Assoziationen zu Gleichberechtigung und Gerechtigkeit

Dieses Thema im Forum "Philosophisches und Grundsätzliches" wurde erstellt von Jay-Ti, 12. Februar 2007.

  1. Jay-Ti

    Jay-Ti Auserwählter Meister der Neun

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    "Gleiches Recht für jeden" in Ehren, aber dieses Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz sorgte gar dafür, dass man Stellenausschreibungen nicht mehr m oder w deklarieren darf. Dies führte dazu, dass zB ein Theater nun keine Stellenausschreibung nach folgendem Schema ausschreiben darf:

    "Für die Rolle des Romeos suchen wir einen Schauspieler, ..."

    ab jetzt muss es gesetzeskonform lauten:

    "Schauspieler(in) gesucht. Sollte Mann im Alter von 18-32 spielen können,..."

    :roll:

    Und ja, jeder Verein darf sich seine Mitglieder aussuchen.

    Anm. Admin:

    Diese Diskussion wurde abgetrennt aus dem Thread Hat jemand ernsthaftes Interesse an Freimaurerei?

    Mr. Anderson
     
  2. Aphorismus

    Aphorismus Ritter vom Osten und Westen

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    Warum müßen Männer Zivildienst machen oder zur Bundeswehr gehen und Frauen nicht? So lage in solchen Fragen keine Gleichberechtigung herrscht, ist das doch ein Witz.
     
  3. Malakim

    Malakim Insubordinate

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    Warum können/müssen Frauen Kinder bekommen und Männer nicht?
     
  4. dkR

    dkR Großmeister aller Symbolischen Logen

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    Weil die Idee Gleichberechtigung heißt und nicht Gleichbepflichtigung
     
  5. UCP

    UCP Geselle

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    Meiner Meinung ist die Gleichbehandlung von Individuen keine Gerechtigkeit sondern Gleichmacherei.

    Ich bin gegen Gleichbehandlung weil es meiner Meinung nach ein Schritt in Richtung Kommunismus ist

    Der nächste Schritt wäre dann wohl ein Gesetz, dass Menschen aufgrund Ihrer Arbeit finanziell nicht benachteiligt werden dürfen und man einer Putzfrau das gleiche Gehalt wie dem Telekom Vorstand zahlen muss :lol:
     
  6. Aphorismus

    Aphorismus Ritter vom Osten und Westen

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    Weil Männer keine Gebärmutter haben. :wink:

    Das Argument ist zwar steinalt, aber deshalb nicht unbedingt gut.

    Und imho läßt sich beides nicht miteinander vergleichen. Frauen sind ja nicht dazu verpflichtet, Kinder zu bekommen. Was ist mit Lesben, wieso müssen die nicht zum Bund oder Zivildienst machen? Oder Frauen, die nicht gebärfähig sind? Usw. usf.

    Mal abgesehen davon, dass es mich sehr stark wundern würde, wenn das ein juristischer Grund wäre. Versuch mal da eine direkte Kausalbeziehung herzustellen:

    Heinrich Meier aus Oberunterdusel muss zum Militär, weil Frauen Kinder kriegen können. Ääääääääh ja.

    Und Frauen müssen ab morgen ein Jahr lang Stepptanz lernen weil Männer im Stehen pinkeln können.

    Mit Verlaub - das ist absurd. Wenn man bestimmten Bevölkerungsgruppen bestimmte Pflichten auferlegt und anderen nicht, dann greift man automatisch auch in das Rechte der freien Selbstbestimmung der betroffenen Personen ein.

    Kannst du - oder kann irgendjemand sonst - einen Fall nennen, bei dem auch so geschlechterspezifisch Pflichten verteilt werden? Mir fällt keiner ein. Und das ist auch gut so. Imho wird es Zeit, dass man auch diesen letzten Rest willkürlicher Ungleichbehandlung abschafft. Ich bin sowieso für eine Berufsarmee.
     
  7. Malakim

    Malakim Insubordinate

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    Da Männer und Frauen körperlich unterschiedlich sind ergibt sich daraus eben auch ein Unterschied in der Lebensführung. Eine komplette Gleichbehandlung ist da in meinen Augen purer Quatsch.
     
  8. dkR

    dkR Großmeister aller Symbolischen Logen

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    Genau, weil auch jeder Mann zum Wehrdienst eingezogen wird. Wer sich ausmustern lassen will, schafft das auch.
    Gleiche Rechte für Mann und Frau. Nicht gleiche Pflichten für Mann und Frau. In dem Fall haben inzwischen beide das Recht, Soldat zu werden. Was das jetzt mit der theoretischen Pflicht, Wehrdienst zu leisten zu tun haben soll, kann ich nicht nachvollziehen.
    Ich versteh dein Problem grad nicht.
     
  9. Aphorismus

    Aphorismus Ritter vom Osten und Westen

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    Sorry für das weitere Ausführen dieser Offtopic-Debatte, aber ich tendiere dazu mich zu echauffieren, wenn es um prinzipielle Dinge geht. :wink:

    "Komplette Gleichbehandlung" habe ich ja auch nirgendwo gefordert. Die Verpflichtung zum Militärdienst ist aber weitaus mehr als nur eine Ungleichbehandlung. Wird ja auch in manchen Ländern anders gehandhabt - Gott sei Dank.

    Quark. Der muss dann Zivildienst machen - was auf das gleiche hinausläuft - oder lügen, was eine Straftat ist.

    Es bleibt dabei: bei Männern, die ohnehin ein paar Jahre weniger leben als Frauen, darf der Staat über ein Jahr ihres Lebens verfügen, bei Frauen nicht. Um mal von "Ungleichbehandlung", "gleichen Rechten und Pflichten" usw. wegzukommen - diese Regelung ist imho einfach - nur - Bullshit. Typischer patriarchaler Mumpitz. Mann bringt Geld nach Hause, Frau erzieht Kinder, dafür muss Mann zum Bund - nichts dagegen, wenn jemand sich dafür entscheidet, aber dass der Staat so etwas verlangt, ist imho einfach nur inakzeptabel.

    Aber wo kein Kläger, da kein Richter. Und welche Frau will schon nach der Pflicht klagen, zum Bund zu müßen?

    Lass mal dreißig, vierzig Jahre ins Land ziehen, ein paar alte Herren wegsterben, und dann gucken wir nochmal neu, was das BVG dazu sagt. :wink:

    Warum nicht? Und wo bitteschön wird das juristisch so allgemein formuliert? Mann muss bei rot halten, Frau darf fahren? Mir fällt kein einziger Punkt ein, wo die Pflichten unterschiedlich sind. Außer in Bezug auf die Wehrpflicht scheint es mir da keinen einzigen Punkt zu geben. Ein gutes Indiz dafür, dass da dran was nicht ganz stimmig ist und einfach nur althergebrachte Tradition, die mit der aktuellen Wirklichkeit wenig zu tun hat.

    Ich merke das schon. Mein Problem ist, dass nichts diese unterschiedliche Behandlung in Bezug auf die Pflicht zur Wehrpflicht rechtfertigt. Kinder kriegen ist kein Argument und andere kamen nicht, außer "dass es halt so ist".

    Ich unterstelle mal: das baut alles auf der Annahme auf, dass Frauen einfach zu schwach, schön und lieb sind, um Militärdienst zu machen. Und das ist - meiner Meinung nach - Quark. Denn auch viele Männer sind zu schwach, schön und lieb und da interessiert es keine Sau, während es natürlich auch einen ganzen Haufen toughe, schießfreudige und harte Frauen gibt. Das allermeiste wird da meiner Meinung nach sowieso über Geschlechterrollen definiert, und die unterliegen einem stetigen Wandel. Das Körperliche ist ein winziger Aspekt des Gesamten, der gerne überbewertet wird. Gibt ja auch eine ganze Reihe weiblicher Soldaten beim Bund - und das sind zum allergrößten Teil ganz normale Frauen und keine "Kampflesben" or whatever.
     
  10. dkR

    dkR Großmeister aller Symbolischen Logen

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    Quark, sich T5 mustern zu lassen ist überhaupt kein Problem. Falls man überhaupt gemustert wird.
    Ah, das Problem ist, Männer müssen (theoretisch) Frauen dürfen (müssen aber nicht).
     
  11. Aphorismus

    Aphorismus Ritter vom Osten und Westen

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    Und T5 heißt, dass man weder einen Schreibtischjob noch Zivi machen muss? Welche Probleme muss man dafür haben? (Mir geht's ja nicht ums Schießen, Kämpfen, Moralische etc. pp., sondern um das eine Jahr Zeit, was draufgeht, und ums Prinzip. Ich finde, dass Zivildienst eine prima Sache ist und dass wir eine Armee haben geht auch in Ordnung, auch wenn ich eine Berufsarmee lieber sähe.)

    Janz jenau!
     
  12. Simple Man

    Simple Man Kanonenbootdiplomat Mitarbeiter

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    Reicht nicht schon T3?
     
  13. AGSzabo

    AGSzabo Major Chaos

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    das wär doch mal toll. es gäbe keinen finanziell bedingten konkurrenzkrampf mehr.
     
  14. Malakim

    Malakim Insubordinate

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    ist das denn so toll?
    Konkurrenz belebt doch bekanntlich das Geschäft und schafft Motivation :roll:
     
  15. Guest

    Guest Gast

    Letztendlich verkauft man bei der Arbeit doch Lebenszeit.

    Ich frage mich weshalb 8 Stunden aus dem Leben eines Vorstandsvorsitzenden wertvoller sein sollen als 8 Stunden aus dem Leben eines Fließbandarbeiters?
     
  16. Aphorismus

    Aphorismus Ritter vom Osten und Westen

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    Quark.

    Man verkauft eine Leistung, die man erbringt. Von der Bewertung dieser Leistung, nicht von der Dauer oder der für die Leistung nötigen Lebenszeit, hängt das Gehalt ab.

    Natürlich gibt es unter- und überbezahlte Leute, aber das ändert nichts an der allgemeinen Gültigkeit dieser Aussage.

    Grob verallgemeinert gesagt könnte der Vorstandsvorsitzende mit den acht Stunden wahrscheinlich auch sonst eine ganze Menge Sachen anfangen, die Geld bringen, während das bei den wenigsten Fließbandarbeitern der Fall sein dürfte. Wenn nicht, kann man sich fragen, wieso sie sonst überhaupt am Fließband stehen.

    Das hat natürlich auch etwas mit unterschiedlichen Qualifikationen zu tun. Aber das weißt du eigentlich alles selber, alter Provokateur. :wink:
     
  17. Guest

    Guest Gast

    Nein, ich mein das ganz ernsthaft.

    Es scheint mir ein generelles Problem zu sein, daß "Leistung" in unserer Gesellschaft auschließlich am (oft kurzfristigem und kurzsichtigem) Profit und am Shareholder Value gemesen wird.

    Nimm mal einen Bauarbeiter:

    Während sich der Vorstand bräsig und in leichter Rückenlage während des Vormittagsmeetings bei einer Tasse Kaffe und einer Powerpoint Präsentation sich die neuesten "Zahlen" ansieht, hat der Bauarbeiter schon richtig gearbeitet.
    Und während der Vorstand nach einem leichten Bussiness Lunch mit den anderen golfspielt schwitzt der Bauarbeiter immer noch.

    Wenn wir hier von echter Leistung (sprich Arbeit) sprechen müsste der Bauarbeiter deutlich mehr bekommen als der Vorstand.

    Tut er aber nicht. Und da hängt was schief.
     
  18. antimagnet

    antimagnet Ritter Kadosch

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    eventuell hat der vorstand dafür gesorgt, dass 100 bauarbeiter was zum bauen haben...
     
  19. Guest

    Guest Gast

    ...oder 2000 Arbeitsplätze vernichtet um dem Aktienkurs mal schnell einen Kick nach oben zu geben.
     
  20. Winston_Smith

    Winston_Smith Groß-Pontifex

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    Wo ist das Problem? Der Bauarbeiter hätte doch auch studieren können, dann wäre er jetzt im Vorstand. Und Golf ist relativ leicht zu erlernen.
     

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