Thinktwice
Geheimer Meister
- 21. September 2013
- 324
Ich denke, dass das der bedeutendste Einwand ist, dass die Titanic nur fahren konnte, solange die Schrauben am Heck gut im Wasser liegen und die Kohleöfen in Betrieb bleiben können. Zudem dürfte mit zunehmendem Absinken des Bugs der zunehmende Wasserwiderstand die Geschwindigkeit reduziert haben. Kesselraum 6 dürfte sofort ausgefallen sein, Kesselraum 5 vielleicht nicht gleich, aber bald. Alles dahinter dürfte einige Zeit geschützt gewesen sein, bis die vorderen Schotts überliefen. Ich weiß nicht, wann die Schiffsschrauben nicht mehr im Wasser lagen und vermute dazu, dass es schon einige Zeit bis dahin dauerte. Es gibt auf jeden Fall Unwägbarkeiten und da wäre eine Simulation interessant.
Wenn ich der Titanic mal ganz schätzend eine auf durchschn. 35 km/h reduzierte Geschwindigkeit für die Dauer einer Stunde zurechne, und die Carpathia mit 31,45 km/h entgegen kam, dann hätte sich der Abstand von zunächst 93 km auf nur noch etwa 26 km verringert. Wenn sich der Wassereintritt durch die Fahrt nicht erhöht hätte (siehe oben Bernoulli-Effekt, er könnte sogar geringer geworden sein), dann hätte die Titanic 26 km vor der Carpathia mit dem Aussetzen der Boote begonnen und noch 100 Minuten "Lebenszeit" gehabt. Die Carpathia hätte die Titanic dann 40 bis 45 Minuten vor ihrem Untergang erreicht.
Es wäre schon ein Rennen gegen die Zeit gewesen. Und ja, man müsste wissen, wie lange es dauerte, bis die Schiffe voneinander wussten und in Kontakt treten konnten. Also das mögliche Ergebnis ist schon einigermaßen unklar.
Aber klar scheint mir eines zu sein: Eine Fahrt zur Carpathia hätte so oder so nicht mehr Todesopfer auf der Titanic gefordert. Denn wenn sie ihre Rettungsboote erst 1 Stunde später ausgesetzt hätte und noch bis 100 Minuten Zeit gehabt hätte, dann hätte sie ebenfalls die bekannten 712 Geretteten in Sicherheit bringen können. Eventuell sogar mehr, weil man es in relativer Ruhe besser vorbereiten konnte und es nicht so panisch verlaufen wäre. Es blieben ja sehr viele Plätze der Rettungsboote unbesetzt. Und ich erachte die Chancen mal als ganz gut, dass auch die Rettungsboote der Carpathia nutzbar gewesen wären. Und selbst wenn die Titanic praktisch neben der Carpathia versunken wäre, hätten dann ins Wasser geratene Menschen oft noch rechtzeitig gerettet werden können.
Wie gesagt, eine alles berücksichtigende Simulation wäre schön.
Doch schon jetzt meine ich, dass man sagen kann: Man hätte nichts riskiert und hätte nur gewinnen können. Die 712 wären auch im ungünstigsten Verlauf ebenfalls gerettet worden, aber vielleicht hunderte weitere dazu, vielleicht alle.
Es ist seltsam, dass ich in 25 Jahren Beschäftigung mit der Titanic nie auf diese eigentlich nahe liegende Idee kam, sondern erst jetzt.
Wenn ich der Titanic mal ganz schätzend eine auf durchschn. 35 km/h reduzierte Geschwindigkeit für die Dauer einer Stunde zurechne, und die Carpathia mit 31,45 km/h entgegen kam, dann hätte sich der Abstand von zunächst 93 km auf nur noch etwa 26 km verringert. Wenn sich der Wassereintritt durch die Fahrt nicht erhöht hätte (siehe oben Bernoulli-Effekt, er könnte sogar geringer geworden sein), dann hätte die Titanic 26 km vor der Carpathia mit dem Aussetzen der Boote begonnen und noch 100 Minuten "Lebenszeit" gehabt. Die Carpathia hätte die Titanic dann 40 bis 45 Minuten vor ihrem Untergang erreicht.
Es wäre schon ein Rennen gegen die Zeit gewesen. Und ja, man müsste wissen, wie lange es dauerte, bis die Schiffe voneinander wussten und in Kontakt treten konnten. Also das mögliche Ergebnis ist schon einigermaßen unklar.
Aber klar scheint mir eines zu sein: Eine Fahrt zur Carpathia hätte so oder so nicht mehr Todesopfer auf der Titanic gefordert. Denn wenn sie ihre Rettungsboote erst 1 Stunde später ausgesetzt hätte und noch bis 100 Minuten Zeit gehabt hätte, dann hätte sie ebenfalls die bekannten 712 Geretteten in Sicherheit bringen können. Eventuell sogar mehr, weil man es in relativer Ruhe besser vorbereiten konnte und es nicht so panisch verlaufen wäre. Es blieben ja sehr viele Plätze der Rettungsboote unbesetzt. Und ich erachte die Chancen mal als ganz gut, dass auch die Rettungsboote der Carpathia nutzbar gewesen wären. Und selbst wenn die Titanic praktisch neben der Carpathia versunken wäre, hätten dann ins Wasser geratene Menschen oft noch rechtzeitig gerettet werden können.
Wie gesagt, eine alles berücksichtigende Simulation wäre schön.
Doch schon jetzt meine ich, dass man sagen kann: Man hätte nichts riskiert und hätte nur gewinnen können. Die 712 wären auch im ungünstigsten Verlauf ebenfalls gerettet worden, aber vielleicht hunderte weitere dazu, vielleicht alle.
Es ist seltsam, dass ich in 25 Jahren Beschäftigung mit der Titanic nie auf diese eigentlich nahe liegende Idee kam, sondern erst jetzt.