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Tierische Zombies

rola

Meister vom Königlichen Gewölbe
2. September 2011
1.462
Man könnte meinen, jemand hätte zuviel Dracula-Filme geschaut ..... Brackwespen saugen ihren Marienkäferwirt zunächst von innen aus:

Die Larve lebe etwa 20 Tage lang in ihrem Wirt und ernähre sich von dessen Gewebe – allerdings ohne ihn dabei zu töten. Das berichtet eine Gruppe um Frédéric Thomas von der französischen Universität Montpellier und der kanadischen Universität Montréal in den "Biology Letters".
Dann dient der teilweise gelähmte Käfer als Abschreckung für Fressfeinde der Brackwespe:
Und die Strategie der Wespen gehe auf, schreiben die Forscher: Larven mit "Marienkäfer-Bodyguard" würden seltener zum Fraß von Vögeln und anderen Räubern als diejenigen ohne diesen besonderen Schutz.
Biologie: Wespe macht Marienkäfer zum "Zombie-Wächter" - DIE WELT

Der Parasit hat also vom Wirt einen doppelten existentiellen Nutzen: einen direkten (Ernährung, Schutz vor Hungertod) und einen indirekten (Schutz vor Fraßtod durch Feinde). Sehr perfide zugleich, denn es fehlt irgendwie die Gerechtigkeit: Der tierische Parasiten-Täter hat keinerlei Risiko bei der Tat, sondern erhält noch einen Bonus hinsichtlich seiner Überlebenswahrscheinlichkeit.
Stellt sich mir die Frage: Wo gibt es noch sowas auf der Welt? - Schaden ohne jegliche Bestrafung mit doppelter Belohnung. In der Regel hat ja jede Medaille zwei Seiten: Wo Licht ist, da ist Schatten. Jeder Nachteil hat auch einen Vorteil (zumindest auf Ebene der gesamten Spezies, auch wenn er noch so klein ist).
 

rola

Meister vom Königlichen Gewölbe
2. September 2011
1.462
AW: Tierische Zombies

Interessant wie die Parasiten dabei vorgehen, um das Verhalten des Wirts zu ändern:
- destruktive Körperveränderungen im Wirt .... Krämpfe bei den Ameisen (#2) ..... Zerstörung der Geschlechtsorgane bei Schnecken, siehe Fieser Parasit: Die Zombie-Schnecken von Kalifornien - SPIEGEL ONLINE
- noch interessanter, weil tief ins Wirtshirn eingreifend:
* Zerstörung von Angstschaltkreisen, Umcodierung als sexuelle Erregung (Katzenurin bei Ratten, #2)
* Veränderung im Hormonhaushalt (Wipfelkrankheit bei Raupen, #2)

Da Tiere ihren Instinkten folgen und selbst bei höheren Lebewesen nicht von vernunftgesteuerten Verhalten gesprochen werden kann, sind die Manipulationen der Parasiten außerordentlich effektiv. Obwohl diese natürlich selbst nicht bewusst manipulieren, sondern das Schmarotzerverhalten sich evolutionär entwickelt hat. Stichwort: Erhaltung der Art.

Manchmal geht es aber auch anders, eine eher indirekte Methode : Schneckenfühler werden zum Pulsieren gebracht, diese Schnecken sind besondern auffällig für Fraßfeinde (Vögel). Und wieder ist ein Zwischenwirt für den Parasiten gefunden: Zombie-Schnecken | Schemenkabinett
 
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