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Hartz 4 der Zweite

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sensei

Geheimer Meister
12. Oktober 2004
321
@ woelffchen

Das unterminiert ja meine Argumentation nicht. Ich habe ja nicht behauptet, dass du das gesagt hast. Ich wollte nur aufzeigen wohin solche Sätze führen könen.
 

woelffchen

Geheimer Meister
9. Dezember 2003
483
hallo sensei,
ich habe auch nicht dich gemeint.
Das erschreckende ist ja genau das, dass es
Leute wie du und ich sind, der Renter, Jugendliche, Mütter, die wohl keine legale Möglichkeit mehr sehen. Die Wahlbeteiligung spricht ja auch schon für sich, wenn nur noch jeder zweite seine Stimme abgibt ?

Uns wurde ja die ganze Zeit eingetrichtert, wenn euch das System nicht paßt, geht zur Wahl und wählt halt eine andere Partei. Leider gibts die nicht, es gibt keine Alternative. Man kann nur zwischen dem geringerem Übel wählen.

Ich verstehe es auch nicht, warum sich in D keine Streikkultur entwickelt.
Wenn ich die Spanier sehen, die Tomaten auf die Autobahn kippen, oder die Franzosen mit den Traktoren die Hauptstadt lahmlegen - und bei uns ?
Wenn unsere Firma geschlossen werden würde, bin ich mir sicher, dass man keine 15 Leute für eine Demonstration zusammenkriegen würde.
 

nicolecarina

Meister vom Königlichen Gewölbe
6. Juni 2003
1.414
So etwas führt zu nichts weiter als kolllektiver Wut die sich dann irgendwann entlädt.

Und was ist daran so schlimm? Vielmehr halte ich das für einen vollkommen natürlichen Vorgang bei einem Volk, dass verschusselt wird von vorn bis hinten und dann lediglich alle vier Jahre zur Wahl gehen darf. Wenn man da nicht wütend wird - wann dann?

Recht gebe ich Dir in dem Punkt, dass sie sich eben so entladen sollte, dass klar wird, weshalb sie da ist und als Verhandlungsbasis, bzw. nicht gewalttätig, wobei die Ohrfeige für Schröder mehr gesagt hat als 1000 Worte. Und es geht schließlichum kriminelle "verlegalisierte" Machenschaften, die gerade die Pharmaindustrie und manche Poitiker - bei Otto Graf Lambsdorf wusste mans öffentlich - abziehen. Also ist die Wut eher ganz natürlicher Anzeiger: hier stimmt was nicht. Sie kann auch Motor sein zu kämpfen...möglichst verbal und organisatorisch natürlich.

Leider ist es mehr eine ohnmächtige Wut, als dass sie wirklich nutzbringend eingesetzt wird, weil der "Gegner" auch einfach zu allmächtig wirkt.
 

sensei

Geheimer Meister
12. Oktober 2004
321
@ nic

Wie gesagt, kollektive Wut die durch solch markige Sprüche aufkommt bzw. aufrechterhalten wird kann sich als logische Konsequnez nur in Frustration und Gewalt entladen.

Du hast natürlich recht, wenn du meinst dassich die Wut ansich auf positivem Weg entladen soll. Aber dazu muss man eben diesen Leuten klar machen das solche Sprüche der Sache mehr Schaden als Nützen.
Bezüglich der Ohrfeige, ja sie war eine medial sehr wirksame Protesaktion. Aber hat sie der Sache genützt? Nein!
Blinder Aktivismus ist bei einem dermasen kompelexen und emotional aufgeladem Thema nicht wirklich nützlich.


@ woelffchen

Es ist in der Tat erschreckend wie sehr der Idealismus der Politik abhanden gekommen ist. Natürlich kann ich in der Spitzenpolitik nicht ausschließlich romantischen Träumen einer heilen Welt nachgehen, aber es kann auch nicht sein das Lobbyismus zum Credo Nr. 1 erkoren wird.
Solange sich das nicht ändert wird sich auch die Real- und Sachpolitik nicht ändern.
 

woelffchen

Geheimer Meister
9. Dezember 2003
483
ein netter Artikel, man versteht die (ironische ???) Überschrift, wenn man alles gelesen hat.
Dadurch, daß im Einzelhandel immer mehr Minijobs entstehe, leidet natürlich die Qualität.


Kolumne: Kassierer bremsen Fortschritt
Die schwache Produktivität im Einzelhandel ist nach neueren Studien ein Hauptgrund für den Rückstand der deutschen Wirtschaft auf die USA. Ein Kuriosum, dessen Auflösung positive Überraschungen birgt.

http://www.ftd.de/pw/de/1100940007491.html?nv=skyx
 

forcemagick

Ritter der Sonne
12. Mai 2002
4.641
sensei schrieb:
Wie gesagt, kollektive Wut die durch solch markige Sprüche aufkommt bzw. aufrechterhalten wird kann sich als logische Konsequnez nur in Frustration und Gewalt entladen.

ja da hast du schon recht... das ist kein all zu gesundes zeichen... als ich von solchen erfahrungen im ganz alltäglichem umgang schrieb ( was woelfchen dann ja auch bestätigt hat ) war genau das ja auch meine befürchtung oder warnung wie man es nimmt.

besonders bedenklich dabei ist, dass die basis in der solche wütenden parolen ausgetauscht werden eben nicht irgendwelche radikale politischen randausleger sind sondern eben otto-normal-bürger... man kann sagen, dass ist sozial ungesund und bedenklich, aber da es sich eben um die mitte der gesellschaft handelt aus der so etwas kommt fällt es schwer das einfach als artikulation vereinzelter geistesgestörter abzustempeln... man hört es eben von der eigenen mutter, den freunden, dem verkäufer an der tankstelle, dem taxifahrer, dem schaffner, dem bäcker, dem busfahrer ( mein busfahrer ist kein all zu schlechter umgang.. ich fahr nicht mit skinheadtours zur arbeit ;) und ich wirke auch nicht im geringsten rechtsradikal oder sonstwie radikal wenn ich in so einem bus sitze, wenn ich im supermarkt einkaufe etc. ich trage kein schild um den hals "radikale ansichten bitte hier beichten" ... ich bekomme diese sprüche im ganz altäglichen umgang mit ganz alltäglichen bürgern mit. das phänomen der spontanen frustrationsausbrüche fasziniert mich schon ganz schön... immerhin ist mir das vor jahren nicht passiert, dass ich am bahnhof oder sonstwo dauern zeuge oder teil von spontanen gesprächen mit unbekannten werde.... ich kenn meine mitbürger eigentlich als weniger kommunikativ ).

ich denke es geht auch weniger darum ob bei genauerem darüber nachdenken blinder aktionismus nützlich ist ( da bin ich letztlich deiner meinung... der typ, der mit seiner gasflasche im auto gegen ein arbeitsamt gerast ist und in den flammen umkam hat nichts erreicht ) sondern viel eher um die frage ob nicht in einem hohen maß blinder und schädlicher aktionismus zu erwarten ist.

einerseits finde ich es begrüßenswert wenn sich die leute artikulieren und das gehört wohl zur psychohygiene des einzelnen und der menschen als gruppe dazu... andererseits wächst meiner meinung nach die gefahr in deutschland, dass eben jener zorn und jene ungehörte, ignorierte wut sich irgendwann auf eine art und weise entladen könnte, die nicht all zu sehr wünschenswert ist.

unsere politik tut heiter so, als wäre das alles zwar hart und schwer für viele menschen, aber zugleich scheint man sich keine sorgen zu machen um die bevölkerung... man rechnet wohl nicht mit größeren aufständen... polizeipräsidenten, die massiv warnen werden als panikmacher abgestempelt...

doch ich denke gerade dieser selbstmordanschlag eines verzweifelten arbeitslosen sollte uns und besonders den regierenden zu denken geben..

meine befürchtung: die deutschen sind viel weiter als man im elfenbeinturm denkt

Angel of Seven schrieb:
forcemagick schrieb:
;) endlich ;) habt dank ihr götter ;)

Wie gewonnen so zeronnen! :lol: (fragt sich nur wie lange)

Sorry an alle für dieses OT :oops:

naja ;) vielleicht lernt er ja was draus und vielleicht wird das nächste mal ein etwas erfreulicheres erlebnis für alle beteiligten.
 

rem_sper

Geheimer Meister
26. November 2004
123
So lange unsere Regierung nicht auf den Gedanken kommt, das Steuermonstrum zu entschärfen und die Subventionen abzuschaffen, wird sich in naher bis mittelfristiger Zukunft nichts an der Einsparpolitik ändern. Das schwächste Glied muss leiden, die ewigen Pfründe bekommen weiterhin das Steuergeld hinterhergeworfen.

Und zum Schluß:

haitzinger1.png
 

nicolecarina

Meister vom Königlichen Gewölbe
6. Juni 2003
1.414
Naja, auch auf die Gefahr hin, dass ich mich unbeliebt mache:

Ab Januar greift eine neue Steuerreform, bei der viele Familien mit zwei Kindern KEINE Steuern mehr bezahlen. Die Unternehmen wurden ebenfalls steuerlich entlastet - ich denke, diese Herren und Damen sollten zuerst mal wieder einen Schritt machen und die Flexibilität sowie Einsatz- und Ausgabenfreude zeigen, wie sie sie gleichzeitig - lautstark und monoton wiederholend - von Politik und Arbeitnehmern fordern, Stichworte Teilzeitjobs, Telearbeit, Mutter- bzw. Vaterschaftsurlaube, Mitverantwortung etc. Dann haben die Politiker nämlich auch wieder mehr Zeit sich auf ihre eigentlich Aufgabe zu besinnen: die ethische und allgemeingültige Infrastruktur des Staates zu legen ...Paradox in sich die Aussage *gg* aber ein Schritt in die richtige Richtung wie ich finde.

Und die Arbeitnehmer haben das Gefühl, ihr Leben auch abseits von Tarifverhandlungen, Hartz4 und Irakkrieg planen zu können und dabei womöglich noch unterstützt werden. So wird meiner Meinung nach ein Schuh draus...
 

sensei

Geheimer Meister
12. Oktober 2004
321
@ force


Angst und Wut sind nunmal sehr intensive Emotionen, welche den Verstand betäuben können.(Wer eimal eine Panikattacke hatte wird wissen was ich meine)
Die Weiterentwicklungg der Situation läßt sich schwer vorhersagen, die Massenpsychologie ist ein noch sehr unerforschtes Gebiet. Von daher war es wahrscheinlich besser, dass der Anschlag auf das Arbeitsamt in den Medien so gut wie kein Echo fand.

forcemagic schrieb:
ch denke es geht auch weniger darum ob bei genauerem darüber nachdenken blinder aktionismus nützlich ist ( da bin ich letztlich deiner meinung... der typ, der mit seiner gasflasche im auto gegen ein arbeitsamt gerast ist und in den flammen umkam hat nichts erreicht ) sondern viel eher um die frage ob nicht in einem hohen maß blinder und schädlicher aktionismus zu erwarten ist.


Ein hohes Maß an blindem und schädlichem AKtionismus wird dann zu erwarten sein, wenn man den Menschen nicht klarmacht das Wut und flotte Sprüche weder ihre Situation noch die Politik verändern werden.
In solch einer Situation spielt auch der Sozialneid eine grosse Rolle. Die Politik wird das Image des gutverdienenden, faulen Beamten der seine Pfründe der Vetternwirtschaft zu verdanken hat auch dann nicht abwerfen können, wenn sie eine absolut humanistische Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik betreiben würde.
In der jetzigen Situation kommt das dann noch verstärkend hinzu (Die da oben).

All diese Wut braucht dann nur noch ein Ereignis, einen Katalysator, um in Gewalt umzuschlagen.
Dann ist es auch egal, wieviele Personen dann den Takt vorgeben, der Rest wird folgen.
Dafür reicht dann schon eine Reportage im Fernsehen über denn Arbeitslosen, der sich vom Staat im Stich gelassen fühlte beschloss sich zu wehren und jetzt im Gefängnis sitzt.
Nachahmer und Lemminge sind unter den Menschen in Krisenzeiten immer leicht zu finden.

Um diese Problem zu lösen ist es wichtig denn Menschen klarzumachen, das die Ohnmacht gegnüber dem System geringer ist, als einem eingeredet wird. Wenn die Mnschen einmal wirklich davon überzeugt sind, dass sie sich mit friedlichen Mitteln nicht wehren können ist der Zug abgefahren.
Hier ist Aufklärungsarbeit gefordert. Die wird nicht von der Poltik kommen logischerweise, aber sie kann z.b regional von Bürgerinitiativen ausgehen.
Das dass unglaublich schwierig ist, wenn man in Betracht wie verzweifelt die Leute teilweise schon sind, ist klar. Wenn die Alternative aber Gewalt ist muss man es dennoch versuchen.

@ rem_sper

rem_sper schrieb:
So lange unsere Regierung nicht auf den Gedanken kommt, das Steuermonstrum zu entschärfen und die Subventionen abzuschaffen, wird sich in naher bis mittelfristiger Zukunft nichts an der Einsparpolitik ändern.

Deutschland hat das eines der kompliziertesten Steursysteme weltweit und daher auch ein relativ großes Einsparungspotenzial hier, aber die generelle Abschaffung von Subventionen würde sich in keinster Weise positiv auswirken.
Mit Subventionen wird viel Schindluder getrieben, ja das ist schon richtig. Dennoch haben sie, richtig verwendet, einen Sinn und eine Daseinsberechtigung. Sei es zur regionalen Strukturförderung oder für sozilale Initiativen die allein nicht überleben könnten.
Wünschenswert hier wäre eine Ausweitung der Kompetenzen des deutschen Bundesrechnugshofes um den Missbrauch in den Griff zu bekommen.
Der Bundesrechnungshof hat ja nur Kontrollfunktion kann aber keine Strafen verhängen sondern nur z.b Anklageempfehlungen aussprechen. Wenn man dafür sorgt das man die Verantwortlichen für extreme Fehlsubventionierung auch zu Rechenschaft ziehen kann, wäre schon viel getan.

@ nic



nicolecarina schrieb:
Ab Januar greift eine neue Steuerreform, bei der viele Familien mit zwei Kindern KEINE Steuern mehr bezahlen. Die Unternehmen wurden ebenfalls steuerlich entlastet - ich denke, diese Herren und Damen sollten zuerst mal wieder einen Schritt machen und die Flexibilität sowie Einsatz- und Ausgabenfreude zeigen, wie sie sie gleichzeitig - lautstark und monoton wiederholend - von Politik und Arbeitnehmern fordern, Stichworte Teilzeitjobs, Telearbeit, Mutter- bzw. Vaterschaftsurlaube, Mitverantwortung etc. Dann haben die Politiker nämlich auch wieder mehr Zeit sich auf ihre eigentlich Aufgabe zu besinnen: die ethische und allgemeingültige Infrastruktur des Staates zu legen ...Paradox in sich die Aussage *gg* aber ein Schritt in die richtige Richtung wie ich finde.

Ein Schuh wird in der Tat daraus wenn man die Arbeitgeber genau so in Pflicht nimmt wie den Arbeitnehmer. Das trifft natürlich eher auf die großen Betriebe als auf die Klein- und Mittelständischen Unternehmen zu aber ist im großen und ganzen zutreffend.
Inwieweit die Steuerreform zur Verbesserung der Situation beitragen kann wird mann sehen.
Die Steuererleichterung für Ehepartner mit minestens zwei Kindern ist unterstützenswert. Die Frage die ich mir Stelle ist nur, ob das nicht unterm Strich ein Nullsummenspiel wird. Auf der einen Seite zahle ich weniger Steuern und auf der anderne Seite bekomme ich ohnehin weniger Geld dank Hartz IV.
Dabei wäre gerade eine gesunde Familienföderungs- und Nachwuchspolitik
so wichtig um die deutsche Wirtschaft auf lange Sicht zu erhalten.

Und keine Angst um dich hier unbeliebt zu machen musst du dich schon mehr anstrengen. :D
 

nicolecarina

Meister vom Königlichen Gewölbe
6. Juni 2003
1.414
Den Steueraspekt hab ich eben deshalb eingebracht, weil das ja einer der ersten Punkte ist, der in Talkshows von Arbeitnehmern als möglicher Lösungsweg gefordert wird: runter mit den Steuern. Keine Frage, das wünschen sich alle und außer einigen Pivilegierten oder Kriminellen kommt da auch keiner dran vrobei.

Meine Überlegungen gehen aber mehr in die von Dir beschriebene Richtung: wenn über das Steuersenken mehr Geld freigesetzt wird, ist das wirklich eine Milchmädchenrechnung. Der Staat verschuldet sich noch mehr und die Nase drehen wieder mal: die Unternehmer. Vom einfachen Volk wird da nämlich auch wieder keiner reicher, da in so einem Fall wohl grade ein bisschen mehr als die Inflationsrate hängen bleibt, der Staat dann aber tatsächlich jedes Recht hat zu schreien, wir haben kein Geld mehr - andererseits: die Telekom hat sich stellenweise mal richtig arm gerechnet und sich von einer kleinen Kommune sogar noch Gewerbesteuer rauszahlen lassen. Das sollte eigentlich einfach nicht gehen in Zeiten, in denen kein Geld mehr da ist, um das Dach im Kindergarten reparieren zu lassen.

Wie gesagt: es sind meiner Meinung nach andere Wege, die zur Lebendigkeit führen - auch der des Arbeitsmarktes
 

sillyLilly

graues WV- Urgestein
14. September 2002
3.269
Das mit der Steuerreform würde mich interessieren.
Wißt ihr wo ich darüber mehr finden kann, für wen es welche Auswirkungen hat?

Namaste
Lilly
 

Rupert

Geheimer Meister
9. September 2004
237
Das kommt davon, wenn man zwei Tage nichts schreibt; ein ellenlanger Beitrag wird das werden ...

@forcemagick:
forcemagick schrieb:
sicherlich ... da sind wir wieder an jenem berühmten punkt: reformen sind nötig aber eben nicht diese reformen.

Wenn es nicht "diese Reformen" sind, welche dann? Wenn wir langfristig denken, hat sich die Politik der letzten ... sagen wir, 30 Jahre, wobei das auch eine sehr vage Zahl ist, selbst marode gefressen. Nehmen wir als Beispiel die Geldreserven, die angezapft werden, wenn, z.B. in Notstandszeiten, keine Rentenbeiträge eingehen, aber dennoch Rente ausbezahlt werden muss; die wurden von einem Guthaben, das über mehrere Monate hinweg ausreichen würde, auf ein Guthaben für ungefähr eine Woche abgeschmolzen, weil man Geld für die Lücke hier und das Loch da brauchte ... und niemand sich getraut hat, Steuererhöhungen durchzusetzen, erst recht nicht in den Neunzigern, als sich die klaffenden Lücken richtig auftaten.

Langsam, aber sicher MUSS man was tun - zugegeben, Hartz IV ist nicht ganz ausgegoren. Zugegeben, die rot-grüne Koalition hat sich in ihren ersten Amtsjahren vielleicht nicht immer dem Tagesgeschehen gewidmet. Immerhin haben sie es aber geschafft, die Verteilung so umzusetzen, dass, wie bereits erwähnt, Familien zumindest einen leichten Vorteil daraus zu ziehen, auch wenn das durch viel Bürokratie meist wieder ausgeglichen wird, wie in dem Artikel, den samhain ganz am Anfang gepostet hat. Da wären wir wieder beim Thema Behördenverschlankung, aber an das Beamtentum wagt man sich auch nur vorsichtig und Schritt für Schritt ran - kein Wunder, der preußische Beamtenstaat ist mächtig, den muss man wohl unterminieren.


wie du sagst müssten alle zur kasse gebeten werden und in aller erster linie eben jene, die das geld auch haben... wie seehofer es so schön gesagt hat... es kann nicht sein, dass die kinder der gut verdiener auch noch vom steuerzahler bezuschusst werden während anderer leute kinder nur noch von der sozialzhilfe existieren können...

Bedauerlich, dass man für solche Aussagen von seinem Ämtern entbunden wird.


es schmerzt mich ein wenig, dass ich in unseren tagen mich ebenfalls genötigt sehe in einem seehofer ( immerhin ein csu-mann ;) ) einen der letzten sozialpolitiker zu sehen, der ausspricht was ich denke ;) ... eigentlich dachte ich früher einmal, dass diejenigen, die meine meinung artikulieren eher aus dem rotgrünen lager kommen... aber das war einmal... die zeiten ändern sich...

Och, die CSU besteht nicht nur aus Unmenschen, vor allem auf kommunaler Ebene sammelt sich da von rechtskonservativen Kirchgängern bis sozial orientierten Kritikern einiges an. Horst Seehofer war einer, der es ganz nach oben geschafft hat, ohne sich seinen Rücken beim Arschkriechen buckelig gemacht zu haben, und das hat dem Rest wohl nicht gepasst - da kam die "Nicht-Linientreue" nur recht, um ihn von seinen Ämtern in Berlin zu entbinden; wann die Absetzung des einzig sozialen Politikers im Führungsstab erfolgt, kann man sich ausrechnen.

Unser Problem ist, dass sich die Parteibonzen wie Diven aufführen und damit ganzen Parteien, die vielleicht an der Basis oder auf Kommunal- und Kreiseben gute Arbeit zu leisten vermögen, einen schlechten Ruf aufhalsen. Kein Wunder, wenn man sich dauernd profilieren muss und dabei eben keine Rücksicht auf die Schwächeren genommen wird - wer einmal den Duft des "Big Business" geschnuppert hat, vergisst da schnell seine Wurzeln in der Arbeiterschaft. Ganz zu schweigen von diversen Spitzenpolitikern der Grünen, die ihre Ideale auch schon zugunsten von Nebenverdiensten verraten und verkauft haben. Als CDU-Mann hat man's da schon leichter - ohne Ideale lebt sich's eben einfacher. ;)


dummerweise ist aber eben seehofer eine minderheit... seehofer wird öffentlich demontiert und entzahnt was bleibt ist die schwarze oppostition mit merkel und konsorten an der spitze...

Exakt diejenigen eben, die ihre Meinung mit der Bildzeitung drehen und nichts anderes zu tun haben als billigen Populismus zu schüren.

Hat einer von euch die letzte Sendung von Sabine Christiansen gesehen? Ich weiß, das WV-Forum bietet gehaltvollere Diskussionen als die, aber man konnte da schön sehen, wo sich der Dreh- und Angelpunkt der Argumentation eines CDU-Spitzenpolitikers befindet, nämlich in der öffentlichen Meinung und in emotionalen Ausflüchten. Es ging also darum, ob Folter legitim sei (eigentlich schon der falsche Diskussionsansatz, so eine Frage muss man sich hierzulande noch stellen? Arm ...), Herr Ströbele verteidigte eisern die einzig richtige Position, nämlich dass Folter rückschrittlich sei und nie wieder legitimiert werden dürfe - während sein schwarzer Gegenüber Bedrohungsszenarien malte und den "tapferen verdeckten Ermittlern, die tagtäglich ihr Leben für unser Wohl riskieren" auf die Schulter klopfte; sein Nachbar von der Polizei, der in etwa dieselbe Position bezog, konnte ganz nebenher anmerken, dass so was ohnehin schon häufiger passiere, ohne dass es angemerkt werde, und es ging nicht einmal ein Aufschrei durchs Publikum - wo sind wir hier eigentlich?


doch schröder und die seinen sind eben für mich auch keine möglichkeit mehr...

Richtig, es wurde in den letzten Jahren viel Gleichschaltung betrieben; aber wenn du nachrechnest, wirst du feststellen, dass dir ein rot-grünes Reformpaket immer noch mehr Vorteile bringt als ein schwarz-gelber Sozialbrocken, zumindest dann, wenn du nicht den oberen 20% angehörst.


mit dieser art von reform wurde den unmöglichsten folgevorschlägen tür und tor geöffnet.

Wiederum korrekt, die Hemmschwelle liegt jetzt deutlich tiefer als vorher; jetzt liegt es aber auch in der Eigenverantwortung des Volkes, sich nicht von Demagogen oder blinden Kritikern leiten zu lassen, sondern rational zu bleiben und zu überlegen, wem man die Regierungsgewalt überlassen möchte und ob "Hauptsache, kein Schröder" nicht doch die falsche Position ist. Das halte ich für einen positiven Nebeneffekt, der sich aber sehr schnell ins Negative wandeln kann, wenn weiterhin eine Trotzstimmung verbreitet wird.


leider hat diese regierung die ansichten von sogenannten wirtschaftsexperten gefördert und veröffentlicht, die nichts anderes zu predigen wußten als sozialabbau und stärkung der exportindustrie... einer industrie, die nachweislich ja erfolgreich ist.

Wer keine Politik studiert hat und nur in die Politik gegangen ist, weil er rechtliche Immunität besitzt, muss sich eben auf Expertenmeinungen verlassen. Wir haben grade eine ganze Generation von Advokatenpolitikern, die dazu gezwungen sind, die Meinung ihrer Beraterstäbe zu akzeptieren, weil sie selbst kein politisches Feingefühl mehr besitzen und weil ihnen dadurch, dass sie lange, lange durch viele, viele Ämter streifen mussten, eine ganze Menge Ideologie und Wertebewusstsein "abgegolten" worden ist, wenn ich das so formulieren darf. Wer viel Geld verdient, braucht keine Moral; leider.


zeitgleich predigten diese wirtschaftsexperten, die in talkshows und sonstwo ihr forum fanden, deren ansichten von clement und schröder weitergetragen wurden wie das evangelium, maßnahmen, die dem binnenmarkt kontraproduktiv gegenüberstehen.

Man meinte eben, Privatisierung und (Neo-)Liberalismus gäbe der Wirtschaft Impulse, was sich aber als falsch herausstellte; jetzt haben wir eine neue Generation von Managern, die, unterstützt durch die Politik, einen radikalen Kapitalismus praktiziert, dem nur durch strikte Maßnahmen Einhalt geboten werden kann. Deren Durchsetzung ist aber schwer bis unmöglich, weil sich eben diese Jungmanager schon viele Freunde in den verschiedensten politischen Lagern gemacht haben - ein Teufelskreis.


was ich der regierung schröder anlaste ist es diesen falschen reformweg eingeschlagen und gefördert zu haben... jetzt gibt es kaum noch ein halten.. ein wahnsinn hetzt den nächsten.

... und Onkel Gerd mitsamt Genossen versucht sich als Schadensbegrenzer? Ja, den Eindruck könnte man bekommen. Dennoch halte ich es für sinnvoll, jetzt diese Reform durchzubringen. Ansonsten hätten wir 2006 ein neokonservatives Kabinett am Start, dem alle Möglichkeiten offenstünden und das noch viel radikaler die Leistungen der Sozialgemeinschaft wegmähen könnte, da es ja die Begründung hätte, man habe viel zu lange gewartet. Hartz IV stellt hierbei einen schönen Platzhalter dar, der zumindest die Sozialsysteme für eine Zeit lang vor schwarzem Gewühl schützt, das hoffe ich zumindest.


während die leute erschrocken über schröder und co nur noch eine alternative sehen offenbart sich diese alternative als weitaus brutaler und schrecklicher als das was die regierung schröder bisher zu formulieren wagte....

Meine Rede.


momentan befindet sich deutschland in einer art politischer paralyse... es wird viel geredet und gestritten dieser tage, aber es die situation verfährt sich so schnell, dass kaum zeit bleibt darauf zu reagieren.... die reform verschlimmert die lage weiter... wie das noch abfedern?

Auch mir fällt nicht wirklich viel mehr ein als abzuwarten und Tee zu trinken. Ach ja, vielleicht ein paar Vorräte anlegen - man weiß ja nie. :?


@samhain:
samhain schrieb:
erstmal möchte ich dir sagen, das wir zwar oft verschiedener meinung sind, aber das man mit dir doch diskutieren kann (und vor allen dingen scheinst du dir die geposteten artikel auch durchzulesen), was ich doch als bereichernd empfinde, im gegensatz zur endlosspirale mit einigen anderen hier, wo man das gefühl hat ständig wieder bei null zu beginnen.
eins- aufstehen!

Danke, das kann ich im Bezug auf dich nur wiederholen. ;)


ich möchte jetzt nochmal auf die pisa debatte zurückkommen, wo ich finde, das du es dir doch zu einfach machst, wahrscheinlich auch deswegen, weil du mit dieser materie keine berührungspunkte hast und dir deine meinung nur durch zeitungsartikel bildest.

Oh, ich denke doch, dass man als jemand, den das Thema direkt betrifft, diverse Berührungspunkte hat.


ich sollte eher sagen ich arbeite NOCH in diesem bereich, weil mit den ganzen "arbeitsmarktreformen" und den kürzungen ab nächstes jahr abzusehen ist, das ich mich entweder ganz woanders oder via ein euro-job durch die hintertür wieder da einfinde wo ich jetzt bin, aber zu absolut veränderten und wesentlich schlechteren bedingungen als jetzt.

Du weißt, es gibt da eine staatliche Kontrolle und die 1 Euro-Jobs werden nicht willkürlich vergeben. Blinde Panikmache ist auch nicht Sinn der Sache.


ein thema bei dem wir vor lauter heuchelei und bigotterie aus der politik nur kotzen können.

Du hast die Realitätsfremde vergessen.


während also, wie oben schon kurz erwähnt, im bereich kinder/jugend/bildung immer mehr gekürzt wird, fliessen die krokodilstränen im lager der politiker wenn mal wieder per studie die hiesigen zustände thematisiert/kritisiert werden.

Und das Schönste an der Sache ist, dass darauf mit absolut sinnlosen Reformen geantwortet wird. Liebe Nicht-Bayern, in diesem Fall dürft ihr euch glücklich schätzen, nicht im Land, wo Milch und Schwarzbier fließen, zu wohnen. Stichwort: G8. Verkürzung der Schulzeit um ein Jahr. Das heißt, dass der Stoff noch schneller durchgedrückt wird, noch weniger Zeit für Individualbetreuung bleibt, der Leistunsdruck noch höher steigt.

Und was war noch mal das Problem, das es zu bekämpfen galt? Schlechte Leistungen. Die bekämpft man also mit Druck und Zeitverknappung. Ich traute bis zu der völlig übers Knie gebrochenen und unausgegorenen G8-Bildungsreform unserer CSU-Regierung einiges zu, aber das war wirklich die Krönung der Sinnlosigkeit. Ich fürchte, mit dieser Reform hat Bayern seinen Spitzenplatz im PISA-Test verspielt und vielen Kindern wird der Weg ins Akademikertum verwehrt, da sich die Eltern keine Nachhilfe leisten können und eine noch viel härtere Auslese betrieben wird als bisher. Chancengleichheit? Vergessen wir's.


die kultusminister legen ständig neue konzeptionen für den bildungsstandard vor, aber es bleibt im bereich des theoretischen (im theoritisieren sind sie ja besonders gut).

Ja, exakt das meine ich


über vollmundige ankündigungen kommt es nicht hinaus- im gegenteil- auch hier wieder das alte muster, das entgegen der offiziellen parolen, alles dafür getan wird, das es weiter bergab geht.

Kann ich bestätigen. Obwohl es an unserer Schule mit dem Etat eigentlich noch ganz gut aussieht, merkt man deutlich, dass Geld fehlt. Projektoren werfen teilweise dermaßen unklare Bilder, dass selbst Schüler ohne Augenprobleme nur unklar erkennen können, was sie lesen sollen - Schulbücher haben ein Alter von 10 Jahren oder eher mehr, Karten für den Erdkundeunterricht stammen teilweise aus der Zeit des Wirtschaftswunders oder sind noch älter. Der lustige Faktor bei der Sache ist aber, dass wir uns letztes Jahr eine ganze Ladung überteuerter TFT-Bildschirme für den EDV-Unterricht besorgen konnten. Das nenne ich eine Verschwendung höchsten Grades.


wo bleibt die aufstockung der lehrerstellen (lieber über die hintertür mit 1,-€ jobs oder man quatscht eltern an, die tagsüber nichts zu tun haben ob sie nicht lust haben den kindern das ABC beizubringen...übrigens in bayern...), warum werden, wenn nicht schon lehrkräfte, dann hilfskräfte eingestellt wie in finnland, die die lehrer entlasten (da denkt man hier an eltern- natürlich kostenlos), warum fliessen die vorhandenen mittel nicht in die kindergärten und grundschulen?

Was ich bei der Sache komisch finde: wir können uns zwar Entwicklungshilfezahlungen in Milliardenhöhe leisten, aber die Sanierung unseres bröckelnden Bildungssystem schiebt man immer weiter auf. Deutschland, die gnädige Weltbank - fragt sich nur, wie lange noch. Wenn wir nämlich nicht mehr genug Steuerzahler haben, weil man ohne genügende Lese- und Rechtschreibkenntnisse eben doch kaum eine Stelle kriegt, wird es auch knapp mit den Entwicklungshilfezahlungen. Dann können wir weder das Bildungssystem in Afrika fördern, noch bleibt Geld für das Unsere übrig - huch, macht sich die deutsche Politik ja überall unbeliebt. Dieselbe ungerechte Verteilung findet auch bei der Gewerbesteuer statt; anstatt dass die Firmen ordentlich Steuern zahlen und damit die Ausbildung IHRER späteren Arbeitskräfte fördern, drücken sie aus den Gemeinden Geld heraus. Und beklagen sich später, dass die Bewerber nicht qualifiziert genug seien. Schöne, neue Welt.


wo bleiben die deutschpflichtkurse für einwandererkinder?

Der erste Schritt zu Integration und Bildung - die Sprache. Aber auch in der Regierung sagt man sich wohl: "Mir san mir". Könnte ja sein, dass sich so ein gebildeter Türke später bei der CSU bewerben wollte, weil er erkannt hat, dass das den einzigen Weg zur bayrischen Regierung darstellt - wie würde denn das aussehen? ;)


deutschland ist WELTWEIT das einzige land, in dem schüler nach der vierten klasse aufgeteilt werden und das oft mit willkür.

"Willkür" würde ich es nicht nennen. Zwar fließt der Eindruck des Lehrers in die Notengebung mit ein, aber das heißt noch lange nicht, dass Schüler willkürlich ausgeschlossen werden. Wer die erforderliche Leistung bringt, darf das Gymnasium besuchen, wer nicht, der nicht. Und was ist daran schlimm, dass wir weltweit die Einzigen mit einem derartigen System sind? Wenn der Bedarf besteht, dass, z.B. aufgrund einer hohen Anzahl an Schülern, wie es hierzulande eben der Fall ist, eine frühe Aufteilung erfolgen muss, dann ist so ein System gar nicht so fehl am Platze.


ich hab's schon mal gesagt, das die pisa-sieger ihre kinder bis zur neunten klasse zusammen lassen.

Vergleiche die Schülerzahl von Finnland mit der von Deutschland, vergleiche den Bildungsetat von Finnland mit dem von Deutschland, rechne die Pro-Kopf-Summe aus. Das hat nicht viel damit zu tun, dass die Kinder länger zusammenhocken, sondern damit, dass die Klassenstärken geringer sind und mehr individuell betreut werden kann - da liegt der Hund bei uns begraben, nämlich in der Massenunterrichtung, nicht im frühen Aussortieren.


kinder sind keine maschinen (erwachsene übrigens auch nicht...aber das nur am rande...) und dieser ganze leistungsdruck in frühen jahren ist eben nicht förderlich.

Sondern was?! Sollen wir sie bis in die neunte Klasse in einer rosaroten Luftblasenwelt schwimmen lassen, aber ab der zehnten Klasse werden sie dann ans harte Leben rangeführt? Früh übt sich, wer später ein Meister werden will. Es muss den Kindern in einer Welt wie der heutigen eben schon früh beigebracht werden, dass das Leben ein Kampf ist, bei dem nur die Guten bzw. Besten bestehen, der Rest geht unter. Im Übrigen ist die Hürde der Schulwahl eine der wenigen in der Schulzeit; ist man erst einmal auf dem Gymnasium, wird man, wenn man nicht absolut faul ist, nicht so schnell wieder runtergehen.
Die eigentliche Belastung, die auf die Kinder drückt, ist nicht die Schule, sondern das, was die Eltern den Kleinen in jungen Jahren schon zumuten - "Montag Klavierunterricht, Dienstag Ballett, Mittwoch Chor, Donnerstag Volleyball, Freitag geh ich Zeitung austragen" - ist das förderlich? Ist so ein Termindruck bei aller Frühförderung nicht EIN KLEINES BISSCHEN zu arg? Ich mag es nicht, wenn die Eltern bei Problemen in der Schule immer auf die Lehrer zeigen, ohne sich an die eigene Nase zu fassen, wo meistens das Problem zu finden ist. Denn die Lehrer geben sich großteils Mühe, die Eltern ahmen oft Herrn Schröders ehemalige Politik der ruhigen Hand nach, welche bekanntlich zu keinen großen Resultaten geführt hat. Warum sollte sie dann im privaten Bereich funktionieren?


die schrecken auch nicht davor zurück ihr kind in therapie zu geben weil es ihren anforderungen in der schule nicht entspricht, die zu ritalin o.ä. greifen, das ihnen von verantwortungslosen psychoklempnern empfohlen wird- hauptsache die (erfogs)fassade bleibt stehen-auf kosten der kinder.

Ich lerne allerhand neue Sachen heute. Solche Fälle sind mir nicht bekannt - als bei mir damals das Auswahljahr der vierten Klasse angebrochen war, haben mich meine Eltern zwar schon etwas mehr unter Druck gesetzt als sonst, schließlich ging es da um meine zukünftige Ausbildung, aber Therapien oder Medikamente wären undenkbar gewesen, irgendwo hört der Spaß ja auch auf. Falls es tatsächlich als nötig erscheinen sollte, die Kinder aufzuputschen, um sie aufs Gymnasium schicken zu können, liegt der Fehler doch schlicht und ergreifend bei den Eltern, die das Kind nicht früh genug gefördert haben; Frühförderung, das erwähne ich immer wieder, ist wichtiger als jeder Nachhilfelehrer in der Pubertät. Denn auf die Bausteine kommt es an, wenn die groß genug sind, lässt sich auch viel drauf abladen; wer sich natürlich gedacht hat, dass der Sprössling mit dem ach so einfachen Grundschulstoff alleine fertig wird, muss am Schluss auch die Konsequenzen tragen, aber dann bitte nicht auf Kosten der Kinder.


von den verantwortlichen kommt nichts als geschwafel- die schicken ihre kinder, wenn sie überhaupt welche haben, in privatkindergärten und privatschulen. der elfenbeinturm lässt grüßen.

Moni Hohlmeier ebenso. :?


jetzt nochmal zu den alleinerziehenden und deiner idealfamilie, die es so kaum noch gibt (auch nicht in bayern!):

Leider, ja.


ich mache jeden tag die erfahrung das es scheissegal ist, ob ein kind nun eine alleinerziehende mutter/vater oder beide elternteile hat. die traumfamily mit vater und mutter läuft heute meistens so ab, das beide arbeiten müssen, wenn sie denn arbeit finden, um über die runden zu kommen. großeltern sind weiter weg oder gar nicht vorhanden. angesichts der lohnentwicklung und seuchenartigen ausbreitung der mini-jobs müsste es für dich auch nachzuvollziehen sein, das gerade eltern bzw. besonders kinder in diesem perversen spiel meistens verlieren.

Dieses Phänomen ist für die gesellschaftliche Entwicklung leider nichr sehr förderlich, wieder meine Zustimmung. Aber man muss sich auch fragen, ob zwei Vollzeit arbeitende Elternteile wirklich nötig wären. Ich habe vorhin zufällig RTL-Explosiv geschaut, da ging es im Wesentlichen um die "Supernanny", die Rotzbengeln Manieren beibringen soll; es wurde in einem Kindergarten gefilmt, und die Vier- bis Sechsjährigen dort hatten schon in ihrem Alter allerhand Markenklamotten an und waren allgemein auch sehr schön hergerichtet, vom Haarschntit und so weiter. Wenn die Familie am Betteltuch nagt, wie kann dann so etwas Alltag sein? Wäre eine moralisch gesunde Werteerziehung nicht viel wichtiger als der Markenpullover? Langfristig ja - aber man will ja den Kleinen den Anschluss nicht verwehren, nicht wahr? Man will sie ja zu wertvollen Mitgliedern der Spaßgesellschaft erziehen, die im richtigen Leben dann derbe auf die Schnauze fallen.

Früher ging meistens auch nur der Vater arbeiten, öfter auch nur für einen Hungerlohn, aber es hat doch trotzdem irgendwie gereicht. Warum? Weil man vieles noch selber angebaut und hergestellt hat, vom Strickjäckchen bis zur Kartoffel war vieles noch Marke Eigenbau. Aber das wäre ja rückschrittlich - lieber wirft man dem nächstbesten Großkonzern das Geld in den Rachen. Natürlich hat auch nicht jeder ein Gärtchen; aber warum hat nicht jeder ein Gärtchen? Warum müssen sich die Leute in Wohnblocks einpferchen? Meine Theorie: Gewöhnung. Man will sie gewöhnen an einen möglichst geringen Lebensstandard, damit später ja keiner aufmuckt. Warum wird wohl die Bildung von Ballungszentren so sehr unterstützt? Damit das Land menschenleer wird, damit wir sie alle an einem Platz haben. Aber das führt jetzt zu weit weg.


ich sehe gerade: "raucher sterben früher" steht auf meinem tabakpack...soll ich das als drohung oder versprechen sehen?

Als Drohung für die Allgemeinheit; wäre schade, wenn wir einen der wenigen informierten Rebellen vor seiner Zeit verlieren würden.


@obnoxious:
obnoxious schrieb:
was ich zusätzlich bekomme müssen dann meine Eltern bezahlen OBWOHL ich 8 Stunden am Tag arbeite.

Wieso müssen das deine Eltern bezahlen?


niemand macht mehr anstalten mich in eine RICHTIGE(Vergütete) Beschäftigung zu bringen weil ich eine 1€-Arbeitskraft für das Rathaus bin

Mit der Reform soll, so die Regierung, die Betreuung für den einzelnen Fall verstärkt werden. Du hast also deinen Sachbearbeiter, der sich weiterhin um dich kümmern wird - die 1 Euro-Jobs sollen doch keine Sklavenarbeit werden, für die man sich Arbeitslose angelt.


niemand will mich mehr als Gas-und Wasserinstallatuer einstellen weil ich seit 2. Jahren aus der Routine bin und meine qualifikation gerade noch zum Müllsammeln reicht

Ja, das mit der Routine könnte ein Problem werden; das hättest du aber auch ohne 1 Euro-Job. Und deine Qualifikationen verändern sich ja nicht, bloß weil du einen Gemeinschaftsdienst tust.


dein Vater wird bei der Stadt entlassen weil ich jetzt seinen Job habe

Die Arbeiten sollen gemeinnützig sein. Oft sind es "Restposten", die die Gemeinden aufgrund fehlender Geldmittel nicht mehr besetzen können; hochwertigere Arbeiten werden nach wie vor von ausgebildeten Fachkräften übernommen werden.


Firmen werden alle möglichen Empfangsdamen, Hausmeister, Torwächter und Putzfrauen entlassen und 1€-Förderungsprogramm-Jobs einrichten, (wie diverse Unternehmen schon angekündigt haben)

Wenn du mir deine Quellen dafür geben kannst, glaube ich es dir. Bis dahin ist es für mich nicht mehr als ein weiterer Versuch von Angstmache - habe ich leider schon zu oft gehört, sorry.


Aber lass mal, meinem verwöhnten deutschen Arsch tut es bestimmt gut mit nem 1€-Nachschichtstarif und einer depressiven Zukunftsausicht auf dem Kiez zwischen Huren und Snapsleichen Müll zusammeln. Genau das hat mir noch gefehlt....

Immerhin ist es eine Beschäftigung - mit der kannst du Geld sammeln, das du wiederum sparen kannst, um einen Führerschein zu machen, mit dem du wiederum bessere Chancen hast, als Gas- und Wasserinstallateur eingestellt zu werden. Auch eine Logik, oder? ;)


Trolle wie Du haben das Land kaputtgemacht, also halt dich raus wenn wir´s kitten wollen.

Und wir wollt "ihr" es denn "kitten"?


In Polen wird die Feldarbeit von Ukrainer gamacht da sich ein polnischer Bauer keine polnischen Arbeitskräfte leisten kann.

In Deutschland haben wir dieselbe Situation. Mithilfe der 1 Euro-Jobs soll ja genau das behoben werden. Erntehelfer haben schon unsere Großeltern gemacht, und das sogar ohne Entlohnung.


So, damit sollte jeder Post beantwortet sein ... aber mit drei Antworten ist noch lang noch nicht Schluss. ;)


Zum Thema kollektive Wut:

Es ist immer zu begrüßen, wenn sich Gegenpole bilden und ihre Meinung darlegen, wenn sie mehrheitsfähig ist, wird sie sich auch irgendwie durchsetzen können. Aber Kommentare wie "Die gehören an die Wand gestellt" sind mir doch ein bisschen befremdlich. Ich gebe offen zu, und das nicht nur hier im Forum, dass ich der sozialdemokratischen Partei Deutschlands nahestehe und habe bisher noch keine Morddrohung erhalten. Vor allem werden die Leute sogar ganz einsichtig, wenn man ihnen darlegt, dass die Opposition keine besseren Konzepte, sondern eher noch mehr Kahlschlag anzubieten hat. Sicher habe ich auch Verständnis dafür, wenn jemand gar keine Alternative sieht - aber standrechtliche Justiz? Ist das der Weg, den Otto Normalbürger einschlagen will?

Ich meine, noch im letzten Jahrzehnt haben wir doch geradezu einen Höhenflug gehabt. Ist das jetzt die Ernüchterung darüber, dass das ganz doch mehr ein aufgepushter Börsenschwindel war oder habe ich es bloß nicht wahrgenommen? Was mich noch mehr besorgt: lernt niemand aus der Geschichte? Das letzte Mal, als sich solche Frontenkriege abzeichneten, hatten wir die Weimarer Republik, und zu der eröffnen sich mir immer mehr Parallelen. Warum schimpft nur jeder, warum engagiert sich keiner? Semball hat das schon so oft angemerkt; wenn jemand etwas verändern möchte, und sei es nur auf kommunaler Eben, steht ihm der Weg in jedwede Partei frei. Er kann sich auch als Bürgerrechtler betätigen - alles ist möglich in einer Demokratie. Die herrschenden 20% können auf uns draufschlagen, aber die Demokratie werden sie uns nicht auf einen Schlag wegreißen können. Das ist unsere Bastion ! Sie lachen sich doch ins Fäustchen, wenn sie sehen, dass sich der Mob selbst zerfleischt vor Neid und geschürtem Hass. Sie lachen sich doch ins Fäustchen, wenn sie sehen, dass Protestparteien an die 30% erreichen können und damit noch mehr sinnlose Politik betrieben wird als vorher schon - sie lachen sich doch ins Fäustchen, wenn immer mehr Desinteresse herrscht und die nächste Biedermeier-Epoche eingeläutet wird, während draußen die Arbeiter verhungern.

Das mag auf den ersten Blick paradox klingen, wenn man sich meine Meinung zu Hartz IV durchliest, ist es aber nicht. Hartz IV ist immer noch ein zur Hälfte sozialdemokratisches Projekt. In der SPD steckt der Filz noch nicht so tief in den Parteibüchern wie bei diversen anderen "Volksparteien"; ich bin auch der Meinung, dass sich hier etwas verändern lässt, sei es nur auf kommunaler Ebene. Auf dieser kommunalen Ebene gibt es auch noch die Möglichkeit, gewählt zu werden, ohne sich mit der ideologischen Festlegung auf Rot, Grün, Gelb oder Schwarz Wählerschichten zu verbauen - denn in der Kommune setzt man großteils auf Personen, nicht auf Farben. Kommunal scheint auf den ersten Blick hoffnungslos, ohne Wirkung - aber viele Kommunen bilden die BRD. Wenn sich viele Mitbürger engagieren in den Kommunen, dann sitzen sie an den Grundfesten der Bundesrepublik, dann hat das Volk wieder Mitbestimmungsrecht. Jemand hat es auf den vorherigen Seiten schon geschrieben - kommunal sehen die Projekte doch hoffnungsvoll aus, warum klappt es in der großen Politik nicht? Weil die große Politik die Sicht auf die Bürger zum Teil verloren hat. Kommunal sieht man die Probleme und kann sie anpacken, mit Bürgerinitiativen, als Gemeinderatsabgeordneter. Das ist allemal besser als einfaches Herumgeschimpfe und Kommetare wie "Die gehören an die Wand".

Puh ... das soll fürs Erste reichen. Hoffe, es finden sich einige Anregungen in meinem Text, ansonsten habe ich mir umsonst die Finger wundgeschrieben. ;)
 

nicolecarina

Meister vom Königlichen Gewölbe
6. Juni 2003
1.414
Stuttgart denkt immerhin zum großen Teil über grün-schwarz nach...die Wahl zwischen rot-grün oder schwarz-gelb ist wohl bald ein Relikt und damit ein Zeichen von Evolution in der deutschen Parteienlandschaft. Gott sei´s gedankt, gepfiffen und getrommelt - und sie bewegt sich doch.
 

nicolecarina

Meister vom Königlichen Gewölbe
6. Juni 2003
1.414
noch an rupert:

Dein Loblied auf die Demokratie kann ich derzeit nicht teilen und auch wenn ich derselben Meinung bin, dass ewiges Gejammer nichts bringt: Macht korrumpiert nun mal eben, das wissen wir seit Macchiavelli.

Und kennst Du einen Politiker in unserem System, der nicht korrupt bzw. eine Marionette geworden ist, bis er schließlich im Bundestag gesessen hat?

Hut ab vor den derzeitigen Kommunalpolitikern, denen derzeit die Scherben den Porzellans Deutschland vermacht werden und die wie ich denke noch am ehesten wissen, was Bürgerpolitik ist, weil sie eben jenen nicht davonlaufen können, wie beispielsweise ein Herr Clement, auf einen Hartz4-Fall angesprochen mit den Worten: "Sie erwarten doch nicht ernsthaft, dass ich hier mit ihnen einen Einzelfall diskutiere?" Unter aller Würde, unter ALLER wie ich finde. Unsere Republik besteht aus lauter Einzelfällen auch wenn Wissenschft, Wirtschaft und Politik gerne Nummern aus uns machen wollen.

Deshalb denke ich, in eine Partei eintreten ist längst nicht mehr der Königsweg - viele harmonisch arbeitende und clevere Bürgerinitiativen erreichen heut zu tage mehr als jede Partei, zumindest auf lokaler oder auch noch regionaler Ebene.
 

Rupert

Geheimer Meister
9. September 2004
237
@nicolecarina:
nicolecarina schrieb:
Dein Loblied auf die Demokratie

Loblied auf die Demokratie? Ich zeige doch lediglich Möglichkeiten auf, wie man sich am politischen Leben beteiligen und damit selbst mitbestimmen kann, mehr nicht; ich rufe dazu auf, richtig, aber ein Loblied ist das nicht. ;)


Macht korrumpiert nun mal eben, das wissen wir seit Macchiavelli.

Na klar - wenn man sich das leisten kann, wie unsere Politiker, dann schon. Ich meine, würdest du dir Mühe bei der Arbeit geben, wenn du selbst über dein Gehalt bestimmen könntest, wenn dir deine Rente so oder so sicher wäre, wenn du sichere Limousinen und dicke Bodyguards gestellt bekämst?

Vorschläge wie "Politiker nach Leistung bezahlen" halte ich zwar für etwas abwegig, denn wer soll die Leistung beurteilen? Das Volk? Aber warum wählen wir dann Politiker, wenn das Volk doch alles besser weiß und politische Entscheidungen, die vielleicht für den Moment ungünstig erscheinen, durch solche Maßnahmen zum Tabuthema werden lässt? Allerdings sollten die Herren in Berlin nicht über ihr Gehalt selbst bestimmen dürfen. Das gehört wirklich abgeschafft. Sonstige Kosten müssten wie bei Otto Normalverbraucher ersetzt werden oder nicht. Das würde vielleicht einige völlig realitätsfremde Entscheidungen gar nicht erst zur Diskussion kommen lassen.

Die Korrumpierung kommt von da her, dass man heutzutage nicht mehr in die Politik geht, um etwas für sein Land zu tun, sondern um sein Geldsäckerl zu füllen. Da wird im Bundestag über Patriotismus diskutiert, während gleichzeitig zum Teil Entscheidungen getroffen werden, die einem jeden Patrioten die Scham ins Gesicht treiben müssten. Ehre, Patriotismus - nein, ich denke nicht, dass diese Werte noch weit verbreitet sind in Berliner Kreisen. Leider fällt die glänzende Minderheit hierbei unter den dunklen Schatten der Mehrheit.

Und Niccolo Machiavelli war zugegebenermaßen noch sehr jung; und unerfahren. Da hat Korruption in einer Zeit, in der Intrigen zum guten Ton gehörten, noch leichteres Spiel gehabt als bei alten Hasen, die sich ihrer Rente (oder ihres baldigen Ablebens) sicher sein konnten.


Und kennst Du einen Politiker in unserem System, der nicht korrupt bzw. eine Marionette geworden ist, bis er schließlich im Bundestag gesessen hat?

Diejenigen, die am Rand stehen und kaum Sponsoren finden. Petra Pau z.B., oder ihre PDS-Kollegin. Viele Jungabgeordnete halte ich ebenfalls für (noch) sauber. Wer weiß, wie viele Geschäftsessen lang das noch so bleibt ...


Herr Clement, auf einen Hartz4-Fall angesprochen mit den Worten: "Sie erwarten doch nicht ernsthaft, dass ich hier mit ihnen einen Einzelfall diskutiere?" Unter aller Würde, unter ALLER wie ich finde.

Ja, das denke ich auch. Solche Spitzenpolitiker, die nicht mehr Schicksale, sondern Zahlen sehen, werfen ein verdammt schlechtes Licht auf ganze Parteien. Auch ich hantiere hier manchmal mit Zahlen, aber jede Zahl besteht doch aus Einzelfällen. Wir brauchen keine Korsette, in die sich ganze Gruppen hineinzwängen müssen, sondern mehr staatliche Angestellte (notfalls wohl Beamte), die sich um Einzelfälle kümmern, die im Einzelfall entscheiden, ob eine Zahlung gerechtfertigt ist oder nicht. So würde Missbrauch vorgebeugt und da ausgeholfen, wo zu wenig vorhanden ist. Aber nein, das will keiner sehen. Warum? Fragt mich nicht.


Deshalb denke ich, in eine Partei eintreten ist längst nicht mehr der Königsweg - viele harmonisch arbeitende und clevere Bürgerinitiativen erreichen heut zu tage mehr als jede Partei, zumindest auf lokaler oder auch noch regionaler Ebene.

Habe ich doch auch angemerkt?
... steht ihm der Weg in jedwede Partei frei. Er kann sich auch als Bürgerrechtler betätigen ...
Weil die große Politik die Sicht auf die Bürger zum Teil verloren hat. Kommunal sieht man die Probleme und kann sie anpacken, mit Bürgerinitiativen, als Gemeinderatsabgeordneter.
 

nicolecarina

Meister vom Königlichen Gewölbe
6. Juni 2003
1.414
Dann gibts sogar Punkte in denen wir uns einig sind 8) :lol:

Na klar - wenn man sich das leisten kann, wie unsere Politiker, dann schon. Ich meine, würdest du dir Mühe bei der Arbeit geben, wenn du selbst über dein Gehalt bestimmen könntest, wenn dir deine Rente so oder so sicher wäre, wenn du sichere Limousinen und dicke Bodyguards gestellt bekämst?

Zu diesem Statement hab ich allerdings eine andere Meinung. Charakter hat man oder hat man nicht und der Spruch, dass Geld den Charakter verdirbt, der entstand sicher deshalb, weil manche erst im Reichtum ihren wahren Charakter gezeigt haben. Es gibt hochanständige, aufrichtige und schweinereiche Menschen - allerdings kaum in der Politik. Die Verführungsausrede ist so alt wie Adam, der alles auf Eva geschoben hat anstatt eben nein zu sagen. Zudem ist fraglich, wie die Geschichte sich wohl zugetragen hätt, wär Luther eine Lutheranerin gewesen, aber lassen wir das...

Sicher gibt es Strukturen, die einen schneller oder einfacher zu irgendwelchen Blödsinnigkeiten verleiten, aber jemand der sich von Bodyguards und sicheren Renten verderben lässt, hatte meiner Meinung nach nie genug Rückgrat und Idealismus oder wahre Werte, um ein echter Politiker wie ihn Aristoteles sah zu werden - als Philosophen nämlich. Und solche brauchen wir heute mehr denn je, da die paar medienwirksamen brillanten und integren Denker in der Masse der Dschungelstars, Hetzredner und Profitgeier offenbar nicht mehr ausreichen.
 

rem_sper

Geheimer Meister
26. November 2004
123
Frau Schmidt hat es nun unwiderruflich zu Papier gebracht: Selbst im Kernaspekt der rot/grünen Bundesregierung, der sozialen Frage, hat die regierende Partytruppe vollkommen versagt. Die sozialen Unterschiede zwischen arm und reich haben drastischer zugenommen, als jemals zu CDU/FDP-Zeiten.
Was sagt uns das? Werden daraus Konsequenzen folgen oder bleibt alles beim alten, inkl. Lobeshymne auf sich selbst (wieder Kanzler mal wieder zeigte).

edit:
Mehr Armut unter Rot-Grün
Ungleichheit: Soziale Unterschiede haben sich verschärft - die Reichen sind reicher geworden

http://www.abendblatt.de/daten/2004/11/29/369930.html

Und zum Schluß:

haitzinger1.png
 
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