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Gründe und Folgen der Inhaftierung eines Ölmagnaten

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Chodorkowski ist in einer Nacht- und Nebelaktion inhaftiert worden, da er angeblich seinen finanziellen Pflichten für den Staat nicht beigekommen ist. Die Wirtschaft entsagt sich des Vertrauens in die Politik und einige fühlen sich an die Zeit unter Stalin erinnert. Gewiss, die Ölindustrie kann man wohl nicht gutreden. Doch die Wirtschaftskrise schaukelt sich an diesen Spannungen hoch. Und ein politisches Motiv auszuschliessen, ist per se ausgeschlossen. Die Folgen sind nämlich schon jetzt immens. Russland bewegt sich von demokratischen Verhältnissen immer weiter fort. Wie viel Ölpolitik verträgt die Welt?
 
G

Guest

Gast
Die Welt dürfte die heutige Ölpolitik nicht mehr lange vertragen.

Eine Frage der Zeit halt.

Was kann also unternommen werden?

Das ganzer Öl zum Wohle Aller in Ruhe und über Jahre verteilt einfach abfackeln. Kostenlose Wärme und Sprit, bis die Ölreserven aufgebraucht sind. Natürlich ganz smooth, damit die Atmossphäre nicht leidet. All dies elende ölpolitische Treiben und die dazugehörigen Kriege sowie die einseitige Verteilung der lieben Marie würden sich in Luft auflösen.

Ob uns dann das gleiche Treiben mit den erneuerbaren Energien bevorbesteht, sei hier außen vorgelassen.

Frage ist, ob die Ölmultis mitspielen... :?

Wenn ja, brauchen wir uns hier nur über eine gerechte Verteilung des sogenannten schwarzen Goldes auf die Bevölkerung dieses Planeten Gedanken machen :)
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Geck: Das ganzer Öl zum Wohle Aller in Ruhe und über Jahre verteilt einfach abfackeln. Kostenlose Wärme und Sprit, bis die Ölreserven aufgebraucht sind.
Passiert gerade, aber nicht ganz zum Wohle aller, geht wohl nicht so ganz und das Tempo ist noch relativ schnell. :) Fortbewegungsmittel sind in der Mehrzahl ziemlich friedlich. Häuser sind noch friedlicher als Fortbewegungsmittel. Also abgefackelt wird bis das Zeug weg ist. Dann kommt vielleicht Rapsöl oder Wasser in Betracht. Wäre natürlich toll, wenn man das Wasser in der Zeit, in der das Öl abgefackelt wird, noch irgendwie angemessen saubergehalten werden kann, aber das widerspricht sich irgendwie von selbst.

Die Ölmultis sind zu grosser Zahl nicht so friedlich. Und die Streitereien gehen global ziemlich oft um die schmutziger Energiequelle. Das Öl ist so zündend, dass es demokratische Fortschritte sehr lähmt, ja sogar rückgängig macht.
 

Eskapismus

Großmeister-Architekt
19. Juli 2002
1.212
Ich verstehe das nicht, 70% der Landesregierung sind FSB oder ehemalige KGB Mitarbeiter, die Affäre um Beresinski und nun das. Trotzdem
Nzz.ch schrieb:
Putin hat Rückhalt in der Bevölkerung
Trotz der Affäre um den Ölkonzern Yukos findet Russlands Präsident Wladimir Putin weiterhin Rückhalt in der Bevölkerung. Dies zeigt zumindest eine am Samstag veröffentlichte Umfrage des russischen Meinungsforschungsinstituts VTSIOM. Demnach stehen 73 Prozent der Russen hinter Putin. 39 Prozent der Befragten unterstützen dagegen die Politik von Ministerpräsident Michail Kasjanow, der am Freitag Bedenken gegen die Vorgehensweise der Ermittler in der Yukos-Affäre äusserte.
 
G

Guest

Gast
streicher wrote:

Code:
Wäre natürlich toll, wenn man das Wasser in der Zeit, in der das Öl abgefackelt wird, noch irgendwie angemessen saubergehalten werden kann, aber das widerspricht sich irgendwie von selbst.

...was ist mit den bakterienstämmen, die laut fernsehen zur beseitigung von ölkatastrophen versuchshalber herangezüchtet werden?

...mehr bakterien...mehr leben auf diesem planeten...
 

trashy

Großer Auserwählter
19. Mai 2002
1.781
Die Frage ist halt jetzt echt, was ist der Hintergrund bzw. was Rechtfertigt das Einschreiten Russlands.

1. Ist es wirklich weil bei der Privatisierung der ehemaligen russischen Ölindustrie etwas nicht mit rechten Dingen zuging oder
2. das dieser Ölmilliardär die Opposition offen unterstützte und sogar damit drohte selber in die Politik zu gehen?

Mittlerweile ist Chodorkowski ja von allen Ämter zurückgetreten! Was wird nun kommen? Wird er sich auf seinen Einstieg in die russische Politik konzentrieren? Ein russischer Berlusconi, der in Öl macht?

Ach so, etwas für unsere Illuminati-Anhänger! Schaut euch mal das Firmensymbol (Yukos) an und er (Chodorkowski) ist Jude! :twisted: Ein Schelm wer böses dabei denkt!

n8

trashy
 
G

Guest

Gast
Laut einer Fernsehwerbung des heutigen Abends werden wir es wohl in einer aktuellen, hier auch aktuell besprochenen, Zeitschrift ausführlich nachlesen können...

°

...ölpolitik...ssssst...theoretisch gehört das zeug der bevölkerung... :ironie:
 

Talpa

Vorsteher und Richter
15. März 2004
707
trashy schrieb:
Ach so, etwas für unsere Illuminati-Anhänger! Schaut euch mal das Firmensymbol (Yukos) an und er (Chodorkowski) ist Jude! :twisted: Ein Schelm wer böses dabei denkt!



Seltsamerweise wurden (mit Ausnahme der US-Ostküste) keine antisemitischen Beschuldigungen gegen Putin laut. Gerade die deutschen Medien haben die Aktion einstimmig als bedrohlichen Rückfall in KGB-Zeiten gedeutet, als Machtkampf des willkürlichen Zaren Vladimir gegen den reichsten Mann des Landes. Und wenn deutsche Medien so verbissen NICHT von Antisemitismus sprechen...

Das ist schon etwas seltsam, denn unter Putin sind schon einige reiche Juden buchstäblich aus dem Land getrieben worden. Die Oligarchen Boris Beresowski und Wladimir Gusinski stammen ebenso aus jüdischen Familien wie Roman Abramowitsch, der sein Glück zunehmend im Ausland sucht und im Juli den britischen Fussballklub Chelsea gekauft hat. Sie alle wurden mit unzähligen Untersuchungen und Strafbefehlen überhäuft, bis sie schliesslich ins Exil gingen oder wie Beresowski gar in England politisches Asyl erhielten.

Chodorkowskis plante, die Hälfte seiner Erdölfirma Yukos an die amerikanische Exxon Mobil zu verkaufen. Dies wurde durch seinen Gefängnisaufenthalt vereitelt. Immerhin war er so clever, seine Anteile im Falle einer Verhaftung seinem Freund Baron Jacob Rothschild zu überschreiben. Die Drahtzieher der Verhaftung stammen aus einem für Antisemitismus empfänglichen Umfeld: aus dem Geheimdienst FSB, dem früheren KGB.
Chodorkowski war übrigens "Berater" für die Carlyle-Group und hatte mehr als nur gute Beziehungen mit unseren lieben "neokonservativen" Weltverbesserern wie Kissinger & Co...

Zar Putin ein Antisemit? Ein Schelm wer böses denkt...


http://www.washingtonpost.com/ac2/wp-dyn/A20638-2003Nov10
http://www.nzz.ch/dossiers/2003/russland/2003.11.09-al-article97TOS.html

Das voll informative NZZ-Dossier mit aktuellen Artikeln:
http://www.nzz.ch/dossiers/2003/russland/
 

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Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Die Geschäftsführung macht sich ausser Landes und findet Asyl in London.
Seit fest steht, dass der russische Ölriese zerschlagen wird, fürchten die Vorstandsmitglieder offenbar um ihre Freiheit. Unterdessen soll der Energiekonzern Eon Interesse am Gasgeschäft des Unternehmens signalisiert haben. Yukos-Führung flieht nach London

Das staatliche Vorgehen gegen Yukos gilt als politisch motiviert: Der Macht der Oligarchen soll Einhalt geboten werden.
Hatte Putin anfangs nicht politische Gründe dementiert?
 

sensei

Geheimer Meister
12. Oktober 2004
321
@ streicher

Das staatliche Vorhehen gegem den Yukos Konzern galt von Anfang an als politisch motiviert.
Chodorkowski hat öffentkich die russische Opposition unertstützt. Was aber nichts daran ändert, dass Putin auch heute noch jegliche politische Motivation von sich weisen würde.
 

obnoxious

Geselle
26. November 2004
18
Der eine hat eine jüdische Lobby, der andere den KGB-Nachwuchs.
Der eine hat das Geld als Machthebel, der andere den Staat.
Der eine hat die Medien gekauft, der andere hat sie eingeschüchtert.
Der eine ist im Knast, der andere ist Präsident.

Ha, ha, das könnte kein Polti-Thriller besser....
 

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Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
So, bei Gasprom hat sich Schröder angeboten. Für Deutschland sitzt Russland an der Gasschraube. Der Ölmagnat Chodorkowski wurde nun erst Opfer eines Übergriffs: er wurde mit einem Messer attackiert. Funktionäre vermuten, dass eine solche Order von höchster Stelle sein könnte.
Ex-Yukos-Chef verunstaltet
 

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Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Yukos ist bankrott.

Reitschuster, Focus-Korrespondent in Moskau, resümiert mal wieder stichhaltig:
Doch ein Mann hält sich nicht an den Burgfrieden: Michail Chodorkowski. Der Chef des größten russischen Ölkonzerns, Jukos, wagt einen Tabubruch: Vor laufender Kamera beklagt er sich beim Präsidenten bitter über Korruption, Amtsmissbrauch und unfaire Taktiken des staatlichen Ölkonzerns und Jukos-Konkurrenten Rosneft. Besonders heikel: Der attackierten Staatsfirma werden enge Kontakte zur KGB-Schiene im Kreml nachgesagt; ihr heutiger Aufsichtsratschef Igor Setschin ist ein enger Vertrauter Putins. (...) Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten.
Wir wissen, was dann kam. Reitschuster hebt die Inhaftierung als Zäsur in der Politik Putins hervor:
Tatsächlich ist die Jukos-Affäre der entscheidende Wendepunkt in der Regierungszeit von Wladimir Putin. Mit der Festnahme Chodorkowskis 2003 setzte der Kreml-Chef einen Schlussstrich unter seine erste Amtszeit, in der er zwischen liberalen Wirtschaftsreformen und autoritären Einschnitten balancierte.
Vom Centrum für angewandte Politikforschung wird Russland als "Staat mit Defiziten im Hinblick auf marktwirtschaftliche Demokratie" eingeordnet.

Quellen: Vollzug eines angekündigten Todes

Russland ist eine defekte Demokratie

Ranking (besonders zu beachten: der Management-Index)
 

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