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USA werden Landminen nicht ächten

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.739
Es war zu erwarten, dass die USA der Forderung von UNICEF, der Verbot aller Anti-Personen-Minen, nicht beigeben werden.
Man habe nicht vor, das Internationale Abkommen zur Ächtung von Landminen zu unterschreiben, hieß es. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef dagegen fordert ein komplettes Verbot aller Anti-Personen-Minen. 15.000 bis 20.000 Menschen würden pro Jahr bei Minenexplosionen verletzt oder getötet, so eine Erklärung vom Freitag. Jedes dritte der Opfer sei ein Kind.

Eine ähnlich große Gefahr sind nicht explodierte Bomblets von Streubomben, die von den USA ebenfalls eingesetzt werden. Auch zur Ächtung dieser Waffen gibt es Kampagnen
USA lehnen Ächtung von Landminen ab

Die USA wollen zeitlich begrenzt scharfe Minen einsetzen. Neuer Marikt - Verkauf von zeitlich begrenzten Minen... Und wer macht noch mit?
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
Ich möchte zu bedenken geben, daß Minen fast ausschließlich zu Verteidigungszwecken dienen können.

Zum Schutz von Zivilisten wäre es besser, Deutschland produzierte Minen, die sich nach einigen Tagen entschärfen oder von allein hochgehen, als daß wir unsere Hände in Unschuld waschen und irgendwelche Schurkenstaaten weiter Minen mit Ewigkeitswert herstellen. Denkbar wären auch Minen mit ausreichendem Stahlanteil, die sich problemlos finden lassen.
 

Shiraffa

Geheimer Meister
16. September 2002
372
Denkbar wären auch Minen mit ausreichendem Stahlanteil, die sich problemlos finden lassen.

Das ist albern. Man könnte sie ja gleich mit einem "Jack-in-the-Box" versehen, der dem Opfer ein Schild mit der Aufschrift "Du bist tot!" zeigt anstatt zu explodieren.

Landminen werden nur zum Töten gebaut. Anders als z.B. Verteidigungstruppen eines Landes können sie nicht differenzieren, wen sie nun treffen. Einmal ausgelegt, fällt es auch demjenigen, der sie gelegt hat schwer, sie wieder zu entschärfen.
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.739
Zustimmung, Shiraffa, bis auf den Punkt, dass Landminen ausschliesslich darauf ausgelegt seien zu töten. Viele Minenopfer sind invalide, nicht tot.

Übrigens: der Vertrag von Ottawa sieht keine Ächtung von Minen gegen Fahrzeuge und Panzer vor - ein grosser Schwachpunkt.

Unicef fordert Schutz vor Landminen
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
Minen werden verlegt, um den Vormarsch des Gegners aufzuhalten.

Wenn sie problemlos zu orten sind, etwa durch Metalldetektoren, mindert das ihre Wirkung nicht wesentlich, denn es gilt der Grundsatz:

Sperren müssen überwacht werden.

Der Feind wird zu langsamerem Vorgehen gezwungen und kann leichter bekämpft werden.

Diese Aufgabe können auch leicht zu ortende Minen aus Metall erfüllen.

Die zweite, perverse und unsoldatische Einsatzart der Minen, nämlich im Hinterland und weit über das Ende der Kampfhandlungen hinaus gegen die Zivilbevölkerung, ist mit Metallminen oder solchen, die sich selbst zerstören, nur noch in viel geringerem Ausmaß möglich.

Wenn man den Militärs die militärisch brauchbaren Minen läßt, lassen sich die Antizivilistenminen wahrscheinlich viel leichter verbieten.

Wie soll man sich eigentlich ohne Panzerminen gegen angreifende Panzer verteidigen? Ist Euch klar, daß ihr hier allen Möchtegernaggressoren das Wort redet? Ist es mit Minen mit "Höchsthaltbarkeit" nicht getan?
 

Gurke

Großer Auserwählter
25. März 2003
1.626
streicher schrieb:
Zustimmung, Shiraffa, bis auf den Punkt, dass Landminen ausschliesslich darauf ausgelegt seien zu töten. Viele Minenopfer sind invalide, nicht tot.

...
Ist auch eigentlich der Sunn der Sache. Invaliden muß man weiterversorgen, Tote nur begraben.
Im Prinzip auch egal, lernt in der Armee eh, wie man Sprengfallen bastelt, Ergebnis ist das Gleiche.
 

Trasher

Ritter der ehernen Schlange
10. April 2002
4.104
Eine Ächtung wäre unnötig, wenn der Minenverleger nach Ende des Krieges

a) für die Räumung aufkommen müsste (ca. 1000 Dollar pro Mine) und
b) jedes Minenopfer entschädigen müsste.

Übrigens ist Daimler-Chrysler (mit 6 Mrd. Euro Jahresumsatz der zweitgrößte Rüstungskonzern Europas und der siebtgrößte weltweit) sehr aktiv im Minengeschäft tätig. Nebenbei entwickelt und verkauft man dort natürlich auch Räumsysteme und verdient somit doppelt.
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
Und wie will man irgendeine obskure Rebellenorganisation dazu bringen, für ihre Opfer aufzukommen? Zumal wenn sie geschlagen wurde?

Wie will man Rußland und China zwingen, für ihre Minen zu haften?

Was bringt es, Daimler an der Minenproduktion zu hindern, wenn man die Diktaturen der Welt nicht daran hindern kann? Man verliert einen Produzenten, den man noch am ehesten auf leicht zu findende und zu entschärfende Minen verpflichten könnte.

Was bringt es, der Bundeswehr, die ordentliche Verlegepläne anfertigen würde, die Minen zu verbieten, wenn sich Rebellen und Diktatoren nie an solch ein Verbot halten und Minen weiter als Terrorinstrument einsetzen werden?

Und wenn ich meinen alten Hauptmann zitieren darf: Schützenminen sind verboten? Ich brauche sofort tausend 200gr-Ladungen und hundert Kilo Nägel!
 

Trasher

Ritter der ehernen Schlange
10. April 2002
4.104
Es ist mir klar, dass diese Forderungen an der Umsetzung scheitern würden und völlig utopisch sind.

Wie will man Rußland und China zwingen, für ihre Minen zu haften?
Durch ein internationales Abkommen. Das wird kaum einer unterschreiben, ich weiß. Aber das spricht doch eher gegen den Nicht-Unterzeichner als gegen die Ächtung von Landminen.

Was bringt es, Daimler an der Minenproduktion zu hindern, wenn man die Diktaturen der Welt nicht daran hindern kann?
Die Frage sollte doch eher sein, was uns Daimler-Minen überhaupt bringen und ob nicht die Industriestaaten bisher weit mehr Minen produziert, verkauft und verlegt haben als es alle Diktatoren zusammen je tun werden können.

Was bringt es, der Bundeswehr, die ordentliche Verlegepläne anfertigen würde, die Minen zu verbieten, wenn sich Rebellen und Diktatoren nie an solch ein Verbot halten und Minen weiter als Terrorinstrument einsetzen werden?
Wir tun es, weil andere es auch tun? Was bringt es, Mord zu verbieten, wenn er dennoch passiert?
Seltsame Argumentation.
 

haruc

Vorsteher und Richter
16. Dezember 2002
776
Im Prinzip müssten alle Länder auf Gottes Erdenrund die Ächtung von Anti-Personenmienen unterschreiben.

In der Praxis brächte es aber nich viel, denn WENN erstmal der "Feind" anstürmt, wird man um jede Miene froh sein.

Ausserdem gehen Fahrzeugmienen erst bei einer Belastung von mehr, als 200kg los... sonst wären sie nutzlos, da ja die Sprengladung grösser ist, sie aber schon bei einer Wildwutz oder so losgehen könnte.

Übrigens gabs im WK2 mal eine Miene, die man nichtmehr entschärfen konnte, wenn sie einmal gelegt war. Also wurde sie auch niemals produziert, denn was bringen Mienenfelder im Hinterland, wenn man sie nicht entschärfen kann?
 

semball

Großer Auserwählter
26. Mai 2002
1.615
haruc schrieb:
Im Prinzip müssten alle Länder auf Gottes Erdenrund die Ächtung von Anti-Personenmienen unterschreiben.

In der Praxis brächte es aber nich viel, denn WENN erstmal der "Feind" anstürmt, wird man um jede Miene froh sein.

Ausserdem gehen Fahrzeugmienen erst bei einer Belastung von mehr, als 200kg los... sonst wären sie nutzlos, da ja die Sprengladung grösser ist, sie aber schon bei einer Wildwutz oder so losgehen könnte.

Übrigens gabs im WK2 mal eine Miene, die man nichtmehr entschärfen konnte, wenn sie einmal gelegt war. Also wurde sie auch niemals produziert, denn was bringen Mienenfelder im Hinterland, wenn man sie nicht entschärfen kann?
Im WK2 gab´s meines Wissens auch Minen mit Holzgehäuse. Pech für Metalldetektoren.

gruss semball
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
Panzerminen, die ab einer Belastung von 70 kg auslösen, sind meines Wissens die Norm. Panzer haben einen Bodendruck pro cm² der nicht viel höher ist als der eines Menschen - sonst würden sie nämlich einsinken.

Rußland und China kann man mit internationalen Abkommen zu gar nichts zwingen. Man kann ja auch die USA nicht zwingen, CO2 einzusparen.

Daimlerminen könnten uns nützen, wenn sie leichter zu räumen wären als russische oder chinesische oder sich nach einigen Wochen selbst vernichten würden, wenn sie also zu militärischen, nicht aber zu terroristischen Zwecken taugten. Daimler könnte man zwingen, solche Minen zu produzieren, Uralmasch nicht.

Mord ist nicht verboten. Ein Verbot ist die Willkürentscheidung eines Machthabers, zum Beispiel das Alkoholverbot in den USA in den Zwanzigern oder das moderne Marihuanaverbot.

Die Ächtung des Mordes ist etwas viel älteres und erhabeneres als jedes Verbot, ein uralter Bestandteil des Naturrechtes.

Was verboten ist, kann erlaubt werden. Die Erlaubnis zu morden ist dagegen pervers und undenkbar.
 

haruc

Vorsteher und Richter
16. Dezember 2002
776
@ Semball:

In Berlin im "Antikriegsmuseum" gibts auch einige Exponate... darunter die Russischen Holzkistenmienen... bis auf einige Kuperleiter bestand die Miene aus Holz und 3 Dynamitstangen.

Übrigens würde ich JEDEM Mitglied hier aufm Board empfehlen, einen Besuch im Antikriegsmuseum zu absolvieren.. Es lohnt sich!! Dort gibts auch nen oginool Luftschutzbunker mit einer original Radiodurchsage aus den letzten Kriegstagen... wirklich erdrückend... und gibt es auch einige Bilder aus Hiroshima, die einem das Wort im Munde stocken lassen.

PS: Eintritt frei.
 

haruc

Vorsteher und Richter
16. Dezember 2002
776
Möge die Macht von Google.de mit Dir sein!!

ANTI-KRIEGS-MUSEUM

Brüsseler Strasse 21, 13353 Berlin
Täglich von 16-20 Uhr, auch Sonn-und Feiertags.

Tel:(030) 45 49 01 10

http://www.anti-kriegs-museum.de

Ist übrigens das älteste Anti-Kriegs-Museum der Welt (von 1925)...
Kriegsmuseen sind älter...
 

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