"preppen, survival" - Vorbereitungen für den Ernstfall.

Dieses Thema im Forum "Was Sie schon immer wissen wollten" wurde erstellt von Anubis83, 12. Januar 2014.

  1. DaMan

    DaMan Ritter-Kommandeur des Tempels

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    Malakim gefällt das.
  2. Malakim

    Malakim Insubordinate

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    Frag doch bitte denjenigen der das postuliert hat, siehe oben Beitrag von Giacomo_S

    Ein Stromausfall für mehrere Tage wäre ein gigantisches Problem in einer modernen Großstadt!
    Das ist alles andere als ein Luxusproblem.

    Kaufen kann man nichts, die meisten Heizungen sind aus ... usw. usw.
     
  3. gaia

    gaia Prinz von Jerusalem

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    Bitte beachten: Ich schrieb in vielen Punkten ein Luxusproblem.
     
  4. LEAM

    LEAM Groß-Pontifex

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    Danke, das meintest du:

    Wir werden vermehrt Probleme in de Netzversorgung erhalten, aber die Verlegeart von Hochspannungsleitungen gehört eher nicht dazu. Regenerative Energieerzeugung wird das Hauptproblem für die Netzbetreiber. Die Netztopologie ist aus historischen Gründen ausgelegt, um den Strom von wenigen größeren Kraftwerkseinheiten in der Nähe von Ballungszentren zu verteilen. Jetzt haben wir sehr viele kleinere dezentrale Energieerzeuger mit oft langen Leitungswegen, da viele dieser Anlagen eben in wenig besiedelten Gebieten aufgebaut wurden und werden.
    Das Redispatchen https://de.wikipedia.org/wiki/Redispatch_(Stromnetz) und auch die zunehmende Verbreitung von E-Autos werden Kopfschmerzen bereiten. Die Lastverteilung bei extrem schwankender Energieerzeugung ist daher nicht ganz ohne. Sicherlich lösbar, aber eben nicht, wenn man Stromtrassen automatisch verweigert.

    Wir beide haben leicht reden, wir leben in der Pampa. Aber Hamburg? Allenfalls in den Randgebieten, in denen es ins Umfeld hinaus geht, wird man sich notdürftig behelfen können. Das Ruhrgebiet wird ein Vulkan, die Ballungszentren Berlin oder Frankfurt auch.
     
  5. Giacomo_S

    Giacomo_S Großer Auserwählter

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    "Postuliert" habe ich gar nichts.
    Auffällig an den amerikanischen Hurrikan-Katastrophen der letzten Jahre, Jahrzehnte ist jedoch: Es fällt immer gleich großräumig der Strom aus, und der Grund dafür ist, dass der Sturm die dort üblichen oberirdischen Stromnetze zerreißt. Und dann fällt der Strom ggf. auch immer gleich für ein paar Tage aus, weil es solange dauert, die Masten wieder hoch zu ziehen.

    Auch bei uns gibt es oberirdische Stromleitungen, allerdings sind das dann i.d.R. fast nur noch die Starkstromleitungen zur weiträumigen Stromversorgung. In den USA werden allerdings in vielen, wenn nicht den meisten Regionen die Verbraucher noch oberirdisch versorgt, was bei uns nur noch im Ausnahmefall der Fall ist. Das läuft bei uns alles unterirdisch.
    Auch bei uns gibt es schon mal Stromunterbrechungen wegen Naturgewalten, aber zum Einen betreffen sie nicht gleich halbe Staaten und sind auch nach ein paar Stunden behoben - und nicht erst nach Tagen.

    Wichtige Gebäude verfügen in Deutschland sowieso alle über Notstromaggregate. Es gibt in Deutschland kein Krankenhaus ohne Notstromaggregat, und diese können ohne Einschränkungen den Strombedarf des KKHs komplett decken. Meistens wochenlang - bevor nachgetankt werden muss, dann aber im Prinzip beliebig lang. Aber selbst die meisten Hochhäuser, und wenn es nur Bürogebäude sind, verfügen über vergleichbare Notstromaggregate.

    Aus der Katrina-Katastrophe (Hurrikan, 2005) haben die USA offenbar nichts gelernt. Gegen Naturkatastrophen kann man vielleicht nichts unternehmen, wohl aber gegen die Folgen, die sie haben. Man kann Deiche bauen, man kann Strom unterirdisch legen, man kann Steinhäuser bauen statt die Papphütten, die die Amerikaner Häuser nennen.
    Eine durchschnittliche Sturmflut in der Nordsee steht den Fluten wie zuletzt in Texas kaum nach. Nur haben die Nordseeanrainer Deiche, die die Folgen einer solchen Flut begrenzen resp. verhindern.
    Und man kann - für den Fall der Fälle - Rettungssysteme aufbauen, erhalten und bezahlen. Bilder der letzten Flutkatastrophe in Texas, wo Bewohner eines Seniorenheimes tagelang in ihren Betten liegen müssen - mit knietief das Wasser unter sich! - das kann ich mir für Deutschland, ja nicht einmal für Europa nicht vorstellen. Angesichts der Tatsache, das die USA sich nur zu gern als das fortschrittlichste, reichste und mächtigste Land der Welt darstellen, ein absolutes Armutszeugnis.
     
  6. TheUnforgiven

    TheUnforgiven Großer Auserwählter

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    Ich finde ja, dass ein wenig Vorbereitung nie schaden kann.
    Aber ein Anhorden von Lebensmitteln und allen erdenklichen Hilfsmitteln, finde ich dann auch schon übertrieben.
    Als alter Kölner sehe ich zum Beispiel die Region um Aachen als gar nicht mal so zu belächeln, was Preppen angeht.

    Dort steht direkt um die Ecke das AKW von Tihange, welches schon mehrfach als nicht mehr sicher eingestuft wurde.
    Im schlimmsten Falle kann es hier bei einer Atomkatastrophe zu richtig krassen Zuständen kommen.

    Aber wie ich schon sagte, wer sich ein wenig eindeckt mit Streichhölzern, Kerzen, Decken und ein paar Lebensmittel... ist doch okay. Es kann immer mal irgendwas vorkommen...
     
  7. Viminal

    Viminal Großer Auserwählter

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    Ich sehe das anders, denn die Vorbereitung auf alltägliche Lebenssituationen zeigt ob das Preppen einem systematischen Konzept folgt und tatsächlich einen Überlebensschutz darstellt oder ob das Preppen nur ein Hobby und Spaßveranstaltung ist. Ist letzteres der Fall diskutiert man auf einem ganz anderen Level. Das ist dann ungefähr der gleiche Unterschied wie zwischen der Diskussion welche Winterreifen das bessere Fahrverhalten bringen und welche Radkappen die cooleren sind - ersteres ist ein ernsthaftes Sichherheitsthema, letzteres ist ein Hobbythema bei dem es nicht um was realistisches geht sondern nur um Fantasien und Emotionen.

    Ich will hier mal einwerfen dass in der Wirtschaft versucht wird systematische Heransgehenweisen zu verwenden um zu entscheiden wie viel Ressourcen in welche Sicherheitsmaßnahmen gesteckt werden.
    Zum Beispiel versucht man in der IT-Sicherheit zu identifizieren welche Schutzobjekte es überhaupt gibt, welchen Gefahren diese ausgesetzt sind, wie hoch die Eintrittswahrscheinlichkeit ist, welches Schadenspotential dahintersteht und was die Absicherung kostet. Da wird dann sogar versucht jeweils einen Geldwert zu ermitteln und anhand des Geldwertes wird dann entschieden welche Sicherheitsmaßnahmen mit dem verfügbaren Budget umgesetzt werden.
    Ganz grobes Beispiel: Das Unternehmens-Netzwerk. Zwei Gefahren sind: Die Putzfrau kippt aus Versehen den Putzeimer über den zentralen Server aus, die Russen greifen Deutschland an und bombardieren das Gebäude mit dem Server.
    Der Angriff der Russen zerstört das Netzwerk und hat ein Schadenspotential von vielen Millionen.
    Der Wassereimer legt das Netzwerk solange lahm bis ein Ersatzgerät aufgestellt und eingerichtet ist, z.B. zwei Tage. Schadenspotential ist vielleicht einhunderttausend Euro.
    Die Eintrittswahrscheinlichkeit mit dem Wassereimer ist sehr hoch, aber die Schutzmaßnahmen ist wesentlich billiger - nämlich einfach das Verbot im Serverraum feucht zu wischen sowie Datensicherungen. Das wird also auch umgesetzt.
    Die Eintrittswahrscheinlichkeit des Russenangriffs ist derzeit als gering zu bewerten, die Schutzmaßnahmen kosten zudem eine Unmenge - nämlich der Aufbau eines zweiten Unternehmensnetzwerkes in einem anderen Land. Das ist aber so teuer dass es sich nicht rechnet und die Erkenntnis lautet: Bei der derzeitigen Unternehmensgröße muss man dann halt beim Eintreten des Russenangriffs schauen ob und wie man doch weitermachen kann.

    Im Privatleben kann man ähnlich vorgehen. Was für Dinge habe ich die ich schützen will?
    Beispiel: Das Eigenheim.
    Welche Gefahren drohen ihr?
    Beispiel: Stromausfall, Wasserausfall, Abgeschnitten werden von der Versorgung durch einen Erdrutsch auf der einzigen Straße, Zwangsversteigerung weil man die Hypothek nicht mehr bedienen kann, Wohnungsbrand, Naturkatastrophen, Gasexplosion, .... Atomschlag, Nibiru.
    Dann kann man die Wahrscheinlichkeiten und die jeweiligen Auswirkungen bewerten.
    Am Beispiel: Beim Stromausfall ist das Haus noch nutzbar, es gibt nur Einschränkungen. Die Erkenntnis dabei ist sogar, dass man die Stromausfallgefahr in verschiedene Kategorien einteilen muss - nämlich nach der Dauer, da die Einschränkungen ja mit der Zeit größer werden. 1. Kategorie z.B. bis 24h da man in dieser Zeit noch damit auskommt dass ohne Strom keine Heizung und kein Herd funktionieren. 2. Kategorie mehr als 24h, da man hier eine Alternative zur Heizung zur Verfügung stellen müsste, 3. Kategorie mehr als 3 Tage, weil man nicht länger als drei Tage auf warmes Essen verzichten will usw.
    Der Atomschlag macht das Haus hingegen komplett unbewohnbar.
    Dann bewertet man die Eintrittswahrscheinlichkeiten (es hilft hier auch Stufen zu haben, z.B. sehr hoch, hoch, mittel, niedrig, sehr niedrig, vernachlässigbar) und die Schutzmaßnahmen.
    Stromausfall 1. Kategorie - mittel, aber man muss nichts unternehmen
    Stromausfall 2. Kategorie - niedrig, Schutzmaßnahmen: Stromunabhängige Heizung für wenigstens einen Raum
    Stromausfall 2. Kategorie - sehr niedrig, Schutznahmen: Wie 2, plus einen Campingkocher mit Brennstoff für x Tage
    Atomschlag: Bewerte ich mit vernachlässigbar, aber die Schutzmaßnahme ist eher teuer, nämlich entweder der Bau eines Schutzbunkers oder das Bereithalten einer Ersatzunterkunft auf einem anderen Kontinent plus sicheres Transportmittel dorthin.

    Der Privatmann kann dann entscheiden wieviel seiner knappen Ressourcen er in welche Schutzmaßnahmen steckt.
    Und ganz ehrlich: Jeder der einen solchen vernunftbasierten Ansatz erfolgt, wird sich erstmal gegen die "langweiligen" Alltagsrisiken absichern bevor er Geld und Zeit in Atomschutzanlagen investiert.

    Ich denke aber das Preppen wird oftmals als psychologischer Ausweg vor eben genau diesen Alltagsszenarien, die viel wahrscheinlicher sind, genutzt. Der Mensch verspürt die Angst vor der Berufsunfähigkeit durch einen Unfall oder vor der Gefahr alles ersparte zu verlieren beim nächsten Bankencrash. Als Ausweg wird aber nicht die Absicherung dagegen betrieben - weil dies heißt sich einzugestehen wie labil das eigene Leben in Wahrheit ist. Stattdessen wird verdrängt und es wird sich vorbereitet auf Fantasiegefahren, von denen man heimlich annimmt dass sie gar nicht eintreten werden, weil dies im doppelten Sinne Sicherheit gibt: Man bereitet sich ja einerseits vor und andererseits wirkt der Bankencrash, obwohl viel wahrscheinlicher, nicht so bedrohlich angesichts eines totalen Weltuntergangs durch Nibiru. Damit werden die paar Konservern und der Campingkocher zur Beruhigungspille gegen die Alltagsängste - beim Einmarsch der Russen kann man sich drei Monate lang selbst versorgen ... und d.h. die Berufsunfähigkeitsversichung braucht man nicht abschließen, denn das ist ja lächerlich angesichts der Gefahr eines Weltkrieges und außerdem geht die Versicherung dann auch den Bach runter!

    Vernünftig oder systematisch ist das aber nicht.
     
    Lupo und Ein wilder Jäger gefällt das.
  8. Popocatepetl

    Popocatepetl Groß-Pontifex

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    27. August 2013
    vernünftig wäre es, wenn man denn eine ölheizung inklusive tank hat, dann auch einen dieselgenerator zu besorgen...

    :)
     

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