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Schächten, ja oder nein?

G

Gelöschtes Mitglied 25673

Gast
Hallo,
nachdem ich im Vegetarier-Thread meine Meinung zum Thema Feisch essen geäußert habe, kam ich gedanklich auf das Thema "Schlachten" und darauf das ich neulich die Meinung gehört habe, dass Folgendes in Deutschland verboten ist:

Beim Schächten wird einem unbetäubten Tier der Hals mit einem Messer von der Kehle aus durchschnitten. Dabei werden bei vollem Bewusstsein Haut, Muskeln, die Halsschlagadern, die Luft- und Speiseröhre sowie die daneben befindlichen Nervenstränge durchtrennt. Die Tiere durchleiden einen Todeskampf, der Minuten andauern kann, mit höllischen Schmerzen, Atemnot und Todesangst und sterben schließlich durch Verbluten Deutscher Tierschutzbund e.V.: Schächten

Nun müssen normalerweise Tiere lt Tierschutzgesetz vor der Schlachtung betäubt werden, so dass Wahrnehmung und Schmerzempfinden ausgeschalten sind.
Allerdings gibt es da eine scheinbar Option- das Schlachten muss nicht auf diese Art passieren, wenn die jeweilige Religion es nicht zulässt. Also ein tier nicht betäbt werden darf. Dann ist die oben zitierte Vorgehensweise erlaubt.
Was meint ihr, sollte man hier tolerant sein, oder das schächten auf tradionelle Art prinzipiell verbieten?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

a-roy

Mensch
22. Oktober 2007
11.177
AW: Schächten, ja oder nein?

Was bzgl. religiöser Beschneidung wohl nicht klappen wird(Verbot), wird bei Tieren erst recht nicht funktionieren.
Abgesehen davon: Ich hab' mal gehört, dass Tiere durchaus spüren, wenns ans Sterben geht.
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.051
AW: Schächten, ja oder nein?

Ich empfehle jedem, der sich darüber aufregen will folgendes zu tun.
1. einer Schächtung beiwohnen
2. einen Schlachthof zu besuchen
3. sich über die diversen Methoden zu informieren, mit denen Schlachttiere
fabrikmäßig getötet werden. (Hühner, Schweine, Rinder, Fische, Puten, etc.)

Für mich ist jede Form der Tötung, bei der sich ein Mensch um das Ableben des Tieres kümmert,
den Fabrikhallen vorzuziehen, die nach dem reinen Buchstaben des Gesetzes niemals gebaut
hätten werden dürfen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 25673

Gast
AW: Schächten, ja oder nein?

Heißt das im Umkehrschluss, man sollte töten eines Tieres ohne Betäubung- also das Ausbluten erlauben? Gehts nicht eher darum das Schlachten Stück für Stück( Gesetz für Gesetz) immer weniger grausam zu gestalten?
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.051
AW: Schächten, ja oder nein?

Schächten
[...]Mit der Schechita wird ein humanes, das Leid des Tieres möglichst gering haltendes Tötungsverfahren angestrebt. Das halachisch korrekte Schächten besteht aus einem Halsschnitt, der bei Säugetieren durch Luftröhre und Speiseröhre, bei Vögeln durch eine von beiden gehen muss. Der Schnitt muss durch Hin- und Herfahren ohne die geringste Unterbrechung mit einem scharfen, glatten und schartenfreien Messer ausgeführt werden. Verboten ist

  1. die kleinste Pause bei der Durchführung des Schnitts (hebr. Schehija)
  2. das Drücken des aufliegenden Messers in den Hals (hebr. Derassa)
  3. das Verstecken des Messers (hebr. Chalada)
  4. das Ausführen des Schnitts außerhalb der für Schechita bestimmten Grenzen am Hals (hebr. Hagrama)
  5. das Losreißen der Halsgefäße durch den Schnitt (hebr. Ikur)[SUP][3][/SUP]
Der Schlachter (hebr. Schochet) selbst muss eine Ausbildung abgeschlossen haben, die sowohl „praktische“ als auch „geistige“ Aspekte seiner Arbeit umfasst. Das Schlachtmesser muss scharf wie eine gute Rasierklinge sein und darf keinerlei Scharten o. ä. aufweisen.[...]

Und jetzt tapper mal rüber nach Youtube und schau dir maschinelle Schlachtungen an.
Wo ist da der Fortschritt?
 
G

Gelöschtes Mitglied 25673

Gast
AW: Schächten, ja oder nein?

Nein, da tapper ich nicht hin. Ich habs nicht so mit youtube Filmchen. Ich habe auch keineswegs danach gefragt wie Schächten geht, sondern nach dem was in dem von dir angegeben link ebenfalls angeführt ist. Ich wollte wiki eigentlich vermeiden, aber gut:
Das Schächten erfolgt ohne vorgängige Betäubung des Tieres, da z.B. nach strenger jüdischer Auffassung das Tier durch die Betäubung verletzt und das Fleisch dadurch zum Verzehr unbrauchbar wird. In Deutschland wird das Schächten für Muslime nur mit einer vorangegangenen, elektrischen Betäubung erlaubt.
Interessant übrigens schonmal... das Betäubung bei Muslimen doch erlaubt zu sein scheint. Blöderweise ist in dem Link wieder von Juden oder Moslems die Rede, was ich eigentlich nicht so zum Zielpunkt der Diskussion machen wollte.
Es geht mir nicht darum ob das Schlachten ansich ein grausamer Akt ist- sondern ob man ein eigentlich bestehendes Tierschutzgesetz (ein Tier nicht ohne Betäubung schlachten zu dürfen) außer Kraft setzen sollte, wenn es einen Grund dafür gibt.
Mal davon abgesehen bin ich überzeugt davon das ein Tier vor jeder Schlachtung Angst hat. Ein Tier das ohne Betäubung ausgeblutet wird, leider vorher und während es stirbt- ausblutet.
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.051
AW: Schächten, ja oder nein?

Ok, ich betrachte es aus einem etwas anderen Blickwinkel:

1. eine gut gemachte Schächtung tötet das Tier schnell und sicher.
2. es gibt effizientere Methoden, die weniger Leid verursachen.
3. wir bestehen nicht darauf, daß jedes Tier ohne zu leiden getötet wird.
Andernfalls gäbe es keine Schlachtfabriken, zuckende Leiber an Fleischerhaken, zappelnde Tiere im Dampfstrahl usw usf.

Es ist eine grundsätzliche Frage: Entweder alle oder keiner.
Im Vergleich zu dem Weg, auf dem unser tägliches Fleisch hergestellt wird,
ist die Schächtung nicht grausamer.
Und dann haben wir auch keine Argumente dagegen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 25673

Gast
AW: Schächten, ja oder nein?

wir bestehen nicht darauf, daß jedes Tier ohne zu leiden getötet wird.
Andernfalls gäbe es keine Schlachtfabriken, zuckende Leiber an Fleischerhaken, zappelnde Tiere im Dampfstrahl

Ja aber: wir sollten uns auf den Weg dahin befinden....andernfalls gäbe es kein Tierschutzgesetz. Zu sagen "shit happens" heißt ja nicht den Mist grundsätzlich zuzulassen. Man müsste jetzt mal herausfinden wie die verschiedenen Tötungsarten überprüft werden.
Die Frage ist hier natürlich auch, inwieweit das Tierschutzgesetz bei "normalen" Schlachtungen greift.
 
G

Gelöschtes Mitglied 25673

Gast
AW: Schächten, ja oder nein?

Okeeee,
jetzt wird es schon genauer- wir lesen dort, das die Juden sehr strenge Regeln haben was den Akt des schächtens angeht. Was da in der Ausbildung passiert, lassen wir vielleicht mal dahingestellt. Mir gehts ja, wie schon erwähnt erstmal darum warum man hier Ausnahmen im tierschutzgesetz zulässt. Gehen wir also davon aus, das die Schächtung tatsächlich so stattfindet. Die Angst die ein Tier davor hat, ist auch sicher kürzer als bei einer Schlachtung in einem Schlachthaus.
Theoretisch passiert das:
Die Schlachtung darf in den meisten westlichen Staaten ausschließlich durch ausgebildete Fleischer (regional auch Schlachter, Metzger oder Fleischhauer genannt) durchgeführt werden und wird im Rahmen der Schlachttier- und Fleischuntersuchung amtlich überwacht.Schlachtung
[OTOP]sorry, das ist nun wieder wiki, habe auf die schnelle keine neutrale Erklärung gefunden[/OTOP]
Betäubt werden die Tiere entweder durch den Bolzenschuss( in das Gehirn), eine elektrische Betäubung( bei Geflügel),Kohlendioxyd bei Schweinen( was aber wohl umstritten ist).
Bleibt noch das hier
Auch im Islam wird Blut als rituell unrein angesehen. Damit es vollstaendig aus dem Koerper fliessen kann, schneidet der islamische Schlachter ebenfalls die Halsschlagadern des lebenden Tieres durch. Vorher dreht es das Tier in Richtung Mekka und ruft: ''Im Namen Allahs''. Dann setzte er das Messer an. Um das Leiden des Tieres zu verkuerzen, sollte er ein scharfes Messer verwenden - muss es aber nicht. Und genau an diesem Punkt scheiden sich die Geister. Denn auch alle anderen Instrumente sind erlaubt, die ein Auslaufen des Blutes ermoeglichen. So stirbt das Tier oft qualvoll, weil die Schlachtwerkzeuge stumpf, schartig oder rostig sind. Ein Grund, der den Feldzug der Tierschuetzer gegen das Schaechten erklaert. Waehrend bei den Juden das geschaechtete Fleisch nur als Nahrung dient, werden im Islam Tiere auch geopfert
( aus beast's link) Oder ist das jetzt so dargestellt, weil es sich um eine Internetseite handelt, die die jüdische Tradition erklärt und nicht die muslimische? Eventuell ist es aber- nachdem was ich bisher gelesen habe- den Muslimen deswegen nicht erlaubt ohne Betäubung zu schlachten.
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.051
AW: Schächten, ja oder nein?

Jepp, gaia,
bei den Muslims kann jeder Gläubige schächten, der einen scharfen Gegenstand besitzt.
Das ist barbarisch.
Aber frag mal EwJ und beast über Freizeit- und Wochenendjäger.
:tuschel: Und was mir ein alter Schulfreund über deutsche Schlachter erzählt hat ist auch nicht ohne gewesen.

Wenn ich deine Intention richtig verstehe, geht es dir eigentlich darum,
daß das tierschutzgesetz konsequent angewendet wird.
D.h. staatliche Kontrolleure, die nicht nur Hygiene und Buchhaltung im Auge haben, sondern
auch auf das Tierleiden achten und dabei scharfes Werkzeug zur Hand haben, um Mißstände abzuschaffen.
Stehe ich voll und ganz dahinter.
Das Fleisch würde dementsprechend teurer, weil viele Formen der Tierhaltung, des Tiertransports und
der Tierverarbeitung automatisch verschwinden würden.
Aber so tierlieb die Deutschen auch sein mögen => selbst wenn sie es wollten,
würde ein Kampf gegen die Lobbyisten bestimmt genau so lange dauern, wie der Kampf gegen die
Kernkraft.

Und ich fände es nicht richtig, diesen Kampf an der religiösen Front (Juden und Muslime) zu beginnen.
Das riecht mir zu sehr nach einer Standardisierung, einer gesellschaftlichen Normierung
zur Unterdrückung von Minderheiten.
 
G

Gelöschtes Mitglied 25673

Gast
AW: Schächten, ja oder nein?

Wenn ich deine Intention richtig verstehe, geht es dir eigentlich darum,
daß das tierschutzgesetz konsequent angewendet wird.
D.h. staatliche Kontrolleure, die nicht nur Hygiene und Buchhaltung im Auge haben, sondern
auch auf das Tierleiden achten und dabei scharfes Werkzeug zur Hand haben, um Mißstände abzuschaffen.
Stehe ich voll und ganz dahinter.
Ja, das ist in etwa richtig. Ich finde es auch problematisch, wenn ein Gesetz quasi ungültig wird, wenn da die Option Glauben ist(auch wenn es sich nur um das Tierschutzgesetz handelt).
Klar ist das auch ein schwieriges Thema, weil man ja nicht möchte das religiöse Gruppen in die eine Ecke gedrängt werden in die sie nicht gehören. Aber vielleicht tragen solche Tatsachen ja auch gerade dazu bei, dass das Verständnis füreinander gar nicht erst entsteht.
Und ja...ich fände eine bessere Kontrolle wäre ein guter Anfang.
 

beast

Moderator
Teammitglied
23. Februar 2009
5.806
AW: Schächten, ja oder nein?

[.....]Und ja...ich fände eine bessere Kontrolle wäre ein guter Anfang.

Und die findet ja durchaus statt und ist leider bitter nötig.

Findet ihre Grenzen aber, wie alles in Sachen "Kontrolle", bei der Finanzierung.

Ich habe mal ein Beispiel für ein Vet-Amt rausgesucht und dabei extra auf den ländlichen Zuständigkeits-Bereich geachtet.

Wildeshausen...

Man beachte dort die Mengenangaben... :gruebel:

Und nun schauen wir uns mal den Personal-Bereich und die Zuständigkeiten an...

Ansprech-Partner...

Auf den ersten Blick sieht das recht gut aus, aber wenn man die Doppel-Nennungen rausrechnet, werden die Zahlen doch relativiert und man kann sich das Arbeits-Aufkommen und die real stattfindenden Kontrollen besser vorstellen.

Wenn man mit diesem Hintergrund, wie Al`Azrad ja schon sagte, den Muslimischen Bereich überwachen wollte, würde es wohl etwa 200 Kontrolleure nur für diesen Bereich im Zuständigkeits-Gebiet benötigen.

Und das ist nur eine wilkürliche Vermutung meinerseits.
 
G

Gelöschtes Mitglied 25673

Gast
AW: Schächten, ja oder nein?

Ich gehe mal davon aus, dass das stimmen könnte und mir ist auch nicht klar, wie man das in Zukunft regeln könnte....in Bezug auf jegliche Art von Schlachtung übrigens.
Eventuell sollte das Fleisch wirklich teurer werden, damit eine klarere Linie in der Richtung angestrebt werden kann. Im Idealfall müssten Schlachtungen angemeldet werden, damit ein staatlicher Kontrolleur dabei sein kann....
Jaja, ich weiß, darauf wird man vergeblich warten, wie das bei vielen Änderungen der Fall ist die man nicht wirklich in Angriff nimmt. Betrifft ja nicht nur das Tierschutzgesetz.
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.051
AW: Schächten, ja oder nein?

Ich denke ,man sollte das Problem in einen größeren Zusammenhang stellen.
Ein Beispiel:
Dank meiner CED habe ich seit über 25 jahren regelmäßig mit Ernährungsberater(inn)en zu tun.
(Fast immer Frauen. Fast immer sehr magere Frauen. Einmal war es eine richtig dicke Frau. Das
fand sie sogar selbst ironisch.)
Hätte ich mir die Mühe gemacht, die Ernährungsberatungen aufzuzeichnen, so wäre im Laufe der Jahre
einiges offensichtlich geworden:
1. Ernährungsberatung hat wenig mit Wissenschaft, aber sehr viel mit Moden, Vorlieben, Glauben,
Überzeugungen und wie man es sonst noch nennen will, zu tun.
2. In den letzten zehn Jahren hat sich das Wissen um Zusammenhänge zwischen Ernährung, Nahrung,
Erkrankungen und z.Bsp. Langzeitfolgen exponentiell vermehrt.

Fazit: Menschen, die sich über Zusammenhänge informieren und ihr Wissen in ihr tägliches Verhalten
übertragen, haben eine Menge Vorteile gegenüber dem Rest der Bevölkerung.
Unsere Regierung weiß das, aber was sollte sie tun?
Die individuelle Ernährung gesetzlich regeln?

Die Aufklärung über diese simplen Fakten, die alles verändern würde, hat ein Budget, mit dem der Kraft-Konzern
ca. einen Tag seiner Kampagne für Miracle Whip bezahlen könnte.
Das ist das Kräfteverhältnis, mit dem jede Aktivität zur Veränderung der Situation fertig werden muss.
 

jamguy

Geheimer Meister
4. Januar 2012
354
AW: Schächten, ja oder nein?

Wenn man sich das reissen in der Natur anschaut darf man das Schlachten im allgemeinen vielleicht gar nicht so dramatisieren?
 

beast

Moderator
Teammitglied
23. Februar 2009
5.806
AW: Schächten, ja oder nein?

Wenn man sich das reissen in der Natur anschaut darf man das Schlachten im allgemeinen vielleicht gar nicht so dramatisieren?

Wie dir möglicherweise entgangen... nicht das Schlachten, sondern das Schächten ist hier Thema...

Ein kleiner, wenngleich feiner Unterschied...
 

jamguy

Geheimer Meister
4. Januar 2012
354
AW: Schächten, ja oder nein?

Wie dir möglicherweise entgangen... nicht das Schlachten, sondern das Schächten ist hier Thema...

Ein kleiner, wenngleich feiner Unterschied...

Im ganzem geht es ja dabei wie das Tier stirbt.Als Mensch bin ich für ein Schächtungsverbot.
 

beast

Moderator
Teammitglied
23. Februar 2009
5.806
AW: Schächten, ja oder nein?

Im ganzem geht es ja dabei wie das Tier stirbt.Als Mensch bin ich für ein Schächtungsverbot.

Und als Tier? Ok, das war eine rethorische Frage...

Wenn ich dich/das Mensch/Tier,der Ordnung entsprechend schächte, wirst du es nicht wirklich bemerken... Versprochen...


Aber das ist hier nicht das Thema...


Habe die Ehre... :hut:
 
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