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Das große Geschäft nach dem Krieg

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
Das große Geschäft nach dem Krieg

Zabrinsky Point ist eins der bekanntesten italienischen zivilgesellschaftlichen Gegenöffentlichkeitsnetzwerke. Zur Zeit bildet dort das Geschäft mit dem "Wiederaufbau" vom durch den Krieg von George W. Bush und Tony Blair verwüsteten irakischen Land einen Themenschwerpunkt. Zabrinsky-Point Mensch Claudio Tulli hat sich bemüht, aus verschiedenen Beiträgen und aus neu recherchiertem Material einige Informationen zum Thema zusammenzutragen.

Eine Recherche von Claudio Tulli von Zabrinsky Point

http://www.zabrinskypoint.org/IlGrandeAffare.html

Das große Geschäft nach dem Krieg.

Von Claudio Tulli

Unser Ansinnen ist es, einige neue Daten zusätzlich zu denen, die bereits im Umlauf sind, zu geben.

Wir möchten das immense Geschäft mit der Zeit nach dem Krieg im Irak auf den Punkt bringen. Es ist anfänglich sogar viel zu leicht zu behaupten, dass die Interessen in den postmodernen Kriegen nicht nur mit der Besetzung des Territoriums verbunden sind, sondern auch mit dem Testen militärischer Technologien, die, so lange sie nicht eingesetzt werden, reine Mirabilia (A.d.Ü.: Wunderdinge) bleiben. In diesem Krieg gibt es viele ganz neue Elemente: die E-Bombe, beispielsweise. Bomben, die sämtliche elektronische Komponenten zerstören, die sich in der Umgebung der Explosion befinden. Der technologische Krieg ist sicher auch mehr als nur ein Test. Es ist der Versuch, eine globale Herrschaft durch die Bildung eines enorm mächtigen Heeres für den Schnelleinsatz in allen Gebieten des Empires zu schaffen, wo dies nötig ist.

Der postmoderne Krieg ist strukturell mit dem sich in der Krise befindenden ökonomischen Zyklus verbunden, von dem er der spektakuläre Ausdruck ist. Dieser Krieg, der seit Jahren stark gewollt wurde, repräsentiert für das Kapital die Möglichkeit, einen wesentlichen Teil des "Mehrwerts", der in der Aufstiegsphase der informationellen Güter produziert wurde, zu resorbieren. Nach dem 9/11 hat eine Neuausrichtung der Investitionen der High-Tech-Güter zu mit der Sicherheit und der Überwachung verbundenen Zwecken stattgefunden: die Digitalisierung der Kontrolle in allen ihren Formen hat diese Kapitalmengen, die Gefahr liefen, sich in Folge des Verpuffens der New Economy in Luft aufzulösen, übernommen. Der Terrorismus, der echte und der induzierte, hat einen Mehrwert "recycelt", der auf dem Weg war, sich in Nichts aufzulösen.

Der andere Aspekt, der mit der imperialen Vorherrschaft verbunden ist, ist die Frucht einer Refunktionalisierung der Technologien der digitalen Kontrolle gewesen, hin zur "Depolarisierung": angesichts des unilateralen Plans, der nach 1989 eingeweiht wurde, versucht das Kapital sein globales Joch auf der Grundlage einer Vorherrschaft militärischer Art aufzuzwingen.

Das große Geschäft der post-Nachkriegszeit ist also nichts anderes, als die Fortsetzung der New Economy mit anderen Mitteln: Milliarden Investitionsmilliarden über informationelle Güter werden durch die Marines dem internationalen Markt aufgezwungen. Natürlich haben wir nicht die geringste Vorstellung dessen, was zehn oder zwanzig Milliarden Dollar sind. Wir wollen versuchen, in synthetisierter Form, einige ökonomische Eckpunkte der wichtigsten Züge diesen globalen Prozesses asymmetrischer Regulierung, der den wahren Wettlauf diesen Krieges darstellt, aufzuzeigen.

Das allgemeine Lagebild:

- Nach Schätzungen wird der Gesamtpreis des Krieges in etwa 132 Milliarden Dollar betragen (für fünf Jahre plus Okkupierung).
- Der Preis für die Wiederherstellung der Ölquellen wird im Bereich von 30 bis 40 Milliarden Dollar rangieren.
- Um das Stromnetz wieder aufzubauen und die Produktionskapazität auf das Niveau von 1990 zu bringen werden 20 Milliarden Dollar investiert werden.
- Zwei Milliarden Dollar werden investiert werden um die Infrastruktur wieder herzustellen. (Straßen, Flughäfen, Schulen)
- 2003 wurden die föderalen Ausgaben für die Verteidigung mit 364,4 Milliarden Dollar bilanziert.
- 2004 wird diese Zahl auf 379,9 Milliarden Dollar ansteigen.



Erster Referenzblock: Das Öl

Der Krieg ist für die amerikanischen Ölgesellschaften (auch wenn es nicht nur amerikanische Gesellschaften sind) ein gigantisches Geschäft. Die Ölgesellschaften, die die Wahl von George Bush finanziert haben sind:

Exxon (die mit 298 Milliarden Dollar Kapitalisierung an der Börse weltweit größte Ölgruppe)
Texaco
Chevron-Gulf

Exxon hat sich mit einer Million Dollar am Wahlkampf George Bushs beteiligt.


Man betrachte diese Tabelle, um sich eine Vorstellung davon zu machen, welcher der allgemeine prozentuale Zuwendungen-Anteil für Bush (und die Republikaner) gewesen ist:

ENERGY/NAT RESOURCES 75%
AGRIBUSINESS 73%
TRANSPORTATION 72%
CONSTRUCTION 67%
DEFENSE 65%
HEALTH 60%
FINANCE INSURANCE 58%
COMMUNICATIONS 45%
LAWYERS 32%
LABOR 6% .


Um einen historischen Rahmen über die Zuwendungen der Energy-Corporations zu erfassen:

Jahr, Zuwendungen an die Demokraten, Zuwendungen an die Republikaner:

2002 $ 4,624,617 $ 18,034,297
2000 $ 6,928,153 $ 26,700,109

Nach dem was die Presseagentur Defense Logistic Ende September berichtete, hat Exxon den Zuschlag für einen 48 Milliarden Dollar Auftrag über die Lieferung von Benzin, Diesel und Schmieröle für die Armee, die Marine, die Luftwaffe, die Nato und die anderen Institutionen des Defense Departements bekommen. Die Lieferung beinhaltet auch die Versorgung der italienischen Kontinental- (Vicenza, Camp Derby, Napoli usw.) und Insularstützpunkte (Sizilien, La Maddalena usw.). Diese Zahl ist für eine Gesellschaft mit jährlichen Einnahmen von mehreren Dutzend Milliarden Dollar eine Lächerlichkeit, aber sie wird zum interessanten Aspekt, wenn man bedenkt dass Exxon aufgrund ihrer Stellung als größte und auch noch US-amerikanische Ölgesellschaft mit großem "Einfluss" auf Bush die Gesellschaft sein wird, die mehr als andere aus der Eroberung Iraks und seiner Ölgewinnungsfelder Profite ziehen wird, von denen 25% schon vor dem Krieg von 1991 in ihrem Besitz waren. Um sich eine Vorstellung davon zu machen, welche die Interessen von Exxon sind und welche Strategien sie auch auf wissenschaftlicher Ebene auffährt, siehe http:// www.greenpeace.it/esso.pdf (A.d.Ü.: in italienischer Sprache. Mit ein wenig Eigenrecherche lässt sich aber sicher auch in Deutsch dazu was finden!)



Zweiter Referenzblock: Die Ölquellen

Mit einer beispiellosen lobbyistischen Aktivität hat die US-Verwaltung bereits die Zuschläge für die Wiederaufbauarbeiten Firmen vergeben, die direkt oder indirekt mit Bush und den Mitgliedern seiner Regierung verbunden sind.

- Halliburton (Als Dick Cheney, der von 1995 bis 2000 im Vorstand war seinen Posten verließ setzte er Lawrence Eagleburger an seine Stelle ein, der 1992 Staatsekretär von Bush Senior war) Gegen diese Gesellschaft wird seitens der Gesellschaft für die Kontrolle der amerikanischen Börse SEC wegen Bilanzunregelmäßigkeiten ermittelt. Diese Gesellschaft hat den Zuschlag für die Löschung der Ölquellenbrände und für Reparaturen der irakischen Pipelines bekommen. Zuvor hatte sich Halliburton darin hervorgetan, dass sie die Bush-Regierung wegen des Korridors am Kaspischen Meer bedrängt hatte: Regisseur der Wiedereröffnung des afghanischen Korridors ist Dick Cheney, der bevor er Vizepräsident der Bush-Regierung wurde CEO (Chief Executive Officer) von Halliburton wurde, dem weltweit größten Anbieter von Dienstleistungen für die Ölgesellschaften, mit der er ein Vermögen angehäuft hat und von der er auch noch als Entlassungsprämie ein Aktienpaket im wert von 34 Millionen Dollar bekommen hat. Halliburton, ExxonMobil, Conoco und andere US- Gesellschaften, die dreißig Milliarden Dollar für die Ausbeutung der Energieressourcen am Kaspischen Meer investiert haben, machen Druck für die Öffnung des so genannten afghanischen Korridors, das von einigen (mit historischer Bildung ausgestatteten) texanischen Ölherren "neue Seidenstraße" genannt wird. ( http://www.afghanistan.it).

- Natco ist die Gesellschaft, die zusammen mit Boots&Coots (Texas) den Zuschlag für die Beratung zu den Ölquellen erhalten hat. Eine in der ganzen Welt präsente Gesellschaft, die sich mit der Wasserproduktion, mit der Ölverarbeitung, mit der Gaskonditionierung, mit Raffineriearbeiten, Wasserstoff. Chemischen Prozessen und Hydrozyklone für Lebensmittel beschäftigt. Ihr Motto: "Wherever you are in the world, whatever your oil, gas, or water process challenge, count on the NATCO Group to deliver your solution" spricht Bände über die Interessenbreite dieser Gesellschaft.

- Schlumberger wird fast mit Sicherheit die Zuschläge für die Erkundungs- und Bohrungsarbeiten neuer Ölquellen sein.

Dritter Referenzblock: Der Wiederaufbau der Infrastruktur:

- Bechtel, kalifornischer Gigant. Untergruppe von Halliburton. Wird sich mit Flour, Kellogs Rown&Root, Parsons un der Louis Berger Gruppe den Kuchen des Wiederaufbaus von Straßen, Brücken usw. teilen. Bechtel ist ein sehr geheimes Unternehmen in Familienbesitz, mit Sitz in San Francisco, das den Hauptvertrag für den Wiederaufbauabgeschlossen hat, der auf 2,5 Milliarden Dollar geschätzt wird. Bechtel hat dank eines Einflussnetzes eine Legendäre Geschichte im Erhalt der Vergabe von großen Projekten. Die Firma hat den Hoover Dam, den englischen Ärmeltunnel und viele Anlagen zur Atomkraftherstellung in den Vereinigten Staaten gebaut. In seinem Buch ?Die Freunde ganz Oben - Die Geschichte von Bechtel: Die geheimste Corporation und wie sie die Welt wiederaufgebaut hat? beschreibt der Journalist Laton McCartney die Beziehungen von Bechtel mit den mächtigsten Persönlichkeiten, vor allem Republikaner. Caspar Weinberger, Verteidigungssekretär Ronald Reagans, war einst Generalrechtsberater der Bechtels; Der Reagan- Minister George Schultz ist ein ex-Bechtel-Präsident. "Gerald Ford hatte außerdem, so wie Richard Nixon vor ihm und Ronald Reagan nach ihm, einen Beitrag geleistet, in dem er den Bechtels den kommerziellen Zugang zum größten Teil der für die Nation reservierten Nukleartechnologie ermöglicht hatte" schreibt McCarney um ein Beispiel für das Maß der Kungelei der Bechtels zu geben. Und die Bechtels sind der Bush-Regierung nicht fremd. Im Februar wurde der CEO der Firma Riley Bechtel zusammen mit Dutzenden weiterer Kader zum Exportrat des Präsidenten, einer Beratuergruppe des Weißen Hauses, gerufen worden. Das ist nicht verwunderlich, Bechtel war eins von den von USAID zur Erstellung von Angeboten für Verträge zum Wiederaufbau des Irak ausgewählten Unternehmen. "Wir sind eins der Hauptunternehmen für Ingenieur- und Wiederaufbauleistungen weltweit, daher haben wir die Nötige Erfahrung um dies umzusetzen, wenn es im Irak Arbeit für den Wiederaufbau von Infrastruktur gibt." Hat Jonathan Marshall, ein Bechtel Sprecher, gesagt. Aber Marshall war besorgt, dass man die Bechtels als Kriegstreiber sehen könnte. "Wir hoffen auf eine friedliche Lösung" hat er gesagt. "Die arbeiten sollten nicht in einer Kriegs- sondern in einer Friedensatmosphäre stattfinden. Wir versuchen nicht, von irgendwas zu profitieren".

- Kellog Brown & Root, im Besitz von Halliburton. Wie die New York Times im vergangenen Sommer berichtete, hat der Krieg gegen den Terrorismus exzellente Früchte für KBR getragen. Nach den Angriffen des 11. September wurde die Gesellschaft für den Bau eines ständigen Aufenthaltorts für die Gefangenen in der Bucht von Guantanamo, Cuba, ausgewählt. Darüber hinaus hat KBR einen zehnjährigen Vertrag mit Verlängerungsoption für die Lieferung von Nachschub und logistischer Versorgung - bei einer praktisch vom Essen bis zur Energieerzeugung allumfassenden Kontrolle - des Heeres. Aber in letzter Zeit macht Halliburton eine schwere Zeit durch. Die Firma ist wegen Zahlreichen Schadensersatzklagen wegen des Gebrauchs von Toxischen Substanzen und Asbest in vielen Filialen verfolgt worden. (Siehe für ein Detaillierteres Bild http://www.salon.com und, auf Italienisch, den Artikel: http://www.nuovimondimedia.it/ modules.php?op=modload&name=News&file= article&sid=110&mode=thread&order=0&thold=0)


Vierter Referenzblock:

Der Interessenkonflikt, der der amerikanischen Staatsverwaltung unterliegt ist eine sehr lange Geschichte, die nicht nur die Familie Bush angeht. Sehen wir uns auch nur einige der Gestalten an, die in dieses irakische Megageschäft verwickelt sind:

- George W. Bush ist, auf den Spuren des Vaters und in manchen Fällen sogar stellvertretend für ihn, in den Firmen Spectrum Corporation, Arbusto Energy (die spätere Bush Exploration) und Harken Energy Corporation, Energieindustrie. Gerade wegen einer insider-trading Affäre, die mit einem illegalen Manöver verbunden war, wird von der amerikanischen Richterschaft gegen G.W. Bush ermittelt.

- Donald Rumsfeld ist Präsident und Vorstandsmitglied der GIC, General Instrument Corporation, gewesen, einem Giganten der Kabelkommunikation. Sein seit Reagans Zeiten Untergebener Richard Perle, eine wahre graue Eminenz in der neuen Junta, ist vor wenigen Tagen wegen eines mit dem Verkauf von Glasfasernetzen der ihm gehörenden Firma Global Crossing zusammenhängenden Interessenkonflikt zurückgetreten.

- Dick Cheney. Der Wahre Strippenzieher dieser neuen Administration. 1969 ist er republikanischer Abgeordneter in Illinois (Die ?fashists of Illinois? im Film The Blues Brothers), unter der Nixon- Präsidentenschaft. 1988 wird er Fraktionschef der republikanischen Minderheit im Abgeordnetenhaus. Mit dem Aufstieg George Bushs Sr wird Cheney zum Verteidigungssekretär ernannt, ein Amt, das er vom März 1989 bis zum Januar 1993 inne haben wird. Unter seiner Verantwortlichkeit werden zwei militärische Kampagnen von entscheidender Bedeutung geführt: Gerechte Sache in Panama und Desert Storm in Iraq. Es ist Cheney, der Paul Wolfowitz und I. Lewis Libby die Formulierung der neuen Doktrin der "Nationalen Sicherheit" anvertraut. Die Vereinigten Staaten werden nicht zögern, präventiv und mit dem Höchstmaß der militärischen Kraft jede feindliche Macht, die eine Bedrohung darstellen könnte und verdächtigt wird, Massenvernichtungswaffen zu besitzen, zu treffen. Gegenwärtig ist Wolfowitz Vize- Verteidigungssekretär, und Libby ist Chef des Cheney-Stabs. Aber seine Fixe Idee sind die Geschäfte. Während der Clinton-Präsidentschaft verlässt er zeitweilig die Politik und sitzt zunächst im Board of Directors des American Petroleum Institute und wird später Präsident und CEO von Halliburton, einer texanischen multinationalen Corporation, die über 100.000 Beschäftigte hat. Unter der Leitung Cheneys hat die Gesellschaft ihre Zuwendungen für die Politik (Die in den USA als legal angesehen werden) verdoppelt und 2,3 Milliarden Dollar öffentliche Aufträge bekommen. Für sich hat Dick ein Jahreslohn von 1,3 Millionen Dollar und die Frucht von 18-Millionen stock-options.

- Condoleezza Rice ist während der gesamten 90er Jahre Direktorin von Chevron, und baute die Betriebspolitik in Palästina und Kasachstan aus.

- Kathleen Cooper, beauftragte für wirtschaftliche Angelegenheiten, hatte die gleiche Stellung bei Exxon;

- Der Sekretär für den Handel Donald Evans und der Vize-Sekretär für Energie Spencer Adams kommen beide aus dem Tom Brown Inc. Management, Branche: Öl und Ölprodukte.

Zu guter Letzt, der Recovery-Plan in 12 Punkten der US-Staatsverwaltung:


Twelve-Step Recovery Plan for Future Former Nation of Iraqaeda:
1. Non-Greed-or-Vendetta-Inspired Regime Change through Superior Defense Technologies.
2. Purely Humanitarian Reconstruction of Bombed-Out Buildings & Facilities.
3. An Utterly Charitable Clean Water Initiative.
4. Completely Altruistic, Famine-Averting Agricultural Programs.
5. Non-Greed-Inspired Road & Highway Rehabilitation.
6. Exclusively Kindhearted Enhancements of Railroads, Airports, and Ports & Harbors.
7. Wholly Compassionate Oil Plant Revamps.
8. Entirely Benevolent Assembly of Dams & Desert Hydropower Facilities.
9. Fully Non-Avaricious New Oil Well Drilling and Oil Well Completion.
10. Profoundly Selfless Delivery of Oil Refining and Pipeline Services.
11. Mercilessly Crush the False Religion of "Islam."
12. Install "Florida-Style" Democracy.

Vertiefendes über die im Irak-Krieg verwickelten Ölgesellschaften (in englicher Sprache): http:// italy.indymedia.org/uploads/iraq.pdf

Claudio Tulli

http://www.zabrinskypoint.org

Noch ein Link zum Thema.: http://www.whodies.com/thrives.html
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
Rettet Bush-Administration mit dem Krieg Halliburton vor Konkurs?
Monate vor Beginn des Krieges der USA gegen den Irak gab es schon Gespräche zwischen dem US-Verteidigungsministerium und Dick Cheneys ehemaliger Firma Halliburton, um die Verträge vorzubereiten, die vor kurzem abgeschlossen worden sind und Halliburton das irakische Öl praktisch übergeben.

Das Geschäft, auf einen Gesamtumfang von 7 Milliarden US-Dollar geschätzt, wurde schon im November 2002 angebahnt, wie eine Pressemitteilung Halliburtons belegt.

Zu dem Zeitpunkt sah Halliburton sich einer Sammelklage von Asbestopfern gegenüber, die im Dezember mit einer Entschädigungssumme von knapp 3 Milliarden US-Dollar ausging. In den der Entscheidung vorangehenden Monaten gab es immer wieder Hinweise, dass Halliburton durch das Verlieren des Verfahrens Konkurs anmelden müsste. Aber der Krieg und mit ihm der grosse Auftrag für Halliburton konnten dies abwenden.

Geheime Dokumente vom November 2002 zeigen, dass das US-Verteidigungsministerium dem Army Corps of Engineers empfahl, einen Vertrag mit Kellog, Brown & Root (KBR, einer Tochterfirma Halliburtons) abzuschliessen, der KBR faktisch die komplette Kontrolle über das irakische Öl geben würde. Details zu dem Vertrag gibt es bei der «New York Times», allerdings nur nach einer Registrierung.

Das Army Corps of Engineers hat die Geheimhaltung für einige Dokumente aufgehoben, ein Memo gibt es hier.

Der Vertrag wurde mit Kellog, Brown & Root geschlossen, obwohl ein Untersuchungsausschuss des Kongresses empfohlen hatte, KBR von weiteren Verträgen auszuschliessen, da man ihnen betrügerisches Verhalten vorwarf. Das Verfahren war nur eingestellt worden, weil KBR die strittige Summe von 2 Millionen US-Dollar an den Staat bezahlt hatte. Zu der Zeit, als die angeschuldigten Vorgänge stattfanden, war der jetzige US-Vizepräsident Dick Cheney der Vorstandsvorsitzende von Halliburton. Der Kongressabgeordnete Henry Waxman wirft Halliburton vor, auch mit Ländern, die auf Präsident Bushs «Achse des Bösen» stehen, Geschäfte gemacht zu haben und immer noch zu machen. 1995 wurde Halliburton zu einer Strafe von 3,8 Millionen US-Dollar verurteilt, weil sie trotz Verbots Güter nach Libyen exportiert hatten. 1999 eröffnete Halliburton eine Niederlassung im Iran, obwohl ein Verbot, Geschäfte mit dem Iran zu machen, bestand. Im Jahr 2001 wurde die Firma von ihren Aktionären angesichts eines Pipeline-Projektes in Burma wegen Menschenrechtsverletzungen in dem Land angegriffen. Im gleichen Jahr wurde bekannt, dass die Firma 44 Tochterunternehmen in Steueroasen unterhält.

Und doch erhält das Unternehmen immer wieder Grossaufträge der US-Regierung, wie auch schon in Bosnien, wo KBR für Logistik und Bauvorhaben der US-Armee zuständig war.

Quelle: www.Freace.de

Noch ein paar Links zum Thema:
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,2040328,FF.html
http://www.jungewelt.de/2003/04-01/006.php
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,244346,00.html
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
egal wohin man sieht, konzerne und politik arbeiten hand in hand.
so langsam wird immer mehr offensichtlich, das die welt von einer art
groß-mafia beherrscht wird und das die politik nicht im sinne des großteils der menschen betrieben wird, sondern im sinne der konzerne und der reichen oberschicht.

raubtierkapitalismus pur!
 

Eskapismus

Großmeister-Architekt
19. Juli 2002
1.212
samhain schrieb:
so langsam wird immer mehr offensichtlich...
Das ist schon lange ziemlich offensichtlich wenn man sich ein wenig interessiert hat. Während der Clinton Ära hat man schon viel weniger gehört von all den Geschäften, die da unter der Hand ablaufen. Aber vorher während der Bush sr. Ära, hätte man auch schon sehr viel unstimmigkeiten aufdecken müssen. Trotzdem muss ich dir schon recht geben, so schamlos wie die jetzige Administration hat noch niemand die Öffentlichkeit belogen.

Es scheint aber bestens zu funktionieren, es stört offenbar keine Sau.

Siehe Signatur.

PS: What about Carlyle?
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
Manche Leute warnen vor der allzu simplen Ansicht, bei diesem Krieg sei es nur um das Öl gegangen. Diese Leute haben Recht. Es geht nämlich um Öl und um Wasser, um Straßen und Eisenbahnlinien, um Telefonnetze, Hafenanlagen und Drogen.

http://www.taz.de/pt/2003/05/16.nf/mondeText.artikel,a0029.idx,5

Exxon in Zahlen
Der größte Energiemulti der Welt

1999 schluckte der Konzern den Konkurrenten Mobil für 83 Milliarden Dollar. So entstand der größte Energiemulti der Welt. Mit 17,7 Milliarden Dollar Reingewinn erzielte er schon 2000 den höchsten Jahresprofit eines Privatunternehmens aller Zeiten: Knapp zwei Drittel davon erwirtschaftete Exxon Mobil außerhalb der USA, über die Tochterfirmen Standard Oil in Kanada sowie Esso in Asien, Afrika und Europa. Täglich 4,3 Millionen Barrel Öl und Gas pumpt der Konzern aus über 27.000 Anlagen, das sind 5,6 Prozent der Welt-Fördermenge. Neben Pipelines betreibt er eine Flotte aus 44 Tankern. Das Unternehmen steckt jährlich Milliarden in petrochemische Forschung und die Suche nach neuen Ölquellen. Im letzten Jahr wurde die 1,1 Milliarden teure Bohrplattform Hoover-Diana im Golf von Mexiko eröffnet. Ihre Leitungen fördern in der Rekordtiefe von 1600 Metern Öl im Wert von bis zu neun Milliarden Dollar.


http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,244006,00.html
http://www.heute.t-online.de/ZDFheute/artikel/21/0,1367,HOME-0-2049045,00.html
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,247639,00.html
http://news.independent.co.uk/world/americas/story.jsp?story=404121
http://www.greenpeace-magazin.de/archiv/hefte01/6_01/exxon.html
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
"Nur Sex und Drogen im Westen"
Die Angst der Araber
"Alle Menschen im Westen sind sexsüchtig, drogenabhängig und vor allem materialistisch eingestellt" - eine typische Meinung von Arabern über den Westen. Die Menschen im Islam wollen sich nicht die westlichen Werte überstülpen lassen und haben Angst davor. Die Gründe liegen nicht nur in der Gegenwart, sondern auch weit in der Vergangenheit.
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/astuecke/45120/


WAFFEN-PROGRAMM
US-Armee will angeblich Drogen einsetzen
Von Markus Becker
Die US-Armee entwickelt angeblich illegal Chemiewaffen. Sie sollen den Feind nicht töten, sondern nur milde stimmen und müde machen. Kritiker warnen dagegen vor einer gefährlichen Stufe der Eskalation in der chemischen Kriegführung.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,215770,00.html
Der Ärger unter den Irakern gegenüber dem Versagen der Alliierten wächst, die es nicht schaffen, die Ordnung in einer Stadt wiederherzustellen, die von Waffen und Verbrecherbanden überschwemmt wird. Das Heroin, das unter der Diktatur Saddam Husseins unter Androhung der Hinrichtung durch den Strang verboten war, wird heute in den Hinterhöfen gehandelt, berichtet «The Independent».

Nutzt jetzt die US-Armee/CIA das Heroin als Chemiewaffe? :wink:
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
http://www.hereinreality.com/news/axis.html
http://www.hereinreality.com/carlyle.html
http://www.infowars.com/loftus.htm
http://www.bushfraud.de/

Das Drogendreieck

Die Geschichte des Drogenhandels in Zentralasien ist eng verbunden mit den verdeckten Operationen des CIA. Vor dem sowjetisch-afghanischen Krieg war die Opiumproduktion in Afghanistan und Pakistan auf kleine regionale Märkte ausgerichtet. Es gab keine örtliche Produktion von Heroin. Hierzu bestätigt eine Studie von Alfred McCoy, daß innerhalb von zwei Jahren des Ansturms der CIA-Operationen in Afghanistan »die pakistanisch- afghanischen Grenzgebiete zum Gebiet wurden, wo weltweit am meisten Heroin produziert wird, Bezugsquelle für 60 Prozent der Nachfrage in den USA. In Pakistan entwickelte sich die heroinabhängige Bevölkerung von fast null im Jahre 1979 ... auf 1,2 Millionen im Jahre 1985.« (Alfred McCoy: Drug fallout. The CIA's Forty Year Complicity in the Narcotics Trade. The Progressive, 1. August 1997)

»CIA-gestützte Interessen wiederum kontrollierten diesen Heroinhandel. In dem Maße, wie die Mudschaheddin Gebiete innerhalb Afghanistans eroberten, befahlen sie den Bauern, Opium als eine revolutionäre Steuer anzubauen. Jenseits der Grenze in Pakistan betrieben die afghanischen Führer und örtliche Syndikate unter der Protektion des pakistanischen Geheim­dienstes Hunderte Heroinlabors. Während dieses Jahrzehnts des offenen Drogen­handels gelang es der Drug Enforcement Agency (Rauschgiftverfolgungsgehörde) der USA nicht, in Islamabad größere Beschlagnahmungen oder Verhaftungen zu veranlassen (...) US-Beamte hatten sich geweigert, aufgrund von Anzeigen ihrer afghanischen Verbündeten wegen Heroin­handels zu ermitteln. Im Jahr 1995 gestand der frühere CIA-Direktor der afghanischen Operation, Charles Cogan, daß der CIA in der Tat den Antidrogenkrieg geopfert hatte, um den Kalten Krieg zu führen. >Unsere Hauptmission war, den Sowjets soviel Schaden wie möglich zuzufügen. Wir hatten eigentlich nicht die Ressourcen oder die Zeit, uns einer Untersuchung des Drogenhandels zu widmen :wink: .<« (Cordovez und Harrison, a. a. O.)

Wie im Kalten Krieg vorgezeichnet, ist die zentralasiatische Region nicht nur von strategischer Bedeutung wegen ihrer ausgedehnten Erdölreserven, sie produziert heute auch zwei Drittel des Opiums in der Welt im Gegenwert von mehreren Milliarden Dollar. Die jährlichen Erträge aus dem Drogenhandel des Goldenen Halbmonds entsprechen ungefähr einem Drittel des weltweiten Umsatzes an Suchtmitteln, der von den Vereinten Nationen auf eine Größenordnung von 500 Milliarden Dollar veranschlagt wird.

Mit der Auflösung der Sowjetunion erlebte die Opiumproduktion einen neuen Aufschwung. (Nach Schätzungen der UN erreichte die Opiumproduktion in Afghanistan 1998/99 - parallel zu den damals beginnenden bewaffneten Aufständen in ehemaligen Sowjetrepubliken - eine Rekordhöhe von 4 600 Tonnen.) Mächtige Syndikate in der ehemaligen Sowjetunion konkurrieren um die strategische Kontrolle über die Heroinrouten.


George Bush sen., Noriega und die Drogen-Mafia

Das Verhältnis der CIA und des Bush-Clans zum internationalen Drogenhandel ist im anhaltenden Krieg gegen das Afghanische Volk von aktuellem Interesse und hat dort bereits eine über 20 jährige Geschichte, die nicht erst beginnt. als die USA den Taliban an die Macht verhielfen. Beim Umgang mit der Drogenpolitik, der Politik mit Drogen schwimmt der Bush-Clan in seinem Element wie sonst nur im Öl.
George Bush senior steht im dringenden Verdacht, im Drogengeschäft der CIA in Mittel- und Südamerika mitgemischt zu haben: der bei dem US-Überfall auf Panama rettungs-gefangengenommene Diktator und Rauschgift-Großhändler Noriega saß seitdem Jahre lang in den Staaten in Untersuchungshaft und es wurde ihm kein Haar gekrümmt. Er wurde nicht angeklagt und nicht verurteilt. Seine Anwälte hatten den Auftrag, für den Fall, dass ihm irgendetwas passieren sollte, ein dickes Bündel von Dokumenten zu veröffentlichen, die seine Zusammenarbeit mit der CIA und prominenten US-Politikern belegen sollten....
Die Geschäftsbeziehungen der dreu Bush Söhne George, Jeb und Neil zum organisierten Verbrechen, zur Mafia und zur Nicaraguanischen Contra, der die USA zum Sieg über die Sandinistas verhalfen, diese Clan-Beziehungen wurden bereits von zentralen großen US-Blättern wie New York Times und dem Wall Steet Journal recherchiert und veröffentlicht. An den Chef des Clans , den Senior hat sich bisher kaum ein größeres Medium herangewagt.
http://www.friedensweg.de/aktuell/bushclan.htm


Tatsächlich stellt die Sippe Bush mehr als jede andere Sippe, sei es in der Realität, sei es in der Soap Opera (Denver Clan, Dalles), einen sehr bezeichnenden Ausdruck des Spätkapitalismus dar. Die konzentrierte Essenz will ich schon vorwegnehmen:
- Die Bush - Dynastie verdient seit 4 Generationen ein Vermögen mit Krieg und Tod
- George W. Bushs Großvater Prescott Bush war als enger Geschäftspartner von Thyssen unmittelbar an der Finanzierung der NSDAP und später der Aufrüstung der deutschen Wehrmacht Hitlers beteiligt.
- George Bush sen. War und ist aufs engste mit der CIA liiert und war federführend bei der (fehlgeschlagenen) Schweinebucht-Invasion gegen Cuba
- Der Bush-Clan wird beschuldigt, am weltweiten Drogenhandel zu verdienen.
- Der Bush - Clan pflegte engste persönliche und geschäftliche Beziehungen mit dem saudischen Bin-Laden-Clan
- Der Bush - Clan verdiente und verdient direkt sowohl an dem Attentat auf das World - Trade - Center als auch am bevorstehenden Krieg gegen den Irak
http://de.indymedia.org/2003/03/44968.shtml
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
http://www.taz.de/pt/2003/04/08/a0161.nf/text.ges,1 :wink:


Der nach der ehemaligen Aufsichtsrätin benannte Chevron-Tanker "Condoleezza Rice"
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
@Eskapismus

>>Trotzdem muss ich dir schon recht geben, so schamlos wie die jetzige Administration hat noch niemand die Öffentlichkeit belogen. <<

genau so habe ich es auch gemeint.
natürlich, wer sich mit der materie beschäftigt, der weiß längst, das die USA auch in der vergangenheit einen kurs verfolgten, in dem sie über leichen gingen und über eben diese ihre interessen weltweit durchsetzten.
jetzt wirds aber so dreist, eben offensichtlich, das auch dem letzten (unpolitischen) menschen ein licht aufgehen müsste...

@BrettonWoods

zu dem von den USA kontrollierten drogenhandel:

genau das ist ja das widerlich heuchlerische daran- einerseits medienwirksam angeblich gegen den drogenhandel bzw. anbau vorzugehen- aber in wirklichkeit genau das gegenteil zu tun.

harte drogen bringen viel geld, ein riesiger, unerschöpflicher markt, auf dem man sich eine goldene nase verdienen kann, aber sie zerstören auch ziemlich schnell menschenleben, ganze gemeinschaften.

wer abhängig von "H" ist, der denkt nicht mehr weiter als bis zum nächsten schuss, oder wie immer man es auch konsumiert, er ist keine wirkliche "gefahr" mehr, im sinne von kritischem denken und handeln.

absicht!?
 

Eskapismus

Großmeister-Architekt
19. Juli 2002
1.212
BrettonWoods schrieb:
Der nach der ehemaligen Aufsichtsrätin benannte Chevron-Tanker "Condoleezza Rice"

Das Bild gibt es auch grösser, und da sieht man noch besser das es gefaked ist. Spielt aber eigentlich keine Rolle.

PS: Studiert einmal die Bush sr. Carlyle Verbindung....
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
Eskapismus schrieb:
BrettonWoods schrieb:
Der nach der ehemaligen Aufsichtsrätin benannte Chevron-Tanker "Condoleezza Rice"

Das Bild gibt es auch grösser, und da sieht man noch besser das es gefaked ist. Spielt aber eigentlich keine Rolle.

@Eskapismus
Ich habe leider kein Originalfoto gefunden. habe auch gleich gesehen das es gefaked ist.

George Bush – der Lobbyist im Golf
Die Geschäfte der Bush-Familie.

Von Peter Hossli (Text)

Lässt George W. Bush den Irak bombardieren, denkt der jetzige US-Präsident wohl zuallererst an die Sicherheit Amerikas. Darüber hinaus dürfte er ein paar Gedanken an seine Erbschaft verlieren.
Zumindest lässt ein unlängst in der «New York Times» veröffentlichter Artikel solch besorgniserregende Schlüsse zu. Darin werden Verquickungen von Bushs Vater, Ex-Präsident George Bush, mit der privaten Investitionsfirma Carlyle Group dargelegt. Das US-Unternehmen, 1987 in Washington gegründet, verwaltet 12 Milliarden Dollar, ist weltweit in 50 Ländern tätig und investiert hauptsächlich in Waffen-, Luftfahrt- sowie Kommunikationsfirmen. Besonders aktiv ist die Gruppe im Nahen Osten, Asien und dem arabischen Raum um den persischen Golf.
Golfkrieger und Präsidentenvater Bush fungiert als wichtigster Lobbyist.
Mit gutem Grund. Es gibt kaum jemanden, der dichtere globale Netzwerke spannt als der Ex-Präsident. So diente Bush Senior unter Ronald Reagan als Vizepräsident. Er war Chef beim Geheimdienst CIA, US-Botschafter in China und vertrat sein Land bei den Vereinten Nationen. Als Verkäufer von Ölbohrgeräten, Ölförderer und später Bankier verdiente er als vifer Geschäftsmann ein Vermögen.
Bei der Carlyle Group nutzt Bush diese Kontakte und vermischt private mit öffentlichen Interessen. Sein Besuch beim südkoreanischen Premierminister sicherte der Firma die Kontrolle über die profitable Bank KorAm. Auf Reisen nach Saudi-Arabien lockt er Rohölmilliarden. Regelmässig involviert er Freunde früherer Tage. An Bushs Seite lobbyieren die einstigen britischen und thailändischen Premiers John Major und Anand Panyarachun sowie Fidel Ramos, Ex-Präsident der Philippinen. Den europäischen Fund von Carlyle beraten Notable wie der vormalige Präsident der deutschen Bundesbank, Karl Otto Pöhl, Fritz Gerber, Verwaltungsratspräsident bei Roche, oder Ex-Nestlé-Generalmanager und Nestlé-Verwaltungsrat Reto Domeniconi.
Bisher investierte Carlyle in 213 Firmen. Im letzten Jahr erwirtschafteten sie Umsätze von 16 Milliarden Dollar und beschäftigten 70000 Leute. Zum weitverzweigten Portfolio gehören Firmen, die Panzer und Flugzeugflügel fertigen oder die französische Zeitung «Le Figaro» – sowie zwei Schweizer Gesellschaften: Die Zürcher Firma DigiPlex SA, die Infrastrukturlösungen im Kommunkationsbereich verkauft, und das Lausanner Metallzuschneideunternehmen Messer.
Der alte Bush und Konsorten seien von Carlyle nicht etwa angeheuert worden, weil sie Sonderkenntnisse hätten, sagt der Direktor des angesehenen unabhängigen Centers for Public Integrity, Peter Eisner. «Sie werden bezahlt, weil sie berühmt sind», sagt er. «Stars, die jede Tür zu jeder Regierung der Welt aufkriegen.» Eisner bezeichnet Carlyle als «ausgesprochen krasses Beispiel der engen Verflechtung zwischen Wirtschaft und Staat». Überrascht hat ihn die Sache nicht. «Das ist hier zu Lande mittlerweile der Standard.»
Bush berät, Altbekannte von Bush führen Carlyle. Frank Carlucci, unter Reagan Verteidigungsminister, agiert als CEO. James Baker III., einst Bushs Aussenminister, ist Chefberater und leitender Manager. Als «speziell problematisch» beschreibt Eisner, Carlyles «direkten Draht ins jetzige Weissen Haus».
So studierte der amtierende Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zusammen mit Carlyle-CEO Carlucci. Aushängeschild Bush zog den Präsidenten gross. Obendrein ist Dick Cheney, gemäss Politauguren einflussreichster Vizepräsident aller Zeiten, ebenso eng verbandelt mit Berater Bush; Cheney diente während des Golfkriegs als dessen Verteidigungsminister. – Ideale Voraussetzungen für Carlyle-Firmen, an stattliche Rüstungsaufträge der US-Regierung zu gelangen.
Zum Gedankenaustausch trafen sich Carlucci, Rumsfeld und Cheney gemäss «New York Times» vergangenen Februar, um «militärische Angelegenheiten» zu bereden. Das Treffen war kaum zufällig angesetzt. Eine von Carlyle finanzierte Waffenschmiede bemüht sich, für das Pentagon High-Tech-Panzer zu bauen.
«Wir hätten auf Eisenhower hören sollen», reagierte ein Leserbriefschreiber aus Kalifornien auf den Filz. «Er warnte uns, den militärisch-industriellen Komplex aus der Regierung rauszuhalten.» Bei Carlyle, die eben diesen militärisch-industriellen Komplex vertrete, sei jetzt ein ehemaliger Verteidigungsminister dabei, ein ehemaliger Aussenminister, ein ehemaliger Präsident sowie, indirekt, dessen Sohn – «der amtierende Präsident. Es ist die Regierung.» Pikantes Detail: Carlyle verhalf 1990 dem damals wenig erfolgreichen Geschäftsmann George W. Bush zu einem Sitz im Verwaltungsrat der Flugzeug-Cateringfirma Cateair.
Bescheid weiss die US-Öffentlichkeit über solche Verflechtungen wenig. Carlyle, eine der grössten Investmentfirmen der USA, operiert diskret. Im Gegensatz zur endlosen Pardon-Affäre um Bill Clinton sorgte die Carlyle-Geschichte für wenig Schlagzeilen. Auf der Carlyle-Website – thecarlylegroup.com – wird der einflussreiche Beraterstab erst nach aufwändigem Durchklicken ersichtlich.
Direkt aufgeführt sind die Manager. Etwa James Baker III. Der koordiniert alle Carlyle-Berater. Plötzliche Brisanz erhält dessen Rolle während des Wahldebakels in Florida. Baker, dessen Anteil an Carlyle auf 180 Millionen Dollar geschätzt wird, wirkte dort als Chefunterhändler und Sprecher der Republikaner. Kaum uneigennützig. Mit George W. Bush statt Al Gore im Weissen Haus würde der Einfluss von Carlyle, Bakers Firma, ins Zentrum der Macht markant zunehmen. «Baker tat alles, um Bush in Florida zum Sieg zu verhelfen», sagt Center-for-Public-Integrity-Direktor Eisner.
Demokraten seien aber genauso anfällig auf Kumpanei wie Republikaner, sagt er. Da die Demokraten jetzt nicht mehr im Weissen Haus sässen, würden sie sich nun auf Lobby-Posten setzen. Der Gründer von Carlyle etwa, David Rubenstein, amtete als innenpolitischer Berater des demokratischen Präsidenten Carter.
Illegal ist solcher Filz nicht. Das US-Gesetz verbietet ehemaligen Regierungmitgliedern bezahlte Lobbytätigkeiten bloss ein Jahr lang nach Amtsaustritt.


© Peter Hossli 2001
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
Zwei Informationsseminare in London
Die amerikanische Regierungsorganisation US-Aid vergibt derzeit Verträge zum Wiederaufbau im Irak. Am Freitag fanden in London zwei Informationskonferenzen für Firmen statt, die an solchen Verträgen interessiert sind. Kritiker werfen den Vereinigten Staaten vor, US-Firmen zu bevorzugen. Von offizieller Seite wird dies bestritten.
sev. London, 23. Mai
Briten an Bord nehmen
Am Freitag fanden in London gleich zwei Informationsseminare für interessierte Firmen statt. Die erste Konferenz wurde von der international tätigen US-Baufirma Bechtel organisiert. Bechtel hat den grössten von US-Aid bisher vergebenen Vertrag erhalten. Die Baufirma sucht nun nach Sub-Vertragsfirmen und informierte darüber, wie für die spezifischen Programme eine Offerte eingereicht werden kann, wie der Evaluationsprozess verläuft und welche versicherungstechnischen Anforderungen bestehen. Zu Beginn der Woche hatte Bechtel bereits ein Informationsseminar in Washington abgehalten, Ende Mai folgt eine weitere Veranstaltung in Kuwait. Die zweite Konferenz wurde von der US-Botschaft und der britischen Regierungsorganisation «Trade Partners UK» veranstaltet, die britischen Firmen hilft, die im Ausland tätig sind. Auch hier ging es um die Frage, wie sich die Firmen am besten für Sub- Verträge qualifizieren können. Über 500 Firmen mit Sitz in Grossbritannien und anderen Koalitionsländern besuchten den Anlass.
Freilich gab es im Vorfeld der Konferenz schon jede Menge Missstimmung. Kriegsgegner erklärten, nun zeige sich offen, dass es im Krieg um die Öffnung des irakischen Marktes gegangen sei. Kritisiert wurde zudem, dass westliche Firmen mit den Einnahmen aus dem Verkauf des irakischen Erdöls bezahlt würden. Die zweite Stossrichtung der Kritik kommt von europäischen Firmen, die fürchten, von den Amerikanern hintangestellt zu werden. Eine erste Bieter-Liste von US-Aid hatte gemäss Zeitungsberichten lediglich Firmen aus den Vereinigten Staaten aufgeführt. Auf die Kritik aus anderen Staaten hatte US-Aid erwidert, lediglich die US-Firmen hätten die komplizierten Anforderungen erfüllt. Inzwischen gehen britische Geschäftsleute aber von einer veränderten Haltung der Amerikaner aus und erkennen klare Zeichen, dass sie berücksichtigt werden. Die britische Industrie- und Handelsministerin Patricia Hewitt hatte sich schon im März bei den amerikanischen Behörden für die Berücksichtigung britischer Firmen eingesetzt. Britische Geschäftsleute berichteten, von amerikanischen Firmen für Joint Ventures angefragt worden zu sein. Dabei erhielten sie den Eindruck, die politische Führung in den USA habe die Weisung erteilt, die Briten mit an Bord zu nehmen.
http://www.nzzamsonntag.ch/dossiers/2002/irak/2003.05.24-wi-article8VLY7.html
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
Privatisierung des Krieges
USA und Großbritannien für Militärfirmen
Kaum bemerkt von der Öffentlichkeit wächst seit Beginn der 1990-er Jahre der Markt von Unternehmen, die Aufgaben übernehmen, die einst den staatlichen Streitkräften vorbehalten waren. Die meisten Firmen mit Namen wie MPRI, Dyncorp oder Sandline sitzen in den USA oder Großbritannien und operieren weltweit. Nach Schätzungen der Brookings Institution in Washington setzt die schwer fassbare Branche rund 100 Milliarden Dollar pro Jahr um. Die britische und die amerikanische Regierung drängen darauf, solche Unternehmen auch für Friedensmissionen einzusetzen. In einem Gutachten für das britische Unterhaus schreibt der Außenminister Jack Straw, dass Militärfirmen den "Vereinten Nationen helfen könnten, schneller und effektiver auf Krisen zu antworten".
http://www.dw-world.de/german/0,3367,1454_A_886733_1_A,00.html
 

Eskapismus

Großmeister-Architekt
19. Juli 2002
1.212
@BrettonWoods

Genau das habe ich gemeint....
Es fehlt aber der Hinweis, dass ein grosser Teil von Carlyle der BinLaden Group gehört, was schon ein wenig verdächtig klingt.


Ein deftiges Buch zu diesem Thema ist:
Die Kriege der Familie Bush von Eric Laurent

Falls dich noch weitere solche Verstrickungen interessieren.
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
Treffen in Riad

Die Firmen-Gruppe Carlyle entstand 1988 und ist heute mit einem Kapitalvolumen von 13,5 Milliarden US-Dollar einer der weltweit größten Vermögensverwalter. Carlyle charakterisiert sich selber als Unternehmen, das "stets konservativ-behutsam" vorgehe und bei Investitionen Rücksicht auf die jeweilige Umgebung nehme. Auffallend viele Carlyle-Ableger profitieren momentan vom 600-Milliarden-Dollar-Rüstungspaket der Regierung Bush. Auch United Defense aus Virginia. Die Firma liefert wieder Abschusssysteme für Flügelraketen und war doch während der Clinton-Ära schon völlig ausgebootet. Doch damit nicht genug: das Wall Street Journal berichtet, George Bush sen. habe zwischen 1998 und 2000 in der saudischen Metropole Riad mehrfach Mitglieder der Bin-Laden-Familie getroffen. Die wiederum will lediglich für sechs Monate mit der lächerlichen Einlage von zwei Millionen Dollar bei Carlyle exponiert gewesen sein - von Spross Osama habe man sich losgesagt.
Dem widerspricht das französische Blatt Le Figaro und meint, derselbe habe sich Anfang Juni 2001 in einem US-Militärhospital in Dubai einer Nierenoperation unterzogen. Dort sei der Patient nicht nur regelmäßig von einem CIA-Mitarbeiter, sondern auch von Familienangehörigen besucht worden. Bemerkenswert an diesen Offenbarungen ist vor allem eines: Treuhänder des Figaro ist die Carlyle-Group. Das steht ebenso außer Frage, wie der Umstand, dass zwischen der saudischen Fünf-Milliarden-Dollar-Baufirma des Osama-Halbbruders Bakr bin Laden und Carlyle Geschäftsbeziehungen bestanden, die erst unter dem Eindruck des 11. September im gegenseitigen Einvernehmen beendet wurden. :wink:
 

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