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Führerkult !?

Kaleidoskop

Geheimer Meister
10. April 2002
182
Wer kann mir etwas (so viel wie möglich und mit Quellenangaben) über den Führerkult von Adolf Hitler und Benito Mussolini sagen.

Muss beide in dieser Hinsicht miteinander vergleichen und bin bisher auf noch nicht sehr viel brauchbares und facharbeitswürdiges gestoßen

Danke im Voraus!
 

Kaleidoskop

Geheimer Meister
10. April 2002
182
Schon klar,aber ich brauch jetzt schnell schnell Ansatzpunkte

Ich werde hier von nix in meine Facharbeit reinbringen,aber ich hab momentan einfach noch überhaupt keine Vorstellung...
 

Ritter der Schwerter

Großmeister
17. Oktober 2003
53
Da gibt es einiges. Soweit ich weiss, gibt es bereits in mehrerer Fachliteratur eingehende Studien darüber.

Welchen Aspekt meinst du jetzt genau mit dem Führerkult, beschreibe bitte etwas ausführlicher, welche Bereiche du zu bearbeiten gedenkst?


Greenhorn
 

OTO

Erhabener auserwählter Ritter
18. März 2003
1.185
In jeder guten Buchhandlung gibt es Bücher darüber, sich mit diesem Thema zu befassen ist eben keine "schnell mal durchlesen" sache, was meinst du warum sich Historiker Jahre damit beschäftigen Fakten zu sammeln?
Ich denke im Internet wirst du vielleicht gute sachen finden, doch nur mit dem Internet ist die Information zu einseitig.
 

Kaleidoskop

Geheimer Meister
10. April 2002
182
Grob um deren Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit, genauer hats mir meine Lehrerin auch nicht gesagt.
 

Kaleidoskop

Geheimer Meister
10. April 2002
182
Ich will nur mal Ansatzpunkte haben,kann mir darunter momentan schlicht und einfach nix vorstellen...
 

OTO

Erhabener auserwählter Ritter
18. März 2003
1.185
Es gibt z.B.:

Der Hilter - Mythos von Ian Kershaw

Der Führer privat. von Achim Greser

Führer und Reichskanzler. Adolf Hitler 1933 - 1945. von David Irving

Schaue halt nächste woche mal in die Buchhandlung deiner Wahl oder schaue bei Amazon, da gibt es auch kundenbewertungen.
 

Kaleidoskop

Geheimer Meister
10. April 2002
182
Meine Facharbeit geht prinzipiell über Mussolini.
Ein Unterpunkt dieser Facharbeit soll ein Vergleich zwischen MUSSOLINI und Hitler in Bezug ihrer Selbstdarstellung und Auffassung des Führerkults sein.

Von daher wäre es übertrieben gleich Bücher über Hitler zu lesen, denn mein Hauptaugenmerk sollte auf Mussolini liegen und die Biografien die ich bisher über ihn angelesen hab,haben irgendwie keinen analytischen Wert,sondern lediglich berichtend.
 

OTO

Erhabener auserwählter Ritter
18. März 2003
1.185
Ich habe die von mir angegebenen Bücher selber nicht gelesen, wollte nur helfen.

Ich sage einmal so, das ist ein sehr komplexes thema da wirst du mit dem Internet alleine nicht weit kommen. Und ich weiss nicht ob Bücher über Mussolini gibt wie du sie suchst.
 

Ritter der Schwerter

Großmeister
17. Oktober 2003
53
OTO schrieb:
Und ich weiss nicht ob Bücher über Mussolini gibt wie du sie suchst.
Dann hätte Kaleidoskop die Aufgabe ja wohl kaum aufbekommen! :wink:



Hier:

Hitler und Mussolini:

Einen Tag nach dem Amtsantritt sagte Hitler, dass er eine freundschaftliche Beziehung zu Italien haben wolle, was großen Zuspruch ausgelöst hätte, wäre es an die Öffentlichkeit gelangt.

In Deutschland wurde das Herrschaftssystem Mussolinis bewundert, da es für viele eine Alternative zum Parteiensystem darstellte, jedoch ohne gleich eine deutsche Variante in Betracht zu ziehen.

Manch einer glaubte zwar, dass der Marsch auf Rom eine ähnlich entscheidende Rolle in der Geschichte spiele wie der Sturm auf die Bastille.

Hitlers Zuneigung zu Italien war aber auch rein praktischer Natur, da Italien – ähnlich wie Deutschland – früher oder später am Friedensvertrag wackeln musste.
Er dachte schon 1920 an eine Partnerschaft mit Rom, da er dort einen Verbündeten sah, der ähnlich Ziele wie man selbst hatte. Hitler merkte, dass es mit dem Einzug des Faschismus in Italien ein Wendepunkt in der Geschichte eingetreten war, so dass er nun anfing sich mit dem Duce- Mythos auseinander zusetzen.



:arrow: Hitler war fasziniert von den Inszenierungen des Systems, die Parteiuniformen, der römische Gruß, die Verehrung der alten Kämpfer, -------> was später ja auch alles von der NSDAP übernommen wurde.

Mussolini sympathisierte mit Deutschland aus den gleichen Gründen. Deutschland war ebenso ein Gegner Frankreichs wie es Italien war.

Mussolini unterhielt Kontakte zu allen möglichen rechten Gruppen in Deutschland, um immer über die Entwicklung im Deutschen Reich informiert zu seien.

Hitler und die Nationalsozialisten spielten für Mussolini nur eine untergeordnete Rolle; Mussolini hielt Hitlers Antisemitismus für einen Anachronismus, weswegen er immer auf Distanz bleiben wollte.

Nach dem Wahlerfolg der NSDAP am 14. September 1930 wurden die Beziehungen zwischen Italien und Deutschland immer enger.

Dieser Annährungsprozess fand im Mai 1931 einen ersten Höhepunkt, als Göring nach Rom fuhr und als Geschenk für Hitler eine Fotografie des Duce mit brachte, mit einer Widmung.
Eine besondere Rolle kam dabei Renzetti zu, der von Mussolini eingesetzt wurde, um die Rechten aneinander anzunähern. Auch er war – genauso wie Mussolini – anfangs von den Stahlhelmen überzeugt erlag dann aber Hitlers Charisma und setzte alles daran ihn an die Macht zu bringen.


Er wurde zeitweise zu einem der engsten Berater Hitlers und suggerierte ihm, dass man gegen alle Kritiker, Ehrgeizige und Ängstlichen vor gehen müsste.


Nach und nach wurde Renzetti aber ungeduldig und fing an zu glauben, dass es Hitler nicht gelingen würde auf legalem Wege die Macht zu erlangen.
Mussolini drängte auf die Machtergreifung Hitlers, da er nur dann seine imperialistischen Abenteuer im Mittelmeerraum und in Afrika ausleben konnte.

Hitler profitierte enorm vom Ruhm Italiens, da er so sein eigenes Regime leichter etablieren konnte. Vielen Menschen wurde durch den Erfolg Mussolinis die Angst vor dem Faschismus genommen, da er doch so große Erfolge erzielen konnte.

....

Der Faschismus als weltpolitischer Trend?

Die Machtübernahme Hitlers war ähnlich wie die Weltwirtschaftskrise ein Ereignis, welches den faschistischen Systemen Aufwind verschaffte.

Viele Menschen sahen den Faschismus als die Staatsform der Zukunft, da nicht einmal mehr die Hälfte aller Menschen in freier Demokratie lebten, nicht zuletzt, da er die faschistischen Staaten die Weltwirtschaftskrise besser bewältigten als die meisten demokratisch regierten Staaten.
Die Demokratie in den Staaten litt an einer Entscheidungsschwäche, die gerade zu eklatant war.

Die Herausforderung des Faschismus gegenüber den anderen Staaten wandelte sich nach und nach, es vollzog sich eine Verschiebung weg von der ideologischen Weltanschauung hin zur wirtschaftlichen. Die Ursache der wirtschaftlichen Verbesserung wurde verschiedenes zu Grunde gelegt: Das häufigste war der Korporativismus oder Hitlers antizyklische Investionspolitik.

Es bildete sich jedoch auch eine Gegenbewegung, die das Gefühl hatte, dass sich das Gleichgewicht nach Hitlers Machtergreifung verschieben könnte. Sie hatten Angst vor einer Konsolidierung der faschistischen Regime, die so skrupellos ihre Ziele durchsetzten. Überlegungen dieser Art hatten vor allen in Nord- und Westeuropa eine abschreckende Wirkung, wie im folgenden gezeigt werden wird ...


Ist jedoch ein längerer Artikel:

http://www.geschi.de/artikel/faschismus.shtml


Und ein interessantes Buch:

Herausgeber: Karl Heinz Bohrer
Titel: Mythos und Moderne. Begriff und Bild einer Rekonstruktion
Erscheinungsort und -jahr: Frankfurt am Main1983

unter anderem darin zu finden:
Jens Petersen: Mussolini: Wirklichkeit und Mythos eines Diktators

(Über Hitler gibt es in dieser Richtung ja genug.)

Um allerdings nach spezifischen Parallelen zwischen dem Führerkult Hitlers und Mussolinis zu suchen, rate ich dir allerdings eingehendere Lektüre über die beiden und deren Reiche und Vorgeschichte .... und lass dir gleich ein Grarantiehonorar vom Verlag geben. :wink:




Greenhorn
 

Leviathan

Geheimer Meister
26. Februar 2003
268
Oder schau Dir nochmals "Der grosse Diktator" an. Vorallem die Szene, in der Adenoid Hynkel (A.H.) Benzino Napaloni (Mussolini) empfängt. :lol: :lol: :lol:
 

gosling

Großmeister
5. November 2003
50
Ich denke der Schlüssel zur Antwort auf Deine Frage dürfte in den Begriffen "Nationalsozialsmus" bzw. "Faschismus" zu finden sein - die beiden Begriffe werden oft unzutreffenderweise synonym verwendet, bezeichnen grundsätzlich aber leicht unterschiedliche "Geisteshaltungen".

Wenn Du magst, suche ich ein paar Quellen heraus, das dauert dann aber ein paar Tage...
 

Hyperkriticus

Geselle
27. Mai 2003
25
REin optischer Unterschied: Hitler hat nach der Machtübernahme fast ausschließlich Parteiuniform getragen.

Soldatischer, zumindest militaristischer als Mussolini, der zwar auch oft Uniform trug, allerdings ebenso oft bürgerlich daherkam. (vgl. Haffner, Anmerkungen zu Hitler).

Die Gleichsetzung von italienischem und deutschem Faschismus ist insgesamt aber mehr als bedenklich, da historisch falsch.

Viel Spaß beim Arbeiten.


Gruß, HK


PS: Irving ist trotz aller IDGR- Einträge lesenswert - so lange man mit der nötigen Distanz an die Lektüre geht. Mit der historischen Wahrheit hält er es auf keinen Fall ungenauer als Guido Knopp - und gegen den mault niemand.
 

Klimt

Lehrling
22. Dezember 2003
2
Kaleidoskop schrieb:
Wer kann mir etwas (so viel wie möglich und mit Quellenangaben) über den Führerkult von Adolf Hitler und Benito Mussolini sagen.
Kaleidoskop schrieb:
... Grob um deren Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit ...
Kaleidoskop schrieb:
... ich brauch jetzt schnell schnell Ansatzpunkte



Ansatzpunkte:



Hier ein paar Hinweise und Allgemeines über die Bedeutung und Wirkung der Person Mussolini innerhalb der Faschistischen Bewegung –




Insbesondere die psychologische Wirkungsweisen auf die Massen des Volkes sich Mussolini geschickt bemächtigte, um seine totalitären Absichten durchzusetzen, möchte ich hier hervorheben. Dies grenzt bereits nahe an religiöse Ambitionen und Vorgehensweisen, mit denen trübes Spiel betrieben wurde.

Mussolini als auch Hitler richteten ihren Führermythos ganz nach diesem Prinzip aus:
Mussolini äußerte im Oktober 1922 folgendermaßen:
„Der Mythos ist ein Glauben, eine Leidenschaft. Er braucht keine Wirklichkeit zu sein. Er schafft Wirklichkeit dadurch, dass er vorantreibt und Hoffnung, Glaube und Mut wird.“
(Quelle aus dem italienischen: „Opera Omnia di Benito Mussolini“, Band XVIII, auf Seite 457.)



Wobei diese Aussage auf dem Werke von Georges Sorel aufbaut. Außerdem war Mussolini war ebenso wie sein Kollege Adolf Hitler ein aufmerksamer Leser und Adept von Gustave Le Bon, der in seinem Standardwerk "Psychologie der Massen" zu der Überzeugung gelangte:
„Die Stimme der Massen ist entscheidend geworden. Sie befiehlt den Königen. Das Schicksal der Nationen entscheidet sich nicht mehr in den Fürstenräten, sondern in der Seele der Massen“
Nach Le Bon waren die Menschen instinktiv auf der Suche nach Autorität und Führung in ihrem gesllschaftlichen sowie vor allem politischen Leben. Wer es verstand, dem Volke einfache Wahrheiten und Glaubensgewissheiten zu vermitteln, an die diese glauben konnten, der konnte sich ihrer Unterstützung und Stimme gewiß sein.

Dies war umso mehr als zu dieser Zeit mit dem Kriegsende ein großer Anteil der europäischen Monarchieherrschaft verschwunden war und die Form traditioneller Herrschaftslegitimierung entscheidende Einbußen erlitten hatte. An ihre Stelle traten nun Mythen. Diese Form von Mython und dem Glauben der Menschen dahinter, deren sich Mussolini und Hitler verschwörerisch geschickt bedienten und ihr Herrschaftsregime darauf aufbauten. Und speziell Italiener sind in ihrer Geschichte eng an den Mythos gebunden, ja er beschreibt einen wesentlichen Teil ihrer Mentalität und ihres Strebens nach einem Glauben.
Dieser Georges Sorel nannte Mussolini später sogar
„einen Italiener des 15. Jahrhunderts, einen Condottiere ... Mussolininist kein gewöhnlicher Sozialist. Eines Tages werdet ihr ihn an der Spitze eines heiligen Bataillons sehen, wie er mit dem Degen das italienische Banner grüßt.“
(aus Guiseppe Prezzolini´s Quattro scoperte: "Croce, Papini, Mussolini, Amendola", Rom aus dem Jahre 1964 zitiert auf der Seite 162.)


Und Sorel, der Gründer dieser "Lehre" ahnte noch gar nicht, welche Bedeutung seine verheißungsvollen Worte eines Tages erhalten sollten…..



Dieses Grundgesetzes der Massenmanipulation und machten sich diese beiden Führer Mussolini und Hitler (auf den verschiedensten Arten und Wegen) zu Eigen, verführten und beherrschten schließlich für einige Zeit mittels ausgeklügelter Massenpsychologie nach diesem „Religions-Grundsatz“ ganze Gesellschaftsschichten, Nationen, ja beinahe einen Großraum des Erdteils.

Beispielsweise haben wir hier Antonio Gramsci ("La costruzione del partito comunista", 1923-1926; Turin 1971, auf Seite 15) welcher den Diktator Mussolini einen
„auf seinen Kern reduzierten Typus des italienischen Kleinbürgers, voller Ranküne, eine schauerliche Mischung aller Überreste, die Jahrhunderte von Fremdherrschaft und Priestermacht auf italienischem Boden zurückgelassen hatten“.
Da Gramsci nur einer von vielen war, nach dessen Meinung, dass so jemand wie der Diktator Benito Mussolini in seinem Faschistischen Regime nicht die Ehre einer eigenen Biographie in der Geschichtsschreibung zuteil werden dürfte, findet die Person Mussolini und seine Funktionen als Diktator fast ausschließlich in der rechten Geschichtsschreibung mit all seinen ideologischen-mystizierenden Begleiterscheinungen nähere Untersuchung und Geschichtsschreibung.

In der antifaschistischen Literatur in der Tradition der linken „Resistenza“ existierte bis vor nicht allzu langer Zeit kaum etwas Ausführliches und Hintergründiges über Mussolini und alle Aspekte um dessen Wirkungsgeschichte sowie den wahren Ursachen und dem exakten manipulativen Aufbau und bewusster Förderung des faschistischen Verführungsregimes der Menschenmanipulation mittels ihres propagandistischen Führerkultes.

An dieser Stelle zitiere ich jedoch Hugh Trevor-Roper, der sich 1961 in dieser Hinsicht über die Person Hitler äußerte:
„Wer sich nur schaudernd abwendet, macht es sich zu leicht. ( ... ) Er mag ein schreckliches historisches Phänomen gewesen sein, aber er war ein wichtiges historisches Phänomen, und wir können es uns nicht leisten, ihn unbeachtet zu lassen.“

Dann haben wir hier noch einen Auszug aus dem Buch von C. Dipper, R. Hudemann und J. Petersen „Faschismus und Faschismen im Vergleich“ (erschienen in Köln 1998) im Kapitel von Jens Petersen: „Der Faschismus in Italien im Urteil der Historiker“ auf Seite 57, wo Petersen R. De Felice zitiert. Laut diesem
„hat sich die italienische Kultur über viele Jahre hinweg einer Diskussion darüber verweigert, welchen Einfluss die Persönlichkeit in der Geschichte besitzt“.
Wohl wäre, so nach De Felice, ohne einen Hitler, Mussolini oder Stalin die Geschichte der großen Diktaturen im 20. Jahrhundert völlig anders gelaufen. Aber
„sie wären gleichwohl entstanden, hätten aber keine große Bedeutung erlangt.“

Laut Jens Petersen (in einem Beitrag in der Schweizer Tageszeitung „Neue Züricher Zeitung“ vom 11./12. Mai 1996 unter dem Titel: „Historisierung des Faschismus? Italiens Zwischenkriegszeit in erweiterter Sicht“) wurde die entwicklungsgeschichtlich bedeutungsvolle Rolle der Person Mussolinis, selbst noch in den letzten großen Beiträgen der linken Resistenza-Zeitgeschichtsschreibung aus den Betrachtungen und Geschichts- sowie Hintergrunderforschung weitgehend ausgespart und vernachlässigt.
Ebenso in dem 1997 erschienenen dreibändigen Werk „I luoghi della memoria“ ("Personaggi e date dell´Italia unita", in Bari/Rom auf den dieses Thema durchnehmenden Seiten 165-185 hat die Person Mussolinis noch immer keine seiner folgenreichen Rolle angemessene Darstellung erfahren.

Und auch heute noch lässt umfangreiches sowie aufklärendes und beleuchtendes Material zu diesem Aspekt der Wirkungsgeschichte des Mussolini-Kults im Zusammenhang mit dessen einmaliger Machtstellung und der Exhibition des Faschismus nicht ausreichend geklärt und lässt einiges zu wünschen und einiges an „vergessener Geschichte“ zu erforschen übrig.


Dies ist jedoch von herausragender Bedeutung, insbesondere wenn wir uns für die näheren Hintergründe, die Entstehungsgeschichte und die Essenz des Faschismus (vor allem ab Ende des 20. bis hinein ins 21. Jahrhundert) interessieren:
Ganz allgemein kann man sagen, dass es sich bei dem Faschismus in seinem Grundsatz und Ausübung um eine politische Religion handelte, das was man aus ihm machte, das was seine weitreichende Existenz begründete, nämlich in der Person seines(r) Führer: „Das symbolische Universum der faschistischen Religion besaß sein Zentrum im Mythos und dem Kult des Duce.“
(Quelle: "Gentile" (1993) zitiert auf Seite 263)




Die Bedeutung der Persönlichkeit Mussolinis und des Duce-Führerkults im Aufblühen der Faschistischen Bewegung:

Die tonangebende und dominierende Stellung sowie Führungsfunktion Mussolini´s innerhalb der anfangs noch zahlenmäßig kleinen und politisch bedeutungslosen Bewegung ist eigentlich nur ein einziges Mal im Verlaufe seiner faschistischen Karriere ernsthaft in Gefahr geraten:
Dies befand sich innerhalb der ersten Hälfte des Jahres 1921; doch Mussolini war gerissen genug, diese Auseinandersetzung zu seinen eigenen Gunsten zu verwenden und als Ausgangspunkt zur Fixierung und Stabilisierung seines Ranges und Bedeutung seiner Person sowie zu seinem ausschließlichen Machtaufbau zu verwenden.

Den Ausschlag gaben die „Kampfbünde“, die sich innerhlb weniger Monate verfünffachten und breite Teile der Po-Ebene eroberten. In diesem Konflikt mit den Führern des Agrarfaschismus scheiterte Mussolini nämlich, um genau zu sein im August 1921 bei der Durchsetzung des mit den Sozialisten vereinbarten Befriedungspaktes. Im Streit um die Befehlsgewalt und Hierarchie bzw. Gehorsamsstruktur der faschistischen Bewegung drohte er mit seinem Rücktritt und einer Spaltung der Partei:
„Wenn der Faschismus nicht mir folgt, so kann mich keiner verpflichten, dass ich dem Faschismus folge.“ „Ich bin <Duce> nur dem Namen nach. Mir gefiel der Begriff nicht. Ich verachte hochtrabende Worte und Haltungen. Ich habe dieses Wort zirkulieren lassen, weil es den anderen gefiel. ... Ich kann ohne den Faschismus auskommen. In Italien ist Platz für alle: Auch für dreißig Faschismen, was dann heißen würde, für keinen.“
(Quelle: übersetzt aus dem italienischen „Biondi“ aus dem Jahre 1967 zitiert auf der Seite 62.)


Mithilfe seines Rücktritts von allen Ämtern manipulierte und erzwang Mussolini eine Machtprobe. Die „Rebellen“ versuchten vergeblich, den „Kommandanten“ d´Annunzio zur Übernahme der Führung zu bewegen. Der Konflikt endete formell interpretiert zwar mit einem äußerlichen Kompromiss, faktisch aber mit dem großen Sieg Mussolinis. Mussolini konnte durch eine grundlegende strukturelle Umformierung seiner faschistischen Bewegung zu einer Partei und dem Ausbau der Organisation sowie durch die Schaffung eines neuen Programms gegen Ende 1921 endgültig die Macht im italienischen Faschismus an sich reißen.

Nicht ohne triumphierende Genugtuung und Selbstgefälligkeit konnte Mussolini damals vorschlagen, die Bewegung müsse sich „entmussolinisieren“. Sie sei inzwischen „großjährig“ geworden und könne nun doch „auf eigenen Beinen“ gehen.

„Ihr müsst von meiner Krankheit gesunden.“
Formulierte der italienische Führer sein Wissen um die einmalige Bedeutung seiner eigenen Rolle innerhalb der Faschistischen Bewegung. (Quelle: aus dem italienischen Werk im Band XVII "Opera Omnia di Benito Mussolini" zitiert auf den Seiten 89-91 und 221 und 235)

Der triumphale Empfang Mussolinis und die minutenlangen Ovationen auf dem Parteitag, offenbarten, dass er zu einer unersetzbaren Integrationsfigur vorangeschritten war.
Er hüllte sich scheinbar selbstlos (doch nicht ohne unterschwellig brennenden Ehrgeiz und Machtlust) ganz wie seine großen Vorbilder Augustus und Napoleon in die strahlende Attitüde der reinen Pflichterfüllung, des Verzichtes und einer einzig sachbezogenen Bescheidenheit, auf welche die Italiener generell ansprangen. „Ich wünschte dringend, unsere Partei von dem persönlichen Charakter zu befreien, den ich ihr aufgeprägt hatte“ äußerte sich Mussolini später.
„ ... Aber alle meine Wünsche und Versuche der Partei eine autonome Organisation zu geben, überzeugten mich auf Grund der Ergebnisse immer mehr, dass die Partei nicht leben und triumphieren konnte, wenn sie nicht unter meinem Befehl, meiner Führung und meinen Sporen stand.“
( Quellen: aus dem englischen übersetzt; in Benito Mussolini´s „My autobiography“ aus dem Jahre 1928; Mussolini zitiert auf Seite 139)



Hier ein paar links (Google-Search), vielleicht hast du schon ähnliches entdeckt, es gibt ein paar nette Seiten:

http://translate.google.com/transla...solini+propaganda&hl=de&lr=&ie=UTF-8&oe=UTF-8



Ausschnitt dieses Angebots:
Italien -

Leben unter dem Faschismus:

Über diese Ausstellung
Vorwort
Italienischer Fascism
Ausbildung
Mussolinis fremde Abenteuer
Faschistische Propaganda
Familienleben
Il Duce
Faschistische Jugendorganisationen
Frauen und Fascism
Die rassische Frage
Kultur unter Fascism
Opposition zum Fascism
Ende des faschistischen Regimes
Der Versuch Paduan des Banda Carità

Zeitungen/ Ausschnitte etc. inkl.

Hier eine kleine Auswahl an zeitgeschichtlichen Postkarten (Hitler) :
http://translate.google.com/transla...solini+propaganda&hl=de&lr=&ie=UTF-8&oe=UTF-8


Es gibt noch mehrere interessante Links zu diesem Thema, vielleicht sende ich diese nach, sie sind aber auch selbst bei Google zu finden …

Eine spezielle Konstellation und Auswertung der Mussolini-Hitler-Führerkulte und –propaganda habe ich bereits erstellt, jedoch muss ich auf dieses Thema bezogen, vorerst die einzelnen Aspekte hervorheben und von meinem Kollegen (deutsch-italienischer Abstammung), der mir auch bei dieser Aufstellung zur Hilfe war und nützliche Literatur zur Verfügung stellte, wichtige Passagen aus dem Italienischen übersetzen lassen und die Quellenangaben ausschnittsweise zufügen. Sobald ich dazu komme werde ich es hier zufügen und ebenfalls noch mehr Info´s diesbezüglich in Bezug auf Adolf Hitler bringen.
Obwohl zu diesem Thema sicherlich zahlreiche Lektüre zu finden ist.


@hypercritikus:

In dieser Anfrage ist nicht von einer Gleichschaltung des deutschen sowie italienischen Faschismus die Rede, sondern es geht um eine obnostische Gegenüberstellung der Füherkulte Hilters und Mussolinis.
 

Klimt

Lehrling
22. Dezember 2003
2
Man spricht bei der Inszenierung des Mussolini-Mythos auch von einer sogenannten "Duce-Fabrik", deren Ursprünge und Erschaffung bereits auf seine früheren Jahre im Umkreis des "Popolo d´Italia" und seiner damaligen engen Mitarbeiter zurückreichen. Diese Gruppe hat ihn zum Teil seit seiner (davor liegenden sozialistischen Zeit) begleitet und ihm beim Aufstieg aktiv unterstützt.
(Hierzu ist ein Vergleich der Werke "Biondi" aus dem Jahr 1967 und "Cannistraro" aus dem Jahr 1975 sinnvoll)

Ich spreche hierbei von der gezielten Instrumentalisierung des Mussolini-Bildes zu Herrschaftszwecken. In den Jahren nach 1920 zeigt die Lektüre des „Popolo d`Italia“, dass ab diesem Zeitpunkt die bewusste Regieführung und Massen- bzw. Medienmanipulation im Sinne der Lehren von Georges Sorel und Le Bon am Werke waren.

Sowohl Mussolinis persönliche Entourage als auch eine sich den Jahren 1919 bis 1922 , den bekannten „heroischen Jahren der Kampfzeit“, zusammenfindende faschistische Führungsgruppe, wurde bald durch das wirksam erschaffene Mussolini-Bild in persönlicher und ergebener Treue an ihren Führer gebunden. Wobei dabei im wesentlichen Glauben, Autosuggestionkraft, Unterwerfungsgestik, reines Machtkalkül und theatralischer Schein aktiv an dieser Bindungskraft und politischen Mythoshörigkeit beteiligt waren. Wobei deren jeweiligen Mischungsgrade heute nur noch schwer auszumachen sind. Nichtsdestotrotz finden wir eine breite Zahl von Beschreibungen der charismatischen Anziehungskraft Mussolinis, die von seinen damaligen treuen Gefolgsleuten aber auch früheren Konkurrenten eindrücklich beschrieben wird.

Etwas ebenso beispielhaftes wie es auch die Aufnahme Mussolinis in der damaligen Zeit wiedergibt, die vielleicht heute nur schwer nachzuvollziehen ist, beschreibt die Aussage Roberto Farinacci aus dem Jahre 1923:

„Was ist die Faschistische Partei? Sie ist für uns B. Mussolini, nicht der Mann allein, sondern etwas Übernatürliches, der reinste Ausdruck der Nation. Diesen unseren Führer wünschen wir uns als Diktator. Möge er ohne Gnade handeln und über seine Gefolgsleute nach Belieben verfügen Wir ... sind bereit, Befehle zu empfangen und zu gehorchen, auch wenn wir das Exekutionskommando für die Säuberung unserer eigenen Reihen bilden sollten.“
(Übersetze hier den Herausgeber Brunello Vigezzi in dem Werk "Dopoguerra e fascismo. Politica e stampa in Italia"; in Bari aus dem Jahre 1965; zitiert auf der Seite 500.)


Im Sinne der Medienmanipulation sind im Grunde ganz besonders die inoffiziellen Presse-Anweisungen, welche das Mussolini-Bild im stärksten Maße prägten und als Allgegenwärtig publizieren sollten herauszuheben: Die Entwicklung und Propaganda des Mussolini-Führermythos geht im weiteren Sinne auf diese Manipulation zurück (ich werde später noch genauer darauf eingehen.

Diese Presse-Anweisungen sind geschichtlich in Archiven festgehalten!
Sobald ich dies aufgearbeitet fertig habe, poste ich es. Allgemein kann ich jedoch dagen, dass es darum ging, dass alle Erfolge des Regimes allgemein der Figur des Duce Mussolini zuzuschreiben um somit sein Bild zu festigen und Ruhm und anerkennung sowie die stetige positive Präsenz in den Augen des italienischen Volkes aufrechtzuerhalten.
Aber auch beschrieb sie die konsequenten Regeln der Berichterstattung über das Königshaus sowie der faschistischen Unterführer der Partei, welche allgemein als verpönt galt, und Redakteure sogar ernsthaft in Schwierigkeiten gelangen konnten bzw. mit Konsequenzen rechnen mussten, falls sie diesen Vorgaben nicht entsprachen oder die Rolle Mussolinis nicht entsprechend seinen Wünschen zur Aufrechterhaltung seines Mythos publizierten oder ihm zu wenig Respekt zukommen ließen. Aber wie gesagt, genaueres Bezugsmaterial folgt mit dem anderen Thementeil, sobald ich es aufgearbeitet habe und es gewisse Teile eingesehen und übersetzt wurden.


Klimt
 
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