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Saulus (Paulus)

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Auf den Typen sind wir ja in unseren Diskussionen schon öfter zu sprechen gekommen. Im NT sind insbesondere seine Briefe abgedruckt. Meiner Meinung nach ist er ein Verdreher, der mit seiner Botschaft die Christen gehirngewaschen hat, also eine Person, der die - sagen wir mal - die Nachfolger Jesu unterwandert hat. Die Christen hätten auf den Kerl nicht hören sollen, der bis zum Schluss für die gearbeitet hat, die die Christen um die Ecke bringen wollten - auch nach seiner vermeintlichen Bekehrung. Mit seiner Lehre hat er den Grundstock für die späteren Dogmen einer staatlich anerkannten Kirche gelegt. Was meint ihr zu SPaulus (und Co.)?
 

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Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Nun, eigentlich habe ich ja ein paar Sätzchen formuliert, die nicht gerade mit der langen Tradition der gängigen kirchlichen Lehre harmonisch klingen. Eigentlich wollte ich darauf hinaus, mal ein paar Infos zu sammeln, oder ein paar seiner Lehrsätze anzuschauen, um herauszufinden, ob sich das Ganze auch stützen lässt - oder eben nicht. Ein paar Leute haben bestimmt mehr Wissen zum historischen Kontext, usw. Mal sehen was kommt. :wink:
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
ich habe hier was über paulus (das wird wieder lang, und dann mit meinem zwei-finger-tipp-system...)

der eigentliche begründer des orthodoxen christentums war paulus, der die frühesten eindeutig christlichen schriften verfasste oder anregte und dabei die evangelien vordatierte.
paulus legte die grundlagen der orthodoxen lehren fest:
hoffnung auf eine hohe stellung im himmel für die reinen; meidung von frauen und sexualität; trennung von körper und seele.
"denn das begehren des fleisches richtet sich gegen den geist, das begehren des geistes aber gegen das fleisch; beide stehen sich als feinde gegenüber" (galater 5,17) paulus kopierte die asketischeren gnostischen sekten seiner zeit, über die h. jonas sagte: "eine ungeheure, nie mehr ganz zu überbrückende kluft tut sich auf; gott und welt, gott und natur trennen sich, werden einander fremd, werden gegensätze."

ein schlüssel zu diesem prozess lag in der trennung von männlichem und weiblichen prinzip in der religion. der himmlische vater und mutter erde waren nicht länger vermählt. frauen hatten nach paulus keinen anteil mehr an den heiligen mysterien.
... pauli abneigzung gegen frauen und sexualität legt den verdacht nahe, daß seine esoterische lehre mit der frühchristlichen praxis der freiwilligen kastration "um des himmelreiches willen" zusammenhing, von der jesus gesprochen hatte (matthäus 19,12).
zu den zeiten des paulus verehrte rom den selbstkastrierten gott attis, und paulus war ein großer bewunderer der römischen kultur, wie die tatsache zeigt, daß er seinen namen romanisierteund von saulus zu paulus umwandelte.
römische christen benutzten später die selbstkastration nach art der attispriester als eintrittskarte in den himmel. tertullian sagte, eunuchen stehe das himmelstor immer offen.
in dem geheimnisvoll verschlungenen stil, der für die mystischen schriften jener zeit typisch ist, deutet paulus an, daß er zu den gottgefälligen eunuchen gehörte. häufig erwähnte er seine rätselhafte "schwachheit"- ohne sie je näher zu beschreiben-,die er "eine kleine last unserer gegenwärtigen not" nennt, die ihm allerdings ewige herrlichkeit bringen sollte (2.korinther 4,17).sie machte ihn christus gleich:"alle, die zu christus gehören, haben das fleisch und damit ihre leidenschaften und begierden gekreuzigt" (galater 5,24).

nun ja, so geht es dann weiter...
ein vertrockneter, lebensfeindlicher fuzzi, der leider gottes mit den grundstock der christlichen religion gelegt hat.
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
24.048
streicher, ich kann dir nur rechtgeben.

anstatt jesu botschaft weiter zu bringen, hat er das judentum reformiert und das label "christus" draufgepappt. die eigentliche botschaft hat er nie verstanden.

für jemanden, der am boden liegt, heisst die botschaft "nimm meine hand, ich helf dir hoch"
für jemanden, der im supermarkt nicht an die ketchupflasche im oberen regal kommt, heisst die botschaft "kann ich dir helfen? was solls denn sein? ketchup?"
für eine frau, die versucht, mit ihrem kinderwagen in die strassenbahn zu kommen, ist die botschaft eine zupackende hand

naja, und so weiter.. den ganzen bibelmist (sorry) kann man sich dabei eigentlich sparen.

allesliebe
zauberweib
 

Tarvoc

Ritter vom Osten und Westen
10. April 2002
2.559
Paulus war nie Christ. Er hat Jesu' Lehre vollkommen umgedreht! Er wollte aus Jesus einen Gott machen, der dieselben großartigen Wunder vollbringen kann wie die anderen "Modegötter" seiner Zeit: Mithras, etc. Dabei hat er seine Lehre vollkommen korrumpiert. Außerdem ist er maßgeblich mitschuldig am christlichen Antisemitismus des Spätaltertums und Mittelalters!
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
@ zauberweib

Deine einfachen Beispiele zeigen, wie einfach und unkompliziert sich Probleme lösen lassen... Man braucht kein Konstrukt, um das Leben auf dieser Erde meistern zu können.
Was mich jedoch noch schockiert hat an seiner Lehre, ist dies: er hat den damaligen Christen aufgeschwatzt, dass sie geduldig in Trübsal sein sollen. Die Liebe erdulde alles, (auch die Verfolgung und den Tod im Kolosseum). Nicht wenige haben anscheinend geglaubt, dass sie durch die Zeit der Verfolgung hindurch gehen müssten (um später die Krone des Sieges zu empfangen: er inszeniert es wie einen Olympischen Lauf). Wie Tarvoc es sagt, der Typ war kein Christ. Er war ein Antichrist unter den Christen, der, während sie dachten er sei das Vorbild schlechthin, sie an das Messer lieferte. Und er hat es ziemlich weit gebracht!

Liebe Deinen Nächsten (aber dem Feind leiste Widerstand). :roll:

Alles Liebe
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Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Hab mal zu den Namen Mithras und Attis im Internet gesucht.

Den Urchristen lag fern, sich gegen den Staat aufzulehnen. Im Gegenteil: Sie betrachteten es als eine Vorsehung Gottes, dass Augustus die Pax Romana eben zu dem Zeitpunkt, als sich das Christentum auszubreiten begann, aufgerichtet hatte. Die römische Regierung ihrerseits tolerierte jeden Kult, der keine staatsfeindliche Färbung hatte. Die ins Absurde abgleitende Dekadenz der römischen Gesellschaft führte in breiten Schichten zu starker Empfänglichkeit gegenüber sittenstrengen, fremden Kulten. In Rom war die ägyptische Muttergottheit Isis ebenso zu Hause, wie der persische Lichtgott Mithras und der düstere, aus Anatolien stammende Kult der Attis und der Kybele. Aehnlichkeiten dieser Kulte mit demjenigen der frühen Christen sind unverkennbar: Im Mithras-Gottesdienst war es üblich, eine heilige Mahlzeit zu halten, die der christlichen Eucharistie nicht unähnlich war. Der Kybelekult war dadurch gekennzeichnet, dass nach einer Fastenzeit ein "Bluttag" folgte, an dem Attis betrauert wurde; Drei Tage später wurde dann das Fest "Hilaria" gefeiert, die Auferstehung des Attis, ein Fest, dass Schmerz in Freude verwandelte. Die ägyptische Isis aber wurde als Mutter dargestellt, die ihr heiliges Kind an der Brust nährt. So war im alten Rom gewiss eine Grundlage vorhanden, welche die Annahme des Christentums in breiten Schichten emotional vorbereitete. Allerdings bestanden im ersten Jahrhundert wilde Gerüchte über die Sekte der Christen: Aussagen von Christen über die allgemeine Liebe und das Herrenmahl wurden zu Inzest und Kanibalismus verdreht. Dennoch hatten die Christen unter Vespasian, dem "zweiten Augustus", nicht viel zu fürchten.
Kirchengeschichte

Mal tiefer graben?
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
24.048
streicher, ja die lehre, dass man leiden muss, um in den himmel zu gelangen, finde ich absurd. ich meine, gott hat diese schöne welt doch nicht erschaffen, damit wir darin trübsal blasen..

es gibt ne nette geschichte, von einem missionar, der mit einem mexikanischen indianerhäuptling sprach. der miss. wollte dem indianer erklären, dass es im jenseits das paradies gäbe, und die welt hier eben ein jammertal sein. dabei gingen sie spazieren auf deinem berg. oben angelang, zeigte der indianer ins wunderherrliche tal und meinte, für uns ist dies hier das paradies. wenn du auch recht hast, dann gibt es eben zwei paradiese.

allesliebe
zauberweib
 

Gaara

Meister vom Königlichen Gewölbe
7. Mai 2002
1.398
Ja Paulus war leider wirklich ein Idiot.
Unter anderem hat er auch gesagt, dass Christen, wenn sie atheistisch werden, dann niemehr "zurückkehren" können.
Allerdings sind diese Briefe jetzt nichtmehr so bedeutend im Christentum.
 

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Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
@ zauberweib

Über diese Themen habe ich schon mit vielen Christen diskutiert. Himmel und Hölle, Feuer, Bomben und Paradies finden wir auf demselben Planeten. Das Denken und Arbeiten in eine ferne Zukunft in einer Anderswelt kann von dem Wesentlichen sehr ablenken. Und offensichtlich sind einige Berserker dabei, das Höllenfeuer schüren zu wollen.

:wink: Mit dem Indianerhäuptling würde ich auch mal gerne sprechen... Der spricht doch echt Mut zu.


@ Gaara

Vielleicht lesen nicht mehr sehr viele Menschen seine Briefe höchstpersönlich. Aber das Denken hat der Mann ziemlich geprägt. Auf seine Grundgedanken greifen viele 'Kirchen' zurück. Auffallend in seiner Lehre ist die Loyalität zum Staat. Immerhin war es auch der Staat, der die Christen verfolgte: Paulus blieb (wie er auch schrieb) Römer und Jude.
 

Tarvoc

Ritter vom Osten und Westen
10. April 2002
2.559
Zumindest das Abendmal kann nicht aus heidnischen Kulten stammen, da es noch direkt aus dem Essenismus kommt!
 
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Verfasser Titel Forum Antworten Datum
J Jesus, Johannes und Paulus Off-Topic 28

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