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Bush plante einenRegimewechsel im Irak schon vor zwei Jahren

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
ich habe im netz gerade folgendes entdeckt:

Bush plante einen "Regimewechsel" im Irak schon vor zwei Jahren / Bush planned Iraq "Regime Change" before becoming President

Sunday Herald enthüllt geheime Planungsstudie aus der Denkfabrik "Project for the New American Century" (PNAC) / The "Sunday Herald" uncovered a secret blueprint from the think-tank "Project for the New American Century" (PNAC)

Die in Schottland erscheinende Zeitung Sunday Herald befasste sich am 15. September 2002 mit einer bislang nicht bekannt gewordenen Studie aus dem Umkreis des Wahlkampfteams des Präsidentenanwärters George W. Bush Jun. Darin wurde schon im Herbst 2000 die Entmachtung des irakischen Staatschefs Saddam Hussein gefordert. Wir dokumentieren die wesentlichen Passagen des Artikels (Autor: Neil Mackay) in einer deutschen Übersetzung, die Hermann Kopp für uns besorgte, sowie im englischen Original.


[Sunday Herald - 15. September 2002]: ... Der vom Sunday Herald aufgedeckte Plan für die Schaffung einer "globalen Pax Americana" wurde entwickelt im Auftrag von Dick Cheney (dem jetzigen Vizepräsidenten), Donald Rumsfeld (Verteidigungsminister), Paul Wolfowitz (Rumsfelds Stellvertreter), George W. Bushs jüngerem Bruder Jeb und Lewis Libby (Cheneys Stabschef). Das Dokument, das den Titel trägt: "Rebuilding America's Defenses: Strategies, Forces And Resources For A New Century" [Amerikas Verteidigungsmittel umgestalten: Strategien, Kräfte und Ressourcen für ein neues Jahrhundert] wurde im September 2000 von der neokonservativen Denkfabrik Project for the New American Century (PNAC) verfasst. Es beweist, dass Bushs Kabinett, ob mit oder ohne Saddam Hussein an der Macht, die Golfregion unter amerikanische Kontrolle zu stellen beabsichtigte: "Die Vereinigten Staaten haben seit Jahrzehnten versucht, eine dauerhaftere Rolle in der Sicherheitsarchitektur am Golf zu spielen. Der ungelöste Konflikt mit dem Irak liefert zwar die unmittelbare Begründung dafür, die Präsenz einer substantiellen amerikanischen Streitmacht am Golf aber ist ganz unabhängig von der Frage des Saddam-Hussein-Regimes nötig." Das PNAC-Dokument entwirft einen Plan, "wie die globale US-Vorherrschaft aufrecht erhalten, dem Aufstieg einer rivalisierenden Großmacht vorgebeugt und die internationale Sicherheitsordnung gemäß amerikanischen Prinzipien und Interessen gestaltet werden kann".

Diese "amerikanische Großstrategie" müsse "soweit wie nur möglich in die Zukunft" projiziert werden, heißt es in dem Papier. Es sieht eine "Kernaufgabe" der USA darin, "zahlreiche größere Kriege gleichzeitig durchkämpfen und für sich entscheiden" zu können.

Die Studie versteht die amerikanischen Streitkräfte im Ausland als "die Kavallerie im neuen amerikanischen Grenzland". Sie unterstützt ein früheres, von Wolfowitz und Libby verfasstes Dokument [gemeint ist offenbar das Defense Planning Guidance vom Februar 1992 - vgl. dazu Marxistische Blätter 6-01, S. 16], wonach die USA "hochentwickelte Industriestaaten davon abzuhalten (hätten), unsere Führung in Frage zu stellen oder auch nur eine größere regionale oder globale Rolle spielen zu wollen".

Das PNAC-Gutachten
sieht in solchen engsten Verbündeten wie dem Vereinigten Königreich "das effektivste und effizienteste Mittel, die globale Führung Amerikas auszuüben";
meint, dass für friedenserhaltende Maßnahmen "eher die politische Führung der USA als die der Vereinten Nationen erforderlich" sei;
bringt Besorgnisse in der US-Administration über eine mögliche Rivalität Europas an den Tag;
sagt, dass "selbst dann, wenn Saddam von der politischen Bühne verschwinden würde", die Stützpunkte in Saudi-Arabien und Kuwait auf Dauer bleiben müssen - trotz interner Opposition in den Golf-Regimen gegen die Stationierung von US-Truppen -, da "sich der Iran wohl als eine ebenso große Gefahr für die US-Interessen erweisen dürfte, wie dies beim Irak der Fall war";
orientiert auf einen "Regimewechsel" in China und betont, "es ist an der Zeit, die Präsenz amerikanischer Streitkräfte in Südostasien zu verstärken". Dies sollte dazu führen, dass "durch die Macht Amerikas und seiner Verbündeten der Demokratisierungsprozess in China vorangetrieben wird";
fordert die Schaffung von "US-Weltraumstreitkräften", um den Weltraum zu beherrschen, und die vollständige Kontrolle des Cyberspace, um "Feinde" daran zu hindern, das Internet gegen die USA zu benutzen;
deutet an, dass die USA, obwohl sie dem Irak wegen der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen mit Krieg drohen, die Entwicklung von biologischen Waffen - die die Nation verboten hat - über Jahrzehnte hinaus in Betracht ziehen: "Neue Angriffsmethoden - elektronische, 'nicht-letale', biologische - werden noch breiter verfügbar sein ... der Kampf wird in neuen Dimensionen stattfinden, im Weltraum, im Cyberspace, und vielleicht in der Welt der Mikroben ... fortgeschrittene Formen biologischer Kriegführung, die auf spezifische Genotypen 'zielen', könnten die biologische Kriegführung aus der Welt des Terrors holen und zu einem politisch nützlichen Instrument machen";
und brandmarkt Nord-Korea, Libyen, Syrien und den Iran als gefährliche Regime und sagt, deren Existenz rechtfertige die Schaffung eines "weltweiten Kommando- und Kontrollsystems".
Tam Dalyell, Labour-Abgeordneter, rangältestes Mitglied des Unterhauses und einer der führenden Rebellen gegen einen Irakkrieg, meinte:
"Das ist der Schund aus rechten Denkfabriken, in denen Falken mit Spatzenhirnen hocken - Leute, die nie die Schrecken des Krieges erlebt haben, aber verliebt sind in die Idee des Kriegs. Leute wie Cheney, die sich während des Vietnamkriegs vor dem Wehrdienst drückten.
Das ist ein Plan für die Weltherrschaft der USA - für eine neue Weltordnung nach ihrem Gusto. Diese sind die Gedankengänge amerikanische Phantasten, die die Welt kontrollieren wollen. Ich bin entsetzt, dass ein britischer Labour-Premier mit einer Bande von solcherart moralischer Statur ins Bett steigt."

Übersetzung: Hermann Kopp
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Wenn die Falken diese Politik verfolgen, brauchen sie den Krieg gegen den Irak. Die Quelle ist ein schlagkräftiger Hinweis dafür, dass es nicht nur ratsam ist, mit kurzfristiger Politik zu argumentieren, sondern mittel- bis langfristige Entwicklungen und Zusammenhänge herauszuarbeiten. Auf jeden Fall ist die Politik mit dem Hintergrund absolut zu verwerfen. Die Rechtfertigung für einen Angriff wird dementsprechend absurd. Was wollen sie denn in den Kammern Husseins? Dokumente abziehen? Verhindern, dass die Waffen aus den eigener Produktion entdeckt werden?
Die EU ist sich gefährlich uneinige über diese Politik, wie auch immer das zu verstehen sei.
 

Elbee

Vorsteher und Richter
28. September 2002
730
Logo brauchen die den Krieg, die können das ja offensichtlich gar nicht mehr abwarten, diese Falken. Zum Glück gibt es im US-Kongress derzeit noch erhebliche Widerstände und es ist zu hoffen, dass es Bushies Helfershelfern nicht gelingt, im Ausland genügend Fürsprecher für einen Krieg gegen Irak zu finden, der für uns wie aus dem Hut gezogen wirkt und mit dem angeblich dort liegenden Potential an Massenvernichtungswaffen verargumentiert werden soll.

Auf www.9-11.co.uk findet man eine Menge ausgezeichnet recherchierter Beiträge über die Hintergründe und vor allem die wahren Motive, die dem fatalen Treiben zu Grunde liegen.
 

MARDUK

Großmeister
3. Juli 2002
58
Mich würde mal interessieren, warum der Tony so hingebungsvoll auf Bush's Trompete bläst. :oops:
Weiss da jemand genaueres?
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
@ Elbee

Interessanter Link. Der Krieg mit dem Irak ist ein Völkerverbrechen. Der Afghanistanfeldzug ist ein Völkerverbrechen.


@ Marduk

Die Machenschaften der britischen Geheimdienste sind nicht ganz von der Hand zu weisen. Augenfällig ist auf jeden Fall, dass viele Kreditinstitute der Bin-Laden-Group in London ihren Sitz hatten (haben). Nicht zu vergessen, die Baufirmen, in denen die bin Ladens beteiligt sind. Beides wird in der Presse auffällig wenig erwähnt. Wie ist das möglich? Verschwiegenheit. Und übrigens, GB hat mit Sicherheit seine Finger auch im Kaschmirkonflikt mit drin, denn immerhin kann es hier auf den Commonwealth zurückgreifen. Genaue Zusammenhänge - hätte ich auch gerne.
 

Elbee

Vorsteher und Richter
28. September 2002
730
streicher schrieb:
@ Elbee

Interessanter Link. Der Krieg mit dem Irak ist ein Völkerverbrechen. Der Afghanistanfeldzug ist ein Völkerverbrechen.


@ Marduk

Die Machenschaften der britischen Geheimdienste sind nicht ganz von der Hand zu weisen. Augenfällig ist auf jeden Fall, dass viele Kreditinstitute der Bin-Laden-Group in London ihren Sitz hatten (haben). Nicht zu vergessen, die Baufirmen, in denen die bin Ladens beteiligt sind. Beides wird in der Presse auffällig wenig erwähnt. Wie ist das möglich? Verschwiegenheit. Und übrigens, GB hat mit Sicherheit seine Finger auch im Kaschmirkonflikt mit drin, denn immerhin kann es hier auf den Commonwealth zurückgreifen. Genaue Zusammenhänge - hätte ich auch gerne.
Die Frage lautet eher: Wer ist die Bin-Laden-Group eigentlich? Auffällig sind die, zumindest von einigen Medien recherchierten, Zusammenhänge zwischen der Bush-Oil-Arab-Connection und einer angeblichen Bin-Laden-Group sowieso. Aber interessieren die wirklich, oder ist das nur ein Ablenkungsmanöver? Es geht immerhin um den vollen Tank des Chrysler ... ;-))

Ich jedenfalls sehe nur das Bild eines Bärtigen mit ziemlich dunklen Augen, das auch einem Disney-Bild von "Arabern" ähnelt. Hänge man ihm einen imaginären Patronengurt um und lasse ihn mit den Händen in der Luft herumfuchteln, dann ein wenig Arab-Speak in ein "Video" faseln, fertig ist das Feindbild.
 

Tarvoc

Ritter vom Osten und Westen
10. April 2002
2.559
Elbee schrieb:
Ich jedenfalls sehe nur das Bild eines Bärtigen mit ziemlich dunklen Augen, das auch einem Disney-Bild von "Arabern" ähnelt.
Jetzt wo du es sagst: Findet ihr nicht, dass Bin Laden aussieht, wie Dschaffar aus "Alladin"? :lol::lol:
 

Elbee

Vorsteher und Richter
28. September 2002
730
Tarvoc schrieb:
Elbee schrieb:
Ich jedenfalls sehe nur das Bild eines Bärtigen mit ziemlich dunklen Augen, das auch einem Disney-Bild von "Arabern" ähnelt.
Jetzt wo du es sagst: Findet ihr nicht, dass Bin Laden aussieht, wie Dschaffar aus "Alladin"? :lol::lol:
Yeah, er hat´s ;-)) Nur war man diesmal möglicherweise eine Idee kreativer und hat dem noch eine Spur "Dürer-Style-Jesus-Approach" draufgelegt. Not really bad, würde der Animationsprogrammer sagen und sich schon langsam an die Arbeit machen, ein passendes Projekt "Esther" ins Schedule zu legen ...
 
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