definition von defintion ?

Dieses Thema im Forum "Philosophisches und Grundsätzliches" wurde erstellt von cyriel, 21. Mai 2002.

  1. cyriel

    cyriel Großmeister

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    Registriert seit:
    11. Mai 2002
    als gestern so beim denken (in worten) war,
    fragte ich mich plötzlich was denn die defintion der definition sei.
    und als ich mir das so "zurechtwurschteln" wollte viel mir auf,
    dass ich definition nicht definieren kann, weil "definieren" ja nur
    das verb von "definition" ist, und wenn "definition" nicht definiert
    werden kann, ist auch "definieren" nicht nicht definiert

    einmal ein billiges beispiel: das (Fahr-) rad
    das verb ist radeln :D
    worauf ich hinauswill ist: ohne Rad kann man nicht radeln

    das führt dazu das ich ohne definition nicht definieren kann :(

    und dabei definier ich doch so gerne und dann geht das plötzlich nicht :roll:
    ich meine bin ich zu blöd ? braucht definition nicht definert werden oder so ?

    ich meine kann mir das jemand erklären (irgendwie logisch?)

    und nebenbei können sich zwei sachen auch nicht gegenseitig bedingen, beziehungsweise:
    "ich denke, also bin ich" (-descartes) ist ein fehlschluss,
    denn nur weil ich denke bin ich doch nicht zwangsläufig auch noch, ich denke halt nur...

    *immerverzweifelterwerd* :(
     
  2. Hugo de la Smile

    Hugo de la Smile Vollkommener Meister

    Beiträge:
    553
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    10. April 2002
    hallo,

    "als gestern so beim denken (in worten) war,
    fragte ich mich plötzlich was denn die defintion der definition sei."

    eine definition ist eine begriffsbestimmung; daher die einigung was ein wort aussagt. schau mal in dein lexikon da wird eine ausführliche erklärung stehen.

    "und als ich mir das so "zurechtwurschteln" wollte viel mir auf,
    dass ich definition nicht definieren kann, weil "definieren" ja nur
    das verb von "definition" ist, und wenn "definition" nicht definiert
    werden kann, ist auch "definieren" nicht nicht definiert"

    man kann auch ein lied besingen. definition ist ein begriff, man kann ihm eine bedeutung zuweisen.

    "einmal ein billiges beispiel: das (Fahr-) rad
    das verb ist radeln
    worauf ich hinauswill ist: ohne Rad kann man nicht radeln"

    der vergleich passt nicht, weil der vorgang der definition auch möglich ist ohne das wort zu kennen, bzw. seine bedeutung erfasst zu haben.

    "das führt dazu das ich ohne definition nicht definieren kann"

    der bedeutung von definition entsteht ja nicht erst durch ihre benennung.

    "ich meine kann mir das jemand erklären (irgendwie logisch?)"

    ich hoffe, das war jetzt annehmbar.

    "und nebenbei können sich zwei sachen auch nicht gegenseitig bedingen, beziehungsweise:
    "ich denke, also bin ich" (-descartes) ist ein fehlschluss,
    denn nur weil ich denke bin ich doch nicht zwangsläufig auch noch, ich denke halt nur..."

    denken ist eine handlung. eine handlung setzt etwas handelndes vorraus. die tatsache das man sich fragt ob man existiert, bedeutet, dass man existiert. ich sehe das problem nicht.

    Hugo de la Smile
     
  3. cyriel

    cyriel Großmeister

    Beiträge:
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    11. Mai 2002
    well, ich glaube ich habe das mehr sprachlich betrachtet hab (?) *unsicherguck*
    also sozusagen braucht definition keine definition, da "definition = begriff"
    und das kann man dann einfach so definieren, okay
    ich hätte nur gedacht es wär ein fester punkt herausgekommen an dem man die welt drehen kann,
    oder die erkenntnis, dass alles nur auf einer nichtvorhanden definition von definition aufbaut...

    was sozusagen jedem wort das ich oder irgendjemand sagt, den boden unter den füssen wegzieht

    well, okay, denken ist eine handlung.
    aber muss man um handeln zu können existieren ? logisch betrachtet irgendwie schon,
    aber ich will es nicht wirklich glauben, mich quasi nicht einfach so mit
    logik zufriedengeben, aber ich denke, dass nennt man dann
    uneinsichtigkeit und will keine diskussion mehr führen.

    Also stelle ich die These auf: Logik = Glaubenssache (das schmeiss mal jemand um :D )

    ich hab mal im internet gesucht, ob ich irgendwas finde, was so als antithese zu descartes:
    "ich denke - also bin ich" durchgeht,
    aber keine chance, an logik wird geglaubt. Das einzigste was mir als vernünftig schien war folgendes:

    Es ist dieses Wort - Cogito ergo sum -, das dazu geführt hat, dass wir Existenz immer
    mehr auf den Kopf reduzieren und unsere leib-seelische Einheit - die Erfahrung des
    ganzen Menschen und des wahren Seins in seinem Reichtum und seiner Fülle - verloren
    haben. Wir leben kaum noch. Ich weiß nicht, von wem ich diesen Satz abschreibe. Es ist
    so allgegenwärtig, dass man ihn von den Gesichtern der Fahrgäste öffentlicher Ver-
    kehrsmittel ablesen kann. Wir leben kaum noch, weil wir drei Jahrhunderte lang ge-
    glaubt haben - und es war wirklich ein Glaubenssatz: "Ich denke - also bin ich."
     
  4. Hugo de la Smile

    Hugo de la Smile Vollkommener Meister

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    553
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    10. April 2002
    "Also stelle ich die These auf: Logik = Glaubenssache (das schmeiss mal jemand um ) "

    das ist tatsächlich absolut richtig!

    "ich hab mal im internet gesucht, ob ich irgendwas finde, was so als antithese zu descartes:
    "ich denke - also bin ich" durchgeht,
    aber keine chance, an logik wird geglaubt. Das einzigste was mir als vernünftig schien war folgendes:

    "Es ist dieses Wort - Cogito ergo sum -, das dazu geführt hat, dass wir Existenz immer
    mehr auf den Kopf reduzieren und unsere leib-seelische Einheit - die Erfahrung des
    ganzen Menschen und des wahren Seins in seinem Reichtum und seiner Fülle - verloren
    haben. Wir leben kaum noch. Ich weiß nicht, von wem ich diesen Satz abschreibe. Es ist
    so allgegenwärtig, dass man ihn von den Gesichtern der Fahrgäste öffentlicher Ver-
    kehrsmittel ablesen kann. Wir leben kaum noch, weil wir drei Jahrhunderte lang ge-
    glaubt haben - und es war wirklich ein Glaubenssatz: "Ich denke - also bin ich."

    oh, das geht aber leider völlig an der ausgangsthese vorbei. um sie nochmal in gänze wiederzugeben:
    an allem ist zu zweifeln, weil man sinneseindrücke nur mit sinneseindrücken überprüfen kann. letzlich ist also alles ungewiss. das wirft die frage auf ob man tatsächlich existiert. -
    ja, denn sonst könnte man sich diese frage nicht stellen. anders gesagt, "cogito ergo sum".
    descartes wollte also nicht das denken über die maßen hinaus betonen, sondern sich nur seine eigene existenz beweisen. demnach ist dies auch kein glaubenssatz, sondern es handelt sich tatsächlich um wissen.
    wissen ist fürwahrhalten aufgrund wissenschaftlicher beweisführung. der begriff setzt also akzeptanz von logik vorraus.

    mit freundlichem gruß,

    Hugo de la Smile
     

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