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Deutschland:Die Macher der Neoliberalen Propagandamaschine

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
ein äußerst aufschlussreicher artikel aus dem neuen "stern", in dem es um eine großangelegte kampagne geht, die den bürgern in diesem land, die noch immer kein einsehen in die angeblich so notwendigen "reformen" haben, den kopf waschen soll (brainwashing).

interessant, wer hinter dieser "meinungsbildungsmaschinerie" steckt, die u.a. aus steuergeldern (sich sein "eigenes grab schaufeln" fällt mir dazu ein...) finanziert wird:

Die wichtigsten Trommler für ein anderes Deutschland
Fünf Reforminitiativen hämmern der Bevölkerung mit millionenschweren Anzeigenkampagnen und prominenten Unterstützern ihre Botschaft ein: Reformen sind gut - Sozialabbau ist besser!

Bürgerkonvent
These: Meinhard Miegel (früher CDU-Bundesgeschäftstelle) will den Reformstau in Deutschland "aktiv überwinden" - durch TV-Spots, öffentliche Auftritte und lokale Konvente.
Unterstützer: Hans-Olaf Henkel, Roland Berger, Otto Graf Lambsdorff, Peter Glotz, Rupert Scholz.
Finanzierung: unklar, nach stern-Informationen u. a. durch Düsseldorfer CDU-Großspender.

Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (auch: Chancen für alle)
These: Soziale Marktwirtschaft ist durch zu viel Wohlfahrtsstaat überlastet, er muss gestutzt werden. Haben den "Reformer des Jahres" wählen lassen, schalten Anzeigen, platzieren Unterstützer in Talkshows.
Kuratorium: Hans Tietmeyer, Martin Kannegiesser (Gesamtmetall), Oswald Metzger, Randolf Rodenstock, Edmund Stoiber u. a.
Unterstützer: Arnulf Baring, Roland Berger, Peter Glotz, Arend Oetker, Lothar Späth, Florian Gerster, Michael Glos, Dagmar Schipanski u. a.
Finanzierung: 50 Millionen Euro von Gesamtmetall, weitere 50 Millionen Euro geplant.

Konvent für Deutschland
These: Das politische System hat sich überlebt, Bundestag und Bundesrat blockieren sich zu häufig. Deutschland braucht eine Neuordnung.
Konventskreis: Roman Herzog, Roland Berger, Hans-Olaf Henkel, Klaus v. Dohnanyi, Peter Glotz, Oswald Metzger, Otto Graf Lambsdorff, Rupert Scholz, Henning Voscherau u. a.
Finanzierung: Anschub von Deutscher Bank, weitere Finanziers gesucht.

Initiative Klarheit in die Politik (in Gründung)
These: Die Bevölkerung kennt die Vorzüge von Reformen nicht - sie muss aufgeklärt werden.
Gründer: Dieter Rickert, Headhunter.
Unterstützer: 20 Unternehmer und Privatpersonen - die Namen sind noch geheim.

Team-Arbeit für Deutschland
Ziel: Bürgerengagement gegen Arbeitslosigkeit stärken, indem man viele Mitstreiter ins Boot holt: Manager, Künstler, Journalisten. Geplant: bundesweite Aktionstage, Werbekampagnen.
Initiator: Wolfgang Clement .
Unterstützer: Florian Gerster, Peter Hartz, Gunter Thielen, Hubertus Schmoldt und 500 Unternehmen der "Initiative für Beschäftigung".
Finanzierung: 10 Millionen Euro pro Jahr aus Steuergeldern.
dem uneinsichtigen bürger soll also auf die sprünge geholfen werden:

...Berger findet es klasse, dass überall nun radikal-liberale Konvente und Initiativen entstehen und die Reformbereitschaft der Bevölkerung anheizen. "Das zeigt doch auch, dass immer mehr Bürger mit den gegenwärtigen Verhältnissen unzufrieden sind." Bürger? Oder sind es eher Eliten, die da eine andere Republik propagieren? Berger kontert: "Die Tatsache, dass es Eliten sind, die Dinge in Bewegung bringen, ist doch nicht neu. Es gibt keine Revolution, die nicht von der Elite ausging. Auch Lenin war Elite."
ah ja, es geht also um eine revolution, von oben sozusagen.
so werden begriffe "besetzt" und die elite macht sich selber zum revolutionär.
nun ja, eigentlich nix neues, aber in dieser deutlichkeit ausgesprochen vielleicht schon...
wir leben in einer zeit, in der die wort/begriffsverdreher sich immer offener outen.
wieso auch nicht, das kapitalistische system wird als die "ultima ratio" gesehen, alternativen werden von vornherein der lächerlichkeit preisgegeben.
also: freie fahrt!

Miegels Mission ist es, der Bevölkerung klar zu machen, dass "Deutschland vor einem Umbruch in Größenordnungen steht, die die meisten noch gar nicht realisiert haben". Es gehe "beinhart und alternativlos" darum, "dass das Versorgungsniveau aus den öffentlichen Kassen zurückgeführt werden muss". Nicht nur die Rente, auch die Pflegeversicherung und die Krankenversicherung fliege uns "bald um die Ohren". Miegel verkündet seine Botschaften am liebsten in Talkshows - und am allerliebsten in Talkshows, in denen keine Arbeitslosen oder andere Betroffene sitzen. Als Miegel erfuhr, dass solche Personen in der SWR-Talkshow "Nachtcafé" auftreten würden, sagte er einen Tag vor Aufzeichnung der Sendung ab und begründete das damit, dass man "diesen Personenkreis möglichst unter sich diskutieren lassen sollte".

Miegel leidet unter "der Uneinsichtigkeit der Bevölkerung": "Die Leute lehnen völlig Unvermeidliches als unzumutbar ab", ruft er. Deshalb will er überall lokale Bürgerkonvente gründen, die Druck auf örtliche Abgeordnete ausüben sollen, damit die Politiker nicht nachlassen im Reformeifer. In Stuttgart, München und Vellmar (Nordhessen) sind schon solche Konvente entstanden.

igittigitt, nur nicht mit dem "pöbel" zusammentreffen, lieber gemütlich bei "sabine christiansen" mit gleichgesinnten das volk manipulieren.
so ganz keimfrei, der bürger ganz ungefährlich als klatschkulisse.

und weil ja leider gottes soviel uneinsichtigkeit im land herrscht, werden also die örtlichen abgeordneten in die mangel genommen.

oh ihr wundervollen "revolutionäre"
ihr "verantwortungsvollen" politiker
du wundervolle "demokratie"

ich weiß, ihr wollt alle nur das beste, und deswegen sehe ich der zukunft auch ganz gelassen entgegen.

alles in erfahrenen händen und alles wird gut!:evil:

alles hier:
http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/magazin/index.html?id=517691&nv=pr&pr=1
 

IMplo

Geheimer Meister
22. August 2003
352
Heh, NEOLIBERAL....rofl

Das sind Kapitalisten der allerübelsten Sorte!

Den Spruch "Lenin war Elite" aus solchem Mund verdient nen extradicken Einlauf!

Sich dem "Pöbel" nicht zu stellen charakterisiert, wes Geistes Kinder dort agieren!

Ich kann dazu nur eines sagen:

AUF DIE BARRIKADEN, GENOSSEN!

- und das meine ich ernst. Nein, nicht, um einen neuen Kommunismus zu etablieren, siondern um den Neoausbeutern mal klar zu machen, da0ß sie sich ihre Ideen nur leisten können, weil Millionen guter Menschen in Abhängigkeit arbeiten! Schlagt ihnen diese Arroganz um die Ohren!

Sollte sich eine solche Runde in Köln treffen und ich wüßte davon, würde ich schon ein paar Freunde mit dorthin bewegen können und ein wenig Agitprop-Theater oder sonstwelche Aktion fahren...!

Seitdem diese Drecksgriffligen Verhetzer mit ihren "Reformideen" um sich schlagen, dreht sich zunehmend vielen, sozial eingfestellten und gerne Sozialbeiträge zahlenden "kleinen KLeuten" der Magen um!

Es wird Zeit, eine Opposition aufzumachen....nur wie? *ein wenig hilflos mit seiner Energuie herumfuchtelt*


IMplo
 

IMplo

Geheimer Meister
22. August 2003
352
Hmm, es wäre einmal nett, einen FlashMob gegen Sozialabbau zu organisieren....Ideen?

Greetz!
IMplo
 

hives

Ritter Rosenkreuzer
20. März 2003
2.603
Prof. Dr. Meinhard Miegel, Sprecher des Bürgerkonvents, kürzlich bei Christiansen zur Frage nach den Problemen der anstehenden neoliberalen Reformen, und ob sich denn die Politik nicht einigen könne:

"Das Problem sind die Bürger selbst."
(aus der Zitatesammlung http://www.weltverschwoerung.de/modules.php?name=Forums&file=viewtopic&t=9913 )


Jaja, der Bürgerkonvent... Ich kann mich noch an einen der ersten Threads hier zu dem Théma erinnern - nach meinem Post dort überlegte ich noch kurz, ob mein Eindruck "neoliberale Indoktrination" nicht vielleicht doch übereilt war :roll:
 

penta

Vollkommener Meister
24. Februar 2003
535
Hi leude

es ist einfach hier annonym im forum zu schimpfen , nutzt die demokratischen möglichkeiten solange wir sie noch haben , bezieht stellung offen und aktuell , kurz ich schlage vor einen sammelthred für
thesen die wir dann als reformer an den bundestag schlagen .
Es wird uns BWL-lern immer nachgesagt wir wären nur dazu da , die gier
der reichen in gesellschaftskonforme konzepte und aussagen zu verwandeln. Doch wir sind mehr - weil wir wissen wie diese geldmaschiene
funktioniert , können wir sie auch steuern und wissen welchen hebel wir für welches ergebnis betätigen müssen .

Drei der Radikalsten Thesen möchte ich an den anfang stellen.

Erstens: Komplette Trennung von staat und Wirtschaft
d.h. : Jeder der ein Mandat in der Politik Trägt und /oder ein öffentliches
amt bekleidet hat alle tätigkeiten oder Beratungen für Wirtschaft
oder ähnliches , sofort einzustellen oder sein mandat / amt
abzugeben.
nur so lässt sich Lobbyismus zum schaden der Gesellschaft , unterbinden.

Zweitens: Herstellung von Steuergerechtigkeit:
D.H. jeder deutsche staatbürger zahlt in deutschland seine Steuern egal
wo er wohnt oder er giebt seine deutsche staatsbürgerschaft auf.
Alle steuern werden abgeschafft , und durch folgende Steuern
ersetzt 23% Mehrwertsteuer , 18% Gewerbesteuer 15,5 %
Einkommenssteuer für alle , wobei die einzelnen steuerarten von
Klein nach gross gegeneinander aufgerechnet werden.
Ferner wird eine staatliche Zinskommission gebildet die das
wirtschaftswachstum feststellt und die zinsen an jenes koppelt
also bei 0,5 % WWT ist der Leitzins 0,5 % , bei -0,5% eben -0,5%
Was zur folge hat das keiner mehr geld aus geld macht und damit
damit den markt blokiert.

Drittens: Herstellung der Sozialen gerechtigkeit.
Jedes einkommen muss seinen teil an der sozialen
verantwortung tragen sowohl der Sozialhilfeempfänger als auch
der vorstandsvorsitzende oder Beamte.

Wie gesagt diese thesen sind zwar Radikal aber wirksam für alle und schaffen wieder ein vertraun in die Politik sowie die wirtschaft,
lasst uns diese Thesen mal ausbauen und dann veröffentlichen.

Herzlichst Penta
 

Franziskaner

Ritter vom Schwert
4. Januar 2003
2.062
Hallo Penta,

penta schrieb:
...nutzt die demokratischen möglichkeiten solange wir sie noch haben
ich weiss, mein Fatalismus schlägt wieder durch. Aber welche demokratischen Möglichkeiten meinst du? Zur Zeit wählt man irgendeine der etablierten Volksparteien, mit dem Ergebnis, dass die gemachte Politik - seien wir doch ehrlich - austauschbar wie braune Frühstückseier ist.

Wenn man sich gegen die wirtschaftsorientiert Politik stellt, wird einem gleich die gesammelte neoliberale Propaganda (Klassenkampf, Besitzstandswahrer, Blockierer...) um die Ohren geschlagen. Eine Auseinandersetzung findet de facto nicht statt.

Drei der Radikalsten Thesen möchte ich an den anfang stellen.

Erstens: Komplette Trennung von staat und Wirtschaft
d.h. : Jeder der ein Mandat in der Politik Trägt und /oder ein öffentliches
amt bekleidet hat alle tätigkeiten oder Beratungen für Wirtschaft
oder ähnliches , sofort einzustellen oder sein mandat / amt
abzugeben.
nur so lässt sich Lobbyismus zum schaden der Gesellschaft , unterbinden.
Ok, das klingt sehr vernünftig.

Zweitens: Herstellung von Steuergerechtigkeit:
D.H. jeder deutsche staatbürger zahlt in deutschland seine Steuern egal
wo er wohnt oder er giebt seine deutsche staatsbürgerschaft auf.
Alle steuern werden abgeschafft , und durch folgende Steuern
ersetzt 23% Mehrwertsteuer , 18% Gewerbesteuer 15,5 %
Einkommenssteuer für alle , wobei die einzelnen steuerarten von
Klein nach gross gegeneinander aufgerechnet werden.
Ferner wird eine staatliche Zinskommission gebildet die das
wirtschaftswachstum feststellt und die zinsen an jenes koppelt
also bei 0,5 % WWT ist der Leitzins 0,5 % , bei -0,5% eben -0,5%
Was zur folge hat das keiner mehr geld aus geld macht und damit
damit den markt blokiert.
Die Kopplung staatsbürgerlicher Rechte an Steuerzahlungen befürworte ich. Ebenso würde ich für eine Kopplung staatlicher Subventionen bzw. Vergabe öffentlicher Aufträge an Steuerzahlungen der juristischen Personen eintreten.

Das würde IMHO auch eine Stärkung des Mittelstandes bedeuten.

Das mit den 23% MWSt. musst du mir etwas genauer erklären. Welche Auswirkungen hätte das z.B. auf den Konsum? Warum nur eine Einkommenssteuerklasse für alle Einkommen? Wäre eine transparente Progression - ob jetzt linear oder in 3 Stufen - nicht "gerechter" (die Einkommensstarken tragen mehr als die Schwachen)?

Drittens: Herstellung der Sozialen gerechtigkeit.
Jedes einkommen muss seinen teil an der sozialen
verantwortung tragen sowohl der Sozialhilfeempfänger als auch
der vorstandsvorsitzende oder Beamte.
Entweder das, oder wir finanzieren die Sozialleistungen komplett aus Steuern...

Wogegen ich komplett bin, ist die Verlagerung der Sozialleistungen in finanzgedeckte Systeme. Im Gegensatz zum bisherigen Modell, bei dem die Einnahmen komplett wieder den Leistungsbeziehern zu Gute kommen, verdienen künftig die entsprechenden Versicherungsgesellschaften noch daran. Dass sich dabei zwangsläufig ein höherer Geap zwischen Einnahmen und Ausgaben entwickelt, dürfte klar sein.

Wie gesagt diese thesen sind zwar Radikal aber wirksam für alle und schaffen wieder ein vertraun in die Politik sowie die wirtschaft,
lasst uns diese Thesen mal ausbauen und dann veröffentlichen.
Gut, ich schliesse mich dem Aufruf an. Mal sehen, was bei uns nach der Diskussion übrig bleibt...

Greetz,
F.
 

Booth

Großer Auserwählter
19. Oktober 2003
1.521
Ah jooo... erstmal motzen.

Also - zum einen brauchen die meisten (arbeitenden) Leute inzwischen zum Glück keine "von oben gesteuerte Revolution" mehr (sprich Anzeigenkampagnen) um zu merken, daß es ohne erhebliche Reformen nicht mehr weitergeht... WIE man das merkt?
Nun - ganz einfach... guck auf Deine Gehaltsabrechnung (so Du denn eine hast), und Du stellst fest, daß Du als etwas besser verdienender Angestellter nur noch etwas mehr als 50% Deines eigentlichen Bruttolohnes überbehälst, wobei die Gelder noch gar nicht darin enthalten sind, die Dir der Arbeitgeber intern zurechnet, aber nicht auf die Lohnabrechnung schreibt (halt die Arbeitgeberanteile der Sozialversicherungen).
Diejenigen, die sehr wenig verdienen, brauchen sich nur mal ne Info zu holen, wieviel sie an Arbeitslosengeld/hilfe oder Sozialhilfe bekämen, statt zu arbeiten, und oft fällt denen alles aus dem Gesicht, wenn sie erfahren, daß es kaum weniger ist.

Aber es ist natürlich einfach zu schreien "Sozialabbau ist böse" - oder noch einfacher "ich bin dagegen".
Die Vorschläge die gemacht wurden, sind so schlecht nicht. Der Vorschlag Politik und Wirtschaft zu entflechten sinnvoll, auch wenn es natürlich NICHT den Lobbyismus beendet - denn Lobbyisten sind nicht nur von der Wirtschaft zusätzlich bezahlte Politiker, sondern auch Leute, die den Politikern permanent die Bude einrennen - und die Letzteren wird es immer geben.
Man muss aber dabei beachten, daß man dann die Politikergehälter deutlich anheben muss, wenn sie nichts mehr dazuverdienen sollen. Denn sonst kriegen wir als Politiker noch grössere Gurken als wir eh schon haben, bzw nur noch Leute, die seit Ewigkeiten in Parteien rumwurschteln.
Die Steuergesetzgebung muss nicht nur mit verinfachten Sätzen hantieren (ob die vorgeschlagenen Werte, oder andere, ist dabei wurscht), sondern vor allem auch Subventionen extrem abbauen (jaja - auch die Subventionen, von denen ich selber zZ profitiere, wie zb Entfernungspauschale) und ALLE Subventionen müssen in Zukunft zeitlich begrenzt sein (meiner Meinung nach sogar auf max. 5 Jahre - dann muss neu verhandelt/debattiert werden).
Und natürlich müssen Gesundheitswesen und Rentensystem geändert werden. Es ist nunmal leider Tatsache, daß in 40 jahren für meine Rente kaum noch Beitragszahler da sind. Es muss eine Grundrente her, und die jetzige Generation muss vermutlich doppelt zahlen (dafür hat die Nachkriegsgeneration Gelder bekommen, obwohl vorher deutlich weniger eingezahlt wurde, bzw die eingezahlten Gelder weg waren - dafür hat die Nachkriegsgeneration aber auch das Wirtschaftswunder geleistet... das können wir nun zurückzahlen).
Im Gesundheitssystem gehört zunächst mal der Bürger für mündig erklärt. Solange ich bei ner normalen Gesundheits"versicherung" bin, kriege ich ja nichtmal ne Rechnung vom Arzt - die geht direkt an die "Versicherung". Wasn das für ein System, wo der Leistungsnehmer (der Kranke) überhaupt nichts davon mitkriegt, was verrechnet wird, und dem Arzt auf die Finger hauen kann, wenn da Blödsinn drinsteht? Desweiteren gehören natürlich nicht ALLE Leistungen unbedingt bezahlt. Das hat nix mit Zweiklassenmedizin, sondern mit "Mehrklassenmedizin" zu tun.

Leute - nehmt endlich zur Kenntnis: DIE WELT IST NICHT GERECHT. Und wir Menschen können keine absolute Gerechtigkeit einführen. Wir können nur versuchen, probleme (von Natur oder den Menschen verursacht) einigermassen aufzufangen. Das gelingt in der jetzigen Gesellschaft so gut, wie noch nie in der menschlichen Historie, aber es wird nie 100pro gehen - vermutlich nichtmal 75pro...

Von daher finde ich es prinzipiell gut, wenn Leute KONSTRUKTIVE Vorschläge machen. Wenn andere Personen diese Vorschläge nicht gut finden, sollen sie ANDERE Vorschläge nennen, aber nicht nur rumpoltern "das finde ich aber doof".

Diese ewige destruktive Nörgelei bringt uns nicht weiter.

gruß
Booth

P.S. Sorry für meine z.T. wuchtigen Worte... manchmal packt mich halt ein wenig die übereifrige Leidenschaft :)
 

hives

Ritter Rosenkreuzer
20. März 2003
2.603
Booth schrieb:
Der Vorschlag Politik und Wirtschaft zu entflechten sinnvoll, auch wenn es natürlich NICHT den Lobbyismus beendet - denn Lobbyisten sind nicht nur von der Wirtschaft zusätzlich bezahlte Politiker, sondern auch Leute, die den Politikern permanent die Bude einrennen - und die Letzteren wird es immer geben.
Antichambrieren in traditionellem Sinne ist an sich nichts Verwerfliches - eine Politik, die sich ihre Alternativen ausschließlich von wirtschaftsliberalen Ökonomen vorschreiben und bewerten lässt, wird jedoch mit der Zeit für jede Gesellschaft zum Problem...

Die Steuergesetzgebung muss nicht nur mit verinfachten Sätzen hantieren (ob die vorgeschlagenen Werte, oder andere, ist dabei wurscht)
Meinst du das wirklich ernst? Solange Subventionen abgebaut werden, ist es egal, wie die Steuerlast verteilt wird? Nicht genug, du scheinst die Nivellierung der Steuersätze sogar zu befürworten ("nicht nur mit verinfachten Sätzen hantieren")...

Subventionsabbau ist sicher ein wichtiges Thema - eine derartige Bagatellisierung des Problems der zunehmenden ungerechten (Steuer-) Lastenverteilung, wie sie von dir propagiert wird, halte ich jedoch für höchst problematisch.

Von daher finde ich es prinzipiell gut, wenn Leute KONSTRUKTIVE Vorschläge machen. Wenn andere Personen diese Vorschläge nicht gut finden, sollen sie ANDERE Vorschläge nennen, aber nicht nur rumpoltern "das finde ich aber doof".

Diese ewige destruktive Nörgelei bringt uns nicht weiter.
Nicht jede Kritik, die keine kontigente Alternative anbietet, ist "destruktive Nörgelei" - dennoch hier ein einfacher Vorschlag: Anstatt die Steuerlast immer weiter auf Geringverdiener zu verteilen, das Steuerrecht sozial umgestalten, Spitzensteuersätze langsam aber kontinuierlich ansteigend; Erbschaft- und Vermögenssteuer ähnlich gestalten, Null-Gewinn-Rechnungen und Steuerflucht etc. erschweren und hart bestrafen. etc. etc.

Das Problem ist nicht, dass keine Alternativen existieren, sondern dass uns durch die Massenmedien nur eine einzige Lösungsmöglichkeit dargeboten wird: eine immer bedingungsloser werdende Neoliberalisierung nach Friedman.

Bei dir hab ich übrigens bisher vom Subventionabbau und der Verteidigung "der Reformen" abgesehen noch keine KONSTRUKTIVEN und auch keine ANDEREN Vorschläge gefunden...


Naja, dass die neoliberalen Vorstellungen in großen Teilen der Bevölkerung schon als einzige Möglichkeit der Veränderung erscheinen, ist ja bei der Omnipräsenz in Presse und Fernsehen eigentlich kein Wunder...
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
auch sehr aufschlussreich, wie sich diese berater mit öffentlichen geldern eine goldenen nase verdienen. tendenz steigend.
es taucht immer wieder der name roland berger auf, der mann scheint ja ein wahrer tausendsassa zu sein: unterstützer vom "Bürgerkonvent" und auch in der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (auch: Chancen für alle) ist er vertreten. wo er sonst noch so seine finger drin hat, kann man hier nachlesen:

Eine Milliarde Euro gab die öffentliche Hand im Jahr 2002 für Berater aus. Gut angelegtes Geld - sagen die Berater: "Da wurde in effizienzsteigernde Projekte investiert."

"Die stürzen sich alle auf öffentliche Aufträge"

Klar ist: Der Staatsapparat ist groß. Und es gibt noch viel Effizienz zu steigern. Diese Chance haben die Berater erkannt. "Die stürzen sich alle auf öffentliche Aufträge", sagt Wigan Salazar, Public-Affairs-Chef bei der Agentur Publicis. "Die Berater wetteifern darum, wer sich als führender Think tank positioniert." Roland Berger, McKinsey, Booz Allen Hamilton, KPMG, Accenture und andere mehr. Alle buhlen sie um Aufträge und Einfluß.

...Ermuntert werden sie von Politikern wie Alfred Tacke. Der Wirtschafts- Staatssekretär verriet kürzlich, er höre lieber auf Berater als auf die wissenschaftlichen Institute. Was die Professoren empörte und die Berater im Glauben bestärkte, daß nichts mehr läuft ohne sie und ihre Helfer, die sie oft aus der Politik rekrutieren. So heuerte der ehemalige Verkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) bei KPMG an. Ex-SPD- Bundesgeschäftsführer Matthias Machnig wechselt zum Jahresende nach kurzem Gastspiel bei BBDO zu Booz Allen Hamilton.

Die Platzhirsche in dem Spiel sind freilich McKinsey mit ihrem Deutschland-Chef Jürgen Kluge sowie Roland Berger. In der Hartz-Kommission waren beide Häuser vertreten, beide werkeln auch in Gersters Reformwerkstatt in Nürnberg. In der Herzog-Kommission traten die McKinseys so massiv auf, daß der CSU-Sozialspezialist Horst Seehofer erbost seine Mitarbeit aufkündigte.

Unübertroffen ist dennoch Roland Berger, der Mann, der es fertig bringt, Edmund Stoiber und Gerhard Schröder gleichzeitig mit Weisheiten zu beliefern. Etwa 6 Prozent des Umsatzes bestreitet Berger heute mit Aufträgen des Staates - die Mandate bei Unternehmen wie der Bahn nicht eingerechnet, wie Jobst Fiedler erklärt
http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE2...7EB318964FBA5B6030~ATpl~Ecommon~Scontent.html



@Booth

du erinnerst mich in deiner argumentation ganz stark an jemanden...:lol:

Die Vorschläge die gemacht wurden, sind so schlecht nicht. Der Vorschlag Politik und Wirtschaft zu entflechten sinnvoll
jaja, die vielen guten vorschläge, während hinter den kulissen genau das gegenteil passiert.
das im obigen artikel beschriebene ist verflechtung in ihrer reinsten form,
auffälliger kann es schon nicht mehr sein.

Leute - nehmt endlich zur Kenntnis: DIE WELT IST NICHT GERECHT. Und wir Menschen können keine absolute Gerechtigkeit einführen. Wir können nur versuchen, probleme (von Natur oder den Menschen verursacht) einigermassen aufzufangen. Das gelingt in der jetzigen Gesellschaft so gut, wie noch nie in der menschlichen Historie, aber es wird nie 100pro gehen - vermutlich nichtmal 75pro...
das ist ja mal wieder ein ganz wundervoller vorschlag!

ein bißchen symptombekämpfung hier, etwas makulatur da, ansonsten sich einfach mit den gegebenheiten abfinden bzw. endlich akzeptieren, das es in diesem system immer mehr gibt, die einfach hinten rüber fallen.

naja, wo gehobelt wird, da fallen eben späne und auch menschen können einfach nur zu abfall werden.

da müssen sie eben durch, im jenseits ist dann dafür alles besser.

daran, das es keinen fehler im system gibt, sondern dass das system der fehler ist, hast du vielleicht noch nicht gedacht?

daran, das der mensch etwas besseres auf die reihe kriegen könnte als dieses monotone, stupide, rein auf funktionieren gepolte (über)leben?

das es wert sein könnte für eine andere, eine lebenswerte gesellschaft zu kämpfen?

ES GIBT ALTERNATIVEN!

ich stelle nochmals diesen link hier rein:

Alternativen zur Repressanda 2010

Von Peter Grottian/Wolf-Dieter Narr/Roland Roth *

http://www.lebenshaus-alb.de/mt/archives/002033.html
 

penta

Vollkommener Meister
24. Februar 2003
535
@ Franziskaner

Wenn du alle anderen steuern , wie zb öko, versicherungs, kfz etc.
und die vielen verdeckten steuern abschaffst verringert sich der verkaufspreis um ca 58,7% da ist es doch somit ist bei 23 % ein entsprechender ausgleich geschaffen , da ja nur noch eine steuer
aufgeschlagen wird ist auch der Verwaltungsaufwand um 85,3%
geringer so das weniger kosten für die verwaltung entstehen.

eine einkommenssteuer für alle schafft eine klare und sichere linie
und dämmt den verwaltungsaufwand kategorisch ein.

demokratische möglichkeiten: wir können noch frei unsere meinung vertreten, diese puplizieren , und versuchen eine breite masse davon zu überzeugen. das das mit diversen hürden verbunden ist klar , aber das es funktionieren kann zeigt schill , auch wenn der voll daneben ist , hat er es aber geschafft.

Verfasst am: Di Dez 23, 2003 7:35 pm Titel:

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auch sehr aufschlussreich, wie sich diese berater mit öffentlichen geldern eine goldenen nase verdienen. tendenz steigend.
es taucht immer wieder der name roland berger auf, der mann scheint ja ein wahrer tausendsassa zu sein: unterstützer vom "Bürgerkonvent" und auch in der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (auch: Chancen für alle) ist er vertreten. wo er sonst noch so seine finger drin hat, kann man hier nachlesen:

Zitat:
Eine Milliarde Euro gab die öffentliche Hand im Jahr 2002 für Berater aus. Gut angelegtes Geld - sagen die Berater: "Da wurde in effizienzsteigernde Projekte investiert."

"Die stürzen sich alle auf öffentliche Aufträge"

Klar ist: Der Staatsapparat ist groß. Und es gibt noch viel Effizienz zu steigern. Diese Chance haben die Berater erkannt. "Die stürzen sich alle auf öffentliche Aufträge", sagt Wigan Salazar, Public-Affairs-Chef bei der Agentur Publicis. "Die Berater wetteifern darum, wer sich als führender Think tank positioniert." Roland Berger, McKinsey, Booz Allen Hamilton, KPMG, Accenture und andere mehr. Alle buhlen sie um Aufträge und Einfluß.

...Ermuntert werden sie von Politikern wie Alfred Tacke. Der Wirtschafts- Staatssekretär verriet kürzlich, er höre lieber auf Berater als auf die wissenschaftlichen Institute. Was die Professoren empörte und die Berater im Glauben bestärkte, daß nichts mehr läuft ohne sie und ihre Helfer, die sie oft aus der Politik rekrutieren. So heuerte der ehemalige Verkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) bei KPMG an. Ex-SPD- Bundesgeschäftsführer Matthias Machnig wechselt zum Jahresende nach kurzem Gastspiel bei BBDO zu Booz Allen Hamilton.

Die Platzhirsche in dem Spiel sind freilich McKinsey mit ihrem Deutschland-Chef Jürgen Kluge sowie Roland Berger. In der Hartz-Kommission waren beide Häuser vertreten, beide werkeln auch in Gersters Reformwerkstatt in Nürnberg. In der Herzog-Kommission traten die McKinseys so massiv auf, daß der CSU-Sozialspezialist Horst Seehofer erbost seine Mitarbeit aufkündigte.

Unübertroffen ist dennoch Roland Berger, der Mann, der es fertig bringt, Edmund Stoiber und Gerhard Schröder gleichzeitig mit Weisheiten zu beliefern. Etwa 6 Prozent des Umsatzes bestreitet Berger heute mit Aufträgen des Staates - die Mandate bei Unternehmen wie der Bahn nicht eingerechnet, wie Jobst Fiedler erklärt


http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE2...7EB318964FBA5B6030~ATpl~Ecommon~Scontent.html



@Booth

du erinnerst mich in deiner argumentation ganz stark an jemanden...

Zitat:
Die Vorschläge die gemacht wurden, sind so schlecht nicht. Der Vorschlag Politik und Wirtschaft zu entflechten sinnvoll


jaja, die vielen guten vorschläge, während hinter den kulissen genau das gegenteil passiert.
das im obigen artikel beschriebene ist verflechtung in ihrer reinsten form,
auffälliger kann es schon nicht mehr sein.

Zitat:
Leute - nehmt endlich zur Kenntnis: DIE WELT IST NICHT GERECHT. Und wir Menschen können keine absolute Gerechtigkeit einführen. Wir können nur versuchen, probleme (von Natur oder den Menschen verursacht) einigermassen aufzufangen. Das gelingt in der jetzigen Gesellschaft so gut, wie noch nie in der menschlichen Historie, aber es wird nie 100pro gehen - vermutlich nichtmal 75pro...

qurote samhain
das ist ja mal wieder ein ganz wundervoller vorschlag!

ein bißchen symptombekämpfung hier, etwas makulatur da, ansonsten sich einfach mit den gegebenheiten abfinden bzw. endlich akzeptieren, das es in diesem system immer mehr gibt, die einfach hinten rüber fallen.

das trifft fast den kern vieler gesellschaftlicher fehler , die politik
bekämft eifrig die auswirkungen , statt die ursachen.
gelingt das nicht sind eben die bürger selbst schuld.
womit die politik eigentlich recht hat , weil die bürger systemergeben
jeden fehler verzeihn statt die verantwortlichen zur rechenschaft zu ziehen
also sollten die bürger anfangen umzudenken .

herzlichst penta
 

Hammerhand

Geheimer Meister
9. März 2003
232
Boah ey ...

Dieser verdammte "Stern"!! Dieses scheiss Provinzblatt für leichtgläubige Hausfrauen und Baustellen-Jupps kommt den Propagandastumpfsinn von Bild und Co. so nahe, dass ich mich frage wie noch überhaupt jemand diese Verkehrung der Tatsachen lesen kann!
Zeigt mir nur EINEN "Stern"-Artikel, der nicht von Populismus überquillt und eine unbeschreiblich konservative Meinung in Form von haltloser Polemik anpreist!
 

hives

Ritter Rosenkreuzer
20. März 2003
2.603
Hammerhand schrieb:
Dieses scheiss Provinzblatt für leichtgläubige Hausfrauen und Baustellen-Jupps kommt den Propagandastumpfsinn von Bild und Co. so nahe [...]
Genau, deshalb ist dort (zumindest im oben zitierten Fall - ich nutze ansonsten eher andere Magazine & Zeitungen) auch genau das Gegenteil zu lesen :lol:
Alles "Propagandastumpfsinn" von einem "scheiss Provinzblatt"!

Und - sehr richtig - den Dativ hab ich auch noch nie getraut... gehört verboten sowas, wie diese ganzen Schundblätter...
 

IMplo

Geheimer Meister
22. August 2003
352
Also ich bin kein BWLer, das mal vorab.

Daher möchte ich mich auch nicht an der Diskussion beteiligen, wie Steuern und Zinsen verteilt sein müßten....

Mir sind fünf Dinge ganz eminent wichtig:

- Steuertransparenz; klare, einfache Regeln und Sätze, die jeder verstehen und damit auch "gerne" zahlen kann

- Arbeitsschutz; nein, nicht unbedingt der Flächentarif, aber: max. 40h-Woche, Schichtzuschläge steuerfrei, KÜNDIGUNGSSCHUTZ WIEDER STÄRKEN! Was sich manche Unternehmen mittlerweile in Sachen "hire and fire" leisten, gehört in den wilden Westen...manche beschäftigen langzeitarbeitslose zb. nur solange, wie sie dafür Subventionen vom Staat bekommen....untragbar

- Abschaffung des Wasserkopfes von weit über 100 Krankenkassen derzeit (incl. BKKs) und Schaffung einer einzigen, staatlich geführten Krankenkasse, die dann auch wieder den Namen KV statt Flickenteppich verdient...wenn ich höre, die ganzen erfahrenen Streichungen machten den Versicherten mündiger, wird mir schlecht - es macht uns ärmer und bringt dabei nichts ein, außer, daß wir viel zuviel geld für 100fache Verwaltung ausgeben...Volksgesundheit gehört in staatlöiche Hände, nicht in die Hände der privaten Versicherungswirtschaft! Eine komplette Zusammenfassung aller Versicherten unter einem Dach entschärft auch die Problematik, daß zb. AOK alle "schlechten Risiken" tragen muß, während eine BKK sich ihre Versicherten und Risiken selbst aussucht.

- Stärkung von sozialen Einrichtungen die wir BRAUCHEN gegenüber solchen, die wir als "nice to have" bezeichnen können, Beispiel: Opernhäuser. Wir haben mindestens ebensoviele Obdachlose in Köln, wie
Opernbesucher....würde man das Geld der Oper für die Stärkung der Asyle ausgeben, würde nicht einer mehr erfrieren müssen....

- Abschaffung der Wehrpflicht, dafür geschlechtsneutrales, verpflichtendes soziales Jahr! Auf diese Weise könnte man der Jugend Sichtweise auf soziale Themen schärfen und Dingen wie Ausgrenzung, etc. von Behinderten, Süchtigen entgegenwirken.

Greetz!
IMplo
 

Woppadaq

Großmeister-Architekt
2. August 2003
1.228
Franziskaner schrieb:
Wenn man sich gegen die wirtschaftsorientiert Politik stellt, wird einem gleich die gesammelte neoliberale Propaganda (Klassenkampf, Besitzstandswahrer, Blockierer...) um die Ohren geschlagen. Eine Auseinandersetzung findet de facto nicht statt.
Weißt man euch auf so Sachen wie Verschuldung, Zinslast, inner- und außereuropäische Lohnkonkurrenz, Steuerlast (und sei es nur die des Mittelstandes ) und fehlende Konzepte zur Abbau der Arbeitslosigkeit hin, kommt ihr doch sofort mit eurem Gelaber vom armen kleinen Mann, dem immer nur genommen wird, während die da oben immer nur absahnen.

Eine Auseinandersetzung findet doch MIT EUCH genausowenig statt.

Solange bei euren Vorschlägen das Wort "Einsparungen" ein Reizwort ist und nicht Bestandteil eurer Überlegungen, kann ich nie und nimmer eure Vorschläge als ernsthaft bezeichnen.
 

IMplo

Geheimer Meister
22. August 2003
352
Tja, das Problem ist hier vielleicht, daß "die von da oben" nicht bereit sind, sich dem "Pöbel" zu stellen?

U.U. liegen die kleinen, armen Leute garnicht so falsch, wenn sie gegen den "neoliberalen (= ungebremsten)" Kapitalismus sind?

Und evtl. ist es daher auch garnicht verwunderlich, daß sie den Überlegungen der oberen 10.000 nicht folgen wollen, bzw,. darin keine Lösung sehen?

Wieviele Hnadwerker haben wir bspw. im Bundestag udn wieviele in der Gesellschaft? Wieviele Telefonisten, Kellner, Hausfrauen?

Wie oft sprechen Politiker und Wirtschaftsbosse mit diesen Gruppen über die Probleme? Quasi nie - aber natürlich ist das ja auch nicht nötig, denn unsere "Intelligenzia" braucht auch keinen Rat von unten! Wenn man sich auf den Pöbel erstmal einlässt...

Im Ernst:

Ich halte deine Aussage für ein wenig lasch, denn den Dialog suchen genug kleine Leute - nur habenm die hohen Herrschaften und Dämlichkeiten für eine Diskussionsrunde ja nie Zeit!

(sorry, doch, 10 Tage vorm Wahlkampf kommen sie dann reden halten)

Greetz!
IMplo
 

Franziskaner

Ritter vom Schwert
4. Januar 2003
2.062
Woppadaq schrieb:
Weißt man euch auf so Sachen wie Verschuldung, Zinslast, inner- und außereuropäische Lohnkonkurrenz, Steuerlast (und sei es nur die des Mittelstandes ) und fehlende Konzepte zur Abbau der Arbeitslosigkeit hin, kommt ihr doch sofort mit eurem Gelaber vom armen kleinen Mann, dem immer nur genommen wird, während die da oben immer nur absahnen.
Gut, reden wir doch einmal von Verschuldung: Warum wird der Abbau der Schuldenlast nicht von allen mitgetragen? Warum ist es legitim, sich aus der Verantwortung zu stehlen, wenn man eine entsprechende wirtschaftliche Macht hat und warum muss dann eine Bevölkerungsgruppe (zu der auch DU zählst, lieber Woppi) dafür aufkommen?

Aber du wirst mir sicher wieder was von Gewinnmaximierungsinteressen der Wirtschaft erzählen - geschenkt. Die stufe ich halt mal nicht höher ein als die Interessen der weniger Verdienenden.

Reden wir mal davon, warum aus wirtschaftlichen Interessen der Löwenanteil der Wiedervereinigung nicht über - auf alle Einkommen verteilte - Steuern bezahlt wurde, sondern aus den Renten- und Arbeitslosenkassen. Die wurden mitnichten von der Grossindustrie finanziert...

Reden wir von internationalem Lohndruck: Dein Konzept scheint zu sein, wir müssen nur immer weniger verdienen als die Leute anderswo, dann geht's uns allen wieder gut. Das wir den kapitalistischen Ansatz der höchstmöglichen Gewinnmaximierung und die Kapitalverzinsung mal über Bord werfen könnten, um durch Arbeit erreichten Wertsteigerungen allen zu Gute kommen lassen, wäre ja mal ein Ansatz.

Reden wir mal von fehlenden Konzepten zum Abbau der Arbeitslosigkeit: Ich warte immer noch auf den Zusammenhang zwischen steigenden Gewinnen und mehr Beschäftigung (kausal bitte, nicht korrelierend erklärt).

Und reden wir mal davon, warum zum Geier ICH mir Gedanken darüber machen soll, wie sich die Vorstände von DC, Siemens, BMW & Co. ihren Lebensstandard und den Hauptaktionären die Millionengewinne erhalten sollen? Macht sich einer von denen Gedanken darüber, wie ich die Miete zusammenkriege? Also ist es doch nur gerecht, dass die arbeitende Bevölkerungsschicht sich ihre Interessen als Priorität setzt. Und genau das wird uns ja jetzt durch eine äusserst einseitige Berichterstattung und Kommentare aus den Schädeln gehämmert.

Solange bei euren Vorschlägen das Wort "Einsparungen" ein Reizwort ist und nicht Bestandteil eurer Überlegungen, kann ich nie und nimmer eure Vorschläge als ernsthaft bezeichnen.
So lange bei den Vorschlägen der Unternehmerseite die Worte "Gewinnverzicht" (wir reden nicht von Verlusten, sondern nur von weniger Gewinn, also Einsparungen!), "soziale Gerechtigkeit" oder auch nur die Wahrung von Arbeitnehmerrechten (die im übrigen in der Vergangenheit immer durch Kompromisse bei den Löhnen in den Tarifverhandlungen erreicht wurden) Reizworte sind, warum sollten wir auch nur einen Gedanken an deren "Vorschläge" verschwenden?
 

hives

Ritter Rosenkreuzer
20. März 2003
2.603
Woppadaq schrieb:
Solange bei euren Vorschlägen das Wort "Einsparungen" ein Reizwort ist und nicht Bestandteil eurer Überlegungen, kann ich nie und nimmer eure Vorschläge als ernsthaft bezeichnen.
:?:
Einige der Hauptvorschläge, zb. Veränderungen im Steuerrecht wären zumindest relative Einsparungen, da mehr Geld zum Ausgeben da wäre; Subventionsabbau wird auch nicht von allen Kritikern komplett verurteilt; Null- Gewinnrechnungen und Steuertricksereien stehen auch ganz oben auf der Liste und Verhinderungen wären klare Einsparungen etc.
Du versuchst es immer so hinzustellen, als wollten alle Kritiker einfach Geld verpulvern, und als wären die Neoliberalen die einzigen, die mit Geld wirtschaften können - das ist schlichtweg falsch.
 

Woppadaq

Großmeister-Architekt
2. August 2003
1.228
Franziskaner schrieb:
Gut, reden wir doch einmal von Verschuldung: Warum wird der Abbau der Schuldenlast nicht von allen mitgetragen? Warum ist es legitim, sich aus der Verantwortung zu stehlen, wenn man eine entsprechende wirtschaftliche Macht hat und warum muss dann eine Bevölkerungsgruppe (zu der auch DU zählst, lieber Woppi) dafür aufkommen?
Das fragst du besser nicht mich, sondern die CDU, die sich so vehement gegen den Subventionsabbau gestellt hat, den Eichel mit der Steuerreform forcieren wollte.

Ich bin auch der Meinung: wenn, dann sollten alle an den Einsparungen mitwirken.

Reden wir mal davon, warum aus wirtschaftlichen Interessen der Löwenanteil der Wiedervereinigung nicht über - auf alle Einkommen verteilte - Steuern bezahlt wurde, sondern aus den Renten- und Arbeitslosenkassen. Die wurden mitnichten von der Grossindustrie finanziert...
Ich weiß zwar nicht, wie du auf diese Rechnung kommst, aber den Löwenanteil der Wiedervereinigung hatten und haben immer noch die Menschen im Osten zu tragen. Während ihr mit euren halbwegs sicheren Jobs und eurem recht guten Verdienst sofort jammert, wenn es mal um Einsparungen oder auch nur um eine Nullrunde bei den Löhnen geht, wurden die Menschen im Osten teilweise von heute auf morgen in die Arbeitslosigkeit entlassen, bei teilw. 20% Arbeitslosigkeit, konfrontiert mit einem System, welches sie größtenteils nicht kannten. Ich selbst hatte auf der Baustelle mit einem fast 50-jährigen Familienvater zu tun, der gelernter Schlosser war und als solcher auch 30 Jahre lange gearbeitet hatte, aber von der Zeitarbeitsfirma nur als Schlosserhilfe eingestellt wurde ("wir ham nichts anderes!") - weil er dann nur 5 Euro die Stunde bekommt. Ich sagte ihm, daß es besser gewesen wäre, sich arbeitslos zu melden, worauf er meinte, Arbeitslosengeld bekäme man ja nur für 2 Monate. Aöls ich ihm sagte, man bekäme Arbeitslosengeld mindestens ein Jahr lang, zeigte er mir nen Vogel und meine "Quatsch ! Das rechnet sich doch für die gar nicht !!"......

Reden wir von internationalem Lohndruck: Dein Konzept scheint zu sein, wir müssen nur immer weniger verdienen als die Leute anderswo, dann geht's uns allen wieder gut.
Nein, unsere recht hohen Löhne haben irgendwo auch ihre Berechtigung, von irgendetwas müssen wir ja auch leben, und was leisten wolln wir uns auch irgendwo. Allerdings sollte man folgendes bedenken: niedrigere Löhne bedeuten zweifelsohne mehr Jobs. Wir jammern immer wieder, daß immer weniger Leute immer mehr machen müssen - aber damit mehr Leute weniger arbeiten können, müssen irgendwo die Löhne gesenkt werden. Es gilt hier die Balance zu finden.

Und reden wir mal davon, warum zum Geier ICH mir Gedanken darüber machen soll, wie sich die Vorstände von DC, Siemens, BMW & Co. ihren Lebensstandard und den Hauptaktionären die Millionengewinne erhalten sollen? Macht sich einer von denen Gedanken darüber, wie ich die Miete zusammenkriege? Also ist es doch nur gerecht, dass die arbeitende Bevölkerungsschicht sich ihre Interessen als Priorität setzt. Und genau das wird uns ja jetzt durch eine äusserst einseitige Berichterstattung und Kommentare aus den Schädeln gehämmert.
Die Industrie besteht nicht nur aus Siemens, BMW und IBM etc. Um ehrlich zu sein, um DIE braucht man sich wirklich keine Gedanken zu machen. Wären alle Firmen in Deutschland auf derem Niveau, könnt ich dich irgendwie verstehen. Es geht aber eher um die kleinen Firmen, um den Mittelstand. Es geht um die Firmen, die wirklich mit jeden Pfennig rechnen müssen. Die nicht einfach so aus Deutschland wegziehen können.

So lange bei den Vorschlägen der Unternehmerseite die Worte "Gewinnverzicht" (wir reden nicht von Verlusten, sondern nur von weniger Gewinn, also Einsparungen!), "soziale Gerechtigkeit" oder auch nur die Wahrung von Arbeitnehmerrechten (die im übrigen in der Vergangenheit immer durch Kompromisse bei den Löhnen in den Tarifverhandlungen erreicht wurden) Reizworte sind, warum sollten wir auch nur einen Gedanken an deren "Vorschläge" verschwenden?
Wie genau stellst du dir einen "Gewinnverzicht" vor ? Das ist kein Reizwort, sondern meiner Meinung nach rein organisatorisch gesehen ein Ding der Unmöglichkeit.

Und "soziale Gerechtigkeit" ist auch kein Reizwort, es scheint eher so, als ob die Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit auseinandergehen. Eine soziale Gerechtigkeit, die darauf fußt, daß ein Bundeskanzler nicht mehr zu verdienen hat als ein Stahlschlosser, ist für mich keine Gerechtigkeit.

Clement sagte mal "Gerecht ist, was Arbeitsplätze schafft." Stimmt zwar nicht 100%-ig, aber in vielen Dingen eben doch.

Und gegen die Wahrung von Arbeitnehmerrrechten habe ich auch nichts, aber eine vernünftige Erklärung, warum die Gewerkschaften immer mehr Mitglieder verlieren, habe ich von euch auch noch nicht gehört.

hives schrieb:
Du versuchst es immer so hinzustellen, als wollten alle Kritiker einfach Geld verpulvern, und als wären die Neoliberalen die einzigen, die mit Geld wirtschaften können
Nunja, bisher habt ihr euch alle Mühe gegeben, diesen Eindruck zu verstärken.

Es ist ja in Ordnung, mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft zu fordern und zu fördern. Aber die Gerechtigkeit der Lastenverteilung ist das eine, die Notwendigkeit von Einsparungen das andere. Ich halte es für falsch, heuchlerisch und weltfremd, beide Punkte gegeneinander auszuspielen.
 
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