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Hat Verallgemeinerung auch eine gute Seite?

deLaval

Auserwählter Meister der Neun
13. März 2003
914
Hi,

mir ist aufgefallen, daß sehr viele der Diskussionen, die hier geführt werden, auf Verallgemeinerung basieren, und daher nur selten zu einem Konsenz führen.
Ich persönlich mag keine Verallegeinerungen (ja, mir ist aufgefallen, daß dies ebenfalls eine Verallgemeinerung ist) und habe ein weinig darüber nachgedacht.
Nun würden mich Eure Meinungen interessieren. Ist eine verallgemeinerte Ablehnung von Verallgemeinerungen paradoxer Unfug oder macht es "Sinn"

mfg
 

Lyle

Vorsteher und Richter
16. Februar 2003
777
Verallgemeinerungen machen durchaus Sinn. Wenn Du nicht verallgemeinerst kannst Du kaum allgemein Gültige Aussagen treffen, die Du brauchst um Situationen zu beurteilen bzw. unbekanntes vorauszusagen.
Als Beispiel. Du beobachtest, das eine Birne, ein Tennisschläger und ein Glas zu Boden fallen, wenn Du sie loslässt, daraus schließt Du das alle Gegenstände zu Boden fallen wenn Du sie loslässt. Daraus kannst Du ableiten das ein Apfel zu Boden fällt wenn Du ihn loslässt.
Du musst nur aufpassen das deine Verallgemeinerung auf zuverlässigem und umfassenden Datenmaterial beruht. Denn wenn Du in obigem Beispiel einen Ballon Helium loslässt, dürftest Du ziemlich überrascht sein.
 

deLaval

Auserwählter Meister der Neun
13. März 2003
914
Das ist es ja gerade, Du kannst gar keine Allgemeingültigen Aussagen zu machen, wie Dein Beispiel mit der Birne und dem Ballon selbst zeigt.
 

Jay-Ti

Auserwählter Meister der Neun
2. August 2002
989
wahrscheinlich meinst du eher die verallgemeinerung von menschen, die (besonders, wenn die verallgemeinerung auf nation, religion, sonstige gruppen gründet) schlichtweg schwachsinn ist.

MfG
 
G

Guest

Gast
Es kommt doch immer darauf an was man verallgemeinert.
Tatsachen sind doch das wir Menschen sind. Oder das wir Sterben werden. Das wir nach trieben leben. usw..

z.B. vehalten sich Menschen unterschiedlich aber ein gewisser Kern der in jedem Menschen steckt ist immer gleich.
 

WzP

Vorsteher und Richter
2. Juni 2002
735
das Verallgemeinern von Menschen und deren Bedürfnissen und Handlungen ist eine leidige Notwendigkeit unserer Zusammenlebensform.

Je grösser die Menschengemeinschaft desto mehr verschiedene Wünsche und Ansichten sind vertreten, und dass man jeden zurfiedenstellen kann ist jedem klar.

Also wird mit jedem Gedanken, der berücksichtigt werden will, das Bild der Menschen die diese Gemeinschaft umschliesst unklarer, d.H. man muss immer noch mehr verallgemeinern, um Prognosen treffen zu können oder eine Entwicklung zu lenken.

Je kleiner eine Gemeinschaft, desto weniger wird verallgemeinert, Beispiel Familie, hier ist jeder wichtig, und kein verantwortungsbewusster Elternteil wird beide Kinder von vornherein als gleiche Personen behandeln, sondern Charaktereigenschaften und Details beachten.

Eine Stufe grösser, in einem Verein, wird zwar auf die Wünsche der einzelnen acht gegeben, aber sie haben sich schon dem Vereinswohl zu unterwerfen.

Je grösser die Gemeinschaft, desto Verallgemeinerter...

schöne neue Welt, und freut euch über die Globalisierung!
 

Lyle

Vorsteher und Richter
16. Februar 2003
777
Ich denke schon das man allgemeingültige Aussagen machen kann. immerhin sind ist das Gesetz der Gravitation ja wohl belegt. Es ist nur nicht leicht und es besteht die Gefahr das Du Dich irrst.

Wenn es um Menschen geht verallgemeinert man auch. Ich nehme mal an, das Du Dir vorstellen kannst wie z.B Deine Partnerin / Dein Partner auf eine unbekannte Situation reagiert. Du weißt es, weil Du beobachten konntest wie ihr Charakter ist, was sie mag und nicht mag, usw. Du hast Dir ein allgemeines Bild über sie gemacht aus dem Du eine bestimmte Reaktion vorhersagst. Du kannst Dich bei dieser Vorhersage natürlich irren aber ohne die Fähigkeit zur Verallgemeinerung und Voraussage dürfte die Beziehung ziemlich kurz dauern.

Ohne die verallgemeinerung wären die Menschen (und ebenso die Tiere) unfähig in der Welt zurechtzukommen und zu überleben. Oder würdest Du wenn Du wenn Du mal auf Safari in Afrika bist und in einem Fluss schwimmst und ein paar Krokos auf dich zukommen nicht machen dass Du schleunigst aus dem Wasser, kommst, eben weil Du verallgemeinerst:Krokodile sind allgemein gefährlich, also sind diese speziellen Exemplare es auch. Vielleicht irrst Du Dich ja auch und es sind zahme Krokos, aber ich eine Deiner Stelle würde es nicht austesten.

Du solltest Dir bei Verallgemeinerungen nur über ein paar Sachen im klaren sein.
1.) Du Verallgemeinerst
2.) Wie zuverlässig ist Deine Datenbasis auf deren Grundlage die Verallgemeinerung etroffen wurde?
3.) Es besteht meistens die Gefahr eines Irrtums
 

deLaval

Auserwählter Meister der Neun
13. März 2003
914
Ich denke, es besteht nicht die Gefahr eines Irrtums, sondern er ist vorprogrammiert. Wenn du 1 000 000 Individuen zusammenfasst und ihnen eine bestimmte Eigenschaft zuordnest, und nur ein einziger ist dabei, auf den diese Eigenschaft nicht zutrifft, ist dem einen "Unrecht" getan. Das mag in einigen Situationen verzeihlich sein, vielleicht fühlen sich die zamen Krokos aber auch so ungerecht behandelt, daß sie in Zukunft doch wieder alles fressen was ihnen unterkommt. Ein Sprichwort sagt: "Nichts wird man so leicht, wie das wofür man gehalten wird."

Fazit: Verallgemeinerung scheint eins von diesen "man kann nicht mit, man kann nicht ohne"-Dingen zu sein.

Und nebenbei, das Gesetz der Gravitation ist kein Gesetz sondern eine Theorie, die lediglich einen Näherungswert liefert. Aber schau mal in den Makro-/ oder in den Mikrokosmos, da hält sich kein Ding an die Gravitation, so wie der gute alte Newton sie erfunden hat, und wonach wir die Flugbahnen von was weiß ich berechnen würden.
 

Lyle

Vorsteher und Richter
16. Februar 2003
777
Ich denke, es besteht nicht die Gefahr eines Irrtums, sondern er ist vorprogrammiert. Wenn du 1 000 000 Individuen zusammenfasst und ihnen eine bestimmte Eigenschaft zuordnest, und nur ein einziger ist dabei, auf den diese Eigenschaft nicht zutrifft, ist dem einen "Unrecht" getan
Ja und Nein. Was verstehst Du unter Unrecht? Wenn es darum geht etwas falsches über jemanden zu denken, hast Du vielleicht recht. Aber das ist unvermeidbar und auch nicht schlimm.
Problematisch wird es nur, wenn man aufgrund der Verallgemeinerungen anfängt zu handeln ohne zu berücksichtigen, dass es sich um Verallgemeinerungen handelt. Selbst wenn Du es berücksichtigst kann es natürlich auch zu falschem Verhalten kommen, aber so ist halt das Leben.

man kann nicht mit
Und doch verallgemeinern wir alle

Ach ja: Ich habe nie von den Newtonschen Gesetzen gesprochen. Unter Gesetz der Gravitation verstehe ich das zwei Massen sich anziehen. Und das kann wohl als bewiesen angesehen werden.
Mit welcher Theorie man das nun beschreibt ist was anderes. Übrigens hatte Newton mit seinen Theorien unter den Randbedingungen die er kannte und im Ramen seiner Möglichkeiten durchaus recht.
 

deLaval

Auserwählter Meister der Neun
13. März 2003
914
Es ist nicht schlimm, etwas falsches über jemanden zu denken? Kommt drauf an was, oder?
 

metropolis

Geheimer Meister
25. April 2002
346
Verallgemeinerungen hier im Forum sind besonders wichtig!

Was wäre, wenn du einen Post schreibst und nicht verallgemeinerst, also eine Situation schilderst, die nur dir passiert ist?! Kaum jemand wird sich angesprochen fühlen, kann dein Problem wohlmöglich nicht nachvollziehen! Da ist es besser eine allgemeine Aussage zu machen, damit die Resonanz der Mitglieder dieses Forums dich unter sich begräbt :wink: ! Das Problem ist dann nur wieder, von diesen allgemein gültigen Antworten auf dein Problem zurückzuschließen und es deiner Vorstellung anzupassen ...

Dennoch könnten wir ohne Verallgemeinerungen nicht recht ... leben!
:roll:

An Jay-Ti: Netter Avatar übrigens ... :wink: :idea: :lol:
 

deLaval

Auserwählter Meister der Neun
13. März 2003
914
Das hat jetzt was von das letzte Wort haben wollen, aber seis drum, wovon leitet man denn seine Handlungen ab, wenn nicht von seinen Gedanken?
 

deLaval

Auserwählter Meister der Neun
13. März 2003
914
Leute, von denen man was schlechtes (falsches) denkt, zu ignorieren ist auch eine Handlung.
Wenn du mit jemandem Umgehen mußt, werden deine Handlung automatisch durch dein Denken über ihn beeinflußt.
 

Lyle

Vorsteher und Richter
16. Februar 2003
777
Ich habe ja auch nicht gesagt dass man jemanden ignorieren soll. Wenn Du mit demjenigen umgehst, dann verhalte dich so wie es dir und ihm nicht schadet, wenn die Verallgemeinerung zutrifft, verhalte dich gleichzeitig vorsichtig und teste ob die Verallgemeinerung zutrifft.

Dazu ist es aber wichtig, dass Du Dir im klaren bist das Du verallgemeinerst, denn wenn Du das weist, dann bist Du meistens auch in der Lage zu überprüfen ob diese Verallgemeinerung zutrifft.
 
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