Politisches Gedicht .....

Dieses Thema im Forum "Zeitgeschehen, Politik und Gesellschaft" wurde erstellt von Esajas, 5. Juli 2002.

  1. Esajas

    Esajas Geheimer Meister

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    zum 4. Juli?

    Gestern erschien in der taz das folgende Gedicht von Ralf Oberndörfer:

    Kollateral, kollateral
    So ein Pech, passiert schon mal

    Wo wir hobeln, fällt der Span
    Heute in Afghanistan

    Bald schon wieder im Irak
    Diese Jungs sind schwer auf Zack

    Just Married
    Just Buried

    So sorry
    Don't worry

    Keiner hat's gesehn
    Drum ist es nie geschehn
     
  2. Diskordias Legionär

    Diskordias Legionär Geheimer Sekretär

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    *lol*!!! :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: *lol*

    DIE DENKWEISE VIELER STAATEN ERFASST....!!!!
     
  3. Esajas

    Esajas Geheimer Meister

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    Die Denkweise eines Staates, der 1776 gegründet wurde, ganz besonders!
     
  4. Paradox

    Paradox Geheimer Meister

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    Kennt das jemand?:

    Das alte Gedicht

    Also lautet ein Beschluß,
    daß der Mensch was lernen muß.
    Und überall, das ist gewiß,
    beginnt die Lehre mit Beschiß.
    "Beim Herrschen", sprach schon Großpapa,
    "gilt divide et impera".

    Klaus Naumann hatte die Visionen,
    den Balkan möglichst nicht zu schonen.
    "Balkanisierung" heißt seit langem,
    was Kaiser, Führer, Kanzler sangen.

    Ein Anlaß her - das ist ein Muß,
    in Sarajevo wars der Schuß.
    Und für das Fliegerekel Löhr
    war´s mit dem Anlaß nicht so schwör.

    Seit Orient-Expreß und Bagdadbahn,
    bleibt es der alte deutsche Wahn,
    mit allen Mitteln, die man hat,
    finden deutsche Kriege statt.

    Für den Zugang zu Petrölen
    gilts den Balkan zu durchwühlen,
    das deutsche Heer ist das gewohnt
    weil die Sache doch so lohnt.

    Doch diesmal, am Jahrhundertende,
    kam die Propagandawende.
    Diesmal schrie man: "Völkermord,
    der Serbe säubert Ort für Ort!"

    Denn was ein rechter Serbe ist,
    der weiß, was eine Säubrung ist.
    Der Serbe hat das so im Blut,
    er säubert alles voller Wut.

    Und rückständig (mit Planwirtschaft)
    wird das nach einem Plan geschafft.
    Kein anderer kann das zwar beweisen,
    doch Scharping nennt den Plan "Hufeisen".

    Der Radelrudi hat erkannt,
    wo überall ein Mord stattfand.
    Im Bunztag wedelt er mit Bildern
    von frischgepflügten Amselfeldern.

    Der Rudi ist ein Phänomen,
    er kann durch dickste Mauern sehn,
    erkennt sogar, daß da was war,
    im Fußballfeld von Pristina.

    Wenn Rudi recht in Rage ist,
    und ganz die Contenance vergißt,
    dann deliriert er auch von Föten,
    die bösen Serben Nahrung böten,
    und phantasiert so gar nicht still
    den neuen Sinn vom "Balkangrill".

    Das war schon ziemlich degoutant
    was der Minister da erfand,
    und weils so schön erlogen war,
    bleibt er dabei - wie wunderbar.

    Joschka hat das auch gelernt,
    und mancher Kommentator schwärmt
    von Joschkas grünen Geistesblitzen
    und - Widrigkeiten auszusitzen.
    Der Schwerkraft Schwere zu ergründen,
    war Teil nicht nur der Jugendsünden.

    Denn Steine haben die Tendenz,
    ein jeder Oberschüler kennts,
    einmal "in die Luft geschmissen",
    und das wird auch der Joschka wissen,
    Menschen übel zu verletzen,
    wenn die nicht aus der Flugbahn wetzen.
    Für Fliegerbomben gilt das immer,
    und der Effekt ist noch viel schlimmer.

    Wer in Langenburg mal lebte,
    dort sogar vor "The Queen" erbebte,
    ist zu mancherlei entschlossen,
    darum ist Joschka unverdrossen,
    strebt nach Würde, Geld und Macht,
    nach der königlichen Pracht,
    die heute nur noch äußerst rar
    und schwerlich zu erreichen war.

    Doch als sich ihm die Chance bot,
    zur Macht zu greifen ohne Not,
    hat er sich mächtig rangeschmissen
    an Madleine Albrights Busenkissen.

    Er küßte sie auf ihre Wangen,
    so mußte Joschka nicht mehr bangen,
    die Akzeptanz hat er erreicht,
    das war doch wirklich kinderleicht.

    Brutalität in Tat und Worten
    konnte jedermann verorten
    bei diesem gernegroßen Mann,
    der pseudogrün geschickt ersann,
    wie mit realo-dicken Lügen
    er konnte Wählerstimmen kriegen.

    Und wie wir diesen Typen kennen,
    wird er auch dies Gedicht beflennen:
    Der Pharisäer gern zerreißt,
    den der auf die Scheiße weist,
    und nicht - obwohl es angebracht -
    den, der den ganzen Scheiß gemacht!

    Als Bundesbürger muß ich sagen,
    es gibt schon viele, die sich fragen:
    "Steckt BSE (der Rinderwahn)
    auch Presse und Regierung an?
    Kann man von Scharpings üblen Lügen
    gar Maul- und Klauenseuche kriegen?"
    Was wurde denn noch nicht gebrochen,
    von dem, was uns rotgrün versprochen?

    Den Rest des Lebens hinter Gittern,
    das ists, was NATO-Bomber wittern.
    An Gittern rüttelnd "Ich will rein",
    hörten wir schon Gerhard schrein.

    Er kennt sich aus im Kanzleramt
    und weiß um Gitter- und Gesetzbestand.
    Für ihn wird immer mehr zur Qual,
    daß Angriffskrieg ist illegal.

    Der Zweite Weltkrieg hat gelehrt,
    daß Angriff meist den Frieden stört.
    "Nie wieder Krieg" war die Parole
    und kein faschistisches Gejohle.
    Ins Grundgesetz mit Konsequenz
    goß man also die Quintessenz.

    Besonders in den Strafgesetzen
    sich die Paragraphen wetzen,
    an Dieben, Mördern und Spitzbuben,
    die sich schwerste Schuld aufluden.

    Denn Bomben werfen ist halt Krieg,
    und auch der allerschönste Sieg
    entschuldigt nicht, was hier geschah,
    es war ein Angriff, das ist klar.
    Für Schwarze, Grüne und die Roten
    gilt: Angriffskriege sind verboten!

    Selbst wenn Verbrecher ständig lügen,
    bis sich am Schluß die Balken biegen,
    (es sei doch nur zum guten Zweck
    man sieht es doch, Slobo ist weg),
    bleibt es dennoch offenbar,
    daß es ein Angriffskrieg wohl war.
    Den "guten Zweck", das kennt man schon,
    nennt jeder Schuft als Petition,
    um möglichst stilvoll zu verbergen,
    daß Menschen tot sind in den Särgen.

    Der Schaden sei "kollateral",
    moralisch sei in solchem Fall,
    nicht diese Mordfälle zu ermitteln,
    und nicht am guten Zweck zu rütteln.

    Sie basteln sich in ihrem Wahn
    Entschuldigungen, glauben dran, -
    was könnte auch wohl näher liegen
    auf dem Weg zu neuen Kriegen?

    Was der Strafen Sinn halt ist,
    ist nicht Rache, nicht die List,
    sondern Neuem vorzubeugen,
    das kann jedermann bezeugen.

    Wir beugen neuen Kriegen vor
    und handeln nicht wie jener Tor,
    der Schwerstverbrechen durchgehn läßt,
    denn sowas gibt dem Recht den Rest.
     
  5. Esajas

    Esajas Geheimer Meister

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    12. April 2002
    Remember, remember,

    eleventh September.
     
  6. Esajas

    Esajas Geheimer Meister

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    12. April 2002
    Habe gerade erst erfahren,
    dass das vorige Gedicht die Neufassung
    eines viel älteren war:

    Remember, remember,
    the 5th of November!

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