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RAF-zukünftige Talkshowstars?

kante

Geselle
6. November 2006
11
heute nacht, so ca. um 2.30 Uhr wurde wohl die RAF Terroristin Brigitte Monhaupt aus dem Gefängnis entlassen.

Sie galt als die gefährlichste Frau Deutschlands und wurde in ca. neun Fällen des Mordes und mehreren versuchten Morden,

zu einer mehrmaligen lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt.

Nun wurde sie nach dem Verbüßen ihrer Mindesthaftzeit (24) Jahre auf Bewährung in die Freiheit entlassen, weil angeblich keine Gefahr mehr von ihr ausginge.

Meine Gedanken und Fragen sind nun Folgende,

Wie sollten die Medien, insbesondere das Fernsehen und dessen "Verantwortlichen" auf diese Entlassung reagieren, sollte man Brigitte Monhaupt nun in (alle) Talkshows einladen?

Oder glaubt Ihr, dass es aus verschiedenen Gründen momentan und zukünftig ganz angebracht wäre... der "Monhaupt" eben keine öffentliche Plattform, so wie Fernsehen/Talkshows...zu bieten und zu eröffnen?
 

Booth

Großer Auserwählter
19. Oktober 2003
1.521
kante schrieb:
Wie sollten die Medien, insbesondere das Fernsehen und dessen "Verantwortlichen" auf diese Entlassung reagieren, sollte man Brigitte Monhaupt nun in (alle) Talkshows einladen?
Ich habe mich nur am Rande mit RAF-Häftlingsentlassungen beschäfitgt, aber... ich meine mehrmals gelesen zu haben, daß Brigitte Mohnhaupt in den ganzen Jahren quasi nie Anfragen von Medien beantwortet hat. Ich vermute, daß sie dies auch weiterhin so halten wird.
Oder glaubt Ihr, dass es aus verschiedenen Gründen momentan und zukünftig ganz angebracht wäre... der "Monhaupt" eben keine öffentliche Plattform, so wie Fernsehen/Talkshows...zu bieten und zu eröffnen?
Aus meiner Sicht wäre es sogar gut - denn entweder würde man ihren verworrenen Wertekanon quasi live erleben können oder ihre selbstkritische Reflektion über ihre Taten.

So oder so kann man sicher sein, daß es passieren wird, wenn sich Frau Mohnhaupt auf Grund der sicher nicht geringen Angebote "überreden" lässt. Und eine freiheitliche Gesellschaft sollte sowas nicht nur "aushalten", sondern sogar wünschen. Allerdings wäre es meines Erachtens wünschenswert, daß sie eher bei einem Journalisten auf der Bank sitzt, als z.B. bei Beckmann & Co.

gruß
Booth
 

Trasher

Ritter der ehernen Schlange
10. April 2002
4.104
Nach einer Talkshowkarriere schaut es zur Zeit eher nicht aus.

Sie lehnte aber jede Stellungnahme ab und erklärte lediglich, sie wolle ihre Ruhe haben. Mohnhaupt habe auch während der letzten Wochen in Aichach sämtliche Interviewanfragen abgewiesen, sagte Deuschl. Er gehe fest davon aus, dass die Ex-Terroristin nicht, wie von vielen befürchtet, jetzt "von Talkshow zu Talkshow tingeln" werde.
http://www.sueddeutsche.de/,ra1l2/deutschland/artikel/271/107164/
 

kante

Geselle
6. November 2006
11
Ehrlich gesagt, würden mich ihre Ansichten und ihr Leben durchaus interessieren. Auch die Reaktionen auf gestellte - vielleicht unangenehme - Fragen.

Mich würde auch brennend interessieren, ob z.B Schilly den angeblichen Waffenschmuggel ins Gefängnis wirklich zu verantworten hatte.

Überhaupt ist es selten, dass man einem Aussteiger aus einer terroristischen Vereinigung fragen stellen und ihm zuhören kann. Ich frage mich auch, wenn ich nur eine Frage an sie hätte, was ich dann wohl fragen würde.

Andererseits denke ich mir, dass man auch die Opferseite bedenken sollte. Was könnte in einer Talkshow so alles stattfinden, wodurch die Opfer und die Menschen ansich gekränkt, verletzt oder vielleicht sogar verhöhnt würden?


Ich muss zugeben, dass ich auch nicht besonders belesen bin und mich deshalb freue, hier so viele Informationen mit guten Quellenangaben zu finden.

Wahrscheinlich dachte ich bei Eröffnung dieses Postings aber zu naiv. Wenn ich mir so die Beteiligung im thread anschaue, habe ich anscheinend eh nicht den interessantesten thread eröffnet.

Vielleicht könnte man in einem Buch doch eine Art der Verarbeitung, Reue oder Einsicht erkennen.



Sie lehnte aber jede Stellungnahme ab und erklärte lediglich, sie wolle ihre Ruhe haben. Mohnhaupt habe auch während der letzten Wochen in Aichach sämtliche Interviewanfragen abgewiesen, sagte Deuschl. Er gehe fest davon aus, dass die Ex-Terroristin nicht, wie von vielen befürchtet, jetzt "von Talkshow zu Talkshow tingeln" werde.

http://www.sueddeutsche.de/,ra1l2/deutschland/artikel/271/107164/

Mal sehen ob das wirklich so passiert.
 

dkR

Großmeister aller Symbolischen Logen
10. April 2002
3.142
Für viele User (und mich auch) ist die RAF ein Phänomen in Geschichtsbüchern, kein reales Phänomen mit dem man sich auseinandersetzen muß. Vielleicht daher das schwache Interesse.

Ich frage mich auch, wenn ich nur eine Frage an sie hätte, was ich dann wohl fragen würde.
Immer gut: "Warum".Oder "Was denken Sie heute darüber?"
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
Zu den Fragen, die mich interessieren, haben diese Mörder all die Jahre eisern geschwiegen. Ihre abwegigen, kriminellen Überzeugungen haben sie zur Genüge breitgetreten. Ich würde ihnen deshalb keine Plattform bieten wollen, solange sie diese Haltung nicht ändern.
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
JimmyBond schrieb:
also nur dann das wort erteilen, wenns die eigene meinung wiederspiegelt?

Abgesehen davon, daß ich keinen Grund sehe, wieso ich Terroristen dabei unterstützen soll, ihr ebenso dummes wie kriminelles Weltbild weiter zu propagieren, würde ich ihnen ja sofort Sendezeit einräumen, wenn sie über ihre Verbrechen auspacken würden.
 

Aphorismus

Ritter vom Osten und Westen
22. Dezember 2004
2.466
Ja, wurde es. Ich weiß aber nicht von wem.

Frankfurter Rundschau, 27. Februar:

"Traditionell werden dabei stets Grußworte von prominenten Gefangenen verlesen, die bisweilen eine etwas krude Weltsicht offenbaren. Aufgeregt hat sich darüber bislang noch niemand. Das hat sich soeben geändert. Denn der jüngste Grußbotschafter war nicht irgendein Gefangener – der letzte Grußbotschafter war Christian Klar. (...) Am 13. Januar 2007 wurde diese Botschaft vor hunderten Konferenzteilnehmern verlesen."
 

Mitmensch

Großmeister
6. Juni 2006
96
Servus,

Also ich habe seine Rede nur auszugsweise gelesen und kenne sie also nicht komplett.
Ich finde jedoch dass Klar vom Journalismus regelrecht in Stücke gerissen wird aufgrund seiner Äußerungen. Nun wird eine Hetzkampagne gestartet, die seine Begnadigung verhindern soll; und das nur weil er den Kapitalismus kritisiert hat. Äm, sorry, aber darf ich jetzt nicht mal mehr eine Wirtschaftsform kritisieren?
Ich persönlich würde sowieso eine Begnadigung ausschliessen weil Klar keine wirklichen Anzeichen von Reue erkennen lässt. Nur das Argument mit den antikapitalistischen Äußerungen würde ich so nicht gelten lassen.

Gruß, Mitmensch
 

Sentinel

Großmeister-Architekt
31. Januar 2003
1.222
Ich finde die ganze Talkshow- Diskussion ziemlich albern und an den Haaren herbeigezogen, obendrein wurde sie wahrscheinlich von der Bildzeitung -in all ihrer emotionalen Distanz und Sachlichkeit- angezettelt. :don:

Mit der Bewahrheitung dieser Befürchtungen war auch zu keinem Zeitpunkt zu rechnen. Soll Mohnhaupt das Buch schreiben und die wenigen, die in unserem Land dessen noch fähig sind, sollen es dann lesen. Punkt.
 

Simple Man

Kanonenbootdiplomat
Teammitglied
4. November 2004
3.945
Sentinel schrieb:
Ich finde die ganze Talkshow- Diskussion ziemlich albern und an den Haaren herbeigezogen
Zumal ja keiner gezwungen wird das zu schauen ... und wenns viele Leute schauen ... ja mei ... dann bestand evtl. doch ein größeres Interesse ...
 

Sentinel

Großmeister-Architekt
31. Januar 2003
1.222
Nur worin besteht das Problem?

Sie ist Attentäterin und Terroristin (gewesen?), vielleicht ist sie es immer noch, bzw. gewalttätig, oder nicht.
Ihre persönliche Meinung ist hierbei erstmal außen vor, (Stichwort: Kapitalismuskritik?), wie auch immer diese heutzutage aussehen mag.
Die Möglichkeit und das Recht ihre Situation, Umstände, Meinungen, Motive, etc. zu äußern sollte sie auch bekommen, sie wurde immerhin wegen ihrer Taten bestraft und nicht wegen ihrer Gesinnung.
Die verschiedensten und kritischen Meinungen (vom Töten abgesehen) werden in Talkshows und Medien auch vertreten, qualitativ von miserabel bis ausgefeilt reichend.
Viele Sender sparen auch selbst eigentlich nicht an meist künstlichen Gewaltdarstellungen und Tragödien, wohl eher aber an Tiefgang und
ansonsten frage ich mich, wer jemals, wo und va. wann behauptet hat, Mohnhaupt oder Klar(welcher zu Recht noch im Knast sitzt) oder sonst wer hätten vor "durch Deutschlands Talkshows zu tingeln"?
Meinungsfreiheit gilt auch für Mohnhaupt und Klar, insofern nicht menschenverachtend oder verfassungsfeindlich, sollte nämlich so sein, so würden sie, o.Ä, gar nicht erst eingeladen, vielleicht haben die Sender und Politik auch Angst die Sache würde zu breit getreten werden? Es könnten auch unliebsame Dinge wieder aufgerollt werden, wie z.B. Stammheim.
Vielleicht hat sie sich aber auch völlig verändert (vermutlich..), sie war immerhin 24 Jahre im Gefängnis, was einem Menschen durchaus Zeit gibt sich zu wandeln. Ich glaube außerdem kaum, daß diese Frau nachts gut schläft oder besonders "fröhlich" und stolz ist. Ihre Morde, bzw. Attentate, wird sie kaum verherrlichen.
Allein deswegen ist ein Buch auch einfach geeigneter als Medium zur Vermittlung einer essentiellen Sicht zu besonders extremen Ereignissen unserer Geschichte.
Sie sagte, daß sie sich vielleicht in schriftlicher Form äußern werde, worauf man gespannt sein darf. Vielleicht zieht sie sich auch völlig zurück.
Wer weiß ... Diese Hexenjagd geht mir zumindest ziemlich gegen den Nerv.
 

Aphorismus

Ritter vom Osten und Westen
22. Dezember 2004
2.466
Ich glaube, dass es in erster Linie gar nicht um die Gesinnung als solche geht. Vielmehr ist das Problem, dass diese Menschen für bzw. im Namen dieser Gesinnung kaltblütig gemordet haben und es deshalb unerträglich ist, sie dieselbe Gesinnung, die sie zu diesen Taten getrieben hat, in aller Öffentlichkeit propagieren zu hören, während sie sich gleichzeitig zu den Morden ausschweigen ohne auch nur ansatzweise irgendwelche Reue zu zeigen. Dass das viele Menschen anwiedert und aus diesem Grund verlangt wird, dass man ihnen keine Plattform bieten sollte, die ein Massenpublikum erreicht, finde ich durchaus nachvollziehbar.
 

Sentinel

Großmeister-Architekt
31. Januar 2003
1.222
Daß Menschen für ihre Gesinnungen morden ist nichts Neues, es lassen sich auch für jede Gesinnung entsprechende Morde finden.
Mich interessieren die Details, wie die Entscheidungen gefällt wurden, die Opfer festgelegt (nungut, bei Schleyer ist der Fall äußerst klar), etc.
Vor allem ist die Frage interessant, wie sie heute darüber denken, ob sie denken, ihren ideologischen Zielen durch die Anschläge auch nur entfernt Nahe gekommen zu sein, welche Schlüsse sie daraus ziehen und natürlich, ob sie es heute genauso wieder machen würden.
 

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