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Gibt es Kontinente ohne Glück?

kalsoom

Geheimer Meister
6. Juli 2002
189
Warum gibt es nur in Afrika oft nur Präsidenten und Herscher-
familien, die nur an ihren eigenen goldenen Sesseln und der
Macht interessiert sind?
Warum musste das russische Volk erst so unter den Zaren und
dann unter den Kommunisten leiden?
Haben diese Länder einfach kein Glück?

Die Überschrift stimmt leider nicht - Russland ist einfach nur
ein riesiges Reich in zwei Kontinenten.
 

WzP

Vorsteher und Richter
2. Juni 2002
735
Also, so sehe ich das:

In Afrika liegt es einfach daran, dass die Demokratie, wie wir sie ihnen "gegeben" haben, einfach noch nicht in ihnen verwachsen ist. Ursprünglich herrschte ja in Afrika die Stammesmonarchie, also der Despotismus (heisst so, oder?), dadurch ist es für einen "afrikanisch" erzogenen Afrikaner eine normale Sache, dass der Staatsherrscher eigenmächtig handelt.
Richtig Aufstände gibt es nur, wenn es ans eigene Leben geht.
Sie haben die Demokratie ja nur von uns übernommen und nicht auf ihre Gesellschaft angepasst.
Weiss nicht, ob es was vergleichbares in ihrer Geschichte gab, aber z.B. die Germanen hatten den Thing, der an damaligen Maßstäben gesehen eine ziemlich demokratische Angelegenheit war, wobei es eine Beleidigung für jede Thingversammlung ist, wenn man daraus unsere, auch von den Griechen übernommene, aber angepasste Demokratie ansieht.

In Afrika wüsste ich jetzt keine ähnliche Entwicklung, als erstes waren Stammesfürsten, die das Volk mies behandelt haben, dann die Kolonialherren, die sie bevormundet haben...sie sind schlicht nichts anderes gewohnt, meine ich.

Und dass in Russland der Kommunismus so gut wachsen konnte, liegt wohl an der Wirtschaftlichen Situation dort, dass es ziemlich viele Arme gibt, die sich durch einen Kommunismus gerne an den Mittelstand anpassen lassen würden, wobei kein Deutscher Mittelständler seine Güter abgeben würde, um eine kleine Gesellschaftsschicht anzugleichen.

Korrigiert mich
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Afrikanische Staaten sind Opfer der Schuldenfalle (IWF), der bad governance einiger Machthaber, etc. Mitunter ist zu überlegen, wieviel Altlasten dieser Bedingungen aus der Kolonialzeit stammen. Wie die Maschine dort funktioniert, zeigt z.B. das Beispiel der Nigerianer im Nigerdelta, die gegen die ungerechte Situation kämpfen, die ihnen u.a. eine Ölfirma beschert: ChevronTexaco und die Frauen aus dem Nigerdelta. So geht das schon seit Jahrhunderten(-tausenden?).
 

Falk

Geheimer Meister
10. April 2002
149
Viele Probleme, gerade in Afrika, sind auch dadurch entstanden, dass die Kolonialmächte völlig willkürlich und über die Köpfe und Interessen der Afrikaner hinweg die Grenzen gezogen haben. Stammesgebiete, Weidegründe und Wasserplätze, die seit Jahrhunderten genutzt wurden, standen so nicht mehr zur Verfügung - die oftmals kriegerischen Auseinandersetzungen begannen.

Diese wurden dann noch dadurch ebenfalls wieder von der "zivilisierten" Welt dadurch gefördert, dass zuerst Gelder über Entwicklungshilfe in die Länder gegeben wurden, die anschließend aber durch Rüstungsgeschäfte wieder zurückgeholt wurden. Der kalte Krieg und die Auseinandersetzungen zwischen Kommunismus und Kapitalismus taten ihr übriges.

Zugegeben, dass, was ich hier geschrieben habe, ist sehr vereinfacht und verallgemeinernd und auch nicht ganz sachlich. Aber es ist meine Meinung, die sicherlich zum Teil auch stimmt.
 

SentByGod

Großer Auserwählter
10. April 2002
1.675
Glück... Ich meine erstens mal, dass es etwas wie Glück überhaupt nicht gibt. Und selbst wenn, ein Land welches nur ein Abgegrenztes Stück Oberfläche auf unserem Planeten ist. Dann wird dieses kein Glück haben können!

Aus der Sicht des Volkes jedoch, kann man es immernoch nicht als "kein glück haben" bezeichnen. Ich schliesse mich den Vorangegangen Stimmen an, Staaten in Afrika leiden heute immernoch unter dem was die Kolonialmächte ihnen angetan haben.
 

Abbadon

Großmeister-Architekt
28. Juni 2002
1.295
He natürlich gibt es "Glück" Ich habe jede menge davon und es ist auch relativ erklärbar...
Der Nachteil ist allerdings dass bald niemand mehr gegen einen Würfel- oder Kartenpiele machen möchte... :)
Das sich das auf Kontinente bezieht halte ich alelrdings auch für Unfug...
Die Probleme Afrikas sind halt definitiv in der Kolonialzeit zu suchen, wie Fals schon bemerkt hat... Die westliche wohlstandswelt bezieht ihren Wohlstand ja aus dem Unglück anderer Völker in ihrer Geschichte...
 

kalsoom

Geheimer Meister
6. Juli 2002
189
Es gibt auch Geschäftslokale, die kein Glück haben. Jedes
Geschäfts, dass es dort versucht, muss nach kurzer Zeit wieder
schließen. So sieht es auch in Afrika aus, egal was verändert wird,
es gibt keine Hoffung für die Menschen. Oder glaubt ihr, dass die
Vertreibung der weißen Farmer eine Lösung bringt.
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Die Enteignung der Weissen Farmer in Simbabwe... Mugabe ist ein übler Diktator. Die Weissen Farmer sind nicht die einzigen, auf die er es absieht. Aber er kennzeichnet sich als jemand, der zu den Mittel des Rassismus greift. Er betreibt jedoch durchaus politische Verfolgung gegen die eigene Hautfarbe. Nein, Waffengewalt ist nicht die Lösung (besonders nicht eine militärische Rückgängigmachung des kolonialen Erbes - eine Art Rache für die Jahrhunderte davor). Das könnte ein Vorwand sein - Mugabe ist jedoch durchaus eine Person, die im eigenen Land eine Art bad governance betreibt. Das sieht mir eher als gezielte Politik aus als Unglück (oder sagen wir gezieltes Unglück?).
 

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