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Der Kampf ums kaspische Öl - und die Pipeline in Herat

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Nach dem Ende des Krieges wird die westafghanische Großstadt Herat die strategische Machtbasis an einer Pipeline-Trasse, für die Amerikas Öl-Industrie schon seit zehn Jahren ficht. Und der legendäre Mudschahidin-Fürst Ismail Khan steht genau zwischen den Fronten.
Der Kampf ums kaspische Öl (7)

Ein Zusammenhang des Streits um das kaspische Öl besteht mit den Entwicklungen in Afghanistan. Seit mehr als zehn Jahren läuft das Gerangel in der Konfliktzone um diese Pipeline und mit im Spiel ist die US-Ölfirma Unocal. Wer will jetzt noch mit einem Krieg gegen den Terror argumentieren. Die Zusammenhänge kristallisieren sich klar heraus. Eine Schlüsselrolle spielt Teheran, wer hätte das gedacht. Und Iran kann auf Russland zurückgreifen. Russland ist Mitglied der G8. Weiter heisst es im Artikel also:

Immer waren es die Nachbarländer und Supermächte, die - stets mit Hilfe lokaler Stellvertreter - den Konflikt nach ihren Interessen schufen und schürten. So bildete der pakistanische Geheimdienst Interservice Intelligence (ISI) Mitte der 1990er die Taliban mit Hilfe Saudi Arabiens aus und versorgte sie mit Waffen und Geld. Die USA billigten das Treiben ihrer Verbündeten stillschweigend.

Ein Grund dafür waren amerikanische Pipeline-Pläne. Im Oktober 1995 unterzeichneten Manager des US-Ölkonzern Unocal - mit Wissen der US-Regierung - mit dem turkmenischen Diktator Nyazow ein Abkommen, um zwei Pipelines für Gas und Öl von Turkmenistan bis zur Küste Pakistans zu bauen, quer durch einen afghanischen Korridor von Herat nach Khandahar. Unocals Versuche, die afghanischen Bürgerkriegsparteien zu einem für das Projekt notwendigen Friedensschluss zu bewegen, scheiterten jedoch. Zwar waren die Taliban, deren Schutzmacht Pakistan dringend Energieressourcen brauchte, von dem Projekt begeistert. Die Führer der Nordallianz wollten jedoch von einem Waffenstillstand nichts wissen. Hinter dieser Ablehnung standen die Verbündeten der Nordallianz: Russland und der Iran. Der Verdacht liegt nahe, dass sie so die Unocal-Pipeline verhindern wollten.

Kommentar?
 

I3leach

Geheimer Meister
16. August 2002
337
Hm, mal ganz scharf kombinieren...

15 der 19 Attentäter des 11. September kamen aus Saudie Arabien, einem der wichtigsten Erd-Öl lieferanten der Vereinigten Staaten. Alaska und alle anderen Öl lieferanten der USA könnten einen verlust der Saudi Arabischen geschäftsbeziehungen wohl nicht auffangen (noch nicht). Und ohne Öl läuft weder die Wirtschaft noch die Kriegsmaschinerie.

Saudische Investoren saugen ihr Geld aus amerikanischen Investitionen zurück und zwar in der größenordnung von Milliarden von Dollar (man weiß ja nie wann der böse Cowboy amok läuft und diese Gelder ebenfalls einfriert)

Ich merke gerade das ich fast nur von Saudi Arabien schreibe, aber es liegt wohl daran das es einer der wenigen Verbündeten der USA in der Gegend ist, "war" trifft es aber wohl eher. Wenn man Katar außen vor lässt, wo übrigens zur Zeit amerikanische Truppen üben (weil sonst scheinbar kein anderer einen Angriff auf den Irak mitunterstützen will) wie sie am besten in den Irak einfallen, bleiben nicht mehr viele Freunde für die USA auf der Arabischen Halbinsel.

Man könnte fast sagen die Amerikaner und die Saudis halten sich gegenseitig Pistolen an die Schläfen, jeder will aber noch so viele Schäfchen wie möglich ins trockene bringen (die amerikaner wollen sich schnellstmöglich mit Öl eindecken, die saudis ihre Finanzen regeln), bevor er endlich abdrückt und so den anderen zum Teufel jagt.

Ein weiterer sehr wichtiger Erd-Öl Exporteur ist natürlich der Irak (meines wissens nach auf der Weltrangliste auf Platz 2 oder 3), der enge wirtschaftliche Beziehungen mit Russlang flegt. Ein Schelm wer böses dabei denkt. Früher hat man die Russen zurück gedrängt um den Kommunismus einheit zu gebieten, heute geht es einfach nur noch ums Geld (besser gesagt ums Öl)

Wenn Bush sich erstmal anderweitig mit Öl eingedekt hat muss er ausserdem nicht mehr den Palästinensern in den Arsch kriechen um Pluspunkte in der arabischen Welt zu sammelt sondern kann getrost die Büchse der Pandora in der islamischen Welt öffnen. Ist das erst einmal passiert können US Ölkonzerne ein weltweites quasimonopol für Öl aufbauen (wenn alles kaputt gebombt ist schüttelt man selbst dem Teufel die Hand um halbwegs wieder auf die Beine zu kommen). Ich finde das der 11. September ein grandioser Zufall in dieser hinsicht war, so konnte man Afghanistan unter Kontrolle bringen und damit einen wichtigen Stückzpunkt (aus millitärischer wie wirtschaftlicher Sicht)

Soweit meine strategische Analyse, hat jemand ne andere Idee?
 

kalsoom

Geheimer Meister
6. Juli 2002
189
@ Streicher!

Du hast mal wieder gut gegraben. Habe mich auch gerade
mit dem kaspischen Öl beschäftigt. Wenn die Pläne
Amerikas weiter so gut voranschreiten, dürfen wir bald alle
nur noch nach ihrer Pfeife tanzen. Wir stehen doch immer
noch in Amerikas und Israels Schuld. Es ist sehr schwer
für mich gewesen, aus diesem Grund meine eigene
politische Meinung zu entwickeln.Das wird sich jetzt ändern.
 

Arkan

Geheimer Meister
7. Juli 2002
420
@kalsoom

Da brauch man nicht lange für "graben".

Es gab in den letzten Wochen eine sehr gute Serie über das Thema im Spiegel. Da wurde alles sehr gut beschrieben und aufgelistet, wer was wovon hat usw.
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
@ kalsoom

Du denkst an den Holocaust und an die 'Befreiung' Deutschlands durch die USA? Es ist eine spannende Überlegung, ob der Holocaust überhaupt möglich gewesen wäre, wäre der Krieg nicht gewesen.

Von Staatspolitik habe ich mich distanziert. Grenzen sind gezogen worden, um Konflikte und Missbrauch von staatlicher Gewalt zu erzeugen.

Man könnte auch wie in der Afghanistan-Frage wie I3leach argumentieren und Hitlers Politik als Tür für USA nach Westeuropa verstehen (will jemand falsifizieren?). Untergrundlager gab (und gibt) es in Afghanistan übrigens auch.
 

Arkan

Geheimer Meister
7. Juli 2002
420
@ Streicher

Interessanter Gedanke, von dieser Seite habe ich es ehrlich gesagt noch nie betrachtet. Es würde einiges dafür sprechen.
 
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