieg vorbereitete.“
Sie banden ihn geißelten ihn vor Ea, bis seine Adern aufsprangen, und aus deren Blut nahm marduk das Blut für die Menschen. Dann befahr Ea der Menschheit, sie habe immer den Göttern zu dienen, und so waren die Götter frei von aller Arbeit und Mühe. Ehe sie sich aber in ihre kosmischen Wohnungen begaben, sprachen sie zu Marduk: “O Herr, der du uns aus der Knechtschaft erlöst hast, wir wollen ein Zeichen setzen für unsere Dankbarkeit. Komm, lass uns ein Heiligtum machen, eine Wohnung, in der wir nächtens ausruhen, und darin soll auch ein Thron stehen, ein sitz mit einen Rückenlehne, für dich, unseren Herrn.“
Und als Marduk das hörte, leuchtete der Ruhm auf in seinem Gesicht , und er sagte: Dieser Ort soll Babylon sein!“
Gruß Lilly

P.S. *g* ich habe mir noch mal durchgelesen was ich geschrieben habe....*g* Ich möchte der vollständigkeit halber noch sagen:
Ich mag Männer :lol:
 

Tarvoc

Ritter vom Osten und Westen
10. April 2002
2.559
sillyLilly schrieb:
Ist der Samael ne Frau ????? :twisted:
Engel sind im jüdisch-christlichen androgyn. (Obwohl diese eine Genesis-Stelle mit den Göttersöhnen 'was anderes sagt...)

sillyLilly schrieb:
Steht Samael für weibliche Dinge die unterdrückt werden mußten ??
Soweit ich weiß nicht, aber im Mittelalter nahm man an, dass auch Gott eine weibliche Seite ("Sofia") hat. Welcher Gott damit gemeint ist (Jahwe oder "der" Gott?), weiß ich aber nicht...
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Man kann doch wirklich sagen, dass da eine Linie erkennbar ist. :wink:
Es wird über Jahrtausende hinweg daran gearbeitet, dass die Erinnerung an eine 'Große Göttin' völlig ausgelöscht wird.
Weiss man denn, wie beispielsweise die Verehrung der Isis ungefähr abgelaufen ist (Opfer, Rituale, ...)?

Beim Madonnenkult hat die Kirche offensichtlich auf alte Muster zurückgegriffen (Babylon), und der Verehrungskult diente als Instrument! Das ist längerfristige Politik.

Zu der weiblichen Seite 'Gottes': in der Bibel steht (ich meine in den Psalmen) der Vers: 'Gott' tröstet, wie eine Mutter tröstet.

Ich kann nur noch sagen: Zurück zu den Wurzeln! Es wurde eine geraume Zeit versucht, von der Wahrheit so weit als möglich wegzudrängen - und das mit abscheulichen Mitteln. Was heisst es: wir müssen wohl Müllberge an Lügen wegscheffeln und Geheimnisse neu entdecken...

sillyLilly: Die Frau die Das Geheimnis in sich trägt, Leben schaffen zu können. Das Geheimnis der Fruchtbarkeit. .....Eigentlich eine göttliche Eigenschaft.
Bezeichnend. Und eigentlich hat sie die freie Wahl, sich einen Mann dazu auszusuchen oder auch nicht. Sie könnte sich ja auch stets nur für die Frau entscheiden. 8) Folgen? Überlegungen?
Eigentlich entscheidet sie sich also, sich fortzupflanzen, denn in ihr wächst das Kind heran. Sollte sie also nicht das alleinige Recht haben, sich zu entscheiden? Oder sollte sie sich jemanden suchen, der ihr freiwillig die alleinige Entscheidung überlässt? Hm...

So, wie sich das abzeichnet, wurde vor geraumer Zeit für die Unterdrückung und für die Gewalt gegen die Frau entschieden - und unser Nichtgott jahwe: ein Paradebeispiel.
 

sillyLilly

graues WV- Urgestein
14. September 2002
3.269
Das mit Isis gucke ich mal nach. habe 2 Bücher in denen was drüber drin stehen könnte.
Ich weiß so auf die schnelle nur das sie in zusammenhang mit Getreide besonders geehrt wird. Wie Demeter ...
Isis ...Die mit den tausend Namen
Das weiß ich auch noch

Als Moses auf dem Berg war ....da hat doch sein Volk andere Götter angebetet als er so lange weg war oder? Wißt ihr was sie da gemacht haben?

habe hier noch etwas aus einem anderen Forum was über religöse Symbolik ist.
http://www.alien.de/gufora-yabb/YaBB.pl?board=3&action=display&num=1031174199

da steht einiges interessantes drin.
Werde ich mir morgen auch noch mal genauer ansehen.

Zitat:
Bezeichnend. Und eigentlich hat sie die freie Wahl, sich einen Mann dazu auszusuchen oder auch nicht. Sie könnte sich ja auch stets nur für die Frau entscheiden. Folgen? Überlegungen?
Eigentlich entscheidet sie sich also, sich fortzupflanzen, denn in ihr wächst das Kind heran. Sollte sie also nicht das alleinige Recht haben, sich zu entscheiden? Oder sollte sie sich jemanden suchen, der ihr freiwillig die alleinige Entscheidung überlässt? Hm..
Pathogenese ? *gg*

nein, ich denke mal das die welt nicht mit einem Pol existiert oder?

Vielleicht war vor langer Zeit ein Ungleichgewicht der Machtverhältnisse in Richtung der Frau. Das die Männer viel zu lange nicht zu ihrem "Recht" gekommen sind. Und das hat sich dann erstmal in die andere Richtung kippen müssen.
Wenn ich überlege wie lange es schon Menschen gibt, dann ist die Bibel und diese Männerbeherrschte Form des Glaubens ja eigentlich relativ jung.
Nur schade früher von der Kirche Wissen vernichtet,verzerrt und zurückgehalten wurde. (z.B. Hexenverbrennung)
Es ist heute schwer sich ein Bild zu machen.

vielleicht auch gar nicht so schwer wie wir es uns machen.

Polarität ....das Gute und das Böse ...... Mann & Frau ....... das Ganze

*nachdenk*
wie ein pendel das ausschlägt zur einen Seite und dann zur anderen um beides miteinander zu vereinen.

halbschlafende Grüsse von Lilly
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
@sillylilly

unter dem von dir angegebenen link, wo es ja um die gleiche diskussion geht :D , habe ich mal folgende sätze herausgenommen, weil sie genau das aussagen, was ich seit langem denke. besonders der fettgedruckte absatz trifft den nagel auf den kopf, beschreibt das ganze dilemma, das mit dieser entwicklung einherging und die menschheit heute an den rand der katastrophe gebracht hat.
der ausbeuterische, achtlose umgang mit der erde, ihren geschöpfen und letztlich auch der menschen untereinander, hat genau da seine wurzeln.
genau da, an der wurzel, muss also angesetzt werden, um einen bewußtseinswandel einzuleiten.
deswegen muß nachgeforscht und infragestellt werden, um das verschüttete wissen wieder zugänglich zu machen!


Die Schlange, als Symbol für die Weisheit und Erkenntnis, bringt den Apfel, als Symbol für Sexualität und die daraus resultierende Fruchtbarkeit. Hier schließt sich der Kreis, da Du ungefähr an dem Punkt begonnen hast, lieber Gandalf: Beim Patriarchat und der unterdrückten Weiblichkeit – Lilith, als Archetypus für die verbannte Weiblichkeit. Verbannt, weil selbstbewußt. Selbstbewußt, weil sich der männliche und weibliche Pol bei einer Frau wie Lilith, in Harmonie befindet. Beides ist integriert, beides wird gelebt. Darum wollte Lilith auch mal oben liegen. Sie wollte sich nicht nur ficken lassen, sondern auch mal ficken, dominant sein. Adam scheint es an diesem Punkt nicht gebracht zu haben, weil er sich nicht fallen lassen konnte, d. h. seine eigene Weiblichkeit, die zweifelsohne in ihm steckt, konnte oder wollte nicht gelebt werden.

Was geschah dann? Gott schuf Adam auf Wunsch eine neue Frau, aber nicht aus Erde (Materie) und dem Atem Gottes (Geist, Bewußtsein) wie beim ersten mal, sondern dieses mal war die Frau ein Teil des Mannes. Vielleicht kann man das Bild auch so interpretieren: Adam wurde die Weiblichkeit herausgeschnitten und übrig war ein Mann ohne Bezug zur seiner Weiblichkeit und eine Frau ohne Zugang zu ihrer Männlichkeit. Solch ein Mann ist ein Wesen ohne Mitgefühl und Liebe, solch eine Frau ist ein Wesen ohne eigene Führungsinstanz und Autorität. Natürlich gilt das nicht für alle Männer und Frauen, aber ich meine, daß genau daran die Welt krankt und das seit jahrtausenden: an einer Männlichkeit, die sich verselbstständigt hat, da sie der Weiblichkeit nicht mehr dient und nur in diesem DIENEN erfährt die Männlichkeit ihre Erlösung, weil sie sich dann im Sinne der Schöpfung richtig positioniert hat. Und die Weiblichkeit ihrerseits hat die Macht diese Harmonie einzufordern zwischenzeitlich verloren. Das wird aber wieder...
 

sillyLilly

graues WV- Urgestein
14. September 2002
3.269
@samhain
als ich das eben gelesen habe mußte ich spontan an einen Satz von Bert Hellinger denken:

Die Frau folgt dem Manne
und der Mann dient der Frau in Liebe

übrigens ein Satz der meist unfolständig von ihm zitiert wird und für den er sehr angegriffen wird. Mit den Gedanken aus dem Posting das du zitiert hast bekommt er noch einmal eine tiefere Bedeutung für mich.

aber das nur so am Rande.... weil es vielleicht sonst doch vom hundertsten ins tausendstel führt. Obwohl ich das Gefühl nicht loswerde das diese Gut-Böse Geschichte(Luzifer/Samael/Schlange/Große Göttin) schon ihre Wurzeln in einem Mann Frau konflikt hat.
Oder wie seht ihr das ?
Gruß Lilly
 

sillyLilly

graues WV- Urgestein
14. September 2002
3.269
so jetzt noch mal zum thema

Ich habe ein wenig gewühlt und gesucht im Netz ..... und zum Thema Isis, Götter&Göttinen, Ägypten auch ne ganze Menge gefunden.
Spannend war das :o

Bin aber bei der Suche immer mehr drauf gekommen das Isis gar nicht so wichtig ist .... sie war nur eine sehr beliebte Göttin unter anderen Göttern und Göttinen. Und ist deswegen über die Grenzen von Ägypten verehrt worden. aber es ist auch etwas unterschiedlich was über sie geschrieben wird.
naja ...bis auf das hier. Dieses Zitat fand ich schon interessant:
Isis
Am Anfang war Isis, die Älteste der Alten. Sie war die Göttin aus der alles Werden wuchs. Als Schöpferin gebar sie die Sonne. Sie trug viele Beinamen: Die Königin des Himmels, die Muttergöttin, die große Zauberin. Urspünglich aus Ägypten kommend erfreute sich der Isis Kult vor allen Dingen im Römischen Reich großer Beliebtheit. Das Christentum bezeichnete sie als Dämonin und Hexe, adaptierte aber ihre Verehrung in Form des Marienkultes. Die Bezeichnung Pastor bedeutet ursprünglich Diener der Isis. Sie ist die Göttin der Magie und die Schutzgöttin aller Magier und Hexen
Guten Tach Herr Pastor :lol:

Was ich auf manchen Seiten rausgelesen habe, ist das die Stellung der Frau im alten Ägypten, als ungewöhnlich gleichberechtigt geschildert worden ist.
Die weiblichen ägyptischen Gottheiten sollen auch nicht immer nur nett und lieb gewesen sein ...... gerade die sollen sich manchmal recht stark und ungestüm ausgelebt haben. :wink:

http://www.amhorizontdersonne.de/am_horizont_der_sonne034.htm

Ich habe auch eine Schlange gefunden *freu* (oder hattet ihr die schon?)
Apophis
Erzfeind des Sonnengottes Re
-jeden Morgen und jeden Abend bedroht er die Sonnenbarke von Re

und dann hab ich ja noch versucht mehr Anhaltspunkte für matriachale Kultur in Ägypten zu suchen.

http://www.brgzell.salzburg.at/lainer/diverse/goettin.htm

lohnt sich unbedingt drauf zu gehen und zu lesen!

Wir wissen heute, dass es nicht nur eine 3000jährige Geschichte des Patriarchats gibt, sondern dass die bewusste Menschheitsgeschichte auch ein mindestens 4000jähriges Matriarchat aufweist.
In der Forschung konnte nachgewiesen werden, dass auf dem Boden einer Bauernkultur eine hochentwickelte Stadtkultur entstehen kann, allerdings auf agrarischer Ökonomie. In der Phase des entwickelten Matriarchats kennen wir mindestens vier städtische Hochkulturen - am Indus, bei den Sumerern, in Altägypten und auf Kreta die Minoische Kultur.
Zu Kulten stand da
Der Fruchtbarkeitskult

Die Heilige Hochzeit zelebrierte man z. B. bei den Sumerern und in Babylon in einer feierlichen Zeremonie als rituelle Vereinigung der Oberpriesterin der Göttin Inanna bzw. Istar mit dem König (Heros) des Landes.

Die Priesterin ist dabei Stellvertreterin der Göttin. Wird ein Kind gezeugt, so ist dieses göttlicher Herkunft. Wie die Göttin gilt die Priesterin nach einem reinigendem Bad weiterhin als „jungfräulich" und genießt unangefochten die höchste Autorität im Stadtstaat (matriarchale Theakratie).

Bisweilen entwickelten sich aus der Heiligen Hochzeit orgastische Kulte, an denen auch der einfache Gläubige beteiligt war. Tempeldienerinnen (Hierodulen) gaben sich in einer großen kultischen Feier den Männern hin, um ihnen die ekstatische Verschmelzung mit der „Liebes"-Göttin (unio mystica), die Sicherung der Fruchtbarkeit und die Wiedergeburt zu ermöglichen. Tempelprostitution war also „Gottesdienst", bevor sie im Patriarchat zur käuflichen Liebe degradierte.
orgastische Kulte? 8O
wenn ich da an meinen letzten kirchenbesuch denke *grübel* :wink:
Ich wechsel die religion :lol:

Zu Lucifer stand da auch was :

Lucifer, der treue Begleiter und "Lichtträger" der „Göttlichen Weisheit" (= Hagia Sophia), wird in patriarchaler Deutung als aufständischer „Gegengott" aus den himmlischen Sphären in die finstere Hölle hinabgestürzt. Dort errichtet er das Reich des Bösen und bedroht als ewiger Verführer und „Antichrist" die Menschen.

In der Apokalypse, der geheimen Offenbarung des Johannes, die sich wie die Beschreibung eines atomaren Infernos liest, wird prophezeit, dass Lucifer am Ende der (patriarchalen) Zeiten zurückkehrt, um „seine" Ordnung wiederherzustellen:

„Da erschien ein großes Zeichen am Himmel: Eine Frau, umgeben von der Sonne, den Mond unter ihren Füßen, und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie in ihren Wehen und in der Qual des Gebärens." (Offb. 12,1-2).
Das ist doch der Hammer *staun* Das habe ich noch nie gelesen.
Ich glaube ich werde heute mal in meiner Bibel nachstöbern.
Habt ihr das gelesen? steht das da in diesem zusammenhang?

ich frage mich doch :Steht Samael / das Böse für alles was gefallen ist ?
Die Göttin die vom Himmel "gefallen wurde"
was meint ihr? oder wie setzt ihr das alles miteinander in verbindung.
*kopfqualm*
Gruß Lilly
 

Tarvoc

Ritter vom Osten und Westen
10. April 2002
2.559
Arthuro2 schrieb:
Tarvoc schrieb:
Wenn du aufmerksam gelesen hättest (warte mal, kannst du das überhaupt?), hättest du bemerkt, dass ich Semael nie als "den" Gott bezeichnet!
Wenn du richtig gelesen haettest , haettest du gemerkt, das ich ja gerade NICHT auf Semael ( wer auch immer) angespielt habe ...sondern auf Jahwe!!(mein Zitat ..siehe unten )
Das war aus deinem Posting an keiner Stelle herauszulesen!
Im Übrigen ist auch Jahwe kein Gott! Und Satan ist ein Synonym für Semael, für was er steht, spielt dabei keine Rolle!
Wenn wir dich verstehen sollen, musst du dich (gerade bei einer solchen Angelegenheit!) deutlich ausdrücken und die Begriffe für die richtigen Dinge verwenden!

Arthuro2 schrieb:
es folgt ein Zitat von Tarvoc:

Tarvoc schrieb:
Jahwe war, wie in dem anderen Thread schon geklärt, ein "Gott" (sagen wir, eine Entität) des Todes und der Finsternis. Satan (der ja mit Semael identisch sein soll) hingegen war ja der "Lichtbringer", also eher positiv.
ich sage ....
Arthuro2 schrieb:
Das Satan der wahre gute Gott ist !!!
..wo ist da der signifikante Unterschied Tarvoc ?? *g
Du sagst:
- Jahwe ist Gott, Satan und in Wahrheit gut.
Arthuro schrieb:
Das Satan der wahre gute Gott ist !!!
Ich sage:
- Gott steht über Jahwe, Jahwe will nur als Gott bezeichnet werden! Und Jahwe ist böse. Es stimmt allerdings, dass ich die "Engel" später als "Götter" bezeichnet habe, weil wir von der jüdischen Mythologie auf andere Mythologien kamen. Für diese Unklarheit entschuldige ich mich.

Tarvoc schrieb:
Ach ich seh schon ...du hast Gott in Anführungszeichen geschrieben. Ob du nun die Kurve mit "Haarspaltereinen "bekommst.....naja ..wer kann ( will) das schon wissen . :lol:
*g* Hauptsache, du weißt, was ich meine! Nach deinem ersten Posting war ich mir da nicht sicher.


@ alle: Wir sind ziemlich vom Thema abgekommen. Vielleicht solltet ihr einen neuen Thread über den Göttinnenkult aufmachen, hier wollten wir doch eigentlich über Semael und Jahwe reden, oder?
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
@tarvoc

@ alle: Wir sind ziemlich vom Thema abgekommen. Vielleicht solltet ihr einen neuen Thread über den Göttinnenkult aufmachen, hier wollten wir doch eigentlich über Semael und Jahwe reden, oder?
also ich persönlich finde, wir sind überhaupt nicht vom thema abgekommen, sondern haben es eher vertieft, zusammenhänge hergestellt.
wenn man das "davor" ausser acht lässt, kann man meinens erachtens nicht zum wahren kern vordringen.
"jahweh", "semael", die sind doch nicht plötzlich aus dem luftleeren raum entstanden, sondern gründen sich auf viel ältere götter/mythen.
das verstehen dieses prozesses von götterverdammung und götterdämmerung, das infragestellen von weltbildern/geboten, die ja ihre auswirkungen bis in unsere heutige zeit haben, ist heute wichtiger denn je.
die welt ist aus dem gleichgewicht geraten, und die wurzeln dieses ungleichgewichtes sind genau in dieser zeit zu finden.
gerade heutzutage, in unserer ach so zivilisierten welt, wo gewalt, ausbeutung, krieg, manipulation und was weiß ich, an der tagesordnung sind, wo der nächste fette krieg, dessen ausmaße nicht mal abzusehen sind, vor der tür steht, da müsste man sich mal gedanken darüber machen, welcher todessehnsüchtige gott eigentlich diese welt und das denken der menschen beherrscht.
 

sillyLilly

graues WV- Urgestein
14. September 2002
3.269
Ich hatte habe auch das Gefühl das es am Thema ist.
Wer ist Samael ? wer war Samel ? Wofür steht er ?
das waren eigentlich meine Fragen mit denen ich auf die Suche gegangen bin.
Ich habe nur versucht nach den Wurzeln zu graben.
Vielleicht habe ich zu weit gegraben?
gruß Lilly
 

Tarvoc

Ritter vom Osten und Westen
10. April 2002
2.559
sillyLilly schrieb:
Vielleicht habe ich zu weit gegraben?
Für diesen Thread ja (okay, nur meine Meinung :D)!

Versteh' mich nicht falsch, ich finde diese Göttinnen-Sache hochinteressant, besonders, da ich für Gott beim Beten auch gelegentlich die weibliche Form ("Göttin", "Mutter", etc.) verwende. Ich würde mich auch gerne an einer Diskussion über die Veränderungen vom Matriarchat und der Göttinnenverehrung zum Patriarchat und der Götter- (bzw. Gottes-) Verehrung beteiligen. Ich finde nur, dass wir damit zu weit vom Thema Semael und Jahwe abschweifen.
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
@tarvoc+alle

Ich finde nur, dass wir damit zu weit vom Thema Semael und Jahwe abschweifen.
na gut, von semael und jahweh sind wir nun etwas abgekommen, haben bzw. das "dahinter/davor" begonnen zu erforschen.
weil das aber alles irgendwie zusammenhängt, bin ich eigentlich dagegen, einen neuen thread aufzumachen.

ich habe mal ein bißchen gegoogelt und bin auf folgendes gestoßen:

also erstmal wird auf vielen seiten semael (samael scheint wohl eher die gängige schreibweise zu sein) und luzifer gleichgesetzt.

Dieses höchste geschaffene Lichtwesen, Samael, zuweilen auch Satanael oder Luzifer, der Lichtträger genannt...
...Luzifer dagegen verhilft den Menschen, sich selbst als Indiviuen zu erkennen. Seine Informationen sind Zündstoff und von einer wunderbaren politischen Unkorrektheit.
zu luzifer:

Luzifer – auch bekannt als Satan, Teufel, Fürst der Dunkelheit oder Höllenfürst - ist der gefallene Engel. Er ist als die Inkarnation des Bösen bekannt.
Eigentlich bedeutet sein Name „Lichtbringer“ – und er soll einer der schönsten und strahlendsten Erzengel gewesen sein. Wegen seines Hochmuts fiel er bei Gott in Ungnade und stürzte aus dem Himmel. Daher auch das bekannte Sprichwort „Hochmut kommt vor dem Fall“.
Luzifer wird auch mit dem Morgenstern (Venus) gleichgesetzt.
sorry, jetzt sind wir schon wieder bei den weiblichen gottheiten, aber wenn luzifer/samael mit der venus gleichgesetzt wird, nun ja, dann deutet das eindeutig auf eine weibliche vorgängerin bzw. eine verbindung zur göttin hin.

aber weiter gehts:

Egal, ob in Indien, Altägypten, oder im antiken Griechenland – wo immer der Himmel nicht nur einen, sondern viele Götter beheimatet, sind diese sowohl »gut« als auch »böse«. So ist der indische Großgott Shiva gleichzeitig Schöpfer und Zerstörer; die Göttin Kali ebenso Symbol der Fruchtbarkeit wie des Todes. Auch Jahwe, Ursprung des abendländischen Gottesbilds, verhält sich zunächst alles andere als nur lieb, sondern auch rachsüchtig und brutal. Gott und Teufel in einem Wesen. Er geleitet sein Volk sicher durch das Rote Meer, aber schickt auch die Pest zur Strafe für Vergehen, quält den Hiob, hat Adam und Eva unbarmherzig aus dem Paradies vertrieben. Doch dann – in einer für den Vorderen Orient kritischen Zeit großer geistiger, politischer und sozialer Spannungen – vollzieht sich die Wandlung: Gott wird zur puren Lichtgestalt. Nur noch gütig und barmherzig. Jetzt sind Himmel und Erde von seiner Liebe und Vergebung erfüllt.

Die tröstliche neue Idee wird zu einer der erfolgreichsten in der Geschichte des menschlichen Bewusstseins. Doch sie hat einen Haken: Wer ist nun verantwortlich für Mord und Totschlag, Hunger, Kindersterben und Ungerechtigkeit? Der Sündenbock wird gesucht und erfunden. Es ist der Teufel. Gottes Gegenspieler.
So vielseitig wie sein Erscheinungsbild sind auch seine Namen, die er in den Jahrhunderten erhielt:

Abaddon
Der „Zerstörer“, auch „Herr des Abgrunds“ genannt. In der Johannisapokalypse ist er der Herrscher der Hölle.

Asmodi
Der „Verwüster“, auch „Samael“. Asmodi wurde bisweilen mit der Schlange im Paradies identifiziert. Im apokryphen Buch Tobias wird Asmodi als „böser Geist“ bezeichnet. Zu einem Teufel entwickelte er sich erst später.

Astarot
Der mächtige Fürst der Hölle Astrot stammt von der phönizisch- kanaanäischen Liebes- und Fruchtbarkeitsgöttin Astarte ab. Da die fleischliche Liebe als teuflisch angesehen wurde, eine weibliche Gottheit aber keine leitende Funktion in der Hierarchie der Teufel einnehmen durfte, wandelte sich die Göttin Astarte in den Dämon Astarot.

Behemot
Die „Bestie“, von der das Buch Hiob berichtet. Dort erscheint er als ein dumpfes, vor Potenz strotzendes Kraftmonster.

Belial
„Der Böse“, findet im zweiten Brief des Paulus an die Korinther Erwähnung. Er leitet sich vom Stammesgott Baal, einem Widersacher des jüdischen Gottes Jahwe, ab.

Beelzebub
Dieser Teufel wird in der Bibel des öfteren als Dämon oder Teufel erwähnt. Jesus wurde vorgeworfen, er treibe den Satan mit dem Beelzebub aus. Das Wort leitet sich von der semitischen Sprachwurzel „zbl“ ab, was Mist- oder Dunghaufen bedeutet. Beelzebub heißt demnach „Gott des Mistes“. Sein Aussehen wurde in Darstellungen später dem Satan immer ähnlicher.

Luzifer
Luzifer ist neben „Satan“ der bekannteste Teufelsname, stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Lichtträger“. In diesem Namen schwingen am deutlichsten die positiven Bedeutungen des gefallenen Engels mit.

Leviathan
Dieser Teufel wurde oft als Schlange, Krokodil oder Meeresungeheuer beschrieben. Im Buch Hiob tritt er neben dem Monster Behemot auf.

Mephisto
„Feind des Lichts“. Mephisto ist ein neuer Teufelsname literarischen Ursprungs, den unter anderem Johann Wolfgang von Goethe für sein Drama „Faust“ verwendete.

Satan
Der klassische Name für den Teufel lautet Satan. Manchmal wird Satan als Fürst der Höllenheere beschrieben, manchmal auch als allein kämpfender Teufel. „Satan“ kommt aus dem Hebräischen und bedeutet Widersacher, Ankläger, Versucher, Gegner, Feind.
http://www.dunkeltor.de/Referat_Satanismus.php

Lilith war das erste Wesen im Paradies. Sie war sogar noch vor Adam da. Und sie weigerte sich, als Adams Frau auch dessen Untergebene zu werden. Sie entscheidet sich für das Nicht-Gehorchen und verlässt aus freien Stücken das Paradies. Von Gottes Engeln wird sie allerhand Repressalien ausgesetzt, aber sie kommt nicht zurück, und sie geht ihren eigenen Weg. Derart ungehorsam und eigenständig, wird sie ein Wesen der Finsternis, und sie tut sich mit einem anderen mächtigen Wesen der Finsternis zusammen: Samael, dem Quertreiber, dem notorisch Ungehorsamen in männlicher Gestalt, auch bekannt als Satan, Teufel oder Luzifer. Die beiden sind einander ebenbürtig, denn schliesslich ist auch Samael nicht immer ein Wesen der Finsternis gewesen. Auch er hat sich, weil er nicht gehorchen wollte, freiwillig aus den Gefilden des Lichts entfernt.
das finde ich sehr spannend, die verbindung zwischen lilith, nennen wir sie ruhig eine personifizierung der göttin, und samael.
die göttin hat immer einen gefährten, er wird die personifizierung dessen gewesen sein, aber noch dem "alten" glauben angehangen haben, der sich gegen die spaltung in gut/böse bzw. männlich/weiblich usw. auflehnt.
das beschreibt sehr gut die krisen, durch die damals nicht nur die frauen sondern auch die männer gegangen sind, als sich plötzlich ein einziger männlicher, noch dazu grausamer gott ( in unserem fall jahweh) zum alleinherrscher aufschwang und die damit einhergehende polarisierung.
"sie entfernen sich aus den gefilden des lichts", d.h., sie mussten in den untergrund gehen.

samael/luzifer kann also nicht isoliert betrachtet werden, weil er immer als der gefährte der göttin mit ihr zusammenhängt.
 

Tarvoc

Ritter vom Osten und Westen
10. April 2002
2.559
samhain schrieb:
samael/luzifer kann also nicht isoliert betrachtet werden, weil er immer als der gefährte der göttin mit ihr zusammenhängt.
Erstens: Was heisst "Göttin"? Meinst du damit das Schöpferwesen? Ich glaube nicht, dass das mit Lilith identisch ist.
Lilith ist wahrscheinlich ein weiterer "gefallener Engel". Vielleicht war sie schon vor Semaels Verbannung mit ihm "zusammen" und wurde deshalb von Jahwe verbannt. Vielleicht hat auch Eifersucht eine Rolle gespielt?
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Nach Hiob 40, 15 ist Behemot von ... geschaffen. Mit welcher Persönlichkeit ist Hiob eigentlich im Gespräch? Nach der Aussage von ... sei auch Hiob selbst von derselben geschaffen.
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
ich weiß nicht, ob lilith ein schöpferwesen war, aber auf jeden fall geht sie auf eine göttin zurück.
ich denke aber eh, das die verschiedenen gottheiten nur die verschiedenen wesensanteile/manifestationen des "einen großen ganzen" repräsentieren.

lilith

adams erste frau ist das relikteines frühen rabbinischen versuches, die sumerisch-babylonische göttin Belet-ili oder Belili in die jüdische mythologie zu integrieren. für die kaaniter war lilith, die B'alat, die "heilige herrin".
liliths fruchtbarkeit und sexuelle vorlieben zeigen, daß sie die große mutter seßhafter, ackerbau treibender stämme war, die sich den durch adam repräsentierten invasionen nomadischer hirten widersetzten.
Vielleicht war sie schon vor Semaels Verbannung mit ihm "zusammen" und wurde deshalb von Jahwe verbannt.
möglicherweise "kannten" sie sich vorher, aber der grund der verbannung war ihrer beider unbeugsamkeit, sie standen für einen anderen glauben, ein anderes denken, das "aufrührerische", was den neuen machthabern gefährlich wurde.
 

sillyLilly

graues WV- Urgestein
14. September 2002
3.269
@streicher
ich bin nicht so fit in den bibelzitaten.
kann deswegen dein posting nicht so ganz verstehen :roll:
Magst du mir das noch mal erklären was du damit meinst?
Danke
Gruß Lilly
 

katharsis5

Großmeister
3. September 2002
99
sillyLilly schrieb:
@streicher
ich bin nicht so fit in den bibelzitaten.
Hiob 40,10-27;41:Sieh doch den Behemoth ((twmhb), den ich mit dir gemacht habe; er frißt Gras wie das Rind. ... Er ist der Erstling der Wege Gottes; der ihn gemacht, hat ihm sein Schwert beschafft. ... Siehe, der Strom schwillt mächtig an - er flieht nicht ängstlich davon; er bleibt wohlgemut, wenn ein Jordan gegen sein Maul hervorbricht. Ziehst du den Leviathan((!tywl) herbei mit der Angel, und senkst du seine Zunge in die Angelschnur? ... Siehe, eines jeden Hoffnung wird betrogen: wird man nicht schon bei seinem Anblick niedergeworfen? Niemand ist so kühn, daß er ihn aufreize. Und wer ist es, der sich vor mein Angesicht stellen dürfte? Wer hat mir zuvor gegeben? Und ich werde ihm vergelten. Was unter dem ganzen Himmel ist, ist mein. Nicht schweigen will ich von seinen Gliedern und von seiner Kraftfülle und von der Schönheit seines Baues. ... Sein Niesen strahlt Licht aus, und seine Augen sind gleich den Wimpern der Morgenröte. Aus seinem Rachen gehen Fackeln, sprühen feurige Funken hervor. Aus seinen Nüstern fährt Rauch, wie aus einem siedenden Topfe und Kessel. Sein Hauch entzündet Kohlen, und eine Flamme fährt aus seinem Rachen. In seinem Halse wohnt Stärke, und die Angst hüpft vor ihm her. Die Wampen seines Fleisches schließen an, sind ihm fest angegossen, unbeweglich. Sein Herz ist hart wie Stein, und hart wie ein unterer Mühlstein. Vor seinem Erheben fürchten sich Starke, vor Verzagtheit geraten sie außer sich. ... Auf Erden ist keiner ihm gleich, der geschaffen ist ohne Furcht. Alles Hohe sieht er an; er ist König über alle wilden Tiere.

Erklärungen:
1. Behemoth und Leviathan kommen in der Bibel vor sowohl real als Tiere - als ein Teil der Schöpfung Gottes - wie auch typologisch, als Bezeichnung für Weltmächte vor.
2. Als Bestandteil der Schöpfung Gottes haben Behemoth und Leviathan auch Anteil an deren Gerichts- und Gnadenverheißungen (Ps 104,24-27; Röm.8,19-22). Denn: "... deine Gerichte sind eine große Tiefe; Menschen und Vieh rettest du, Jahwe".(Ps.36,6b).
3. Behemoth, Seeungeheuer und Rahab bezeichnen Ägypten bzw. den Pharao, den König von Ägypten.(Jes.30,6+7)
4. Leviathan, die flüchtige Schlange, bezeichnet das Tigrisreich (Assur, mit Hauptstadt Ninive) gem. Jes.27
5. Leviathan, die gewundene Schlange, bezeichnet und das Euphratreich (Chaldäa mit der Hauptstadt Babel) gem. Jes.27
6. Ägypten als auch Assyrien und Babylon sind als Widersacher Israels auch Widersacher Gottes (z.B. Jer.46,8-10; 51,1; 1.Kön.11,25 vgl. Sach.2,8), stellen Behemoth und Leviathan Finsternismächte und nicht Lichtesmächte dar.
7. Sowohl der Behemoth als auch der Leviathan, der als Schlange bezeichnet wird (Jes.27,1; vgl. Offb.20,2), sind in letzter Konsequenz als Oberste der finsteren Weltmächte ein Typus auf den Tod und Satan selbst. (Hes.28,12-19; Jes.14,4-20)
8. Die Typologie Behemoth = Tod ergibt sich aus der Tatsache, daß die Wurzelkonsonanten "twmh" die Bedeutung tw<M'h="der Tod" (so z.B. in 5.Mo 30,15; Rut 1,17; Jer 21,8). Ferner ist in Hes 28,19 gesagt, daß der Tod ein Schrecken geworden ist und nicht wiedergefunden wird bis in den Äon. Satan hingegen hat z.Zt. sogar noch Zutritt zu den himmlischen Ratsversammlungen (Hi 1,6 und 2,1). Im Zusammenhang von Hi 18 wird Satan der Erstgeborene des Todes genannt. Damit ist auch ausgesagt, daß der Tod und Satan sogar in einer Art Vater-Sohn-Beziehung zueinander stehen.
9. Während Jesus Christus der Erstgeborene aller Schöpfung genannt wird (Kol.1,18), den JHWH als Anfang seines Weges besaß, vor seinen Werken von jeher (Spr.8,22), gezeugter Sohn (Hebr.1,5) des Höchsten war und ist, ist der Tod als gesalbter Cherub (Hes.28,14) nur ein geschaffener Engelfürst (Hebr.1,5) möglicherweise in Verbindung mit Hi.40,19a[4] der Erstgeschaffene, den Gott einen Herrschaftsbereich, diese Welt (gr. kosmoV = kosmos), zeitweise übertragen hat (Hi 40,19b, Luk.4,6; Joh 12,31), bis diesen Herrschaftsanspruch der Herr Jesus Christus auch sichtbar für alle durchsetzt (Eph 1,20-23 vgl. Hebr.2,7+8).

Quelle: http://www.einert.onlinehome.de/begriffe/bhmotlev.htm
 
Oben Unten