Die Titanic

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Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
6.707
Die Tarnung als Unglück ist nach meinen Überlegungen sehr wichtig und ein Torpedo insofern riskant. Und eines hätte die Titanic kaum versenkt, es müssten ja 6 Kammern Leck schlagen. Ob und wann es eine Kohlenstaubexplosion gibt ist unsicher. Und zur Lusitania habe ich gegoogelt, dass von1.959 Passagiere an Bord 761 überlebten. Bei der Titanic wäre man dann wohl sofort von einem Anschlag ausgegangen.

Ach so, Missverständnis. Ich hätte eher an bereits vor der Reise platzierten Sprengstoff gedacht, mit dem sich gezielt eine ähnliche Wirkung erzielen ließe, wie sie der Torpedo der „Lusitania“ zufällig entfaltete.

Interessant (und schrecklich) ist, dass es also bei der „Lusitania“ in nur 18 Minuten vergleichbar viele Menschen zu retten wie auf der „Titanic“ in zweieinhalb Stunden. Gut, auf der „Titanic“ war man auch arglos, auf der „Lusitania“ sicher nicht.
 

Popocatepetl

Inquisitor
27. August 2013
7.638
so oder so, die theorie von thinktwice hat jedenfalls arges potential für ein gutes buch/film/whatever.

quasi eine mischung aus titanic und inception, di caprio in doppelrolle :)


an sich aber doch eher unwahrscheinlich, wenn auch durchaus bestimmt irgendwie möglich.
 

Giacomo_S

Ritter der Sonne
13. August 2003
4.782
Nein. Heute wie immer schon, sterben Menschen weil sie vollständig verblödet sind.
Wer steigt denn in ein U-Boot das mit einem Nock-Off Konsolencontroller gesteuert wird.

Wobei es dann am Ende wohl weniger der Konsolencontroller, als die Konstruktion aus Fiberglas war, die diese Konservendose zum Zerplatzen gebracht hat. Tatsächlich kann Fiberglas wohl bei Belastung auf Zug einiges aushalten, nicht aber bei Belastung auf Druck.
Es gilt bekanntlich: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.

Menschen sterben jedes Jahr bei der Besteigung des Mt. Everest - aber wozu? In die Geschichte geht man dabei schon lange nicht mehr ein.
Und auch die Fahrt zur Titanic wurde bereits vorher durchgeführt.
Würde ich Bergsteigen, dann würde ich mir eher einen der vielen bislang unbestiegenen Berge im Himalya aussuchen, darunter sogar 7.000er. Einige von ihnen haben noch nicht einmal einen Namen; der Konvention zufolge kann man sie nach der Besteigung dann selbst benennen. Also: Den 7000er besteigen, ihn "Mt. Giacomo" benennen ... und damit in den Landkarten unsterblich werden. Das ergäbe dann wenigstens noch einen Sinn.
 

Thinktwice

Geheimer Meister
21. September 2013
317
Es ist ja nicht so, dass ich ständig über die Titanic nachdenke. Aber ab und zu schon. Und ich denke, dass ich meine Anschlagtheorie inzwischen noch etwas besser begründen kann. Und: Es müsste möglich sein, die Frage, ob ein Eisberg die Titanic versenken konnte, eindeutig zu klären! Auch jetzt, über 100 Jahre danach.

Ich stelle meine Anschlagtheorie noch mal etwas gerafft dar. Wichtig sind zunächst zwei Bausteine, die mich auf die Anschlagtheorie brachten.

Der eine Baustein sind die Berichte über die Anwesenheit von ein oder zwei unbekannten Schiffen in der Nähe der Titanic beim Untergang. Damit sind nicht die namentlich bekannten Schiffe in mehr oder weniger großer Entfernung zur Titanic gemeint, sondern andere, völlig unbekannte Schiffe. Deren Präsenz ist umstritten, wird aber vielfach bejaht. Nach einem unbekannten Schiff wurde damals mit einiger Mühe gesucht, da es sogar eine Beschreibung gab. Also: In meiner Anschlagtheorie gab es ein oder zwei unbekannte Schiffe.

Der andere Baustein ist ein Augenzeugenbericht einer von der Passagierin Marian Thayer:
„Ich sah etwas, das aussah wie lange, schwarze Rippen, die ungefähr auf der Höhe der Wasseroberfläche trieben, sie lagen parallel zueinander und zur Schiffsseite, doch waren sie durch knapp einen Meter Wasser voneinander getrennt... das nächste war ungefähr sechs Meter vom Schiff entfernt, und sie dehnten sich vom Bug bis ungefähr mittschiffs aus. Ich sah zu dieser Zeit keinen hohen Eisberg.“

Eine einzige Zeugin scheint dünnes Eis zu sein. Allerdings: In der Kriminalgeschichte hat oft ein einziger Zeuge zur Aufklärung eines Verbrechens geführt. Also, in meiner Anschlagtheorie hat es dieses von der Zeugin recht genau beschriebene Objekt tatsächlich gegeben. Es war da. Und benötigt eine Erklärung.

ich stelle nun etwas ausführlicher dar, wie ich mir dieses Objekt und den Verlauf des Anschlags vorstelle. Zunächst zum Objekt. Ich nenne es nachfolgend "Kette" weil das schön kurz ist und ich es ja irgendwie nennen muss. Aber es war nicht unbedingt eine Kette, es könnte auch ein starkes Tau gewesen sein oder eine spezielle Anfertigung.

Für diese Kette vermute ich, dass sie für den Anschlag speziell präpariert wurde. Zum einen wurden viele "Schneidmittel" an ihr befestigt. Zum Beispiel Kugeln oder Krallen mit jeweils mehreren Spornen oder Zacken, die Stahl schneiden können. Zum anderen zahlreiche Schwimmkörper, die die Kette an der Wasseroberfläche halten. Aber knapp an der Wasseroberfläche halten, denn es wird für den Anschlag wichtig sein, dass die Kette unter die Wasseroberfläche gedrückt werden kann. Die von der Zeugin beschriebenen Rippen könnten Schwimmkörper der Kette gewesen sein und als Schiff und Kette nicht mehr in Bewegung waren, könnte die Kette sich in parallel verlaufende Schlingen gelegt haben.

Nun zum Ablauf:

Diese Kette war mit einem oder zwei Schiffen verbunden. Mit zwei Schiffen, von denen eines sich (rechts) löste, hätte man sie besser positionieren können. Aber grundsätzlich würde auch ein Schiff genügen. Dieses befindet sich vorn links von der Titanic. Es hält die Kette, die quer zur Fahrtrichtung der Titanic bereit liegt. Das Schiff muss eine gewisse Größe und Robustheit haben, denn es muss der Zugkraft der Titanic an der Kette einigermaßen widerstehen. Allerdings nur für wenige Sekunden, denn lange dauert das nicht. Es ist wichtig, dass dieses Schiff die Kette links einigermaßen festhält, während sie rechts frei schwimmt. Denn wenn die Kette nicht links gehalten würde, dann könnten die Schneidobjekte keine langen Schnitte verursachen, weil sie sich nicht ausreichend am Schiffsrumpf entlang bewegen könnten. Auf eine gänzlich frei liegende Kette würde die Titanic auffahren und die Kette würde sich an beiden Seiten der Titanic anlegen und von der Titanic gezogen werden, ohne dass sich die Schneidobjekte nennenswert am Schiffsrumpf entlang bewegen.

Aber wenn die Kette links für kurze Zeit einigermaßen gehalten wird, könnte sie sich rechts an den Schiffsrumpf anlegen und die Bewegung der Titanic würde dafür sorgen, dass die Schneidkörper am Schiffsrumpf entlang bewegen und zwar von hinten nach vorne. Sie würden um so besser schneiden, je schneller die Titanic auffährt. Und sie fuhr schnell. In Richtung Schiffsmitte etwa beim ersten Schornstein ist der Rumpf breiter und die Kette kann besser anliegen, weshalb es gut zu meiner Theorie passt, der hintere Schnitt der deutlich längste ist, während die Schnitte zum Bug hin immer kürzer werden. Das erkläre ich mir mit der Verjüngung des Rumpfes zum Bug hin, was der Kette schlechteren Kontakt nach vorne hin ermöglicht und für Unterbrechungen der Einschnitte sorgt. Und noch etwas passt gut: Wenn die Kette von der Titanic in Bewegung versetzt wird, dann wird sie durch den Wasserwiderstand von vorn nach hinten etwas und nach hinten mehr unter Wasser gezogen. Direkt am Bug nicht, weshalb es für mich bemerkenswert ist, dass die kleineren vorderen Schnitte ziemlich genau auf Höhe der Wasserlinie der Titanic gehören. Bei meiner Kette wäre das logisch. Schnitte nahe der Wasserhöhe ganz vorn und nach hinten hin tiefer. Für einen Eisberg wäre das auch möglich, aber Zufall.

So weit so gut. Die Entdeckung der sehr langen und sehr dünnen Lecks hatte alle überrascht. Man hatte zwar schon früh errechnet, dass nur eine geringe Gesamtfläche nötig war, wenn sie sich über mindestens 5 der abgeschotteten Kammern der Titanic erstreckte. Aber man hätte eher einige Löcher erwartet, als dermaßen lange und schmale Schnitte. Das überraschte. Eines war klar: Ein Eisberg kann unmöglich kann unmöglich schmale Schnitte von insgesamt rund 30m Länge verursachen, 13,7m der längste davon. Denn für so dünne und lange Schnitte hätte der Eisberg sehr scharfe und dünne messerartige Dornen gehabt haben müssen. Diese wären aber sofort abgebrochen und hätten niemals meterlang den Stahl schneiden können.

Deshalb ging man nun davon aus, dass der Druck des Eisbergs Nieten der einzelnen Stahlplatten des Rumpf lösten, wodurch sich schmale Spalten zwischen den Platten öffneten und diese sind die meterlangen Risse. Wohlgemerkt: Allein mit dieser Annahme war die Idee des Eisbergs als Untergangsursache noch erhaltungsfähig, denn ein stahlschneidender Eisberg ist unmöglich. Also musste die Nietenschwäche vollkommen zwangsläufig die einzige Erklärung sein. Bewiesen wurde sie allerdings nie, man sah keine defekten Nieten und voneinander gelösten Stahlplatten. Aber es musste so sein, denn es konnte nur so sein.

Aber zwei Einwände dazu nenne ich schon mal. Warum gaben die schwachen Nieten über Meter hinweg nach und über andere Meter dazwischen hinweg nicht? Das ist schon mal eigenartig. Aber vielleicht noch damit erklärbar, dass der Eisberg an einigen Stellen mehr Druck ausüben konnte und an anderen weniger. Viel rätselhafter ist aber etwas anderes. Es spielt eine Rolle, was man sieht. Mitunter kann aber auch das eine Rolle spielen, was man nicht sieht. Warum versagten die Nieten stets nur entlang einer Linie? Warum nicht auch mal etwas höher oder tiefer die Nieten, die weitere Stahlplatten zusammen hielten? Man müsste doch eigentlich auch parallel verlaufende Lecklinien über oder unter den vorhandenen sehen. Dass das nicht der Fall ist, stufe ich als ziemlich schwerwiegendes Indiz gegen die Nietenvermutung ein. Wie will man das erklären? Mit meiner Kette ist das Bild mit immer nur einer Linie hingegen ganz logisch. Und warum viel nicht mal eine Stahlplatte ganz vom Schiffsrumpf ab?

Ok, schließlich noch ein genauerer Blick auf die Darstellung der Lecks. Die Lecks wurden mittels Unterbodensonar erkannt. Anhand der Sonardaten wurden dann Skizzen veröffentlicht. Hier eine davon:

https://www.scinexx.de/wp-content/uploads/0/1/01-19596-titanic10.jpg

Diese Skizze zeigt das, was man für die Nietenannahme erwarten muss: Ganz gerade, waagerecht verlaufende Lecks. So muss das dann auch aussehen, wenn versagende Nieten zu schmalen, offenen Spalten zwischen den waagerecht und gerade angeordneten Stahlplatten führten.

Aber hier eine andere Skizze:

https://upload.wikimedia.org/wikipe...ecks-SVG.svg/1280px-Titanic_Lecks-SVG.svg.png

Also so dürften die Lecks aber nicht aussehen, wenn sie dadurch entstanden sind, dass sich Spalten zwischen den Stahlplatten öffneten. Auf dieser Skizze verlaufen die Lecks längst nicht gerade genug für die Nietentheorie, sondern zeigen Krümmungen und Schrägungen, die es bei Richtigkeit der Nietenvermutung nicht geben dürfte. Und da möchte ich an dieser Stelle mal sagen: Wenn die Leckdarstellung dieser zweiten Skizze den Tatsachen entspricht, dann wurde die Titanic definitiv, mit absoluter Sicherheit, nicht durch einen Eisberg versenkt. Dann ist die Eisbergtheorie mausetot.

Also lautet die entscheidende Frage: Welche der beiden Skizzen entspricht der Wahrheit?

Meine persönliche Vermutung ist, dass der Zeichner der ersten Skizze seine Skizze an das Erwartbare anpasste. Während der Zeichner der zweiten Skizze möglichst ganz genau zeichnen wollte. Warum sollte er sich diese Abweichungen von der Geradlinigkeit ausgedacht haben? War ihm bewusst, dass er damit die Eisbergthese killte?

Man müsste dieses für mich letzte Rätsel leicht lösen können. Die Antwort ruht in den Rohdaten des Unterbodensonars. Die fand ich nicht, aber sie müssten ja irgendwo verfügbar sein.
 

Lagavulin

Geheimer Sekretär
24. Februar 2024
681
Das es ein "Anschlag" war oder das die Titanic bewusst und geplant versenkt wurde, dass war schon direkt nach dem Untergang die Theorie sehr vieler Menschen, die noch bei Verstand waren und sich nicht von den Massenmedien haben die Hirne waschen lassen.

Tatsächlich gilt dieser Sachverhalt für sehr viele "Tragödien" die in unserer Welt passieren, nahezu jedes Ereignis ist inszeniert, selten das in dieser Welt etwas aus Zufall ohne "fremden" Einfluss geschieht!

Spontan fällt mir jetzt auch kein Medienereignis ein, worüber breit berichtet und welches nicht künstlich inszeniert wurde. Die Wahrheit wird in den Medien nie gezeigt, darum wird auch nur über Politik, Wirtschaft und Krieg berichtet.
 
Zuletzt bearbeitet:

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
6.707

Die Linien der Lecks sind bei beiden Skizzen weitestgehend gleich. Allerdings sind die Decks und auch die Schotten in beiden Skizzen etwas anders eingezeichnet, und das verwirrt ein bisschen. Aber letzten Endes sind in beiden Skizzen die Lecks nicht auf einer Geraden, sondern bogenförmig angeordnet.

Das ist auch nicht weiter schwierig nachzuvollziehen. Ohne Zweifel übten Eisberg und Schiff einen erheblichen seitlichen Druck aufeinander aus. Und die Bordwand steht nicht senkrecht im Wasser. Gerade da, wo der Eisberg entlang geschrappt ist, ist sie sehr stark gewölbt.

1C6310A5-3675-4075-9A5B-2C1AE8EC1BB3.jpeg
Bildquelle: http://www.titanic-plan.de/planinfo_d.html

Ich habe die rote Linie jetzt nicht sorgfältig anhand der Leckskizze konstruiert in den Spantenriss reinkonstruiert, aber das Prinzip sollte deutlich sein. Wenn in Höhe der roten Linie der Eisberg und das Schiff waagerecht gegeneinander drücken, ergibt sich durch die Neigung der Berührfläche eine Kraftkomponente in senkrechter Richtung, die wahlweise das Schiff nach oben oder den Eisberg nach unten drücken will. Dadurch rutscht mit fortschreitender Kollision die Schadenslinie am Schiff nach unten.

Was in Deinen beiden Skizzen eingezeichnet ist, sind die Decks im Inneren des Rumpfes - diese entsprechen aber keinesfalls der äußeren Rumpfbeplankung.


titanic-im-trockendock.jpg


Bildquelle: https://www.stern.de/fotografie/ech...wischen-farbe-erhalten_34980742-34980098.html

Die einzelnen Außenplatten sind also relativ klein und schmal, und folgen in etwa den Krümmungen des Rupfes, damit man sie nicht zu sehr biegen muss. Sie werden gegeneinander versetzt aufeinander und auf das Grundgerüst aus Spanten und Stringern genietet. Das alles ist dann durchaus etwas „auf Kante genäht“.

Wenn Du in Gedanken bei diesem Bild eine Abrissbirne gegen die Bordwand knallen lässt, ergibt das folgendes Bild: Die getroffenen Platten verbiegen sich und die Nieten in den am meisten verformten Bereichen reisst es ab.

Metall wird da keins geschnitten, das schafft Eis nicht. Aber die Masse des Eisbergs ist da und auch die des Schiiffes. Und die kann auch nicht einfach so verschwinden. Und Masse mal Beschleunigung ergibt in diesem Fall allemal Kräfte, die geeignet sind, ein paar Nietverbände einzudrücken.

Meine Einwände gegen die maritime Stolperfalle habe ich ja schon weiter oben zusammengeschrieben - da hat sich nichts geändert.
 

Thinktwice

Geheimer Meister
21. September 2013
317
Da muss ich dir aber widersprechen. Die Lecklinien sind in der ersten Skizze schon sehr gerade und nur in der zweiten nicht. Für mich sind die beiden Skizzen daher nicht weitgehend gleich, sondern im hier entscheidenden Punkt sehr unterschiedlich. Die Anordnung der Decks und Schotten ist für meine Überlegungen unerheblich. Und ich kann deine Begründung nicht nachvollziehen, dass die Schadenslinie durch senkrecht wirkende Kräfte nach unten rutschen können. Denn nach der Nietentheorie wurde ja nicht geschnitten. Die Nieten versagten und die Platten wurden nicht mehr zusammen gehalten, es entstand ein schmaler Spalt zwischen den Platten, der ist das Leck. Dieses Leck müsste zwingend gerade und waagerecht verlaufen, da die einzelnen Platten so angeordnet waren, zwischen denen sich nur ein ganz schmaler Spalt öffnete. Für ein anderes Bild müssten zwei Platten (obere und untere) zusätzlich ihre ganz waagerechte Ausrichtung verlieren und gemeinsam in eine schräge Ausrichtung geraten. Das kann ich mir kaum vorstellen.

Und rätselhaft bleibt eben auch, warum durch Druck von Eisberg und Schiff auf der gesamten Schadenslänge immer nur eine einzige Schadenslinie entstand. Den Druck gab es ja auch darüber und darunter. Warum führte das nicht zu weiteren Schadenslinien, Spaltöffnungen, oberhalb oder unterhalb der skizzierten Linien. Parallel dazu. Warum führte das Nietenversagen immer nur zu Spaltöffnungen während nicht eine der vielen Platten mal ganz vom Rumpf abfiel?
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
6.707
Dieses Leck müsste zwingend gerade und waagerecht verlaufen, da die einzelnen Platten so angeordnet waren, zwischen denen sich nur ein ganz schmaler Spalt öffnete.

Und genau dies ist ein Trugschluss.

Die Plattenstöße liefen schon beim intakten Rumpf weder gerade noch waagerecht, sondern waren der Rumpfkontur folgend in alle Richtungen gekrümmt, siehe das colorierte Foto des Rumpfes. Die einzige wirklich waagerechte Linie am Rumpf ist die Wasserlinie mit ihrem Farbwechsel von rot nach schwarz. Und die wird von mehreren Plattenstößen geschnitten.

Weiterhin - an der Schadstelle haben sich sehr hohe Kräfte ausgetobt. Und natürlich wird das auch zu heftigen Verformungen an den Kanten der auseinander gerupften Platten geführt haben. Hier genau gerade Kanten zu erwarten, wäre schon ziemlich verwegen.

Und es bleibt dabei - die in grün und rot gezeichneten Lecks sind betreffend Länge und Lage am Rumpf praktisch deckungsgleich. Und sind Skizzen, keine mm genauen Scans. Die Unterschiede entsprechen zwischen Freihand- und mit dem Lineal (der Linienfunktion) gezogenen Linien. Da würde ich nicht zu viel hinein lesen.
 

Thinktwice

Geheimer Meister
21. September 2013
317
Wir kommen da nicht zusammen. Die Plattenstöße (so heißt das also, danke), liegen auf dem Foto zwar nicht ganz waagerecht, parallel zur Rumpfwasserlinie, was sicherlich daran liegt, dass der Rumpf ja keine glatte Wand ist, sondern Krümmungen hat, was sich aus der Rumpfform ergibt. Aber dennoch verlaufen die Plattenstöße sehr geradlinig und zeigen nur über eine längere Strecke eine leichte Schrägheit. Die Schadenslinien auf der zweiten Skizze weichen aber schon auf kurzer Strecke stark, stärker, von einem relativ geradlinigem Verlauf ab, als es eine leichte Gesamtschräge der Plattenstöße erklären könnte. Auf kürzere Länge gesehen müssten geöffnete Zwischenräume an den Plattenstößen vielleicht geringfügig schräg verlaufen, aber innerhalb dieser Schräge sehr geradlinig. Und nicht so "zappelig" wie auf der zweiten Skizze. Für mich widerlegt Skizze 2 daher einen Eisbergaufprall als Untergangsursache. Um wiederum das zu widerlegen, müsste eine Falschheit der zweiten Skizze eingewendet werden können. Dazu wäre eine ganz genaue Analyse der Sonardaten nötig. Und die müsste eigentlich möglich sein, wenn diese Daten nicht verschwunden sind.
 

Thinktwice

Geheimer Meister
21. September 2013
317
Da ist noch etwas, über das ich all die Jahre nie nachdachte, zuletzt aber schon.

Zum Zeitpunkt des Unglücks war die Carpathia das nächste darauf reagierende Schiff. Sie fuhr mit etwa 31,45 km/h auf die etwa 93km entfernte Titanic zu. Und traf zu spät ein. Wenn aber die Titanic ihrerseits mit ihrer Höchstgeschwindigkeit von etwa 44,5 km/h auf die Carpathian zugefahren wäre, dann wären sich die Schiffe pro Stunde etwa 76 km näher gekommen. Sie hätten sich dann nach etwa 73 Minuten getroffen. Vom Unfall der Titanic bis zu ihrem Untergang vergingen etwa 160 Minuten, also reichlich mehr.

Die Titanic war nach dem Unfall vollkommen manövrier- und fahrfähig. Warum ist sie dann im Wissen um zu wenig eigene Rettungsboote nicht einfach der Carpathia entgegen gefahren? Möglicher Einwand: Die Fahrt mit hoher Geschwindigkeit hätte das Eindringen von Wasser durch die Lecks beschleunigt. Diese waren aber im Wesentlichen an der rechten Rumpfseite und ich vermute eine höchstens sehr geringe Erhöhung des Wassereintritts. Und zwischen 73 Minuten Fahrzeit und 160 Minuten Zeit bis zum Untergang ist ja noch reichlich Luft.

Daher stelle ich mal die Frage, ob jemand Gründe dafür nennen kann, dass die Titanic der Carpathian nicht entgegenfuhr? Die Rettungsboote der Titanic + die der Carpathia + die Carpathia selbst hätten gewiss zur Rettung aller ausgereicht.

Gibt es Kalkulationen dazu? Wurde es auf der Titanic zumindest in Erwägung gezogen?
 

Lupo

Ritter Kadosch
3. Oktober 2009
6.707
Die Schadenslinien in den beiden Skizzen sind sicherlich jeweis von Hand in die jeweilige Längsansicht des Rumpfes eingetragen worden. Mehr als einen groben Eindruck kann das nicht vermitteln.

Die Linien sind das Ergebnis einer im Detail recht chaotischen Kollision zweier Körper, bei der nur der Zustand eines der beiden Körpers genau beschrieben ist, und das auch nur vor der Kollision.

Bereits in R. Ballards Klassiker „Das Geheimnis der Titanic“ von 1987 sind auf den Seiten 204 und 205 Bilder des Risses gezeigt, der offenbar doch nicht auf ganzer Länge unter einer Bugwelle aus Geröll begraben liegt. Und diese Bilder zeigen tatsächlich die wenig spektakuläre, weitgehend gradlinige und unverformte Oberkante einer ganzen Reihe von Rumpfplatten, an denen man noch die Bohrungen, in denen die Niete saßen, erkennen kann.

Die diversen möglichen und unmöglichen Optionen, die der Schiffsführung nach der Kollision noch blieben, wurden auch von einer Untersuchungskommission nach dem Unglück geprüft. Übrig blieb, dass hier nichts bemängelt wurde. So weit ich mich erinnere:

Ein Knackpunkt war eben, dass man keine Boote aussetzen kann, so lange Fahrt im Schiff ist. Und soweit durch die Fahrt weiteres Wasser ins Leck gedrückt wird, kann das gravierende weitere Schäden bewirken, die das Sinken beschleunigen. Also hätte jeder Versuch, den Rettungsschiffen entgegen zu fahren, sehr leicht dazu geführt, dassgar niemand überlebt. Dann besser liegen bleiben und gleich Boote aussetzen. Dann hat man wenigstens die, die Platz in den Booten gefunden haben, gerettet.
 

Thinktwice

Geheimer Meister
21. September 2013
317
Nun ja, rund 2.200 Menschen an Bord, rund 700 Überlebende, rund 1.500 tot. Klar, man hätte während der Fahrt keine Boote aussetzen können. Aber nach meiner groben Kalkulation wäre noch einige Zeit dafür verfügbar gewesen, nachdem die Schiffe sich erreicht hätten. Inwieweit eine Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit das Sinken der Titanic beschleunigt hätte, müssten mal Experten per Simulation ermitteln. So laienhaft und locker aus der Hüfte glaube ich: Nicht sehr stark. Denn die Lecks waren ganz hauptsächlich an der rechten Rumpfseite und nur geringfügig am Bug. Deshalb nehme ich an, dass eine schnelle Vorwärtsfahrt nur im Bugbereich den Wassereintritt beschleunigt hätte und an der rechten Seite nicht, oder kaum.

Ein Aufeinanderzufahren der Schiffe hätte die Rettung aus einem weiteren Grund sehr beschleunigt. Die Titanic hatte im Notruf eine um rund 20 Seemeilen falsche eigene Position mitgeteilt. Wenn man das bösartig interpretieren möchte, dann hat sich die Titanic vor ihren Rettern versteckt. In meiner Anschlagstheorie sehr möglich, da ich dabei von Mittätern in der Schiffsleitung ausgehe. Die Positionsangabe war natürlich äußerst wichtig und ich hätte da erwartet, dass man sie auf der Titanic eher 2 x als 1x überprüft.

Die falsche Positionsmeldung bedeutete, dass die Carpathia mit ihren 17 Knoten Höchstgeschwindigkeit noch immer über 1 Stunde von der Titanic entfernt war, als sie die gemeldete falsche Position erreichte. Das ist ziemlich erheblich.

Dieses Problem wäre entfallen, wenn die Schiffe direkt aufeinander zugefahren wären und ihre Positionsdaten dazu fortlaufend übermittelt hätten.

Zumindest mit dem Wissen von heute zurück blickend, kann man m.E. sagen, dass eine schnelle Fahrt der Titanic zur Carpathia mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit zur Rettung aller Passagiere geführt hätte.
 

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