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Dan Brown's Inferno Buch vs. Film (Spoiler)

Aragon70

Meister vom Königlichen Gewölbe
28. Juli 2008
1.431
Das Hörbuch fand ich eigentlich ganz gut, besonders das Ende weil es einen moralischen Konflikt auslöst und anders war als man es erwartet hatte.

Wer weder Buch noch Film kennt und sich die Überraschung nicht verderben will sollte jetzt besser nicht weiterlesen ...


Es geht im Buch darum das Bertrand Zobrist, der Böse, einen Virus erschaffen hat der jede dritte Frau weltweit steril macht um das Problem der Überbevölkerung zu lösen. Langdon folgt verschiedenen Hinweisen in Kunst Gegenständen um diesen Virus zu finden, zu dem Zeitpunkt ist nicht bekannt was es für ein Virus ist, es wird nur suggeriert das es eine Art Pest Erreger ist. Am Ende stellt Langdon fest das die Suche sinnlos war weil der Virus schon Wochen vorher freigesetzt wurde. Sienna, Zobrisks Freundin, versucht zu verhindern das der Virus freigesetzt wird obwohl sie Zobrisks Idee gut fand, aber sein Plan war ihr zu radikal.

Im Film hat man das leider stark verändert. Dort wurde der Virus nicht Wochen vorher freigesetzt sondern dessen Freisetzung wird in letzter Sekunde von den Guten verhindert. Sienna stirbt am Ende als die Handlangerin des Bösen.

Nur leider erscheint dadurch der Großteil des Buches sinnbefreit. Sollte die Idee im Film sein das Sienna Langdon als Kunst Experten zwingend benötigt um schließlich den Ort des Virus zu finden um ihn dann zu aktivieren? Nur wieso sollte Zobrisk so ein schwieriges Rätsel für seinen Virus kreeieren wo Sienna Langdons Hilfe braucht um es zu lösen. Wieso dieses Risiko eingehen zumal klar wäre das Langdorn alles tun würde es zu verhindern wenn er das rausfindet? Irgendwann während ihrer Flucht schafft es Sienna Langdon loszuwerden nachdem sie weiß wo der Virus ist. Aber die Flucht war zu chaotisch als daß das so geplant sein konnte. Das Film Ende ist eher das typische Hollywood "James Bond" Film Ende. Etwas dummer Bösewicht hinterlässt eindeutige Hinweise wie sein Plan verhindert werden kann.

Wurde aber der Virus bereits Wochen vorher freigesetzt ergibt alles mehr Sinn. Zobrist hat alle an der Nase herumgeführt inklusive seiner Freundin. Um die Dramaturgie seiner Tat zu steigern hat er sich die Schnitzeljagd um Dante's Inferno ausgedacht. Es war quasi gewollt das man herausfindet was er getan hat. Der einzige Zweck war es, zumindst habe ich es so verstanden, es auf dramatische Art für seine Freundin zu inszenieren, ohne das Risiko einzugehen das es fehl schlägt.

Laut Ron Howard wäre das Buch Ende zu kompliziert für einen Film gewesen weil es keinen eindeutigen GEwinner und keinen eindeutigen Bösewicht gab. Ich sehe das nicht so, ich denke man hätte das hinbekommen können. Aber zugegebenermaßen ist es auch ein schwer verfilmbares Buch weil die Zusammenhänge nicht gerade einfach zu verstenen sind.

Der Film ist jetzt trotzdem nicht so schlecht, die Effekte sind ganz gut, schöne Stadtaufnahmen von Florenz, Venedig und Istanbul. Und wer das Buch nicht kennt wird den Film wohl eh anders sehen.

Wie seht ihr das?

Konnte man das Buch dem typischen Kinopublikum so wirklich nicht zumuten, oder war das evtl. gar nicht der Grund und man hatte Angst es wäre zu kontrovers?
 

Aragon70

Meister vom Königlichen Gewölbe
28. Juli 2008
1.431
AW: Dan Brown's Inferno Buch vs. Film (Spoiler)

Evtl. habe ich mich schlecht ausgedrückt.

Letzendlich ist Zobrist auch im Buch der Bösewicht, er will Milliarden Menschen zwar nicht töten aber "verhindern". Aber seine Tat könnte durchaus das Überleben der Menschheit sichern, er tötet keinen Menschen, er verhindert "nur" das zuviele entstehen.
 

Popocatepetl

Prinz des Tabernakels
27. August 2013
3.928
AW: Dan Brown's Inferno Buch vs. Film (Spoiler)

nö, hast du nicht, ron howard hat es...

howard wollte scheinbar keinen film drehen, in dem gut und böse unklar sind ;)
 

William Morris

Ritter vom Osten und Westen
4. Mai 2015
2.502
AW: Dan Brown's Inferno Buch vs. Film (Spoiler)

Ich hab nur das erste Buch gelesen und den Film gesehen, das hat mir dann eigentlich gereicht. Den ganzen Hype habe ich nie verstanden. War durchaus spannend zu lesen, aber am Ende einfach total durchkonstruiert. Da kann man dann auch Clive Cussler lesen, ist dann nur vom generellen Niveau noch 3 Stufen tiefer.
 

Aragon70

Meister vom Königlichen Gewölbe
28. Juli 2008
1.431
AW: Dan Brown's Inferno Buch vs. Film (Spoiler)

Ich fand die Romane von Dan Brown bisher alle recht unterhaltsam. Er bedient halt mein Interesse an Verschwörungstheorien die in der Jetzt Zeit spielen und ein fiktives Szenario aufbauen das zumindest nicht undenkbar ist. Was konstruiert angeht, es erscheint sicher etwas übertrieben wenn in Illuminati mit Antimaterie rumhantiert wird, aktuell wissenschaftlich nicht haltbar, aber wer weiß schon was da im geheimen nicht doch möglich ist.

Vergleichbar Romane der letzten Jahre die ich gelesen habe waren noch Blackout von Marc Elsberg und Micro von Michael Chrichton. Blackout fand ich sehr gelungen, von der Art durchaus vergleichbar zu Dan Browns Romanen, aber noch etwas mehr auf Realismus getrimmt.

Micro von Michael Crichton ist sicher noch etwas fiktiver. Aber den fand ich doch eher enttäuschend. Zu klischeehafte Bösewichte, kaum spannende Wendungen, und es sterben zu viele sinnlos. Wirkt schon als Buch sehr B-Film mässig. Hier dürfen sie bei der Verfilmung, Spielberg hat sich ja die Rechte gesichert, gerne die Hälfte ändern. Aus der Grundidee könnte man ja schon was machen.
 

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