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Welche Beruf sind notwendig für unser Leben?

Lhasa

Großmeister
11. Juli 2002
66
Ich habe gerade wieder Nachrichten geguckt und überall heulen die Leute wieder rum wie schlecht es ihnen geht. Also mir geht's nicht schlecht. Allerdings bin ich auch ein Mensch der nur ein Dach über'm Kopf, was zum essen, einen Fußball und den Strand brauche. Und da frage ich mich doch wofür wir die ganzen Berufe brauchen. Also im Grunde würden doch Berufe aus der Landwirtschaft, ein paar Ärzte und die Bauarbeiter gebraucht. Der 'Rest' ist doch eigentlich nur da um uns das unnötig kompliziert gemachte Leben zu erklären/erleichtern. Für die anderen fällt mir eigentlich nur der Konsum als Grund ein.
Also, könnten wir alle unsere Arbeitszeit nicht verkürzen und uns auf die notwendigen Berufe beschränken? Ich meine dann würden wir alle mehr Freizeit haben, mehr Reisen können, öfter mal ein Buch lesen, mehr Sport treiben, öfter Freunde besuchen.
Ich weiß das es alles ein bisschen vereinfacht ist, also das auch jemand das Buch drucken muss, und jemand den Müll entsorgen. Aber da sind wir doch heute soweit das das Maschinen für uns übernehmen können.
Oder ist es vielleicht das Sprichwort 'Wer Rastet Der Rostet' das hier passt? Oder würden wir mit unserer Zeit nichts mehr anzufangen wissen? Und dann depressiv werden? Vielleicht ist es ja auch das Gefühl das man gebraucht wird, das einem so verloren geht.
Ich würde mich freuen wenn ein Antworten schreibt.
MfG
Matthias
 

Draghkar

Geheimer Meister
29. September 2002
199
ja vielleicht mögens aber nicht alle so einfach wie du?? ich zum beispiel hasse fußball wie die pest. ein wenig kultur an dessen stelle wäre nicht verkehrt. das hätte aber in deinem weltmodell wenig platz :?
 

querulant

Großmeister
18. März 2003
75
Du willst also "Reisen"? Da musst Du schon ohne Maschinenbauer mit dem Kutschenwagen fahren.
Du willst also "den Müll von den Maschinen raustragen lassen"? Da wirst Du auch nicht um den Maschinenbau rumkommen.
Und wo sollen die Bauern das ganze viele Essen auftreiben, wenn Sie alles mit der Hand ernten müssten? --- Maschinenbau.

Wer was verändern möchte in dieser Welt, wer aktiven Umweltschutz betreiben will (nicht nur immer über die Zustände meckern) oder Atomkraftwerke abschaffen will, der sollte sich mal Gedanken machen, ob dazu eher ein motzender Demonstrand geeignet ist, oder vielleicht doch ein Ingenieur, der die Windkraftwerke optimiert.... aber ich schweife schon wieder ab.....
 

Atlan

Vorsteher und Richter
10. April 2002
752
du brauchst elektrotechniker und informatiker, welche:

- ein stromnetz und telefonleitungen bereitstellen, damit du schnell ins internet kannst, dich mit freunden verabreden, deinen herd betreiben kannst, der arzt bei der op dir das leben rettet....(gibt bestimmt mehrere millionen dinge...)
- dir ein board wie dieses bereitstellen, damit wir drüber reden können. :wink:
 

deLaval

Auserwählter Meister der Neun
13. März 2003
914
Die Rechnung geht schon deshalb nicht auf, weil Konsum ein Produkt von "viel Freizeit" ist. Wie entstehen denn "Hochkulturen"? Man hat Zeit sich Gedanken über "unwichtige" Dinge zu machen.
Der Mensch hat ein ganz fundamentales Bedürfniss nach Selbstverwirklichung. Dem einen reicht da ein Strand und ein Fussball, der andere hätte halt lieber ein Wirtschaftsimperium... ce la vie
 

Zweifler

Geheimer Meister
14. Oktober 2002
356
Außerdem:
wenn so viele Menschen plötzlich so viel Zeit hätten, ich glaub die würden total durchdrehen. Menschen müssen etwas tun, selbst wenn es eine schwachsinnige Arbeit ist. Da wir wegen der Überbevölkerung nicht mehr alle zurück zum Jagen und Sammeln können, um dadurch ausgelastet zu sein und Bestätigung zu erfahren, gäb's wahrscheinlich Mord und Totschlag 8O
 

Laurin

Geheimer Sekretär
10. April 2002
602
mh...würden wir alle berufe abschaffen und nur noch bauern und was du aufgezählt hast sein, dann würdest du so schnell den strand nicht mehr sehen.


du würdest von morgens bis abends auf feldern und in stellen knüppeln und abends tot ins bett fallen und deine (noch ) nicht arbeitenden kinder (also, die unter 4 jahren) dafür verfluchen, dass sie dich drum bitten, mit ihnen fußball zu spielen.


so siehts aus....aber das haben wir heute alle vergessen.


wir beschweren uns alle über die "wenige" freizeit....dabei haben wir mehr freizeit als jemals zuvor.


Laurin
 

Rosskeule

Vorsteher und Richter
7. Oktober 2002
750
Laurin schrieb:
du würdest von morgens bis abends auf feldern und in stellen knüppeln und abends tot ins bett fallen und deine (noch ) nicht arbeitenden kinder (also, die unter 4 jahren) dafür verfluchen, dass sie dich drum bitten, mit ihnen fußball zu spielen.
Hehe! Er hat geschrieben, dass es auch Ärzte geben soll! Dass die natürlich nackt und doof durch die Gegend hüpfen, ist ne andere Sache:

Beinbruch: Da hilft Einreiben mit Krötenpisse!
Zahnschmerzen: Da hilft Einreiben mit Krötenpisse!
Herzinfarkt: Da hilft Einreiben mit Krötenpisse!
Creutzfeldt-Jacob: Da hilft Einreiben mit Krötenpisse!
 

SimoRRR

Meister vom Königlichen Gewölbe
10. April 2002
1.419
Lhasa schrieb:
Also mir geht's nicht schlecht. Allerdings bin ich auch ein Mensch der nur ein Dach über'm Kopf, was zum essen, einen Fußball und den Strand brauche. Und da frage ich mich doch wofür wir die ganzen Berufe brauchen. Also im Grunde würden doch Berufe aus der Landwirtschaft, ein paar Ärzte und die Bauarbeiter gebraucht.

:arrow: Dach überm Kopf

Dafür brauchst Du Dachdecker, aber was sollen die Decken, wenn niemand Häuser bauen kann, also brauchst Du noch Bauarbeiter, Zimmermänner (oder halt HOlzarbeiter, was weiß ich wie die im jetzt heissen), Maler, Architekten, Statiker uswusf.
Bauarbeiter brauchen Arbeitsmaterial, also brauchst Du noch herstellendes und rohstoffgewinnendes Gewerbe, damit wäre der zweite Sektor geboren, nachdem die Bauern (erster Sektor) schon bestehen. Um den Rohstoffgewinnungsprozess zu optimieren, brauchst Du BWLer und VWLer, die ausrechnen, welche Maschinen der Betrieb (Betriebsrat, Organisation usw.) anschaffen sollte und welche Ressourcen er wie nutzen sollte. DAvor musst Du aber noch Mathematiker haben, die das dafür nötige wissenschaftliche Grundgerüst der Mathematik erfinden, entdecken, ausweiten. Ohne wissenschaftliche Förderung wird das aber kaum einer freiwillig machen, also brauchst Du staatliche Einrichtungen, die durch öffentliche Mittel finanziert werden. Dazu ist wieder ein Organisationsapparat notwendig, der Geld kostet. Damit wäre der Anfang für den dritten und ein wenig später auch den vierten Sektor gemacht. Ach so, weil niemand mehr Bock hat mit Muscheln und Steinen für Kartoffeln und Coputerchips zu bezahlen, musst Du Geld drucken, dafür brauchst Du auch wieder entsprechende Leute, die das können und auch gelernt haben. Dann brauchst Du Sicherungsverfahren, die garantieren, dass niemand sein eigenes Geld drucken kann, bzw. die Wahrscheinlichkeit vermindern, dass jemand jemanls die Möglichkeit dazu bekommen könnte oder sich das Wissen unberechtigterweise aneignen könnte. Diese Leute sind dann alle mittlerweile so spezialisiert, dass sie schon lange nicht mehr autark handeln können, also auf die Dienstleistungen anderer angewiesen sind, was wiederum verschiedene Marktlücken schafft, je nachdem, was die Leute nicht mehr selbst machen können. Um diesen Vorgang wiederum zu optimieren, organisieren sich die Dienstleister sowie die Bauern und Handwerker usw in Betrieben und Unternehmen und schaffen neue Formen dafür, um rechtlich besser dazustehen und mehr Möglichkeiten zu haben. Ach ja, RECHT, damit auch alles mit rechten Dingen zugeht, brauchst Du natürlich auch Richter, die entscheiden, was richtig und was falsch ist und was jemand tun oder unterlassen muss, wenn er falsch gehandelt hat. Das Recht musst Du natürlich zuerst definieren und es auch durchsetzten können, da es immer andere geben wird, die vielleicht nicht am Entscheidungsprozess beteiligt waren, denen das von Dir bestimmte oder entwickelte Recht nicht passt, worauf sie Gegenmaßnahmen ergreifen werden, welche sie wieder zu optimieren versuchen werden. Um von ihnen nicht überrannt zu werden, musst Du Verteidigungsanlagen erfinden, bauen, besetzen, ob militärischer Art oder finanzieller oder diplomatischer Art, ganz egal. Das kostet wieder Leute und Geld und setzt Bildung voraus.

............ und so weiter und so weiter...... alles nur weil Du ein Dach über dem Kopf willst! :wink: :wink:

Soll ich jetzt noch ausführen, was alles nötig ist, damit Du einen Fussball bekommst? :wink: :wink:


Ich denke, dass die Entwicklung immer so aussehen wird, wie ich sie gerade nur an anfänglichsten Ansätzen geschildert habe, liegt daran, dass - auch wenn Dir vielleicht nur ein paar Dinge zum Leben genügen würden, es anderen Leuten vielleicht nicht reichen würde, was sie dazu veranlasst, ihre Lage aus ihrer Sicht zu verbessern. Und wenn sie ihre Lage verbessern werden andere es nicht einsehen, warum sie schlechter gestellt sein sollen und werden das gleiche tun....
Vielleicht ist es dem einen oder anderen aufgefallen, das hier war nichts anderes als die Kurzversion (wenn auch sehr unvollständig und lückenhaft) der wirtschafltichen Menschheitsgeschichte, sie beruht zwar sehr stark auf der Annahme eines Homo ökonomikus, aber die Tatsache, dass die Entwicklung sich so zugetragen hat, zeigt, dass die Mehrzahl der Menschen wirklich zu der Art des Homo ökonomikus gehören (die umständliche Schreibweise, weil ich nicht weiss wie der Plural von homo ökonomikus ist :wink: )



Daher meine Antwort auf Deine Frage:

Jeder Beruf ist notwendig, wenn auch nur eine Person seine Leistungen nachfragt, egal für wie sinnvoll oder wie wichtig DU persönlich diese Leistungen ansiehst.
 

deLaval

Auserwählter Meister der Neun
13. März 2003
914
Naja, spätestens seit Douglas Adams, sollte doch klar sein, daß auch Telefondesinfizierer notwendig sind, aber wäre die Welt ohne Politessen (und Politeure um der Gleichberechtigung genüge zu tun :wink: ) wirklich so viel schlechter?
"Wir wissens nicht, bevor wir einen fangen" (Winnie the Puh)
 

Lhasa

Großmeister
11. Juli 2002
66
Hallo,
1. ich reise per rad!
2. ich habe doch gesagt das es ein vereinfacht dargestellt ist. Natürlich brauchen wir auch Leute die die Ärzte ausbilden. Aber das machen doch auch ausgebildete Ärzte!
3. auf den Feldern muss man bestimmt nicht mehr von morgens bis abends arbeiten. Ich habe nicht gesagt, das unsere heutige technik abgeschafft werden soll. Vielmehr sollte man sich darauf konzentrieren sie zu vereinfachen, das sie unabhängig von Öl und leicht zu warten ist.
4. Bekämpfung des Umweltschutzes? Wenn nicht täglich millionen von Menschen zur Arbeit fahren müssten, wäre die Umweltverschmutzung lange nicht so hoch. Überlege doch mal woher die Umweltverschmutzung kommt?
5. Kultur hat doch nichts mit dem Arbeiten zu tun wie ich es gemeint habe. Wie sind doch keine große Kultur weil wir den größten Überschuss produzieren oder die meisten Jachten bauen. Kultur ist Kunst.
6. Ich möchte jetzt nicht auf jedes Argument entkräften, weil's mit zu viele sind.

Mir ging's eher darum eine Vereinfachung der Welt zu schaffen. Die Welt wird immer komplizierter und es enstehen andauernd neue Berufe, die sehr speziell sind.

7. Achja das blöde Wort von wegen 'Steinzeit' hat mich geärgert, da es völlig unüberlegt war. Ich weiß natürlich auch das wir von unseren Maschinen abhängig sind. Ich möchte nicht alles vereinfachen, das wir in der Steinzeit sind! Ich möchte nur das es entkompliziert/unabhängiger wird.

Mir scheint es manchmal das wir nur Arbeiten um uns vom Denken abzuhalten.
 

deLaval

Auserwählter Meister der Neun
13. März 2003
914
@Lhasa

Das Leben an sich wird immer komplexer, da hast du recht, aber das fing nicht mit dem Menschen an, sondern mit dem Einzeller. Wenn man will könnte man sogar den Sinn von Gesellschaft darin sehen, daß Dinge Komplexer werden, wenn man will...
 

cyberwotan

Geheimer Meister
11. Oktober 2002
297
ich empfinde das ähnlich. ich hab schon oft gedacht, dass die ganze welt in der wir heutzutage leben, relativ irreal ist. also das ganze wirtschafts- und sozialsystem ist doch überhaupt nicht greifbar, es sind ja eigentlich alles gedankliche konzepte. ich finde auch, dass viele jobs nur in dieser arbeitswelt sinn machen...

ich habe übrigens mal gelesen, dass man festgestellt hat, dass die menschen in der zeit der naturvölker viel weniger gearbeitet haben als heutzutage. demnach wäre die erleichterung oder zeiteinsparung durch technischen fortschritt eigentlich ein mythos...
 

antimagnet

Ritter Kadosch
10. April 2002
5.881
@SimoRRR

homines oeconomici wäre der plural...

m.e. beruht deine erklärung gar nicht mal so sehr auf dem menschenbild des homo oec.
ändert aber nichts an der richtigkeit deines posts.

der homo oec. handelt nach eigennutz und ist dadurch berechenbar - und deswegen ein beliebtes menschenbild in der wirtschaft.

es ist aber nicht unbeding realistisch:

stell dir folgendes spiel vor:
Ein Gedankenspiel als Beispiel: Ein Wohltäter trifft zwei Männer. Einem der beiden überreicht er 100 Mark mit dem Auftrag, sie nach Belieben auf sich und den zweiten Mann aufzuteilen. Dieser hat zwei Möglichkeiten: Er nimmt das Angebot des ersten an, oder er lehnt ab. Dann aber, so die Spielregel, nimmt der Wohltäter die 100 Mark wieder an sich, und keiner bekommt etwas.

Was wird der erste Mann tun? Wie viel Geld wird er an den zweiten abgeben, und wird dieser annehmen oder ablehnen? Schwere Fragen, die zu simplen werden, wenn man davon ausgeht, bei jedem der beiden Männer handle es sich um einen Homo oeconomicus. Dann nämlich wird der erste Mann 99 Mark für sich behalten und nur eine Mark an den zweiten weitergeben, der das akzeptiert. Dass der andere offenbar ein Geizhals ist, ist ihm egal, eine Mark ist immer noch besser als gar keine.
realistischer ist aber, dass der eine die mark beleidigt ablehnt, mit der begründung, von so einem geizhals wolle man nicht mal 30 mark geschenkt bekommen.

hab ich von hier:
http://www.geocities.com/CapitolHill/Lobby/2554/homo-economicus.html
 

Mitchell

Geheimer Meister
1. Oktober 2002
339
Hmm, ich finde dies mal einen sehr interessantes Thema.

Ich halte mich mal kurz:
man braucht theoretisch gar keine Berufe!!
Selbst versorgen ist halt die Devise!! Und dazu muß ich sicher nicht den ganzen Tag auf einem Feld schuften. Gute, logisch durchdachte Arbeitsteilung würde da schon reichen ( BWL er braucht kein Schwein ).
Nur wer würde das in unserer Gesellschaft schon können?! Ich glaube, es würde gehen. Doch nicht mit der Masse an Menschen und deren Einstellung zum Leben ( wenn man das denn noch leben nennen kann.. ).

Kommune rulez - life is here and now!!! YOUR LIFE!
 

antimagnet

Ritter Kadosch
10. April 2002
5.881
würde gern mal wissen, wer dir einen billigen computer verkauft, wenn`s keiner bwler geben würde...

wer rechnet denn dann für microsoft die ganzen kosten-nutzen-analysen aus?

ach so, stimmt - ein computer...
 
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