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Deine nützlichste Erfindung der Menschheit

Giacomo_S

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
13. August 2003
4.804
Was ist DEINE nützlichste Erfindung der Menschheit?

MEINE nützlichste Erfindung der Menschheit ist das Fahrrad.
Heute ist mein neues Fahrrad bei mir angekommen. Umständehalber ließ ich es mir an meinen Arbeitsplatz liefern. Nach Feierabend baute ich es zusammen, vor Ort.
Die Kollegen, alle, reagierten total interessiert und neugierig, gleichzeitig dabei aber auch total warmherzig! Denn auch sie alle lieben Fahrräder, zu welchem Zweck auch immer.

Mein neues Fahrrad ist ein schweres Transport-Fahrrad, gleichwohl Fahrrad. Zum Test habe ich heute mit dem Transport-Fahrrad einen Kasten Bier ganz wunderbar von A nach B befördert. Das Fahrrad ist eine liebenswerte Maschine. Eine Maschine, die auch noch in den ärgsten Krisenfällen funktioniert. Dafür fordert sie ihren Preis, und das ist deine Anstrengung.
 

Giacomo_S

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
13. August 2003
4.804
Nachtrag:
In der Industriegeschichte gilt die Nähmaschine als das erste technische Massenprodukt. Die Nr. 2 ist das Fahrrad. Es gibt technologische Entwicklungen, die für das Fahrrad unternommen wurden, um später ein Industriestandard zu werden, wie etwa das Kugellager.
 

Rülspmin

Geheimer Meister
11. April 2025
137
Ich weiß nicht, ob das zählt, aber mir kommen Infrastrukturelle Errungenschaften in den Sinn.

Also sag ich jetzt intuitiv: Die Kanalisation.
 

Popocatepetl

Inquisitor
27. August 2013
7.674
das fahrrad ist ja schon dicht dran, würde jedoch das rad generell wählen.



und natürlich die (nahezu sichere) bändigung des feuers :)


was ebenfalls eine großartige erfindung ist, die uns wahrscheinlich gar nicht sooo bewusst ist: das internet !

wie großartig ist das bitte, in nahezu echtzeit mit der ganzen welt kommunizieren zu können ?!
 

Bunter Hund

Geheimer Sekretär
2. Juni 2025
693
das fahrrad ist ja schon dicht dran, würde jedoch das rad generell wählen.

Das kam gar nicht mal so selten vor, wie im Video zu sehen, dass Erfindungen, vor hundert oder tausend Jahren, ganz anderes benutzt wurden, wie heute, das kann man beim Schwarzpulver und bei der Dampfmaschine sehen. Die Dampfmaschine wurde viele hundert Jahren nur als Spielzeug benutzt.
 

Giacomo_S

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
13. August 2003
4.804
Mein neues Fahrrad, es fährt von selbst (kein E-Bike!). Wenn ich mir's recht überlege, dann habe ich seit meiner Kindheit kein fabrikneues Rad besessen. Heute habe ich meinen Wocheneinkauf zum ersten Mal mit dem Rad transportiert - es ist großartig! Es ist anfangs etwas tricky, mit Last zu fahren, in diesen Fahrstil muss ich mich erst eintunen.
Das Rad selbst hat bislang alles gehalten, was es mir versprochen hatte* ...

* Ich hatte vor knapp 20 Jahren schon einmal dieses Rad, allerdings gehörte es nicht mir, sondern der Firma, für die ich damals arbeitete. Es stammt aus einer kleinen Fahrradmanufaktur aus Bielefeld, der Stadt, die es nicht gibt. Es ist schwer, aber es erfüllt eben auch die Anforderungen der Belastung, die man an es stellt. Darüber hinaus habe ich manche Teile auch noch von besserer Qualität einbauen lassen. In der Summe war das alles nicht billig, angesichts der gelieferten Qualität und anzunehmenden Langlebigkeit und Wartungsarmut wiederum preiswert.
Und schön, das ist das Fahrrad auch, jedenfalls nach den Kommentaren meines Umfeldes.
 

Ein wilder Jäger

Barbarisches Relikt
Teammitglied
18. November 2007
22.685
Mein neues Fahrrad ist ein schweres Transport-Fahrrad, gleichwohl Fahrrad.
Kann man da mal ein Bild von sehen?

Es gibt technologische Entwicklungen, die für das Fahrrad unternommen wurden, um später ein Industriestandard zu werden, wie etwa das Kugellager.
Das hat mich interessiert. Tatsächlich hatte ein Franzose ein frühes Patent für ein Kugellager für Fahrräder, aber erste Wälzlager sollen schon in keltischen Streitwagen verbaut gewesen sein. (Ich war nämlich der Meinung, der Geschützturm des Rolf Krake sei evtl. kugelgelagert gewesen, es war aber eine Rollenbahn.)
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
6.745
Ein bisschen was kann ich dazu erzählen, da ich in diesem Umfeld knapp 40 Jahre lang me8ne Brötchen verdient habe:

So weit mein ehemaliger Brötchengeber behauptet, soll das erste antike Wälzlager einen Enterturm oder Katapult auf einem römischen Kriegsschiff getragen haben. Andererseits entspricht die dem Pyramidenbau zugeschriebene Transporttechnik für großer Steinblöcke auf Rollen, die man vor den Block legt, diesen dann darüber schiebt, bis die Rolle hinten frei wird und wieder nach vorne getragen werden kann, bereits exakt der Funktionsweise eines Wälzlagers und auch „nur“ einem Linearlager, also nicht genau dem Produkt, das man als (rotierendes) Kugellager kennt. Aber die Idee, wie so etwas funktioniert, ist also schon einige Jahrtausende im Raum, und entsprechend gab es in antken Zeiten sicherlich noch viel mehr Anwendungen, von denen allerdings, wenn sie aus Holz gefertigt waren, nichts mehr geblieben ist. Einer weiteren Verbreitung von Wälzlagern stand das Problem entgegen, dass man eine Vielzahl exakt gleich großer Wälzkörper, Kugeln oder Rollen brauchte, und das ist von Hand mühsam und schwierig.

Tatsächlich ist das Fahrrad das erste industriell hergestellte technische Gerät, das in großer Zahl Kugellager und folglich in noch größerer Zahl Stahlkugeln gebraucht hat. Einer der ersten großen Fahrradhersteller war Fichtel & Sachs in Schweinfurt. Und einem Betriebsingenieur bei Sachs, einem Herrn Fischer gelang es, eine Maschine zur Herstellung von wirklich runden und gleich großen Stahlkugeln zu bauen und patentieren zu lassen.

Fischer machte sich damit bald selbstständig, seine Firma trug den Namen FAG, der erste Wälzlagerhersteller. Es kam dann noch als weitere Neugründung 1890 die Firma Fries & Höpflinger als Wälzlagerhersteller hinzu.

Damit waren “die großen Drei“ in Schweinfurt komplett, die für rund 100 Jahre Schweinfurt zur Stadt mit den höchsten Gewerbesteuereinnahmen in Bayern, aber auch Schweinfurt zu einem vorrangigen Bombenziel der Alliierten im Krieg machten.

Fries & Höpflinger wurde 1929 in der Weltwirtschaftskrise vom schwedischen Wälzlagerhersteller SKF aufgekauft. Die SKF in Göteborg war die Firmengründung eines Herrn Lindquist, der sich mit dem von ihm entwickelten Pendelkugellager, einem Speziallager für die damals in Fabrikhallen üblichen Transmissionswellen, selbstständig gemacht - einem Produkt, das so erfolgreich war, dass die Firma vor Geld kaum laufen konnte und begann, sich zum weltweit größten Wälzlagerhersteller zu entwickeln. Für viele Jahrzehnte war die SKF auch größer als alle anderen Hersteller zusammen genommen.

In der 1990er Jahren zerbröselte die Ära der großen drei. Gunther Sachs als letzter Spross der Unternehmerfamilie war lieber Playboy als Firmeninhaber, und letzten Endes wurde die zum Autoteilehersteller (z.B. Stoßdämpfer) mutierte Fichtel & Sachs an ZF Friedrichshafen verkauft. Um die selbe Zeit verhob sich die FAG kräftig beim Versuch, zusammen mit der DKF, der Wälzlagerindustrie der ehemaligen DDR, das Geschäft im Osten zu kaufen, das nur leider völlig implodierte, so dass dieser Coup ein historisch tiefer Griff ins Klo wurde. FAG hat sich davon nie so recht überholt, und wurde einige Jahre später von INA (heute Schaeffler), einem großen Hersteller von Nadellagern und Spezialteilen für Verbrennungsmotore übernommen.

Im großen und ganzen hat sich bis heute an dieser Situation grundsätzlich nichts geändert. Unübersehbar sind zwei der drei großen Arbeitgeber in Schweinfurt sehr mit der Automobilindustrie verbandelt, der dritte hat mehr Standbeine im allgemeinen Maschinenbau. Man kann sich vorstellen, wie der aktuelle Krieg der Regierungen gegen das Automobil sowie die Deindustrialisierung in Schweinfurt wohl wüten mag. Ich verfolge es nur sporadisch, aber das bisschen was ich mitbekomme, hört sich nicht gut an. Ich habe die Anfänge der Wokeness als mir unsagbar dämlich vorkommende, von den Unternehmensberatungen propagierte Firmen- und Geschäftsphilosophie erlebt. Entsprechend hat der heutige Niedergang der Industrie für mich das Geschmäckle von „geliefert wie bestellt“.
 

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