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Der Klimawandel-Schwindel

Nachbar

Ritter Kadosch
20. Februar 2011
5.161
... aber wo sind sie denn eigentlich jetzt, die Vorredner des "Klimawandel-Schwindels"? Man scheint nichts mehr von ihnen zu hören, nicht einmal kleinlaut sind sie, es herrscht völlige Funkstille aus dieser Position.
Tatsächlich. An dieser Ecke ist der Fraktion "Wissenschaft ist auch irgendwie nur eine Meinung" wohl die Realität ein bisschen zu aufdringlich geworden, Frechheit!, was aber zu keinem prinzipiellen Wandel führt. Die meisten derjenigen, die den Klimawandel einfach nicht mehr weggeleugnet kriegen ohne sich dabei als Obst zu fühlen, die fangen deshalb ja nicht plötzlich an, die Wissenschaft zu respektieren (die WISSEN schafft), sondern ziehen sich bloß um einen Schützengraben zurück, nämlich dass der Klimawandel nicht vom Menschen verursacht ist.

Schlachtruf: KLIMAWANDEL GAB ES IMMER!
Gerade erst live von Frau Weidel serviert, im Sommerinterview. Womit sie sogar weiter ist als gute Teile ihrer Partei, die ernsthaft beim Leugnen stecken geblieben sind. "Als ich Kind war gab es auch heisse Sommer", sagt der Afdler, und widerlegt damit eindrucksvoll die gesamte Klimaforschung. Es ist immer wieder schön.

Also, falls dir das fehlt, dieses gelegentliche Vorbeischwirren von Realitätsverweigerern, dann würde ich an deiner Stelle zum nächsten AfD Ortsverein gehen. Einfach warten und den Nächsten schnappen der rauskommt; das sollte passen.
Aber wahrscheinlich hast du da keinen Bock drauf, ich definitiv nicht, denn dann steht einem dieser Mensch gegenüber und man bekommt es mit der Endgegner-Kombination aus Dummheit und Ignoranz zu tun, wogegen kein Kraut gewachsen ist. Keine Chance. Nicht einmal ansatzweise. Allein schon deshalb, weil man direkt nach dem ersten Satz, nach der ersten Frage, als Feind gilt. Error, tilt, insert coin.
Ich kenne ja solche Leute, du vermutlich auch. Die könnten vor einem Mensch gewordenen Kondensat aus Newton, Leonardo da Vinci und Nelson Mandela stehen, aber nützt nix, die merken das nicht, die spüren die Begegnung mit Intelligenz schlicht nicht. Dass es jetzt Zeit für eine Verhaltensänderung wäre, dass man jetzt vielleicht nicht direkt rausposaunen sollte was einem Frau Weidel und fünf YouTuber beigepult haben, sondern dass statt dessen Respekt und Aufmerksamkeit gute Ideen wären, so für den Anfang, ja, aber ... nein. Man bekommt die Kombi aus Dummheit und Ignoranz nicht geknackt, es geht nicht, und das ist wirklich bedauerlich, weil das für den anderen Teil der Gesellschaft die Probleme vergrößert.

Die Dumm-Ignoranz benötigt natürlich auch eine Motivation, einen Antrieb, und das ist die Zugehörigkeit.
Hier ist die MAGA-Sekte ein guter Vergleich, mit ihrem Glaubensbekenntnis der gestohlenen Wahl. Diese Lüge muss man postulieren oder darf sie zumindest niemals öffentlich anzweifeln, nur dann kann man MAGA sein, das ist hinlänglich bekannt. Und echt fuckin' crazy, weil die Realität so offen daliegt wie ein Beutel Zwiebeln im Supermarkt. Aber plötzlich darfst du den Beutel Zwiebeln nicht mehr Beutel Zwiebeln nennen, sondern Steuererklärung. Für mich unfassbar, dass zig Millionen Menschen das mitmachen, die zwar definitiv nicht die hellsten Kerzen auf der Torte sind, aber prinzipiell schon dazu in der Lage wären, einen Beutel Zwiebeln zu erkennen.
Könnten sie. Wollen sie aber nicht. Die wollen MAGA sein, die wollen Zugehörigkeit.

Bei der AfD funktioniert das über den Klimawandel. Entweder existiert er nicht, oder wenn doch, dann ist er jedenfalls nicht vom Menschen verursacht. Zwar widerspricht das genauso den Tatsachen wie Trumps vermeintlicher Sieg 2020, aber egal, man will ja zur Bewegung "Rolle rückwärts in die Zukunft" gehören, und entsprechend muss man das leugnen, kann man auch wieder mehr Braunkohle fördern, bis ans Ende aller Tage Verbrenner bauen und, ganz besonders wichtig, man wird niemals zugeben müssen dass die Grünen mal wieder im Recht waren.
Es geht nicht um Inhalte, es geht nicht um Fakten, es geht um eine Zugehörigkeit mit vielen Feindbildern drumrum. Deshalb ist es auch eine reizende aber gänzlich dysfunktionale Idee, die AfD inhaltlich stellen zu wollen.



Hoppla. Aus einer kurzen Anmerkung ist ein längerer Text geworden...
Vielleicht weil es mich wirklich traurig macht, wie die Menschheit mit ihren Lebensgrundlagen und den anderen Lebewesen auf diesem Planeten umgeht. Und weil es mir leid tut, wie viele Existenzen jetzt bereits unter dem Klimawandel zugrunde gehen, zu Tausenden sogar ihr Leben verlieren, während allerorten irgendwelche verkackten Populisten die Realität leugnen um damit die Sehnsüchte und Ängste von Wählern zu triggern. Es ist so widerlich.

Ich selbst lebe seit geraumer Zeit auf einem geostrategisch bedeutungslosen Flecken im Atlantik, und obwohl der Klimawandel keinerlei Grund für den Umzug darstellte, weiß ich den großen Temperaturausgleichsbehälter um uns herum inzwischen sehr zu schätzen.
Es ist schon so, dass räumliche Distanz zu mehr emotionaler Distanz führt, aber ich mag Deutschland ja und wünsche entsprechend gutes Gelingen, und selbstverständlich gilt: man wählt keine Rechtsradikalen!!
 

Giacomo_S

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
13. August 2003
4.927
Schlachtruf: KLIMAWANDEL GAB ES IMMER!
Gerade erst live von Frau Weidel serviert, im Sommerinterview. Womit sie sogar weiter ist als gute Teile ihrer Partei, die ernsthaft beim Leugnen stecken geblieben sind. "Als ich Kind war gab es auch heisse Sommer", sagt der Afdler, und widerlegt damit eindrucksvoll die gesamte Klimaforschung. Es ist immer wieder schön.

Selbst wenn man diese persönlichen Erfahrungen - die über eine langfristige Klimaentwicklung wenig aussagen - in die Bewertung einbeziehen will, dann halte ich mit meinen persönlichen Erfahrungen entgegen:

- Vor rund 30 Jahren erlebten wir im Sommer auch mal eine Hitzewelle. Die ging aber dann mal über ein, zwei Wochen im Juli - und das war's dann aber auch. Das Temperaturmaximum lag damals bei 30°C. Allerdings fanden wir eine solche Hitze bereits damals als ungewöhnlich.
- An einen Sommer, bei dem von Anfang Juni bis Ende August eine Hitzewelle die nächste ablöst, mit Maxima von 38°, ortsweise 40°C kann ich mich aber nicht erinnern. Und auch nicht daran, dass mehr oder weniger jeder Sommer in Folge dasselbe Schema aufweist.
- Über Brände und Flutkatastrophen wurde auch damals berichtet. Aber nicht derart, dass diese Naturkatastrophen in mehreren, weit voneinander entfernten Regionen der Welt gleichzeitig auftreten.

Es ist richtig, in der Erdgeschichte gab es immer klimatische Veränderungen. Allerdings passierten sie in geologischen Zeiträumen, in Jahrtausenden oder, wie die Kleine Eiszeit, in Jahrhunderten. Wobei es auch bei letzterer die Vermutung gibt, dass es sich um eine durch Menschen ausgelöste Klimaveränderung gehandelt hat.

Ich selbst lebe seit geraumer Zeit auf einem geostrategisch bedeutungslosen Flecken im Atlantik, und obwohl der Klimawandel keinerlei Grund für den Umzug darstellte, weiß ich den großen Temperaturausgleichsbehälter um uns herum inzwischen sehr zu schätzen.
Es ist schon so, dass räumliche Distanz zu mehr emotionaler Distanz führt, aber ich mag Deutschland ja und wünsche entsprechend gutes Gelingen, und selbstverständlich gilt: man wählt keine Rechtsradikalen!

Ich freue mich ganz ehrlich für Deinen gewählten Lebensort.
Da mir mein eigener Ruhestand in wenigen Jahren bevorsteht, denke auch ich darüber nach, mich noch einmal woanders niederzulassen. Nicht, weil es mir in Deutschland nicht gefiele, nicht, weil ich irgendwo "billiger" zu leben gedenke. Überhaupt, ich ginge nicht aus Frust oder Wut. Sondern vielmehr, weil ich es kann, und weil es doch nett wäre, auf seine alten Tage noch einmal anders zu leben. Derzeit habe ich den Südwesten Frankreichs ins Auge gefasst ...

... oder geht man vllt. doch nicht in den Süden? Besser in den Norden, Skandinavien, das Baltikum? Oder gleich in das südliche Patagonien (Chile)?
 

Nachbar

Ritter Kadosch
20. Februar 2011
5.161
... oder geht man vllt. doch nicht in den Süden? Besser in den Norden, Skandinavien, das Baltikum? Oder gleich in das südliche Patagonien (Chile)?
Den Mittelmeerraum würde ich meiden, aufgrund von zunehmend heftigen Extremen. Hitze von 40° da und dort, teils schon im April, und dazu Brände und Starkregen.
In Skandinavien musst du mit der Dunkelheit des Winters klarkommen, das würde ich vorher einen Winter lang testen.
Das Baltikum ist wunderschön, aber was für Mutige. Zumal ich nicht viel auf die deutsche Panzerbrigade setze... Täte man statt dessen eine gemischte Drohnenbrigade aufbauen, fände ich das schon ein bisschen beruhigender.
Patagonien? Echt?? Aber gut, warum eigentlich nicht...

Überhaupt, ich ginge nicht aus Frust oder Wut.
Das sind wir auch nicht. Hamburg ist meine Heimat und eine ganz große Liebe, insbesondere St. Pauli.
Es ist sicherlich viel schöner und gesünder, man geht aus Lust.
 

Giacomo_S

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
13. August 2003
4.927
Patagonien? Echt?? Aber gut, warum eigentlich nicht...

Ich glaube, da tät's mir gefallen. Vllt. schaue ich mir's irgendwann einmal an.

Nachdem ich mir jetzt einen Haufen Clips über das Auswandern angesehen habe - die sich allerdings meistens an US-Amerikaner wandten - zeichnet sich für mich ab: Ist man nicht mit wirklich viel Geld gesegnet, so kann man eigentlich nur in der EU bleiben.
Zwar gibt es durchaus Nicht-EU-Länder, die Retrirement-Visa zu ansprechenden Konditionen anbieten, und gar nicht so viel Asche voraussetzen. Darunter auch Chile.

Die Visa-Voraussetzungen sind aber nur die erste Hürde. Die wesentlichen Knackpunkte sind:

- Krankenkasse: Bleibt man in der EU, dann kann man seine Krankenkasse, oder genauer gesagt: die über die Jahre erworbenen Ansprüche - im Wesentlichen problemlos mitnehmen. Vorübergehend kann man in seiner bisherigen KK bleiben, sie gilt europaweit. Bleibt man dauerhaft im EU-Ausland, dann hat man in das dortige, nationale Krankenversicherungs-System zu wechseln, was i.d.R. problemlos möglich ist (allerdings dann auch zu den dortigen Konditionen).
In einem Nicht-EU-Land ist das i.d.R. nicht der Fall. Man muss dann eine private KV abschließen, und bei der ist man im Alter nicht gerade ein Wunschkunde. Es wird also teuer und es kann gut sein, dass bekannte Vorerkrankungen trotzdem nicht durch die private KV gedeckt sind.

- Banken: Wechselt man einfach dauerhaft in ein anderes Land, dann wird man von seiner Hausbank nicht selten gekündigt. Das ist keine Boshaftigkeit der Bank, sondern man wird dadurch zu einem unattraktiven Kunden. Denn die Bank hat dadurch mehr Pflichten abzuarbeiten, Geldwäsche-Gesetze, Dokumentations- und Prüfungspflichten durch die Bank usw. usf. und der erhöhte Aufwand lohnt sich für die Bank dann nicht mehr. Geht man es vorher geplant mit der Bank an und bleibt man in der EU, so kann das bei manchen Banken funktionieren. Bei einem Aufenthalt in Nicht-EU-Ländern spielen die Banken aber i.d.R. nicht mehr mit.
Man braucht also eine Bank in dem Land, in dem man lebt, mit allen Risiken, die das birgt.

- Reserven: Es kann (und wird) vorkommen, dass man kurzfristig mal wieder in das Heimatland reisen muss, z.B. aus familiären Gründen. Innerhalb der EU ist es keine große Sache, solche Reserven zu halten. Lebt man jedoch in einem weit entfernten Teil der Welt, so wird das teuer und auch zeitaufwändig. Denn einen günstigen Flug auf die Schnelle Chile - Deutschland gibt's dann meist nicht.

- Rechtssicherheit: Denken wir mal an so etwas wie das Mietrecht, so mag es auch innerhalb der EU einige Varianten und Abweichungen geben. Vor dem Allergröbsten ist man durch EU-Recht aber sicherlich geschützt. Woanders sieht's anders aus. Da hat man sich vllt. günstig eingemietet, und nach einem Jahr denkt sich dann der Vermieter: Jetzt will ich aber 50% mehr Miete haben ...

- Soziale Unterschiede: "Billige" Länder sind eben nur deshalb "billig", weil unser Geld mehr wert ist als das Geld der Einheimischen. Jene wiederum müssen für die paar Kröten hart schuften - und das schafft Begehrlichkeiten. Selbst wenn man nicht das Ziel von Kriminellen wird, so kann man durchaus zum "Opfer" werden, und sei es durch irgendwelche Nervensägen. Solange man erkennbar ein Tourist ist, so versuchen diese vllt. ein kleines, schnelles Geld zu machen. Denn schließlich wissen auch diese Typen: Man reist ohnehin bald wieder ab.
Wissen sie aber: Man wird bleiben, so kann es sich für diese Sozialvampire durchaus lohnen, eine Art "Social Engineering" zu betreiben.
Erst sind sie höflich, dann herzlich, schließlich schleimen sie sich ein.
Dann kommen die "Anfragen": Das Dach ist defekt, das Moped/Auto ist kaputt, das Straßenrestaurant könnte einen finanzstarken "Teilhaber" gut gebrauchen, usw. usw. Ist doch für Dich alles kein Problem, Du bist doch "reich".
Bei manchen Ländern - Thailand o.ä. (für mich definitiv eh keine Option) - scheint es sich dabei sogar um eine Art Standardprogramm zu handeln. Wenn nicht gar Ärgeres mit ins Spiel kommt, wie inszenierte Liebschaften, Sex o.ä.

- Möglicherweise kann man die letzten zwei Punkte eingrenzen, abschotten oder ausmerzen. Z.B. dadurch, dass man Teil einer Gesellschaft anderer dort niedergelassener Deutscher wird. Allerdings tauscht man dann die eine Mischpoke nur durch eine andere Mischpoke aus. Außerdem dürfte dies bedeuten, sich von den Einheimischen abzuschotten, um eine Art isoliertes und privilegiertes Leben zu führen. Und schließlich bezweifle ich sehr, die Gesellschaft der "Deutsche Volksgemeinschaft in Chile" zu mögen, gar ein aktives Mitglied im Männergesangsverein werden zu wollen.

Was für Schlüsse ziehe ich aus alledem?

1. Was bleibt, das ist die EU. Nur innerhalb der EU ist der rechtliche, ökonomische, soziale und nicht zuletzt kulturelle Rahmen soweit abgesichert, dass man als Einzelgänger auch seine Ruhe haben kann.
2. Die sozialen und ökonomischen Unterschiede sollten klein bis nicht vorhanden sein. Denn anderenfalls bleibt man der "reiche" Außenseiter, ob nun als "Opfer" oder als "Snob".
3. Man sollte sich ein Umfeld suchen, in dem man nicht den Eindruck haben muss, man nähme den Einheimischen etwas weg. Etwa deshalb, weil "reiche" Ausländer Mieten & Preise bezahlen, die für die Einheimischen nicht zu leisten sind. Denn dann werden sie sauer, und ich finde: Zu recht.
4. Punkt 3. impliziert: Meide die Hot Spots, die Orte, wo alle hin wollen und insbesondere die Plätze, wo all die geisteskranken Influencer ihre inhaltslosen Clips abdrehen. Und wenn Du mal an Deinem Ziel bist, dann halte nach außen hin die Klappe.
5. Keine Insel. Ich kann verstehen, wenn jemand eine Insel schätzt, für mich jedoch wäre dies zu kompliziert.
6. Mein Ideal wäre eine Klein-/Vorstadt, die per Bahn (kein Führerschein ...) an eine Großstadt angeschlossen ist. Da kann ich dann mit meinem heissgeliebten Fahrrad herumfahren, und wenn ich die Großstadt benötige, dann eben mit der Bahn. Und wenn ich mal "ins Maxim" gehen will, und absehbar ist, dass mein Besuch im Varieté länger geht ... nun, dann nehme ich mir halt mal ein einfaches Hotelzimmer für eine Nacht.
Cool würde ich es finden, in so einem Kaff ein kleines, altes Haus zu finden, dass ich mieten kann ... eines, in dem schon länger keiner mehr wohnt, von privat zu privat. Dann freuen sich die Leute eher, dass da mal wieder etwas passiert, als dass sie böse wären, ich nähme ihnen etwas weg.
 

Vercingetorix

Ritter vom Osten und Westen
22. Juli 2018
2.552
In der Schweiz lebt sichs gut. Ist Europa aber nicht EU, nur um es mal wieder erwähnt zu haben. Aber hier ist es neustens im Sommer auch heiss....
 

Giacomo_S

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
13. August 2003
4.927
Der eine oder andere würde die Schweiz jetzt für den deutschen Eckrentner für prohibitiv teuer zu halten sich geneigt sehen.

Definitiv. Aber wer weiss? Vielleicht kann man auch in der Schweiz in irgendeinem Dorf mit einem schmalem Geldbeutel leben, wenn man Kontakte hat und ein paar lokale Tricks kennt.

In der Schweiz lebt sichs gut. Ist Europa aber nicht EU, nur um es mal wieder erwähnt zu haben. Aber hier ist es neustens im Sommer auch heiss....

Ich persönlich würde mich wahrscheinlich sehr schwer mit dem Dialekt tun, sofern man Schweizerdeutsch überhaupt noch so nennen kann. Außerdem gelten Schweizer als noch konservativer und reservierter als die Deutschen.

A propos Schweiz:
Ab 2027 gilt für EU-Bürger ein neues Gesetz bez. Banken. Wenn ich es richtig verstanden habe, so bedeutet das:

EU-Privatpersonen dürfen nur noch dann Bankkonten im Nicht-EU-Ausland haben, wenn
a) sie in diesem Land auch leben oder
b) die ausländische Bank auch eine Vertretung in der EU hat.

Dies dürfte für so manche Privatbank der Schweiz bedeuten, dass sie keine privaten EU-Kunden mehr hat, oder sehe ich das falsch?
 

Malakim

Insubordinate
31. August 2004
14.476
Der Schwindel liegt auch nicht beim Klimawandel.
Sondern dort wo damit Macht ergriffen wird und vor allem in den dysfunktionalen "Lösungen" die
vorgegaukelt werden um den Sozialismus durchzusetzen.

Extrem tragisch denn es wäre ja angezeigt tatsächlich Lösungen für das offensichtlich vorliegende Problem zu finden.
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
6.872
Als ob ein warmer Sommer von der Notwendigkeit entbinden würde, wenn man schon partout Maßnahmen ergreifen will, dafür zu sorgen, dass diese auch gut, sinnvoll, angemessen, wirksam und zielführend sowie nicht suizidal sind. Ein wirtschaftlicher Selbstmord, wie ihn Deutschlad gerade begeht, ist dies nicht und wäre auch dann eine tragische Fehlleistung, wenn es für die Klimahysterie eine reale Begründung gäbe.

Echte Diskussionsthemen wären daher zum Beispiel der Flop mit der Wasserstoffwirtschaft und alles, was Habeck sonst noch so angestoßen hat. Umso mehr, als dass dies Menschenwerk und damit unter unserer Kontrolle ist … äh, sein sollte - ganz im Gegensatz zum Wetter, das man bei allen Aktivismus eben doch größtenteils nur nehmen kann, wie es ist.

Aber die Erfahrung zeigt, dass man mehr Spaß dabei hat, Bernd dem Brot beim Schimmeln zuzusehen als zu versuchen, so etwas mit einem Nazikeulenschwinger, der davon überzeugt ist, ein warmer Sommer wäre der Beweis für die Richtigkeit grüner Politik, zu diskutieren.
 

Nachbar

Ritter Kadosch
20. Februar 2011
5.161
ein warmer Sommer wäre der Beweis für die Richtigkeit grüner Politik
Es war kein warmer Sommer, sondern ein heisser, und kein Mensch benötigt den als Beweis, weil es wissenschaftliche Tatsachen gibt. Aber mit ideologiegetriebenen Realitätsleugnern kann man sowas natürlich nicht diskutieren.

Ja, Deutschland hätte grüne Politik haben können, hätte einen Kanzler Habeck haben können, die Chance war da. Jemand der komplexe Antworten auf komplexe Fragen gibt, sich an der Realität und der Wissenschaft orientiert und deutlich über eine Legislatur hinaus denkt. Aber komplexe Antworten sind nicht gern gesehen, ich weiß, man möchte einfache haben, noch lieber Parolen.

Es stimmt auch, Deutschland wird seit Jahren schlecht regiert. Ein überaltertes, verzagtes, ängstliches, in sich selbst stecken gebliebenes Land, in dem man es fertiggebracht hat, etwas so durchweg Vernünftiges wie Wärmepumpen zu einem politischen Kampfbegriff zu machen, wie blöde kann man sein. Und wo man so gern "technologieoffen" ist, was nichts anderes bedeutet, als sich noch ein Weilchen an den Resten von dem festzuklammern, was früher mal gut funktioniert hat.
Vor über 10 Jahren hat mir hier ein User, ich glaube DaMan, mindestens drei mal erklärt, man hätte die Elektromobilität vor 100 Jahren schon probiert und wäre aus guten Gründen gescheitert. Ende. Mit solchen Leuten, genau wie mit einem Lupo, kann man keine Zukunft bauen. Diese 10 Jahre sind jetzt auch etwa der Vorsprung den China hat und den die deutsche Automobilindustrie niemals mehr aufholen wird, never ever. Danach, und nach der Solarindustrie und der Windindustrie, gehen gerade auch die Wärmepumpen an China. Da entsteht die Zukunft, nicht in D, bzw. dort existiert sie bereits.

Mit einer schon länger bestehenden grünen Regierung wäre Deutschland weit weniger abgehängt, weil sie exakt die Bereiche der industriellen Wertschöpfung auf die es heute und künftig ankommt schon sehr lange auf dem Zettel hat.

Aber klar, dass das irgendwelchen AfD-Spinnern, die in eine verquaste Vorstellung einer 90er-Jahre Kleingartenvereinsromantik zurück wollen und die nichts, absolut rein gar nichts kapieren, nicht zu vermitteln ist.
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
6.872
….
Vor über 10 Jahren hat mir hier ein User, ich glaube DaMan, mindestens drei mal erklärt, man hätte die Elektromobilität vor 100 Jahren schon probiert und wäre aus guten Gründen gescheitert. Ende. Mit solchen Leuten, genau wie mit einem Lupo, kann man keine Zukunft bauen. ….

Und hier sind wir genau bei dem, was jegliche Diskussion mit Dir so unerquicklich wie überflüssig macht:

Verwickelt man Dich jetzt in ein Gespräch über technisch/physikalische Details, wirst Du dies sofort mit Hinweis auf Dein mangelndes Wissen in diesen Fragen abwürgen. Berechtigt, und ist auch kein Problem. Aber wie kommst Du dann auf das dünne Brett, dass die Leute, die es wirklich wissen müssen - nämlich die, die Autos bauen, irgendwas verpennt hätten? Weil Du Dir einbildest, besser wissen, was geht und was nicht geht, und jeder, der Dir nicht das sagt, was Du gerne hören willst, ein Rechter/Ewiggestriger oder was weiß ich ist.

Mach Dich mal frei von der Vorstellung, die deutsche Automobilindustrie hätte die E-Mobilität verpennt. Die Lagerungen für die ersten Entwürfe für Elektroantriebe für PKWs und Lieferwagen von/für drei große deutsche Hersteller durfte ich bereits in der ersten Hälfte der 90er Jahre auslegen. Realisiert worden ist nichts davon. So lange die Politik nicht darin herumpfuscht, sind diese Antriebe bei Kraftfahrzeugen einfach nicht wettbewerbsfähig und das war auch schon damals so.

Was in der Tat völlig unbegreiflich ist, ist allerdings, warum Deutschlands Städte auf Schwätzpertenrat ihre Straßenbahnen und O-Busse abgeschafft haben. Unwiederbringlich, der Wiederaufbau dieser Infrastruktur ist zu teuer. Aber da hatten wir schon städtische Elektromobilität in beachtlichem Ausmaß - und es waren weder DaMan noch Lupo, die sie in der Tonne getreten haben, sondern das waren politische Entscheidungen.

Aber tatsächlich faselst Du mal wieder gekonnt am eigentlichen Problem vorbei. Reine Elektroautos sind technisch überhaupt kein Problem (Ganz anders als Hybridfahrzeuge). Sonst hätten Newcomer wie Tesla oder die vielen chinesischen Firmen nicht so schnell Fuß am Markt fassen können. Es ist überhaupt nicht der Fahrzeugbau, der hier die Grenzen setzt, sieht man vielleicht von der Rohstoffbeschaffung bei seltenen Erden ab.

Wirkliches und grundsätzliches Problem ist, dass wir nicht zuletzt dank der realistischen und supertollen Politik von Habeck & Co. die Stromerzeugung nicht nur nicht ausgebaut haben (wir hätten sie grob verdoppeln müssen, um die Verkehrssparte von Verbrenner auf Elektro umstellen zu können), sondern im Gegenteil so sehr zusammengestrichen haben, dass sie nur noch mit Mühe für den heutigen Strombedarf fast ohne E-Mobilität ausreicht. Damit sind alle hochtrabenden Pläne Habecks völliger Bullshit.

Mit der widersinnigen grünen Energiepolitik lässt sich keine Zukunft machen, sondern nur verhindern und versauen. Und mit Leuten natürlich, die zu einfältig sind, auch nur für fünf Pfennig über das hinaus zu denken, was Gestalten wie Kotting-Uhl, Quaschning und wie sie alle heißen, an Blödsinn in die Welt setzen. Deshalb noch einmal ganz langsam geschrieben, speziell für Dich: Es ist und bleibt vollkommen idiotisch und kann nur in die Hose gehen, gleichzeitig für E-Mobilität zu forcieren und die Stromerzeugung in Grund und Boden zu fahren. Was übrigens auch die Heizungen mit Wärmepumpe betrifft, die übrigens im Winter mit einem systembedingt schlechten Wirkungsgrad fährt und energetisch sehr in die Nähe einer reinen Elektroheizung kommt.

Soooo tiefschürfend sind diese Erkenntnisse doch beileibe nicht. Aber es ist erstaunlich, wie resilient ein grün vernagelter Verstand doch ist.

PS. Nachtrag: Und so lange das Problem mit der ausreichenden Stromerzeugung nicht gelöst ist, ist die E-Mobilität eine Illusion und das aber bereits jetzt schon vollmundig verhängte Verbrennerverbot ein völliger Griff ins Klo.

PPS. 2. Nachtrag: Und natürlich fehlt auch das entsprechende Stromnetz. Der Strombedarf von Wärmepumpe und Elektroauto in jedem Haushalt würde die bestehenden Leitungen zu Klingeldraht degradieren. Auch hier käme ein Riesenbrocken auf uns zu. Und das bei der bekannten Nimby-Mentalität der Deutsche, die klar, Digitalusierung aber keine Mobilfunkmasten und saubere Elektrizität aber keine Stromleitungen mag. Das Problem dürfte kaum kleiner und realistischerweise genauso unlösbar wie der Kraftwerksmangel sein.
 
Zuletzt bearbeitet:

Giacomo_S

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
13. August 2003
4.927
Ein wirtschaftlicher Selbstmord, wie ihn Deutschlad gerade begeht, ist dies nicht und wäre auch dann eine tragische Fehlleistung, wenn es für die Klimahysterie eine reale Begründung gäbe.

Tatsächlich sehe ich so etwas wie einen "wirtschaftlichen Selbstmord Deutschlands" nicht.
In den letzten Wochen habe ich viele Beiträge über und aus den Industrienationen gesehen, die uns im weltweiten Ranking vorangehen (USA, China). Manches mag nur Propaganda sein und bekanntermaßen zeigen einem die Algorithmen von Google auch nur das, was es meint, man wolle es sehen.

Bei diesen zwei Nationen, die immer den Mund sehr voll genommen haben, stelle ich fest:

China: Der dynamische Aufschwung Chinas der Jahre 2005-2015 scheint vorbei zu sein oder ist zumindest arg ins Stottern geraten. Ihre angeblichen Innovationen sind keine oder nur die Raubkopien der Leistungen anderer. Stattdessen sieht man vor allem eines, nämlich Beschiss, und wo ein vollmundig angepriesener "autonomer Roboter" herumeiert, gibt es nicht fern von ihm einen Menschen mit einer Fernsteuerung, der die Puppen tanzen lässt. Die Wirtschaft Chinas schwächelt, und zwar immens, im Grunde ist das eine Deflation.
Das Land muss in den letzten Jahren viele Menschen verloren haben, von den behaupteten 1.4 Mrd. Menschen kann keine Rede sein, bei weitem nicht. Ehemals emsige Plätze in den Großstädten sind leer, Geschäftszonen, Restaurants, ganze Bürokomplexe ... es steht leer, wenn auch nachts mit voller Beleuchtung.

USA: Es scheint sich in den USA eine beispiellose Inflation zu entwickeln. Die Mittelschicht kann offenbar selbst ihre grundlegenden Lebenshaltungskosten nicht mehr tragen (Miete, Essen) und nach offiziellen Angaben leben mittlerweile min. 2 Mio. amerikanische Arbeitnehmer (!) in ihren Autos - von den armen Schweinen, die mittlerweile in praktisch jeder Großstadt in Zeltstädten leben, gar nicht erst zu sprechen.
Erstmals in der amerikanischen Geschichte verlassen mehr Menschen die USA, als in sie einwandern. Kürzlich hat ein Aktivist analysiert, wohin die Amerikaner denn gehen: Mexiko, Kanada, UK ... und Deutschland, in dieser Reihenfolge.

Also, was will uns der Autor damit sagen?
Ja, auch Deutschlands Wirtschaft kämpft. Von den sozialen Folgen wie in den USA und auch Chinas sind wir aber weit entfernt. Und das äußert hier jemand, der, wie ihr wohl wisst, selbst schon ganz unten war, und weiß, wie sich das in Deutschland anfühlt.
NB: Derzeit bin ich für 4 Wochen im Urlaub, aber wenn ich wieder zurück bin ... dann kracht in meinem Bankett-Betrieb die Bude das nächste halbe Jahr, bis uns die Suppe im Arsch kocht. Wir sind ausgebucht, mussten sogar "kleineren" Stammkunden mit nur 500 Gästen absagen ... also kann es ja nicht so schlecht aussehen, wenn große Firmen es mit Banketten so groß krachen lassen.

Echte Diskussionsthemen wären daher zum Beispiel der Flop mit der Wasserstoffwirtschaft und alles, was Habeck sonst noch so angestoßen hat.

Vor rund zwei Jahren unternahm ich zwei Arbeitsurlaube für jeweils etwa eine Woche in Kommunenbetrieben im Raum Kassel, einen davon hatte ich bereits vor mehr als 30 Jahren in seinen Anfängen besucht. Früher war alles, was mit Elektrizität verbunden war der Teufel, denn viele Kommunarden kamen damals aus der Anti-AKW-Bewegung. Wo es ging (Küche, Heizung), da setzte man auf Erdgas.
Heutzutage sieht es völlig anders aus. Die Kommunen produzieren mit ihren eigenen Solaranlagen mehr Strom, als sie verbrauchen. Den Profi-Gasherd in der Küche, den gab's zwar noch, man gedachte aber, ihn beizeiten durch das elektrische Magnet-Induktion zu ersetzen.
Der (elektrische) Profi-Konvektomat (von Rational, Marktführer, natürlich) verbraucht viel Energie, und brav fragte ich: Darf ich die Maschine nach meinem Gusto benutzen, oder habe ich mich einzuschränken?
Mach Dir da mal keinen Kopf: Denn Strom, sauberen Strom, den haben wir mehr als genug.

Das wirkliche Problem unserer Gesellschaft ist ihre Überalterung, ein Prozess, den man bei den Kommunarden sogar noch extremer sieht. Denn während es der konventionellen Wirtschaft noch gelingt, Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund zu beschäftigen, schaffen die Kommunarden dies nicht.










Umso mehr, als dass dies Menschenwerk und damit unter unserer Kontrolle ist … äh, sein sollte - ganz im Gegensatz zum Wetter, das man bei allen Aktivismus eben doch größtenteils nur nehmen kann, wie es ist.

Aber die Erfahrung zeigt, dass man mehr Spaß dabei hat, Bernd dem Brot beim Schimmeln zuzusehen als zu versuchen, so etwas mit einem Nazikeulenschwinger, der davon überzeugt ist, ein warmer Sommer wäre der Beweis für die Richtigkeit grüner Politik, zu diskutieren.
[/QUOTE]
 

Giacomo_S

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
13. August 2003
4.927
Es war kein warmer Sommer, sondern ein heisser, und kein Mensch benötigt den als Beweis, weil es wissenschaftliche Tatsachen gibt. Aber mit ideologiegetriebenen Realitätsleugnern kann man sowas natürlich nicht diskutieren.

Nein, kein Beweis, eher eine Art Denkzettel und eine Vorschau auf das, was uns für die Zukunft erwartet. .

Es stimmt auch, Deutschland wird seit Jahren schlecht regiert. Ein überaltertes, verzagtes, ängstliches, in sich selbst stecken gebliebenes Land, in dem man es fertiggebracht hat, etwas so durchweg Vernünftiges wie Wärmepumpen zu einem politischen Kampfbegriff zu machen, wie blöde kann man sein. Und wo man so gern "technologieoffen" ist, was nichts anderes bedeutet, als sich noch ein Weilchen an den Resten von dem festzuklammern, was früher mal gut funktioniert hat.

In Deutschland wird alles Neue, ob im Großen oder im Kleinen, erst einmal kritisch beäugt bis abgelehnt - können wir nicht, brauchen wir nicht, wollen wir nicht. Wenn es jemand dann trotzdem betreibt und damit erkennbare Erfolge erzielt, dann kopieren es hier und da andere. Schließlich wird's zum Trend, alle machen es, und klopfen sich selbst auf die Schulter: Schau mal, wie schlau wir doch sind. Und wie modern.

Der Fehler Habecks war es, das Thema Wärmepumpen rigoros durchsetzen zu wollen. Er mag die Wissenschaft auf seiner Seite gehabt haben, das Vorhaben wurde aber schlecht kommuniziert und die Menschen fühlten sich von oben herab fremdgesteuert. Es gab Zweifel daran - ob berechtigt oder nicht - dass die Technologie noch nicht ausgereift ist.
Und dann sind da noch die Emotionen & Befindlichkeiten. Die sollte es in der Politik eigentlich nicht geben, es gibt sie aber. Im Kleinen habe ich oft festgestellt: Willst Du etwas verändern, dann musst Du es vorleben, und sei es anfangs auch auf eigene Kosten. Erst wird man Dich kritisieren, dann belächeln. Schließlich kommt der erste und sagt: Eigentlich gar keine so schlechte Idee ... kannst Du mal etwas für mich tun? Dann kommt eine Führungskraft und beschließt, wir finanzieren das, und dann weisst Du: Jetzt bin ich mit meiner Idee angekommen.
Eine neue Technologie muss sich auf Dauer mindestens selbst finanzieren, idealerweise Kosten einsparen oder einen spürbaren qualitativen Vorteil erbringen. Anderenfalls ist sie wertlos und politisch nicht durchsetzbar.

Diese 10 Jahre sind jetzt auch etwa der Vorsprung den China hat und den die deutsche Automobilindustrie niemals mehr aufholen wird, never ever. Danach, und nach der Solarindustrie und der Windindustrie, gehen gerade auch die Wärmepumpen an China. Da entsteht die Zukunft, nicht in D, bzw. dort existiert sie bereits.

China: Vieles davon halte ich mittlerweile für künstlich subventionierte Projekte, die nur einem Ziel dienen: Der chinesischen Staatspropaganda, die damit demonstrieren will, was für ein fortschrittliches Land China doch ist.
Im eigenen Land hingegen wird geschlampert, gepfuscht, geschönt & beschissen was das Zeug hält. Und es vergeht keine Woche, in der nicht min. eine Fabrik explodiert oder ein Warenlager in einem Großbrand abbrennt. Üblicherweise mit 29 Toten, denn mehr als 30 Tote darf es in China bei solchen Unfällen nicht geben. Berichtet wird im Westen darüber kaum, zum einen, weil die Staatspropaganda dergleichen unterdrückt, zum anderen, weil es hier keinen interessiert.

Chinesische Konsumgüter gelten bei uns schon oft als billiges Gelump, dabei handelt es sich noch um die Créme, die bei uns überhaupt ankommt. Eine zusammen gebrochene Binnennachfrage Chinas hingegen hat zu einer Preisspirale nach unten geführt, mit immer weiteren Einsparungen an Material und Qualität der Produkte bis hin zu offenem Betrug.
Im Münchener Zentrum gibt es z.B. ein Haushaltswarengeschäft, da werden Töpfe und Stahlwaren, ganze Sets, in Chinesisch ausgezeichnet.
Man kann sich lebhaft vorstellen, wieso ein reicher Chinese auf die Idee kommt, ganze Küchensortimente aus Stahl wahrscheinlich noch teuer mit dem Flugzeug nach Haus zu transportieren: Weil die Qualität selbst eines einfachen Kochtopfes in China so schlecht ist, dass dieser bereits als unbrauchbar einzustufen ist.
 

Malakim

Insubordinate
31. August 2004
14.476
Tatsächlich sehe ich so etwas wie einen "wirtschaftlichen Selbstmord Deutschlands" nicht.
In den letzten Wochen habe ich viele Beiträge über und aus den Industrienationen gesehen, die uns im weltweiten Ranking vorangehen (USA, China). Manches mag nur Propaganda sein und bekanntermaßen zeigen einem die Algorithmen von Google auch nur das, was es meint, man wolle es sehen.

Bei diesen zwei Nationen, die immer den Mund sehr voll genommen haben, stelle ich fest:

Nach allem was man messen kann geht unsere Industrie recht schnell vor die Hunde.
Alles wird ins Ausland verlagert, insbesondere im Maschinenbau. Das liegt vor allem an gigantischen Strompreisen sowie den Gesetzen(!) zur Deckelung des Energieverbrauchs was z.B. Datenzentren für KI unmöglich macht. Die Kosten für überbordende Bürokratie und Auflagen wie etwa Lieferkettenüberwachung oder AI und Data Act geben unseren Innovationen den Rest. Natürlich sind so lustige Dinge wie ein notwendiger Leiterbeauftragter nur Randnotizen aber eben auch teuer.

Unsere Kernindustrie wurde von der eigenen Politik angegriffen und vernichtet und die Ergebnisse spielen sich jetzt ein. Die Automotiventwicklerkapazitäten durch Zuliefer Firmen wie IAV oder Hella haben tierisch Stellen abgebaut, in Berlin ist alles Dicht inzwischen. Die Bandarbeiter werden Folgen und es wird nicht mehr sehr lange Dauern bis die TIER2 und 3 Zulieferer auch Stellen streichen und die Tore schließen oder Verlagern (etwa nach Polen oder gleich ganz raus aus der EU).

In meiner Brange (alles was fährt aber nicht Auto ist) sieht es seit etwa 4 Jahren ebenfalls düster aus, zum Glück eben nur bei uns im Land und wir können noch im Ausland Geld verdienen.
Das einzige was derzeit geht sind Waffen. Hipp hipp Hurra.


Evtl. zum Thema Technologie verschlafen:
In der E-Mobilität gibt es folgende Entwicklung.
Will man einen High End EMotor so muß man den an die Aufgabe anpassen. Soll das Ding wirklich gut laufen muß die Software (Feldorientierte Regelung) zum Motor passen. Dazu müsste Motor und Inverter mit Software aus dem gleichen Hause kommen damit man das sauber abstimmen kann. Meine Firma tut sowas und damit es rund wird machen wir auch die Batterien mit Software und so weiter und so fort.

Damit sich so eine Investition trägt braucht man Stückzahlen!

Wir haben vor allem, durch den politischen Druck, Kommunalfahrzeuge Elektrifiziert. Die sind nun teurer als son Dieselfahrzeug und nun rate mal auf welche Stückzahlen man so kommt. 2-10 weil unsere Gemeinden die nicht kaufen, die bezahlen nicht einmal für Dieselabgasnachbereitung (das muß man sich mal vorstellen).
Wir müssten 2000 pro Jahr erzielen.

Der einzige Sektor wo E-Mobilität wirklich gut funzt ist Mining. So Blockminen in Australien haben sehr sehr teure Belüftungen um in 1000m Tiefe arbeitsfähige Luft zu haben. Da will man E-Mobility. Firmen wie Fortescue oder Epiroc machen daher viel in E-Mobility. Aber auch da sind keine Stückzahlen dahinter. (Thema "verschlafen", es sind meist deutsche Firmen, wie die ind er Ich arbeite, die Maschinen Elektrifizieren und das Know How dafür haben)

Würde unser Staat mal hinter seinem Druck stehen und die Gemeinden mal Kommunalfahrzeuge in Elektrisch kaufen, wie erzwungen, dann würde man wohl mal auf einen grünen Zweig kommen. Aber unser Staat will nur die Bürger zwingen und selbst nicht mit machen.
 
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