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Arbeitszeiten in Deutschland

Seifenigel

Geheimer Meister
14. Januar 2003
172
BDI-Chef Rogowski fordert die Abschaffung von Feiertagen sowie Mehrarbeit

Quelle: http://onwirtschaft.t-online.de/c/00/01/81/1814.html

Warum wird in Zeiten von hoher Arbeitslosigkeit eigentlich immer nach Mehrarbeit für bereits arbeitende gefordert? Wieso nutzt man nicht die Chance um eventuelle Produktionsausfallzeiten an Feiertagen und Wochenenden durch die Einstellung z.Z. arbeitsloser Bürger zu kompensieren?

Andererseits frage ich mich WER denn wirklich nur noch eine 40 Stunden Woche hat (Beamte / Soldaten mal ausgenommen)? Von meinem Vater kann ich sagen, dass er morgens früh um 6 Zur Arbeit fährt und abends um 19 Uhr wieder zuhause ist. Macht, wenn wir mal den Weg von 30 Minuten abziehen, 12 Stunden täglich (btw. kein Überstundenzuschlag), bei meinem Onkel sieht das nicht anders aus. Auch wenn ich als Student in den Ferien z.B. auf dem Bau jobbe geh ich um 6 zur Arbeit und bin um 17 Uhr fertig (Offiziell fängt die bezahlte Arbeitszeit um 7 an, trotzdem wird ab 6 Uhr die Arbeit „vorbereitet“, was also nichts anderes ist als umsonst zu arbeiten).

Wieso wird immer nach noch mehr Arbeitzeit (= Aufgabe des Privatlebens) für den einzelnen gefordert? Letztens sagte der Chef von Siemens das „Arbeit doch etwas sei was die Leute gerne machen“. Wo lebt der Mann? Ich arbeite eigentlich um zu leben, und nicht umgekehrt…

Das kann doch nicht der Weg sein unsere Wirtschaft (der es übrigens bei weitem nicht so schlecht geht wie man es uns andauernd weiß machen will) zu stärken?
 

DarkEmperor

Geheimer Meister
4. Juli 2003
126
Vielleicht ist ja im Grundsatz irgendwie beabsichtigt, das auf diesem Wege neue Stellen geschaffen werden soll, der wahre Sinn bleibt uns aber aufgrund dieser Chaos-Politik irgendwie verborgen.

Ich selbst bin im öffentlich Dienst tätig und NOCH gibt es hier die 38,5 Stunden-Woche, die ich persönlich auch korrekt einhalte. Gottlob bin ich nur Angestellter, denn ab nächstes Jahr dürfen die Beamten hier 41 Stunden die Woche arbeiten, was bereits dazu geführt hat, das Stellen-Reduzierungspläne ausgearbeitet werden.

Solche Forderungen spülen vielleicht mehr Geld in die Kassen der Unternehmer, verschärfen aber gleichzeitig die Arbeitslosenproblematik erheblich und belasten damit die öffentlichen Kassen noch mehr als vorher.

Und bereits jetzt beobachte ich immer mehr ansteigenden Frust bei den Kolleginnen und Kollegen.

Irgendwie habe ich den Eindruck, das der Blick für die Realität etwas abhanden gekommen ist. Und das ganze Gewurschtel mehr der Zwang ist, überhaupt etwas zu bewegen, auch wenns das Falsche ist.

Vom Wunsch nach grenzenlosem Wachstum der Wirtschaft wird man sich eher grundsätzlich verabschieden müssen. Wir können froh sein, wenn das bisher erreichte überhaupt noch aufrecht gehalten werden kann.

Solche Vorschläge aber sind sicher der falsche Weg.

Dies ist meine bescheidene Meinung zu diesem Thema.
 

Emfoterces

Geselle
6. August 2002
36
Tja, heikles aber interessantes Thema :twisted:

Meiner Meinung nach ein Ergebnis des "Rosinen-Pickens". Zwei Beispiele dazu:

1. "Andere Länder arbeiten im Jahr mehr als wir Deutschen"
2. "Im Land xy liegt der Stundensatz für einen Arbeiter 80% unter dem eines deutschen Arbeiters mit vergleichbarer Arbeit"

zu 1. Der interessante Punkt hierbei ist doch, wird in diesen Ländern tatsächlich mehr "gearbeitet" oder besitzen diese nur mehr "Arbeitszeit"? Was nützt es uns, bei absolut maroder Wirtschaftslage, wenn die Leute offiziell 50 Stunden pro Woche Arbeitszeit, aber nichts zu arbeiten haben? Nichts!

zu 2. Thema "Billiglohnländer": Es ist ja schön und gut, wenn ein Programmierer in Indien oder ein Korbflechter in Timbuktu zu niedrigen Löhnen arbeitet. Aber: ist die Qualität äkquivalent (i.d.R. nein)? Sind die Lebenshaltungskosten vergleichbar (i.d.R. nein)?

Aus (egoistischer) Sicht eines deutschen Unternehmens interessiert das auch nicht, da man schon keine moralische Verantwortung für "sein eigenes Volk" hat, und dann natürlich erst recht keine für Arbeiter aus anderen Ländern übernimmt.

Ich hätte z.B. überhaupt kein Problem damit nur noch die Hälfte meines Gehalts zu verdienen, wenn im Gegenzug meine Miete, das Essen, etc. hier in Deutschland auch nur noch die Hälfte kosten würde - tut es aber nicht!

Sämtliche Belastungen in Deutschland, und davon haben wir eine Menge und es werden noch mehr hinzukommen, trägt der Einkommensbringer aus seinem Resteinkommen, welches seit Jahren kontinuierlich schrumpft - die Lebenshaltungskosten steigen dagegen permanent.
 

hives

Ritter Rosenkreuzer
20. März 2003
2.612
Was uns hier weisgemacht werden soll ist Folgendes:
Arbeitszeitverlängerung (bei gleichem Gehalt) und sonstige "Effektivitätsteigerungen" führten zu mehr Wirtschaftswachstum ("bis zu 3%" rufen jetzt schon einige), dieses wiederum führe zu Investitionen der Unternehmen - wobei natürlich "in Arbeitsplätze" investiert werden würde und nicht "in Expansions- und weitere Rationalisierungsmaßnahmen", wie es allgemein der Fall wäre (das jedoch nur als unwesentlicher Punkt an der Peripherie des Hauptproblems)...


:arrow: Neoliberale Propaganda - und es gab schon glaubwürdigere ihrer Art...


(edit:) Noch ein Zitat zur Verdeutlichung:

"Alle Entscheidungen, die wir getroffen haben, haben für eine bestimmte Gruppe von Menschen einen Sinn."
Roland Koch (in der Haushaltsdebatte in Hessen)

Polititker reden manchmal auch Tacheles... :twisted:
 

Seifenigel

Geheimer Meister
14. Januar 2003
172
Zum Thema internationaler Arbeitszeitenvergleich kann ich noch was nettes aus meinem ersten Semester in Soziologie berichten.

Es ging um die wirtschaftliche Lage in Japan, das die Leute dort viel länger arbeiten als bei uns, die Fabrikarbeitszeiten viel höher sind als hier etc.

Allerdings hatte die Sache einen Haken: Es wird nicht wirklich länger gearbeitet, die Menschen verbleiben nur länger an ihrem Arbeitsplatz um Einsatzbereitschaft für ihre Firma zu zeigen. Das dabei nur Däumchen gedreht wird interessiert eine Statistik herzlich wenig.

Ein Gegenbeispiel sind einige südliche Länder wie z.B. Spanien. Dort gibt es eine Regelung die besagt, das zu der heißen Tageszeit nicht mehr gearbeitet wird (was von 14 - 16 Uhr ist). In den ganz heißen Monaten wird um 14 Uhr komplett schluß gemacht (wobei eigentlich auch dort meines Wissens nach generell nur bis 17 Uhr gearbeitet wird. Wenn ich mich irre bitte ich um korrektur), dafür aber SCHON um 7 Uhr angefangen :)

Na, und so schlecht gehts den Spaniern ja nun nicht, oder? :D
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
24.048
OFFTOPIC
Andererseits frage ich mich WER denn wirklich nur noch eine 40 Stunden Woche hat

Ich bin 18, 12. Klasse eines Gymnasiums.

Wenn ich Schulzeit mit Arbeitszeit gleichsetze, habe ich 43 Wochenstunden. Nebenbei arbeite ich noch 3 mal die Woche, das macht dann nochmal + 9 stunden, also fabulöse 52 Wochenstunden.

Vielleicht sollte man da mal etwas reduzieren ;o) Aber ich besuch die Schule ja schließlich freiwillig.

ONTOPIC

Habe in den Sommerferien bei einer großen Industriefirma gearbeitet, als doch recht gut bezahlte Ferienaushilfe. Die Firma hat eingefuehrt, dass auch samstags gearbeitet wird. Aaaaaber, jetzt kommt's: Die Leute haben Freitag frueher Schluss gemacht und gesagt, dass sie das andere Zeug morgen machen werden.
Ich bezweifle, dass dort wirklich 1/5 mehr produziert wird, weil einen Tag mehr gearbeitet wird. Soviel dazu, sind natuerlich nur meine Erfahrungen.
 

forcemagick

Ritter der Sonne
12. Mai 2002
4.641
ja ich muss mich auch immer wieder wundern.. wir haben statistikbereinigt ( also von der scheinheiligen statistik, die uns einreden will, dass nur die arbeitslos sind, die vom amt auch als arbeitslose definiert worden sind, bereinigt ) so an die 8 millionen arbeistlose ( wer in einer maßnahme steckt hat keine arbeit.. .ist also meiner ansicht nach arbeitslos... wer schon so lange arbeitslos ist, dass er nicht mehr in der liste der arbeitslosen geführt wird hat deswegen noch lange keine arbeit auch wenn er/sie anstatt arbeitslosengeld die stütze bekommt...) und sollen nun um die wirtschaft zu retten einfach ein bisserl mehr arbeiten fürs gleiche geld.

als konsument falle ich dadurch jedoch stark aus, denn ich habe ja weniger zeit mein geld auszugeben ( sofern ich üpberhaupt geld über habe für luxus ) nun frage ich michinwiefern ich damit den binnenmarkt stütze...

gar nicht nehm ich mal an.. also arbeiten wie gestört für die exporte? aber meine firma exportiert doch gar nichts ... also arbeiten für mehr wirtschaftlichen erfolg und damit die möglichkeit, dass wir eine neue kraft einstellen?

nun ja wir wollen die kirche mal im dorf lassen.. auch wenn ich am ende der woche mehr gearbeitet habe, so habe ich dennoch nicht unbedingt mehr geschafft, da ich einfach nach so einer sechstagewoche nicht fit bin und infolgedessen die anschließende woche sicherlich nicht so effizient arbeiten werde....

also arbeiten wie ein gestörter bis ich nicht mehr kann, dann wird mein platz frei und dann... hmm aber moment mal dann bin ja ich arbeitslos.. was wäre denn da gewonnen?

aber hauptsache ein paar besonders kluge klugscheiser aus der wirtschaft haben sich mal wieder mit besonders unpopulären ideen profilieren können, denn medizin muss bitter sein wenn sie wirken soll ( ähm.. gilt nicht für diverse hustensäfte mit entsprechenden geschmackszusätzen )

es stimmt schon die damen und herren aus der managementebene des unternehmens deutschland haben ein klein wenig den kontakt zur realität verloren...

schließlich protestiert niemand von denen, wenn das statistische bundesamt ( auch bekannt als das bundesamt gebrüder grimm ) versucht allen ernstes zu belegen, dass wir deutsche ja nur eine bande von konsumboykotteueren sind, deren sparbuch bzw kopfkissen eine barschaft von 20 bis 50 tausend euro verbirgt.

ich habe unter meinem kopfkissen nachgesehen die 50 kilo waren nicht da... auch meine bank wußte von nichts... merkwürdig.

erstaunlich, dass die oberen 10 000 genug knete gehortet haben um den gesamten staat mit einem schlag zu sanieren.. sprich jedem von uns einen batzen von ca 30 000 eiern zu überlassen mit denen wir das land gesund konsumieren könnten... immerhin sind wir ein 80 millionen völkchen....

ich frage mich schon was die leute vom statistischen bundesamt so aufs frühstücksbrötchen streichen... eine böse uns noch unbekannt wunderdroge? die droge, die auch die politiker vom boot der realität abtrennt und sie über uns schweben läßt?

anstatt die umsatzsteuer zu senken, was zu niedrigeren preisen führen sollte und somit zu mehr konsum wird irgendwie was gesenkt und dort ne vergünstigung gekappt und da ein neuer betrag erhoben und während man uns erzählt, dass x+3-2-3-5 irgendwie immer noch größer x ist macht man uns auch noch vorwürfe ( "KONSUMVERWEIGERER") wenn das alles nicht zum erhofften ergebnis führt.

politik in deutschland das heißt im moment wie doof am steuer rumrütteln von dem man genau weiß, dass es nicht funktioniert in der hoffnung die kreuzfahrtgäste honorieren wenigstens die bemühungen des kapitäns.. dass wir mit freundlicher unterstützung einer europäischen gemeinschaft, die es sich zur schönen sitte gemacht hat denjenigen, der eh schon zu boden geht noch kräftig in den arsch zu treten ( strafzahlungen für defizite im haushalt ... ???? das soll uns vom defizit heilen????... ja wie.. ja wenns so einfach ist. dann könnte man daraus ja ableiten, dass sozialhilfeempfänger künftig zu sozialhilfezahlern werden ... strafzahlern... wo um himmelswillen haben sich die herren eu-kommisare ihre bildung abgeholt? wie rechnen die? wie denken die? oder können die das gar nicht? irgendwo zwischen euronormgurke und euronormkasten verlorengegangen das arme denkvermögen?), ohnehin am eisberg landen werden scheint ja klar... deswegen können wir den leuten vom personal ja keinen vorwurf machen...
 

trashy

Großer Auserwählter
19. Mai 2002
1.781
Seifenigel schrieb:
Warum wird in Zeiten von hoher Arbeitslosigkeit eigentlich immer nach Mehrarbeit für bereits arbeitende gefordert? Wieso nutzt man nicht die Chance um eventuelle Produktionsausfallzeiten an Feiertagen und Wochenenden durch die Einstellung z.Z. arbeitsloser Bürger zu kompensieren?

Rogowski wollte mit dieser Idee etwas erreichen, und zwar das die Arbeitsstunde billiger wird und somit die Firmen billiger kalkulieren hätten können folglich hätte dieses den Verbrauchern einen Anreiz zum Konsum gegeben.

Seifenigel schrieb:
Das kann doch nicht der Weg sein unsere Wirtschaft (der es übrigens bei weitem nicht so schlecht geht wie man es uns andauernd weiß machen will) zu stärken?

Es hätte eine Möglichkeit sein können, ok, ziemlich theoretisch, aber wenn mans nicht versucht, weiß man später auch nicht obs nicht geklappt hätte.

Auch war es eine Idee um die Diskussion wieder in Gang zu bringen.

gruß

trashy
 

bombaholik

Auserwählter Meister der Neun
14. Oktober 2003
924
Duftbaum schrieb:
OFFTOPIC
Andererseits frage ich mich WER denn wirklich nur noch eine 40 Stunden Woche hat

Ich bin 18, 12. Klasse eines Gymnasiums.

Wenn ich Schulzeit mit Arbeitszeit gleichsetze, habe ich 43 Wochenstunden. Nebenbei arbeite ich noch 3 mal die Woche, das macht dann nochmal + 9 stunden, also fabulöse 52 Wochenstunden.

Vielleicht sollte man da mal etwas reduzieren ;o) Aber ich besuch die Schule ja schließlich freiwillig.

ONTOPIC

Habe in den Sommerferien bei einer großen Industriefirma gearbeitet, als doch recht gut bezahlte Ferienaushilfe. Die Firma hat eingefuehrt, dass auch samstags gearbeitet wird. Aaaaaber, jetzt kommt's: Die Leute haben Freitag frueher Schluss gemacht und gesagt, dass sie das andere Zeug morgen machen werden.
Ich bezweifle, dass dort wirklich 1/5 mehr produziert wird, weil einen Tag mehr gearbeitet wird. Soviel dazu, sind natuerlich nur meine Erfahrungen.

checker das ist reine arbeitszeit....pausen zählen nich mit!
 

Lilith

Geheimer Meister
20. Oktober 2002
248
Salü,

Also - ich habe ne 35 Stunden Woche! Allerdings an 4 Tagen in der Woche... Der Rest geht für Nebengewerbe drauf (Freitags). Den restlichen Mumpf mit dem man sich so beschäftigen muss (wirre Forderungen von Finanzämtern und anderen Nervensägen in Deutschland, Hausputz, einkaufen, Berge von Wäsche...blabla..).

Das ganze bei läppschen 19 Urlaubstagen/Jahr - selbstverständlich ohne Urlaubs oder Weihnachtsgeld. Ach ja - nicht zu vergessen der "Superlohn" den mein Boss zahlt - der 3,50 Euro unter Tarif liegt Zitat: " Es gibt ja wohl genug in Deutschland, die es nötig haben auch für weniger Lohn zu arbeiten!" Auch hätte er es gerne, daß unser Scanner rund um die Uhr läuft - selbsverständlich ohne Schichtzulagen!

Ich will ja nicht jammern... aber der Lohn steigt seit Jahren konsequent nicht - dagegen werden die Lebenshaltungskosten immer teurer. Das macht Spass und motiviert :evil:

ZUdem macht sich in meiner Firma und auch in anderen (was ich so von meinen Kumpels mitbekomme) eine Lethargie und frustrierte Stimmung breit. Motivation erachte ich aber als äußerst wichtig - auch im Sinne der besseren Produktivität. Da unser Cheff aber ein ausgemachtes A..-Loch ist lässt auch in meiner Firma rapide die Arbeitsleistung der Einzelnen nach.

Ums mal auf den Punkt zu bringen:

Das Gehampel und diskutieren der lieben Politiker, das Gezerre um Steuererhöhungen oder Erleichterungen, Krankenkassenbeiträgen und sonstigem Müll kann dazu auch nicht förderlich für ein Wirtschaftswachstum in diesem unserem Lande sein.
ES erweckt in mir manchmal den Wunsch alles in den Sack zu hauen und mich aus diesem Land ganz schnell zu verpissen!
Jaja.. auch wenns anderswo auch nicht besser ist - aber man hätte vielleicht die Chance, das wenigstens das Wetter einen etwas in gute Stimmung versetzt :roll:


liebe Grüße
Lilith
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
ich habe hier ein interessantes interview entdeckt... wer immer sich auch hinter diesem herrn bosch verbirgt, was er sagt, hört sich auf jeden fall sinniger an, als dieses arbeitszeitverlängerungs-endlosgeschwafel von politik und wirtschaft. außerdem räumt er mit dem märchen auf, das alle anderen doch sooo viel mehr arbeiten als die deutschen.

Interview

„Die Arbeitszeit ist schon jetzt höher“

Mehrarbeit für alle bringt weder Wachstum noch zusätzliche Jobs. Notwendig sind flexible Modelle

http://www.zeit.de/2003/46/Arbeitszeit
 

trashy

Großer Auserwählter
19. Mai 2002
1.781
@Lilith

mir scheint du arbeitest in einem Drogeriemarkt welcher zu den größten zählt und für seine unterdrückerische Firmenpolitik bekannt ist ... fängt dein Arbeitgeber eventuell mit einem "S" an und hat große Ähnlichkeit mit dem Wort "Lecker" und die Firmenfarbe ist ein burschikoses Blau?

gruß

trashy
 

Franziskaner

Ritter vom Schwert
4. Januar 2003
2.062
trashy schrieb:
Rogowski wollte mit dieser Idee etwas erreichen, und zwar das die Arbeitsstunde billiger wird und somit die Firmen billiger kalkulieren hätten können folglich hätte dieses den Verbrauchern einen Anreiz zum Konsum gegeben.

Die Rechnung würde funktionieren - wenn nicht gleichzeitig genau diesen Verbrauchern, von genau den gleichen Herren in den letzten Jahren die Kaufkraft durch Reallohnverlust entzogen worden wäre.

Wirtschaft könnte so schön funktionieren, wenn nur die Menschen nicht stören würden... :twisted: :wink:

Auch war es eine Idee um die Diskussion wieder in Gang zu bringen.

Aber keine sehr innovative. Wenn der Herr Rogowski bei Voith genau so neue Ideen für Produkte anbringt, darf er sich nicht wundern, wenn er nur noch über den Preis verkaufen kann...
 

trashy

Großer Auserwählter
19. Mai 2002
1.781
der Rogi ist mittlerweile "nur" noch Aufsichtsrat bei Voith ... außerdem hab ich ja geschrieben ..."theoretisch" und es war ja nur die Frage, was er damit bezwecken will/wollte ...

gruß

trashy
 

Franziskaner

Ritter vom Schwert
4. Januar 2003
2.062
trashy schrieb:
der Rogi ist mittlerweile "nur" noch Aufsichtsrat bei Voith ... außerdem hab ich ja geschrieben ..."theoretisch" und es war ja nur die Frage, was er damit bezwecken will/wollte ...

Nunja, wenn's um Leute geht, die Verträge und Gesetze am liebsten "auf dem Marktplatz verbrennen" wollen, fällt der Kommentar schon mal lieblos-abfällig aus. Warum sollte man sich mit Ideen eines offensichtlich ideenlosen Plagiators abgeben...?

Vielleicht sollten Leute wie Rogowski, die sich ja offensichtlich ohne Probleme ordentliche 2000-Euro-Anzüge leisten können, einfach mal volkswirtschaftlich denken, in den Vorruhestand treten und ihre Arbeitsplätze für nachrückende Jungmanager freimachen. Und wie beim Domino-Day rücken alle drunter nach. Da ginge doch wieder ein Ruck durch Deutschland... :wink:
 

Lilith

Geheimer Meister
20. Oktober 2002
248
Hi,

@Trashy

nene, der Sch.... Lecker ist's nicht, obwohl mir dessen Firmenpolitik nicht unbekannt ist. Aber abgucken ist ja erlaubt. Davon ab, meine Firma ist nicht die einzige in der "Ausbeutermentalität" gerade in ist!

Diese Mentalität verbreitet sich zusehends, was ich als große Gefahr ansehe.

Liebe Grüße
Lilith
 

Sile

Geheimer Meister
13. Juni 2003
377
Das Problem bei den Niedriglohn Jobs ist, so denk ich jedenfalls, dass sie in Zukunft starke Kokurrenz durch Maschinen bekommen. Vor ein paar Monaten wurde im Fernsehen auch ein Modernes Kaufhaus gezeigt, bei dem die Waren durch ein Funksignal oder ähnliches in dem Einkaufswagen registriert wurden. zum Beispiel bietet sich das natürlich bei grossen Lädenwie Karstadt an, die Kassen zu schliessen ein Automatiesierungsverfahren zu entwickeln und nur noch Controller Stellen und Beschwerde meldestellen einzrichten.
Das wird wohl nochnicht nächstes Jahr passieren, aber ich denke die NEtwicklung ist absehbar. Auch in anderen Jobs, zum Beispiel bei der Feuerwehr und anderen Gefahren Situationen, werden natürlich gerne Roboter eingesetzt, die besser arbeiten, als der Mensch.
Andereseits wird zusätzlich auch noch die Kunden freundlichkeit abgebaut, jedenfalls im unteren Preissegment, wer kann schon sagen, dass er in Kaufhäusern fachlich kompetente Beratung genossen hat. Dagegen wird bei den exklusiven Firmen auf ein höchst Maß an Kundenfreundlichkeit und Akuranz geachtet.
Somit scheint für mich die derzeitige Entwicklung immermehr auf ein 2 Klassen system hinauszulaufen. Die Reichen, die immer mehr durch Reformen und Steuern gewinnen. Und auf die der Markt angepasst wird. Und auf der anderen Seite "die Armen", die, wenn sie Glück bei der Arbeitssuche gehabt haben, von morgens früh bis Abends arbeiten und am WE sich mit Fußball Drogen etc. durchschlagen.

Irgendwann, kann man aus den Menschen keine Ressourcen mehr durch so eine Polittik schlagen und mann wird jedenfalls in vielen BEreichen, sich für Maschinen entscheiden.
Klug, wer dann eine Berufstätigkeit hat, die nicht durch Maschinen ersetzt werden kann.
Ich weiss nicht mehr in welchen Thread davon erzählt hatte, aber es ging inihm wohl um eine Konferenz, die davon handelte, dass man mit, um eine Hausummer zu nennen, 20 % der Weltbevölkerung, den Rest ernähren könne ^^
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
während die wirtschaft in den höchsten tönen jammert, flankiert von den politischen parteien, ist es doch interessant mal einen detaillierten blick auf die tatsächlichen gegebenheiten zu werfen.

es heißt immer von wirtschaft und politik: "es ist nicht mehr bezahlbar".
wer bezahlt wirklich?

das folgende habe ich mal einfach aus einem anderen forum "geklaut":

Hier die Hintergrundfakten der Steuer(um)verteilung in D. im Jahr 2002 :
www.bundesfinanzministerium.de/Anlage19760/Steuereinnahmen-nach-Steuerarten-2002.pdf

Gesamtsteuereinnahme : 441,705 Mrd Euro
davon :
Umsatzsteuer ( bezahlt der Endkunde ) = 138,195 Mrd. Euro
Lohnsteuer ( bezahlen nur Arbeitnehmer ) = 132,189 Mrd. Euro
Mineralölsteuer ( direkt an der Tankstelle oder indirekt über Produkte und
Dienstleistungen ) = 42, 192 Mrd. Euro
Insgesamt nur für diese 3 Steuern = 312,576 Mrd. Euro, was ca. 71 % der
gesamten Steuereinnahmen ausmacht.

Werden sonstige Steuern hinzugerechnet, die im Endeffekt in den Preisen von
Produkten und Dienstleistungen enthalten sind, so ergibt sich daraus, das
Arbeitnehmer ( abhängig Beschäftigte ) 86 % der gesamten Steuern bezahlen,
während Reiche und Unternehmer nur noch mit 14 % an der Staatsfinanzierung
beteiligt sind !

Seit über 20 Jahren wurden die Steuern und Abgaben für normale Arbeitnehmer
kontinuierlich erhöht und für Reiche und Unternehmer kontinuierlich
gesenkt,bis zum heutigen historischen Tiefstand von 14 % der
Gesamtsteuereinnahme !

Und wie sieht heute das Resultat dieser Politik für das Kapital aus ?

Die neueste Verbraucheranalyse sagt aus, das 43 % der Haushalte in D. ( also
fast die Hälfte ! ), nach Abzug aller festen Kosten, nur noch bis zu 100
Euro/Monat an freiverfügbaren Einkommen haben !!!
40 % der Haushalte 100 bis 299 Euro/Monat und nur 17 % der Haushalte haben
ein freiverfügbares Einkommen von über 300 Euro /Monat.

Zitat unter http://www.geldcrash.de/artikel/art-enteignung.htm :

" Im Jahr 1996 veröffentlichte die CDA (Christlich Demokratische
Arbeitnehmerschaft - eine CDU Organisation), daß sich 80% des Vermögens in
Deutschland in den Händen von nur 3% der Bevölkerung befinde. Auf der
anderen Seite rutscht ein großer Teil der Bevölkerung in die Armut ab: Die Sozialausgaben im Staatshaushalt steigerten sich dabei seit 1960 um mehr als 1800%. Jede dritte Mark muß inzwischen für die Sozialleistungen ausgegeben werden. Dabei bleibt das Abrutschen in die Armut keineswegs auf eine kleine Gesellschaftsschicht beschränkt. Experten gehen davon aus, daß zwei Drittel der Gesellschaft einmal im Leben in eine Armutsperiode geraten werden. Sie müssen in diesem System damit rechnen, unter Umständen ebenfalls bald zu den Armen zu gehören. "

Wer zu diesen 3 % der Bevölkerung gehört, kann jeder im Internet unter
www.manager-magazin.de/koepfe/reichste/0,2828,236841,00.html nachlesen.

Nun kommen noch die sonstigen "Eigenverantwortungen" auf die Mehrheit der Bevölkerung zu, so das die freien verfügbaren Einkommen nochmals sinken werden ( die KV-Beiträge werden wohl nicht sinken ).
Allein auf Grund dieser Fakten, müsste jedem Verantwortlichem klar sein, das ein Wirtschaftswachstum ( Erhöhung der Umsätze von Unternehmen ) in D. die reinste Utopie ist !

Die Politik für das Kapital wurde bis dato soweit
vorangetrieben, das Menschen gezwungen sind an jeder Stelle zu sparen, an der es möglich ist, was jeder anhand der massiven Umsatzrückgänge der Unternehmen und an der massiv steigenden Zahl der Insolvenzen sieht !

Es heißt, das ALLE ihre "Eigenverantwortungen" tragen müssen, aber in Bezug auf Reiche und Unternehmer sieht man nur, das
- die Körperschaftssteuer für Kapitalgesellschaften von 45 auf 25 % gesenkt wurde
- die Vermögenssteuer nicht 3 % des BIP beträgt, wie in anderen Staaten (z.B. der USA )
- die Einkommenssteuer nur noch 21,563 Mrd. Euro beträgt ( ca. 5 % der
Gesamtsteuer ) und noch weiter gesenkt werden soll ( Forderung der CDU )
- reiche Steuerkrimielle Amnestie bekommen und Kfz-Steuersünder die
Parkkralle bekommen
- usw.

Alle Politiker reden von der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit ( also der Finanzkraft ).
Wenn das so wäre, dann müssten die 3 % der Bevölkerung,denen 80 % des Vermögens gehört, auch 80 % der Gesamtsteuer zahlen, aber genau das Gegenteil ist der Fall, weil Politiker das Vermögen von Reichen schützen !!!
Naja, wie weit Politik und Kapital verflechtet sind,wissen ja alle Menschen in D. nach den Spendenaffären !!!
Ich erinnere hier mal kurz an die angeblichen "Vermächtnisse" des "brutal möglichsten Aufklärers" !
Und solche Lügner sind noch Abgeordnete !

Gerade in Bezug auf die Steuern sieht man sehr deutlich die ungerechte Politik für das Kapital von Reichen !

http://f12.parsimony.net/forum19760/messages/10430.htm
 

Woppadaq

Großmeister-Architekt
2. August 2003
1.228
samhain schrieb:
Umsatzsteuer ( bezahlt der Endkunde ) = 138,195 Mrd. Euro
Lohnsteuer ( bezahlen nur Arbeitnehmer ) = 132,189 Mrd. Euro
Mineralölsteuer ( direkt an der Tankstelle oder indirekt über Produkte und
Dienstleistungen ) = 42, 192 Mrd. Euro

Wo zahle ich bitte Umsatzsteuer ????? diese Steuer müssen schon diejenigen aufbringen, die den Umsatz machen, also die Unternehmen !!
Und sehr viele Unternehmen machen nur Umsätze bei Geschäften mit anderen Unternehmen, also mal hier nichts durcheinanderbringen !!

Genauso die Lohnsteuer - ich bekomme selbige schlicht und ergreifend NIE zu Gesicht, weil sie - na wer wohl - der !!! Arbeitgeber !!! aufbringen muß !
Du als Arbeitnehmer sorgst lediglich für den Zwang, sie wirklich zahlen zu müssen - das ist aber nicht dasselbe wie selber zahlen !

Und wenn du schon die Mineralölsteuer anführst, kannst du auch gleich die Mehrwertsteuer anführen ! Komischerweise die einzigen steuern, die niemals erhöht werden dürfen, weil ihr die nämlich wirklich selber zahlen müßt.
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
>>Wo zahle ich bitte Umsatzsteuer ????? diese Steuer müssen schon diejenigen aufbringen, die den Umsatz machen, also die Unternehmen !!
Und sehr viele Unternehmen machen nur Umsätze bei Geschäften mit anderen Unternehmen, also mal hier nichts durcheinanderbringen !!<<

ich bringe nichts durcheinander, aber vielleicht du!

lies dir mal das folgende durch:

>>Wer als Verbraucher bei einem Unternehmen etwas kauft, der zahlt dabei in aller Regel Umsatzsteuer. Vielen Verbrauchern ist das gar nicht bewusst. Doch was sie auch kaufen, ob Ware oder Dienstleistung, ob im Kiosk oder im großen Versandhaus: eine Umsatzsteuer ist im Kaufpreis meistens enthalten.

Beispiel: Ein Verbraucher zahlt für eine Ware 116 Euro. Davon gehören nur 100 Euro dem Verkäufer. Die restlichen 16 Euro muss der Verkäufer ans Finanzamt weiterleiten. Die 16 Euro entsprechen dem häufigsten Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent. Bei der Umsatzsteuer fungiert der Verkäufer also praktisch als der Steuereintreiber des Staats.

Auch Unternehmer, die bei anderen Unternehmern etwas kaufen, bezahlen dem Verkäufer Umsatzsteuer. Ein Unternehmen A, das bei einem Unternehmen B für 1.000 Euro Ware einkauft, überweist dem Unternehmen B nicht nur 1.000 Euro, sondern zusätzlich 160 Euro = 16 Prozent Umsatzsteuer. Der Unternehmer B, der Verkäufer also, muss diese 160 Euro an den Staat weiterleiten; das Geld gehört ihm nicht!

Die Umsatzsteuer ist aber eine so genannte Verbrauchssteuer: Sie wird nur fällig, wenn eine Ware oder Dienstleistung gewissermaßen vernichtet, sprich gegessen, getrunken oder sonst irgendwie verbraucht wird. Wenn ein Unternehmer aber Waren oder Dienstleitungen kauft, und wenn er mit deren Hilfe seinerseits neue Waren oder Dienstleistungen produziert, dann muss er auf seine Einkäufe keine Umsatzsteuer zahlen. Deshalb bekommt der Unternehmer A die 160 Euro vom Finanzamt zurück, die er zuvor an seinen Lieferanten als Umsatzsteuer bezahlt hat. Dieser Vorgang heißt Vorsteuerabzug. Für Endverbraucher gibt es den Vorsteuerabzug nicht.

Deshalb zahlt letzen Endes immer nur der Endverbraucher die Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer. Ein Unternehmen hingegen leitet die Steuer nur weiter. Nur für den Verbraucher ist es deswegen von Bedeutung, ob der Mehrwertsteuersatz 16 Prozent beträgt (wie für die meisten Waren und Dienstleistungen), oder 7 Prozent (wie zum Beispiel für Lebensmittel oder Bücher), oder null Prozent (wie zum Beispiel für Briefmarken oder Päckchen-Porto). Für Unternehmen hingegen ist die Höhe der Umsatzsteuer ohne Belang, selbst wenn sie sie selber an ihre Lieferanten zahlen: Sie können sie an anderer Stelle in voller Höhe wieder abziehen.<<

http://online.wdr.de/online/wirtschaft/post_umsatzsteuer/stichwort_umsatzsteuer.html

na, was sagt dir insbesondere der letzte satz?

und die lohnsteuer wird nicht vom AG finanziert, sondern sie wird vom arbeitslohn einbehalten und vom AG ans finanzamt abgeführt.
sie ist nichts anderes als eine erhebungsform der einkommenssteuer, aber weil der staat auf nummer sicher gehen wollte, das er diese steuer auch wirklich pünktlich kriegt, hat er den AG damit beauftragt, sie einzubehalten und abzuführen.

http://www-zr.destatis.de/def/def0808.htm
 
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