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Aufklärung über die DDR gesucht

trashy

Großer Auserwählter
19. Mai 2002
1.781
Hallo.

Ich habe den Thread hier eröffnet um etwas Aufklärung über die damalige DDR zu bekommen. Gibt ja bestimmt ein paar Boardies, die mir da helfen können und zwar speziell zu folgenden Themen:

1. Wie war das Sozialsystem in der DDR organisiert?
2. ..........
3. ..........
4. ..........
5. ..........
6. ..........
7. Gibts irgendwelche Daten (Einwohner, BIP, BSP, usw.) über die DDR?

Puh, das is mir aber ne ganze Menge dazu eingefallen.... :oops: :lol: ! Würd mich freuen, wenn ihr mir hierzu helfen könntet! Sicherlich werden da noch mehr fragen zum Thema kommen.

gruß

trashy
 

antimagnet

Ritter Kadosch
10. April 2002
5.881
trashy,
es gibt da eine suchmaschine im internet, die heisst google , ist halt nicht so bekannt, aber jetzt weißt du`s :twisted:

und die ersten drei ergebnisse bei der suche nach "ddr" (ok, darauf muss man ja auch erstmal kommen), die sehen doch ganz so aus, als würden da deine fragen beantwortet werden.

:wink:

nicht böse sein...
:D
 

Traenenreiter

Geheimer Meister
1. Oktober 2002
334
Jeder, der der DDR nachtrauert - über was auch immer - hat einen an der Klatsche.

Das Solzialsystem war ein reiner bluff und absolut minderwertig im Vergleich zu dem jetzigen, unsrigen.

Zur Bevölkerungszahl solltest Du die Stasi Akten ranziehen, da erfährst Du nicht nur die Zahl, sondern auch, welche Sendungen sich jeder einzelne der gut 17 Mio abends so anschaute.

*daskotzenkrieg*
 

metronymikon

Großmeister
20. Oktober 2002
74
Zu 1)

Traenenreiter schrieb:
Das Solzialsystem war ein reiner bluff und absolut minderwertig im Vergleich zu dem jetzigen, unsrigen.
Die DDR hatte eine staatliche Sozialversicherung (SV), für die ALLE Arbeitnehmer, (Polizei und Feuerwehr {gehörte zur Polizei}, Stasi, Armee, Grenztruppen, Zoll, Regierungs- und Partei-Funktionäre ausgenommen, ihre Beiträge wurden vom Staat übernommen) Beiträge entrichten mußten. Inhaber von privaten Geschäften, kleineren Unternehmen, Handwerksbetrieben usw. konnten sich mit geringen Beiträgen freiwillig versichern.
Ursprünglich gab es zusätzlich (z.B. für Post, Eisenbahn, Kraftwerke) einige wenige Pensionskassen. Sie wurden später mit Ausnahmen der Partei- und Regierungs-Pensionen abgeschaft.

Die SV umfasste die Krankenversicherung und die Beiträge zur Rentenversicherung. Einen Leistungsanspruch hatten auch die Kinder und der nichtarbeitende Ehepartner.

Eine Arbeitslosenversicherung gab es nicht, da es auch keine Arbeitslosen im eigentlichen Sinne gab. Arbeitsunwillige wurden bestraft, wenn sie nicht nachweisen konnten, wodurch sie ihren Lebensunterhalt bestritten. Die finanzielle Unterstützung durch Eltern oder Großeltern wurde nicht als Nachweis anerkannt. Bei Eheleuten und zusammen lebenden Paaren wurde es geduldet, dass ein Partner nicht arbeitete.

Sozialunterstützung wurde in der Regel nur bei Notfällen gewährt, überwiegend in Form von Einmalzahlungen. Einen gesetzlichen Anspruch gab es nicht.
Vermögenslosen, die keinen gesetzlichen Rentenanspruch hatten, wurden Sozial-Renten gewährt.

Medizinische Versorgung war für Jedermann (einzige Ausnahme: Nichtversicherte Inhaber von Privatbetrieben, sie mußten sehr niedrige Zahlungen entrichten) frei. Mit vielen Staaten gab es Verträge (u. A. Westdeutschland, der gesamte Ostblock einschließlich Kuba) die auch dort eine kostenlose Versorgung sicherstellten.

Kuren, Zahnersatz, Prothesen, orthopädische Schuhe, Brillen usw, gab es kostenlos. Wer Sonderwünsche hatte (Goldzähne, besondere Brillengestelle) mußte bescheidene Zusatzzahlungen leisten.
Bei Todesfällen bestand Anspruch auf finanzielle (Beerdigungs)-Zuschüsse.
Waisen-, Halbwaisen-, Witwen- und Witwerrenten waren in die Leistungen der Sozialversicherung eingeschlossen.

Gut abgesichert waren Personen, die durch einen Arbeitsunfall gesundheitliche Schäden erlitten hatten. Ihre Renten entsprachen dem, was sie ohne diesen Unfall hätten (einschließlich möglicher Lohnerhöhungen, Prämien usw.) verdienen können. Mehrausgaben die durch ihre Behinderung entstanden, wurden in voller Höhe übernommen. Weiterarbeiten war ohne Leistungsminderung möglich.
Falls dieser Personenkreis nur noch eingeschränkt erwerbsfähig war, galt der Grundsatz, dass die Betroffenen verdienstmäßig nicht schlechter dastanden, als vor dem Arbeitsunfall. Ansonsten galten die gleichen Rahmenbedingungen wie oben.
Wenn es sich bei den Schäden nur um eine zeitweilige Arbeitsunfähigkeit handelte, wurde der Verdienst in voller Höhe bis zur Gesundschreibung bezahlt.
Bei Fremdverschulden konnten weitere Leistungen eingeklagt werden. Eigenverschulden (Ausnahme: Trunkenheit) führte zu keiner Leistungsverminderung.

Ein Elternteil hatte einen gesetzlichen Anspruch auf Kindergeld. Besonders großzügig wurden Kinderreiche (ledige Mütter ab 3 Kinder, sonst 4 Kinder) gefördert (durch Geld- und oder Sachleistungen wie Waschmaschinen, Kühlschränke, Fernseher. Möbel, Kleidung, bevorzugte Verteilung von Wohnraum bis zum Eigenheim, Kleidung, Wäsche usw.). Bei der Geburt eines Kindes wurden staatliche Beihilfen gezahlt. Für das erste Kind gab es 1000,- Mark. Für jedes weitere Kind es gestaffelt höhere Beihilfen. Sie konnten pro Kind auf bis zu 5 000 Mark steigen. Für alle gab außerdem einen gesetzlichen Anspruch auf Kindergarten- und Krippenplätze.

Anfangs betrug die Höhe der SV-Beiträge für einen kinderlosen Versicherten (Versicherte mit Kindern zahlten weniger) 10% des Einkommens bis zu einem Verdienst von 600,- Mark. Die Einkünfte die darüber lagen, waren versicherungsfrei. Im Höchstfall waren also 60,- Mark monatlich zu entrichtet.

(Die Lohn- und Einkommenssteuer war nach dem Einkommen progressiv gestaffelt.
Sie lagen für kinderlose Arbeitnehmer (für Kinder gab es Steuerermäßigung) im Normalfall bei 10% des Verdienstes. Das Netto-Einkommen lag also grob geschätzt in der Regel bei 80% des Brutto-Einkommens.)

Trotzdem gab es beim Rentenanspruch gewaltigen Unterschiede. Künstler, Wissenschaftler und weitere Priviligierte erhielten Sonderrenten. Alle anderen hatten nur einen Anspruch, der von der Höhe des Sozialversicherungs-pflichtigem Einkommens und der Zahl der Arbeitsjahre abhängig war. Sie erhielten im Vergleich mit Westdeutschland sehr, sehr kleine Renten (gilt bis heute).

In den 60-ziger jahren wurde dann eine freiwillige Renten-Zusatzversicherung eingeführt.
Wer mehr verdiente als 600,- Mark, konnte sich nun für ein Einkommen bis zu 1200,- Mark (Beitrag höchstens 10% davon , auch hier gab es für Kinder Rabatte, kinderreiche umsonst) versichern lassen. Anfang der 70-ziger war es dann möglich für den gesamten Verdienst freiwillige Beiträge (höchstens 10% des gesamten Einkommens) zu entrichten. Ein sehr großer Personen-Kreis nutzte diese Möglichkeiten, weil die Grundrente wirklich nur ein sehr bescheidenes Leben ermöglichte.
Heute können diese Zusatz-Versicherten eine bis zu 5% höhere Rente erhalten.

Nur sehr wenigen DDR-Bürgern (siehe Ausnahmen) war es möglich größere Summen zu sparen. Die Meisten brauchten mehr als 10 Jahre, um sich einen Trabbi leisten zu können. Dabei ist zu berücksichtigen, dass fast alle Frauen einer bezahlten Arbeit nachgingen. Rücklagen für das Alter konnten von der größeren Mehrheit der Bevölkerung meist nur in Höhe der Begräbnis-Kosten gebildet werden.

Quelle: Erzählungen von Zeitzeugen.
(Gesetze, Ausführungsbestimmungen usw. der Ex-DDR sind in Archiven und Bibliotheken einsehbar.
Zu 7) Dort sollten sich auch die "Statistischen Jahrbücher der DDR" finden lassen )


Ausnahmen: Abgabenfreie Nebenverdienste waren z.B durch Kaninchen-, Hühner-. Pelztier- und Schlachtvieh-Haltung sowie durch Obst-, Gemüse- und Schnittblumen-Anbau möglich und wurden mit Subventionen gefördert. Die neben der eigentlichen Arbeit zusätzliche Schwarzarbeit (geduldet, weil erwünscht) vieler Handwerker und Bauarbeiter bildete einen weiteren Nebenverdienst, der meist erheblich größer war, als das durch normale Arbeit erreichte Einkommen.
 

grauenhafterzwerg

Großmeister
12. März 2003
54
Typisch !
Einer,wahrscheinlich Ossi ist um Antwort bemüht der klägliche Rest sind spätpubertierte Arschlöcher auf Ossihaßtrip und von nix ne Ahnung aber Blubberwessis.
Was solls manchem Hirn scheint das zeitweise fehlende Ozon zu schaden.
Schade drum das Thema nämlich absolut angesagt im Hinblick auf die mit der Agend 2010 zu erwartenden "Leistungen".
 

MrMister

Großer Auserwählter
13. April 2003
1.525
Solltest du auf mich angespielt haben, dann kann ich dir sagen das ich NICHTS gegen Ossis habe, im Gegenteil, mein bester Freund ist einer, aber wogegen ich etwas habe ist das System! Oder willst du behaupten die DDR wäre das Paradis gewesen?! Also hör auf mir Beleidigungen um dich zu werfen von denen du ihre Bedeutung nicht verstehst!
 

blutkuss

Großmeister
12. Juni 2003
75
Komisch, zur Zeit ist in allen möglichen Foren die Stimmung etwas angeheizt:...

Super Daten kann ich Dir auch nicht geben, aber ich schreib mal so, was mir so einfällt..

Also, ganz genau kenn ich das System nicht, eine meiner letzte Ex-Freundinnen war aber von da und ich hab mir öfters anhören dürfen, wie toll alles war und so...

Also, als erstes mal, Vetterleswirtschaft und Kumpaneien usw. gab es auch dort Leute, die gleicher waren als die anderen...

Die Grundversorgung war anscheinend auf jeden Fall vorhanden.. Im Normalfall wurde keiner superköniglich behandelt, z.B. im Krankheitsfalle Einzelzimmer mit Himmelbett und Pam Anderson als Schwester:-)
Auf der anderen Seite ist auch keiner ganz durch ein Netz gefallen...

JEDER junge Mensch war in Organisationen.. Dort wurden brav Gelöbnisse augesagt und Einheit demonstriert...

Es war alles recht trist und etwas ärmlich aber irgendwie waren doch alle Glücklich...

Was in den BRD-Medien über die dort berichtet wurde war übertrieben..

Was in den DDR-Medien über uns dort berichtet wurde war übertrieben..

Unser BRD System hat nen Haufen Fehler.. und es kommt immer schlimmer... Und das hat in der BRD viel mit Lobbyismus, versteinerten Gehirnen und mehr zu tun...

Also, stell Dir vor, Du bist grad arbeitslos weil Deine Firma pleitegegangen ist und Du brauchst ne aufwendigere Zahnbehandlung...

Kannst Dir unter Umständen gar nicht mehr leisten... Ist jetzt mein Ernst..

Und dort war das wiederum nicht der Fall, wobei ich nichts über die Qualität der ärztlichen Versorgung weiss.

Was mich aber bei fast allen "Ossies" nervt, sind die Sprüche von wegen..
Irgendwie haben wir alle viel besser zusammengehalten...
Irgendwie waren wir dort viel freizügiger..
Wir sind irgendwie cooler wie Ihr
Dort gieng´s viel mehr ab als hier
Wir Ossiweiber sind viel geiler als die Wessiweiber
usw...
Das ist mir manchmal echt zum Hals rausgehängt und ich hätt am liebsten gesagt: dann geh doch zurück und blabla..
Naja, aber irgendwie war sie halt echt geil:-)
Sorry, mein Beitrag hatte jetzt recht wenig mit Prozentangaben, Zahlen usw. zu tun...
Mußte halt sein:-9
 

Wittmann

Geheimer Meister
9. Juli 2002
134
Ich als Betroffener (habe ich nicht viel mitbekommen,da erst '84 geboren) muss sagen, das hier ziemlich viele Idioten auf "Ostalgie-Trip" rumlaufen und schreien, wie super die DDR doch war.

Das beste ist, dass die überhaupt kein Plan haben, was dort überhaupt los war. Ich denke, man darf die DDR auf keinen Fall verherrlichen. Man darf sie aber auch nicht schlecht reden. Sie hatte ihre guten wie auch ihre schlechten Seiten.

@trashy

Im Internet gibt es mehr als genug Seiten, welche Dich über die Vorgänge der DDR aufklären. Ich glaube kaum, dass einer Lust hat, jetzt die ganze Geschichte der DDR zu posten.

Während ich das gerade lese, fällt mir ein Witz ein! Ich poste ihn einfach mal!

Trifft sich Erich Honecker mit dem chinesischen Staatschef. Fragt Honni: "Wieviele Feinde des Systems habt ihr eigentlich?"
Darauf der Chinese: "So in etwa 17 Millionen".
Darauf Honni: "Bei uns ist es in etwa genauso". :wink:

Damit wäre schon mal die Frage der Einwohnerzahl geklärt!
 

MrMister

Großer Auserwählter
13. April 2003
1.525
hehe, der Witz hat was....

also das mit der ostalgie in Ehren usw unsf. Das System der DDR war nicht grade das beste, aber ich fande sie irgendwie lustig, wie sie sich eingemauert haben... ich weiß das es eine schreckliche Zeit war und das es überhaupt nicht zum Lachen ist, aber irgendwie amüsiert mich der Gedanke dann doch immer wieder. Und dann erst die dollen Fluchtversuche.... :D
 

YeshGvul

Geselle
17. Juni 2003
13
Re: Zu 1)

metronymikon schrieb:
Traenenreiter schrieb:
Das Solzialsystem war ein reiner bluff und absolut minderwertig im Vergleich zu dem jetzigen, unsrigen.
Die DDR hatte eine staatliche Sozialversicherung (SV), für die ALLE Arbeitnehmer, (Polizei und Feuerwehr {gehörte zur Polizei}, Stasi, Armee, Grenztruppen, Zoll, Regierungs- und Partei-Funktionäre ausgenommen, ihre Beiträge wurden vom Staat übernommen) Beiträge entrichten mußten. Inhaber von privaten Geschäften, kleineren Unternehmen, Handwerksbetrieben usw. konnten sich mit geringen Beiträgen freiwillig versichern.
Ursprünglich gab es zusätzlich (z.B. für Post, Eisenbahn, Kraftwerke) einige wenige Pensionskassen. Sie wurden später mit Ausnahmen der Partei- und Regierungs-Pensionen abgeschaft.

Die SV umfasste die Krankenversicherung und die Beiträge zur Rentenversicherung. Einen Leistungsanspruch hatten auch die Kinder und der nichtarbeitende Ehepartner.

Eine Arbeitslosenversicherung gab es nicht, da es auch keine Arbeitslosen im eigentlichen Sinne gab. Arbeitsunwillige wurden bestraft, wenn sie nicht nachweisen konnten, wodurch sie ihren Lebensunterhalt bestritten. Die finanzielle Unterstützung durch Eltern oder Großeltern wurde nicht als Nachweis anerkannt. Bei Eheleuten und zusammen lebenden Paaren wurde es geduldet, dass ein Partner nicht arbeitete.

Sozialunterstützung wurde in der Regel nur bei Notfällen gewährt, überwiegend in Form von Einmalzahlungen. Einen gesetzlichen Anspruch gab es nicht.
Vermögenslosen, die keinen gesetzlichen Rentenanspruch hatten, wurden Sozial-Renten gewährt.

Medizinische Versorgung war für Jedermann (einzige Ausnahme: Nichtversicherte Inhaber von Privatbetrieben, sie mußten sehr niedrige Zahlungen entrichten) frei. Mit vielen Staaten gab es Verträge (u. A. Westdeutschland, der gesamte Ostblock einschließlich Kuba) die auch dort eine kostenlose Versorgung sicherstellten.

Kuren, Zahnersatz, Prothesen, orthopädische Schuhe, Brillen usw, gab es kostenlos. Wer Sonderwünsche hatte (Goldzähne, besondere Brillengestelle) mußte bescheidene Zusatzzahlungen leisten.
Bei Todesfällen bestand Anspruch auf finanzielle (Beerdigungs)-Zuschüsse.
Waisen-, Halbwaisen-, Witwen- und Witwerrenten waren in die Leistungen der Sozialversicherung eingeschlossen.

Gut abgesichert waren Personen, die durch einen Arbeitsunfall gesundheitliche Schäden erlitten hatten. Ihre Renten entsprachen dem, was sie ohne diesen Unfall hätten (einschließlich möglicher Lohnerhöhungen, Prämien usw.) verdienen können. Mehrausgaben die durch ihre Behinderung entstanden, wurden in voller Höhe übernommen. Weiterarbeiten war ohne Leistungsminderung möglich.
Falls dieser Personenkreis nur noch eingeschränkt erwerbsfähig war, galt der Grundsatz, dass die Betroffenen verdienstmäßig nicht schlechter dastanden, als vor dem Arbeitsunfall. Ansonsten galten die gleichen Rahmenbedingungen wie oben.
Wenn es sich bei den Schäden nur um eine zeitweilige Arbeitsunfähigkeit handelte, wurde der Verdienst in voller Höhe bis zur Gesundschreibung bezahlt.
Bei Fremdverschulden konnten weitere Leistungen eingeklagt werden. Eigenverschulden (Ausnahme: Trunkenheit) führte zu keiner Leistungsverminderung.

Ein Elternteil hatte einen gesetzlichen Anspruch auf Kindergeld. Besonders großzügig wurden Kinderreiche (ledige Mütter ab 3 Kinder, sonst 4 Kinder) gefördert (durch Geld- und oder Sachleistungen wie Waschmaschinen, Kühlschränke, Fernseher. Möbel, Kleidung, bevorzugte Verteilung von Wohnraum bis zum Eigenheim, Kleidung, Wäsche usw.). Bei der Geburt eines Kindes wurden staatliche Beihilfen gezahlt. Für das erste Kind gab es 1000,- Mark. Für jedes weitere Kind es gestaffelt höhere Beihilfen. Sie konnten pro Kind auf bis zu 5 000 Mark steigen. Für alle gab außerdem einen gesetzlichen Anspruch auf Kindergarten- und Krippenplätze.

Anfangs betrug die Höhe der SV-Beiträge für einen kinderlosen Versicherten (Versicherte mit Kindern zahlten weniger) 10% des Einkommens bis zu einem Verdienst von 600,- Mark. Die Einkünfte die darüber lagen, waren versicherungsfrei. Im Höchstfall waren also 60,- Mark monatlich zu entrichtet.

(Die Lohn- und Einkommenssteuer war nach dem Einkommen progressiv gestaffelt.
Sie lagen für kinderlose Arbeitnehmer (für Kinder gab es Steuerermäßigung) im Normalfall bei 10% des Verdienstes. Das Netto-Einkommen lag also grob geschätzt in der Regel bei 80% des Brutto-Einkommens.)

Trotzdem gab es beim Rentenanspruch gewaltigen Unterschiede. Künstler, Wissenschaftler und weitere Priviligierte erhielten Sonderrenten. Alle anderen hatten nur einen Anspruch, der von der Höhe des Sozialversicherungs-pflichtigem Einkommens und der Zahl der Arbeitsjahre abhängig war. Sie erhielten im Vergleich mit Westdeutschland sehr, sehr kleine Renten (gilt bis heute).

In den 60-ziger jahren wurde dann eine freiwillige Renten-Zusatzversicherung eingeführt.
Wer mehr verdiente als 600,- Mark, konnte sich nun für ein Einkommen bis zu 1200,- Mark (Beitrag höchstens 10% davon , auch hier gab es für Kinder Rabatte, kinderreiche umsonst) versichern lassen. Anfang der 70-ziger war es dann möglich für den gesamten Verdienst freiwillige Beiträge (höchstens 10% des gesamten Einkommens) zu entrichten. Ein sehr großer Personen-Kreis nutzte diese Möglichkeiten, weil die Grundrente wirklich nur ein sehr bescheidenes Leben ermöglichte.
Heute können diese Zusatz-Versicherten eine bis zu 5% höhere Rente erhalten.

Nur sehr wenigen DDR-Bürgern (siehe Ausnahmen) war es möglich größere Summen zu sparen. Die Meisten brauchten mehr als 10 Jahre, um sich einen Trabbi leisten zu können. Dabei ist zu berücksichtigen, dass fast alle Frauen einer bezahlten Arbeit nachgingen. Rücklagen für das Alter konnten von der größeren Mehrheit der Bevölkerung meist nur in Höhe der Begräbnis-Kosten gebildet werden.

Quelle: Erzählungen von Zeitzeugen.
(Gesetze, Ausführungsbestimmungen usw. der Ex-DDR sind in Archiven und Bibliotheken einsehbar.
Zu 7) Dort sollten sich auch die "Statistischen Jahrbücher der DDR" finden lassen )


Ausnahmen: Abgabenfreie Nebenverdienste waren z.B durch Kaninchen-, Hühner-. Pelztier- und Schlachtvieh-Haltung sowie durch Obst-, Gemüse- und Schnittblumen-Anbau möglich und wurden mit Subventionen gefördert. Die neben der eigentlichen Arbeit zusätzliche Schwarzarbeit (geduldet, weil erwünscht) vieler Handwerker und Bauarbeiter bildete einen weiteren Nebenverdienst, der meist erheblich größer war, als das durch normale Arbeit erreichte Einkommen.


Das sollten sich mal die aktuellen Sozialisten reinziehen um wieder auf ihren Pfad zurück zu kehren. Nämlich von Antisozialismus zum sozialen regieren.
Aber was sag ich da? Sind ja auch nur Parteien die von den Besatzern D.s vordiktiert wurden.
Aber hauptsache wir ham ne Demokratie
 

grauenhafterzwerg

Großmeister
12. März 2003
54
Oh ja und dann fehlen Dir sicher deine Sklaven und die armen Schwarzen die mann fürn Appel und ein Ei.... und die vielen kleinen kinder ja die fehlen Dir sicher auch.

Was mir fehlt ist ein Objektives herrangehen und nicht so ein Bildzeitungsplapla aber das Niveau der Diskussion ist wohl da am niedrigsten wo es die Zeitung an längsten gab.
Warten wirs ab ich glaube es wird sich in Bundesdeutschland noch einiges ändern wenn der Sozialabbau im Westteil weiter vorangeht hehe.
Oder wie Frau Merkel treffend meinte:
"Der Westen muß sich dem Osten anpassen" cooler und treffender kann eigentlich niemand Formulieren.
Ach so! Ich hab nix gegen einzelne die ich nicht mal kenne hab nur was gegen gesülze.
 

Wanderer

Geheimer Meister
26. Dezember 2002
211
blutkuss schrieb:
Also, ganz genau kenn ich das System nicht, eine meiner letzte Ex-Freundinnen war aber von da und ich hab mir öfters anhören dürfen, wie toll alles war und so...

Also, als erstes mal, Vetterleswirtschaft und Kumpaneien usw. gab es auch dort Leute, die gleicher waren als die anderen...

Die Grundversorgung war anscheinend auf jeden Fall vorhanden.. Im Normalfall wurde keiner superköniglich behandelt, z.B. im Krankheitsfalle Einzelzimmer mit Himmelbett und Pam Anderson als Schwester:-)
Auf der anderen Seite ist auch keiner ganz durch ein Netz gefallen...

JEDER junge Mensch war in Organisationen.. Dort wurden brav Gelöbnisse augesagt und Einheit demonstriert...

Es war alles recht trist und etwas ärmlich aber irgendwie waren doch alle Glücklich...

Was in den BRD-Medien über die dort berichtet wurde war übertrieben..

Was in den DDR-Medien über uns dort berichtet wurde war übertrieben..

Unser BRD System hat nen Haufen Fehler.. und es kommt immer schlimmer... Und das hat in der BRD viel mit Lobbyismus, versteinerten Gehirnen und mehr zu tun...

Also, stell Dir vor, Du bist grad arbeitslos weil Deine Firma pleitegegangen ist und Du brauchst ne aufwendigere Zahnbehandlung...

Kannst Dir unter Umständen gar nicht mehr leisten... Ist jetzt mein Ernst..

Und dort war das wiederum nicht der Fall, wobei ich nichts über die Qualität der ärztlichen Versorgung weiss.

Was mich aber bei fast allen "Ossies" nervt, sind die Sprüche von wegen..
Irgendwie haben wir alle viel besser zusammengehalten...
Irgendwie waren wir dort viel freizügiger..
Wir sind irgendwie cooler wie Ihr
Dort gieng´s viel mehr ab als hier
Wir Ossiweiber sind viel geiler als die Wessiweiber
usw...
Das ist mir manchmal echt zum Hals rausgehängt und ich hätt am liebsten gesagt: dann geh doch zurück und blabla..
Naja, aber irgendwie war sie halt echt geil:-)
Sorry, mein Beitrag hatte jetzt recht wenig mit Prozentangaben, Zahlen usw. zu tun...
Mußte halt sein:-9

und etwas falsch ....

richtig ist, dass nicht JEDER in einer organisation war...
ossi frauen sind vielleicht etwas freier erzogen. sicherlich nicht geiler...
 

Gurke

Großer Auserwählter
25. März 2003
1.626
Naja, der Blick in die Vergangenheit ist ja immer etwas verklärt.
Als Kind wars schon ok, man kannte halt nix anderes, Lebensstandard war ok, gibt Leute, die sind schlechter dran. Erst später wurde man etwas kritischer. In den Organisation kam zwar jeder automatisch rein, man konnte aber auch wieder rausfliegen (schon erlebt).

Zahlen sind Teilweise recht alt,
Einw (1987): 16,6 Mille
Bevölkerung: fast ausschliessliche Deutsche, etwa 100.000 Sorben in Nieder- und Oberlauzitz.
(Zahlen von 76)
53% Frauen, 47% Männer (3/5 arbeitsfähig, 1/5 Kinder, 1/5 Rentner)
27% Bewaldung davon 4/5 Nadelwald
Wirtschaftnettoprodukt 150,1 Millarden Mark (kA wieviel in DM)
BSP 216,7 Md M.
Wegen geringer Bodenschätze auf Importe angewiesen.
Bodenschätze ansich, Braunkohle (Jahresförderung 76 247 Mill. t), Stein- und Kalisalz, Eisenerz, Kupferschiefer,Zink, Zinn, Blei, Nickel, Uranerz, etwas Erdöl und Erdgas.
Ernergieerzeugung hauptsächlich über Braunkohle.
Industrie hauptsächlich im Süden zentriert.
Landwirtschaftliche Nutzfläche etwa 58% (davon 76% Acker, 21% Grünland)
14310km Bahnstrecke, 13010km Autobahn, 34500km Landstraßen, 2540km Binnenwasserstraßen
Aussenhandelsumsatz 76: 86 Md. Valuta Mark (67% Ostblock (darunter 33% SU) 28% kapitalistische Staaten, 5% Entwicklungsländer)

Kann aber auch alles geschönt sein.
 

Traenenreiter

Geheimer Meister
1. Oktober 2002
334
DDR BRD
- eingesperrte Bürger - Reisefreiheit
- zensierte Presse - Pressefreiheit
- Verbot der freien Rede - Redefreiheit

Diese Liste wäre beliebig verlängerbar. Ganz einfach deshalb, weil das eine eine Diktatur war, das andere eine Demokratie ist - obs den meisten nun gefällt oder nicht.

Doch kann man mit dem Wegfall von Grund- und Freiheitsrechten benennen, was für ein Leben daraus resoltiert, erkennt man erst, wenn man das kleine, private Leben anschaut. Für die kleine Liste oben sei exemplarisch genannt:

DDR
- Besuch des Cousins im Westen? Nur mit schriftlicher Einladung, vorzulegen beim Rat der Stadt. Bewilligung 3 Stunden vor Abfahrt des Zuges. Bewilligung allerdings nur für den Eheman, nicht für die Ehefrau. Bewilligt werden nur 4 Tage, nicht die beantragten 7. Es dürfen 15 DM mitgenommen werden, eintausch von eigener Währung in DM ist nicht zulässig. Leibesvisitation an der Grenze bei Ein- und Ausreise. Grenzer mit durchgeladener MP.

BRD
- Besuch des Cousins im Westteil Deutschlands? Steigen Sie in ihr Auto, fahren sie die 72, auf die A9, auf die A 3. Feiern Sie schön.

DDR
Sie haben eine kleine Band und wollen auf einem Dorffest aufspielen? Kein Problem. Aber bitte doch nur 35 % westliche Titel, der Rest muß aus sozialistischer Produktion sein. Was, sie haben das nicht gemacht? Was, den Leuten hat das nicht gefallen? Nun, wir haben eine Anzeige bekommen, daß sie nur Westmusik gespielt haben. Das kostet sie 2500 Mark, eine Verwarnung. Im Wiederholungsfall werden wir ihnen das Auftreten verbieten.

BRD
Schonmal auf nem Dorffest gewesen? Tolle Musik, oder?

DDR
Die "Junge Welt" hat ein Preisausschreiben für den besten politschen Witz ausgeschrieben. Erster Preis: 25 Jahre in Bautzen.

BRD
Ich sage nur: Gerdshow - Steuersong.

Und das ist nur ein ganz kleiner Teil dessen.
Übrigens komme ich aus dem Osten!
 

semball

Großer Auserwählter
26. Mai 2002
1.615
Re: Zu 1)

YeshGvul schrieb:
Das sollten sich mal die aktuellen Sozialisten reinziehen um wieder auf ihren Pfad zurück zu kehren. Nämlich von Antisozialismus zum sozialen regieren.
Aber was sag ich da? Sind ja auch nur Parteien die von den Besatzern D.s vordiktiert wurden.

informier dich besser bevor du schreibst.
Die SPD beispielsweise ist 140 Jahre alt und existierte schon vor dem Kaiserreich. Also nix mit "von Besatzern vordiktiert"

Aber hauptsache wir haben Demokratie
Das ist in der Tat das einzige worauf es ankommt.

gruss semball
 

HanzGuckInDieLuft

Geheimer Meister
17. Mai 2002
373
Also zunächst möchte ich mal sagen das ich froh bin, das die DDR nicht mehr existiert, dennoch misse ich einige Sachen aus dieser Zeit. Ich bin übrigens Baujahr 83 und habe viele Sachen noch gut in Erinnerung.

blutkuss schrieb:
Was mich aber bei fast allen "Ossies" nervt, sind die Sprüche von wegen..
Irgendwie haben wir alle viel besser zusammengehalten...

Die Ossis haben immer zusammengehalten, jedenfalls wars bei uns so. Man war ja mehr oder weniger drauf angewiesen, als mittelloser Mensch. Die Not hat zusammen geschweißt! Wie oben schon erläutert, gab es kaum "wohlhabende" Ossis, die sich mal eben nen 5000m² Grundstück mit ner Villa drauf leisten konnten.
Das ist so ziemlich das beste Beispiel: Wenn jemand im Freundes- oder Verwandtschaftskreis ein Haus baute, halfen alle bereitwillig und ohne Vergütung mit. Der Lohn war ein Dankeschön und ein stets vergnügter, von hohem Alkoholkonsum geprägter, Grillabend.

Dort gieng´s viel mehr ab als hier

Feiern konnten die Ossis auch ganz gut. Der Freundeskreis meiner Eltern(z.B.) war unvorstellbar groß, nicht wie heutzutage, wo man nur eine Hand voll Kumpelz hat. Bier und andere, härtere Sachen flossen in Unmengen. Ich habe einen Haufen Alkoholiker(und die, die es fast waren) in meiner Bekannt- und Verwandtschaft, das sollte Beweis genug sein. Grade weil im Osten nix los war, hat man sich einfach öfter mal die Kante gegeben.
Mein Vater lebt in Hamburg und ihm ist auch schon aufgefallen, das "Wessis" bei weitem nicht so trinkfest sind. Legt euch nicht mit den Ossisäufern an, ihr habt schon verloren ! :lol:
Das gilt für meine Generation nicht mehr, obwohl die Mecklenburger immer noch stark vom Alkoholismus bedroht sind :lol:

Also heute sieht es völlig anders aus, der Freundeskreis hat sich gelichtet, die Freundschaften sind auseinander gegangen. Man hat fast das Gefühl, das jeder nur noch an sich denkt. So ist meine persönliche Erfahrung. Meine Eltern waren zu Ostzeiten beide Angestellte, er Schlosser(KFZ Mech.), sie Frisöse. Nach der Wende haben sich beide selbstständig gemacht. Sie hat einen Frisörsalon eröffnet und er eine Gas-Wasser-Scheisse Firma, die leider pleite ist. Das wollte ich nur mal anmerken, um das Vorurteil des "faulen Ossis" zu entkräften.
 

Fantom

Erhabener auserwählter Ritter
9. August 2002
1.198
HanzGuckInDieLuft schrieb:
Also zunächst möchte ich mal sagen das ich froh bin, das die DDR nicht mehr existiert, dennoch misse ich einige Sachen aus dieser Zeit. Ich bin übrigens Baujahr 83 und habe viele Sachen noch gut in Erinnerung.

oh! ich bin baujahr 82 und habe auch noch einiges im gedächtnis:

-der ewige gestank nach braunkohle
-man konnte keine polizeiautos im spielzeuggeschäft kaufen
-ewiges warten an der grenze
-coole ddr-fotoapparate, die man aber schmuggeln mußte (benutze ich heute noch, ddr-optik war TOP! dieser wirtschaftszweig war übrigens der einzige, der gezielt von westlichen wirtschaftsagenten (japaner, amis etc) auspioniert wurde!)
-einen staatschef, der wie ein könig behandelt wurde (o-ton klein fantom an seinen vater: "ist erich honecker denn jetzt der könig von der ddr?" :lol:)
-klopapier selten, sonst zeitungen benutzen... brrrrr
-nicht ausreichend obst und gemüse im angebot!!!!!!!!!! (dabei mochte ich es immer so gerne!)
etc.

jede ostalgie verschließt die augen vor einem teil der realität!

achja, ich bin kein ossi, war aber oft "drüben", da meine tante in westberlin wohnte und bekannte meiner eltern in leipzig.
über meinen vater gibt es übrigens eine meterdicke stasiakte, da ein teil dieser bekannten stasispitzel waren, die kurz nach der wende enttarnt worden sind.
tolle gemeinschaft!
 

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