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Ruanda: Zehn Jahre danach

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Der Völkermord in Ruanda jährt sich zum zehnten Mal. Innerhalb von drei Monaten wurden in Ruanda 800.000 Menschen, hauptsächlich Tutsi, dahingemordet. Und nun leben die Mörder Seite an Seite mit den Überlebenden: die Opfer stehen nicht selten nach 10 Jahren den Tätern nochmals gegenüber. Es ist nicht Krise, es ist Ordnung, unter Zwang, aber auch eine Nichtaufarbeitung. Ausserdem wird überdeutlich, dass ein anderer Verlauf der Geschichte möglich gewesen wäre, denn am 11. Januar 1994 warnte General Roméo Dallaire die UN eindrücklich vor einem bevorstehenden Massenmord. Die Warnung wurde von der Abteilung für Friedensmissionen nicht ernstgenommen. Deren Leiter von damals ist heute der Leiter der UN. Der Zündfunke im Pulverfass war der Abschuss des Präsidentenjets. Am 7. April begann der Massenmord. Von einem Genozid wollten die UN nicht sprechen, sonst hätte sie einen militärischen Einmarsch befehlen müssen. Annan und Clinton entschuldigten sich danach für ihre 'misslichen Entscheidungen'. Entschuldigen? Wie arbeitet man einen Genozid vernünftig auf? Wie kann Ruanda und seine Bevölkerung kuriert werden?
 

willi

Geheimer Meister
21. April 2003
260
Hallo

Diese verlogene, verheuchelte, selbstverliebte, Brut!!!

Und noch stinkfrech einen Gedenktag und Schweigeminuten (2 Min.) einlegen..

http://www.taz.de/pt/2004/04/07/a0169.nf/text.ges,1

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,290436,00.html

http://www.uno.de/sg/articles/rwanda.htm

Der entscheidende Fehler der Vereinten Nationen bei ihrer Reaktion vor und während des Völkermords in Ruanda läßt sich folgendermaßen zusammenfassen: mangelnde Ressourcen und fehlender Wille, sich so zu engagieren, wie es erforderlich gewesen wäre, um den Genozid zu verhindern oder zu stoppen. UNAMIR, die Hauptkomponente der Präsenz der Vereinten Nationen in Ruanda, wurde nicht in einer Art und Weise geplant, dimensioniert, aufgestellt und instruiert, die sie in die Lage versetzt hätte, gegenüber einem in ernsthaften Schwierigkeiten steckenden Friedensprozeß eine aktive und entschiedene Rolle wahrzunehmen. Die Mission war kleiner, als es bei ursprünglichen Erkundungen vor Ort vorgeschlagen worden war. Sie wurde nur langsam aufgebaut und durch ständige Verwaltungsprobleme zusätzlich geschwächt. Es fehlte an gut ausgebildeten Truppen und funktionierendem Material. Das Mandat der Mission beruhte auf einer Analyse des Friedensprozesses, die sich als falsch erwies, und wurde trotz eindeutiger Warnsignale, daß es nicht mehr den Umständen entsprach, niemals korrigiert. Als der Genozid begann, funktionierte die Mission nicht als kohärentes Ganzes: Übereinstimmende Zeugenaussagen weisen bezüglich der Stunden und Tage der tiefsten Krise auf einen Mangel an politischer Führung und militärischer Kapazität, an Koordination und Disziplin sowie auf gravierende Kommando- und Kontrollprobleme hin.

http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/regionen/Ruanda/uno-bericht.html

http://www.global-politics.de/modules.php?name=News&file=article&sid=79

http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/regionen/Ruanda/frankreich.html

usw. usw...

Gruss Willi
 

Godot

Geheimer Meister
30. Juli 2003
232
Wer sollte sich im besonderen Maße von den 4 Attributen angesprochen fühlen, wollte ich fagen. (ich beziehe da mich auf den von Samhain geposteten Artikel)
meiner Meinung nach, liegt das auf der Hand.

Zuerst wird dick Gewinn gemacht mit Waffenhandel auf beiden Seiten, dann wird rumgeheult von wegen: "es is so sckrecklich... wir konnten den Genozid nicht aufhalten". Krank.
 

trashy

Großer Auserwählter
19. Mai 2002
1.781
ja, leider wieder ein Beweis für die Unfähigkeit der UN, der beauftragten Militärs und deren Mitgliedsländer (Sicherheitsrat) ...

... aber anscheinend haben Hutu und Tutsis gelernt und ihre Lehren daraus gezogen (so zumindestens vermittelt es eine TV-Doku der letzten Tage - kA wo&wann die kam).
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Einzelheiten kommen ans Tageslicht:

Die Gedenkfeiern werden von neuen Vorwürfen überschattet. Das Genozid sei von langer Hand geplant und nur mit ausländischer Hilfe möglich gewesen, behauptet der damalige Premierminister Ruandas, Jean Kambanda. Demnach wurde der Völkermord im damaligen ruandischen Kabinett offen diskutiert. So soll eine Ministerin gesagt haben, die Probleme des Landes seien nur zu lösen, wenn alle Tutsi umgebracht würden. Die beim Verhör mit Ermittlern des UN-Kriegsverbrechertribunals gemachten Aussagen Kambandas wurden jetzt erstmals in dem Buch "Conspiracy to Murder" von Linda Melvern veröffentlicht.

Gedenkfeier für die Opfer des Völkermords in Kigali (dpa)
Nach den Recherchen der britischen Autorin hat die ruandische Regierung wenige Monate vor dem Genozid Hackmesser im Wert von 750 000 Dollar aus China importiert. Die meisten Opfer des von der paramilitärischen Organisation Interahamwe geplanten und überwachten Genozids wurden mit solchen Messern umgebracht. Außerdem soll die Regierung in Kigali militärische Hilfe aus dem Ausland, vor allem aus Frankreich und Ägypten, erhalten haben. Bislang wurde der Völkermord immer als spontaner Blutrausch der aufgebrachten Bevölkerung beschrieben.
"Wir alle haben gemeinsam versagt"


Zu denken gibt auch eine Aussage, die Annan getroffen hat:
ALS wir kampferprobte Soldaten brauchten, um Kombattanten und Flüchtlinge voneinander zu trennen, habe ich die Möglichkeit erwogen, eine Privatfirma zu engagieren. Aber vielleicht ist die Welt noch nicht bereit dazu, den Frieden zu privatisieren", erklärte nach dem Völkermord in Ruanda Kofi Annan, damals stellvertretender Generalsekretär der Vereinten Nationen und zuständig für die UN-Friedensoperationen.
Krieg als Dienstleistung
 

Yoda

Vorsteher und Richter
10. April 2002
781
Wer hat damals eigentlich die Tutsi umgebracht? Keine einzige Nachrichtensendung hat das bisher gesagt. Ich konnte es auch nirgends finden.
 

NoToM

Intendant der Gebäude
13. Januar 2003
852
«Ich habe versagt»
Dallaire, 1993–1994 Kommandant der Uno-Friedenstruppe in Ruanda: «Ich fühle mich schuldig am Tod dieser Menschen.»

Das Grauen lässt ihn nicht los. Zweimal wollte sich General Roméo Dallaire das Leben nehmen. Als vor zehn Jahren in Ruanda das Schlachten begann, forderte der Blauhelm-General Verstärkung. Vergeblich.

FACTS: General Dallaire, viele Überlebende des Völkermordes in Ruanda sehen in Ihnen einen Helden. Sind Sie ein Held?

Roméo Dallaire: Nein. Im Gegenteil. Ich hasse diese Bezeichnung. Die Mission ist gescheitert. Hunderttausende Menschen wurden ermordet. Wie kann man mich unter diesen Umständen einen Helden nennen? Ich habe einiges getan. Doch letztlich habe ich versagt.


Das ganze Interview mit General Roméo Dallaire gibts hier:
http://www.facts.ch/dyn/magazin/ausland/365326.html
 
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