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Palestina/Israel - geschichtliche Entwicklung

sillyLilly

graues WV- Urgestein
14. September 2002
3.269
Hallo :)

mich interessieren geschichtliche Hintergründe. (ich denke, das die politischen Ansichten schon in anderen Threads ausreichend diskutiert werden)

Auch die Völkerzusammensetzung wie sie früher war, würde mich interessieren. Ich merke, das es doch einige geschichtliche Lücken in meiner Erinnerung gibt *g* Schulzeit ist doch schon ein bischen her.

Ich habe ein bischen gegoogled und dabei kam mir die Idee, daß es hier im Forum bestimmt einige gibt, die viel Wissen beizutragen hätten. :D
hier ein paar Eckpunkte und Fragen Ich hoffe auf reichlich kluge Schreiber, die meine Wissenslücken schließen können.

Soweit ich weiß, war Palästina bis 1918 unter türkischer Besatzungsmacht. (seit wann eigentlich? 1516 ?) Wann gab es ein eigenständigen Staat Palästina?

Soweit ich weiß, lebten in Palästina sowohl Juden, Christen, als auch Moslems Jahrhundertelang zusammen. (?) 1939 betrug der Anteil von Juden 30% der Bevölkerung. Wißt ihr wie die Bevölkerung sich ansonsten zusammensetzte ? Auch vor 1918 ?

Welche Rolle hat eigentlich Jordanien gespielt. Meines Wissens nach, hat es einen Teil des Landes, das den Palästinensern zukommen sollte, einfach für sich anektiert. (?)

soweit erst mal ein paar Fragen.

Namaste
Lilly
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
Um 950 v.Chr. ließ König Salomon, der Sohn Davids, zum Zwecke der Unterbringung des heiligsten Besitzes Israels, der Aron ha-kodesch (Bundeslade), einen Tempel errichten. Diese aus vergoldetem Akazienholz bestehende, die Allgegenwart Jahwes symbolisierende Lade überstand die Plünderungen der Ägypter (984 v.Chr.), der Babylonier (586 v.Chr.) und Alexanders des Großen (333 v.Chr.) ebenso wie die vollkommene Zerstörung des Tempels durch den syrischen König Antiochos IV. im Jahr 186 v.Chr. Herodes der Große, jüdischer Herrscher während der römischen Besatzung, ließ den Tempel 37 v.Chr. erneut aufbauen. Im Verlauf des jüdischen Aufstandes gegen die römische Oberherrschaft wurde im Jahr 70 n.Chr. der gesamte Tempel, mit Ausnahme der westlichen Außenmauer (die auch heute noch als "Klagemauer" weiterbesteht), durch die Truppen Kaiser Titus' zerstört. Die Bundeslade wurde nach Rom gebracht, und ihre Spur verliert sich dort. Um das Jahr 130, als Kaiser Hadrian auf den Ruinen Jerusalems die römische Kolonie Aelia Capitolina gründete, begann die Diaspora der Juden, ihre Verstreuung über die ganze Erde. Über die Jahrunderte des Exils wurden jedoch in jedem jüdischen Heim die Erinnerung an die Heilige Stadt und die Hoffnung an eine Rückkehr wachgehalten, wie die rituelle, an jedem Passahfest wiederholte Erklärung "Nächstes Jahr, Jerusalem" bewies.
324 n.Chr. erklärte der römische Kaiser Konstantin I. das Christentum zur Staatsreligion. Es war jedoch die Mutter des Kaisers, Helena, die am meisten zur Entwicklung Jerusalems zum Mittelpunkt des christlichen Glaubens beitrug. Bei der ersten "archäologischen Grabung" im Heiligen Land entdeckte sie im Jahr 326 auf Golgatha, dem Ort der Kreuzigung und der Bestattung Jesu, Reliquien, die als das Wahre Kreuz verehrt wurden. Konstantin ließ auf Golgatha die Grabeskirche erbauen. Dieses bedeutendste christliche Heiligtum steht, zweimal zerstört und nach dem Wiederaufbau durch die Kreuzfahrer im Jahr 1149 mehrfach restauriert, in der Altstadt Jerusalems am Ende der Via Dolorosa (Straße der Tränen), auf der Jesus sein Kreuz nach Golgatha getragen hat.
937 wurde Jerusalem von moslemischen Arabern in Besitz genommen, die die Stadt als Ort der Himmelfahrt Mohammeds verehren. Von 685-705 dauerte die Bauzeit ihres Heiligtum, des Felsendomes. Der osmanische Sultan Suleiman ließ 1561 das Innere des achtseitigen Gebäudes mit Marmor, die Außenwände mit persischen Kacheln verkleiden. Gekrönt wird das Gebäude von einer vergoldeten Kuppel.
Während des ersten Kreuzzuges wurde Jerusalem im Jahre 1099 von christlichen Kreuzfahrern eingenommen. Sie gründeten das von den Franken beherrschte Königreich Jerusalem. Unter der Führung Saladins gelangte die Stadt wiederum in moslemische Hand und blieb von 1244 bis ins 20. Jahrhundert unter der Herrschaft des Islam. Von 1517 an war sie ein Teil des Osmanischen Reiches. Es war christlichen Pilgern erlaubt, die Heiligtümer aufzusuchen, und im späten 19. Jahrhundert waren bereits zahlreiche Juden in die Stadt zurückgekehrt.
Im Dezember 1917 wurden die Türken von den Briten aus Jerusalem vertrieben. Die Stadt wurde zum Sitz der britischen Mandatsregierung für Palästina. Die britische Regierung befürwortete die Errichtung einer "nationalen Heimstätte" der Juden. Ihre Versuche, das Gebiet auf die Selbstverwaltung vorzubereiten, stießen auf heftige Kritik seitens der palästinensischen Araber, die fürchteten, ihr Land zu verlieren, und seitens der "Zionisten", die die baldmöglichste Gründung eines selbständigen jüdischen Staates anstrebten. 1947 beschlossen die Vereinten Nationen, dass Palästina in einen arabischen und einen jüdischen Staat geteilt werden sollte, mit Jerusalem als "internationale Stadt". Als aber im Mai 1948 die Briten abzogen und der jüdische Staat Israel proklamiert wurde, begann der offene Kampf, der sich auf den Besitz Jerusalems konzentrierte. Am Ende des Jahres war die Altstadt (Ost-Jerusalem) unter arabischer Kontrolle. Die Juden hielten die neue Stadt (West-Jerusalem), die zur Hauptstadt Israels wurde. Nun waren aber die Juden von ihren heiligen Stätten getrennt. 1967 vertrieben israelische Truppen während des Sechstagekrieges die Araber nach drei Tagen heftiger Straßenkämpfe. Israel erklärte Gesamt-Jerusalem 1980 gegen den erbitterten Widerstand der arabischen Seite zu seiner Hauptstadt, die heute 650.000 Einwohner hat.
Im Frühjahr 1948 lebten in Palästina neben 650.000 Juden etwa 1,35 Millionen Araber. Der von den Vereinten Nationen für sie vorgesehene Staat kam nicht zustande, weil die Palästinenser nicht mit weniger als dem ganzen Land zufrieden waren, weil die arabischen Nachbarstaaten einen Krieg gegen Israel anzettelten und weil Jordanien anschließend das nicht von Israel besetzte Gebiet annektierte.
Den Türken, die Palästina vierhundert Jahre lang, von 1516/17 bis 1917/18, verwalteten, war die jüdische ländliche Siedlung seit 1878 nicht unwillkommen, sahen sie in ihr doch ein Gegengewicht zu den aufbegehrenden Arabern und potentiell eine gute Steuerquelle. Die Juden kauften Land von türkischen oder arabischen Grundherren; Pächter, die oft seit Generationen ansässig waren, mussten weichen. Es waren meist vernachlässigte, aber sehr fruchtbare Böden, die trockengelegt und kultiviert wurden. Nicht selten überflügelten die Juden ihre arabischen Nachbarn und verdrängten sie vom Markt. So entstanden frühe Konflikte. Sie verschärften sich, als vor 1914 das sozialistisch-zionistische Prinzip aufkam, auf die "Ausbeutung" arabischer Lohnarbeiter zu verzichten und eine allseitig entwickelte jüdische Wirtschaft aufzubauen. Die Araber sehen heute darin Tendenzen zur "Rassentrennung" und zum Boykott arabischer Waren. Noch schwerer wiegt der Vorwurf, die Ansiedlung, nach 1920 das britische Mandat und schließlich die Staatsgründung seien Ergebnisse eines imperialistischen Komplotts. Sicher war die britische Politik imperialistisch; die Chance, die sie den Juden bot, war aber begrenzt, denn sie war während der Mandatszeit eher antizionistisch und einer Staatsgründung keineswegs förderlich.
Als Folge arabischer Aufstände, die ihren Höhepunkt 1936 erreichten (u.a. Pogrom in Hebron), nahmen die Briten 1939 die Balfour-Deklaration praktisch zurück, indem sie die Errichtung eines von der arabischen Mehrheit beherrschten Palästinastaats binnen zehn Jahren zusagten. Auch das genügte den Palästinensern nicht. Ihr prominentester Führer, Mohammed Amin Al Hussaini (1895-1974), von den Briten eingesetzter Großmufti von Jerusalem, verbündete sich mit Adolf Hitler (1889-1945) und diskreditierte die Nationalbewegung schwer.
Nach der Gründung Israels verließen über eine halbe Million Palästinenser das Gebiet des neuen Staates, teil freiwillig, weil ihre politischen Führer rieten, den Vormarsch der arabischen Armeen nicht zu behindern, teils aus Furcht vor dem Gegenterror extremistischer jüdischer Verbände.
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
T.E.Lawrence schafft es, arabische Stämme gegen die Türken zu mobilisieren.

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0,1872,1019257,00.html
http://www.film-informationen.de/lawrence_von_arabien_6319566.htm
Super Film!!!
Kann ich nur empfehlen.

"Exodus" (1957), Uris' Epos vom Weg der Juden in den Staat Israel, zählt bis heute zu den erfolgreichsten Romanen der Weltgeschichte.
Habe ich vor 15 Jahren gelesen. Der Roman hat mich damals sehr gefesselt.
http://www.welt.de/data/2003/06/26/124719.html

Grüße
BrettonWoods
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
Chronologie der Entwicklung
des modernen Staates Israel

1882 bis 1903
Erste Einwanderungswelle (Alija): Als Reaktion auf ihre Unterdrückung in Osteuropa kommen etwa 30.000 Juden nach Palästina.
1896
Theodor Herzl veröffentlicht "Der Judenstaat ".
29. bis 31. August 1897
Erster Zionistenkongreß in Basel, der die Schaffung einer gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in dem damals unter osmanischer Herrschaft stehenden Palästina fordert.
2. November 1917
Die Britische Regierung sichert den politischen Zionisten ihre Unterstützung bei der Schaffung einer "jüdischen Heimstätte" in Palästina zu (BalfourDeklaration).
24. April 1920
Konferenz der Alliierten in San Remo überträgt Großbritannien das Mandat für Palästina.
Dezember 1920
Dritter Palästinensischer Nationalkongreß, der in Haifa stattfindet, verlangt für Palästina eine einheimische Regierung.
1932 bis 1938
Im Zuge der fünften Alija kommen als Reaktion auf Verfolgung in Europa mehr als 250.000 jüdische Einwanderer nach Palästina.
1936 bis 1939
Widerstand der Palästinenser gegen die britische Mandatspolitik und die zionistische Kolonisation erreicht einen Höhepunkt.
1939 bis 1945
haSchoah beEuropa
29. November 1947
Die UN-Vollversammlung beschließt mit der Resolution 181/II die Teilung Palästinas und die Gründung eines jüdischen und eines arabischpalästinensischen Staates sowie die Internationalisierung des Gebietes von Jerusalem


Nachdem die UNO am 29.11.1947 die Teilung des ehemaligen britischen Mandatsgebietes Palaestina (britisch seit 1918, zuvor Randprovinz des Ottomanischen Imperiums) beschlossen hatte, zogen die Briten ab. Die juedische Bevoelkerung des ehem. Mandatsgebietes rief im ihr zugesprochenen Teil am 14.Mai 1948 den Staat Israel aus.

http://www.hagalil.com/israel/geschichte/geschichte.htm
 

Lyle

Vorsteher und Richter
16. Februar 2003
777
Ich kopier mal aus einem anderen Thread
Jetzt will ich nocheinmal den geschichtlichen Hintergrund erläutern
Zunächst einmal zum Begriff Palästina. Dieses umfasste eigentlich ein größeres Gebiet als das was man heute darunter versteht, nämlich auch noch das heutrige Jordanien. Dieses wurde schon 1921 als Transjordanien vom Rest Palästinas abgespalten und kam unter arabische Herrschaft, wenn auch noch unter britischer Oberhoheit

Zum Thema wer hat Schuld daran, das es keinen Palästinenserstaat gibt:
Bereits in den 30er Jahren hatte Grossbritannien zwei getrennte Verwaltungen vorgeschlagen. Von jüdischer Seite wurde dieser Vorschlag akzeptiert, von palästinensisch-arabischer Seite nicht.
Als 1946 das britische Mandat über Transjordanien auslief wurde Großbritannien gedrängt das Mandat über den Rest Palästinas ebenfalls abzugeben. Im Februar 1947 übergab Großbritannien das Nahost-Problem der UNO. Deren Generalversammlung (also nicht nur eine Kommision) beschloss am 29.11.1947 mit Zweidrittelmehrheit - in der die Stimmen der USA und der UdSSR enthalten waren - die Teilung des Landes. Von jüdischer Seite wurde dieser Vorschlag erneut akzeptiert, von arabischer Seite abgelehnt.
Damals brachen die Kampfhandlungen zwischen palästinensisch-arabischen und jüdisch-zionistischen Kräften aus. Blutige Unruhen hat es aber bereits vorher seit dem ersten Weltkrieg gegeben. In dieser Situation zogen die Briten ihre Truppen ab und überließen die kämpfenden Fraktionen ihrem Schicksal.
Daraufhin wurde am 14.5. 1948 der Staat Israel ausgerufen. Einen Tag später rückten die Truppen Ägyptens, Syriens, Transjordaniens, Iraks und des Libanon in Israel ein. In diesem Krieg, der auf die Vernichtung Israels ausgelegt war siegte Israel überraschend und eroberte ein Gebiet, das größer war als das im Teilungsplan vorgesehene, jedoch blieb noch immer ein Teil des ehemaligen Palästinas über. Dieses (Westjordanland einschließlich Ost-Jerusalem) wurde von Transjordanien annektiert, das sich dann in Jordanien umbenannte.
Die Palästinenser, die sich im Verlauf dieses Konfliktes aus der Region entfernt hatten, wurden daraufhin v.a. in den bekannten Lagern im Gebiet des neu entstandenen Jordaniens und im Gazastreifen untergebracht. Das Westjordanland, dass die Palästinenser heute gerne u.a. als Staat hätten war bis 1967 in jordanischem Besitz bis es im Sechstagekrieg von den Israelis erobert wurde.
Die Informationen stammen aus der Brockhaus-Enzyklopädie
 

sillyLilly

graues WV- Urgestein
14. September 2002
3.269
Danke Bretton Woods :D
Schade, das sich so wenige an dem Thema beteiligen :(

Weißt du mehr über Jordanien ?

Namaste
Lilly
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
TEXT VON Peter Carstens
Israel: Wann kommt der Frieden?
Ein künstlicher Staat
Auf dem Gebiet des heutigen Israel siedelten schon lange Juden und Araber nebeneinander. Aber nicht immer friedlich. Als sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts immer mehr Juden in der Region ansiedelten, verschärften sich die Spannungen: Die Palästinenser, wie die arabischen Bewohner Israels genannt werden, wollten sich durch die Juden nicht verdrängen lassen.
Die UNO will Frieden stiften
Die UNO, die schon damals eine wichtige Rolle spielte, hatte erkannt, dass ein friedliches Zusammenleben der beiden Volksgruppen auf Dauer nicht möglich sein würde. Also sollte das Land, das früher Palästina hieß, in einen arabischen und einen jüdischen Staat geteilt werden. Die Grenzen hierfür legte sie im Jahr 1947 fest. Allerdings gab es nun Dörfer und Städte mit rein palästinensischer Bevölkerung, die nach dem Plan der UNO zu Israel gehören sollten. Die Palästinenser lehnten den Plan ab. Im folgenden Jahr wurde der Staat Israel offiziell ins Leben gerufen.
Der Nahostkonflikt beginnt
Noch im selben Jahr gab es Krieg - zwischen Israel auf der einen und den arabischen Nachbarn, vor allem Jordanien und Ägypten, auf der anderen Seite. Auch der Irak kämpfte damals gegen Israel. Das Ergebnis: Das Staatsgebiet Israels war um einiges größer als von der UNO vorgesehen. Es folgten Jahre der Unsicherheit und der Feindseligkeit zwischen Juden und Arabern. Das war der Anfang des so genannten Nahostkonflikts, der noch heute nicht gelöst ist.
http://www.geo.de/GEOlino/menschen_...likt/page1.html?SDSID=89236000000021056969644
http://www.geo.de/GEOlino/menschen_...likt/page2.html?SDSID=89236000000021056969644
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
Jordanien
Antike
Teil des römischen Reiches, Städte Mitglied im Decapolis-Verband

636 n.Chr.
Islamische Eroberung

1516
Osmanische Eroberung, Teil des osmanischen Reiches

1920
entsprechend Sykes/Picot Plan wird Jordanien brit. Mandatsgebiet

1923
Östlich des Jordan gelegenes Gebiet wird „Emirat Transjordanien", immer noch unter brit. Mandat

25.05.1946
Unabhängigkeit, Proklamation Emir Abdallahs zu König Abdallah I.

1948 Nach dem ersten arab.-isr. Krieg werden Westjordanland und Ostjerusalem ins Königreich eingegliedert

1950 Umbenennung in „Haschemitisches Königreich Jordanien"

20.07.1951
König Abdallah I. wird auf dem Tempelberg in Jerusalem ermordet, Nachfolger wird sein Sohn Talal bin Abdullah.

11.08.1952
Nach dem Rücktritt von Talal aus gesundheitlichen Gründen wird dessen Sohn als König Hussein bin Talal proklamiert

1967
Westjordanland und Ostjerusalem werden von Israel besetzt, Jordanien nimmt viele Flüchtlinge auf

1970
"Schwarzer September", König Hussein setzt sich gegen radikale Palästinensergruppen durch, viele Palästinenser verlassen das Land

31.07.1988
Lösung der „administrativen und rechtlichen Bindungen" Jordaniens an Westjordanland, Jordanischer Knig bleibt verantwortlich für religiöse Orte in Ostjerusalem. Staatsgewalt des heutigen Jordanien beschränkt sich auf das ehemalige Transjordanien.

26.10.1994
Friedensvertrag von Wadi Araba mit Israel

07.02.1999
König Hussein verstirbt, sein Sohn wird als Abdallah II. König von Jordanien

24.09.2001
Freihandelsabkommen mit USA tritt in Kraft

01.05.2003
Assoziierungsabkommen mit EU tritt in Kraft
 

moleman

Geheimer Meister
24. August 2002
125
29. bis 31. August 1897
Erster Zionistenkongreß in Basel, der die Schaffung einer gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in dem damals unter osmanischer Herrschaft stehenden Palästina fordert.


Mal zur Planung dieser "gesicherten Heimstätte".
Ich habe gehört, dass es auch Pläne als Alternative zum Nahen Osten gab.
So war wohl eine Überlegung Israel in Kanada zu errichten.

Sicherlich war keine dieser Alternativen realistisch, da keine mit den historischen Stätten aufwarten kann wie das jetzige Israel.

Kann einer von Euch etwas zu diesen "Alternativen" sagen ?
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
Jordanien, Königreich in Vorderasien zw. Israel im W, Syrien und Irak im N und Saudi-Arabien im O und S, 88 572 km² (ohne W-Jordanland), 3,3 Mio. Einw., Hauptstadt Amman, Amtssprache Arabisch. - Land, Leute, Wirtschaft: An der NW-Grenze vom Jordangraben durchzogen, ist J. ansonsten ein Hochland, im SO bis 1 745 m hoch (Dschabal Ram), das von aridem Kontinentalklima geprägt ist (v.a. Wüste und Steppe). Regenfeldbau ist daher nur an den Hängen des Jordangrabens mögl., sonst dominiert nomad. Viehwirtschaft. Die fast ausschließl. arab.-muslim. Bevölkerung (starke christl. Minderheit) ballt sich um Amman, wo auch Industrie angesiedelt ist. Ansonsten trägt nur noch der Phosphatabbau im W nennenswert zum Sozialprodukt bei. - Geschichte: Jordanien war bis zum Ende des Osman. Reiches Teil der Provinz Damaskus und wurde nach dem Ersten Weltkrieg mit Palästina brit. Mandatsgebiet. 1946 wurde es als Königreich unabhängig, dehnte sich im Krieg gegen Israel 1948 auf das Westufer des Jordans aus und besetzte die Altstadt von Jerusalem. Im Sechstagekrieg 1967 büßte J. die West-Bank und Ostjerusalem wieder ein und verlor damit den fruchtbarsten Teil des Landes. 1988 verzichtete König Hussein endgültig darauf und überließ der PLO die Sorge für die Rückgewinnung.

Jordanien 1. Weltkrieg bis heute
Jordanien wurde während des 1.Weltkrieges (1914-1918) durch britische und arabische Truppen besetzt und 1918 von der türkischen Oberhoheit befreit. Nach dem Krieg wurde Jordanien Großbritannien als Völkerbundmandat zugesprochen. 1922 spalteten die Briten das Gebiet in 2 Teile und bezeichnete das Land westlich des Jordans als PALÄSTINA und das Land östlich des Jordans als TRANSJORDANIEN. 1928 wurde die Unabhängigkeit Transjordaniens in einem Vertrag mit Großbritannien festgelegt.
Die Regierung Transjordaniens arbeitete während des 2. Weltkrieges mit Großbritannien zusammen. 1945 wurde Transjordanien Mitglied der Arabischen Liga. 1946 gab die britische Regierung das Mandat über Transjordanien auf. Zu den Bedingungen des zwischen den Staaten abgeschlossenen Abkommens gehörte die Anerkennung Transjordaniens als souveräner und unabhängiger Staat.
Auch ein Bündnis über Militärhilfe und gegenseitige Unterstützung wurde abgeschlossen.
Im Mai desselben Jahres wurde Abdalla zum König ausgerufen.
Die jordanische Armee war unter dem Namen arabische Legion bekannt. Sie schloß sich den anderen Nationen der arabischen Liga an, die 1948 einen Angriff auf Israel ausführten. 1949 unterzeichnete Transjordanien einen Waffenstillstand mit Israel.
König Abdallah gliederte 1950 offiziell die arabisch besetzten Teile Palästinas trotz starker Opposition seitens anderer Mitgliedstaaten der arabischen Liga ein und gewährte den Bewohnern des Westjordanlandes die Staatsbürgerschaft. Das Königreich erhielt den Namen Jordanien.
Am 20. Juli 1951 fiel König Abdallah dem Attentat eines Palästinensers zum Opfer. Im September darauf trat sein Sohn Talal der Erste die Nachfolge an, wurde aber auf Grund seiner Geisteskrankheit abgesetzt, und sein Sohn Hussein der Erste wurde zum König ernannt.
Anfang der fünfziger Jahre kam es an der jordanisch-israelischen Grenze wiederholt zu Zusammenstößen. Hauptgrund waren israelische Bewässerungsprogramme die den Wasserspiegel des Jordans senkten.
Am 14. Dezember 1955 wurde Jordanien Mitglied der Vereinten Nationen. (UN-UNITED NATIONS). Am 19. Januar 1957 schlossen Ägypten, Syrien und Saudi-Arabien einen Zehnjahresvertrag, in dem sie festlegten, Jordanien jährlich mit 36 Mill. Schilling zu unterstützen.
Dieses Abkommen hatte zum Ziel, Jordanien von seiner Abhängigkeit von westlichen Ländern, insbesondere von Großbritannien zu befreien.
Zwischen 1961 und 1962 war Jordanien relativ frei von innenpolitischen Streitigkeiten. Im Dezember 1962 wurden auch Wahlen wieder zugelassen.
Nach den Wahlen im Juli 1963 wurde ein neuer Ministerrat gebildet, und es folgten zwei Jahre relativer Ruhe im Land. Im September 1964 kam es im Laufe einer arabischen Gipfelkonferenz in Kairo erneuter zu Zusammenstößen mit Israel, die durch Streitigkeiten über die Wasserrechte am Jordan hervorgerufen wurden.
Mitte der sechziger Jahre verschlechterte sich die Beziehungen mit dem linksgerichteten Baath-Regime in Damaskus, und die arabischen Nationen tendieren zu einer Spaltung in ein extremistisches Lager (Syrien, Ägypten, Irak) und in eine gemäßigte Gruppe (Jordanien, Saudi-Arabien, Tunesien)
Arabische Terrorgruppen der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) führten von Jordanien Anschläge gegen Israel aus, für die Jordanien israelische Vergeltungsakte hinnehmen mußte. Obwohl Jordanien aufhörte die PLO zu unterstützen (1966), wird Hussain genötigt die Terroristen weiter zu unterstützen.
Als er sich weigern wollte, rief die PLO zu seinem Sturz auf. Die israelisch-arabischen Spannungen nahmen immer mehr zu und am 5. Juni 1967 brach der Sechstagekrieg aus.
Jordaniens Nachkriegspolitik hatte eine stärkere Bindung an den Westen und den Rückzug der Israelis aus den besetzten Gebieten zum Ziel.
1970 kam es zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen, als palästinensische Guerillakämpfer jordanischen Truppen Gefechte lieferten. Der Befehl Husseins militärisch gegen die Guerillaeinheiten vorzugehen stoß seitens arabischer Länder auf starke Kritik.
Am 28. November fiel Premierminister Tal einem Attentat von Guerillakämpfen zum Opfer. Die Idee Husseins einen arabischen Bundesstaat zu gründen wurde abgelehnt.
Am 18. September 1973 ließ Hussein 1500 Gefangene, davon 759 Angehörige palästinischer Kommandotruppen frei. Dies galt als Friedensgeste.
Im Krieg, am 6. Oktober 1973 schickte Jordanien Truppenverbände zur Unterstützung syrischer Einheiten, die gegen Israel kämpften.
1974 erkannte Jordanien die PLO als alleinigen Vertreter des palästinensischen Volkes an und gab jeden Anspruch auf das israelisch besetzte Westjordanland auf. Als Ausgleich versprachen die übrigen arabischen Länder Jordanien wirtschaftliche und militärische Hilfe. Das jordanische Parlament wurde ohne Vertreter des Westjordanlandes neu aufgestellt. Als Jordanien den Irak in seiner Auseinandersetzung gegen den Iran unterstützte, belastete dies die Beziehung zu der proiranischen Regierung Syriens, zu den USA, zu Saudi-Arabien und zu anderen arabischen Staaten.
1991 fanden Friedengespräche statt und im selben Jahr hob König Hussein das Verbot politischer Parteien auf. 1994 unterzeichnete Hussein ein Friedensabkommen mit Israel, das 46 Jahre Krieg und gespannte Beziehungen zwischen beiden Ländern beendete.


Politik:
Staatsform: Konstitutionelle Monarchie
Staatsoberhaupt: König Hussein II. Ibn Talan
Regierungschef: Abdassalam Mogli
Parlament: Abgeordnetenhaus (80 Sitze)
Parteien: Nationalisten, Islamische Aktionsfront, Unabhängige Islaministen, Linke

Umgangssprachlich wird bei uns "The Hashemit Kingdom of Jordania" einfach Jordanien genannt.

Nach der Verfassung von 1951 ist Jordanien eine konstitutionelle Monarchie. Der König Jordaniens ist Staatsoberhaupt, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Regierungschef. Außerdem ernennt er Ministerpräsidenten und Minister. 1984 durften erstmals Frauen wählen, 1993 wurde sogar eine Frau ins Parlament gewählt. Parteien sind seit 1991 auf königlichen Widerruf erlaubt.

Die Legislative besteht aus einer Zweikammerverbindung:

Aus dem "Haus of Natobles" (Oberhaus), das aus 40 Mitgliedern, die vom König gewählt werden, zusammengesetzt ist.

Aus dem Repräsentantenhaus, das 1986 auf 142 Mitglieder erweitert wurde; Bis dahin waren 80 Parlamentssitze besetzt. Das Repräsentantenhaus existiert seit 1974, wobei es schon etliche Male abgeschafft und wieder eingeführt worden ist.

Jordanien gliedert sich in 8 Verwaltungsdistrikte, doch das heutige Westjordanland wird seit 1967 von Israel besetzt. 1993 einigten sich Jordanien und die PLO auf Grundzüge eines Wirtschaftsabkommens, das den freien Handel zw. Jordanien, dem Westjordanland und dem Gazastreifen mit dem jordanischen Dinar als Währung regelt.
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
@moleman

Der Wiener Journalist und Schriftsteller Theodor Herzl (1860 bis 1904) einte die unterschiedlichen Bestrebungen, mit seiner programmatischen Schrift "Der Judenstaat. Versuch einer modemen Lösung der Judenfrage" (1896) und mit dem (ersten) Zionistenkogress in Basel (1897), der eine "öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte" für das jüdische Volk forderte. (1) Die neue Bewegung, der Zionismus, lehnte, da sie den Antisemitismus für unausrottbar hielt, Assimilation ab und aktualisierte und politisierte den alt-israelitischen Mythos, wonach Jahwe, ihr Gott, den Israeliten Palästina verheißen und gegeben hat. Die Errichtung eines "Judenstaates" dort, im "Land der Väter" -eine säkulare Idee, wenngleich aus religiösen Traditionen gespeist -, rückte ins Zentrum zionistischer Programmatik.

Indem sie auf einen Mythos zurückgriffen, setzten sich Zionisten über normale historische Maßstäbe hinweg. Ihrer Logik zufolge hätten, da ihre Vorfahren dort einmal gelebt hatten, auch Ägypter, Griechen, Perser oder Italiener einen Anspruch auf Palästina anmelden können. Nahum Goldmann (1895 bis 1982), ein führender Zionist, nannte das jüdische Volk "einzigartig und anders als alle übrigen.....paradox in seinen Widersprüchen". "Stellen Sie sich vor, was geschehen würde, wenn alle Völker der Welt die Gebiete zurückverlangten, die ihnen zweitausend Jahre zuvor gehört hatten. Können Sie sich das Chaos vorstellen?" (2)

Dass Palästina von Arabern besiedelt war, ignorierten Zionisten zunächst mit der von Israel Zangwill geprägten Formel: "Gebt das Land ohne Volk dem Volk ohne Land!" Herzl erwähnte in seinen Reden auf den Zionistenkongressen die Araber nicht ein einziges Mal. Goldmann sprach von zwei Unwahrheiten, die in der Ignoranz der Zionisten zusammenkamen: "Erstens war Palästina kein Land ohne Volk, da Hunderttausende von Arabern dort lebten; ferner waren die Juden kein Volk ohne Land, denn die assimilierten Juden waren gute Franzosen, gute Engländer oder gute Deutsche." (3)

Der Zionismus hatte vor dem Ersten Weltkrieg 150.000 Anhänger, ferner jüdische Gegner, während er die meisten Juden gleichgültig ließ. Nur begrenzt war und blieb er eine einheitliche Bewegung. Seine heterogene soziale Basis reproduzierte sich in ihm, was allgemein politisch-ideologischen Strömungen wie dem "Zeitgeist" Zugang zu ihm verschaffte. Sozialreformisten, die in besonderem Maße den Belangen osteuropäischer Juden Rechnung trugen und im Jischuw, der werdenden jüdischen Gemeinschaft in Palästina, den Ton angeben sollten, wollten im "Judenstaat" soziale Gerechtigkeit verwirklichen. Nachman Syrkin (1861 bis 1924) und Ber Borochow (1881 bis 1917) erstrebten eine Synthese von Zionismus und Sozialismus, wie sie die Partei Poale Zion (Arbeiter Zions) in ihrem Programm festgeschrieben hatte. Territoriale Autonomie, so Borochow, bedeute für den bürgerlichen Zionismus das Endziel, für die proletarische zionistische Bewegung jedoch nur eine Etappe auf dem Weg zum Sozialismus. (4) Radikale Vertreter der Poale Zion suchten Anfang der zwanziger Jahre des 20. Jahrhun-derts Anschluss an die Kommunistische Internationale, der jedoch, da sie sich nicht generell von zionistischen Positionen trennen mochten, nicht zustande kam. In der zionistischen Bewe-gung insgesamt dominierten, solange sie sich hauptsächlich auf die Diaspora stützte, bürgerliche Kräfte. Beständige Auseinandersetzungen waren die Folge, verschärft noch durch persönliche Rivalitäten.

1 Protokoll des I. Zionistenkongresses in Basel vom 29. bis 31. August 1897, Prag 1911, S. 131f
2 Nahum Goldmann, Das jüdische Paradox. Zionismus und Judentum nach Hitler, Köln -Frankfurt a.M. 1978, S. 17, 1124.
3 Ebenda, S. 124.
4 Ber Borochow, Die Grundlagen des Poalesozialismus, Frankfurt a.M. 1969, S. 103

29.-31. August 1897
56 Jahre nachdem Apostel Orson Hyde Palästina für die Sammlung der Juden geweiht hatte, findet in Basel der erste Zionistenkongress statt. Während des Kongresses gründen die Delegierten aus 17 Staaten die „World Zionist Organization“, zu deren Präsidenten sie Dr. Theodor Herzl wählen. Am 3. September 1897 notiert Dr. Herzl in sein Tagebuch: „Wenn ich den Basler Kongress in einem Wort zusammenfassen wollte – was ich öffentlich so nicht tun würde – wäre es: „In Basel gründete ich den Jüdischen Staat. Wenn ich das öffentlich erklärte, würde man als Antwort darüber lachen. In vielleicht fünf Jahren, bestimmt in fünfzig, wird jeder es erkennen.“

Die Einzigartigkeit des ersten Zionistenkongresses machen die folgenden Aspekte aus:
-Es ist das erste Mal seit der Zerstreuung der Juden, dass Repräsentanten von jüdischen Gemeinden aus fast der ganzen Welt zusammenkommen, um die Probleme ihres Volkes zu diskutieren und die zionistische Lösung zu behandeln.
-Das Verlangen nach Erlösung – der Rückkehr nach Zion (Jerusalem) – wird durch die Zionistenorganisation in konkrete Betätigungsmöglichkeiten umgewandelt.
-Der Beginn der parlamentarischen Aktivität der jüdischen Nation.

1896 erschien Herzels Programmschrift " Der Judenstaat". Die Lage würde sich nur verbessern, wenn die Juden ihren eigenen Staat hätten. Es waren Überlegungen da. Welches Land sollte es sein? Man dachte an Israel, auch Uganda war im Gespräch. Vom 29 -31. August 1897 wurde der erste Zionistenkongress in Basel begangen.
[/quote]
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
Frage an die meisten WVer.
Warum interessiert Euch dieser Thread nicht?
Ich habe vor ein paar Tagen einen Thread eröffnet über die Schlümpfe und Ihre verbindung zu Verschwörungstheorien. :lol:
Innerhalb von einer Stunde über 100 Aufrufe, bei so einem :x Thema?

Ich bitte um mehr Beteiligung bei wichtigen Themen!

Grüße
BrettonWoods
 

sillyLilly

graues WV- Urgestein
14. September 2002
3.269
BrettonWoods schrieb:
Frage an die meisten WVer.
Warum interessiert Euch dieser Thread nicht?
Ich habe vor ein paar Tagen einen Thread eröffnet über die Schlümpfe und Ihre verbindung zu Verschwörungstheorien. :lol:
Innerhalb von einer Stunde über 100 Aufrufe, bei so einem :x Thema?
:lol:
Jaja ..die schlümpfe ... :wink:
Vielleicht ist der Threadtitel nicht reißerisch genug. *g*
"Schlümpfe jetzt auch in Israel...oder schon immer?" ...hätte bestimmt ne bessere Anwortquote ergeben. :lol:

*g* aber Scherz beiseite ...
Es kommen ja langsam doch ein paar Postings zusammen. *freu*
Ja ich halte das auch für ein wichtiges thema ... vor allem wenn ich mir anschaue wieviel Halbwissen durch die Gegend geistert. (Auch in meinem Kopf)
Hoffe und freue mich noch auf rege Beteiligung.

Namaste
Lilly
 

biowolf

Geheimer Meister
29. Januar 2003
249
Sicherlich war keine dieser Alternativen realistisch, da keine mit den historischen Stätten aufwarten kann wie das jetzige Israel.

Kann einer von Euch etwas zu diesen "Alternativen" sagen ?
Ja kann ich :lol:

Vorschläge gab es sich auf z.B Madagaskar niederzulassen,Zentralafrika(Uganda glaub ich),Manjurei(das heutige Gebiet aufgeteit zwischen Mongolei und China),Nordkanada,etc

Wie du selber sagst unrealistisch:
da keine mit den historischen Stätten aufwarten kann wie das jetzige Israel.
Man spricht ja an Festen,nächstes Jahr im Jerusalem,nicht auf Madagaskar :wink:
 

Gilgamesh

Erhabener auserwählter Ritter
24. Juni 2003
1.110
Ich weiss nicht worauf SillyLilly hinaus will, aber folgende Seite ist eine gute Ergänzung zu den anderen Links.
Die Seite ist zwar einfach gestalltet, aber gut recherhiert!

http://gabrieleweis.de/3-geschichts...aher-osten/7-2-1-kv-konflikte-naher-osten.htm

Dann habe ich noch einige Kritikpunkte an SillyLilly:

1.) Palästina war nicht unter Türkischer Besatzung. Das würde einen stetigen Ausnahmezustand und eine Militärregierung voraussetzen.
Vielmehr war es ein selbstverwaltetes Gebiet, welches von den Türken protektoriert wurde.
Daneben haben 60 Jahre Israel mehr Leid in dieser Region gebracht, als 400 Jahre türkische Herrschaft!
Das sollte man nicht ausklammern!

2.) Es mag sein, das die Palästinenser nach Jordanien ausweichen könnten, oder Siedlungsgebiete zugesprochen bekamen. Das gibt den Israelies, besser gesagt den Juden, noch nicht das Recht, einfach in deren Heimatgebiete einzudringen, sich den Israelischen Pass anzueignen und allmählich die Palästinenser aus ihrer angestammten Gebieten zu vertreiben.

Und diese Verdrängung geschiet nicht nur dreißt und öffentlich, sondern auch noch mit roher Gewalt!

Es ist schon traurig, dass ein Volk, welches selber Vertreibung und Erniedrigung erleiden mußte, nun selber ein anderes Volk vertreibt und erniedrigt.
Und das macht die Israelies für mich so unsympatisch!

Eine Symbiose mit den dortigen Nachbarn wäre das Richtige, aber das möchte die Mehrheit der Israelies anscheinend nicht.
Man spielt auf Alles oder Nichts, auf Kosten unschuldiger Menschen auf beiden Seiten!


:arrow: Gilgamesh
 

Wiesengrund

Geheimer Meister
26. Juni 2003
189
Gilgamesh schrieb:
Es ist schon traurig, dass ein Volk, welches selber Vertreibung und Erniedrigung erleiden mußte, nun selber ein anderes Volk vertreibt und erniedrigt.
Gilgamesh, ich muß mich leider wiederholen: Auschwitz war kein Erziehungslager.
Und noch was: Die Deutschen haben versucht alle Juden in ihrem Machtbereich zu töten. Ist es das, was Du mit "Vetreibung und Erniedrigung erleiden" meinst?
 

sillyLilly

graues WV- Urgestein
14. September 2002
3.269
@Gilgamesch
Ich habe noch keinen wirklichen Standpunkt zu dem Thema und versuche deswegen möglichst viele Hintergründe zu sammeln.
Ich habe schon so kontroverse Meinungen gehört ... das ich versuche sie anhand von Informationen nachzuvollziehen.

Das mit der türkischen Herrschaft *nachdenk* ... das habe bis jetzt anders gelesen. Das das Land schon beherrscht wurde ... und nicht nur protektiert..... schwer zu sagen aus heutiger Sicht.... Hast du dazu eine Infoempfehlung?

Dieses "Alles oder Nichts" wird von einem anderen Standpunkt als deinem ... auch angeführt. Allerdings andersherum.....
Das friedlich beide Länder existieren könnten, es aber daran scheiterte.... das die Palästinenser diejenigen waren, die das ganze Land haben und sich nicht mit einem Teil zufrieden geben wollten.

Namaste
Lilly

P.S. Danke euch schon mal für die Links und das Buch. :D
 

biowolf

Geheimer Meister
29. Januar 2003
249
Palästina war nicht unter Türkischer Besatzung.
erzähl kein quatsch und erfinde bitte keine selbsterdachten Definitionen.
z.B
Das würde einen stetigen Ausnahmezustand und eine Militärregierung voraussetzen.
Wer sagt das?Du?Genauso wie Litauen unter der Sowjetischen Besatzung war nach 1940,kein Ausnahmezustand nicht mehr Truppen als sonst wo im Land.Ich hab noch tausende Beispiele,aber kein Bock mehr zu tippen.
Also red bitte nicht so einen Unsinn.

Vielmehr war es ein selbstverwaltetes Gebiet, welches von den Türken protektoriert wurde.
Klar doch,von osmanischen Sultan "protektoriert",ja klar :lol: Kann das sein das du die Geschichte verfälschst bzw deinen Argumenten anpasst?

Daneben haben 60 Jahre Israel mehr Leid in dieser Region gebracht, als 400 Jahre türkische Herrschaft!
wieder so ein Blabla,wer ist daran schuld Israel od die Länder,die ihn angegriffen haben,1947,49,67,etc etc?
Übrigens Fakten sind eine böse Sache,ich kann mich gut daran erinnern,wie Araber sich mit Lorence,sich für das Protektorat bedankten.
Entgleiste Züge voller Türken,ausgeschlitzt und in der Sonne liegen gelassen,was hast du da von Leid erzählt?

Es mag sein, das die Palästinenser nach Jordanien ausweichen könnten, oder Siedlungsgebiete zugesprochen bekamen.
Genauso ist es.Übrigens wenn die Pals mit ihren Nachbaren nicht zufrieden sind,ist ja ihre Sache,würde einen normalen Menschen in den Sinn kommen wegzuziehen,anstatt zu überlegen wie man diesen Nachbaren umbringt,denk mal drüber nach. :wink:

Das gibt den Israelies, besser gesagt den Juden, noch nicht das Recht, einfach in deren Heimatgebiete einzudringen,
Geschichte sagt uns aber,dass die Araber die Israelis angegriffen haben,nicht andersrum nach einer Entscheidung der Uno(2 Staaten,blabla)
Wenn sie verlieren ist das ihr Pech.

Und diese Verdrängung geschiet nicht nur dreißt und öffentlich, sondern auch noch mit roher Gewalt!
Ihr labert hier alle von Vertreibing,ich will mal ein konkretes Beispiel dafür wie heutzutage jemand von den Juden aus Gaza,etc vertrieben wird,hört endlich auf zu lügen!Nicht einmal Verbrecher werden ausgewiessen.

Eine Symbiose mit den dortigen Nachbarn wäre das Richtige, aber das möchte die Mehrheit der Israelies anscheinend nicht.
Blablabla,wie war das?wer sagt werft alle Juden in Meer,wer behindert mit Anschlägen den Friedensprozess?

wenn alle so viel lügen wie du und die andere hier,wie soll man mit solchen Leuten Verhandlungen führen?

Man spielt auf Alles oder Nichts, auf Kosten unschuldiger Menschen auf beiden Seiten!
das ist richtig,nennen wir doch mal die Namen:Arafat,Fatah,Tanzim,Al-Aksa Brigade,Hamas,isl.Dschichad und weitere.Die geben es doch sogar selber zu,liess die Hamascharta.
 

fumarat

Erhabener auserwählter Ritter
21. Januar 2003
1.133
Der Thread ist auf jeden Fall eine gute Idee. Ich hoffe, daß er noch einige Zeit sachlich bleibt. Das wichtigste wurde eigentlich bereits gesagt.

Nicht nur Palästina stand damals unter türkischer Herrschaft, sondern die meisten islamischen Staaten, z.B. auch Ägypten. Das war vielleicht nicht gerade die schönste Zeit, aber so schlimm war es auch nicht. Außerdem ist das beste Beispiel die Straße. Der Durchschnitts-Palästinenser oder -Ägypter hat nichts gegen die Türken. Ich hab meine ägyptischen Wurzeln und sitze gemeinsam mit meinen palästinensischen und türkischen Freunden beisammen. Da gibt es keine Probleme.
Außerdem war das damals ein innerislamisches Problem, daß diese Spannungen dann von außen ausgenutzt wurden ist wieder eine andere Geschichte. Und genau dasselbe können wir heute wieder beobachten. Kurden gegen Sunniten, Schiiten gegen Sunniten, manipuliert durch äußeren Einfluß. Schurken auf beiden Seiten wurden Gelder zugeschossen um die Lage anzuheizen und die Region von innen zu schwächen.


Wenn man sich nun über Israel neutral informieren will, so ist es am einfachsten man schlägt mal eine Enzyklopädie auf und liest nach. Im Wirrwarr von Kolonialistenzusagen, UNO-Resolutionen, Kriegen und sonstigen Geschehnissen ist es dann oft schwierig den Überblick zu waren.

Die wichtigsten Punkte, die man sich vorhalten sollte, sind in meinen Augen folgende:

  • der biblische Zusammenhang, ein Jude sieht Israel als sein von Gott verheißenes Land an

    Israel ist ein geplanter Staat, ich hab schon mehrfach in anderen Threads die Zusammensetzung der israelischen Bevölkerung zu erklären versucht, der weite Großteil ist eingewandert

    der Nationalismus ist eigentlich eher ein Novum in der Region, deshalb verstehen auch viele Palästinenser nicht warum sie jetzt plötzlich einen eigenen Staat gründen sollten; und deshalb auch die etwas orientierungslos wirkenden arabischen Nachbarn, alles ist unkoordiniert und keiner weiß so Recht was machen

Was glaub ich nicht allzuviel Sinn macht ist sich nun mit einzelnen Nationalitäten (Palästinenser, Jordanier, Syrer, Libanesen..) herumzuspielen. Das geht dann am Problem vorbei. Wenn Sharon z.B. sagt die eigentliche Heimat der Palästinenser ist Jordanien, so ist das einfach falsch. Da nützt es dann auch nichts, wenn das eine UNO-Resolution besagt. Heimat ist dort wo man geboren und aufgewachsen ist und das sind die Palästinenser nun mal im heutigen Israel und nicht in Jordanien. Das wäre ähnlich als hätten die Muslime damals zur Zeit der islamischen Herrschaft gesagt: Juden raus. Eure eigentliche Heimat ist in der Diaspora, so wie es in der Bibel steht.


Grüße fumarat
 
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