Sind Buddhisten anders, oder: Wie seht ihr Buddhisten?

Dieses Thema im Forum "Glaube und Religion" wurde erstellt von Tenshin, 19. April 2005.

  1. Tenshin

    Tenshin Geheimer Meister

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    Konnichiwa allerseits :D

    Der Titel dieses Threads:
    "Sind Buddhisten anders, oder: Wie seht ihr Buddhisten?"
    sagt eigentlich schon alles aus.

    Mir geht es hier primär nicht um die Sozialisierung asiatischer Mitbürger und "ihrer" Religion in Deutschland, oder die Erkenntnisse von Professor Owen Flanagan in der Zeitschrift "New Scientist" (24. Mai 2003, S. 44), denen zufolge Buddhisten, laut einer amerikanischen Studie "messbar glücklichere Menschen seien" sondern vielmehr darum, welches Bild von "dem Buddhisten" sich allgemein so gemacht wird.

    Wie seht ihr "den" Buddhisten bzw. was ist "typisch" für einen westlichen (europäischen oder amerikanischen) Buddhisten?

    Über eure Meinung und zahlreiche Beteiligung würde ich mich sehr freuen

    mit freundlichen Grüssen

    <gassho>

    Hona Sainara

    Tenshin
     
  2. Laokoon

    Laokoon Vollkommener Meister

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    hallo, hallo... :wink:

    Also ich fass mich jetzt mal ganz kurz und knapp, ich muss jetzt nämlich gleich los, weil meine Mittagspause bald zuende ist...

    Der Buddist wie ich ihn so erlebt habe scheint ein netter, weltoffener Mensch zu sein...das ist jetzt sehr vage und verallgemeinernd, aber mein Zeitschriftenfachverkäufer (okay: Kioskbesitzer) ist z.B. Buddhist und der ist immer freundlich und ab und zu unterhält er sich auch mit mir über alltägliche Dinge etc. etc. und das ohne dass ich ihm vorher schon kannte. Ich denke Buddhisten sind bestimmt toleranter als andere, aber Mensch bleibt im Grunde ja Mensch, von daher ist es wohl von Fall zu Fall unterschiedlich...

    Ich finde es nur schade, dass der Buddismus vor allem in Amerika, aber auch in Europa zur "Mode-Religion" verkommt....Immermehr Stars und Sternchen halten die Fahne des Buddismus hoch, obwohl man nicht sehen kann ob sie das nun ernst meinen oder das Ganze doch eher eine PR-Kampagne ist....

    Ich wünsche euch noch eine wunderbare Zeit!

    ~Laokoon~

    [edit= blau]
     
  3. rai69

    rai69 Geheimer Meister

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    hallo,

    ich mag die buddhisten sehr - sie sind so schön ausgeglichen.
    dass sie in summe die glücklicheren menschen sind mag ich gern glauben, gebe aber zu bedenken, dass die meisten menschen aus dem "spirituellen glauben" an wen oder was auch immer, kraft schöpfen können.

    was mir besonders gefallen hat, war die geschichte vom lachenden buddha, kein überhebliches, sondern ein fröhliches lachen über alles - weisheit eben.

    stars und sternchen:
    die moden wechseln, anderes dagegen hat bestand.

    gruß

    rai69
     
  4. forcemagick

    forcemagick Ritter der Sonne

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    wie seh ich den buddhisten ;)

    hehe ;) ist ein buddhist, der sich so nennt denn einer?

    ;)

    nein scherz beiseite oder sicherungsstift wieder in den koan gesteckt ;)

    da ist einmal die lehre, oder die denkanregung wie ich es eher verstehe und da sind jene, die diese denkanregung mehr oder weniger nutzen um klarheit zu erreichen....

    ich denke es gibt viele sogeannte buddhisten, die eigenlitch nicht viel mehr tun als einer netten religion hinterherzuspringen und ich denke da liegen sie letztlich falsch.. obwohl es schlimmere fehler gibt ;) .. ich denke die legen sehr starken wert auf das label buddhist...

    das heisst im umkehrschluss natuerlich nicht, dass nicht unter jenen, die das label buddhist gern tragen viele sind wenn nicht sogar sehr viele, die sich der sache mit sehr grosser ernsthaftigkeit verschrieben haben..

    gerade der buddhistenboom jedoch im westen ist fuer mich in vielen faellen so eine sache bei der eher das label geliebt wird als die lehre...

    auf der anderen seite sind da jene, die sich viel mit der lehre beschäftigen, sie für sich adaptieren und sich anleihen für ihre entwicklung holen sich aber selbst nicht unbedingt als buddhisten bezeichnen wuerden...
     
  5. Tenshin

    Tenshin Geheimer Meister

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    In der Tat gibt es sicher viele westliche Menschen die sich vom Buddhismus geistig inspirieren lassen, ohne deswegen gleich Buddhisten zu sein. Daneben gibt es dann noch jene, die buddhistisch philosophieren
    ohne Buddhismus zu praktizieren (Zu diesen "Pseudo-Buddhisten" ;) gehört auch, der meiner Meinung nach oft völlig überschätzte Daisetzu Teitaro Suzuki) und wiederum viele andere Menschen die "buddhistisch"
    leben und handeln, ebenfalls ohne ordinierte Buddhisten zu sein.

    Natürlich gibt es viele "Vorzeige-Buddhisten" die es sich nicht nehmen lassen, täglich mit blankpolierter Mala (Gebetskette) und evtl. noch einem propper gebügelten Rakusu (Zen-Latz) durch die Gegend zu ziehen... :lol:

    Nunja, bevor ich hier zuweit aushole und damit den Thread an sich eventuell überflüssig mache, überlasse ich lieber den Mitschreibern
    das Feld ;)

    mit freundlichen Grüßen

    <gassho>

    Hona Sainara

    Tenshin
     
  6. Trial

    Trial Geheimer Meister

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    Ich halte den Buddhismus weniger für eine Religion als für eine Lebenslehre. Er hat viele sehr interessante Aspekte, denen ich auch zustimme (insbesondere die Lehre der Ausgeglichenheit) aber auch einige Seiten von denen ich eher nicht so viel halte (Wie zum Beispiel das man das Nirvana nur als Mönch erreicht, oder die Buddhistische Lehre der Wiedergeburt).

    Ich weis allerdings nicht, was ich von einem überzeugten Buddhisten halten würde. Ich befürworte diese Religion, aber es ist doch der Mensch, der zählt!
     
  7. Heuli

    Heuli Geheimer Meister

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    Ich hab persönlich noch keinen Menschen getroffen, den ich bedenkenlos "Buddhist" nennen würde, von daher muss ich mich da zwangsweise wohl zurückhalten. Ein echtes Klischee hab ich da auch nicht im Kopf, da ich die "typischen" orange-gekleideten Mönche persönlich nicht als sehr buddhistisch einschätzen würde, so wenig wie ich Kirchengänger Christen nennen kann. Ich würde hier aber trennen nach einer Gruppenzugehörigkeit/Religion - einer Etikette: "Buddhist", da kenn ich durchaus einige[ und würde sie ganz knapp vor UFO-Sektieren und New-Age-Spinnern einordnen ;)] und nach einer Philosophie "Buddhismus", da kenn ich persönlich niemanden, kann also auch nix zu sagen, wie die Menschen sind.
    [Andererseits finde ich sehr fragwürdig, wie jemand sich selbst überhaupt als "Buddhist" bezeichnen kann, sich vielleicht durch Kleidung, Rituale und Sprache sogar noch so kennzeichnen kann und dann ernsthaft davon überzeugt sein kann, er hätte was von der Lehre verstanden. Aber ich schweife ab, darum soll's nicht gehen. ;)]
     
  8. forcemagick

    forcemagick Ritter der Sonne

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    ja ich denke auch der buddhismus ist eher eine philosophie.. eine art befreiungslogik...
    fast schon eine art geisteswissenschaft.

    du bist hier und willst dort hin.. beschaeftige dich mit dem buddhismus, lerne zu verstehen warum und weshalb die lehre so aussieht wie sie aussieht... prüfe sie auf ihre richtigkeit, lebe nach dem was du als richtig erkannt hast und ja.. befolge nicht einfach blind sondern hinterfrage... werde selbst zum buddha ;)

    ganz vereinfacht gesagt ;) .. .nicht dass es nicht hin und wieder recht nuetzlich sein koennte eine technik auszuprobieren, die man noch nicht ganz versteht ;) .. aber das ziel ist klarheit...
     
  9. Benkei

    Benkei Geheimer Meister

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    der Buddhist an sich

    Obwohl hier als Scherz gemeint doch auf jeden Fall eine berechtigte Frage.

    Viele hier im Westen sehen sich als Buddhisten, weil sie ein paar Bücher gelesen haben, eine kleine Buddhastatue (oder ein Foto vom Dalai Lama)im Zimmer sitzen haben, vielleicht einen Meditationskurs bei einem buddhistischen Mönche/Priester belegt haben und sich dann mit den (ihnen bekannten) Glaubensinhalten anfreunden können.

    Faktisch ist man eigentlich erst Buddhist, wenn man vor der Sangha (buddhistische Gemeinschaft, beispielsweise eine Sitzgruppe im Dojo oder die Gemeinde eines Tempels) Zuflucht zu den Drei Kostbarkeiten (Buddha, Dharma, Sangha) genommen hat.

    Bei den erstgenannten "Buddhisten" kann man oft den Eindruck gewinnen, dass es sich um eine vorübergehende Phase, eine Mode also, handelt, die aber wieder verfliegt wenn etwas interessanteres sich offenbart.

    Natürlich beginnt jeder seinen Weg mit dem ersten Schritt und das ist auch bei den "zufluchtgenommenen Buddhisten" (künftig Buddhisten ohne Anführungsstriche) der Fall, die auch einsteigen indem sie Bücher lesen und in Sitzgruppen/Tempelleben "hereinschnuppern". Für sie ist der Buddhaweg aber nicht nur eine Mode, sondern prägend und Lebens/-Altagsbeeinflussend.

    Ganz allgemein muss man natürlich auch sagen, dass es nicht nur unzählige verschiedene buddhistische Strömungen gibt, die auch langsam im Westen Fuss fassen (Theravada, Zen, Jodo, Vajrayana, Falun Gong), sondern auch die unterschiedlichsten Möglichkeiten, Buddhismus individuell zu leben/praktizieren. So ist schwer, hier eine allgemeine Aussage zu treffen.

    Trotz allem habe ich festgestellt, dass die Buddhisten (die ohne Anführungsstriche) zu den konsequenteren Menschen gehören (was Eigenverantwortung, Lebensführung, Konsumverhalten etc. angeht) und sich trotzdem eine gewisse Heiterkeit bewahren. Das trifft allerdings auch auf andere spirituell Suchende zu.
     
  10. Tenshin

    Tenshin Geheimer Meister

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    Konnichiwa allerseits :D

    Nach den zahlreichen Beiträgen die es bisher zu diesem Thema gab, möchte ich nun auch meine Vorstellung, was denn nun "den" westlichen Buddhisten ausmacht bzw ausmachen sollte, einbringen. Das gelingt vielleicht am einfachsten, wenn ich zunächst versuche verständlich zu machen, was "der Buddhist" für mich nicht ist.

    Jemand der das Etikett des "Buddhismus" dazu benutzt, Verantwortung für sein Leben zu delegieren, sich und andere Menschen zu täuschen, letztlich also die Ausseinandersetzung mit seinen Schattenseiten und den
    persönlichen charakterlichen Mängeln scheut, begreife ich persönlich ebensowenig als Buddhisten, wie jemanden, der sich lediglich intellektuell mit der Materie befasst hat und keinerlei Konsequnzen daraus zieht.

    Damit wird deutlich, das von meiner persönlichen Kritik nicht nur einem Trend folgende "New-Age-Buddhisten" betroffen sind, sondern ebenso Buddhisten die bereits Zuflucht zu Buddha (Vorbild), Dharma (Lehre) und Sangha (Gemeinschaft) genommen haben und ordiniert sind.
    Ein buddhistischer "Stereotyp" der sich in traditionelle Gewänder kleidet, die kulturellen Hintergründe der jeweiligen Tradition ergründet und sich auch sonst "typisch buddhistisch" gibt (inklusive des obligatorischen milden Lächelns) spielt vielleicht eine hübsche Rolle, mehr aber auch nicht.

    Den Buddhisten aus meiner Sicht macht es vor allem aus, dass er Buddhismus praktiziert und nicht nur studiert (dafür gibt es übrigens
    Buddhologie-Semester ;) ). Er ist ein aktives, selbstkritisches Individuum das auch sonst seinen gesunden Menschenverstand benutzt. Er (oder Sie, wir wollen ja nicht sexistisch sein ;) ) weiss um seine persönlichen
    charakterlichen Schwächen und Fehler oder ist zumindest bemüht diese zu erkennen und zu integrieren.
    Das ist ein recht hoher Anspruch und ich möchte keinesfalls behaupten das jeder Buddhist jederzeit dazu in der Lage ist (was meine Person selbstverständlich nicht ausnimmt). Jedoch befasst sich "der Buddhist" nach meinem Verständnis nicht ausschließlich mit sich selbst, wie es beim Lesen der bisherigen Ausführungen vielleicht erscheinen mag.

    Gerade weil er sich seiner Fehlerhaftigkeit bewusst ist, geht er
    verantwortungsvoll mit seiner Umgebung, Mitmenschen, Tieren, Pflanzen und Gegenständen um. Die (möglichst tägliche) Meditation hilft ihm,
    Gegensätze und scheinbar irrationales zu integrieren und den vielen vorübergehenden Erscheinungen mit weit gehendem Gleichmut (nicht Gleichgültigkeit!) zu begegnen - was jedoch nicht heisst, das einem Buddhisten nicht auch einmal gründlich der Kragen platzen kann - man ist ja trotz aller Meditation und Praxis auch nur ein Mensch ;)

    Auch wenn, wie bereits gesagt Buddhisten angeblich sogar wissenschtlich belegbar "glücklichere" Menschen sind, so haben auch sie Launen und Leiden. Interessanterweise werden aber meines Wissens nach auf keinen anderen religiös-spirituelllen Stereotypen soviele Anforderungen und Erwartungen bezüglich Geduld, Verständnis und Langmut gestellt, wie an den Buddhisten. Sicher ist es in gewissem Maße positiv, wenn einem selbst, als Mitglied dieser Gruppierung, bereits im Voraus so viele angenehme Attribute zugesprochen werden (dafür dass er in den Ruf kommt tolerant zu sein, müßte der Stereotyp eines gläubigen Christen oder Moslems wahrscheinlich wesentlich mehr für sein Image tun) - auf der anderen Seite ist es dann aber auch einigermaßen befremdlich zu sehen mit welcher Überraschung und auch mit welchem Unwillen seitens der Umgebung reagiert werden kann, wenn diese Gedankenschablone einmal gesprengt wird, weil man sich plötzlich so "unbuddhistisch" verhält.

    Wenn "buddhistisch sein" bedeutet, Vegetarisch zu essen, aktiv am
    sozialen Leben teilzunehmen, Umweltbewusstsein zu haben und neben sich auch auf andere zu achten, dann sind mir persönlich all jene so
    "buddhistischen" Menschen, auch wenn sie vielleicht noch nie vom Buddhismus gehört haben, lieber, als ein schriftlich bestätigter Buddhist
    dogmatischer Geisteshaltung, der zu egoistisch ist um sich eingestehen zu können, menschliche Fehler machen zu dürfen.

    Ich hoffe sehr, dieser Beitrag fördert eine konstruktive Diskussion und wird nicht als "der Weisheit letzter Schluss" angesehen, ich habe lediglich versucht mein Verständnis des Buddhismus auf das Bild "des Buddhisten" anzuwenden ;)

    MfG

    <gassho>

    Hona Sainara

    Tenshin
     
  11. Benkei

    Benkei Geheimer Meister

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    @Tenshin
    Dein aufgezeigtes Idealbild eines Buddhisten stimmt durchaus mit meiner Einschätzung, wie ein positives (nicht nur) buddhistisches Leben gestaltet sein sollte/könnte überein.

    Die meisten Buddhisten allerdings, von denen man hört gehören hier im Westen wohl zu den "Mode-Buddhisten".

    Aber das ist ja nichts neues.

    Es gibt ja auch wesentlich mehr "Weihnachts-und-Ostern-Christen" und "Freitagsmoslems" als wirklich Überzeugte und Praktizierende. Es ist einfach leichter, den religiösen Aspekt nicht das gesamte Leben beeinflussen zu lassen und im Altag lieber den weltlichen Dingen hinterherzujagen.
    Aber was das angeht muss ich, auch soweit es mich betrifft einräumen:
    "Schuldig im Sinne der Anklage."
     
  12. Laokoon

    Laokoon Vollkommener Meister

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    Beitrag dann mal editiert...hat zwar was gedauert, obwohl es nur so ein bisschen Text ist, aber naja... :wink:
     
  13. forcemagick

    forcemagick Ritter der Sonne

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    und dann gibt es natuerlich jene, die sich mit dem buddhismus in ein relativ kritisches fahrwasser begeben haben, sich selbst unterdruecken und versuchen ein ideal zu leben, dass sie noch gar nicht erreicht haben... oftmals mit der folge, dass sie eine maske tragen, die nur all zu leicht klirrend herunterfaellt...

    buddhismus ist nicht ganz einfach zu leben und zu praktizieren und ich denke gerade im westen wo der buddhismus ja momentan doch sehr mode ist gibt es so manchen, der das oben beschriebene problem sein eigen nennen kann.
     
  14. Gruni

    Gruni Großmeister

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    wer ist nun Buddhist

    ohayo gozaimasu

    Wer ist Buddhist?

    Das ist eigentlich gar keine so schwere Frage.

    Im Buddhismus ist es so das sich jeder Mensch der sich entschließt nach dem edlen achtfachen Pfad zu Leben sich Buddhist nennen darf.
    Es gibt keine großen Rituale (wie z.B. Taufe) man muß auch nicht den ganzen Tag Meditieren oder Beten um ein guter Buddhist zu sein.

    Ich habe hier vorhin gelesen das nur Mönche das Nirwana erreichen können.
    Das ist auch nicht ganz richtig. Natürlich ist es als Mönch sehr viel einfacher sein Leben nach der Lehre zu richten da es einfacher ist den weltlichen Luxus hinter sich zu lassen aber Buddhismus ist nicht nur etwas für Mönche und Nonnen.

    Ich möchte mich auch Tenshin anschließen und finde seine Sichtweise sehr zutreffend.

    Nun nochmal zur Frage "sind buddhisten besser oder glückliche Menschen"

    Ich möchte mal eine gegenfrage stellen:

    sind Christen, Moslems, Juden, Hinduisten, Toaisten ..... die schlechteren Menschen oder unglücklicheren Menschen?

    Was mir noch aufgefallen ist. Ich habe den eindruck das hier Buddhismus immer etwas nur in die ZEN schiene abschweift.
    Ich finde ZEN ist im Moment mehr oder weniger die besagte Inrelegion in Europa. Der Markt wird mit Büchern die mehr oder weniger gut sind überhäuft und den westlichen Leuten gefällt es da es ihnen als einfach verkauft wird. Aber ich finde das ZEN alles andere als einfach zu praktizieren ist und schon gar nicht weil man mal ein Buch drüber gelesen hat aber das ist meine meinung. Worauf ich aber hinaus will ist das ZEN ein ganz geringer teil des Buddhismus ist der aber gerade im Westen immer mehr an beliebtheit zunimmt. China und Japan ist das Land in dem ZEN einmal groß war aber was ist jetzt? Ich kenne viele Japaner die nicht einmal wissen was ZEN ist und in China gibt es auch nicht mehr viele Buddhisten da diese mehr oder weniger nicht gern gesehen waren unter Mao. Naja ich schweife schon wieder ab worauf ich aber hinaus will ist das Buddhismus weit mehr ist als ZAZEN und mal ein Buch lesen.

    in diesem Sinne

    wünsche ich noch einen schönen Sonntag Nachmittag

    soredewa mata
     
  15. Benkei

    Benkei Geheimer Meister

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    Frage der Sicht

    An sich wird man erst Buddhist, wenn man vor einer (stellvertretend für DIE) Sangha Zuflucht zu den Drei Kostbarkeiten (Buddha, Dharma und Sangha) genommen hat.


    Liegt daran, welcher Tradition/Fahrzeug/Schule man angehört.

    In der Theravada-Tradition des Hinayana wird tatsächlich die Auffassung vertreten, dass nur Mönche den Status des Arhat erreichen können. Deshalb ist es das Streben der Laien (und auch der Nonne) gutes Karma zu entwickeln um in einem nächsten Leben als Mann wiedergeboren zu werden der dann Mönch wird.

    Im Mahayana (natürlich auch im Vajrayana) sieht das, zumindest in den meisten Schulen, ganz anders auch.
    Je nach Tradition gibt es hier eine ganze Bahnbreite von "Jeder der sich aufrichtig bemüht, kann in diesem Leben Buddha werden" bis hin zu "Sogar der Gute wird erlöst, um wie viel mehr der Böse".

    Alles eine Frage der Sicht/Tradition.


    Ich denke Menschen, die ihren Weg gefunden haben sind die glücklicheren Menschen. Vollkommen egal, welcher Weg das nun ist, er muss noch nicht mal religiöse begründet sein.


    Gilt nicht nur für Zen, sondern auch für die tibetischen Traditionen des Vajrayana (Gelugpa, Sakyapa, Kagyüpa, Nyingmapa, Neue Kadampa). Das Phenomen ist aber hier wie dort, dass Interessierte sich meist nur das "herauspicken" was einfach umzusetzen ist und was den Altag möglichst wenig beeinflusst.
    Von daher kann man durchaus von "Inreligion" sprechen. Aber auch das wird abklingen.
    Auch was Bücher angeht, gibt es solche und "solche". Nicht immer ist da wo Zen draufsteht auch Zen drin (ich erinnere hier nur an Bücher wie "Zen und die Kunst des Kochens" oder "Zen für werdende Nichtraucher" :roll:)

    Was Zazen anbelangt fällt mir dazu ein:
    Vielleicht ist gerade genau DAS Buddhismus...


    Den wünsche ich auch :wink:
     
  16. Gruni

    Gruni Großmeister

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    Re: Frage der Sicht

    Also wenn ZAZEN für dich Buddhismus ist ist das schön für Dich, ich finde das es weitaus mehr ist aber das muß jeder für sich selbst wissen und herausfinden.

    Ja da hast Du recht mit den verschiedenen Fahrzeugen und Schulen aber ich denke das hat sich mit der Zeit entwickelt. Ich denke Buddha hat sich entschieden seine Lehre zu verbreiten damit sie für Alle zugänglich ist.
    Mit der Zeit haben sich dann die verschiedenen Schulen gebildet die die Lehre Buddhas auf ihre Bedürfnisse angepasst haben. Dabei ist es wohl auch aufgrund der Arroganz verschiedener Schulen oder einzelner Mönche zuzuschreiben das mann einen gewissen Status haben muß um "Erleutet" zu werden. Denke aber dies ist nicht im Sinne des Erfinders 8O

    Das ist doch genau wie bei der Kirche. Muß man Pfarrer oder Mönch sein um in den Himmel zu kommen?
    Oder wie im Islam. Muß ich Prediger sein um ins Paradies zu kommen.

    Ich denke nein.

    Es ist der jeweilige Glaube der zum Ziel führt und das hat man selber in der Hand. Ob man nun an Jesus, Allah, Buddha oder an sich selbst glaubt.
    Es gibt auch keine bessere Relegion als die andere und ich finde schade das Relegionen immer als vorwand zu konflikten genommen werden.
    Aber was will man machen das wird immer so sein
     
  17. Benkei

    Benkei Geheimer Meister

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    Re: Frage der Sicht

    Der Ausspruch bezog sich nicht auf meine persönliche Sichtweise (deshalb auch in kursiv). Allerdings sehe ich es so, dass die eigene (Herzens-)Praxis einen der Hauptpfeiler bildet.
    Natürlich ist Zazen nur eine mögliche Praxis unter vielen, insoweit muss ich dir schon recht geben, dass das jeder für sich selbst herausfinden muss.


    Diese Auffassung teile ich.
    Allerdings wird es als Ordinierter, der sich kaum noch um weltliche Aspekte kümmern muss wesentlich einfacher sein, Fortschritte auf dem Pfad zu machen (gleich welcher Tradition, buddhistisch oder auch nicht), da man diesem Aspekt so ja das Hauptaugenmerk witmen kann.


    Da der interreligiöse Dialog zu keinem Zeitpunkt in der Geschichte so weit fortgeschritten war wie heute besteht vielleicht doch noch Hoffnung dass sich dies irgendwann mal ändern kann, obwohl derzeit wohl wieder einige Rückschläge hingenommen werden.
     
  18. struppo_gong

    struppo_gong Auserwählter Meister der Neun

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    Meine Sicht vom Buddhismus ist, glaube ich, eher eine, die sich dadurch auszeichnet, dass die theorethischen Hintergründe in ihrer Summe letztendlich lebensnäher, präziser, wechselwirkender innerhalb ihrer Ausprägung usw. sind und dadurch auch besser als die Gleichnisse in ihrer Summe jeweils anderer Religionen. Ausserdem sind sie auch eine umfassendere Sicht als viele andere Philosophien.
    Insofern ein wirklich gelunges Agglomerat, aber immer noch nur eine Grundlage für das ganze Paket.

    Was mich vor Kurzem überraschte war, dass ich in einem Interview las, dass der Dalai Lama gar kein richtiger Vegetarier ist und manchmal Habichte mit seinem Luftgewehr verjagt, wenn er friedliche Vögel füttert.

    Naja, ich denke dieses Ganze der Weg der Mitte - Zeug ist, neben der Grundidee der Möglichkeit zum inneren und äusseren Frieden etwas auf realistische Weise sympathisches. Dieses Eigenständniss der Unüberheblichkeit, bei der man sich trotzdem noch was rausnehmen kann. Vermutlich beschreib ich hier aber auch ein bisschen ein Idealbild
     

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