Kontrolliert der Verfassungsschutz die NPD?

Dieses Thema im Forum "Geheimdienste und Überwachungsstaat" wurde erstellt von Markor, 1. Oktober 2002.

  1. Markor

    Markor Geselle

    Beiträge:
    18
    Registriert seit:
    1. Oktober 2002
    Es sind ja in letzter Zeit sehr viele V-Männer des VS in der NPD enttarnt worden. Die meisten in hohen Führungspositionen, saßen sie jahrelang an der NPD Spitze und schalteten und walteten (im Auftrag des Bundes???).
    Da lässt sich doch vermuten, dass die NPD komplett durch den VS kontrolliert und gesteuert wird, oder nicht?
    Denkt ihr, das stimmt? Und wenn ja, warum wird die NPD durch den Staat gesteuert?
     
  2. Niks Te Maken

    Niks Te Maken Geheimer Meister

    Beiträge:
    459
    Registriert seit:
    29. Juli 2002
  3. Niks Te Maken

    Niks Te Maken Geheimer Meister

    Beiträge:
    459
    Registriert seit:
    29. Juli 2002
    Nein, man könnte den Thread ruhig wiederbeleben.
     
  4. Markor

    Markor Geselle

    Beiträge:
    18
    Registriert seit:
    1. Oktober 2002
    Aber irgendwie wurde in diesem Topic auch nicht über die Kontrolle der NPD durch den Staat und was uns das über die Ehrlichkeit, mit der uns unsere Staatsführung gegenübersteht, sagt, geredet. Natürlich kann hier von mir aus auch eine neue Diskussion über rechte Parteien entstehen, aber erst bitte ´ne Antwort auf meine Frage.
    Waruuuum? *heul*
    :wink:
     
  5. Markor

    Markor Geselle

    Beiträge:
    18
    Registriert seit:
    1. Oktober 2002
    Könnten nicht andere Parteien auch kontrolliert und systematisch gesteuert werden? Also auch die PDS und irgendwelche kommunistischen Parteien? Und die Massenparteien (CDU/CSU, FDP, SPD, Grüne)? Wird vielleicht unserer ganzer Staat durch einen Geheimdienst gesteuert? Und wird dieser vielleicht von einer anderen Gruppierung gesteuert?
     
  6. streicher

    streicher Ritter Rosenkreuzer

    Beiträge:
    2.729
    Registriert seit:
    15. April 2002
    Gruppierung: du meinst eine interessengeleitete Gruppe, die hinter den Kulissen arbeitet und alles andere evtl. nur Scheingefecht ist? Als wirklich prägnante Politik könnte man die Irak-Frage bezeichnen. Da erscheinen der gesetzliche Kram und die Parteipolitik als Wetterfrösche - immerhin wurde von der Falkenseite der USA probiert, Einfluss auf den Wahlausgang in der BRD zu nehmen. Nun wird der Rücktritt Schröders gefordert. In Kolumbien wird ein US-Funktionär mit rechten Verbindungen als Leitfigur im Kampf gegen die paramilitärischen Gruppen eingesetzt. Vielleicht ist es manchen Leuten ja wichtig, dass die organisierte Rechte Szene nicht aus dem politischen Geschehen verschwindet. 8)
     
  7. zian

    zian Geheimer Sekretär

    Beiträge:
    664
    Registriert seit:
    14. April 2002
    illus?
     
  8. regimekritiker

    regimekritiker Großmeister

    Beiträge:
    52
    Registriert seit:
    12. Mai 2002
    vielleicht wollen wir wenn wir wissen was in unserer politik wirklich läuft
    es danach nicht mehr wissen.
    die spenden skandale sind och nur ujm von anderen viel schwerwiegendereren problem und skandalen abzulenken. ob die npd kontroliert wird, gute frage ich weiss es nicht aber vmänner wirds noch mehr geben als die bekannten, leider kann man auch über hochrangige vmänner die partei bewusst ins illegale steuren um sie dan festzunageln!
    ich denke wir werden nie ganz wissen was läuft!!!
     
  9. Markor

    Markor Geselle

    Beiträge:
    18
    Registriert seit:
    1. Oktober 2002
    Könnte doch sein? Aber vielleicht auch andere machtbesessene Organisationen, die den Staat seit seiner Gründung kontrollieren. Vielleicht die Amerikaner, um nach Ende des 2. Weltkrieges sicherzugehen, das in Deutschland nichts mehr schiefläuft.
     
  10. john_hinkley

    john_hinkley Lehrling

    Beiträge:
    1
    Registriert seit:
    5. November 2002
    nazis und verfssungsschutz

    die verbindung von geheimdiensten und faschisten ist doch weltweit
    immer wieder offenkundig.
    siehe: gladio in italien oder die nato/faschisten/geheimdienst "bruderschaft" k1
    cia und kkk in den usa (siehe weiter unten)

    wer sich ein bisschen mit der geschichte zb in deutschland in den 20ziger jahren auseinandersetzt weiss doch, das die nazigruppen da auch von den
    herrschenden unterstützt und finanziert wurde.

    wer denkt das es wichtigeres gibt, als son ein "paar" rechte spinner,
    übersieht, das in der jahren 1990 -2000 mehr menschen von sogenannten
    rechten eintzeltätern ermordet wurden (in der regel sind frauen und kinder lebendig verbrannt worden) als in den 20 jahren raf terror in den 70ziger und 80ziger jahren.
    wenn asylantenheime brennen, hat das zum beispiel den "vorteil", das
    sogenannte asylschmarotzer in ihren heimtländern höhren:
    nach dutschland flüchten ist lebensgefährlich.

    abgesehen davon, das der vater des deutschen geheimdienstes von gehlen ein nazi war

    ######################

    Jahrzehntelang führten die illegalen Geheimdienste der NATO mit FaschistInnen und TerroristInnen gemeinsam einen Krieg gegen die Europäische Linke. Auch heute noch scheinen zumindest Teile dieser Untergrundstrukturen der NATO am Leben zu sein.

    Informationen über Geheimdienste sind - wie der Name bereits sagt - eben sehr streng geheimgehalten und so für die Bevölkerung nur schwer zugänglich. Trotzdem sickern immer wieder Informationen durch, je länger verschiedene Ereignisse her sind, desto mehr ist darüber bekannt. Was die gegenwärtige Situation betrifft tappen wir jedoch zu sehr im Dunkeln. Nur aus den Ereignissen der Vergangenheit und spärlichen Indizien der Gegenwart lassen sich Spekulationen, Vermutungen über die aktuellen Existenzen und Aktivitäten von Geheimdienst und Untergrundorganisationen der NATO erstellen.

    Gerade darin aber liegt ja eine der problematischsten Eigenschaften geheimdienstlicher Tätigkeiten, daß hier eben Organisationen des Staates existieren, über die die Öffentlichkeit überhaupt keine Informationen bekommt, und diese sich dadurch noch effizienter der gesellschaftlichen Kontrolle entziehen können als andere staatliche Organe.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg zeichnete sich bald die neue Konfrontation zwischen den beiden Supermächten USA und UdSSR ab. In dieser Situation griffen die Vereinigten Staaten, bzw. deren damaliger militärischer Geheimdienst CIC - der CIA als ziviler Auslandsgeheimdienst wurde erst 1947 gegründet - auf die militantesten AntikommunistInnen zurück, die sie finden konnten, nämlich viele - oft sehr gut ausgebildete - FaschistInnen und NationalsozialistInnen. In Italien kam dazu noch eine Zusammenarbeit mit der sizilianischen Cosa Nostra - die über den von den USA freibekommenen Mafiaboß Charles "Lucky" Luciano bereits die Landung der Alliierten in Süditalien vorbereiteten - sowie mit der katholischen Kirche und deren gemeinsamer Partei der Democrazia Christiana.

    Gladio in Italien
    In Zusammenhang mit den Ermittlungen über ein Bombenattentat stieß der Untersuchungsrichter Felice Casson auf die geheime Untergrundorganisation Gladio, die von der NATO und dem militärischen Auslandsgeheimdienst Italiens SISMI nach 1945 eingerichtet worden war um einerseits als "Stay-behind"-Truppen im Falle eines Einmarsches von Sowjettruppen einen Partisanenkrieg gegen diese zu führen, andererseits aber auch eine demokratische Machtergreifung der starken Italienischen KP zu verhindern. Im Zuge dieses Verfahrens hieß es noch die Gladio-Struktur wäre 1972 aufgelöst worden. Weitere Enthüllungen führten jedoch am 17. Oktober 1990 dazu, daß der italienische Ministerpräsident Andreotti zugab, daß "Gladio" immer noch aktiv sei. Drei Tage später wurde dies in einem Regierungsbericht bestätigt und weiter ausgeführt, daß ähnliche Untergrundorganisationen in allen NATO-Staaten, aber auch in einigen neutralen Staaten existieren.

    In der Folge erklärte nun auch der italienische Staatspräsident Francisco Cossiga, er wäre seinerzeit als Staatssekretär im Verteidigungsministerium für den Aufbau einer Stay-behind-Organisation namens Gladio zuständig gewesen.

    Die Gladio-Affäre ließ sich jedoch erst nach dem Auftauchen der "Bekennerbriefe" Aldo Moros, die der damalige Vorsitzende der italienischen Christdemokraten nach seiner Entführung am 16.3.1978 im "Volksgefängnis" der "Brigate Rosse" verfaßt hatte nicht mehr vertuschen.

    In Moros Bekennerbriefen stand unter anderem, daß die Democrazia Christiana monatlich 1,5 Millionen Schilling vom CIA bekam um die italienische und amerikanische Innenpolitik übereinzustimmen, und daß im Rahmen der NATO eine geheime Guerillaorganisation in Italien operiere.

    Von Anfang an waren in dieser geheimen Guerillaorganisation eine Vielzahl ehemaliger (und gegenwärtiger!) FaschistInnen organisiert. Teilweise wurden ganze Einheiten der faschistischen Geheimpolizei übernommen. Gleichzeitig knüpfte das "Office of Strategic Services" (OSS) - die Vorläuferorganisation des CIA - bereits während des 2. Weltkrieges enge Kontakte zur Mafia und zur Katholischen Kirche, besonders zum Malteserorden, zu dessen "Rittern" der damalige OSS-Chef William "Wild Bill" Donovan ebenso gehörte wie der spätere CIA-Chef William Casey, sowie der Großmeister der geheimen Freimauererloge "Propaganda Due" (P2) Licio Gelli.

    Die P2 Licio Gellis - der als Nazikollaborateur sich nur durch Flucht zur US-Army seiner Hinrichtung durch antfaschistische PartisanInnen entziehen konnte - wurde zu einer der wichtigsten Drehscheiben zwischen Geheimdiensten, Mafiaorganisationen (Cosa Nostra, Camorra,...) und FaschistInnen. Unzählige Waffen-, Drogen- und andere dunkle Geschäfte gingen durch seine Hände mit Putschplänen gegen eine demokratisch gewählte Regierung wollte die P2 einer Machtübernahme der Linken in Italien zuvorkommen. Die Kontakte der 1981 enttarnten Geheimloge reichten direkt zu den US-Präsidenten Reagan und Bush, als Mitglieder konnten zahlreiche hochrangige Geheimdienstoffiziere, sowie der Medienzar und ehemalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi enttarnt werden.

    Nachdem Italien 1949 der NATO beigetreten war wurde nun unter Anleitung des CIA und mit der NATO koordiniert auch wieder ein offizieller Geheimdienst aufgebaut, der "Servizio Informazioni Forze Armata" (SIFAR). Auf US-Empfehlung wurde 1956 General De Lorenzo zum SIFAR-Chef ernannt, welcher dann das "Büro R" als eigentliche Koordinierungsstelle der "Gladio" aufbaute.

    1966 drohte das Auffliegen eines Putschversuches De Lorenzos und der SIFAR wurde zwecks Vertuschung durch den "Servizio Informazioni Difesa" (SID) ersetzt.

    Nachdem der SID einige Anschläge in Österreich durchführte, um sich für den Südtirolterror zu revanchieren, und die Verwicklung in die Massaker der Siebzigerjahre bekanntzuwerden drohte, wurde der SID wiederum aufgelöst und statt dessen der SISDE ("Servizio Informazioni Sicurezza Democratica") als Inlandsgeheimdienst gegründet, während der SISMI ("Servizio Informazioni Militare") als militärischer Geheimdienst fungierte.

    Die Gladio-Struktur selbst war über all diese Zeit eng an die offiziellen Geheimdienste und an die NATO gekoppelt, und hatte neben ihrer "Stay behind"-Funktion auch die Aufgabe den Einfluß der Linken zu dämmen und im Falle einer demokratischen Machtübernahme der Kommunistischen Partei einen prowestlichen Umsturz herbeizuführen. Um diese Ziele zu erreichen war der NATO-Untergrundarmee so ziemlich jedes Mittel recht.

    Die Gladio-Strukturen arbeiteten mit allen wichtigen FaschistInnenorganisationen Italiens zusammen und führten eine ganze Reihe blutiger Massaker durch, die sie zum Teil versuchten Linken Gruppierungen in die Schuhe zu schieben, und als "Strategia Della Tensione" ("Strategie der Spannung") in der Bevölkerung für Unsicherheit und den Ruf nach dem starken Manne zu sorgen.

    Eine enge Zusammenarbeit der Gladio gab es unter anderem mit der Movimento Soziale Italiano (MSI) - der 1946 von Giorgio Almirante, Pino Rautio, Clemente Graziani und Julius Evola gegründeten Neofaschistischen Partei Italiens, die sich heute unter Gianfranco Fini in die "Alleanza Nazionale" (AN) umbenannt hat und zur drittstärksten Partei des Landes wurde. Eng mit dem MSI verbunden war auch die von Graziani, Rauti und Evola gegründete bewaffnete Untergrundorganisation "Fasci di Azione Rivoluzionaria". Rauti - der auf der Lohnliste des CIA gestanden haben soll - war 1965 an der Organisation eines vom "Institut für militärische Studien" abgehaltenen Treffens von FaschistInnen, Rechtsextremen und SIFAR-Geheimdienstmännern beteiligt, bei dem die "Strategie der Spannung" entworfen wurde, und führt heute die traditionalistische Abspaltung des MSI bzw. der AN, die "Movimento Sociale Tricolore" (MST).

    Weitere enge Verbindungen hielt Gladio mit der faschistischen Terrorgruppe "Ordine Nuovo" - welche wiederum von Rauti aufgebaut wurde - sowie zur Avanguardia Nazionale, zur unter dem Schutz des SID 1973 gegründeten Nachfolgeorganisation der Ordine Nuovo, der Ordine Nero, sowie zu den "nationalrevolutionären" "Nuclei armati rivoluzionari" ("Bewaffneten Revolutionären Kernen" (NAR)) und deren vermutlicher Nachfolgeorganisation Falanga Armate, die auch noch in den Neunzigerjahren die bewaffnete Zusammenarbeit von Geheimdiensten und Faschisten fortsetzte und u. a. für die Bomben in Florenz, Rom und Mailand 1993 verantwortlich zeichnet.

    In folgende Massaker und Anschläge scheint eine Involvierung der Gladio im Rahmen der "Strategie der Spannung" erwiesen:

    12. Dezember 1969: Als die Massenbewegung der StudentInnen und ArbeiterInnen ihren Höhepunkt erreicht explodiert in der Landwirtschaftsbank Mailands eine Bombe, die 16 Menschen tötet und 84 verletzt. Die Bombe soll den Linken in die Schuhe geschoben werden und im Rahmen der Ermittlungen kommt es zum "zufälligen Tod eines Anarchisten" (Titel des Theaterstückes von Dario Fo) als Giuseppe Pinelli während einer Einvernahme durch die Polizei aus dem Fenster "fällt". Heute wird das damalige "Ordine Nuovo"-Mitglied Delfo Zorzi als Täter genannt, der im Auftrag von CIA und NATO gehandelt haben soll.

    31.Mai 1972: In Peteano, einem kleinen Ort nahe Triest tötet eine Autobombe drei Carabinieri. Erst die Neuaufnahme dieses Verfahrens führte den Untersuchungsrichter Felice Casson 1990 zur Entdeckung der Gladio. Auch hier hätte die Spur in Richtung Rote Brigaden gelegt werden sollen.

    28. Mai 1974: Während einer antifaschistischen Demonstration explodiert in Brescia eine Bombe die 9 Tote und 90 Verletzte zurückläßt.

    4. August 1974: Im Schnellzug Florenz-Bologne explodiert eine Bombe die 12 Tote und 48 Verletzte fordert.

    27. Juni 1980: Nördlich von Sizilien stürzt über der Insel Ustica eine DC-9 mit 81 Menschen an Bord ab, die alle ums Leben kommen, während gleichzeitig über Kalabrien eine lybische MIG-23 abstürzt. Die Wochenzeitung "Panorama" schildert den Hintergrund dazu: " Die DC-9 der >Itavia< wurde, wahrscheinlich aus Versehen, im Laufe einer geheimen, auf internationaler Ebene organisierten Militäraktion abgeschossen, deren Ziel der Sturz des lybischen Regimes und die physische Eliminierung von Muhammar Ghadaffi war." Viele Hinweise aus SISMI und NATO-Kreisen sprechen für diese so unglaublich klingende Version.

    2. August 1980: Im Bahnhof Bologna explodiert eine Bombe und richtet dort ein Blutbad an: 85 Menschen sind tot, 200 verletzt. Anfänglich wird wieder in die Linke hinein ermittelt, letztlich aber werden zwei Mitglieder der "Bewaffneten Revolutionären Kerne" (NAR) zu lebenslanger Haft verurteilt, zwei SISMI-Offiziere fassen wegen Legen falscher Spuren mehrjährige Haftstrafen aus. Die mutmaßlichen Auftraggeber P2-Großmeister Licio Gelli und der CIA-Agent Francesco Pazienza werden zu je 10 Jahren Haft verurteilt.

    23. Dezember 1984: In einem Eisenbahntunnel explodiert eine Bombe und tötet 27 Personen, 180 sind verletzt.

    Mai 1993: Eine Bombe zerstört die Uffizien in Florenz und tötet fünf Menschen.

    Auch bei der Ermordung des italienischen Ministerpräsidenten Aldo Moros am 9. Mai 1978 ist die Rolle des CIA und des Italienischen Geheimdienstes unklar. Die Brigaden sollen zu diesem Zeitpunkt bereits teilweise unterwandert gewesen sein, und es gibt Hinweise, daß die DC Aldo Moro "geopfert" hat, um einerseits einen Helden zu haben, andererseits aber auch um den lästigen Macher des "Compromesso storico" mit der PCI - den italienischen KommunistInnen - dafür zu bestrafen, daß er bei den Roten Brigaden "gesprochen" hat.

    Die DC ließ etwa die Plakate mit denen sie Aldo Moros "Märtyrertod" betrauern schon Tage vor seinem Tod in Auftrag geben, damit sie gleich nach dem Auffinden seiner Leiche plakatiert werden konnten.

    Wenn die Gladio-Aktivitäten in Italien auch als besonders krasse Ausformung der NATO-Untergrundgruppierungen betrachtet werden können, so sind sie doch kein Einzelfall. Wie die folgenden Beispiele zeigen, gab es ein ähnliches Konglomerat von RechtsextremistInnen, Geheimdiensten und Terroraktivitäten auch in anderen NATO-Staaten und solchen die es offiziell nicht sein wollten. Daß in der BRD oder in der Schweiz die Aktivitäten dieser Untergrundarmeen nicht so blutig wurden wie in Italien, liegt wohl einzig und allein daran, daß es in diesen Staaten keine so starke Linke gab und deshalb die demokratische Machtübernahme der Linken ausgeschlossen war, so blutige Anschläge also nicht "notwendig" waren.

    Schweden
    Der spätere CIA-Chef William Colby organisierte den Aufbau der schwedischen "stay-behind"-Untergrundorganisation, die er aus der rechtsextremen Waffenbrüderschaft "Sveaborg" - einer Unterorganisation der faschistischen Partei "Schwedens Sozialistische Sammlung" (SSS) - rekrutierte.

    Die Aufgabe dieser Guerilla war im Falle einer sowjetischen Invasion diese im Hinterland zu bekämpfen und mutmaßliche UnterstützerInnen einer solchen Invasion auszuschalten. Die Organisation flog zwar 1953 auf, sie soll aber zumindest noch 1989 intakt gewesen sein.

    Die schwedische Stay-behind Organisation arbeitete nicht nur eng mit NATO und CIA zusammen sondern auch mit der rechtsextremen "World Anticommunist League" (WACL).

    Neben der Stay-behind-Truppe um die Waffenbrüderschaft Sveaborg soll es in Schweden auch noch einen "geheimen" Geheimdienst namens "IB" gegeben haben, ob dieser mit dem rechtsextremen exilukrainischen Geheimdienst "IB" zusammenhängt kann nicht ausgeschlossen werden.

    Das Schwedische stay-behind-Netz könnte auch in den Mord an dem schwedischen Ministerpräsidenten Olaf Palme, am 28.2.1986 involviert gewesen sein. Olaf Palme wurde vor der angeblichen Zentrale des schwedischen stay-behinds erschossen. Andere Spuren weisen auf die WACL, deren ehemaliger Generalsekretär der Europasektion Anders Larsson behauptet hatte, über eine Ermordung Palmes im Zusammenhang mit dessen bevorstehender Moskaureise informiert worden zu sein. Weiters hatte das WACL-Mitglied Michael Townly den Namen Palme auf einer Todesliste.

    Die WACL hat weltweite Verbindungen zu Westgeheimdiensten, RechtsextremistInnen, radikalen AntikommunistInnen und militanten VertreterInnen der freien Marktwirtschaft.

    Glaive in Belgien
    Die belgische stay-behind-Untergrundorganisation wurde unter dem Namen "Glaive" ab 1946 im Zusammenhang mit der Wiedereinsetzung König Leopolds mit rechtsextremen belgischen Gruppierungen aufgebaut. Rekrutiert wurden die belgischen Glaive-KämpferInnen aus der nun aufgelösten faschistischen "Westland New Post" und aus der Gendarmerie und Armee. Anderen Theorien zufolge hatte die "Westland New Post" bereits Gendarmerie und Armee unterwandert.

    Daraus soll u. a. die "Nijvel Gang" entstanden sein, die Mitte der Achtzigerjahre in den "Massakern von Brabant" 28 Menschen ermordete und Raubüberfälle mit Polizeiwaffen verübten. Damit hätte in Belgien eine ähnliche "Strategie der Spannung" angewendet werden sollen wie in Italien in den Siebzigerjahren.

    Einen Zusammenhang der Glaive mit anderen rechtsextremen Gruppierungen wie etwa der "Front de la Jeunesse" - eine Jugendbewegung, die laut ihrem Führer Francis Dossogne mit militärischen Aufgaben betraut gewesen wäre - sowie dem "Vlaams Militanten Orde" (VMO) einer eng an den Vlaams Blok gebundenen militanten Gruppe soll es ebenso gegeben haben.

    Vlaams Blok, VMO und Glaive sollen außerdem sehr gute Kontakte zur British Column 88 unterhalten haben, welche als rechtsextreme Gruppierung Teil des britischen Gladio-Netzes gewesen sein soll.

    Über den Vlaams Blok-Abgeordneten Roger Spinnewijn wurden im November 1994 Waffen der kroatischen HOS-Miliz an die "Afrikaans Weerstands Beweging" (AWB) geliefert, die damit für eine Wiedereinführung der Apartheid kämpft.

    Frankreich
    Die französische Gladio-Organisation wurde primär aus ehemaligen Nazikollaborateuren des Vichy-Regimes aufgebaut. Sie soll bereits 1958 mit de Gaulles Machtantritt aufgelöst worden sein. Anderen Meldungen zufolge existierte sie jedoch bis in die Ära Mitterand.

    Griechenland
    In Griechenland ging der 2. Weltkrieg nahtlos in einen Bürgerkrieg zwischen der kommunistisch dominierten PartisanInnen der Nationalen Befreiungsfront (EAM) und royalistischen Kräften - die von Großbritannien unterstützt wurden - über. Die Niederlage der EAM führte zum Verbot der Kommunistischen Partei und zu einer Massenflucht tausender GriechInnen nach Jugoslawien, Albanien, Bulgarien und die Sowjetunion.

    Die griechischen Regierungen fürchteten in der Folge jahrelang die Rückkehr der Flüchtlinge, und schließlich putschte 1967 eine rechtsgerichtete Militärjunta, die erst nach 1974 eine Rückkehr zu einer parlamentarischen Demokratie ermöglichte.

    In diesen Putsch waren neben den offiziellen Geheimdiensten FMIA und KYP auch der griechische Gladio-Ableger "Sheepskin" oder "Haut des roten Bockes" involviert. Gleich nach der Machtübernahme der Militärs kam es dann zu einem "Putsch im Putsch" durch den eine Verschwörergruppe aus dem KYP die Macht übernahm. Diese "Aktion Prometheus" beruhte auf Plänen, die schon 1950 gemeinsam mit NATO-Stellen Für den Fall eines kommunistischen Angriffes ausgearbeitet worden waren.

    Zusammenhänge des griechischen Gladio-Ablegers mit Anschlägen an der türkischen Grenze, auf das Stadttheater von Lesbos, sowie ein Hotel in dem 1985 Finanzminister Palaeokrassas eine Rede halten wollte werden vermutet.

    Türkei
    Mit dem NATO-Beitritt der Türkei, 1952, wurde auch die Antiterroreinheit "Seferberlik Taktik Kurulu" (STK) gegründet, deren Aktivitäten vom Gebäude der American Aid Delegation aus in Ankara koordiniert wurden. Sie sollte laut einem Übereinkommen der Türkischen Regierung mit der US-Regierung im Falle einer internen Rebellion eingesetzt werden, und wurde 1964 in "Ozel Harp Dairesi" (OHD), Abteilung zur besonderen Kriegführung, umbenannt. Die unter dem Befehl des Generalstabes stehende Einheit wurde auch mit Namen wie "Osel Kuvvetler Komutanlik" (OKK) oder Harekat Dairesi (HD) bekannt, und arbeitete eng mit dem Geheimdienst "Milli Instihbarat Teskilati" (MIT) zusammen.

    Daß es sich bei der OHD um eine Gladio-Struktur handelt, geht aus Aussagen des türkischen Ex-Premierministers Bület Ecevit hervor, er wäre im Zuge der Zypernkrise gedrängt worden, einen Geheimfonds ür die OHD einzurichten, da diese sonst vom CIA finanziert werde. Erst im Zuge dieser Ereignisse habe der sozialdemokratische Premier Über die Existenz des OHD erfahren.

    Rückblickend meinte Ecevit, die Geheimtruppe wäre für zahlreiche Anschläge in der zweiten Hälfte der Siebzigerjahre verantwortlich gewesen, und hätte enge Kontakte zur Terrorgruppe der "Grauen Wölfe" des Faschistenführers Alparsan Türkes unterhalten.

    Faschistischer Antikommunismus in der BRD
    Die bundesdeutschen Behörden haben die Existenz einer Gladio-Organisation in der BRD stets geleugnet. Allerdings sprach einerseits der damalige italienische Ministerpräsident Andreotti von Gladio-Aktivitäten in allen NATO-Staaten, andererseits wäre es völlig unlogisch, daß gerade in einem Grenzgebiet zum Warschauer Pakt keine stay-behind-Organisation aufgebaut worden wäre.

    Außerdem gibt es deutliche Hinweise, daß militärische Aktivitäten von Teilen der Neonaziszene in ein Gladio-Netz eingebettet waren, bzw. sind.

    Der Geheimdienst der BRD - der Bundesnachrichtendienst (BND) - wurde vom ehemaligen Nazispion Reinhard Gehlen aufgebaut, der auch die deutsche Stay-behind-Organisation im BND integrierte. Eine Vorläuferorganisation der in den BND integrierten Stay-behind-Organisation - der "Technische Dienst" im "Bund Deutscher Jugend" - wurde bereits 1952 aufgelöst.

    Der erste Kanzler der BRD Konrad Adenauer und andere Spitzenpolitiker waren laut einem ehemaligen Mitarbeiter des NATO-Geheimdienstes voll in diese Aktivitäten eingeweiht.

    Die wichtigsten Mitarbeiter Gehlens und des US-Geheimdienstes CIC waren ehemalige Mitarbeiter des Amtes VI des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA), einer geheimdienstlichen Abteilung, die einen wichtigen Anteil an der Shoa, der Massenvernichtung von JüdInnen, hatte.

    Angeblich soll die BRD-Stay-behind-Organisation 1991 aufgelöst worden sein, die Sabotageabteilung acht Jahre zuvor.

    Anfang der Achzigerjahre führten unter der Führung Manfred Roeders, Sibylle Vorderbrügges und Raymund Hörnles die "Deutschen Aktionsgruppen" und die "Wehrsportgruppe Hoffmann" eine ganze Serie von Brand- und Bombenanschlägen in der Bundesrepublik durch, was einen neuen Qualitätssprung der deutschen Neonaziszene bedeutete.

    Das Offizielle Deutschland versuchte die Spur gleich weg von den Tätern nach Moskau zu legen. Vier Tage nach dem Anschlag von Aktivisten der "Wehrsportgruppe Hoffmann" auf das Münchner Oktoberfest am 26. September 1980, bei dem 13 Menschen getötet und 215 zum Teil schwer verletzt wurden, erklärte der damalige CSU-Ministerpräsident Franz Josef Strauß:

    "Wenn man die Kriegführung des KGB und der verwandten Dienste - dazu gehört auch der Staatssicherheitsdienst - kennt, dann kann man mit Sicherheit davon ausgehen, daß man versucht, rechtsextreme Vereinigungen nicht nur zu infiltrieren, sondern auch für provokative Zwecke zur Diffamierung der Bundesrepublik zu mißbrauchen." So gelang es relativ einfach die Aktivitäten Roeders und seiner Organisationen zu verharmlosen und die Attentäter wurden so sehr milde bestraft.

    Enge Kontakte unterhielt Roeder sowohl mit Peter Neumann, als auch mit Heinz Lembke. Heinz Lembke war als Zweiundzwanzigjähriger 1959 aus der DDR geflüchtet, und stieg schnell in der bundesdeutschen Neonaziszene zu einer zentralen Figur auf. Er wurde zum Bundesgeschäftsführer des militanten "Bund Vaterländischer Jugend" und war außerdem im "Bund Heimattreuer Jugend", in der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) und bei Wehrsportübungen aktiv.

    Nach dem Anschlag auf dem Oktoberfest erhielten die Beamten des deutschen Bundeskriminalamtes einen Hinweis auf die Herkunft des Sprengstoffes, und stießen so auf umfangreiche Waffenlager, die Lembke angelegt, oder zumindest verwaltet hatte. Insgesamt verwaltete Lembke 33 Waffenlager, die an strategisch wichtigen Punkten verteilt waren und automatische Waffen, 13.520 Schuß Munition, 50 Panzerabwehrrohre, 156 kg Sprengstoff, 230 Sprengköpfe, 258 Handgranaten, chemische Kampfstoffe (u.a. Zyankali, Strychnin, Phosphor,...) enthielten. Schätzungen der "Österreichischen Militärischen Zeitschrift" laufen darauf hinaus, daß dies genug Kriegsmaterial für eine 66 Mann starke Kompanie wäre.

    Nach der Bergung der Waffen wird Lembke verhört. Nach einem Wochenende soll mit dem Verhör weitergemacht werden, und Lembke kündigt an, am folgenden Montag "Roß und Reiter" zu nennen. Dies wird jedoch durch einen angeblichen Selbstmord Lembkes am Sonntag verhindert. Nach dem Tod Lembkes werden der Militärische Abwehrdienst MAD und zivile Nachrichtendienste eingeschaltet, um ein Jahr später alle Ermittlungen einzustellen.

    In einer Erklärung des Generalbundesanwalt vom 3. Dezember 1982 hieß es, Lembke hätte nicht die Absicht gehabt die verfassungsmäßige Ordnung der Bundesrepublik zu erschüttern, sondern habe sich im Falle einer sowjetischen Invasion auf einen "Partisanenkrieg" vorbereitet. Die Kampfmittel wären vergraben worden um "bei einem von ihm befürchteten Angriff Widerstand leisten zu können."

    Tatsächlich hätte Lembke seine Waffenlager wohl nur schwer allein anlegen und finanzieren können, ganz abgesehen davon, daß einige Kampfmaterialien der Lager nur schwer erhältlich sind. Die Herkunft der Waffen ist bis heute ungeklärt, aus Diebstählen bei der Bundeswehr stammen sie laut Minister Möcklinghoff jedenfalls nicht.

    Um so schwerwiegender wird die Frage nach der Herkunft der Waffen durch weitere Waffenlager, die der Naziterrorist Peter Naumann verwaltete und deren Waffen er von Lembke - noch lange vor Lembkes Auffliegen - bekommen hatte. Insgesamt übergab Naumann am 17. August 1995 der Polizei 13 Waffendepots, die er seit 17 Jahren aufgebaut hatte, und die neben verschiedensten Waffen 200 kg Plastiksprengstoff, TNT, und verschiedenste Zündmittel enthielten.

    Auch Naumann war tief in die Nazi-Terrorszene verwickelt, u.a. plante er eine Befreiung Rudolf Hess mittels eines Sprengssatzes. Anschläge auf DDR-Grenzanlagen und Sabotage an einem römischen NS-Mahnmal gingen ebenfalls auf sein Konto.

    Spuren der "Bajuwarischen Befreiungsarmee" BBA, der österreichischen Briefbombenattentäter führten auch immer wieder in die Gegend Peter Naumanns.

    Niederlande
    Auch in den Niederlanden war eine NATO-Untergrundorganisation aktiv. Insgesamt wurden dort bisher 20 geheime Waffenlager gefunden.

    Schweiz: Auch Neutrale sind dabei
    Auch in der Schweiz - als neutralem Staat - wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eine Stay-behind-Organisation aufgebaut.

    Durch den "Fichten-Skandal" - der im Jahre 1990 an die Öffentlichkeit kam, flog auch die Schweizer Geheimtruppe P-26 auf, die ab 1967 aufgebaut worden und mit dem NATO-Gladio-Netz verbunden gewesen sein soll. Es fanden zum Beispiel gemeinsame Übungen und Sabotagekurse statt, der britische Geheimdienst belieferte die P-26 mit militärischen Geräten. Das Komunikationssystem der P-26 war nicht kompatibel mit dem der Schweizer Armee, sehr wohl aber mit jenen der NATO-Stay-behind-Organisationen.

    In der Schweiz existierten Listen von angeblich 10.000 Menschen, die im Falle eines bewaffneten Angriffes oder innenpolitischer Unrufen interniert werden sollten, P-26 hatte wie die anderen NATO Untergrundorganisationen also auch innenpolitische Aufgaben gegen die Linke.

    Schweizer Linke und Grüne sehen eine Verbindung der P-26 mit Sabotageaktivitäten an Strommasten in der Nordostschweiz und der Bedrohung von AKW-GegnerInnen.

    Österreich: Von Waffenlagern zu den Briefbomben
    Auch hierzulande waren geheime NATO-Untergrundorganisationen aktiv. Bereits ab 1953 wurden geheime Waffenlager gefunden, und am 20. Jänner 1996 gab die US-Botschafterin Swanee Hunt - um einem Bericht des "Boston Globe" zuvorzukommen - bekannt, daß der CIA im Westen Österreichs 79 geheime Waffenlager angelegt hatte, um eine geheime Partisanengruppe für den Fall einer sowjetischen Invasion mit Waffen versorgen zu können. In den Lagern befand sich eine Mischung aus Waffen, Sprengstoff, Handgranaten, Panzerabwehrrohren, Zielfernrohren, Verpflegung, Sanitätsmaterial und Anleitungen für den Guerillakampf. Einige der nun ausgehobenen Waffenlager waren bereits ausgeräumt, also wohl zum Einsatz gekommen oder sie sind weiterverkauft worden.

    Verbunden mit dem österreichischen Gladio-Ableger "easeful" war auch der "Wander-, Sport- und Geselligkeitsverein" Franz Olahs, dem laut eigenen Angaben Über 2.000 Mann angehört haben sollen. Olahs Sonderprojekt bestand aus militanten AntikommunistInnen die u. a. bei der Niederschlagung des "Oktoberstreiks" 1950 eine wichtige Rolle spielten.

    Vermutet wird auch eine Verbindung der österreichischen Waffenlager mit den Sabotageaktionen, die die USA in den Fünfzigerjahren in den sogenannten "sozialistischen Ländern" durchführten.

    Die österreichische Bundesregierung war zumindest die ersten Jahrzehnte immer in die Existenz der Waffenlager eingeweiht, das Wissen darum scheint aber im Laufe der Sechziger- und Siebzigerjahre verloren gegangen zu sein. Eventuell wurden die Informationen von der VP-Alleinregierung nicht mehr an die SPÖ-Alleinregierung Kreisky weitergegeben, da die USA auch manche sozialdemokratische Parteien nicht für zuverlässig hielten.

    Was mit der nach 1945 entstandenen geheimen Untergrundstruktur - die bereits wie in Deutschland im Wesentlichen mit alten Nazis aufgebaut wurde - geschehen ist bislang unklar. Der ehemalige FPÖ-Verteidigungsminister und nun liberale Nationalratsabgeordnete Friedhelm Frischenschlager meint, daß es theoretisch denkbar wäre, daß diese "subversiven, informellen Strukturen" bis heute fortbestehen.

    Nach der Verhaftung des mutmaßlichen Briefbombenattentäters Franz Fuchs wurde weitgehend erfolgreich versucht, aus ihm einen unpolitischen Einzeltäter zu konstruieren. Dieses Konstrukt hat jedoch weit mehr mit den politischen Interessen der Regierungsparteien und der FPÖ-Opposition zu tun als mit den realen Ermittlungsergebnissen, die immer noch einen Einzeltäter Franz Fuchs fast unmöglich erscheinen lassen. Wenn er denn tatsächlich ein Einzeltäter gewesen sein soll, dann aber sicher kein "unpolitischer", es sei denn, mörderischer "Ausländer"- und Romahaß wäre in den Augen der österreichischen Öffentlichkeit "unpolitisch".

    In unseren Augen ist die "Bajuwarische Befreiungsarmee (BBA)" jedenfalls kein schon fast gelöstes Kriminalrätsel, sondern immer noch ein Politikum, das mit der Verhaftung von Franz Fuchs keineswegs aus der Welt geschafft, oder gar aufgeklärt wäre, denn die Professionalität der "Bajuwarischen Befreiungsarmee" (BBA) erinnert an Parallelen zu den BRD-Naziuntergrundorganisationen Naumann und Lembkes und so drängt sich der Verdacht auf, daß hier auch (ehemalige) Gladio, bzw. "easeful"-Strukturen ihre Hand im Spiel haben oder hatten. Auch die Strategie der BBA erinnert stark an die "Strategie der Spannung" im Italien der Siebzigerjahre. Und in Österreich wurde mit Hilfe der BBA tatsächlich der Ruf nach einem "starken Staat" und einem "starken Mann" verstärkt. Lauschangriff und Rasterfahndung sind ein Erfolg der "Bajuwarischen Befreiungsarmee".

    Vernetzte Strukturen, geheime Aktivitäten
    All diese geheimen Untergrundstrukturen der NATO wurden zuerst vom "Clandestine Commitee for Planning" (CCP), später vom ACC in Mons in Belgien aus koordiniert. Jedes neue NATO-Mitglied verpflichtete sich in einem geheimen Zusatzvertrag zur Errichtung solcher Stay-behind-Guerillas. Aber - wie die Beispiele Österreich oder Schweiz zeigen - die geheimen NATO-Untergrundorganisationen waren auch in formell neutralen Staaten aktiv.

    Was aus diesen Gruppierungen nun geworden ist, ist weitgehend unklar. Daß sie völlig aufgelöst wurden ist eher unwahrscheinlich, unter Umständen führen zumindest Teile von ihnen ein Eigenleben und führen rechtsextreme Anschläge durch.

    Je geheimer solche Aktivitäten sind desto schwerer ist eine gesellschaftliche Kontrolle darüber möglich. Geheimdienste und staatliche Terrororganisationen vertragen sich damit nicht einmal mit den minimalsten Kriterien einer parlamentarischen Demokratie, geschweige denn mit jenen Vorstellungen die wir von einer freien Gesellschaft haben.
     
  11. Niks Te Maken

    Niks Te Maken Geheimer Meister

    Beiträge:
    459
    Registriert seit:
    29. Juli 2002
    Jo! Dann sind sie noch ums Feuer herumgetanzt und haben sie aufgefressen, was??

    Zu deinem interessanten Text...gibts da Quellenangaben?
     
  12. Niks Te Maken

    Niks Te Maken Geheimer Meister

    Beiträge:
    459
    Registriert seit:
    29. Juli 2002
    Jo! Dann sind sie noch ums Feuer herumgetanzt und haben sie aufgefressen, was??

    Zu deinem interessanten Text...gibts da Quellenangaben?
     
  13. Niks Te Maken

    Niks Te Maken Geheimer Meister

    Beiträge:
    459
    Registriert seit:
    29. Juli 2002
    Jo! Dann sind sie noch ums Feuer herumgetanzt und haben sie aufgefressen, was??

    Zu deinem interessanten Text...gibts da Quellenangaben?


    Ups, kann einer der Mods die beiden Einträge löschen? Da kam ne Fehlermeldung, aber anscheinend wurden die Einträge trotzdem gepostet.
     

Diese Seite empfehlen