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Der neue Amoklauf in Kanada : Parallelen zu Erfurt ?

Gaara

Meister vom Königlichen Gewölbe
7. Mai 2002
1.398
Naja, dann wären vielleicht zwei der Gegenseite jetzt tot. Fragt sich ob das besser ist.
 

Aphorismus

Ritter vom Osten und Westen
22. Dezember 2004
2.466
@ agentp & Diskussion im allgemeinen:

Bemerkenswert ist meiner Meinung nach, dass die Türkei, oder genauer: das Osmanische Reich - wenn ich das richtig verstanden habe - eine ähnliche Mentalität hatten, wie die Amerikaner. Dort gab es vielerorts keine funktionierende staatliche Polizei, sodass die Menschen gezwungen waren mit ihren Clans selbst für Ordnung zu sorgen. Mal abgesehen davon, dass das als Konzept nicht gerade berauschend ist, erklärt es aber imho doch irgendwo zumindest teilweise, wieso "wir Deutschen", die spätestens seit Friedrich dem Großen ein äußerst effizientes Verwaltungswesen genießen durften, anders auf Selbstjustiz etc. reagieren als viele Türken. Ist zwar wahrscheinlich etwas weit hergeholt, aber ein Funken Wahrheit dürfte da trotzdem drinstecken.
 

Eskapismus

Großmeister-Architekt
19. Juli 2002
1.212
agentP schrieb:
Hätte Nummer 2 eine Knarre gehabt, wäre das anders verlaufen.

Naja vielleicht hätte er sich den Jochbeinbruch erspart, dafür würde er vielleicht jetzt im Knast sitzen. Notwehr ist immer wieder eine schwierig zu beweisende Sache. Egal was passiert wäre, wenn Waffen (jeglicher Form) mit ins Spiel kommen, geht der Konflikt sofort auf einen noch übleren Level über.
agentP schrieb:
Damit will ich allerdings nur sagen, dass Einzelfallbetrachtungen in so einer Diskussion gar nichts bringen.
Es gilt als erwiesen, dass die Wahrscheinlichkeit durch die eigene Waffe zu sterben um einiges höher ist als die Wahrscheinlichkeit, jemanden anderes zu erschiessen.

Schusswaffen sind verdammt gefährlich. Im Militär haben wir Wochenlang mit Uebungsmunition geübt, bevor wir den ersten Schuss abgeben konnten. IMO sollte jeder einen mehrwöchigen Kurs besuchen müssen, der einen Waffenschein will. ähnlich wie beim Autofahren, Praxis-, Theorie- und Erstehilfekurs und Prüfung.

agentP schrieb:
Der Wilde Westen-Vergleich passt aber in so fern ganz gut, weil ja die amerikanische Verfassung das Recht Waffen zu tragen tatsächlich verbrieft hat,

Richtig und das in ihrem ZWEITEN Ammendment. Das muss man sich mal vorstellen. :?
 

agentP

Ritter Kadosch
10. April 2002
5.361
Egal was passiert wäre, wenn Waffen (jeglicher Form) mit ins Spiel kommen, geht der Konflikt sofort auf einen noch übleren Level über.
Ist eine Rasierklinge keine Waffe? Wohl doch, oder? Damit war in dem Fall von Anfang an eine Waffe im Spiel.

Naja, dann wären vielleicht zwei der Gegenseite jetzt tot. Fragt sich ob das besser ist.
Reine Spekulation, denn vielleicht hätte ein Warnschuss völlig ausgereicht. Genau deshalb habe ich schon darauf hingewiesen, daß diese Einzelbeispiele (noch dazu in Verbindung mit zahlreichen Konjunktiven) nix bringen.
Es gilt als erwiesen, dass die Wahrscheinlichkeit durch die eigene Waffe zu sterben um einiges höher ist als die Wahrscheinlichkeit, jemanden anderes zu erschiessen.
Du entschuldigst, wenn ich über eine Formulierung wie "Es gilt als erwiesen" erstmal stolpere und frage: "wem gilt es als erwiesen und wie wurde es erwiesen und wo gilt diese Aussage?" bevor ich weiter darüber nachdenke, denn auch wenn ich mir vorstellen kann, dass das für einen Wehrpflichtigen der Bundeswehr wohl zutrifft, dürfte es auf einen Soldaten an der Front wohl kaum passen.
Richtig und das in ihrem ZWEITEN Ammendment. Das muss man sich mal vorstellen. Confused
Wenn man weiss wie es zu dieser Verfassung kam, dann kann ich mir das sogar sehr leicht vorstellen.
Schwerer tue ich mich (<- Hilfe, ich fange wohl langsam an zu berlinern!) als Europäer damit mir vorzustellen, dass es seitdem keinen Punkt gegeben hat, an dem man gesagt hat:"O.k., die Ureinwohner haben wir mehr oder weniger ausgerottet, die sind keine Gefahr mehr und die Briten, Mexikaner oder Franzosen werden wohl auch eher nicht mehr einfallen und irgendwie scheint man wenn´s hart auf hart kommt, einen Politiker auch abwählen zu können, statt ihn zu erschiessen und des Sonntagsbraten hol ich auch nicht mehr im Wald, sondern bei K-Mart: Lassen wir das mit den privaten Waffen einfach."
Wobei man ja nicht vergessen darf, dass das konkrete Waffenrecht in den USA in der Hoheit des Bundesstaats liegt und z.B. New York oder Massachusetts eines haben, das dem Deutschen in seiner Rigidität kaum nachsteht.
Dort gab es vielerorts keine funktionierende staatliche Polizei, sodass die Menschen gezwungen waren mit ihren Clans selbst für Ordnung zu sorgen.
[...]
Ist zwar wahrscheinlich etwas weit hergeholt, aber ein Funken Wahrheit dürfte da trotzdem drinstecken.
Finde ich gar nicht so weit hergeholt: Viele amerikanische Siedlungen wurden ja in Gebieten gegründet, die zu dem Zeitpunkt noch nicht mal Teil des Staatsgebietes waren. Es gab da also nicht nur keine "funktionierende staatliche Polizei", sondern nicht mal einen Staat an sich und wenn man dann plötzlich Teil des Staates war, dann schaute halt alle Jahre mal ein Häufchen Soldaten vorbei, es sei denn, man wohnte in einem Gebiet, wo es wirtschaftliche Interessen zu Verteidigen galt. Da konnte es dann aber wiederum schnell passieren, dass der Staat einem das Eigentum abnahm, dass man ohne ihn jahrelang gegen Banditen und Ureinwohner verteidigt hatte. Ich denke man darf das unter anderem daraus resultierende tiefe Misstrauen dieser Gesellschaft, gegen einen Staat mit alleinigem Gewaltmonopol nicht unterschätzen. Aber wie gesagt: Das ist nicht übertragbar auf Deutschland, da sich die Dinge ja hier, wie du schreibst, anders entwickelt haben.
Ich finde aber sehr wohl, dass man solche Hintergründe in seine Bewertung anderer Gesellschaften einfliessen lassen sollte. :roll:
 

Eskapismus

Großmeister-Architekt
19. Juli 2002
1.212
agentP schrieb:
Damit war in dem Fall von Anfang an eine Waffe im Spiel.

Je mehr Waffen im Spiel (...blöder Ausdruck) und je effektiver diese sind desto übler kann es ausarten.
agentP schrieb:
Es gilt als erwiesen, dass die Wahrscheinlichkeit durch die eigene Waffe zu sterben um einiges höher ist als die Wahrscheinlichkeit, jemanden anderes zu erschiessen.
Du entschuldigst, wenn ich über eine Formulierung wie "Es gilt als erwiesen" erstmal stolpere und frage: "wem gilt es als erwiesen und wie wurde es erwiesen und wo gilt diese Aussage?"
Aaargh.... du hast mich erwischt. Ich hab sicher eine halbe Stunde nach einer verlässlichen Quelle gesucht, die dies belegen würde...
Ursprünglich hab ich das mal von meinem Vater gehört, der ist Psychiater und schreibt oft Gutachten in Strafprozessen und ist schon lange im Geschäft, ich berufe mich ja meistens nicht auf Fakten, die sich nicht mit einem Link belegen lassen aber in diesem Fall hab ich das mal bleiben lassen.

Und ja, natürlich gilt das nicht für Soldaten (obwohl in der Schweiz wohl schon)


agentP schrieb:
Schwerer tue ich mich (<- Hilfe, ich fange wohl langsam an zu berlinern!) als Europäer damit mir vorzustellen, dass es seitdem keinen Punkt gegeben hat, an dem man gesagt hat....
Naja... die Amis sind ja auch unglaublich Stolz auf ihre Verfassung (älteste die noch in Kraft ist) und man muss zugeben, es war schon eine Leistung der Gründerväter, eine Verfassung zu schreiben, die noch 200 Jahre später in Kraft ist und in welcher die ursprünglichen Punkte nie abgeändert worden sind.
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
@ Angel: Die meisten Morde in den USA gescheen in den Metropolen, wo meist der Waffenbesitz verboten ist.

Und natürlich sollte dem Waffenerwerb eine gründliche Ausbildung vorausgehen...

Anekdoten... Mein Geschichtslehrer hat seinerzeit seine beiden kleinen Kinder an die Hand genommen und ist aus dem Fenster gesprungen. Ein Waffenverbot verhindert keine erweiterten Selbstmorde.

Tod durch die eigenen Waffe wahrscheinlicher als Tötung eines anderen... Das mag sein. Schließlich werden Waffen in Deutschland fast ausschließlich (jährlich millionenfach) zur Jagd und zum Sport eingesetzt und nur äußerst selten (ein paar mal) zur Selbstverteidigung.

Ein angeblich belegbarer Nutzen der privaten Schußwaffen (allein, mir fehlt ein Link), soll darin bestehen, daß die Einbrecher sich in Gegenden, wo sie mit bewaffneten Bürgern rechnen müssen, deutlich mehr auf Häuser konzentrieren, deren Bewohner nicht zuhause sind. Ich persönlich halte das für positiv.
 

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