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Zitate gegen Unterdrückung

Lasker71

Geheimer Meister
30. November 2003
129
Hallo miteinander!
Ich glaube wir haben alle, besonders seit dem 11. September 2001, eine ganze Menge Äußerungen von Staatsoberhäuptern, sonstigen Politikern sowie von "Intellektuellen" gehört, die darauf abzielen, uns irgendwohin ein- und unterzuordnen, und uns weiszumachen wer unsere Feinde sind. Des weiteren werden, insbesondere in den USA, eine Reihe von Anti-Terror-Maßnahmen durchgesetzt, welche die Freiheit der Bürger klar beschneiden. (Siehe u.a. den Thread "Patriot Act").
Mir liegt es nun daran, dem entgegenzuwirken, und eine Sammlung von Zitaten aufzustellen, die sich gegen die Unterdrückung richtet, die wir in der heutigen Gesellschaft vorfinden.
Als da wäre z.B. das berühmte Zitat Rosa Luxemburgs "Freiheit ist immer nur die Freiheit des Andersdenkenden."
Besonders schön wäre es, wenn Ihr ein schlimmes Zitat von einem Politiker findet, und zugleich das Konter-Zitat liefert.
Das Ziel soll es sein, einen Zitatenwortschatz zusammenzustellen, mit dem man sich gegen jegliche Unterdrückung wehren kann, wo immer man sie auch findet.
Es sollten natürlich einigermaßen anerkannte Persönlichkeiten sein, von denen ihr zitiert, also nicht Stalin oder Hitler oder Osama Bin Laden (außer, um ein abschreckendes Beispiel zu geben, das sich irgendwie mit der Gegenwart gleichsetzen lässt).
Zitate literarischer Figuren gehen auch! Schließlich äußert sich ein Schriftsteller indirekt auch über seine Figuren.
Englische Zitate sind auch erlaubt. Spielregeln klar? Also, auf geht's:

Books won't stay banned. They won't burn. Ideas won't go to jail. In the long run of history, the censor and the inquisitor have always lost. The only sure weapon against bad ideas is better ideas.
A. Whitney Griswold , speech (1952)
 

Spook

Großmeister
8. Juli 2003
83
weiß nicht wer's gesagt hat ;finds aber gut :
Wo Recht zu Unrecht wird ,wird Widerstand zur Pflicht
 

Lasker71

Geheimer Meister
30. November 2003
129
"No morality can be founded on authority, even if the authority were divine."
A.J. Ayer , Essay on Humanism
"Mit dem ersten Glied ist die Kette geschmiedet. Wenn die erste Rede zensiert, der erste Gedanke verboten, die erste Freiheit verweigert wird, sind wir alle unwiderruflich gefesselt."
Jean-Luc Picard nach Richter Aaron Satie (STTNG: "Das Standgericht")
 

Lasker71

Geheimer Meister
30. November 2003
129
Danke erstmal an alle, die geantwortet haben ! :)
... (die Anzahl hält sich ja leider doch in Grenzen)... :(

"Wer sich, ohne Aufmerksamkeit auf sich selbst, gehen läßt, und von den Umständen sich gestalten, wie sie wollen, der gewöhnt sich bald an jede mögliche Ordnung der Dinge. So sehr auch sein Auge durch etwas beleidigt werden mochte, als er es das erste Mal erblickte, laßt es nur täglich auf dieselbe Weise wiederkehren, so gewöhnt er sich daran, und findet es späterhin natürlich, und als eben so sein müssend, gewinnt es zuletzt gar lieb, und es würde ihm mit der Herstellung des ersten bessern Zustandes wenig gedient sein, weil dieser ihn aus seiner nun einmal gewohnten Weise zu sein herausrisse. Auf diese Weise gewöhnt man sich sogar an Sklaverei...
Laßt uns auf der Hut sein gegen diese Überraschung der Süßigkeit des Dienens...
Machen wir uns mit demjenigen, was ohne Zweifel unserm Ermessen frei bleiben muß, mit unserm Gemüte, zum Vorbilde, zur Weissagung, zum Bürgen desjenigen, was nach uns Wirklichkeit werden wird. Lassen wir nur nicht mit unserm Körper zugleich auch unsern Geist niedergebeugt und unterworfen, und in die Gefangenschaft gebracht werden! (...)
Wir sollen unseren Geist nicht unterwerfen (...) Leben und Denken muß bei uns aus einem Stücke sein, und ein sich durchdringendes und gediegenes Ganzes; wir müssen in beiden der Natur und der Wahrheit gemäß werden, und die fremden Kunststücke von uns werfen! (...)"
Ausschnitt aus einer Rede von Johann Gottlieb Fichte, 1808
 

Lasker71

Geheimer Meister
30. November 2003
129
"If all mankind minus one, were of one opinion, and only one person were of the contrary opinion, mankind would be no more justified in silencing that one person, than he, if he had the power, would be justified in silencing mankind."
John Stuart Mill , On Liberty
 

Wiesengrund

Geheimer Meister
26. Juni 2003
189
Max Weber schrieb:
Es ist das Schicksal unserer Zeit, mit den ihr eigenen Rationalisierung und Intellektualisierung, vor allem: Entzauberung der Welt, daß gerade die letzten und sublimsten Werte zurückgetreten sind aus der Oeffentlichkeit, entweder in das hinterweltliche Reich mystischen Lebens oder in die Brüderlichkeit unmittelbarer Beziehungen der Einzelnen zu einander. [...] Wer dies Schicksal der Zeit nicht männlich ertragen kann, dem muß man sagen: Er kehre lieber, schweigend, ohne die übliche öffentliche Renegatenreklame, sondern schlicht und einfach, in die weit und erbarmend geöffneten Arme der Kirche zurück. Sie machen es ihm ja nicht schwer. Irgendwie hat er dabei - das ist unvermeidlich - das „Opfer des Intellekts“ zu bringen, so oder so.
 

Lasker71

Geheimer Meister
30. November 2003
129
Wiesengrund schrieb:
Max Weber schrieb:
Es ist das Schicksal unserer Zeit, mit den ihr eigenen Rationalisierung und Intellektualisierung, vor allem: Entzauberung der Welt (...)
Hmm, Max Weber schreibt über einen Rationalisierungsprozess und Entzauberung oder Sinnentleerung, wenn ich mich recht entsinne, man könnte ihn auch als Vater der modernen Soziologie bezeichnen, aber gegen welche Unterdrückung richtet sich das Zitat? Gegen die moderne Hörigkeit der Menschen? Das kommt irgendwie nicht gut rüber, finde ich.
 

Kurdistan

Geheimer Meister
13. November 2003
152
Von meinem Kurdischen Lieblingsdichter Sherko Bekas zwei Gedichte zum Thema!

Sturmflut

Die Flut sagte zum Fischer:
Für das Toben meiner Wellen
gibt es viele Gründe.
Der wichtigste davon ist,
daß ich für die Freiheit der Fische
und gegen das Netz bin.




Trennung

Wenn sie aus meinen Gedichten
die Blumen wegnehmen,
stirbt eine meiner vier Jahreszeiten.

Wenn sie meine Liebste
daraus wegnehmen,
sterben zwei meiner Jahreszeiten.

Wenn sie das Brot
daraus wegnehmen,
sterben drei meiner Jahreszeiten.

Wenn sie die Freiheit
daraus wegnehmen,
stirbt mein ganzes Jahr und ich selbst.

In diesem Sinne ein besinnliches Weinachtsfest und einen guten rutsch ins neue Jahr.
 

Hans Dunkelberg

Geheimer Meister
4. September 2002
366
Der Schlaf wird Wachen wie das Wachen Traum.
Indem ich lausche, spür ich durch die Wände
das Beben vieler brüderlicher Hände.

Das ist die letzte Strophe von einem der Moabiter Sonette Albrecht Haushofers.

Wenn du es einem Unterdruecker gegenueber zitierst, wird er dich aber wahrscheinlich schon nach dem ersten Vers unwillig unterbrechen. Deshalb lieber nur die beiden letzten Zeilen aufsagen, auch wenn dadurch noch unklarer wird, aus was fuer einem Zusammenhang das Zitat kommt.
 

monojoe

Großmeister
1. November 2002
67
93 positions in a one nite stand

hab hier nen ausschnitt ausm liber OZ von a. crowley:

...
1. Der Mensch hat das Recht, nach seinem eigenen Gesetz zu leben -
zu leben, wie er will,
zu arbeiten, wie er will,
zu spielen, wie er will,
zu ruhen, wie er will,
zu sterben, wann und wie er will.


2. Der Mensch hat das Recht, zu essen, was er will,
zu trinken, was er will,
zu wohnen, wo er will,
sich auf dem Antlitz der Erde
umherzubewegen, wie er will.


3. Der Mensch hat das Recht, zu denken, was er will,
zu sagen, was er will,
zu schreiben, was er will,
zu zeichnen, malen, schnitzen,
ätzen, formen, bauen, was er will,
sich zu kleiden, wie er will.


4. Der Mensch hat das Recht, zu lieben, wie er will,
wann, wo und mit wem er will.


5. Der Mensch hat das Recht, jene zu töten, die ihm
diese Rechte streitig machen wollen...
das is doch ma tacheles, nich ?


joe
 

Hans Dunkelberg

Geheimer Meister
4. September 2002
366
Vielleicht hilft ja auch mal ein Zitat, das das Furchtbare der seelischen Unterdrueckung - also des Versuchs einer jeden Diktatur, den Menschen autoaggressiv, aggressiv gegen sich selbst zu machen - nicht wegzufegen, sondern elastisch aufzufangen und dadurch zu entwaffnen versucht.

Dazu faellt mir spontan der Schluss von Albrecht Haushofers Sonett "Olympisches Fest" (so, glaube ich, heisst es) ein:

Die ganze Jugend ist dem Tod geweiht.

Wohlgemerkt: Haushofer spricht hier natuerlich ueber die Olympischen Spiele, die 1936 in Berlin abgehalten wurden. Aber er hat das Sonett erst gegen Kriegsende im Gefaengnis Moabit (in der Mitte von Berlin) geschrieben, oder doch zumindest aufgeschrieben.

Haushofers "Moabiter Sonette" (den Titel hat er nicht selbst erfunden) sind ueberhaupt wohl das beredteste Zeugnis eines unbeugbaren Geistes, den man nur aus dem einen Grund eingesperrt hat, weil er die Menschen nicht daran hindern wollte, frei zu denken.
 

Lasker71

Geheimer Meister
30. November 2003
129
(vorletzter Beitrag bzw. Edit)

"Auf ein Gesetz nur lasset im Geiste uns schwören, auf das heilige Gesetz [unserer] Freiheit."
Philip Jakob Siebenpfeiffer auf dem Hambacher Fest 1832
Das wars hier, im Jahre 2004, Februar zehn plus drei, Weltverschwörung vorbei.

mfg
Lasker 7.1
 
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