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Der Fall Erkel

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Seit mehr als einem halben Jahr fehlt jedes Lebenszeichen von Arjan Erkel. Irgendwo in der russischen Republik Dagestan wird der 34-jährige Holländer gefangen gehalten, vermutlich in den zerklüfteten Bergen an der Grenze zu Tschetschenien. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, für die Erkel arbeitete, beschuldigt die russischen Behörden der „Komplizenschaft“, da sie den Fall in den anderthalb Jahren seit der Entführung nicht geklärt haben.
Das trotz grosser Beteuerungen. Die Interessen Russlands liegen woanders, bestätigen diese Zeilen:
Zwei Mitarbeiter des Geheimdienstes FSB haben die Entführung beobachtet. Sie beschatteten Erkel, da er sich in seiner unvorsichtigen Art Tage zuvor mit amerikanischen Militärbeobachtern getroffen hatte. Die Agenten schauten tatenlos zu. Sie hätten, sagten sie später, keine Waffen dabeigehabt.
Da spielt ja beinahe ein Dienst dem anderen in die Hand. Oh, das war vielleicht schon zuviel gesagt...

Bei Ärzte ohne Grenzen wuchs der Verdacht, dass die Entführung politisch motiviert ist. Die russischen Sicherheitsbehörden misstrauen den westlichen Hilfsverbänden. „Spione ohne Grenzen“ nennen FSB-Mitarbeiter die Organisation und fürchten, die Helfer könnten ihre Zeugenschaft von Menschenrechtsverletzungen während des Tschetschenien-Krieges in die Welt tragen.
Die Entführung kam wohl gerade gelegen.

„Der Fall Erkel hat unsere humanitäre Mission in der gesamten Region lahm gelegt“, sagt Nierle. Bei einer Sitzung mit dem Geheimdienst zum Schicksal Erkels hat ihm einer der FSB-Vertreter zugeraunt: „Ich hoffe, Sie haben Ihre Lektion gelernt.“
Alles klar. Der Fall dient der Abschreckung.
Andererseits wurden die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen von November 2002 an für ein halbes Jahr eingestellt. Ende Februar 2003 erhielt das Moskauer Büro von Ärzte ohne Grenzen eine Rechnung über 80 Telefonanrufe, die von Erkels Mobiltelefon aus zwischen dem 1. und 13. Februar geführt worden waren. Einige der aufgelisteten Telefonnummern gehörten hohen Offiziellen der Sicherheitsbehörden in Dagestan und Moskau. Doch die russischen Ermittler blockierten als einzig sichtbare Reaktion das Mobiltelefon.
Hätte doch ein Schröder einen Putin darauf anreden können. Stattdessen läuft Handwäsche.
Verschleppt und verlassen

Der Fall muss publik werden, das einerseits. Und wenn er publik ist, was dann?
 

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