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Gibt es Atheisten bis zum Tod ?

G

Guest

Gast
Diese Frage ist mir gekommen als ich von einer Freundin die in einer Sterbestation im Krankenaus arbeitet erzählte das alle später vor ihrem Tod an Gott glauben.

Das hat jetzt nichs mit Christen zu tun.

Es ist doch so, das Atheisten Ihre Meinung wenn sich in einer bestimmten Situation (im Sterben liegen) kommen wieder ändern können.
Ein Christ, Moslem usw hat seinen Glauben bis zum Tod.

Glaubt Ihr das Atheisten wenn Sie im sterben liegen aus Angst vor dem od doch auf einmal an eien Gott glauben wollen ?
 

forcemagick

Ritter der Sonne
12. Mai 2002
4.641
buddhistische mönche sind letztlich atheisten ( es gibt keinen gott im buddhismus ) wenn sie die phasen des sterbens durchleben ( also die begegnung mit den verschiedenen gottheiten haben ... dies mag sich widersprüchlich anhören.. aber götter im buddhismus sind etwas anderes als in den drei monotheistischen glaubenssystemen oder in so manchem anderem glaubenssystem ... gottheiten sind hier repräsentationen des selbst.. des seins... ) besteht nach ihrer auffassung die möglichkeit sich in sachen glauben tierisch zu vertun ;) ... aber ich denke wer in einer solchen philosophie gelebt hat hat keinen grund am schluss vor furcht einen gott herbeizusehnen... man kann die, die gegangen sind nicht fragen.. aber man weiß wohl von jenen, die gehen dass sie ihre überzeugung nicht verloren haben....

soweit als beispiel...

dass in unserer kultur, in der der atheismus nicht sonderlich philosophisch zu sein scheint und wenig trost bietet ein sterbender eher am schluss noch versucht sich an einen gott zu klammern ist wohl relativ wahrscheinlich...

aber wie gesagt ich denke es gibt wohl doch einige atheisten, die ihrer vorstellng soweit treu bleiben....
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
24.048
Ich glaube, dass es im Leben jedes Menschen einen Punkt gibt, an dem er sich an Gott erinnert. Dass dies im Sterben eher geschehen kann als sonst, ist gut möglich.

Was Buddhisten angeht, ist es natürlich richtig, dass sie nicht an einen bestimmten Gott glauben, sehr wohl aber an das Überirdische und an Wiedergeburt, daher kann man sie wohl nicht als Atheisten im klassischen Sinne bezeichnen.



PS: Auf der aktuellen Platte von Muse gibt es ein Lied, das Thoughts Of A Dying Atheist heißt.
 

InsularMind

Geheimer Sekretär
9. Dezember 2003
644
Ich bin selber ganz gespannt, wie das bei mir dann sein wird.

Die Furcht, so stelle ich mir das vor, besteht eher davor, während des Sterbens selbst oder bis zum Todeseintritt wahnsinnige Schmerzen / qualvolle Zustände durchleben zu müssen, oder nicht selbst über sich bestimmen zu können, einer hippokratisch verordneten Sterbeordnung untergeordnet zu werden, ( ordentlich geordneter Ordnungssatz ) also der Idee, den Tod möglichst lange hinauszuzögern, selbst wenn dies im Endeffekt höhere Qualen bedeutet als ein sozusagen 'vorgezogener' oder 'schnellerer' Tod mit diversen Hilsmitteln, die da so auszudenken wären.

Gilt hier dann ja als Sterbehilfe, was noch immer nicht toleriert wird, aus verschiedenen ethischen Grenzgründen.

Also ich denke die Angst begründet sich darauf, und nicht vor dem Erlöschen des Selbst oder Seins mit dem eintretenden Hirntod.

Wenn man für die Existenz eines oder mehrerer Götter oder 'zu fürchtender Überwesen' keine Notwendigkeit sieht, schätze ich, dass es auch nicht notwendig ist, sich vor dem Tod zu fürchten, oder im Erlöschen des Selbst noch hastig die Überzeugung zu revidieren.

Schätzungsweise glauben auch Amöben und Regenwürmer nicht an Götter, oder glauben Bäume?
Auch die sterben irgendwann -- und bislang haben es alle noch geschafft :wink:
 

forcemagick

Ritter der Sonne
12. Mai 2002
4.641
EVO schrieb:
Was Buddhisten angeht, ist es natürlich richtig, dass sie nicht an einen bestimmten Gott glauben, sehr wohl aber an das Überirdische und an Wiedergeburt, daher kann man sie wohl nicht als Atheisten im klassischen Sinne bezeichnen.

nun ich weiß nicht ... was ist ein klassischer atheist? ist ein atheist jemand, der einfach glaubt, dass da nichts ist? ein nihilist? nagarjuna ein buddhistischer philosoph hat eine sehr ausgeprägten nihilismus formuliert... die wiedergeburt ist keineswegs so zu verstehen, dass man direkt wiedergeboren wird sonder viel mehr ein.... "es wird etwas aus mir entstehen" ... sicher ... der tibetische buddhismus kennt die wiedergeburt ganz konkret als die wiedergeburt als person.

doch auch wenn ich an verschiedene ebenen des bewußtseins, an energieerhaltungssätze, an transformation und wesenheiten auf anderen ebenen der existenz glaube, bin ich doch letztlich ein atheist, wenn ich nicht an die götter glaube, die das leben regeln und organisieren und uns beherrschen....
ich denke ein atheist im sinne eines abendländischen atheisten mag beeinflusst durch die descartesischen und vorstellungen und die gedanken nietzsches ja trotz alledem und in der verhaftung an die naturwissenschaften in der lage sein an verschiedene ebenen und über der uns bekannten natur stehendes zu glauben ohne gleich aufzuhören ein atheist zu sein.

ich denke die frage die sich hier aufwirft ist, ob ein atheist zwingend vollkommen aspirituell sein muss um atheist zu sein...
 

zerocoolcat

Geheimer Meister
11. April 2002
475
hier die Definitiopn von "Atheist" aus

Webster's 1913 Dictionary:

1. One who disbelieves or denies the existence of a God, or
supreme intelligent Being.

2. A godless person.

Syn.: Infidel; unbeliever.


...also sind wir Atheisten nicht zwingend aspirituell...
 

adsurb

Geselle
5. April 2003
46
Glaubt Ihr das Atheisten wenn Sie im terben liegen aus Angst vor dem [T]od doch auf einmal an ei[n]en [Eierkuchen] glauben wollen ?
(Frei nach psst)

Ich denke, dass jemand der völlig atheistisch erzogen wurde vor dem Tod tendenziell eher nicht an Gott glauben wird.

Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass Gott so viel Toleranz aufbringen kann, diese Menschen dann doch noch aufzunehmen... :wink:

Ich für meinen Teil würde lieber beobachten, wie es so ist mit dem Sterben an sich... ist bestimmt auch nicht uninteressant.
 

forcemagick

Ritter der Sonne
12. Mai 2002
4.641
adsurb schrieb:
Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass Gott so viel Toleranz aufbringen kann, diese Menschen dann doch noch aufzunehmen... :wink:

konsequenterweise dürfte das dem atheisten auch reichlich egal sein :wink:

naja zumindest nach buddhistischer vorstellung ist es jederzeit möglich zu einer vollkommenen erleuchtung zu kommen auch ohne jegliche philosophische vorbildung (wohl wird die wahrscheinlichkeit dafür allgemein als gering eingestuft aber immerhin die möglichkeit wird eingeräumt ) ... hmmm ... das gegenstück zum von gott ins paradies aufgenommen werden wäre wohl dieses erreichen vollkommener erleuchtung und das eintreten ins nirvana ( das definitiv kein paradies ist :wink: es heißt schlicht "verwehen" ... ) ... offenbar scheint die religiöse konzeption gott da weniger offen zu sein für vergebung ( die sich der erleuchtete ja letztlich im letzten moment selbst gewähren kann ;) was zum friedlichen verwehen führt im gegensatz zu todeskampf und qualen am schluss )
 

Lunatic

Vollkommener Meister
4. Januar 2004
582
Also ich denke mir, das besonders Atheisten, die mal an Gott geglaubt haben oder christlich erzogen wurden ,sich im Sterbebett wieder an Gott erinnern. Da das wohl immernoch ein bisschen im Hinterkopf ist und ich bin mir sicher, dass die meisten Atheisten lieber in dem Glauben sterben würden, dass irgendeine höhere Macht da ist. Gerade in Notsituationen besinnen sich die Leute ja oft, dass es einen Gott geben könnte, der ihnen zur Seite steht. Wieso sollten nicht auch Atheisten im Angesicht des Todes den Wunsch verspüren, sich an Gott halten zu können?

Lunatic
 

forcemagick

Ritter der Sonne
12. Mai 2002
4.641
richtig, da man ja in dieser kultur residual indoktiriniert wird mit der christlichen ideologie ist es auch nicht unwahrscheinlich, dass man am schluss mit repräsentationen dieser indoktrination konfrontiert wird... wie man dann am schluss damit umgeht ist eine andere frage...
 

arius

Großer Auserwählter
16. Juli 2003
1.555
Lunatic schrieb:
Also ich denke mir, das besonders Atheisten, die mal an Gott geglaubt haben oder christlich erzogen wurden ,sich im Sterbebett wieder an Gott erinnern. Da das wohl immernoch ein bisschen im Hinterkopf ist und ich bin mir sicher, dass die meisten Atheisten lieber in dem Glauben sterben würden, dass irgendeine höhere Macht da ist. Gerade in Notsituationen besinnen sich die Leute ja oft, dass es einen Gott geben könnte, der ihnen zur Seite steht. Wieso sollten nicht auch Atheisten im Angesicht des Todes den Wunsch verspüren, sich an Gott halten zu können?

Lunatic

Die Problematik beschränkt sich ja nicht auf den Sterbevorgang an sich, sondern auch auf die Ereignisse, die dann eintreten.

In der Regel erfolgt ja die Begrüßung durch vorher verstorbene freunde und Verwandte, mehr oder weniger kurz oder lang kann diese Begegnung sein. Ein Atheist wird natürlich erst mal gar nicht feststellen, wenn er gestorben ist, weil er ja nicht an ein Weiterleben glaubte. Es kann sein, dass er dazu lange braucht, um zu erkennen, dass er in einer anderen Welt ist, darüber gibt es ja die verschiedenesten Erfahrungsberichte, die einen umfassenden Überblick über die verschiedensten Möglichkeiten geben...

Zusammengefaßt kann man sagen, je größer der Fanatismus der Betreffenden war, um so schwerer fällt ihnen die erste Zeit. Sie müssen vieles überwinden, und dazu braucht es eine gewisse Anstrengung. Wohl dem, der einen sorgsamen Betreuer und gar mehrere beigestellt erhält.
 

Lunatic

Vollkommener Meister
4. Januar 2004
582
@ arius:

Seh ich das jetzt richtig und Du glaubst an ein Leben nach dem Tod und daran, dass man als Verstorbener in eine andere Welt geht und dort leben wird? Woher nimmst Du diese Gewissheit wenn ich mal fragen darf? :?:

Lunatic
 

Azariel

Geheimer Meister
23. August 2003
257
Ich glaube nicht nur, ich weiss, dass es Atheisten gibt die bis zum Tod an ihrer Einstellung festhalten. So z.B. ein Bekannter meines Vaters. Er starb einen recht langsamen, allerdings wenig qualvollen Tod und sagte bis zum Schluss, dass es keinen Himmel und keine Hölle gebe. Dieser Gedanke war für ihn allerdings nichts erschreckendes, da er der Ansicht war sein Leben bestmöglich geführt zu haben.

Ein paar Zitate von dem Mann, dessen Name aus naheliegenden Gründen nicht genannt wird:

1)"Was für ein erbärmlicher Feigling wäre ich wenn ich so kurz vor dem Ende meine Überzeugung verraten würde?!"

2)"Gott hat für mich nie existiert, wie soll mich eine Lüge trösten?"

Das hat mir ziemlich imponiert und ich hoffe, dass auch ich die Kraft haben werde an meinen Überzeugungen festzuhalten.
 
G

Guest

Gast
@Azariel

Da muss ich deinen Bekannten echt Respekt aussprechen. Was mich allerdings daran ein wenig wundert ist, das er kurz vor seinem Tod sich nocheimal damit auseinander gesetzt hat, so als wären da doch ein paar klitzekleine zweifel.
 

DaJ23

Geheimer Meister
28. Oktober 2003
150
Nur mal so als Anmerkung am Rande, es gibt auch den umgekehrten Fall!

Wenn ich mich recht erinner (kann mich da gerade nicht auf Quellen beruhen, aber schon mehrfach in Erfahrung durch hörensagen mitbekommen) ist Albert Einstein (vorher gläubig) noch am Tage seines Todes zum Atheisten geworden und hat Gott verflucht. Soweit mal das es noch intelligente Menschen auf der Welt gibt :lol: :twisted:

mit flüchtigen Grüssen...
 

Zwerg

Geheimer Meister
12. Dezember 2003
211
Ich glaube, dass nur die Menschen diese "Sachen" vor ihrem Tod sehen wenn sie auch daran glauben.
 
G

Guest

Gast
DaJ23 schrieb:
Nur mal so als Anmerkung am Rande, es gibt auch den umgekehrten Fall!

Wenn ich mich recht erinner (kann mich da gerade nicht auf Quellen beruhen, aber schon mehrfach in Erfahrung durch hörensagen mitbekommen) ist Albert Einstein (vorher gläubig) noch am Tage seines Todes zum Atheisten geworden und hat Gott verflucht. Soweit mal das es noch intelligente Menschen auf der Welt gibt :lol: :twisted:

mit flüchtigen Grüssen...

Aber wieso hat er dann etwas (Gott) verflucht an das er nicht glaubt das es exestiert ?
 

Azariel

Geheimer Meister
23. August 2003
257
@psst

Zweifeln wir nicht alle manchmal,Gläubige wie Atheisten? Man denkt über seine Einstellung zum Leben und auch zum Tod nach und stellt sich immer wieder Glaubensfragen. Doch dadurch ändert sich ja nichts an der Wahrhaftigkeit einer Überzeugung.

Wir hatten das Thema glauben und Zweifel mal in Reli und haben beide Seiten besprochen Menschen die bis zum Tod gläubig waren, es gab Juden die sind singend in die Gaskammer marschiert, ihr Glaube hat ihnen geholfen ihre Angst zu besiegen und andere deren Glaube eben am Leid zerbrochen ist ("Oh Gott warum hast du mich verlassen" hat Jesus ja noch am Kreuz gesagt).
 

Solon

Geheimer Meister
2. März 2003
140
Frage mich eher, ob jeder "Gläubige" tatsächlich mutig ins Jenseits springt, wenn sein Glaube auf die letzte Probe gestellt wird, oder ob einem doch zu dämmern beginnt, daß zerfallende Zellen mit zerfallendem Geist einhergehen.
 

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