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Jesus von Nazareth

Dieses Thema im Forum "Glaube und Religion" wurde erstellt von Tarvoc, 17. Juni 2002.

  1. Tarvoc

    Tarvoc Ritter vom Osten und Westen

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    Dieser Artikel von mir wird (hoffentlich) bald auf der Loge-42-Website erscheinen, ich habe ihn jedenfalls schon an Soa geschickt. Was sagt ihr dazu? Ich weiß, ich habe bis jetzt nur an der Oberfläche dieser Sache gekratzt, und dies ist ja auch eher als der erste Artikel einer Reihe zu sehen. In späteren Teilen werde ich noch auf die Lehre der Essener, speziell auf den "Lehrer der Gerechtigkeit" eingehen. Wenn ihr Fehler in dem Text findet, bitte bescheid sagen!
     
  2. psst

    psst Gast

    Also ich glaube, das Jesus einfach ein Prädiger war, der versuchte dieses gegen ungerechtigkeit in dieser Zeit einzusetzen.
    Es war eine andere Zeit mit viel aberglaube und glaube spielte eine Rolle. Der Glaube hatte doch eine viel grössere Wirkung auf Menschen wie heute. Das liegt aber auch an den damaligen Medien. Die einzige Quelle der menschen war doch die Mundpropaganda. Ich würde sagen, das Sie damals so viel Aussagekraft hatte, wie heute das Fernehen.
    Wenn Nachrichtensprecher heute irgendetwas spektakuläres erzählen würden, glaubten dieses doch auch die Massen ohne es zu hinterfragen.
    Ich weiss ehrlich gesagt noch nicht einmal ob die Person Jesus wirklich gut war. Das Bild von Jesus ist gut und das ist vielleicht auch der Erfolg der Jünger und Erzähler.
    Keiner würde doch heute noch sagen dürfen, das Jesus der Sohn des Teufels war. Man würde Ihn doch entweder nur auslachen oder verspotten. Aber mal ehrlich, zeigt dieses nicht auch die intolerante Haltung der gläubigen ?
     
  3. black stone

    black stone Geheimer Meister

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    -
    Er wurde von den Essenern beinflußt? Oder hat er die Essener beinflußt.Haben sie ihn aus der Taufe gehoben oder war er der aus dem Nichts erschienene Messias, den sie erwarteten?
    Oder haben sie ihn zudem gemacht, was er nun ist?
     
  4. Tarvoc

    Tarvoc Ritter vom Osten und Westen

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    Keiner darf heute überhaupt noch irgend etwas Religiöses vertreten! Wenn ich bedenke, dass ich früher in der Klasse verspottet wurde, weil ich mich öffentlich zum christlichen Glauben bekehrte...

    Auf den "Lehrer der Gerechtigkeit" gehe ich in einem späteren Artikel ein. :D
    Wenn er der aus dem Nichts erschienene Messias war, auf den sie warteten (btw. typisch katholisch-christliche Argumentation: "natürlich muss Jesu' Lehre originell gewesen sein!"), warum vertrat er dann praktisch genau die essenischen Thesen? Mit dieser Argumentation setzt du vorraus, dass die essenische Lehre schon immer die einzig Richtige war, denn sonst hätte der Messias, die Personifikation Gottes, sie nicht gepredigt.
    Jesu' Lehre kann auch nicht die essenische Lehre geformt haben, da diese schon 120 Jahre vor Jesu Geburt entstand.
    Ich weiß nicht, ob sie ihn "aus der Taufe gehoben" haben, ich weiß noch nicht mal mit Sicherheit, ob er überhaupt Mitglied war. Ich weiß nur zwei Dinge mit Sicherheit: Erstens: Johannes der Täufer war Mitglied des Ordens. Zweitens: Jesu' Lehre ist der essenischen mehr als ähnlich.
     
  5. psst

    psst Gast

    Ja da hast du Recht.

    Es scheint auch, das du dich mit der Geschichte von Jesus auskennst.
    Ich habe mal ein paar Fragen, die mich seit ein paar Tagen beschäftigen :

    1. Als Jesus prädigte war er doch glaube ich 32 Jahre alt. Die ganze Geschichte von Jesus ist doch eigentlich nur höchstens 2 Jahre seines Lebens. Was hat er davor getrieben ? Hatte er in Sünde gelebt ?

    2. Stimmt es wirklich, das Jesus nicht aus einer armen Famiele wie immer behauptet wurde sondern aus einer wohlhabenden stammte.

    Ich habe es einmal irgendwo gelesen. Würde nur gerne mehr darüber Wissen.

    gruss
     
  6. Gilgamesch

    Gilgamesch Großmeister-Architekt

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    Da gibt es eine interessante Lektüre:
    * Vorsicht auf der Himmelsleiter *
    Hab ich mal vor 10 Jahren gelesen.
    Das Buch zählt alle Widersprüche rund um Jesus in den Schriften auf.
    Ein Muß für alle interessierten.
     
  7. Tarvoc

    Tarvoc Ritter vom Osten und Westen

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    Ich behaupte mal, das tue ich.

    Er zog drei Jahre durchs Land und predigte, er war 32 Jahre alt, als er gekreuzigt wurde.

    Gute Frage. Er war auf jeden Fall ein Anhänger von Johannes dem Täufer, der ja immerhin sein Cousin und später sein Mentor war. Er verbrachte auch - auf Johannes' Rat hin - einige Zeit in der Wüste (bei den Essenern?), wo er "vom Teufel versucht" wurde, so sagen es jedenfalls die Evangelien (versucht? hm, wäre eine Großstadt Jerusalem nicht geeigneter gewesen, um einen Messias zu versuchen, als die Wüste? Entweder hat der Satan echt kein Organisationstalent oder die Sache hatte mit ihm gar nichts zu tun.).

    Das wissen wir nicht, Johannes' Mutter war auf jeden Fall relativ wohlhabend, deshalb ist anzunehmen, dass es Jesus' Familie ebenfalls war.
     
  8. streicher

    streicher Ritter Rosenkreuzer

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  9. Tarvoc

    Tarvoc Ritter vom Osten und Westen

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    Ich habe noch ein "Schmankerl" für euch:

    An Jesu' Kreuz war die Aufschrift "INRI" angebracht. Nach christlicher Lehre sollte das heißen: "Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum", also "Jesus von Nazareth, König der Juden". Das kann aber nicht stimmen, da es zu dieser Zeit NOCH KEINE STADT MIT DIESEM NAMEN GAB!

    Aber: Die Essener nannten sich selbst Nazoräer, Essener war das Schimpfwort, dass die Pharisäer und Sadduzäer für diesen Orden benutzten. Die Aufschrift auf dem Kreuz kann also nicht "Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum" heißen. Es liegt nahe, zu glauben, es hieße "Iesus Nazoraeus Rex Judaeorum", also "Jesus der Nazoräer, König der Juden". 8O

    Im übrigen möchte ich darauf aufmerksam machen, dass sich die Nazoräer auch manchmal "Messiani" also "Messianer" nannten. Sie benutzten also den Namen ihres erwarteten Anführers. Dasselbe machte später (bzw. z.T. gleichzeitig) eine bekannte andere Sekte (nur, dass diese das griechische Wort für Messias benutzten)...
     
  10. Schattenspiegel

    Schattenspiegel Vorsteher und Richter

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    Das wird jetzt so langsam spannend.
    Tarvoc, ich habe gehört, dass Jesus noch mehr Naturmagie
    praktizierte, die Kirche dies verständlicherweise nicht erwähnt.

    Dann gab es auch noch sehr frühe Konzile, in denen die Richtlinien für das Christentum neu festgelegt wurden.

    Weisst du da Bescheid??

    L & L

    stupy
     
  11. Tarvoc

    Tarvoc Ritter vom Osten und Westen

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    Das Konzil von Nizäa: 394 (glaub' ich). U.A. wurden folgende Punkte beschlossen:

    Anmerkung: Es waren die reichen Tempelpriester, die Sadduzäer und Pharisäer, die "Kreuzige" schrien, nicht "die Juden". Und eben diese Tempelpriester wurden später von den Juden entmachtet und durch das liberale Rabbinertum ersetzt. Wer sagt, "die Juden" seien an Jesu' Tod schuld, hat entweder absolut keine Ahnung, oder er ist einfach ein Vollidiot.

    Anmerkung: Das da ist so schwachsinnig, dass ich mich eines Kommentars enthalte.

    Nicht nur logisch absolut schwachsinnig (wie soll der Täufer denn vor Jesu' Auftreten schon Christ gewesen sein können? Das würde nur Sinn machen, wenn man Christ mit Essener gleichsetze, aber genau dagegen wehrte man sich auf dem Konzil von Nizäa ja so vehement - gegen Jesu' offensichtliche jüdische Wurzeln!), sondern auch noch absolut antichristlich! Hat Jesus nicht selbst gesagt: "Glaubet nicht, dass ich gekommen bin, den Alten Bund aufzulösen. Nicht ein Iota des Alten Testaments soll vergehen, solange Himmel und Erde bestehen! Wer denn auch ein Iota auflöst vom Gesetze, der soll der Kleinste heißen im Himmelreiche!" (Anmerkung: Tja, die Kardinale, die diesem Konzil beiwohnten, sind jetzt wohl Sklaven in Gotte Reich, oder?).

    Der Antisemitismus, der hier deutlich zum Vorschein kommt, ist auf Paulus zurückzuführen. Der Mann war sowieso alles andere als christlich - seine Lehren widersprechen allem, was Jesus lehrte. Ich glaube langsam, er ist der "Frevelpriester", der Gegner des essenischen "Lehrers der Gerechtigkeit". Aber darauf gehe ich in einem späteren Artikel ein.
     
  12. Schattenspiegel

    Schattenspiegel Vorsteher und Richter

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    Ja, das muss das erste Judäische Konzil gewesen sein.

    Nichts zur Naturmagie?
    Schade :cry: . Bestimmt auch schwer dort etwas zu finden, die Kirche lässt auch heute noch Schriften verbieten(verschwinden?).

    L & L

    stupy

    Danke nochmal für die Info, werde den thread verfolgen.
     
  13. cristsend

    cristsend Geheimer Meister

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    meines wissens nach ist niemand der menschen so recht schuld an seinem tod, im weltlichen sinne natürlich schon, aber nur in diesem. nach dem was ich gelesen habe, sprach jesus kurz bevor er gefangen genommen wurde mit gott und fragte ihn noch einmal, ob dieser wirklich wollte, dass jesus am kreuze hängen sollte. und er sollte, wie wir wissen, auch dort hängen. dann akzeptierte jesus, das was geschehen sollte und er schloss ab mit dem leben... so ist es verständlich weshalb er seinen jüngern schon vorher davon erzälte und ihnen diesbezüglich ratschläge gab.
    die entscheidlung lag bei den drei leuten von denen du gesprochen hast. pilatus war jedoch unentschieden und wollte ihm vielleicht sogar das leben schenken, denn zu damaliger zeit war es üblich einem der verurteilten gnade zukommen zu lassen. er entschied wohl die menge solle richten, ob der barbaren-führer oder jesus freigelassen werden sollte.
    als pilatus die frage an die menge stellte, da war wohl erst stille und, dann wurde eine vertreter von, ich glaube, herodes antipas beauftragt in der menge zu rufen: "kreuzigt ihn!" und darauf rief die ganze menge diese forderung.
    diese vorgänge konnten wohl leicht umgangen werden... jesus, der wortgewandte, hätte sich mit ein paar geschickten äusserungen aus der sache winden können. z.b. wurde er doch von pilatus gefragt, ob er der sohn gottes sei? ... pilatus sagte doch auch zu ihm: "du bist also der messias." (oder ähnlich) und jesus sagte: "das habt ihr gesagt." was natürlich verschieden verstanden werden kann... man spreche den satz nur mit verschiedenen betonungen der worte aus. darauf verurteilte man ihn zur kreuzigung.
    also, warum tat jesus nichts, um aus dieser misslichen lage zu gelangen? er aktzeptierte die weisung gottes und akzeptierte den tod. natürlich zweifelte auch jesus an so manchen entscheidungen, sonst hätte er auch nicht nocheinmal gott so eindringlich gefragt. doch er stand es durch bis über den tod hinaus.
    man betrachte nur was dieser "kleine" tod eines einzigen menschen ausgelöst hat. er veränderte die ganze welt der menschen. und dabei war jesus nur 1-2 jahre öffentlich aktiv.
    daraus erkenne ich, dass keiner im weltlichen bereich so recht die schuld trägt... mit dem tod jesu sollte eines gezeigt werden: wer mit gott geht überwindet den tod und wird ewig leben.
    jesus sah sich selbst doch nie als christ, rabbi oder essener... zumal es die christen zu der zeit noch gar nicht gab. er war einfach jesus christus, der träger des offenbarten christusgeistes... ein erleuchteter. einige buddhisten, oder erleuchtete des asiatischen raumes sprechen von jesus als ein hoch erleuchtetes wesen. solch einen hatte es noch nie auf der welt gegeben... das sagen sie natürlich von vielen anderen erleuchteten auch und haben natürlich recht, denn jeder mensch ist ja einzigartig.

    es war also praktisch seine aufgabe am kreuze zu hängen und dort den tod wahrlich zu überwinden.
    die authentizität der auferstehung ist auch recht gut beschrieben wurden... aber vielleicht ein anderes mal....
     
  14. psst

    psst Gast

    @tarvoc

    Wer hatte Jesus eigentlich als König der Juden bezeichnet ? Waren das die Juden selber oder die Römer ?

    Wenn am kreuz die Inschrift INRI stand, müssten dieses doch die Römer dorthin geschrieben haben.
    Ich will nur damit heraus, ob die Römer Jesus deshalb aus dem Weg räumen wollten. Da ich nicht glaube, das Sie einen König der Juden akzeptiert hätten.

    Was denkst du ?
     
  15. Agarthe

    Agarthe Vorsteher und Richter

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    Irgendwie ein witzige Vorstellung von der Situation, wo Jesus Gott fragt, ob er es auch WIRKLICH WIRKLICH ERNST meint mit der Kreuzigung... :lol:

    Der Thread gefällt mir, sehr konstruktive Beiträge (bis auf meinen jetzt), weiter so. :D

    Ich lese weiter mit!

    8) , Agarthe
     
  16. Tarvoc

    Tarvoc Ritter vom Osten und Westen

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    Sollte er das?
    Vorsicht, was du da sagst, ist stark von der Weltsicht der heutigen Christen geprägt.
    Du solltest dich nicht zu sehr auf die Evangelien von Markus, Matthaeus und Lukas verlassen. Das Johannesevangelium ist zum Teil wortwörtlich von Qumran-Schriften abgeschrieben (was heißt, dass es auch keinesfalls um 100 nach Christus entstanden sein kann, sondern wesentlich früher entstanden sein muss) und dürfte somit autentischer sein. Und bei ihm sind Jesu' letzte Worte "eloi eloi lema sabachtani?", also "Herr, Herr, warum hast du mich verlassen?" War Jesus wirklich davon überzeugt, dass sein Tod notwendig und vorbestimmt sei? Aber darauf gehe ich in einem späteren Artikel näher ein. Vielleicht sagt ihr auch mal, was ihr darüber denkt.

    Jaja, Pilatus, das Lamm. Bei Johannes ist seine Milde mit keinem Wort erwähnt. Tatsächlich ließ er mehrere tausend Unschuldige zur Abschreckung kreuzigen, als die Zeloten ihren ersten Aufstand vom Zaun brachen.
    Ich glaube, dieses ganze "wasche meine Hände in Unschuld"-Gelabere wurde später verbreitet, um die Schuld von den Römern auf die Juden zu verlagern.

    Von Herodes? Woher hast du diese Info? Ich denke, es war eher Caiphas, denn der hatte beim Volk den größeren Einfluss. Herodes war ja verhaßt beim Volk (btw. zurecht!).

    Um meine Argumentation zu verstehen, warum ich denke, dass er sich nicht selbst verteidigt hatte, müsstet ihr mehr über die essenische Vorstellung vom "Lehrer der Gerechtigkeit" wissen. Das wird aber hier zuviel. Ich werde meine Theorie in meinem zweiten Artikel veröffentlichen.
    Soviel kann ich euch aber jetzt schon sagen: Meiner Meinung nach akzeptierte er die Kreuzigung, aber er glaubte keinesfalls, dass er sterben würde.

    Wirklich?

    dreieinhalb Jahre

    Ist er auferstanden?

    Diese Information entnimmst du den Evangelien, die erstens schon von parteiischen Leuten geschrieben wurden und zweitens über die Jahre hinweg immer mehr verändert wurden (besonders das Johannesevangelium wurde stark entstellt).
     
  17. cristsend

    cristsend Geheimer Meister

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    ich verlass mich nicht auf die evangelien, denn diese hab ich gar nicht gelesen. sollte er denn nicht am kreuze hängen? hing er denn nicht am kreuze? also muß es auch gott so gewollt haben, wenn er denn der sündlose sohn gottes war, ist. es ist natürlich auch möglich, dass sich jesus auch irrte (war auch nur ein mensch mit diesem christus in sich). ich hab auch öfter davon gehört, dass jesus, als er seinen jüngern nach seinem tod erschien, meinte, er hatte das alles gar nicht so gewollt... (hab ich aber auch nur gehört.....
    dieser satz ist mir bekannt, allerdings ist er, wie alle, auch nur überliefert, wahrscheinlich noch unsicherer als viele andere verschen. vielleicht zweifelte jesus kurz vor seinem tod an gott und konnte keinen kontakt mehr zu ihm herstellen... in vielen religionen gibt es den begriff der "gnade". die "gnade gottes" ist eine letztendliche vorraussetzung für den "blick auf gott". vielleicht fehlte diese gnade, als er diesen satz rief und, vielleicht erhielt er sie wieder als er starb. es ist als rief ein kind: "vater warum bist du fort?" es leugnet seinen vater nicht, es fragt verzweifelt nach hilfe in der not. vielleicht ging es jesu genauso.... wer weiss.
    ...mag sein.
    wie gesagt, weiss ich es nicht genau. ich habe davon gelesen, aber das ist schon einige zeit her.... es war nur eine blosse vermutung.
    ja... das ist eine interessante vermutung. nun, der weg gottes sah allerdings anders aus, wie wir wissen. und zumindest akzeptierte jesus dann doch diesen weg, wenn man an die auferstehung glaubt, denn seine weisungen übertrug er nach seinem tod ja noch an seine jünger.
    die authentizität der auferstehung lässt sich mit ein paar argumenten recht gut belegen. die jünger jesu wurden nach seinem tod und ab dem beginn der erscheinung vor den jüngern plötzlich unheimlich aktiv. sie reisten durch die gegend und konnten unheimliches leid ertragen: hunger, durst, sonstige körperliche schmerzen... und alle sprachen doch davon, dass ihnen jesus erschien...
    hast du dafür sichere quellen?
    wie gesagt hab ich die bekannten evangelien nicht gelesen. ich kenne das thomas-evangelium und darin sind kommentarlos 114 verse jesu enthalten, von thomas notiert, ohne jegliche bewertung, besprechung oder interpretation der verse...
     
  18. Tarvoc

    Tarvoc Ritter vom Osten und Westen

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    Sollte? Wer sagte denn, dass er es sollte. Die Pharisäer und Sadduzäer wollten es. Die Essener wollten es möglicherweise auch (weil sie hofften, dass Gott ihn vielleicht rette und das himmlische Reich errichte). Judas wollte es - ich nehme an aus ähnlichen Gründen wie die Essener, immerhin war er Zelot. Die Römer wollten es. Vielleicht wollte es auch Gott, denn er half ihm nicht, als er ihn anflehte, dies zu tun ("eloi, eloi lema sabachtani?"). Aber was genau verstehst du unter "sollte"?


    Doch, das tat er wohl...

    Alles, was passiert, ist von Gott gewollt. Solche Argumentationen führen zu nichts.

    Irrte in welcher Beziehung?

    Ich verstehe den Sinn dieser Aussage nicht so ganz.

    Hm, ich glaube, so etwas auch mal in einer Interpretation des Johannesevangeliums gelesen zu haben. Ich werde mir das Evangelium nochmal ansehen müssen.

    Irrtum. Dieser Satz kommt auch in den Qumran-Schriftrollen vor. Es bezieht sich auf den Lehrer der Gerechtigkeit. Und lautet so:

    Interessant ist auch die fehlende Übereinstimmung in den Tempori in diesem Satz. Darüber sollte man mal nachdenken.
    (wobei es ein Futur im Hebräischen in der Form ohnehin nicht gibt. Es muss aus dem Präsens und einer ganz bestimmten Form des Subjekts herausgelesen werden, manchmal trifft diese Regel zu, manchmal nicht. Ziemlich komplex, die hebräische Sprache!)

    Reine Spekulation! Warum sollte Gott ihm diese Gnade gerade im entscheidenden Moment entziehen?

    Es geht nicht darum, ob er damit seinen Vater verleugnete, sondern darum, dass er erkannte, dass Gott sein Flehen eben nicht erhören werde. Ein letzter Aufschrei zu seinem Vater, sozusagen.

    Offensichtlich.

    Offensichtlich glaubst du daran, wie ich es einst tat. Heute bin ich mir da nicht mehr so sicher...

    Warum eigentlich? Warum hat er nicht das messianische Reich erschaffen und den Frevelpriester "mit dem Gesetz vernichtet", wie es bei den Essenern gelehrt wurde? Warum hat er stattdessen zwölf Essener in die Welt hinaus gesandt? Und warum hat er es zugelassen, dass Paulus das Christentum mit Antisemitismus und Antichristlichem durchsetzte? Warum hat er zugelassen, dass im Namen des Christentums so viele Verbrechen begangen wurden, anstatt die essenische Prophezeihung von Gottes Reich zu erfüllen?

    Wenn die Jünger tatsächlich Essener waren, lässt sich das ganz einfach erklären: Nach dem Tod des Lehrers der Gerechtigkeit sollte nach ihrer Überlieferung der Kampf der "Söhne des Lichts" (oder Essener ;)) gegen den Frevelpriester und seine "Söhne der Finsternis" beginnen. Diese These wäre aber nur haltbar, wenn Jesus eben nicht auferstanden wäre.

    Die Essener waren darauf getrimmt, den Schmerz zu unterdrücken, das gehörte zu ihrem Training für die Endschlacht.

    Nun, laut den Evangelisten und der Apostelgeschichte sprachen sie davon, dass Jesus ihnen erschienen sei. Viele Theologen gehen heute davon aus, dass diese Geschichte von seiner Auferstehung auch ein paar Jährchen später entstanden sein könnte.

    Johannesevangelium. Okay, nicht vollkommen sicher. Aber das Johannesevangelium ist aufgrund seiner Nähe zu den Essenern wohl das Evangelium (zumindest von den vier anerkannten), welches ich am sichersten ansehen würde.

    Siehst du, das Thomasevangelium ist ebenfalls ein Evangelium (die Katholiken und Protestanten erkennen es nur nicht an). Ich weiß nicht genau, wann es entstand, aber wenn ich das nicht mit 'was anderem verwechsle, ist es sogar noch später entstanden als die biblisch-kanonischen Evangelien, nämlich zwischen 120 und 140. Aber kann auch sein, dass ich das jetzt verwechsle...
     
  19. Anonymous

    Anonymous Gast

    Da ich nur sehr begrenzte Möglichkeiten habe ins Internet zu kommen, kam ich leider nicht dazu alles zum Thema geschriebene zu lesen. Aber was mich mal interessieren würde: Tarvoc, würdest Du Dich als Christ bezeichnen? Glaubst Du an Gott? Ich mein´ den Gott aus der christl. Bibel. Bei dem ganzen "Auseinandergepflücke von einzelnen Sätzen finde ich es recht Schade, das kein Statement dazu kommt, ob jemand wirklich daran glaubt, das Jesus Gottes Sohn war/ist und das er für UNS (jeden einzelnen) gestorben ist, damit wir wieder zu Gott kommen können und ihm unsere Lasten abgeben können.........
    Naja, würde mich mal interessieren, Tarvoc.
     
  20. Tarvoc

    Tarvoc Ritter vom Osten und Westen

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    Ich bezeichne mich als Pluralist bzw. Multitheist und somit bin ich auch Christ, ja.

    Aber wenn man jetzt mal davon absieht: Ja, ich bin christlich orientiert. Meine Ansicht des Christentums ist aber nicht katholisch-protestantisch, sondern urchristlich, bzw. inzwischen essenistisch (d.h. ich glaube, dass Jesus Essener und wahrscheinlich auch der essenische Lehrer der Gerechtigkeit, also der Messias war). Ich bilde mir z.B. keine feste Meinung darüber, ob Jesus auferstanden ist (wobei ich es eigentlich fast bezweifle), weil es nach essenischem Verständnis unwichtig ist. Ausserdem suche ich die Wahrheit über die Anfänge des Christentums, während z.B. die katholische Kirche sie um alles in der Welt verbergen will.

    Der Gott aus der christlichen Bibel? Ja, an den glaube ich. Aber aufgrund meiner pluralistischen Religionsphilosophie kann die Bibel nicht das einzige "heilige Buch" sein. Da auch sie von Menschen geschaffen wurde, muss auch sie teilweise menschlich sein - aber auch teilweise göttlich. Hier müsste noch irgendwo mein "Multitheismus"-Thread sein. Guck' doch mal 'rein!

    Nach essenischem Verständnis ist jeder Mensch schon dadurch, dass er ein Geschöpf Gottes ist, von allen Sünden frei, die er ehrlich bereuht. Aber ja, wenn Jesus der "Lehrer der Gerechtigkeit" war, dann starb er für uns, um die Aufrichtung des Reiches Gottes (laut Qumran-Schriften übrigends für das Jahr 5763, also 2003, angesetzt 8O) überhaupt erst zu ermöglichen.
     

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