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Hartz 4 der Zweite

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woelffchen

Geheimer Meister
9. Dezember 2003
483
aus der FTD von heute:

Kolumne: Abwehrschlacht der orthodoxen Ökonomen

Die These, ein Aufschwung müsse vom Arbeitsmarkt ausgehen, ist historisch nicht haltbar.


http://www.ftd.de/pw/de/1107175292874.html?nv=skyx

lt. den historischen Daten kam der Aufschwung am Arbeitsmarkt erst, nachdem der Konsum angezogen hat.
Nicht umgekehrt, dass zuerst die Arbeitslosigkeit sinken muß...........


und dazu noch:

http://www.ftd.de/ub/fi/1107175294063.html?nv=hptn

Deutsche Bank verschärft Sparkurs nach Gewinnsprung

Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr ihren Nettogewinn nahezu verdoppelt und das beste Ergebnis seit dem Jahr 2000 erzielt. Dennoch wird der Sparkurs forciert, was weiteren Stellenabbau zur Folge hat.


Für den Normalbürger sind 3 Milliarden eine unvorstellbare Summe. Ich würde mich schon über 300.000 Euro freuen - bei 3 Millionen würde ich, sozial wie ich bin, meinen Arbeitsplatz sogar freimachen......

Für die Politik sind 3 Milliarden pillepalle.........
 

muhman

Geheimer Meister
21. Februar 2003
225
woelffchen schrieb:
Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr ihren Nettogewinn nahezu verdoppelt und das beste Ergebnis seit dem Jahr 2000 erzielt. Dennoch wird der Sparkurs forciert, was weiteren Stellenabbau zur Folge hat.

Das bestätigt das, was ich schon gesagt habe. Die Unternehmen haben zu viele Freiheiten. Es werden zuwenig Mitarbeiter eingestellt, obwohl sie durchaus dazu in der Lage wären. Das Problem ist eben, dass sie zu gewinnorentiert sind und bei der Regierung damit einfach so durchkommen.
Der Stellenabbau wird sogar dadurch noch unterstützt, dass der Kündigungsschutz gelockert wird.
Arbeitsmangel gäbe es durch die Einstellung weiteren Personals sicher nicht, da viele Mitarbeiter von verschiedenen Unternehmen und Behörden mit ihrer Arbeit schon überfordert sind und regelmäßig Überstunden leisten müssen.
Nur die ARbeitslosen weiter unter Druck zu setzen bringt gar nichts. Das wäre ungefähr so als ob ich versuchen würde jemanden der Hartz 4 bekommt zu zwingen mir ein Auto zu kaufen. :(
 
B

Booth

Gast
muhman schrieb:
Das Problem ist eben, dass sie zu gewinnorentiert sind und bei der Regierung damit einfach so durchkommen.
Was willst Du machen? In diesem Land Gewinn "verbieten"? Da wirst Du dann enorme Probleme haben.
Aber ich denke, daß Deine "Analyse" auch auf halbem Wege stehen bleibt. Man kann doch auch weiter fragen, wieso der hohe und immer höhere Gewinn bei großen Unternehmen = Aktiengesellschaften so sehr im Mittelpunkt steht. Und da kommen die Aktienbesitzer ins Spiel.
Im Prinzip gibt es zwei große Gruppen. Die eine Gruppe sind die vielen kleineren Aktienbesitze, die ihr Geld in Fonds verwalten lassen. Die Fondsmanager werden nicht selten nach dem Erfolg des Fonds über Provisionen bezahlt. Die andere Gruppe sind Unternehmen oder sehr reiche Privatpersonen, die große Aktienpakete besitzen.
Beide Gruppen haben ein direktes Interesse daran, daß der Aktienkurs der Aktie vor allem kurzfristig steigt. Dementsprechend machen sie Druck auf die Unternehmensleitungen. Diese Unternehmensleitungen werden ebenfalls nicht selten durch Aktienoptionen vergütet. Damit sich diese Optionen so richtig bezahlt machen, ist ein kurzfristiger Anstieg der Aktien am gewinnbringendsten.

Die Frage ist aus meiner Sicht weniger, was die Regierung gegen gewinnorientiertes Denken/Handeln tun kann - sondern vielmehr, wie man gerade Aktiengesellschaften wieder dahin bekommt, daß sie langfristigere Ziele verfolgen.

gruß
Booth
 

muhman

Geheimer Meister
21. Februar 2003
225
Gwinn verbieten? :lol: Naja so radikal habe ich das nicht gemeint. Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass die hohe Arbeitslosigkeit, sowie die Lockerung des Kündiguungsschutzes zuviele Vorteile für die Unternehmen bietet. Auf Arbeitslose wird immer mehr Druck ausgeübt und Unternehmen bekommen immer mehr Vergünstigungen (siehe ein Euro Jobs), wohin sowas füren wird, kann ich natürlich nicht im Vollen Maße beurteilen, aber ich betrachte diese Vorgehensweise schon als extrem kritisch.
Es kann nämlich nicht sein, dass jemand der 10 oder 20 Jahre in einer Firma gearbeitet hat, keine Arbeit mehr bekommt nachdem er arbeitslos wurde, nur weil er den Firmen zu alt ist, oder dass hochqualifizierte Personen sich mit Paketeschleppen und einem extrem bescheidenen Gehalt zufriedengeben müssen, wärend Unternehmen Millionen von Euro Gewinn machen.
Ich hab ja nichts dagegen, wenn ein Unternehmen Gewinn macht, mich erschreckt nur das skrupelose Vorgehen dabei, für das es viele Beispiele gibt!
 

woelffchen

Geheimer Meister
9. Dezember 2003
483
Am DI oder MI war auf WDR von 20.15 bis 21:45 „Hart aber ehlich“ oder so da.
Wird auch noch 2x wiederholt.
War sehr interessant, müsstet ihr mal schauen, wann und wo.......
Es war ein Politiker der Grünen, der Organisator der Anti-Hartz-Bewegung, ein CDUler und ein Unternehmer da. Ist jetzt zuviel um alles zu schreiben.
Jedenfalls war die Meinung der Politiker und des Unternehmers, dass Deutschland für die Unternehmen attraktiver gemacht werden müßte, indem z. B. die Unternehmenssteuern sinken.
Denn sind diese niedrig genug, kommen auch neue Firmen nach D und alles wird gut.
Da fällt mir der o. a. Artikel ein, sowie ein Bericht, der von ein paar Monaten über Stuttgart bzw. die Gemeinde, in der Mercedes produziert, da. Jedenfalls war die Aussage: „der örtliche EDEKA-Markt zahlt mehr Gewerbesteuer als Mercedes....“ Toll.......
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
@woelffchen

Am DI oder MI war auf WDR von 20.15 bis 21:45 „Hart aber ehlich“ oder so da.
Wird auch noch 2x wiederholt.
War sehr interessant, müsstet ihr mal schauen, wann und wo.......
Es war ein Politiker der Grünen, der Organisator der Anti-Hartz-Bewegung, ein CDUler und ein Unternehmer da. Ist jetzt zuviel um alles zu schreiben.
Jedenfalls war die Meinung der Politiker und des Unternehmers, dass Deutschland für die Unternehmen attraktiver gemacht werden müßte, indem z. B. die Unternehmenssteuern sinken.
Denn sind diese niedrig genug, kommen auch neue Firmen nach D und alles wird gut.

habs auch gesehen. die sendung heißt "hart aber fair".
immer das gleiche geblubber was sie von sich geben, aber interessant ist doch, das sie jetzt ganz offen sagen, das hartz IV keine arbeitsplätze schaffen wird, wobei wir dann wieder da wären, was ich schon öfter angesprochen habe: das ganze ist nur ein instrument, um hier flächendeckend einen billiglohnsektor durchzusetzen und hartz IV ist das trojanische pferd dafür.

natürlich wird dabei nie thematisiert, wie denn die leute von diesen billiglöhnen leben sollen, aber darum geht es auch gar nicht. hauptsache die wirtschaft kann sich aus diesem billigpool bedienen bzw. die löhne bei den noch vorhandenen arbeitnehmern drücken.

ARBEITSLOSIGKEIT

Rot-Grün erwärmt sich für Niedriglohn

Die gestern veröffentlichten Arbeitslosenzahlen haben in den
Regierungsfraktionen hektische Betriebsamkeit ausgelöst. Die Politiker von Rot und Grün suchen nach Rezepten - und entdecken ihre Vorliebe für den lange geschmähten Niedriglohnsektor.

manager-magazin

und auch das ist nicht neu:

Manager schreiben Binnenkonjunktur ab


Die große Mehrheit der deutschen Top-Manager schreibt die deutsche Binnenwirtschaft auch in diesem Jahr ab: Fast zwei Drittel (62 Prozent) der Führungskräfte glauben nicht daran, dass die Binnenkonjunktur 2005 in Fahrt kommt. Das ist das Ergebnis des "Handelsblatt Business-Monitors", einer regelmäßigen Repräsentativ-Umfrage des Psephos-Instituts unter 885 deutschen Topmanagern im Auftrag von Handelsblatt und der Unternehmensberatung Droege & Comp.

Mit Blick auf die Standortbedingungen sind immer mehr Top-Manager auch für die Zukunft hoffnungsvoll gestimmt: Zu Jahresbeginn rechnen 49 Prozent damit, dass sich die Standortbedingungen in den nächsten zwölf Monaten verbessern werden oder dass sie zumindest gleich gut bleiben. Ende des vergangenen Jahres waren nur 45 Prozent so optimistisch. Besonders zuversichtlich sind derzeit die Führungskräfte in Großunternehmen gestimmt – 59 Prozent der Top-Manager von Firmen mit mehr als 5 000 Beschäftigen rechnen mit einer positiven Entwicklung der Standortbedingungen.

wie diese "positive" entwicklung der standortbestimmungen aussehen wird und wer davon profitieren wird, kann man sich an 10 fingern abzählen.

handelsblatt

währenddessen klingeln bei vielen zurecht die alarmglocken. nur dieses board scheint weiterhin eine insel der glückseligen zu sein. ist überspitzt, ich weiß, stecken ja auch nicht alle den kopf in den sand oder malen den himmel rosarot an...aber doch einige...

Deutsche fürchten Jobverlust

Berlin - 85 Prozent der Deutschen seien über ihre "persönliche Zukunft beunruhigt", schreibt der Chef des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid, Klaus-Peter Schöppner, in der Tageszeitung "Die Welt". Weitere "65 Prozent glaubten inzwischen nicht mehr daran, dass Wirtschaftswachstum allein zu mehr Arbeitsplätzen führt" und "37 Prozent der Beschäftigten haben inzwischen Angst vor Kündigung, im Osten sogar 56 Prozent", schreibt Schöppner in der Zeitung. Zudem rechneten für 2005 insgesamt 68 Prozent mit weiter steigenden Arbeitslosenzahlen. Vor allem beunruhigt die Deutschen, dass sich der Arbeitsmarkt von der ökonomischen Entwicklung abkoppelt.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,340091,00.html

hier wird endlich mal wieder auf die viel zu oft aussen vor gelassenen hintergründe des ganzen spektakels eingegangen:

Die ganze Wahrheit

Früher schnappte man sich bei einer Rattenplage einfach eine junge Ratte und nagelte sie lebendig ans Scheunentor. Das stundenlange Schmerzgefiepe der Gequälten signalisierte dem Rest der Sippe: höchste Gefahr, alles schnell weg hier! Es ist ein großer Irrtum zu glauben, Hartz IV ziele auf die Erwerbslosen. Bei 5 Millionen Arbeitslosen und 268 300 gemeldeten offenen Stellen kann nicht einmal Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut an die Mär von “den faulen Arbeitslosen” glauben, ans “Fördern und Fordern”. Hartz IV ist vielmehr eine potente Waffe gegen die abhängig Beschäftigten. Arbeitslose und erwerbsfähige Sozialhilfeempfänger werden nachhaltig gequält, um allen Nocharbeitsplatzbesitzenden zu signalisieren: Nehmt die zunehmende Deregulierung des Arbeitsmarktes gefälligst klaglos hin, oder ihr verliert eure Jobs und werdet im nächsten Jahr selber gehartzt...

zmag
 
B

Booth

Gast
Bei 5 Millionen Arbeitslosen und 268 300 gemeldeten offenen Stellen
Ich selber sehe es auch, daß zu wenig offene Stellen existieren, aber mich irritiert, daß es sehr viele Personen gibt, die die offiziellen Zahlen der Arbeitslosen stark kritisieren und als Verfälschung darstellen, aber andererseits die Zahl der "gemeldeten offenen Stellen" völlig unkritisch im Raum stehen lassen.
Ich persönlich halte von beiden Zahlen wenig - von der Zahl der "gemeldeten offenen Stellen" noch viel weniger, da ein Arbeitgeber viel weniger davon hat, eine Stelle dem Arbeitsamt zu melden, als ein Arbeitsloser davon hat, sich arbeitslos zu melden.
Viele Arbeitsgeber inserieren in allen möglichen Publikationen - melden aber dennoch nichts dem Arbeitsamt. Und wenn man sich das Arbeitsamt mal anschaut, wozu auch?

gruß
Booth
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
schon wieder selbstmorde wegen angst vor absturz:

"Soziale Kälte": Ehepaar vergiftete sich im Auto

..."... soziale Kälte und die Reformen in Deutschland...", so begründeten Michael und Monika St. ihren freiwilligen Tod. Den mehrseitigen Abschiedsbrief schickten sie einem Cousin.

Dabei sah ihr Leben nicht immer so traurig aus. Monika St. hatte sich in einer Berliner Spedition zur Chefsekretärin hochgearbeitet. Ihr Mann Michael arbeitete als freiberuflicher Aufnahmeleiter für ZDF-Serien (Der letzte Zeuge) und Spielfilmproduktionen (Vinzenz & Claire, Komm wir träumen). Doch seit knapp zwei Jahren lief das Film-Geschäft für ihn nicht so sonderlich gut. Sogar im Internet bemühte sich Michael St. verzweifelt um neue Jobs. Jetzt drohte Hartz IV und damit finanzielle Probleme.

http://www.hundejo.de/news/newscache.php3?id=11169

warum lassen sich die leute hier alles gefallen, lassen sich isolieren und gehen lieber in den tod als sich zu wehren?

wish I was in france:

Franzosen demonstrieren für 35- Stunden-Woche

Paris (AFP) - In Frankreich haben hunderttausende Menschen für den Erhalt der 35-Stunden-Woche demonstriert. Allein in Paris versammelten sich nach Angaben der Gewerkschaften am Nachmittag rund 90.000 Menschen am Platz der Republik. Landesweit gingen demnach rund 300.000 Menschen in mehr als hundert Städten und Ortschaften gegen die von der konservativen Regierung geplante Arbeitszeitverlängerung auf die Straßen.

...im Land herrsche "eine Menge Wut" über die Reformpläne der Regierung.

http://de.news.yahoo.com/050205/286/4el7v.html

das war zu erwarten- genug ist nie genug, runter mit der hilfe. wer hinter diesen stiftungen steckt, die sich so harmlos klingende namen wie "initiative soziale :lol: marktwirtschaft" u.ä. geben ist klar, die lobbyisten der multis.

Michael Eilfort ist Vorsitzender der Stiftung Marktwirtschaft.

"Mit Hartz IV noch
nichts erreicht"

Experte für
Senkung des ALG II

Michael Eilfort, dem Vorsitzende der überparteilichen Stiftung Marktwirtschaft, reicht die Hartz-IV-Reform nicht: "Im Grunde haben wir noch nichts erreicht." Er fordert einen größeren Abstand zwischen unteren Lohngruppen und Arbeitslosengeld II. Im ZDF sagte er: "Die Sozialbezüge müssen deutlich abgesenkt werden."

...Der erste Punkt ist: Die Lohnnebenkosten müssen runter.

...Zum Beispiel muss die Arbeitslosenversicherung abgesenkt werden.

...Wir müssen die versicherungsfremden Leistungen ausgliedern und die Leute müssen sich im Bereich der Kranken- und der Pflegeversicherung eben mehr selbst um ihre Versicherung sorgen.

...Die Sozialversicherung der Zukunft muss eine individualisierte private Sozialversicherung sein. Das heißt, die Leute bekommen zwar einen Zuschuss, aber sie versichern sich selbst und sie wählen selbst aus, welche Leistungen sie im Versicherungsfall erhalten wollen. Insofern ein Stück mehr Freiheit und Verantwortung für die Bürger und weniger Verantwortung für den Staat und vor allem weniger Belastung bei den Unternehmen.

...Die Bezüge des Arbeitslosengeld-II- Empfängers müssen deutlich abgesenkt werden, damit das Lohnabstandsgebot gilt, das heißt: Arbeiten muss sich lohnen. Das geht eben nur dadurch, dass man die Sozialtransfers für die Nichtarbeit im Grunde absenkt.

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/0/0,1872,2258176,00.html

das ist schon eine absurde argumentation: da müssen immer mehr leute zu dumpinglöhnen arbeiten oder finden nur noch mini- oder gar keine jobs mehr, und diese knallcharge faselt etwas von selbst versichern, selbst kümmern und letztendlich werden viele verkümmern- nur damit die großunternehmen (die vertritt dieser "experte nämlich) noch weniger "belastung" tragen.

WOVON?
von den paar mücken im monat?
man denkt also nicht im mindesten daran die niedriglöhne anzuheben, sondern alg II soll abgesenkt werden, damit die ganze sache noch billiger wird. alg II wird also zum maßstab für niedriglöhne und umgekehrt.

"was? nur 300,-€ lohn?"
"seien sie froh, immer noch mehr als mit Hartz IV"

...wird es nach diesen vorstellungen in zukunft heissen.

zur stiftung marktwirtschaft (originalseite):

Die Stiftung Marktwirtschaft entwickelt als liberaler Think tank wirtschaftspolitische
Reformkonzepte in den Bereichen Soziale Ordnung, Föderale Ordnung...

http://frankfurter-institut.de/

erinnert vom konzept doch ziemlich an den ERT (siehe akteller artikel auf der startseite)- nur eben auf nationaler ebene.

kritisches:

...Es hat natürlich immer Einflussnahme auf die Politik gegeben, aber nicht in diesem Ausmaß. In den letzten Jahren wurden solche Strategien immer intensiver, es gab eine regelrechte Gründungswelle von Initiativen, die sich typischerweise den Anschein einer Bürgerinitiative geben. Ihre Finanzierung bleibt teilweise im Dunkeln. Gleichzeitig verstehen sich die Medien selbst immer mehr als politische Akteure und treiben die Debatten um angebliche Reformen voran, während die Politik sich teilweise selbst entmachtet. Wir sind nicht in der Situation, dass alle Politik von einem kleinen Kreis von Leuten bestimmt wird. So etwas zu behaupten, wäre verschwörungstheoretisch und viel zu kurz gegriffen. Dennoch: Demokratische Entscheidungsfindung wird zunehmend ausgehebelt.

Was ist typisch für solche Strategien?

Die »Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft« (INSM) hatte für viele ähnliche Initiativen Vorbildcharakter. Sie ist eine Gründung der Arbeitgeber, gibt sich aber als »überparteiliche Reformbewegung«, obwohl ihre zentrale Leitung beim Institut der deutschen Wirtschaft und beim Bund der deutschen Industrie (BDI) angesiedelt ist. Organisationen wie die INSM versuchen, ihren Hintergrund einerseits durch ihren Organisationsaufbau, andererseits in ihren einzelnen Aktivitäten zu verschleiern...

Die Think Tanks entscheiden mit
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
ich habe hier noch etwas zur "stiftung marktwirtschaft" gefunden...die sich 1,-€ sklaven in unternehmen wünscht:

Stiftung Marktwirtschaft sagt "Ja" zu Ein- Euro-Jobs in Unternehmen

Bei einer vernünftigen Ausgestaltung der sogenannten Ein-Euro-Jobs ist es sinnvoll, diese auch auf Unternehmen auszuweiten, so die Einschätzung der Stiftung Marktwirtschaft. Bedingungen für positive Beschäftigungseffekte wären marktgerechte Entleihgebühren, eine klare Zielgruppenorientierung und geringe Aufwandsentschädigungen.

„Dann können die Ein-Euro- Jobs eine echte Chance für Langzeitarbeitslose sein“, urteilt Michael Eilfort, Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft...

http://www.clickmall.de/news/cm_news_1728094.html
 

forcemagick

Ritter der Sonne
12. Mai 2002
4.641
Booth schrieb:
wikipedia schrieb:
Ein Sklave ist ein Mensch, der seiner persönlichen Freiheit beraubt ist, als Sache behandelt wird und als solche im Eigentum eines anderen steht.

na und?

verwenden wir einen schöneren begriff, dann wirds ja nicht viel besser.

wäre humankapital ein netterer ausruck?

der eineurosklave ist letztlich ja doch seiner freiheit beraubt oder?
das hat er sich selbst nicht ausgesucht... ja und als sache wird man natürlich nicht behandelt... naja jedenfalls nicht zur gänze...

nein spaß beiseite.. der begriff eineurosklave ist polemisch... aber ich denke diese polemik ist hier schon angebracht.

hier darauf hinzuweisen, dass die exakte definition von sklave doch eine andere sei bringt uns doch nicht wirklich weiter...

eineurojobber empfinde ich jedenfalls als maßlos euphemistisch und ich möchte die menschen nicht so nennen..

was bin ich persönlich bereit für einen euro die stunde an job zu bewerkstelligen?

exakt den mittelfinger zu heben und zu rufen "ich wünsche euch die pest an den arsch"

aber diese art von job ist damit nicht gemeint...

ein job ist ein arbeit für die man eine bezahlung erwartet.. ein euro die stunde ist schlicht eine verfluchte unverschämtheit...

wers anders sieht, dem steht es jederzeit frei für einen euro zu arbeiten oder noch besser für 50 cent...
 

Rupert

Geheimer Meister
9. September 2004
237
forcemagick schrieb:
der eineurosklave ist letztlich ja doch seiner freiheit beraubt oder?

WDR schrieb:
Betroffen sind jene Arbeitslosen, die das neue Arbeitslosengeld II (West: 345 Euro/Monat, Ost: 331 Euro/Monat) beziehen. Die Möglichkeiten des Sozialhilferechts werden damit auf Langzeitarbeitslose ausgedehnt. Wer einen Job ausschlägt, dem kann das Arbeitslosengeld gekürzt werden. Junge Arbeitslose unter 25 Jahren müssen mit noch strengeren Sanktionen rechnen, falls sie einen Job ablehnen. Ihnen kann das Arbeitslosengeld komplett gestrichen werden, es bleiben nur noch Mieterstattung und Sachleistungen. Als zumutbar gilt jede legale, nicht sittenwidrige Arbeit.

http://www.wdr.de/themen/politik/deutschland/hartz/ein_euro_jobs.jhtml

Wer von der Gemeinschaft Geld beziehen möchte, darf auch einen Dienst für die Gemeinschaft tun, für den er sogar noch entlohnt wird. Er kann diesen Dienst ausschlagen, wird aber dafür von der Gemeinschaft sanktioniert. Das hat nichts mit sozialer Kälte zu tun, sondern mit "Eine Hand wäscht die andere" ...


forcemagick schrieb:
das hat er sich selbst nicht ausgesucht... ja und als sache wird man natürlich nicht behandelt... naja jedenfalls nicht zur gänze...

http://www.arbeitsagentur.de/vam/va...Content?navId=130&tl=tlhn&rqc=1&ls=false&ut=0

Aber die Vermittler, das sind sicher auch alles Roboter, die hinter ihrem Klientel nur eine Zahl sehen und eigentlich auch von Grund auf böse Leute ... oh, Entschuldigung. Ich werde polemisch.


forcemagick schrieb:
hier darauf hinzuweisen, dass die exakte definition von sklave doch eine andere sei bringt uns doch nicht wirklich weiter...

Doch. Es hindert uns daran, unverhältnismäßige Vergleiche zu ziehen.


forcemagick schrieb:
exakt den mittelfinger zu heben und zu rufen "ich wünsche euch die pest an den arsch"

Ich fasse zusammen. Forcemagick würde als Arbeitsloser, der Leistungen von einer Solidargemeinschaft bezieht, dieser Gemeinschaft den Mittelfinger zeigen und ihr die Pest an den Arsch wünschen, anstatt eine gemeinnützige Arbeit zu erledigen, für die er von dieser Gemeinschaft noch einmal eine, wenn auch geringe, Entlohnung erhielte.

Dieses Verhalten darf nun jeder für sich selbst beurteilen ...
 

forcemagick

Ritter der Sonne
12. Mai 2002
4.641
ja die solidargemeinschaft kann mich am arsch lecken wenn sie mich einerseits finanziell massiv unter druck setzt um mich dazu zu bewegen für eine unverschämtheit von job anderen leuten auch noch die arbeit wegzunehmen...

mit dieser gesellschaft läuft was grundlegend falsch.

diejenigen, die jetzt auf hartz fallen haben weitgehend in versicherungen eingezahlt und über steuern ein system finanziert, dass sie jetzt in anspruch nehmen wollen und das sollen sie auch dürfen.

da brauchts kein fordern mehr.

und wenn ich mir den beschissenen job anschaue den vermittler abliefern ( teils weil sie schlicht selbst unmotviert sind teils weil sie von hirloseseter regulierungswut gewzungen sind ), dann hab ich keinen grund mehr den leuten besonders freundlich gegenüber zu stehen...

rupert warst du schon mal als leistungsbehieher auf einem verschissenen arbeitsamt?

das macht nicht viel spass und noch weniger sinn

ich hab mir das schon mal ne zeitlang antun müssen.. das erste was diese leute für mich tun konnten war meine akten verschlampen...

es ist mir desweiteren scheißegal ob wir unverhältnismäßige vergleiche anstellen... andere nehmen sich das recht heraus so etwas wie mich als humankapital anzusehen.. und ich nehme mir das recht heraus vergleiche anzustellen die einfach böse und gemein klingen...

es scheint in deinen augen ganz ok wenn leute getrietzt und getratzt werden, wenn man von den schwachen der gesellschaft auch noch großartig fordert, während die gewinner dieser verfickten drecksgesellschaft, der ich tatsächlich den verfluchten scheitan an den beschissenen arsch wünsche, sich um jeden verkackten steuereuro drücken, während die exportindustrie rekordgewinne einheimst und während die börsenkurse explodieren stellt man weitere leute aus.. ja nicht nur das man macht sogar noch gewinn damit, dass man das humankapital hinwegschrumpft als wärs ein geschwür...

in dieser situation soll ich bitte keine unbotmäßigen vergleiche anstellen

ach woher...

da stell ich vergleiche an wie es mir einfällt.

während sich eine gewissenlose bande schmarotzer teils sturz betrunken in unserem parlament produziert ( rezzo schlauch ) und vor geld stinkt soll ich humankapital mir anhören, dass ich der gesellschaft etwas zurückgeben muss?

einerseits hat unser kackstaat milliarden und verfluchte abermilliarden um sie sonstwohin zu tragen ( vom eurofighter bis zur transrapidbahn ) aber man quält millionen menschen um drei milliarden rauszuholen?????

was für ein bizarrer film wird den hier gedreht?

da kommst dann du daher und findest es unbotmäßig wenn man einfach keinen bock mehr hat auf diese beschissene gemeinschaft????

ja mir langst gründlich mit dieser gesellschaft...

ja wir brauchen hier aufstände und streiks auf dass die verfluchte heide wackelt...

und ich habe die schnauze von diesem thread und dem immerwährenden ewigen gleichen durchgekaue und der beschissenen leugnung so voll..

ich höre hier immer nur alles nicht so schlimm oder polemik während hier versucht wird aufzuklären und vielleicht auch in richtung handlungsoptionen zu diskutieren...

ich kann diese abwiegelei einfach nicht mehr... anscheinend geht es einzelnen noch zu gut... die kluft muss sich wohl noch weiter offenbaren bis halt eben die zustände der verkackgeigten staaten von nordamerika erreicht sind... nein dann wird es keine leut emit fahnen auf der straße geben die irgendwas fordern.. es wird einfach zunehmend bewaffnete banden geben.. aber da sieht ja auch niemand einen zusammenhang..

leute.. die revolution wird kommen und sie wird ganz anders aussehen und sie wird von ganz anderen leuten betrieben als man vielleicht denkt....

wir werden in absehbarer zeit den gleichen schweldenden und permanenten bürgerkrieg haben wie in den verschissene usa...

und wisst ihr was ... das habt ihr euch verdient...


gute nacht
 

Pfeifenkopf

Geheimer Meister
28. Januar 2004
204
Ach, "Sklave" klingt so old-school. Ich finde Ruperts Vorschlag Roboter, vom tschechischen 'robota' = 'schwere, mühsame Arbeit, Frondienst', wesentlich passender. Wurde übrigens von Karel Capek geprägt, dessen utopischer Roman "Das Absolutum oder die Gottesfabrik" zu meinen Lieblingsbüchern zählt. Und ne Hymne gibbet doch auch schon:
Kraftwerk schrieb:
Wir laden unsere Batterie
Jetzt sind wir voller Energie

Wir sind die Roboter

Wir funktionieren automatik
Jetzt wollen wir tanzen mechanik

Wir sind die Roboter

Wir sind auf Alles programmiert
Und was du willst wird ausgefuehrt
 

muhman

Geheimer Meister
21. Februar 2003
225
Ich halte es persönlich für sinnlos sich an Begriffe wie Roboter oder Sklave aufzuhängen. Ich denke forcemagick spricht schon ganz wesentliche Punkte an, die den ein oder anderen zum Nachdenken bringen sollten.
Sobald das Thema Steuergelder nämlich kommt, denken alle sofort an die "bösen Sozialschmarotzer" die nicht arbeiten wollen, dabei werden jedes Jahr wesentlich mehr Steuergelder für unsinnige Projekte verschleudert, als für Arbeitslose ausgegeben wird und die haben vorher sogar noch in einer Arbeitslosenversicherung eingezahlt, gerade für den Fall, dass sie arbeitslos werden und dass all diese Menschen jetzt alles aufgeben sollen, was sie sich im Leben aufgebaut haben, ist nun einmal nicht fair und das neue System schafft auch keine Arbeitsplätze.
Was soll also das ganze? Aus meiner Sicht kann ich das überhaupt nicht nachvollziehen, dass überhaupt jemand so ein System gut findet.
Was wollt ihr denn lieber? Etwas zu beißen, wenn ihr euren Job verliert oder eine neue Straße in der Stadt, die eh kaum befahren wird?
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
ich seh schon die ganzen 1,-€ "nigger" zwischen gutbetuchten bänkern und wer diesem sport noch so frönt hinundher wuseln. darfs noch ein bällchen sein, massa?

vielleicht mal den einen oder anderen "präparieren" um der eigenen explosiven lage ausdruck zu verleihen?

Schöner Golfen mit Hartz IV

Sogar Golfclubs können gemeinnützige Ein-Euro-Jobs anbieten. Toll! Sie spielen selbst Golf? Wie der Agentur-Caddie auch zu Ihnen kommt - eine Gebrauchsanweisung

Wie kann ich als Golfspieler Ein-Euro-Jobber abkriegen?

Als Privatperson oder als Unternehmer dürfen Sie bisher leider keine Ein-Euro- Jobber für sich schuften lassen. Aber wandeln sie ihren elitären Golfclub in einen gemeinnützigen Verein um. Die Wohlfahrtsverbände haben bereits angefangen, Golfvereinen und anderen Sportverbänden Ein-Euro-Jobber anzubieten.

Kann ich auch studierte Arbeitslose bestellen?

Auch wenn es sich auf Ihrem Rasen besser machen würde: Arbeitslose AkademikerInnen sind für Ein-Euro-Jobs nicht geeignet, so Thomas Röll von der Dortmunder Diakonie. "Es ist nicht sinnvoll, den Ingenieur die Straße fegen zu lassen." Arbeitslose AkademikerInnen sollten besser an Weiterbildungen teilnehmen oder eine Ich-AG gründen. Sie müssen sich schon mit älteren Langzeitarbeitslosen und Migranten begnügen. Auch Jugendliche ohne Schulabschluss kommen für Sie in Frage.

Aber muss ich die nicht auch noch qualifizieren?

Machen Sie sich keine Sorgen: Nur selten ist mit Qualifizierung im Zusammenhang mit Ein-Euro-Jobs eine Weiterbildung oder Ausbildung gemeint. Sie können ihrem persönlichen Langzeitarbeitslosen beibringen, "wie man sich wäscht" (Heinz-Josef Kessmann, Caritas Münster) und wie er den Wecker nicht überhört. Wenn Ihr Ein-Euro-Jobber nicht zur Arbeit antritt, schicken sie ihm den zuständigen Sozialarbeiter auf den Hals. Falls er sich ganz verweigert, ihren Rasen zu stutzen, fragen Sie nach einer besseren Kraft...

http://www.taz.de/pt/2005/02/08/a0024.nf/text.ges,1

dieses faule, dreckige gesindel, denen muss man erstmal wieder zeigen wo der hammer hängt...sind ja vollkommen verwahrlost, DIE arbeitslosen, diese schmarotzer...und es werden immer mehr- ist ja wie die pest. aber es gibt ja genug "gute" menschen wie z.b. von der Caritas, die sich ihrer annehmen...damit die liebe "volks"seele wieder ruh hat, damit sie erfolgreich verdrängen kann, das sie selbst den abstieg noch vor sich hat und sich dann ins namenlose heer DER arbeitslosen/minijobber/lohngedumpten miteinreihen kann. heute noch lehrer, maler, trallala und morgen schon eine nummer, auf die dann die (noch) verschonten idioten ihre flachwichser-ressentiments projezieren.

in holland hat man mit einem ähnlichen modell schon ein paar jährchen erfahrung:

Das niederländische Billig-Job-Modell: Die Melkertbanen

Die Niederlanden experimentieren schon seit sieben Jahren mit Niedriglohnjobs. Unsere Austausch-Redakteurin aus Groningen zieht eine ernüchternde Bilanz: Die subventionierten Jobber vernichteten reguläre Arbeit ebenso wie ehrenamtliches Engagement in Heimen und Schulen

http://www.taz.de/pt/2005/02/08/a0018.nf/text
 
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