Herzlich Willkommen auf Weltverschwoerung.de

Angemeldete User sehen übrigens keine Werbung. Wir freuen uns wenn Du bei uns mitdiskutierst:

Frieden - Abwesenheit von Krieg?

Dunja

Geselle
18. März 2004
45
Hallochen,

Viele Menschen, die man nach ihren Wünschen fragt, geben oft die gleiche Antwort "Ich wünsche mir den Weltfrieden." Ich weiß nicht, ob uns überhaupt bewusst ist, was "Frieden" (geschweige denn Weltfrieden) überhaupt ist. Kann man das so wirklich erklären? Wie sieht ein friedlicher Zustand aus, und ist er heute überhaupt möglich?

Ist Frieden tatsächlich nur die Abwesenheit von Krieg? Oder steckt da mehr hinter? Was für eine Rolle spielen Respekt und Toleranz in der Vermeidung eines Krieges?

Der Mensch sollte seinen inneren Frieden zuerst finden, um dann weiter zu sehen.....sollte er tatsächlich?

Dunja
 

general

Auserwählter Meister der Neun
30. März 2004
982
Frieden: eine Definition

Hi Dunja

Ich würde Frieden so interpretieren oder für mich wäre das Frieden:

-Jeder Mensch lebt frei vor Verfolgung, Angst und Hunger.
-Jeder Mensch hat eine Arbeit, welche ihn erfüllt.
-Alle Menschen sind untereinander versöhnt, es gibt also keine Konflikte zwischen/ und innerhalb von Staaten.
-Die Völker leben in ihren Lädern (Afghanen in Afghanistan, Deutsche in Deutschland, was Konflikte verhindern würde, denke ich mal)
-Alle haben einen gewissen Wohlstand, das heisst, niemand hat Hunger, Existenzängste usw.
-Niemand muss Steuern bezahlen :wink: :twisted:

Dies sind wohl ein paar wenige Punkte, kommt mir gerade nicht mehr in den Sinn. Ich denke aber, hier in Europa herrscht wohl so was wie Frieden, auch wenn nicht ganz ungetrübt, aber man kann auf die Strasse ohne Angst.(meist)

Ich denke, mal zwischenmenschlich gesehen, kann nur ein Mensch, welcher mit sich selbst Frieden hat, auch anderen gegenüber friedlich sein? Bö, ich weiss auch nicht.
Toleranz in gesundem Ramen (also nicht alles dulden deswegen) ist naürlich Basis von jedem Frieden!

So oder so ist Weltfrieden eine Utopie, deshalb wünschen sich dies warscheinlich auch so viel. :?

Gruss
G.
 

Jay-Ti

Auserwählter Meister der Neun
2. August 2002
989
Ein Mann beobachtete einmal sechs- bis siebenjährige Kinder beim Spielen.
"Was spielt ihr da?", fragte er sie.
"Wir spielen Krieg", antworteten die Kinder. Daraufhin meinte der Mann:
"Krieg ist doch etwas Furchtbares. Spielt lieber Frieden."
"Das ist eine gute Idee", sagten die Kinder. Nach langem Schweigen, großer Beratung und eifrigem Getuschel trat ein Kind vor und fragte:
"Können Sie uns vielleicht sagen wie man Frieden spielt?"
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Nun, die Kinder haben im Kopf, dass man Schiessen muss, oder mit dem Schwert kämpfen, wenn man "Krieg" spielt. Woher es wohl kommt, dass "Krieg Spielen" unter den Spielen eine eigene Kategorie bekommt?
Vielleicht hat ihnen nur niemand erklärt, dass sie schon längst viele friedliche Dinge gespielt haben.

Dunja: Mal ne kurze Frage, glaubt ihr an den Weltfrieden?
Dahin ist es noch ein weiter Weg.

Andere Frage: Wo(mit) fängt Krieg eigentlich an?
 

_Dark_

Ritter Rosenkreuzer
4. November 2003
2.666
streicher schrieb:
Andere Frage: Wo(mit) fängt Krieg eigentlich an?
krieg fängt da an, wo die interessen zweier staaten kollidieren, und sich der stärkere es leisten kann, den anderen mit waffengewalt zu besiegen, und anschließend sein interessen durchsetzen kann.
ich würde nur krieg zwischen staaten als krieg bezeichnen, so kleine nachbarschaftsfehden oder beziehungskrisen, die in eine art krieg ausarten sind meinen meinung nach keiner, weil diese nicht rational geführt werden, was kriege (fast) immer sind, siehe auch der irakkrieg usw..

weltfrieden wird es nie geben.
das ist eine utopie, und deshalb nicht erfüllbar.
ich finde es aber schon auch interessant, warum kinder immer kreig spielen.
ich nehme mich da ja nicht aus.
wir habne früher immer krieg oder schießereien und sowas gespielt, aber nie frieden.
vll liegt das daran, dass wir den frieden kennen, und den krieg nicht.
deshalb hat es was reizvolles.
außerdem ist man als kind ja eh geprägt vom fernsehen, karl may büchern und sowas, da bekommt man ja nix anderes mit,
 

Jay-Ti

Auserwählter Meister der Neun
2. August 2002
989
Das stammt von einem kleinen Kärtchen, welches ich mal nach einer Messe erhalten habe.

Nach Hobbes befinden sich Menschen im Naturzustand immer im Krieg. So greifen sie sich untereinander an um an Macht zu gewinnen. Auch die friedfertigen sind gezwungen andere anzugreifen und zu besiegen, wollen sie nicht irgendwann selber einem erstarkten anderen unterlegen sein.
Soweit aus meinem Gedächnis.

Und ich glaube an einen Weltfrieden.
 

_Dark_

Ritter Rosenkreuzer
4. November 2003
2.666
@jay-ti
ja das mit hobbes stimmt so.
das ist nach seiner maxime "homo homini lupus est", also dass der mensch dem menschen ein wolf ist.
was ja auch völlig stimmt.
deshalb kann es auch keinen weltfrieden gebenn, weil dann alle menschen gleich idealistisch sein müssten, und niemand einem anderen gegenüber einen vorteil haben sollte.
das widerspricht dem naturell der menschen.
 

Lunatic

Vollkommener Meister
4. Januar 2004
582
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemals Weltfrieden geben wird. Wie soll das auch zu realisieren sein. Sag mal den Reichen, dass sie was abgeben müssen, damit die Armen auch was zum essen haben. Ha ha,... guter Witz

Und irgendeine Regierung muss es ja dann auch geben, und wenn man mit dieser oder deren Entscheidungen nicht zufrieden ist?
Und selbst wenn alle gleich gut versorgt sein würden, keine Existenzängste hätten, dann würden sie nach Luxus streben... So sind wir nunmal.
Ausserdem, was hat ein Diktator oder Regierungschef davon, sich dem "Weltfrieden" anzuschliessen? Als Oberhaupt eines Landes oder einer Nation würde man nie selbst auf den Gedanken kommen, selber zurück zu steken, damit Macht einzubüßen. Und wo soll dann die Realisierung des Weltfriedens anfangen???

LUnatic
 
W

Weinberg, Oliver

Gast
Zitat St. Toirdealbhach aus 'Der König auf Camelot:

"Krieg...()..kann schon was Schönes sein, wenn nicht gar so
viele drinnen sind. Wenn sich zu viele bekämpfen - woher
soll man da noch wissen, worum's überhaupt geht? In Old
Ireland hat's wirklich schöne Kriege gegeben, aber da ging's
um einen Bullen oder irgend was, und jederman war von
Anfang an mit dem Herzen dabei."

Das stammt aus der Feder eines überzeugten Pazifisten
(T.H. White) und ich finde, es liegt eine Wahrheit darin.

Vor vielen Jahren, in Hamburg auf'm Dulsberg kam es immer
wieder zu Auseinandersetzungen zwischen großen Gruppierungen,
die im Kern mit dem Streit zweier Leute begonnen hatten, die
sich dann in der Folge Verbündete suchten und am Ende schlugen
sich da bis zu 200 Leuten, von denen die meisten gar nicht
wirklich wußten, wie und warum, Hauptsache dabei..fast
wie in der Realpolitik...

Kennt Ihr auch solche Beispiele?
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Dark_in_Doubt: krieg fängt da an, wo die interessen zweier staaten kollidieren, und sich der stärkere es leisten kann, den anderen mit waffengewalt zu besiegen, und anschließend sein interessen durchsetzen kann.
Ich hätte das unter "bewaffneten Konflikt von zwei Territorialstaaten" eingeordnet, was zweifelsfrei ein Krieg ist. "Bürgerkrieg" und "Guerrillakrieg" zähle ich auch zu Kriegen, sind meist intranational. Was ist mit "Handelskrieg"?


Lunatic: Sag mal den Reichen, dass sie was abgeben müssen, damit die Armen auch was zum essen haben. Ha ha,... guter Witz
Da fallen einem gleich die Neo-Konservativen, die sich streng "christlich" geben, aber einen "Armen Samariter", sprich einen armen Staat, niederschlagen.

Weinberg, OliverKennt Ihr auch solche Beispiele?
Den Schulhof?!
 

SentByGod

Großer Auserwählter
10. April 2002
1.675
Mir fiel da gerade etwas ein...

Wenn Krieg Expansion ist dann müsste Frieden doch eigentlich Stagnation bedeuten oder? Hiermit meine ich, das der Mensch nicht in der Lage ist einfach vor sich hin zu existieren.
 
W

Weinberg, Oliver

Gast
@ Streicher: "..den Schulhof?"
:roll:
..da war ich schon lange nicht mehr. Wie ist es da jetzt so..? :wink:
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
SentByGod schrieb:
Mir fiel da gerade etwas ein...

Wenn Krieg Expansion ist dann müsste Frieden doch eigentlich Stagnation bedeuten oder? Hiermit meine ich, das der Mensch nicht in der Lage ist einfach vor sich hin zu existieren.
Sagen wir mal so: der Mensch braucht Abwechslung. :wink:


@ Weinberg, Oliver
Eigentlich war ich da auch schon lange nicht mehr. Aber von den Nachhilfeschülern oder in Bewohnertreffs hört man manchmal Geschichten... Neulich las ich auch wieder in einem Deutschlehrbuch einen Zeitungsartikel, der wieder mal feststellt, dass die Gewalt an der Schule zunehme. Ich habe übrigens noch nie einen Artikel gelesen, der besagte, dass Gewalt in der Schule abnehme. Oder sind wir jetzt doch "zu weit vom Krieg entfernt"? ;->
 

Adamantios

Geheimer Meister
11. Dezember 2003
171
Frieden weit mehr als Abwesenheit von Krieg

Dunja schrieb:
Hallochen,

Viele Menschen, die man nach ihren Wünschen fragt, geben oft die gleiche Antwort "Ich wünsche mir den Weltfrieden." Ich weiß nicht, ob uns überhaupt bewusst ist, was "Frieden" (geschweige denn Weltfrieden) überhaupt ist. Kann man das so wirklich erklären? Wie sieht ein friedlicher Zustand aus, und ist er heute überhaupt möglich?

Ist Frieden tatsächlich nur die Abwesenheit von Krieg? Oder steckt da mehr hinter? Was für eine Rolle spielen Respekt und Toleranz in der Vermeidung eines Krieges?

Der Mensch sollte seinen inneren Frieden zuerst finden, um dann weiter zu sehen.....sollte er tatsächlich?

Dunja
Respekt und Toleranz sind Voraussetzung für gutes Auskommen miteinander. Wenn der Mensch inneren Frieden hat, kann er ihn auch nach außen tragen. Wichtig ist, dass er Vorbildfunktion hat. Nur dann ist er glaubhaft nach außen und wiederum für andere Vorbild.

Frieden ist weit mehr als Abwesenheit von Krieg, denn seinen inneren Frieden haben auch hierzulande noch viele Menschen nicht gefunden.
Sie bekunden nach außen Neid, Eifersucht, Intolereanz und Mißgunst.

Daher sind wir von wirklichem geistigen Frieden noch lange entfernt. Kann mir aber durchaus vorstellen, dass wir bei unseren nächsten Leben dann schon wieder bessere Verhältnisse haben, nachdem es auch jetzt schon weit besser als im Mittelalter und gar vor der Erlösung war.

So wurde auch diese wurde durch einen Kampf ausgefochten, einen gewaltigen geistigen Kampf, der klar entschieden wurde und dem Herrscher diese Welt seine Macht beschnitt sowie die Trennwand in die Himmel wieder öffnete.

Frohe Ostertage !
 
Oben Unten