Die Gegensätze unserer Menschheit

Dieses Thema im Forum "Philosophisches und Grundsätzliches" wurde erstellt von Astrox, 24. November 2002.

  1. Astrox

    Astrox Geselle

    Beiträge:
    40
    Registriert seit:
    9. Oktober 2002
    Bei dem Beitrag, "Wer entscheidet gut und böse?" viel mir doch was tolles ein:
    Gibt es in unserer Sprache, in unseren Gedanken eigentlich etwas anderes als das extreme? Damit meine ich, es gibt in unserer Welt nur Gegensätze, bsp.:
    kalt - warm
    hoch - tief
    dick - dünn
    gut - böse
    usw....

    Wäre es aber nicht besser, diese Dinge nicht getrennt zu sehen, sondern als ganzes? (Anm. japanisches Sprichwort: Fasse deine Ereignisse nicht als positiv oder negativ auf, sondern als Erfahrung!)
     
  2. Wowbagger

    Wowbagger Intendant der Gebäude

    Beiträge:
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    Registriert seit:
    12. April 2002
    Moin...

    Naja... es gibt auch Worte wie: "Neutral", "Normal" usw. :wink:
    Irgendwie komm ich nicht auf den Kern dieser Behauptung, dass scheinbar alles, was wir wahrnehmen und "beurteilen" nur aus Extremen bestehen soll... :?:
    *schulterzuck*

    Beste Grüße.......
     
  3. chaZ

    chaZ Geheimer Meister

    Beiträge:
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    Registriert seit:
    3. Oktober 2002
    Da kann ich bagger ruhigen Gewissens zustimmen, meiner Meinung nach exestieren sehr wohl "nicht-extreme" bei der menschlichen Wahrnehmung, zB die von ihm genannten : Neutral, Normal usw... Mir fallen jetz blöderweise keine anderen ein ;)
     
  4. petrosilius_zwackelmann

    petrosilius_zwackelmann Geheimer Meister

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    120
    Registriert seit:
    15. September 2002
    kalt - lau - warm
    dick - vollschlank - dünn

    Ansonsten fallen mir noch die Begriffe "mittel-", "semi-" und "halb-" ein.
    (z.B. Halbschwergewicht, mittelprächtig, semiprofessionell).

    Trifft das in etwa das, was Du meintest?
     
  5. fiznay

    fiznay Großmeister

    Beiträge:
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    Registriert seit:
    12. April 2002
    Wer sagt, dass "normal" nicht auch extrem ist?
    Und Vorsilben wie "halb-" oder "mittel-" sind doch keinen richtigen Wörter. Mit ihrer Hilfe kann man höchstens versuchen, Zuständen zwischen den Extremen zu beschreiben.
    Richtige Bezeichnungen für diese fallen mir komischerweise auch nicht ein. Kann aber auch nicht so recht glauben, dass es die in unserer Sprache (und auch in anderen?) nicht geben soll ???
     
  6. Magna

    Magna Vollkommener Meister

    Beiträge:
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    Registriert seit:
    10. April 2002
    Es ist nunmal logisch, dass man Extreme benutzt um Zustände zu beschreiben. "Lau" kann doch nur gedeutet werden, weil wir wissen was kalt oder heiß ist. Wir definieren es als Mitte der Skala zwischen heiß und kalt.
    Klingt für mich ganz natürlich.
    Liebe Grüße,
    Magna
     
  7. Tizian

    Tizian Großer Auserwählter

    Beiträge:
    1.591
    Registriert seit:
    14. Mai 2002
    Aber was ist mit hetero-bi-homo?

    Ist das nicht eher homo-hetero-bi?

    Oder hetero-homo-bi?

    8O :?: :?:
     
  8. Harakiri

    Harakiri Geheimer Meister

    Beiträge:
    286
    Registriert seit:
    10. April 2002
    Es ist definitiv besser die Dinge als ganzes zu sehen, doch was man anstrebt ist immer nur die eine Seite, das negative passt da dann nicht hinein .
     
  9. TheLiberalist

    TheLiberalist Geheimer Meister

    Beiträge:
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    Registriert seit:
    5. November 2002
    Bei dem Problem von Gut und Böse hat mir immer eine Textstelle aus Chestertons "The Man Who was Thursday" geholfen.

    Es geht dabei um zwei Dichter, die sich um Poesie streiten. Einer vertritt die Ansicht, Poesie wäre eine Form absoluter Freiheit und ihrer Natur nach anarchistisch, frei von gut und böse und frei von jeglicher Moral. Der andere ist der Auffassung, dass Dichter eine moralische Verpflichtung hätten, und dass der Poet, wie jeder Künstler seinem Kunstwerk dient und damit in erster Linie Regeln befolgt.
    Im Verlaufe der Geschichte stellt sich heraus, dass ersterer in Wirklichkeit an einer anarchistischen Verschwörung mitarbeitet, während letzterer ein Scotland-Yard-Detective ist, mit dem Auftrag, die Verschwörungspläne der Anarchisten zu vereiteln.

    Als der Detective den Anarchisten fragt, wozu denn die anarchistische Verschwoerung diene und was sie denn abschaffen wolle, antwortet ihm dieser:
    "Wir wollen Gott abschaffen! Wir sind nicht bloss dazu da, eine Regierung abzuschaffen und durch eine neue ersetzen. Das sind Massnahmen wie früherer Revolutionäre, die in Wahrheit bloss Nonkonformisten waren. Nein, wir gehen dem eigentlichen Problem viel tiefer auf den Grund und streben nach höherem. Wir hassen das Gute und wir hassen das Böse. Wir werden alles vernichten. Wahr und Falsch. Recht und Unrecht. Gut und Böse."
    "Und Links und Rechts ebenfalls. Das erscheint mir viel schwieriger."
    Antwortet der gewiefte Detective.

    Dieses Beispiel zeigt jedenfalls, wie sinnvoll Gegensätze doch auch sein können.
    Stellt Euch doch einmal vor, es gäbe kein links und rechts(räumlich, nicht politisch gesprochen). Kein oben kein unten. Kein vorne kein hinten. Stellt Euch vor, wir hätten das alles abgeschafft.
    Tja, was nun? Wohin sollen wir dann noch gehen? Was können wir dann noch tun? Wonach sollen wir uns dann noch richten?
    Wir könnten schlichtweg nichts mehr tun. Wir dürften gar nichts mehr tun. Nicht mal mehr reden, nicht mal mehr atmen, nicht mal mehr schweigen; denn auch das sind Gegensätze!
    Was würde es uns schon nützen, wenn wir alle Gegensätze abschaffen würden?
    Rein gar nichts.

    Und genau deshalb richten wir uns auch an gut und böse, auch wenn wir dabei manchmal Fehler machen. Ich sehe darin jedenfalls keinen Grund, die Moral abzuschaffen.
     

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