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Das Wissen hat keinen ärgeren Feind, wie das Wissenwollen.

Lhasa

Großmeister
11. Juli 2002
66
Ich habe diese Sprichwort gelesen, und mir den Kopf zerbrochen wie ich es am Besten deuten soll.
Vielleicht kann mir jemand von euch helfen.
 

argos

Geheimer Meister
28. August 2002
346
Ins Blaue hinein gedeutet, könnte die Bedeutung möglicherweiser in die Richtung gehen, daß es Dinge gibt, von denen es ganz gut ist, daß wir sie nicht wissen.

Ich meine keine Verschwörungssachen, sondern vielleicht wäre es besser gewesen, wenn keiner wüsste, was Atome sind.
 

Shiva2012

Vollkommener Meister
17. Januar 2003
565
Oft erklären sich Zitate, wenn sie mit ihrem Ursprungstext wieder in Verbindung bringt.
Tipp es mal ab :
Immer habe ich nach Erkenntnis gedürstet, immer bin ich voll von Fragen gewesen. Ich habe die Brahmanen befragt, Jahr um Jahr, und habe die heiligen Vedas befragt, Jahr um Jahr, und habe die frommen Samanas befragt, Jahr um Jahr. Vielleicht, o Govinda, wäre es ebenso gut, wäre es ebenso klug und ebenso heilsam gewesen, wenn ich den Nashornvogel oder den Schimpansen befragt hätte. Lange Zeit habe ich gebraucht und ich bin immer noch nicht zu Ende, um die zu lernen, o Govinda: daß man nichts lernen kann! Es gibt, so glaube ich, in der Tat jenes Ding nicht, das wir >Lernen< nennen. Es gibt, o mein Freund, nur ein Wissen, das ist Atman, das ist in mir und in dir und in jedem Wesen. Und so beginne ich zu Glauben: dies Wissen hat keinen ärgeren Feind als das Wissenwollen, als das Lernen.

Quelle : Herrmann Hesse - Siddhartha (Erster Teil - Bei den Samanas, bei meiner Ausgabe S.20)
 

Zerch

Ritter vom Osten und Westen
10. April 2002
2.487
könnte auch sein:
Aus natürlicher- , nicht elitärer Sichtweise gesehen sollte der Mensch selbstständig Erfahrungen und Wissen sammeln.
Ebenso kann Wissen meist nicht zu 100% weitergegeben werden , z.B. die Erfahrung mit dem Wissen umzugehen.

oder ein Beispiel an Personen

wer wissen will : Wissenschaftler

wer weiss: irgendein Schamane in Bolivien den jeder auslachen würde , wenn ein jeder nicht wüsste dass er weiss

....und wenn sie wüssten dass er weiss , würden sie es wissen wollen...nur ohne die notwendige Würde dafür aufzubringen wollen.

wirkliches Wissen ist einfach unersetzbar einzigartig und kann bei nachahmung sehr gefährlich sein.
 

Zerch

Ritter vom Osten und Westen
10. April 2002
2.487
beim näheren überdenken der Theorien ist mir aufgefallen , dass argos den eigentlichen Kern schon mit wenigen Worten geschildert hat.
 

Shiva2012

Vollkommener Meister
17. Januar 2003
565
Habe einen interessanten Text gefunden, der sich in in den Begrifflichkeiten des Originaltextes bewegt und hilft, die beiden angesprochenen Formen - Wissen des Atman / Wissen des Intellekts zu differenzieren.

Zitiere ein paar Aussagen, inklusive Begriffsdefinitionen, falls hieraus eine Diskussion ergeben sollte:
Der Unterschied zwischen dem Geist und der Buddhi ist sehr gering. Dasselbe Antahkarana (antah = innerlich; karana = Instrument, Funktionsgefüge) erhält je nach seiner Tätigkeit vier verschiedene Namen:

Manas (Geist; Denken, Fühlen)
Buddhi (Intellekt, Unterscheidungskraft)
Chitta (Bewusstsein, Wahrnehmung)
Ahamkara (Ego, Ich-Bewusstsein)

So weit es euch betrifft, ist die Buddhi also ein "Drishya" (das, was gesehen wird). Für das treffen von Entscheidungen dient Buddhi als Werkzeug (als Drashta = das, was wahrnimmt). Also ist Buddhi - ebenso wie der Geist - beides: ein Drishya und ein Drashta.

Der Körper, der Intellekt usw. werden erschaffen und zerstört. Sie unterliegen der Veränderung. "Atman jedoch ist feinstofflich und alles durchdringend, für ihn gibt es keine Veränderung.

Der Geist und der Intellekt besitzen Ego, Wünsche, Abneigungen usw. Atman hingegen ist frei davon.

Atman und der Intellekt (Buddhi) ähneln sich in vielerlei Hinsicht. Beide sind feinstofflicher als die Sinnesorgane. Beide sind rein. (Atman ist rein, weil er frei von der "Unwissenheit" genannten Unreinheit ist; und Buddhi ist rein, weil sie Atman spiegeln kann.) Beide bestehen nicht aus Teilen (Avayavas).

Dennoch gibt es einige Unterschiede: Atman ist rein und Selbstleuchtend. Diese Eigenschaften besitzt Buddhi nicht. Sie ist einfach kristallklar. Von daher beginnt sie ebenfalls zu leuchten, wenn sie mit Atman (dem Selbst-Leuchtenden) zusammen ist.

"Turiya" ist ein Begriff, der dem besseren Verständnis dienen soll; es ist an sich kein separater Zustand. In diesem Zustand ruht Atman in Atman ...Man nennt diesen Zustand auch "Vijnana Ghanatva" (absolutes, unumstössliches Wissen).

Quelle : http://www.swamiji.ch/vedanta1.htm & beide Folgeseiten

Meiner Meinung nach beschreibt Hesse mit dem Satz "dies Wissen hat keinen ärgeren Feind als das Wissenwollen, als das Lernen. ", die Unmöglicheit, mit relativem Wissen das absolute Wissen greifen zu wollen.
Feind, wenn Turiya nicht erreicht wird, wenn ausschliesslich dem Wissenwollen nachgegangen wird und Grenzen / Natur desselben nicht erkannt werden.
Ansonsten würde ich das mit der Feindschaft nicht überbewerten. Das Wissenwollen gehört genauso zum grossen Spiel. :wink:
 

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