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gibt es mehr geld, als man waren damit kaufen kann ?

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dimbo

Meister vom Königlichen Gewölbe
30. September 2002
1.434
Generelle Antwort:

Hängt von der Preisentwicklung der Waren ab, gelle?

Antwort in Bezug auf den momentanen Zustand:

Ja.
 

Tweedledee

Geheimer Meister
20. Dezember 2002
197
Zu dem Thema hat sich Bernard Lietaer, einer der 'Väter' des Euro geäußert:

(...)Unsere Währungen sind reine Fiat-Währungen, das heißt, die Geldschöpfung geschieht heute aus dem Nichts, beziehungsweise sie beruht auf der Kreditvergabe der privaten Banken und ist somit an keine materielle Wirklichkeit mehr gebunden. Die Digitalisierung des Geldes durch die Computertechnik ermöglicht es zudem, große Geldsummen als elektronische Daten zu übermitteln. Dadurch haben die spekulativen Devisentransaktionen in einem ungeheuren Ausmaß zugenommen. Heute entsprechen nur zwei Prozent aller Devisentransaktionen einem realen Austausch von Gütern und Dienstleistungen, 98 Prozent sind spekulativ. In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts lag das tägliche Volumen der Devisentransaktionen bei 20 bis 30 Milliarden US-Dollar. Heute werden weltweit jeden Tag zwei Billionen US-Dollar transferiert. Zwei Billionen Dollar, haben Sie eine Vorstellung, wie viel Geld das ist?

brand eins: Ehrlich gesagt, nein.

Lietaer: Wenn Sie eine Druckerpresse hätten, die pro Sekunde eine Dollarnote drucken könnte und Tag und Nacht in Betrieb wäre, müssten Sie 63416 Jahre lang drucken, um diese Summe zu erreichen. Sie müssten zurückgehen in die Jungsteinzeit und einen Neandertaler die Druckerpresse in Gang setzen lassen, um die Geldmenge in Papier zu erzeugen, die heute täglich zu spekulativen Zwecken um den Globus fließen. Die Währungsreserven aller Zentralbanken der Welt, ihre sämtlichen Goldbestände eingeschlossen, entsprechen nur den Transaktionen, die in sieben bis acht Stunden getätigt werden. In einer weltweiten Währungskrise wäre keine Instanz in der Lage zu intervenieren. Die Mittel dazu sind überhaupt nicht vorhanden.
(...)
Das ganze Interview gab es unter http://www.brandeins.de/magazin/archiv/2001/ausgabe_07/schwerpunkt/artikel9.html zu lesen, leider ist der Link im Augenblick (?) tot.
 

_Dark_

Ritter Rosenkreuzer
4. November 2003
2.666
ja also das ist schon ziemlich krass
ich stelle mir aber schon die frage, wie es so weit kommen konnte.
das geht doch nur wenn irgendwann mal jemand einfach so milliarden erfunden hat, und die auf ein konto getan hat

ich weiß das sit jetzt vereinfacht, aber ist doch so.
wenn unsereeiner aufs konto schaut, dann sieht er doch nur geld das er eingezahlt hat oder das er als gehalt bekommt.
das muss der konzern ja irgendwo herhaben.
aber was ich auch irgendwie beeindruckend finde, ist dass wenn die BRD z.b. jährlich mehrere milliarden schulden macht, dann gibts dieses geld eigentlich gar nicht, sondern nur als binary code in nem pc.
wenn man das löschen könnte, wow

auch habe ich das in dem film verlockende falle mit staunen festgestellt, was so ein virtueller bankraucb bringen würde.
 
W

Weinberg, Oliver

Gast
@Dark in Doubt:
"ich stelle mir aber schon die frage, wie es so weit kommen konnte.
das geht doch nur wenn irgendwann mal jemand einfach so milliarden erfunden hat, und die auf ein konto getan hat"

:wink: tja, mein Lieber, vielleicht war das WIRKLICh so...
In jedem Fall haben findige Bankiers im vorletzten Jahrhundert
erkannt, dass, wenn man eine Bank betreiben will, man etwa
70mal soviel Geld verleihen kann, als man selbst -gedeckt-
besitzt..(vielleicht war es auch aber auch nur 7mal soviel,,)

Der Zins macht's möglich...

Nehmen wir mal den Dollar. Sein Nennwert war ja einst
durch den Gegenwert in Gold (gelagert in Fort Knox) gesichert,
jedenfalls hab ich das so verstanden..Wenn ich mit dem Dollar
eine Ware erwerbe, dann garantierte der Gegenwert in Gold
seitens der Regierung dem Verkäufer, dass das bedruckte
Stück Papier auch tatsächlich Wert besitzt.
(Vor diesem Hintergrund kann praktisch jeder eine eigene
Währung heraus geben, wenn er eine entsprechende Deckung
nachweisen kann - in Deutschland zuletzt vor ein paar Jahren
auf regionaler Ebene von einer Einzelperson praktiziert)

Nun legt der Verkäufer den oder die erhaltenen Dollar auf
sein Konto und läßt sie sich, sagen wir ein Jahr verzinsen.
Der Gegenwert der ursprünglichen Einzahlung ist ja durch
das Gold gedeckt gewesen. Die Zinserträge können es nicht
mehr sein, es sei denn das Bundesschatzamt beschäftigt
einen Alchimisten.
Folge: Irgendwann müsste es durch die allgemeine Verzinsung
mehr Geld geben, als seinem Gegenwert entspricht, der damit,
wie in den USA ja geschehen auch hinfällig wird, weil das
Gold peu a peu zur Deckung der Währung veräußert werden
mußte (aber die Regierungen dort haben es verstanden, sich
durch 'Anleihen' bei 'befreundeten' Staaten liquide zu halten..)

Finanzpolitik ist ein Verschwörungsthema, dass viel zu wenig
Beachtung findet....nur mal hier hin gestellt, die Staatverschuldung
der BRD und der dafür zu entrichtende jährliche Zins (u.a. aus dem
Steueraufkommen)
Qui bono?
 

Trasher

Ritter der ehernen Schlange
10. April 2002
4.104
Nun legt der Verkäufer den oder die erhaltenen Dollar auf
sein Konto und läßt sie sich, sagen wir ein Jahr verzinsen.
Der Gegenwert der ursprünglichen Einzahlung ist ja durch
das Gold gedeckt gewesen. Die Zinserträge können es nicht
mehr sein, es sei denn das Bundesschatzamt beschäftigt
einen Alchimisten.
Zinsen kann nur jemand bezahlen, der durch diese Dollars selbst einen Gewinn einfährt. Er braucht also keinen Alchemisten, er kann bei Bedarf Gold nachkaufen.
Im Allgemeinen kauft sich der Geldverleiher aber keinen glänzenden Klumpen Metall sondern einen glänzenden Klumpen Glas in der Frankfurter City. ;)
 

trashy

Großer Auserwählter
19. Mai 2002
1.781
Weinberg schrieb:
Finanzpolitik ist ein Verschwörungsthema, dass viel zu wenig Beachtung findet....nur mal hier hin gestellt, die Staatverschuldung der BRD und der dafür zu entrichtende jährliche Zins (u.a. aus dem Steueraufkommen)
Qui bono?
das glaub ich nicht, gib einfach mal Staatsverschuldung in die Suchhilfe ein ... :wink:
 

SentByGod

Großer Auserwählter
10. April 2002
1.675
Achja und die größte Schweinerei ist die Tatsache das auf diesen Devisenhandel keine Steuern gelegt sind, deren Höhe bei schon >1% genug Geld zusammenkommt um einige staatliche Probleme zu lösen.
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
Ein großer Teil der Spekulationen dient dem Schutz von Auslandsgeschäften vor Devisenschwankungen, aber auch die reine Spekulation ist zu unser aller Vorteil. Ohne Spekulation würden die Währungskurse noch unvergleichlich heftiger schwanken.

Wer keine Spekulation will, muß zurück zur Goldwährung, aber dann wäre es auch mit der uferlosen Staatsverschuldung vorbei.
 

_Dark_

Ritter Rosenkreuzer
4. November 2003
2.666
also ich habe mal im geschichte lk vor kurzem gehört dass die golddeckung der währung schon während/nach der weltwirtschaftskrise in den 30er aufgegeben wurde, da man da ja nichts mit gold decken konnte, weil ja nix da war.
also begann man sie mit produktionsfaktoren usw zu decken.
wenn man das so sieht, dann könnte eigentlich z.b der dollar durchaus gedeckt sein.
man bedenke nur das kapital das in den usa in gebäuden, autos, maschinen und investitionen steckt.
?????
weiß da noch wer was zu???
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
Die Golddeckung wurde in Europa unmittelbar nach Beginn des ersten Weltkrieges aufgegeben, weil die Kriegskosten einfach nicht ehrlich zu finanzieren waren. In Großbritannien wurde sie nach dem Krieg wieder eingeführt, der Kurs weit über dem Marktwert des Pfundes trug maßgeblich zur Weltwirtschaftskrise bei. Die Anbindung des Dollars an das Gold wurde, wenn ich mich nicht irre, 1971 komplett aufgegeben. Man erwartete, daß der Goldpreis sofort fallen würde. Er schoß augenblicklich in den Himmel.

Der Dollar ist heute selbstverständlich völlig ungedeckt. Er wird von der amerikanischen Notenbank herausgegeben, und die hat fast keinen Besitz. Der amerikanische Staat hat sogar Schulden, also weniger als nichts. Der Dollar ist nur Papier.
 

dimbo

Meister vom Königlichen Gewölbe
30. September 2002
1.434
trashy schrieb:
dimbo schrieb:
Generelle Antwort:

Hängt von der Preisentwicklung der Waren ab, gelle?

Antwort in Bezug auf den momentanen Zustand:

Ja.

Si senior ... :arrow: inflation!

bei weiterem interesse einfach mal, www.bundesbank.de besuchen, da gibts hammer infos ...
Inflation ist ein gutes Beispiel. Ich wollte mit dem Satz aber hauptsächlich ausdrücken, dass die Frage, ob es mehr Geld als dafür vorhandenen Gegenwert auf der Welt gibt oder nicht, schwerpunktmäßig damit zusammenhängt, wieviel Wert man den Dingen beimißt.

Sagen wir, der durchschnittliche Liter Benzin der Welt im Jahre 2004 kostet 76 cent. Nun gibt es Länder, in denen das Benzin teurer ist und welche in denen das Benzin billiger ist, aber der Durchschnitt beträgt 76 cent. Wenn sich der Preis für alle Dige auf gleiche Art errechnen lassen würde, dann wäre es möglich, einen relativ genauen Betrag für den Gegenwert der Welt zu ermitteln. Doch selbst dann - und das wollte ich mit meinem Post eigentlich aussagen - bedarf es nur einer geringfügigen unbegründeten Erhöhung eines einzelnen Preises, einer einzigen Überteuerung und es ist sofort mehr Geld vorhanden, als es Gegenwert auf der Welt gibt. Da "Wucher" letztendlich immer subjektiv ist und sich die Preise für alle Dinge nicht errechnen lassen, ist die Frage an sich unsinnig und nicht zu beantworten, bzw. kann man sie beantworten wie man möchte, da es onehin unmöglich ist eine Antwort zu veri- oder falsifizieren. :wink:
 

Booth

Großer Auserwählter
19. Oktober 2003
1.521
Ein_Liberaler schrieb:
Der amerikanische Staat hat sogar Schulden, also weniger als nichts.
Ähem - das ist so natürlich nicht ganz richtig, da der Staat (wie JEDER Staat) auch eine Menge "besitzt". Nicht nur Immobilien und Gerätschaften (wie z.B. Militärgeräte - gerade in den USA sehr beliebt), sondern eben auch ein permanentes "Einkommen". Nennt sich neudeutsch "Steuern" ;)

gruß
Booth
 

MrMister

Großer Auserwählter
13. April 2003
1.525
Ähem - das ist so natürlich nicht ganz richtig, da der Staat (wie JEDER Staat) auch eine Menge "besitzt". Nicht nur Immobilien und Gerätschaften (wie z.B. Militärgeräte - gerade in den USA sehr beliebt), sondern eben auch ein permanentes "Einkommen". Nennt sich neudeutsch "Steuern"

gruß
Booth
Wenn du 100€ verdienst und 150€ ausgiebst, wieviel hast du dann?

Die Golddeckung wurde in Europa unmittelbar nach Beginn des ersten Weltkrieges aufgegeben, weil die Kriegskosten einfach nicht ehrlich zu finanzieren waren
Im Dritten Reich wurde auch versucht, eine Goldwährung zu etablieren, was aber kollosal nach hinten losging :D
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
Ob die USA ihre Schulden tilgen könnten, wenn sie ihre Wüsten und Tundren verkaufen wollten, wäre noch zu prüfen. Da sie mehr für "Verteidigung" ausgeben als die zehn nächsten Staaten, sollten sie echte Probleme haben, ihre Rüstungsgüter zu einem vernünftigen Preis loszuwerden. Eins ist freilich sicher, Steuereinnahmen haben sie. Das sind aber auch nur Papierdollar.
 

HamsterofDeath

Geheimer Meister
18. März 2003
335
ich wollte mit meiner frage auf den zins hinaus.
es gibt, denke ich, 2 möglichkeiten :
a) was der eine an mehr geld besitzt, als es eigentlich geben dürfte, hat der andere an negativgeld, das es auch nicht gibt, also schulden. die einen werden durch zinsen also immer ärmer, die anderen immer reicher.
b) es gibt immer mehr geld, das immer wertloser wird. allein um die menge des existenten geldes konstant zu halten, muss ständig produziert werden (da waren mit der zeit, zumindest meistens, an wert verlieren). ich meine aber irgendwo was gelesen zu haben, wo stand, dass die geldmenge sich ca. alle 9 jahre verdoppelt. die warenmenge aber nicht....
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
Wenn die Geldmenge sich verdoppelt, verliert der Euro die Hälfte seines Wertes. Fertig.

Das geht auch mit Gold. Die Spanier fanden in ihen südamerikanischen Kolonien genug Gold, um in Europa eine schwere Inflation auszulösen.

Man produziert nicht, um das Geld stabil zu , sondern um mit Profit zu verkaufen.

Der Schuldner, der das geliehene Geld investiert, kann ohne weiteres reicher werden als sein Gläubiger.

Bist Du irgendwie Anhänger von Silvio Gesell und seinem Schwundgeld?
 

_Dark_

Ritter Rosenkreuzer
4. November 2003
2.666
MrMister schrieb:
Ähem - das ist so natürlich nicht ganz richtig, da der Staat (wie JEDER Staat) auch eine Menge "besitzt". Nicht nur Immobilien und Gerätschaften (wie z.B. Militärgeräte - gerade in den USA sehr beliebt), sondern eben auch ein permanentes "Einkommen". Nennt sich neudeutsch "Steuern"

gruß
Booth
Wenn du 100€ verdienst und 150€ ausgiebst, wieviel hast du dann?
das ist so nicht richtig

die usa sind weit nicht so weit über ihrem bip verschuldet wie z.b deutschland (60%) oder japan (120%!!!)
man darf sich doch z.b. den amerikanischen haushalt nicht mit dem eines familienvaters vergleichen. das ist doch eine ganz andere dimension.

außerdem handeln die amis nach dem sehr intelligenten und erfolgreichen prinzip: schulden in schlechten zeiten machen und in guten abbauen (siehe clinton)

und dass die amis im moment in ihre zukunft investieren, ist ja wohl mehr als klar.
nur unsere unfähigen politiker kapieren nicht dass man sich in solchen frage ebenso wie in der außenpolitik an den usa und gb zu orientieren hat.
 
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