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Hugo Chavez der nächste auf Bush's Liste?

Deimos

Geheimer Meister
23. September 2002
341
Ich ziehe meinen (imaginären) Hut vor Bruder Hugo Chavez.

Vielleicht bin ich etwas naiv, aber Chavez scheint einer der wenigen freimaurerischen Staatsmänner zu sein, deren Engagement für die Unterdrückten und Armen tatsächlich ernst gemeint ist.

Und jetzt legt er sich (schon wieder) mit Onkel Bush an, mit ziemlich deutlichen Worten:
Venezuelas Präsident droht Bush mit Ölstopp

Mit drastischen Worten hat Venezuelas Staatschef Hugo Chavez den US-Präsidenten George W. Bush beschimpft. Erstmals drohte er ihm auch mit einem Stopp der Öllieferungen, wenn sich die USA weiterhin in die inneren Angelegenheiten des Landes einmischen sollten.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,288632,00.html

Vielleicht hat jemand die Dokumentation Hugo Chavez - ein Staatstreich von innen gesehen. Mit beinahe unglaublicher Deutlichkeit wird gezeigt, wie die schmutzigen Hände der US-Geheimdienste mal wieder ihr Lieblingsspielchen "Blut-Für-Öl" gespielt hatten - und kläglich gescheitert sind.
Hoffen wir, dass Herr Chavez nicht bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommt oder mit gefesselten Händen durch ein geschlossesens Fenster fällt...
 

Zwerg

Geheimer Meister
12. Dezember 2003
211
Da sieht mans mal wieder. Die USA können es einfach nicht lassen.
Und warscheinlich wird mal wieder alles platt gemacht, was zwischen Bush und Öl ist.
Es ist immer das gleiche :-/
 

k_c

Geheimer Meister
1. Februar 2004
119
naja, dadurch dass sie jetzt den daumen auf den irak haben sind sie in sachen öl unabhängiger.
aber wäre das nicht der fall würden sie sich so etwas bestimmt nicht gefallen lassen, es würde bestimmt nicht lange dauern bis chavez durch irgendeinen terroristen/rebellen/schieß-mich-tot gekillt würde.
 

Azariel

Geheimer Meister
23. August 2003
257
@k_c

Allerdings sind die Ölpipelines im dem Irak weiterhin Ziel von Anschlägen,d.h. die Versorgung aus dieser Quelle nicht gesichert. Sollte Chavez wirklich den Hahn zudrehen, wissen das auch die Extremisten in Irak und werden ihre Anschlagsfrequenz erhöhen. Die USA würden in eine Ölkrise stürzen und tausende SUVs mit über 200ccm Hubraum würden nutzlos *lol*.
 

Aladin

Geheimer Meister
29. Februar 2004
205
Ich denke es paßt den US-Imperialismus nicht in den Kramm das andere Länder und Regierungen aus der "Neuen Weltordnung" ausscheren, ihren eigenen Weg gehen wollen.



6 Prozent weniger Arbeitslose (23.02.2004)

Die Arbeitslosenquote in Venezuela ist einem Bericht von Venezuelanalysis vom Samstag zufolge innerhalb eines Jahres um über 6 Prozent gefallen.

Litt das Land im Februar 2003, nach dem Ende des zweimonatigen Streiks in der Ölindustrie und Ausperrungen durch Unternehmen unter einer Arbeitslosigkeit von 20,7 Prozent, so fiel der Wert im Dezember 2003 auf 14,1 Prozent und damit den tiefsten Wert seit den ersten Aussperrungen im Januar 2002.

Im April 2002 kam es außerdem zu einem Putschversuch der Oppositionellen, die auch für die Streiks, Aussperrungen und eine Vielzahl von Sabotageakten verantwortlich waren.

Grund für den starken Rückgang der Arbeitslosigkeit sind mehrere Maßnahmen der Regierung unter Präsident Hugo Chavez, unter anderem die Einführung von Wechselkurskontrollen, um so die Kapitalflucht aus dem Land zu verhindern.

Außerdem hat die Regierung eine massive Förderung sozialer Programme und wirtschaftlicher Projekte - "Missionen" genannt - begonnen, vergibt niedrig verzinste Kredite an kleine und mittlere Unternehmen, unterstützt die Entstehung von Genossenschaften und vergibt Aufträge der Regierung vorrangig an ortsansässige Unternehmen.

Den größten Anteil an dem Aufschwung dürfte aber die Festschreibung des Wechselkurses des Bolivars gegenüber dem US-Dollar gehabt haben. Um trotzdem ausländische Investitionen anzuziehen hat das Finanzministerium seit vergangenem August Dollar-Anleihen in Milliardenhöhe herausgegeben. Die Verteilung auf Anleger wurde dabei aber stark reguliert, so dürfen beispielsweise Banken und Maklerfirmen nur 20 Prozent der Anleihen erwerben.

Als Folge der Währungskontrollen sind auch die ausländischen Währungsreserven von 11 auf über 20 Milliarden US-Dollar gestiegen. 6 Milliarden hiervon will Chavez nun zur Förderung weiterer "Missionen" einsetzen, was von der Landesbank mit Hinweis auf die Verfassung allerdings abgelehnt wird.

Die Opposition wirft Chavez vor, durch diesen "Ausgabenrausch" Wählerstimmen kaufen zu wollen. Angesichts der Tatsache, daß die Arbeitslosenquote in dem Land durch die Maßnahmen um ein Drittel gesunken ist, ist es allerdings kaum verwunderlich, daß seine Beliebtheit wieder über 50 Prozent liegt.

Sicherlich resultiert zumindest ein Teil der neuen Arbeitsplätze einfach aus der Tatsache heraus, daß die Ölindustrie wieder ihre Arbeit aufgenommen hat, da die Quote jetzt allerdings deutlich unterhalb derer vor Beginn der Streiks liegt, müssen zahlreiche Arbeitsplätze durch Chavez Maßnahmen geschaffen worden sein.

Da gerade die Wechselkurskontrolle aber der Vorstellung eines uneingeschränkten Kapitalismus, wie in sich gerade die USA für den ganzen amerikanischen Kontinent wünschen, zuwiderläuft, ist kaum verwunderlich, daß sie Venezuela als ernste Bedrohung ansehen.


Quelle: www.freace.de



PS: Ist Chavez nun ein Fidelista oder ein Freimaurer oder beides???
 

Deimos

Geheimer Meister
23. September 2002
341
Aladin schrieb:
PS: Ist Chavez nun ein Fidelista oder ein Freimaurer oder beides???
Vermutlich beides. Die FM hat die Geschichte Südamerikas stark mitgeprägt und sogar in der bösen Diktatur Kuba ist sie überraschenderweise nicht verboten. (Familienmitglieder von Castro sind Maurer, bei ihm selbst bin ich mir nicht sicher).

Gemäss einem Interview mit Michel Barrat, Grand-Maître de la Grande Loge de France, ist Chavez Freimaurer. Text ist auf spanisch, aber Google ist dein Freund...
Y por qué Fidel Castro no los proscribe?

-No puede hacerlo: ¡Bolívar, Martí y todos los grandes libertadores americanos fueron masones! Y por eso lo es Hugo Chávez.
Dem Sinn nach übersetzt:
-Und warum verbietet Fidel Castro die Freimaurerei nicht?
-Er kann nicht: Bolivar, Marti und all die grossen amerikanischen Freiheitskämpfer waren Maurer! Und darum ist auch Hugo Chavez einer
.
http://www.chile-hoy.de/internacional/10702_mason.htm



estado bolivar, venezuela

fellows - wers gern symbolisch mag ;-)
 

k_c

Geheimer Meister
1. Februar 2004
119
*g*
geiles bild.
aber ich finde gut dass in südamerika endlich mal jemand den amis ernsthaft die stirn bietet - in ihrem eigenen "vorhof" den sie schon ca. 100 jahren beeinflussen.
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
Wechselkurskontrollen, Schulden und deficit spending. Kein Wunder, daß die Arbeitslosenquote erstmal sinkt. Das dicke Ende kommt später. Wie in Argentinien.
 

chaves_fuera

Lehrling
1. März 2004
1
Moin, Moin !!!

Ich verfolge das Forum schon seit zwei Jahren, aber bis dato war ich eher der stille Geniesser. Heute aber als ich dieses neue Thema "Chavez und Venezuela" gelesen habe, wurde ich sehr wütend und nun muß ich leider einmal etwas Luft ablassen.

Mittlerweile kommt mir es so vor, als wenn jeder Staatschef der Bush verpönt hochgejubelt wird. Ok, Bush ist ein anderes Thema über das ich nun auch nicht diskutieren möchte.

Über mich selber: Ich habe einige Zeit selber in Venezuela gelebt, und meine Frau ist Venezolanerin (Wir waren auch im Dezember mal wieder drüben). Von daher kann ich mich mal mit etwas Weihrauch selber überschütten und sagen, das ich über die Aktuelle Situation selber sehr gut Bescheid weiß.

Als erstes möchte ich sagen:
Wer Chavez für einen Bruder hält, oder als Retter der Armen feiert, der ist genauso verdreht wie Bush.

Chavez ist ein Populist, der durch einen Putsch selber an die Macht gekommen ist. Nachdem er Neuwahlen versprochen hatte, wurde er "leider" demokratisch zum Präsidenten gewählt (98).
Größten Zuspruch fand er bei der armen Bevölkerung, die seine Versprechungen von der Bolivarischen Revolution des Wohlstandes geglaubt haben, und bei den 8-10% der Analphabeten, die leider keine Zeitungen lesen konnten und die Oppositionellen nicht verstanden.
Er hat die Armen Menschen nur benutzt (er macht es immer noch), um seine Macht zu erhalten.


Danach ging es mit Venezula rapide bergab.
Ich selber habe 1999 in Venezuela gelebt, damals in der Zeit der Flutkatastrophe. Da fing es schon an. Das Fernsehprogramm wurde unterbrochen und El Presidente kam und redete und redete. Fünf Stunden Später war der Albtraum dann vorbei (auf allen staatlichen Kanälen und Radioprogrammen).

Durch Schmiergeldzahlungen gelang es ihm die Verfassung zu seinem Gunsten zu ändern (Alle 6 Jahre Wahlen, anstatt vier). Er schmiss sämtliche Minister raus und setzte dafür seine eigene Gefolgschaft ein. Oppositionelle wurden mit Staatlichen Aufträgen und weiteren Schmiergeldzahlungen ruhig gestellt.

Die Medien stehen schon seit längerer Zeit unter seiner Kontrolle und einige Zeitungen wurden sogar eingestampft.
Falsche Analysen und Statistiken wurden herausgegeben usw...

Als eine große Studentenzeitung zurechtgewiesen wurde, gingen die Studenten auf die Straße und dann ging es so langsam richtig los (2001).

Leider war dies den Us, sowie den europäischen Medien anscheinend egal was dort passierte, denn das ÖL floss ja weiter.

Die sogenannten "Missionen", war eine getürkte Aktion. In den Zeitungen wurde alles schön geredet, die armen Leute schöpften Hoffnung, aber was passierte? Große Bauprojekte und Wirtschaftsprojekte waren in Planung, und an einigen Stellen wurde schon angefangen zu bauen. Das wars aber schon, fertiggestellt wurde gar nichts. Das Geld sollte ja bekanntlich an soziale Institutionen zur Bekämpfung der Armut gehen, sowie an Ortsansässige Firmen, die die Wirtschaft nach oben pushen sollten.
Naja, alles in allem, dieses Geld wurde dafür benutzt, das Oppositionelle ruhig gehalten werden. Diese wiederrum setzten sich richtung Miami ab, um nicht als Verräter in den eigenen Reihen im Heimatland dazustehen. Kurzezeit später wurde die Währung an den US$ gekoppelt um eine Entwertung aus dem Wege zu gehen. Anfangs mit Erfolg, aber die Kapitalflucht nahm kein Ende.

Das Faß kochte so langsam über. Firmen machten dicht. Ausländische Investoren verließen das Land. Immer mehr Demonstranten gingen auf die Straße um das Elend ein Ende zu bringen. Aber Chavez erhielt Rückendeckung von der Armen Bevölkerung, die seinen Lügen geglaubt haben, und immer noch glauben.

Der Höhepunkt war der sogenannte Autoputsch 2002.

Putsch des Militärs um den Bolivianischen Befreier zu vertreiben?Hahaha.
Was der Öffentlichkeit in den US und der EU vorgegaukelt wurde grenzt an Frechheit.

Das Vertrauen in Chavez sank im April 02 ins Bodenlose. Es musste also etwas getan werden.
Chavez, ist nicht dumm. Er befehligte seinen General einen Putsch zu inszenieren. Der General befolgte seinen Befehl und Putschte sich mit einigen Scheinoppositionellen (Armeeangehörige) an die Macht.
Chavez flüchtete kurz ausser Landes, um 48 Stunden später wieder an seinem Schreibtisch zu sitzen.
Während dieser 48 Stunden wurde der "Putsch" von einem anderen General "niedergeschlagen". Alles war vorher also abgesprochen.
Es gab über 30 Tote, und das Ergebniss war:
Die Opposition gab fast die Hoffnung auf, und die Pro-Chavez Leute sahen sich in der Macht ihres Führers bestätigt.

Die Oppositionellen gaben aber nicht auf:
Ende des Jahres 02 gab es einen 2 Monate langen Generalstreik. Es war schrecklich. Das Land verarmte immer mehr. Es gab kaum noch etwas zu Essen zu kaufen. Vor den Tankstellen gab es Kilometerlange Staus!!!

Als der Streik sich auf einige Staatliche Olgesellschaften auszubreiten drohte, stellte Chavez Regierungstruppen auf um offiziell Sabotageakte zu verhindern. Aber in Wirklichkeit sollten die Ölarbeiter gezwungen werden weiter das Öl zu fördern, damit die Korruption weiter gehen kann.

Als der Druck der Opposition zu groß wurde, lenkte Chavez ein und versprach Neuwahlen, wenn ca. 3. Mio Unterschrifen gesammelt würden.
Das war letztes Jahr.

Soooo, nun wirds aktueller. Die Unterschrifen wurden gesammelt, und Chavez wütete gegen alles. Die USA und Europa sind Kapitalistische Bösewichte. Die Opposition ist schuld am ganzen Schlamassel usw....
Die Unterschriften wurden gesammelt, und Chavez ließ alles Nachzählen. Im TV sagte er dann, das diese gefälscht waren (er hatte sie nach eigenen Angaben selber alle durchgelesen). Und alles zog und zieht sich bis jetzt dahin. Wenn aber alles gut läuft, dann wird es im Herbst zu Neuwahlen kommen, und dann ist der Albtraum hoffentlich vorbei.

Eigene Erfahrungen mit allem was passierte:
Es ist ein anderes Gefühl wenn man von soetwas selber betroffen ist. Man hat Angst um den Teil der Familie der dort unten lebt. Meine Frau ist manchmal sehr in Sorge wenn sie nach Hause telefoniert und die Geschichten hört, die nicht in den Zeitungen stehen, ganz zu schweigen von den 2 Minuten Berichten im TV oder kleineren Reportagen.

Letzten Herbst wollten wir meiner Schwiegermutter etwas Geld zum Geburtstag überweisen (Pakete hinschicken geht kaum, es wird dort sehr oft bei der Post gestohlen). Nach einigen Tagen kam das Geld zurück. Wir fragten was passiert ist, da kam die Antwort von hiesigen Bankier, das die Venezolanische Regierung beschlossen hat, das kein Ausländisches Geld mehr in das Land hinein, oder hinausgeht. Wie es jetzt ist weiß ich allerdings nicht.

Neue Venezolanische Reisepässe sind nur noch Handgeschriebe DinA4 Zettel mit Fingerabdruck, Foto und Stempel. Das hat die Regierung extra gemacht, weil die genau wissen, das man mit solchen Pässen in kaum ein anderes Land einreisen kann. So kann man also auch eine Flucht stoppen.

Es ist traurig zu sehen, wenn man beim Mittagessen in einem Straßencafe sitzt und ein etwa 35 Jähriger Mann mit Anzug sich Reis oder andere Dinge aus dem Mülleimer fischt und dann auch noch in Portionen aufteilt, damit vielleicht seine Kinder am Abend etwas zu essen haben.

Liebe Leute:
Chavez ist genauso ein Verbrecher wie Bush auch einer ist. Die beide geben sich nicht viel. Viele Venezolaner vergleichen Chavez mit Hitler oder Castro, denn er möchte gerne genauso ein Regime wie auf Cuba aufbauen (deswegen schenkt er auch Cuba tähöich 20000 Liter ÖL)

Hoffe diese Informationen waren Hilfreich für euch.


Zitat Chavez während einer Rede im Venezolanischen TV: "Heute bin ich auf einer Auslandsreise. Zurzeit befinde ich mich in Zürich, der wunderschönen Hauptstadt der Schweiz"

Ein weiterer Schenkelklopfer: Chavez schenkt Bolivien zwei Armee-Marineschiffe als Zeichen der Freundschaft
- Überlegt mal wo Bolivien liegt!!! Vieleicht können die damit ja auf dem Titicacasee rumgurken
 

Deimos

Geheimer Meister
23. September 2002
341
@chaves_fuera

Danke für Deinen Bericht.
Allerdings hab ich das Gefühl, dass Du das Ganze etwas sehr selektiv wahrnimmst! Chavez soll den Putsch selbst organisiert haben? Du sprichst von Scheinoppositionellen? Eine schöne Verschwörungstheorie! Willkommen im Forum! ;-)

Wäre schön, wenn Du für deine Mutmassungen eine Quelle angeben könntest.

Da wo ich mich informiert habe, wird die Sache etwas anders dargestellt:
Die zweite Fehleinschätzung betraf die Popularität des gestürzten Präsidenten. Die Putschisten glaubten, ausser Kuba und der kolumbianischen Guerilla Farc würde niemand Chávez’ Abgang bedauern. Doch nach dem ersten Schock kam es zu Aufruhr und Krawall in den Slums von Caracas, welche fast die Hälfte der Stadt ausmachen. In den Vierteln wurde am Wochenende spontan für Chávez demonstriert und auf die Kochtöpfe geschlagen. Die Polizei eilte herbei, um diese Aufstände zu unterdrücken. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Polizei und DemonstrantInnen starben Menschen; die Schätzungen schwanken zwischen zehn und vierzig Toten. Am frühen Nachmittag des 14. April wurde dann mit Mund-zu-Mund-Propaganda und Handys zu einer Pro-Chávez-Demonstration vor dem Präsidentensitz Miraflores aufgerufen; gegen 18 Uhr versammelten sich in den Strassen um den Palast rund 100.000 Menschen. Ungefähr zur gleichen Zeit erklärte das Fallschirmjäger-Bataillon, dem Chávez früher selbst angehört hatte, seine Loyalität zum gestürzten Präsidenten und besetzte den Präsidentenpalast. Als sich das Ausmass der Unterstützung für Chávez herumsprach, stellten sich auch wichtige Armee-Einheiten im Landesinneren auf Chávez’ Seite. Übergangspräsident Carmona musste zurücktreten. Chávez-AnhängerInnen besetzten mehreren Fernsehstationen, die bis dahin den Widerstand gegen den Putsch komplett verheimlicht hatten. Am Sonntag, kurz vor Mitternacht, wurde die Wiedereinsetzung von Chávez angekündigt. Niemand hatte geglaubt, dass der Putsch so schnell scheitern könnte. Doch wieso hatten sich Teile der Gewerkschaften und UnternehmerInnen überhaupt gegen die linkspopulistische Regierung von Hugo Chávez zusammengetan? ...
http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/regionen/Venezuela/putsch.html
http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/regionen/Venezuela/Welcome.html

Ich war übrigens letzten Sommer auch zwei Monate in Venezuela und mir ist bewusst, dass das Land im Chaos steckt. Caracas ist so ziemlich der Letzte Ort, an dem ich leben möchte...
Chavez ist sicher kein Heiliger und auch kein Alleskönner, aber ich nehme ihm seinen Einsatz für die Armen ab! Vielleicht gehört Deine Frau ja zur Oberschicht - verständlich, dass diese kein gutes Haar an Chavez lässt.

Gruss
Deimos
 

zensur

Lehrling
2. März 2004
1
Ich lebe in Merida,der "Hauptstadt der Anden".Merida war schwer
betroffen von dem Putsch und der Blockade vor 2 Jahren.
Die Gangster oft in Unkenntniss als Opposition bezeichnet,
sperrten die Verbindungsstrassen nach Merida,so das keine
Gueter(Obst, Gemuese,Milch etc)von Merida nach Caracas
gelangen konnten aber auch kein Benzin,Bier,Baustoffe etc.
nach Merida.
Die Folge;in Merida gab es kein Benzin mehr und die Laeden
waren leer.
Schuld daran war natuerlich Chavez,denn er wollte nicht zurueck-
treten,so wie es die Herrschaften von der Opposition gerne
gesehen haetten.
Die Oelfoerderung kam fast zum Stillstand,die Geschaeftsleitung
der PDV (venez.Oelgesellschaft) legte den Zentralcomputer still und aenderte die Passwoerter.Damit sollte Chavez zum Aufgeben gezwungen werden,Oel ist die Haupteinnahmequelle des Staates.
Die Oelarbeiter wurden in den Ausstand gezwungen,uebrigens auch
grosse Firmen wie Polar-Bier oder die Banken beteiligten sich am "Streik".
Polar uebrigens lieferte insgeheim aber weiter Bier mit unauffaelligen Lastwagen ohne Beschriftung aus.
Die Versorgungslage verschlechterte sich noch weiter durch die Folgen
der Blockade,bis heute hat sich die Versorgung mit Benzin nicht
wieder normalisiert.Der Bolivar ist so niedrig wie noch nie,die
Arbeitslosigkeit hoch.
Diese Probleme werden von der Opposition Cavez angelastet.
Soweit zur demokratischen Opposition,uebrigens genau die gleichen,
die vor Chavez das Land herunter korrumpiert haben.
Den Hoehepunkt erreichte das Chaos mit der gewaltsamen Absetzung von Chavez,von der Weltpresse schon voreilig gefeiert.
Die Bush-Regierung und ihr Pinochio Aznar in Madrid beglueckwuenschten den neuen Regierungschef,den Praesidenten des venezolanischen Unternehmerverbandes Pedro Caromona herzlichst.
Dieser hatte nichts anderes zu tun,als schnellstens die Verfassung ausser
Kraft setzen zu lassen und alle Abgeordneten der MVR(Partei von Chavez)
verhaften zu lassen.Diese mussten dann unter den Schlaegen der Polizei
und unter dem Gejohle der Randalierer in die Polizeiwagen steigen.
Die Polizei ist uebrigens Alfredo Pena,dem Buergermeister von Carcas unterstellt,dieser ist Anhaenger der Opposition.
Die US-Regierung stoerte dies aber nicht,nur die Chavez-Regierung
wurde staendig zur Einhaltung der Menschenrechte und der
der Verfassung ermahnt.
Nach der Wiedereinsetzung von Chavez ging dieser gestaerkt hervor,dies
waehrte jedoch nicht lange.Die Opposition gab nicht auf,Carmona
floh in den USA,Oppositionsfuehrer ist Mendoza,der Chef der Erdoelarbeitergewerkschaft.Gewerkschaften in Venzuela haben aber nicht
die Bedeutung wie Gewerkschaften in Europa.
Nun wird eine Referendum angestrebt,mit dessen Hilfe ein Absetzungs-
verfahren gegen Chavez angestrengt werden kann:Dazu sind 2,5 Millionen
Unterschriften noetig.Angeblich sind schon 3,4 Millionen Unterschriften
gesammelt worden.
Die nationale Wahlrat CNE erkennt die Stimmen aber nicht an,weil Unregelmaessigkeiten nachgewiesen wurden,dies wurde von der
Jimmy-Carter Organisation und anderen unabhaengigen Wahlbeobachtern
bestaetigt.So wurden z.b. Adressen aus Telefonbuechern abgeschrieben
Verstorbene eingetragen und Unterschriften von Personen,die gar nichts
davon wussten.
Gerade meldete der Wahlrat,nur 1,7 Millionen Stimmen sind gueltig,
bin gespannt was die Oppostion jetzt macht:

Hier noch ein paar Bilder der "demokratischen Opposition"beim "Demonstrieren":
http://www.rnv.gov.ve/galeria/thumbnails.php?album=13
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
hier mal noch ein paar aktuelle infos/hintergründe zur lage in caracas:

Destabilisierung nach Drehbuch in Venezuela

von Dario Azzellini, Caracas - 02.03.2004 15:25

Destabilisierungsaktionen der rechtsradikalen Opposition in Venezuela
http://www.de.indymedia.org/2004/03/76088.shtml


Die virtuellen Straßenkämpfe der Rechten

Vorgehen der Opposition in Venezuela zielt auf Bürgerkrieg ab (Teil I)
http://www.jungewelt.de/2004/03-04/005.php

plan "condor" lässt grüßen...?

http://www.humanrights.de/doc_en/archiv/c/colombia/comunero2de.html
 

shevegen

Geheimer Meister
30. April 2002
120
Zusammenfassend kann man hier sagen:

Venezuela geht es beschissen.

Und Chavez hat dies so oder so zu verantworten. Mit all dem Öl kann Venezuela kaum so schlecht handeln, das der Wohlstand nicht gesteigert werden könnte.
 
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