Das Experiment von Wörgl (1932/1933)

Sentinel

Großmeister-Architekt
Tacitus schrieb:
Allen gängigen Verschwörunstheorien liegt letztendlich und bekanntlich zugrunde, dass die Hochfinanz den Machtfaktor No. I darstellt.
Warum so klandestin ? Wir haben das so in der Schule gelernt, der eine zieht sich da eben mehr raus, der andere weniger, bzw. gar nichts.


Freeek! schrieb:
Im Übrigen scheinen viele hier zu vergessen, dass die Geldpolitik von der EZB bestimmt wird und nicht von den Regierungen.
Manche scheinen hier zu vergessen, daß die EZB nicht die Geldpolitik bestimmt, sondern sie nur ein Abkömmling und Sklave des Federal Reserve ist. Und da außerdem auch der Goldkurs in privaten Händen liegt, liegt es mir umso ferner von "****-THEORIEN" zu sprechen. Das ist leider die bittere VerschwoerungsREALITÄT. Andere trinken noch, ich saufe schon.

Freeek! schrieb:
kommt halt mal wieder ein Weltkrieg, eine Währungsreform oder sonst was und der Staat ist dann wieder schuldenfrei.
Welcher Staat ? :idea:
 

Freeek!

Großmeister
Sentinel schrieb:
Sorry, aber das ist totaler Nonsens und das weißt du auch. Man muss doch nicht überall versuchen, sich krampfhaft irgendwelche Verschwörungstheorien zurechtzubiegen. Das ist einfach nur peinlich. Das ESZB als letzte unabhängige Refinanzierungsquelle der Banken bestimmt die Geldpolitik wie keine andere Institution. Das ist FAKT und keine Theorie.
 

Sentinel

Großmeister-Architekt
Freeek! schrieb:
Man muss doch nicht überall versuchen, sich krampfhaft irgendwelche Verschwörungstheorien zurechtzubiegen
Tu ich das ?


Freeek schrieb:
Das ESZB als letzte unabhängige Refinanzierungsquelle der Banken bestimmt die Geldpolitik wie keine andere Institution. Das ist FAKT und keine Theorie.
Sicher hast du recht, doch letztenendes unterliegt die EZB doch nur der WallStreet und dem Dollar, bzw. MUSS sie ihre Geldpolitik den globalen Gegebenheiten anpassen. Auch ist die EZB keine staatl. Institution, sondern ein "Side-Project" der führenden internationalen Banken, wie auch die Federal Reserve, d.h. sie ist in Privatbesitz. Somit kann man nicht von einer "unabhängigen" Refinanzierungsquelle sprechen, da
auch kapitalistische Privatinteressen eine große ROlle spielen.
 

Wurzelgnom

Lehrling
wäre es nicht aber viel interessanter zu Diskutieren, wie man diese "Kriese" verhindern kann?

Mein erster Gedanke ging auch in die Richtung "neue Ordnung"...

Aber muss es gleich ein Weltkrieg sein? Reicht es nicht eigentlich auch aus, wenn man das gesamte System auf die eine oder andere Art umkrempelt und die Machtverteilung dann so gestaltet, dass es gerecht wird?
Ich weiß nicht wie genau, aber ich würde sagen, dass ist eine möglichkeit die Kriese zu umgehen!

Mfg
Wurzel
 

c5_md

Geselle
@ Wurzelgnom

Sicher wäre es viel interessanter über Lösungvorschläge zu diskutieren. Leider ist es aber so, dass solch ein komplexes Thema umfangreiche Detailkenntnisse von den Beteiligten fordert. Denn immerhin ist das Finanzsystem das Undurchsichtigste und Geheimnisvollste System unserer Zivilisation.

Nun mal zu einem Lösungsvorschlag, der unsere Welt friedlicher, sicher und gerechter machen würde:

Die Lösung ist so einfach wie natürlich! Der positve Zins für Kapital, was den Banken zum "Arbeiten" zur Verfügung gestellt wird, müsste abgeschafft werden.

Die Unnatürlichkeit des Zinses erkläre ich anhand eines Beispieles:
Wenn man die Wahl erhielte, sich zwischen einer Tonne Kartoffen und den gleichen Wert an Geldeinheiten zu entscheiden, würde man sich in unserem System selbstverständlich für das Geld entscheiden.
Es ist ja auch so einfach und pflegeleicht. Die Kartoffeln beanspruchen Lagerkapazitäten (verursachen somit Kosten) und man müsste sich um den Verkauf der Ware kümmern, damit sie nicht verfauelt. All dies lässt uns für das Geld entscheiden. Wir bringen es zu unserer Bank und bekommen als "Lohn" Zinsen.
Dieser in unserem System und Köpfen fest verankerte Gedanke führt zu einem syntetisch erzeugten Ungleichgewicht.

Wenn man stattdessen brach (auf Banken) liegendes Kapital mit einer Art Parkgebühr - negativen Zins - versehen würde, wäre das natürliche Gleichgewicht wieder hergestellt. Und das hätte enorm positive Auswirkungen auf unser System, da sich folgendes ändern würde:

- die ungerechte Verteilung des Kapitals (10/90) würde aufgehoben werden
- der größte Teil des Geldes würde sich im Wirtschaftskreislauf befinden
- Arbeitslosigkeit würde auf ein Minimum sinken
- Investitionen in ökologische Projekte wäre auf einmal profitabel
- Kriege aus wirtschaftlichen Interessen wären unnötig
- und alle leben glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage :)

Also, da ist die Lösung! Nur die Umsetzung wird sich als äußerst schwierig wenn nicht gar unmöglich erweisen, da die Entscheidungsträger ihr auf Ausbeutung beruhenden System unbedingt erhalten wollen. Damit sie auch weiterhin mit ihren Kontoauszügen kuscheln können.

Was meint Ihr?
Wie kann man eine humane Wirtschaft erbeiführen?
Anmerkung: Eigens erschaffene Währungen wie der Wörgl sind seit Silvio Gesell verboten worden!



--- greetinx --- c5_md
 

Tweedledee

Geheimer Meister
c5_md schrieb:
Wenn man stattdessen brach (auf Banken) liegendes Kapital mit einer Art Parkgebühr - negativen Zins - versehen würde, wäre das natürliche Gleichgewicht wieder hergestellt. Und das hätte enorm positive Auswirkungen auf unser System, da sich folgendes ändern würde:
...
Na ja, genau darum ging es doch eigentlich in diesem Thread. Und nebenbei auch in diesem:
http://www.weltverschwoerung.de/mod...&start=15&postdays=0&postorder=asc&highlight=

c5_md schrieb:
Was meint Ihr?
Wie kann man eine humane Wirtschaft erbeiführen?
In meinem vorherigen Beitrag etwas weiter oben habe ich Beispiele genannt für aktuelle Projekte mit umlaufgesicherten Regionalwährungen.

c5_md schrieb:
Anmerkung: Eigens erschaffene Währungen wie der Wörgl sind seit Silvio Gesell verboten worden!
Das hört sich ein wenig so an, als währen sie bis Silvio Gesell gestattet gewesen. Die ersten Freigeld-Experimente gab es Anfang der Dreißiger, da hat Silvio Gesell schon nicht mehr gelebt.
 

c5_md

Geselle
Reginalwährungen mit einer Umlaufsicherung sind aber nur kleine und unzureichende Schritte auf dem Weg zu einer Geldreform.
Sicher ist es die richtige Richtung, nur werden kleine regionale Vereinswährungen leider nie den nötigen Umfang erreichen können, um weltweiten wirtschaftlichen Einfluss ausüben zu können.

Außer dem "Chiemgauer" ist mir noch die Gemeinde-Währung in Shibuya/Japan bekannt. Dort sorgt beispielsweise die Stadt für eine parallele Währung zum Yen, nämlich den "Radius". (Quelle: Humanwirtschaft Nr. 1/2004)

---

Der wahre Kern dieser regionalen Projekte liegt sicher in der Aufklärung die sie leisten. Denn nur wenn das System verstanden wird kann es wirkungsvoll und positv verändert werden.

Henry Ford sagte einmal:
"Eigentlich ist es gut, dass die Menschen unser Banken- und Wähungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh."

--- greetinx - c5_md
 

Tweedledee

Geheimer Meister
Ich sehe in der Verbreitung von Regionalgeldern eigentlich die einzige Chance dafür, wenn auch eine geringe. Eine Einführung 'von oben' alte ich für ausgeschlossen, zumal ich denke, dass umlaufgesichertes Geld auch eher einen regionalen Charakter hat. Eine Währung wie den Euro oder Dollar mit Schwund zu versehen würde nur in eine Hyperinflation führen.
Zumal, wer sollte das freiwillig tun?

Die Hoffnung bei regionalen Komplementärwährungen mag sein, dass sie im Fall einer massiven Wirtschaftskrise den Euro von selbst verdrängen - ähnlich wie damals in Wörgl.

Da ich mich sehr für Regionalgeld-Projekte interessiere: kannst du näheres über das in Japan erzählen? Ist der 'Radius' umlaufgesichert, hat er einen freien Wechselkurs, wie verbreitet ist er?

(Habe mir zwar ein Probeheft dieser Zeitschrift bestellt, aber warte noch darauf.)
 

c5_md

Geselle
Tweedledee schrieb:
Da ich mich sehr für Regionalgeld-Projekte interessiere: kannst du näheres über das in Japan erzählen? Ist der 'Radius' umlaufgesichert, hat er einen freien Wechselkurs, wie verbreitet ist er?

(Habe mir zwar ein Probeheft dieser Zeitschrift bestellt, aber warte noch darauf.)
Das Gemeindegeld der Stadt Shibuya (Radius) ist nicht sehr verbreitet. Die Stadt bringt es in den Umlauf, um in erster Linie für Sauberkeit und Sicherheit zu sorgen. So erhalten z.B. ärmere Menschen die Gelegenheit ohne ein festes Arbeitsverhältnis die Straßen zu reinigen o.ä. Für die geleistete Arbeit bekommen sie einen entsprechenden Betrag in 'R', für den sie beim Bäcker oder anderen Lebensmittlegeschäften einkaufen können.
Alles in allen noch keine große Sache. Aber ein Anfang ist von einer öffenentlichen Stelle gemacht worden, was den Gedanken weit nach vorne bringt.

---

Zu der Zeitschrift "Humanwirtschaft" gibt es leider schlechte Nachichten. Die jetzige Ausgabe ist die Letzte, die vorläufig erscheinen wird. Nach vielen Jahren absolut hervorragender, jounalistischer Leistung ist von der Verlagsseite beschlossen worden, die Arbeit einzustellen. (Obwohl die Auflage nach eigenen Angaben mehr als verdoppelt worden ist.)

--- greetinx - c5_md
 

Tweedledee

Geheimer Meister
Danke für die Infos. In Japan scheint man der Idee mit umlaufgesichertem Geld gegenüber ohnehin recht aufgeschlossen zu sein, nicht zuletzt durch den Kinderbuchautor Michael Ende beeinflusst, der ein Anhänger der Freigeldtheorie Gesells war:

Michael Endes letzte Worte an die Japaner

von Robert Mittelstaedt

Am 4. Mai 1999 wurde im japanischen Fernsehen NHK (Nihon Hôsô Kyôkai) der Dokumentarfilm »Ende no yuigon« - "Endes letzte Worte" ausgestrahlt. Das Programm stiess bei den Zuschauern auf grosses Interesse und wurde seither bereits dreimal wiederholt. Der Film beginnt mit Ausschnitten aus einem Interview, das Michael Ende dem japanischen Fernsehen im Februar 1994 gegeben hatte. In seinen letzten Lebensjahren hatte sich Ende sehr intensiv mit Fragen der Wirtschaft und des Geldsystems auseinandergesetzt. Sein Meisterwerk "Momo" enthält zahlreiche Andeutungen zu diesen Themen. Dem Volkswirtschaftler Werner Onken fielen diese Anspielungen auf und er sprach ihn darauf an. Im seinem Antwortbrief bestätigte Ende diese Vermutungen:

"Übrigens sind Sie bis jetzt der erste, der bemerkt hat, dass die Idee des alternden Geldes im Hintergrund meines Buches MOMO steht.

Gerade mit diesen Gedanken von Steiner und Gesell habe ich mich in den letzten Jahren intensiver beschäftigt, da ich zu der Ansicht gelangt bin, dass unsere ganze Kulturfrage nicht gelöst werden kann, ohne dass zugleich oder vorher sogar die Geldfrage gelöst wird."


http://www.equilibrismus.de/de/themen/wirtschaftsordnung/rm-michael_ende.htm

"Denn die Tatsache, daß ein fünftel der Menschheit immer reicher und vier Fünftel immer ärmer werden, das liegt natürlich an unserer Wirtschaftsform und ganz speziell an unserem Geldwesen. Ich glaube, daß an diesem Geldsystem etwas geändert werden muß, um zu irgendeiner Art von Gleichgewicht in der Welt zu kommen..."
(Interview, in: Der Dritte Weg 5 (1992), S.15f)
http://home.t-online.de/home/h.-j.werner/freiwif2.htm
Siehe auch: Michael Endes Sicht der Ökonomie

So scheint man in Japan darüber nachzudenken, den Yen mit einem Schwund zu versehen:
http://www.forbes.com/2003/06/09/cz_bf_0609japan.html
http://www.feldpolitik.de/texte/freigeld-japan.php

Näher bin ich da allerdings nicht informiert, die beiden genannten Quellen scheinen mir nicht unbedingt verläßlich.

c5_md schrieb:
Zu der Zeitschrift "Humanwirtschaft" gibt es leider schlechte Nachichten. Die jetzige Ausgabe ist die Letzte, die vorläufig erscheinen wird. Nach vielen Jahren absolut hervorragender, jounalistischer Leistung ist von der Verlagsseite beschlossen worden, die Arbeit einzustellen. (Obwohl die Auflage nach eigenen Angaben mehr als verdoppelt worden ist.)
Ich dachte, die 'Humwirtschaft' wurde gerade von Günter Hannich übernommen? Gewissermaßen ein Neubeginn. Mehr weiß ich allerdings auch nicht darüber, die Zeitschrift selbst kenne ich bislang nur dem Namen nach.

Dazu aus dem Geldcrash-Forum (von G. Hannich):

G. Hannich schrieb:
wie vor einiger Zeit schon angekündigt, habe ich die Redaktion der Zeitschrift "Humanwirtschaft" übernommen.

Die erste Zeitschrift ist nun nach viel Arbeit fertig - siehe Abbildung Titelseite.

Wer möchte, kann sich ein kostenloses, unverbindliches Probeheft senden lassen.

Ich möchte nicht zuviel verraten nur: Kompetente Autoren klären über die wirtschaftlich, finanzielle Entwicklung auf - Schwerpunktthema diesmal: "Der Euro - heute stark, morgen am Ende"
http://f7.parsimony.net/forum9673/messages/36452.htm
 

c5_md

Geselle
-> Humanwirtschaft

Sorry, war mein Fehler. Habe ich missverstanden. Die Redaktion (Thomas Seltmann u. Hans Olbrich) hat sich verabschiedet.

Also bleibt die Zeitschrift glücklicherweise bestehen. :D
 
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