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Illuminate/Freimaurer suche Seite...

T666

Geselle
27. März 2003
29
Ich kannte früher mal ne recht simple gestrickte seit [3-4 Farben] , dort gings um die Illus und die Freimaurer , besonders war das sie zum thema freimaurer sehr viele bilder zu verfügung stellten [holzschnitte , bücherscans etc].... vielleicht kennt die ja einer...

suche generell auch ne art "lexikon" zu den themen da ich dort net allzu fit bin...
 

katharsis5

Großmeister
3. September 2002
99
Gebt den Profanen das Licht!

roland schrieb:
... wohl eher alles, was uns so richtig zum Lachen bringt ;D
Die deutsche FM, speziell die Johannismaurer, sind nicht das Maß aller Dinge, eher ist sie das Aushängeschild der internationalen Freimaurerei. Ansonsten werdet ihr weltweit gerade wegen des euch aufgezwungenen Dachverbandes, der euch zum bloßen Anhängsel der Londoner Zentrale macht, zwar nicht verlacht, aber belächelt.
Wenn man aber berücksichtigt was international so alles unter dem Sammelbegriff Freimaurer betrieben wird, dann ist es unmöglich in euer Lachen einzustimmen.
Unzählige Bücher wurden im Laufe der Jahre über die Freimaurerei geschrieben. Beinahe ebenso viele Webseiten beschäftigen sich mit dem gleichen Thema. Mir persönlich scheint es, daß © BurkS dazu mit seinen Seiten "Die Söhne der Witwe" eine der besten deutschsprachigen Einführungen geschaffen hat. Wer den zahlreichen Querverweisen auf seiner Internetseite folgt, erspart sich eine mühevolle Faktensuche und erwirbt damit die Grundlage, um sich sinnvoll weiter mit der FM befassen zu können.
 

Deimos

Geheimer Meister
23. September 2002
341
@roland

schön, dass ihr darüber lachen könnt. :D

die seite ist trotzdem einen besuch wert. allein das bildmaterial übertrifft an quantität alle anderen seiten zum thema.

des weiteren bietet die seite eine art freimaurer-argus. etwas, was die ach so aufklärerischen FM-seiten nicht fertigbringen. Das fällt sogar den freimaurern auf:
Das einzige, was auf dem Internet fehlt, sind Aktualitäten von überregionaler Bedeutung - ein "Argus der Presse" weltweit für Freimaurerthemen. Einen Ansatz dazu findet man ausgerechnet auf einer reich bebilderten (vermutlich amerikanischen) Anti-Freimaurer-Site.
http://www.freimaurer.ch/artikel/freimaurereiiminternet.html
 

Moneo

Großmeister
20. Juli 2003
50
@katharsis5:

Warum wird die deutsche Freimaurerei belächelt? Weil sie keine Masseninitiationen vornimmt? Weil es in ihr keine Massenerhebungen gibt? Weil es in ihr keinen "Marsch durch die Grade" gibt? Weil sie keine Werbung betreibt? Weil sie nicht planwirtschaftliche Ausprägungen hat?
 

katharsis5

Großmeister
3. September 2002
99
Die deutsche Freimaurerei ist überwiegend einen Sonderweg gegangen. Selten haben sich deutsche Freimaurer dabei mit Ruhm bekleckert. Viele prominente Freimaurer, mit denen ihr euch nur all zu gern schmückt, haben aus vielerlei Gründen nach anfänglicher Begeisterung dieser Abart der Freimaurerei den Rücken gekehrt. Aus eurer eigenen Geschichte könnte ihr kaum eine Existenzberechtigung ableiten. Ihr gehört einfach nicht in die Neuzeit. sondern in vergangene Jahrhunderte.

Hier ein Beispiel, wie eure "ruhmvolle" Geschichte verlaufen ist:

(Zitat)

» ...
Die haltlosen Verschwörungstheorien trafen auf fruchtbaren Boden. Der verlorene Krieg, der Sturz der Monarchie, die wirtschaftlichen Probleme empfanden viele Deutsche als Schmach. Dabei lenkten sie ihren Zorn nur allzu gerne gegen sogenannte „obere Schichten“ und „unbekannte Mächte“, die dann durch die erwähnten Hetzschriften personifiziert wurden, an Beispielen von jüdischen Bankiers und Politiker, die dem FM-Bund angehörten.
Wie reagierten die Logen auf diese Angriffe?
Die FM in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg zählte rund 82’000 Mitglieder. Die deutsche FM teilte sich in verschiedene Grosslogen und Systeme ein. Die deutschen Logenmitglieder waren in ihrer Mehrheit bürgerlich-konservativ. Internationale Kontakte waren in der dt. FM wenig ausgeprägt; so bildeten denn die kosmopolitischen und humanitären Mitglieder – die es zweifelsohne auch gab – tendenziell eine Minderheit. Die Gründe für den Abbruch der internationalen Beziehungen lag übrigens vor allem darin, dass äusländische FM-Vertreter während dem 1. Weltkrieg die Deutschen belehren wollten – so z.B. in der Alpina – was als Reaktion bei den deutschen Brüdern eben im Abbruch der internationalen Beziehungen mündete. Als um 1930 einige moderate Grosslogen wieder Kontakt mit der englischen Mutterloge aufnahmen, führte dies sogar dazu, dass die Altpreussische Grossloge den brüderlichen Kontakt einstellte, da man mit den Engländern „weder in Gedanken noch in Wirklichkeit eine Ketten bilden wollte“.
Auf die Angriffe aus völkischen und reaktionären Kreisen im Inland reagierten die Logen zuerst einmal stark irritiert und erschüttert. Nach einer kurzen und erfolglosen Phase des Aufklärens, wählte man die Strategie der Anpassung. Die „Judenfrage“ wurde in den Diskussionen der Logen zum Dauerthema. Einerseits wurden in einzelnen Grosslogen seit jeher keine Juden akzeptiert und andererseits gingen andere Logen im Zuge der vorauseilenden Anpassungen dazu über, dass sie ihre Aufnahmebedingungen entsprechend änderten, dass nur noch „qualifizierte Männer, die im deutschen Volkstum wurzeln und auf dem Boden christlicher Anschauungen stehen“ aufgenommen wurden. Man ging sogar soweit, dass man 1926 im Freimaurer-Orden das Ritual anpasste. Stellen, die auf alttestamentarischem Brauchtum basierten wurden durch sogenannt Germanisch-Arisches ersetzt. Die „jüdischen Einflüsse“ in ihren Ritualen wollten die Br. dadurch ausmerzen. Grotesker Weise lud man auch den bekanntesten Freimaurererhasser, General Erich Ludendorff, zu einem Aufklärungsabend in eine Loge ein. Erstaunlicherweise erschien Ludendorff tatsächlich zum Besuch und beide Seiten dachten wohl, dass die Gegenseite dadurch etwas gelernt hätte. Es bleibt zu konstatieren, dass die in die Defensive gedrängten Logen weder in der Lage waren den Unterstellungen und Verleumdungen energisch entgegenzutreten, noch den Willen hatten, sich von den völkisch-nationalen und antidemokratischen Bewegungen abzugrenzen. Die Wirkung der Angriffe auf die Freimaurerei waren enorm. Die Mitgliederzahl von 82'000 sank so rasant, dass innert Kürze auch ein finanzielles Problem entstand.(Anmerkung: Und all das bevor man die Machtergreifung der Nazis überhaupt voraus sehen konnte! ) Die übrigbleibenden Logenbrüder mussten sich bald als Konkursverwalter vorkommen. Die Auflösung der Grosslogen zeichnete sich wie folgt ab:
Die Grosse National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“, wurde ab 1933 zum „National-Christlicher Orden“ umgewandelt und 1935 aufgelöst.
Die Grossloge von Preussen „Zur Freundschaft“, nannte sich ab 1933 „Deutsch-Christlicher Orden zur Freundschaft“ jedoch auch ohne Weiterbestand während des 2. Weltkrieges.
Die Grosse Landesloge der Freimaurer von Deutschland, welche sich vor dem Dritten Reich bereits von der FM lossagte, und nach der schwedischen und streng christlichen Lehrart unter dem Namen „Deutsch-Christlicher Orden“ arbeitete wurde 1935 aufgelöst.
Ich habe hier die drei wichtigsten von elf 1933 bestehenden Grosslogen aufgezählt. Überall bewirkte das Dritte Reich, neutral ausgedrückt: „eine Zäsur“ in der maurerischen Arbeit.
Hjalmar Schacht spielte bei den letzten Tagen der deutschen Freimaurerei übrigens eine wichtige Rolle. Er war zu dieser Zeit das prominenteste Mitglied des FM-Bundes und auch der einzige, welcher im Nazi-Regime eine führende Rolle einnahm. Die Tatsache, dass ein Mitglied der Regierung aktiver Freimaurer war, zeigt aber auch, dass es den Nazis nicht so wichtig war mit ihrem „Juden und Freimaurer“-Wahn. Schacht war es, der einen letzten Versuch unternahm, mit Hitler über die FM-Frage zu reden. Er fuhr im Frühjahr 1935 zu Hitler auf den Obersalzberg. Hitler zeigte sich nicht unfreundlich, blieb jedoch in der Sache unnachgiebig und erklärte, er wisse, dass den altpreussischen, christlichen Grosslogen nichts vorzuwerfen sei, müsse jedoch im Interesse des Totalitätsanspruchs der Bewegung auf einer Auflösung der FM und ihren Nachfolgeorganisationen bestehen. Das Entgegenkommen Hitlers bestand darin, dass die Logen sich selbst und unter Wahrung ihrer Gebräuche auflösen durften. Mit dieser „höchsten“ Entscheidung des Führers lösten sich sämtliche Logen innert Kürze auf. Der Beamtenapparat Hitlers musste nur noch den Vollzug der Auflösung der Logen kontrollieren.
... «
(Zitat Ende)
Auszug kopiert von: http://www.freimaurer-rapperswil.ch/1252703.htm

Nur zu gern würde ich von dir hören, ob man von den deutschen Freimaurern auch Positives vermelden könnte. Habt ihr auch nur irgendetwas, außer persönlichen Vorteilen, in Deutschland oder in der Welt erreicht?
Für mich ist euer Mauern nur eine Form von Freizeitgestaltung, die sich kaum von Karnevalsvereinen unterscheidet. Doch halt, im Gegensatz zu ihnen, schafft ihr es an wenigen Tagen im Jahr der Fuchtel eurer Ehefrauen für kurze Zeit zu entrinnen, denn die Mitglieder der Faschingklubs müssen in der Regel ihre bessere Hälfte zu ihren Abenden mitnehmen.

P.S. @Moneo

Ich bitte um Verständnis, daß ich aus Zeitgründen weitere Fragen nicht beantworten kann. Meine Freizeit ist aus beruflichen Gründen nur knapp bemessen.

Weiter oben schreibst du, ich hätte vermutlich noch nie persönlichen Kontakt mit den ach so "edlen" Freimaurern gehabt. Da irrst du dich aber gewaltig! Es gibt sie sogar in meiner Familie. Um des lieben Friedens willen habe ich mich nicht nur einmal mitschleppen lassen.
 

Moneo

Großmeister
20. Juli 2003
50
Wüßtest Du so gut über uns Bescheid, müßtest Du auch wissen, dass Freimaurer ihr Wirken nicht an die große Glocke hängen. Das Thema Diskretion wird gerade in Deutschland anders gesehen, als z. B. in den USA.

Dafür, dass Du so oft "mitgeschleppt" wurdest, weißt Du aber ziemlich wenig über das Wesen der Freimaurerei und wie sie ihr Wirken in unserer Gesellschaft definiert. Sie hat es nicht nötig, Listen ihrer guten Taten zu veröffentlichen.

Maurer zu sein, heißt nicht, seine Freizeit zu Gestalten. Da bist Du auf dem Holzweg. Es ist nicht nur geselliges Beisammensein, auch, wenn es vielleicht immer wieder Brüder gibt, die das als das Wichtigste sehen. Logen versuchen aber, möglichst im voraus zu eruieren, ob der Suchende nur auf Clubabende aus ist, oder wirklich, gewissentlich und ernsthaft an sich arbeiten will. Denn das ist Maurerei: Arbeit.

Viele prominente Freimaurer, mit denen ihr euch nur all zu gern schmückt, haben aus vielerlei Gründen nach anfänglicher Begeisterung dieser Abart der Freimaurerei den Rücken gekehrt.
Beispiele?

Du meinst also, die Ideale, wie sie die Freimaurerei vertritt, gehören nicht in die Neuzeit, bzw. sind im Hier und Jetzt überflüssig? Nicht zu glauben, wie blind manch einer durchs Leben geht. Demnach müßten wir ja in einer perfekten Welt leben, ohne Armut, Kriege, Umweltverschmutzung... Stimmt, wenn ich's mir genau überlege: Es gibt weltweit kein einziges Hunger leidendes Kind, die Menschen leben im Einklang mit der Natur, Waffen und Gewaltaten kennen wir nur aus vergangenen Zeiten, ganz zu schweigen von Kindersoldaten...

Weiter oben schreibst du, ich hätte vermutlich noch nie persönlichen Kontakt mit den ach so "edlen" Freimaurern gehabt. Da irrst du dich aber gewaltig! Es gibt sie sogar in meiner Familie. Um des lieben Friedens willen habe ich mich nicht nur einmal mitschleppen lassen.
Leider kann das niemand nachprüfen, Du könntest uns einen riesen Bären aufbinden. Somit hat diese Aussage kein Gewicht.

Ich würde von Dir gerne mal eine Diskussion der freimaurerischen Ideale sehen. Zähl sie bitte mal auf und sage mir, was Du daran schlecht findest. Kannst Du das überhaupt?
 

Jah-Baal-On

Großmeister
7. Oktober 2003
63
Moneo schrieb:
katharsis5 schrieb:
Viele prominente Freimaurer, mit denen ihr euch nur all zu gern schmückt, haben aus vielerlei Gründen nach anfänglicher Begeisterung dieser Abart der Freimaurerei den Rücken gekehrt.
Beispiele?

Goethe war in seiner Eigenschaft als hoher Beamter von seinem Fürsten in die Loge entsandt worden, um diese - insbesondere nach eventuellen staatsgefährdenden Umtrieben - auszuspionieren.
Friedrich der Große, Lessing, Herder, Fichte zogen sich vom Logenleben und aus der Verbindung mit den Brüdern gänzlich zurück. Und Scharnhorst, mit dessen Mitgliedschaft sich die Freimaurer auch gerne brüsten, wurde 1779 aufgenommen, als er noch Fähnrich war. Nachher hat er sich nicht mehr um den Bund gekümmert.
Des Weiteren muss man sich überlegen, welche politischen Gründe z.B. Friedrich den Großen bewogen hatten, sich der Freimaurerei anzuschließen. Auch müsste erwähnt werden, dass der "alte Fritz" die Freimaurerei bereits 1744 völlig aufgab und mit solchem Spott belegte, dass man sich wundert, wenn er heute noch als einer der Ihren gefeiert wird. Ähnliches gilt für Heinrich Heine (ein getaufter Jude und einer der größten Dichter deutscher Sprache), der später kein gutes Haar an der Bruderschaft gelassen hat.
 

Moneo

Großmeister
20. Juli 2003
50
Quellen?

Abgesehen davon, dass Du, Jah-Baal-On, nur Behauptungen aufstellst, ohne sie mit Quellen belegst, so, als wärst Du selbst dabei gewesen, geht es primär nicht darum, wie oft dieser oder jener eine Loge besucht. Es geht um die Einstellung.

Beispiel Goethe: Er hat bis ins hohe Alter freimaurerische Gedichte verfaßt. Bzw. Faust I/II ist ein gänzlich freimaurerisches Werk, an dem er fast sein ganzes Leben lang gearbeitet hat, von 1774 bis 1832.
 

enothep

Geheimer Meister
25. September 2002
196
Des Weiteren muss man sich überlegen, welche politischen Gründe z.B. Friedrich den Großen bewogen hatten, sich der Freimaurerei anzuschließen. Auch müsste erwähnt werden, dass der "alte Fritz" die Freimaurerei bereits 1744 völlig aufgab und mit solchem Spott belegte, dass man sich wundert, wenn er heute noch als einer der Ihren gefeiert wird.

Wie erklärst du dir aber, dass Friedrich seine Loge selbst im Schloss Charlottenburg einrichtete. Außerdem errichtete er 1740 neben seinem Schloss die Loge "Aux trois globes" für die bürgerlichen Mitglieder. Er muss sich nach 1744 ganz schön geärgert haben, dass direkt neben seinem Schloss ein Logenhaus der FM stand. Durch ihn erlebte die Freimaurerei in Berlin ein starkes Aufblühen.
Außerdem hätte er ganz schön zu tun gehabt, sämtlich eingesetzte FM aus all ihren öffentlichen Ämtern wieder herauszuziehen. Selbst die gesamte preußische Armee hatte Freimaurer als Generäle, weil gerade diese als loyal und unbestechlich galten. Selbst Prinz Wilhelm (später Kaiser Wilhelm I.) von Preußen wurde 1840 in die Freimaurerei aufgenommen. Er blieb ihr bis zu seinem Tode treu.
Hätte bereits KÖNIG Friedrich II. die Freimaurerei als solches verspottet, hätte sie wohl oder übel ihr Todesurteil in Preußen unterschrieben.
 

katharsis5

Großmeister
3. September 2002
99
enothep schrieb:
Wie erklärst du dir aber, dass Friedrich seine Loge selbst im Schloss Charlottenburg einrichtete. Außerdem errichtete er 1740 neben seinem Schloss die Loge "Aux trois globes" für die bürgerlichen Mitglieder.
Da verwechselst du was.
Na ja, du bist ja nur AMORC-Rosenkreuzer, da kann das schon passieren.


Die Hofloge wurde wenige Tage nach der Tronbesteigung (am 31. Mai 1740) von König Friedrich dem II. im Schloß Charlottenburg einberufen. (Vorher hatte er als Prinz Friedrich im Schloß Rheinsberg, ca. 90 km nördlich von Berlin, maurerisch gearbeitet.)

Nur wenig später gab der König dem Schriftführer seiner Hofloge, dem Rat Jordan, die Order die Gründung einer Loge in Berlin vorzubereiten.
Die "Aux trois globes" wurde am 13. September 1740 im Hotel Montgobert in der Brüderstraße 39 in Berlin (im heutigen Stadtbezirk Berlin-Mitte) gegründet.
Philippe Simon war der erste Meister vom Stuhl. Interessant ist, daß beide Logen ohne ein englisches Stiftungspatent arbeiteten und nie ein solches beantragten. Die Pro-Forma-Anerkennung durch die Enländer erfolgte (1741) recht geschickt, in dem man erklärte, daß der König als natürlicher Großmeister in seinen Staaten selbst Logen zu errichten berechtigt sei. (Beachte den feinen Unterschied zur modernen Haltung des Londoner Freimaurer-Vatikans! ) Diese Loge war die Keimzelle aller altpreußischen Freimaurerlogen.

Am 12. Juni 1744 wurde diese Loge dann nach englischem Vorbild (Schaffnerloge) reorganisiert und nannte sich in "Große Königliche Mutterloge zu den drei Weltkugeln" um. Meister vom Stuhl: Friedrich Lamprecht (1744) und J. M. Fabris (1744 - 1746), Cölsch (1746 - 1747) usw.

1747 wurde der Gouverneur von Berlin, Herzog von Holstein-Beck zum Vizegroßmeister der Mutterloge gewählt. Schon seit etwa 1744 hatte König Friedrich der II. seine Logenarbeit völlig eingestellt, galt aber formell weiter als Großmeister.

Zu erwähnen wäre noch, daß in der damaligen Zeit das Band zwischen der Großloge und den Tochterlogen sehr locker war. Die Großloge hatte kein Hoheitsrecht über die Tochterlogen. Wie sehr sich doch die Zeiten ändern!

enothep schrieb:
Er muss sich nach 1744 ganz schön geärgert haben, dass direkt neben seinem Schloss ein Logenhaus der FM stand.
(Charlottenburg war ein selbständiger Ort. Erst etwa 1920 wurde er Groß-Berlin zugeschlagen.)
Ob dort ein Logenhaus neben dem Schloß stand, weiß ich nicht genau.

Nach dem Vorbild der englischen Großloge fanden ab 1748 allmonatliche Beamtenberatungen statt. Gut möglich, daß das in Charlottenburg passierte.

Eines aber ist absolut sicher, in seinem Königreich Preußen, ist nie etwas Wichtiges (Schon gar nicht die Errichtung einer Loge! Schließlich war er doch offiziell deren Großmeister.) ohne die Einwilligung des Königs geschehen.
Der leitete noch höchst persönlich den Staat! Das war noch ein König, der sich um fast alles in seinen Staaten selbst kümmerte! Als oberster Staatsdiener fühlte er sich vor Gott für sein Leben, seine Handlungen und Regierungsgeschäfte verantwortlich! Vieles mag man ihm vorwerfen können, aber Absolutismus wie in Frankreich gewiß nicht!

Wenn irgend jemand vom "königlichen Ärger" berichtet, wird es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Legende (ähnlich der Potsdamer Windmühlen-Story: "Es gibt ja noch ein Kammergericht in Berlin!") handeln.

enothep schrieb:
Durch ihn erlebte die Freimaurerei in Berlin ein starkes Aufblühen.
Das ist absolut richtig.
So wurde z. B. 1754 in Berlin eine neue Johannisloge "La petite Concorde" gegründet. Zwischen ihr und der Mutterloge "Aux trois globes" gab es Unstimmigkeiten.
Die Loge "Concorde" arbeitete daraufhin getrennt von der Mutterloge in Charlottenburg und Tegel (ich glaube heute Ortsteil des Stadtbezirkes Berlin-Reinickendorf). Nach zwangsweiser Einigung mit der Mutterloge, erhielt sie 1761 eine neue Stiftungsurkunde und nannte sich nun "Zur Eintracht".

enothep schrieb:
Außerdem hätte er ganz schön zu tun gehabt, sämtlich eingesetzte FM aus all ihren öffentlichen Ämtern wieder herauszuziehen.
Wer hat davon gesprochen, daß in Preußen FM aus ihren Ämtern entfernt wurden oder entfernt werden sollten?
Träumst du oder was?

Richtig ist, nach seiner Regierungsübernahme erklärte sich Friedrich der II. öffentlich als Freimaurer. Seine ersten Regierungsgeschäfte wurden im Geiste freimaurerischer Grundsätze getroffen.

Richtig ist auch, daß er ca. ab 1744 erkannte, daß er durch die Realität und die äußeren Umstände gezwungen, nicht länger seine Regierungstätigkeit nach freimaurerischen Grundsätzen fortführen konnte. Nachweislich hat er danach nicht mehr aktiv an der freimaurerischen Arbeit teilgenommen. Aber über seine ganze Regierungszeit läßt sich erkennen, daß er noch immer versuchte einzelne Ideale der FM (z. B. religiöse Toleranz) in praktische Regierungs-Entscheidungen umzusetzen:
  • «Bei mir kann jeder nach seiner Fasson seelig werden,»
enothep schrieb:
Selbst die gesamte preußische Armee hatte Freimaurer als Generäle, weil gerade diese als loyal und unbestechlich galten.
Wer bestreitet das? Loyalítät und Unbestechlichlichkeit gehörten zu den preußischen Tugenden! In Preußen, beim kleinsten Beamten angefangen, über die Generäle bis zu den höchrangigsten Regierungsbeamten, diente jeder Staatsdiener (ja, das waren noch Diener! ) treu Gott, ihrem Land und dem König! So war man in Preußen, dort wußte man, Pflichterfüllung meint auch dienen!

enothep schrieb:
Selbst Prinz Wilhelm (später Kaiser Wilhelm I.) von Preußen wurde 1840 in die Freimaurerei aufgenommen. Er blieb ihr bis zu seinem Tode treu.
"Üb immer Treu und Redlichkeit - bis an dein kühles Grab!", das war die oberste preußische Grundregel! Auch für preußische Könige! Staatspolitik natürlich ausgeklammert, sie waren ja keine Träumer!

Deshalb hier eine winzige Berichtigung:
Nicht nur die 3 Brüder des Königs, auch der Prinz Friedrich Wilhelm, späterer König Friedrich Wilhelm der II. (späterer Kaiser Wilhelm I.), Friedrich der III. und Prinz Friedrich Leopold von Preußen reihten sich in die Kette der Freimaurer ein.

Logenhäuser der Großen National-Mutterloge "Zu den Drei Weltkugeln":

"Haus Vincent", Brüderstraße 39, Stadtviertel Alt-Cöln, 1740 - 1741
"Voigtsches Haus", Heiligegeiststraße, Stadtviertel Berlin, 1741 - 1748
"Cochiussche Haus", Breite Straße, Stadtviertel Alt-Cöln, 1748 - 1775
"Bärsche Haus", Leipziger Straße 45, Stadtviertel Friedrichstadt, 1775 - 1795
(Überwiegend nur für Johannisfeste genutzt:
Grundstück in der Ziegelstraße 14, Spandauer Viertel, 1779 - 1796)
Wilhelmstraße 75, Stadtviertel Friedrichstadt, 1795 - 1800
Splittgerbergasse (3), zwischen den Stadtvierteln Neu-Cöln Luisenstadt gelegen, 1800 - 1935

Ahornstraße 15a, Berlin-Steglitz, 1946 - 1957
Ab 1958 Heerstraße 28, 14052 Berlin (Charlottenburg - Wilmersdorf)


Moneo schrieb:
Leider kann das niemand nachprüfen, Du könntest uns einen riesen Bären aufbinden. Somit hat diese Aussage kein Gewicht.

Ich würde von Dir gerne mal eine Diskussion der freimaurerischen Ideale sehen. Zähl sie bitte mal auf und sage mir, was Du daran schlecht findest. Kannst Du das überhaupt?

@Moneo
Glaubst du wirklich, daß ich mit dir auf dir auf dieser Basis eine Diskussion führe?
 

metronymikon

Großmeister
20. Oktober 2002
74
Zu Friedrich dem Großen:

Ein Blick in das hier oft zitierte "Internationale Freimauerlexikon" von Lennhoff, Posner und Binder bestätigt unter dem Stichwort "Hohenzollern":

«Mit den Verwirrungen der Freimaurerei in den späteren Jahrzehnten wollte er (Anmerkung: König Friedrich der II) nichts mehr zu tun haben.
Zustimmende Äußerungen zu der Freimaurerei, wie er sie verstanden haben wollte, sind aber bekannt ...»


Daß heißt doch im Klartext, es ist zu einem Bruch mit den Logen der Freimaurer gekommen, die andere Ideale und Interessen vertraten, als der König, der nur noch dem Namen nach ihr "Königlicher Großmeister" war.

Mondeo schrieb:
Abgesehen davon, dass Du, Jah-Baal-On, nur Behauptungen aufstellst, ohne sie mit Quellen belegst, so, als wärst Du selbst dabei gewesen, ...
@Mondeo

Du hast es hier Schwarz auf Weiß , daß Jah-Baal-On hier keine Behauptungen in den Raum stellt, sondern historische Tatsachen, die viele von uns bereits in der Schule lernten. Wozu also deine Quellenfrage? Das ist Schulbildung, die eigentlich jeder von uns besitzen sollte.

Dir sei ans Herz gelegt, bevor du hier in Freimaurer-Fragen mitstreiten möchtest, erwirb erst einmal das dafür erforderliche Grundwissen. Mit reiner Polemik und fehlender Sachkenntnis schadest du deinen "Brüdern" mehr, als du ihnen nutzt. Versuch es doch mal mit Argumenten, statt mit unkontrollierten Emotionen.

Noch ein Zitat aus dem Freimaurerlexikon (siehe oben):
«...
Daß Friedrich, ebenso wie sein großer Zeitgenosse Joseph der II., in einem Zeitalter der Aufklärung für die Verirrungen der Freimaurerei auf alchimistischen und magischen Gebiet und für das Templerunwesen der Strikten Observanz kein Verständnis aufbringen konnte, liegt in der Klarheit seines geistigen Lebens. Daher erklären sich auch die sogenannten »mürrischen« Urteile über die Freimaurerei seiner Zeit.»

Dieses Zitat bestätigt auch katharsis5, der schreibt:
katharsis5 schrieb:
Die deutsche Freimaurerei ist überwiegend einen Sonderweg gegangen. Selten haben sich deutsche Freimaurer dabei mit Ruhm bekleckert. Viele prominente Freimaurer, mit denen ihr euch nur all zu gern schmückt, haben aus vielerlei Gründen nach anfänglicher Begeisterung dieser Abart der Freimaurerei den Rücken gekehrt.

@Mondeo
Ich kann mir nicht helfen, verglichen mit den "Profanen" Jah-Baal-On, katharsis5 usw. wirkt deine Sachkenntnis über die FM doch sehr, sehr bescheiden. Benutze u. A. Nachschlagewerke, bevor du hier stets und ständig den großen Max raushängen läßt und dabei kräftig auf die Schnauze fällst.
 

Moneo

Großmeister
20. Juli 2003
50
@metronymikon:

Ob ich auf die Schnauze falle, sei erstmal mir überlassen.

Was glaubst Du, was gerade neben mir liegt? Das Internationale Freimaurerlexikon. Schon lange wertvoller Bestandteil meiner bescheidenen Bibliothek. Ich kenne die Stellen, die zu zitiert hast, sehr gut. Was ich monierte, war die Art und Weise, wie hier argumentiert wird. Es werden keine Quellen genannt, sonder so getan, als hätte jeder hier a) alles live miterlebt, b) jeder die gleichen Quellen zu Hand und gelesen. Da wohl weder a) noch b) der Fall ist, sollte etwas mehr auf Effekthascherei verzichtet werden und etwas seriöser die Diskussion geführt werden.

Und nur zur Kenntnisnahme: Ich weiß ja nicht, wo Du zur Schule gegangen bist, bei uns (Bayern) wurde auf dem Gymnasium in der Geschichte Preußens kein einziges Mal auf die Freimaurerei eingegangen. Allgemeinwissen ist das also bestimmt nicht und ich wüßte darüber so gut wie nichts, hätte ich es nicht im IFML gelesen.

Ich würde Dich also bitten, Deine diffamierenden Anmerkungen zu unterlassen. In meinen Kreisen ist man es gewohnt, zvilisiert zu diskutieren, was ich von so einem Forum vielleicht nicht erwarten, ich aber darauf hinweisen kann.

@katharsis5:
Doch, ich lgaube schon, dass Du mit mir aif dieser Ebene diskutieren solltest, denn da wären wir endlich beim Essentiellen angelangt und würden nicht historische Haarspalterei betreiben. Es ist immer leicht, jemanden die Fehler der Vergangenheit vorzuhalten, das machen Menschen nur zu gerne. Schwieriger ist es, die eigentliche Haltung und Einstellung der Menschen zu tolerieren oder auch zu akzeptieren, da das direkten Einfluß auf einen selbst haben kann.
Ist das für Dich zu heiß, traurig, hier wäre es interessant geworden. Stupide Wiedergabe von Lexikoninhalten und Schulwissen ist immer einfach, Diskussion von Inhalten und Werten, Aufzeigen von eigenen Standpunkten ist jedoch etwas schwieriger. Scheust Du Dich davor?
 

enothep

Geheimer Meister
25. September 2002
196
@Moneo

Und nur zur Kenntnisnahme: Ich weiß ja nicht, wo Du zur Schule gegangen bist, bei uns (Bayern) wurde auf dem Gymnasium in der Geschichte Preußens kein einziges Mal auf die Freimaurerei eingegangen. Allgemeinwissen ist das also bestimmt nicht und ich wüßte darüber so gut wie nichts, hätte ich es nicht im IFML gelesen.

Ja, dass mit dem Schulwissen hat mich auch allerdings etwas verwundert. Ich glaub' das erging dir nicht nur in Bayern so, sondern auch bei den Neu-Preußen da oben. :D Eigentlich hat jedes Kultusministerium für das Fach Geschichte, dass Thema Geheimgesellschaften ausgeklammert. Vielleicht mal als freiwillige Referate oder Hausarbeiten, aber gewiss nicht als Klausurrelevante Themen (geschweige denn Abitur). Es sei denn, dass gewisse Schulen, unabhängig davon, besonders viel Wert darauf legen.
 

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